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HARVARD UNIVERSITY.
LIBRARY
OF THE
MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLO@Y.
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SEP 13 1896
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Deutsche
Entomologische Zeitschrift
herausgegeben
von der
Deutschen Entomologischen Gesellschaft
in Verbindung
mit Dr. @. Kraatz
und der Gesellschaft ‚Iris‘ in Dresden.
Jahrgang 1889.
Erstes und zweites Heft
ausgegeben Mai und November 1889
herausgegeben von der Deutschen Entomologischen Gesellschaft.
VvMit 4 Tafeln.
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 20 Mark.
Redacteur: Dr. G. Kraatz.
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London. Berlin 1889. Paris.
Edw. Janson, Nicolai’sche Verlags- Luc. Buquet,
23 Museum Street. Buchhandlung, Stricker. 52 Rue St. Placide.
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Für den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffentlichten
Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich, die
Deutsche Entomologische Gesellschaft ist es in keiner Weise.
D. Red.
Inhalts-Uebersicht des Jahrgangs 1889
der Deutschen Entomologischen Zeitschrift !).
Allgemeine Angelegenheiten I. elle. 830%
= — HiyerestHag a6 tellastertle
Albers, G.: ae, zur Kenntnifs der Lucaniden-Fauna von
Sumatra
— Lucanus gracıilis, eine neue Mat von Sikkim
Bergroth, E.: Omosita discoidea Fabr. und Hister helluo Trug,
Czwalina, G.: Lathrobium (in sp.) Pandellei n. sp. und ZL. cras-
sipes Rey. (Hierzu Taf. II, Fig. 12 u. 13). I
— Erklärung der Abbildungen auf Taf. II, Fig. 1—11.
Dewitz, Dr.H.: Erwiderung auf den Aufsatz des Hrn. Honrath
Eppelsheim, Dr. E.: Neue en u und der
angrenzenden Länder . :
Escherich, K.: Nachträge und Berichtigunei zum REN
Coleopterorum von Gemminger und Harold, betreffend die
Gattung Meloe 3 .
nebst Anhang von Dr. G. Kraut, aber Basiit Rileyi e
Faust, Joh.: Griechische Cureulioniden . 2
— Zur Cureulionidenfauna Griechenlands und Cretas .
— Neue Rüsselkäfer vom Alka-kul .
— Beiträge zur Kenntnils der a ua) ad Bi
schreibung einiger neuer Arten : :
Flach, Dr. K.: Pseudolibrus nov. gen. Phalacridarum .
— Bemerkungen über Phalacrus- und Olibrus- Arten
— Japanische Phalacriden u Dtm EDe te ailacı Astııra
Frie, Prof. Dr. Ant.: Ueber einen fossilen Maikäfer (Anomalites
Jugitivus Fr.) aus dem tertiären Sülswasserquarz von Nogent
le Rotrou in Frankreich .
Seite
9—16
9—8
232— 240
319—320
422
367—368
368
224
161—183
333—335
339
66—90
91—98
1293—140
140—145
269— 270
270
271—272
409—410
1) Heft I (8.9—224) ist im Mai, Heft II (8.1—8, 225—424) im
November 1889 ausgegeben.
1 *
4 Inhalts- Uebersicht des Jahrgangs 1889
Fruhstorfer, H.: Schreiben des Herrn Fruhstorfer aus
Penang . ES 20°
Ganglbauer, Ludw.: Drei neue Carabiden aus Bosnien
— Berichte über die von E. v. Oertzen im Jahre 1837 in
Griechenland und Klein - Asien gesammelten Coleopteren.
V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus), Lamelhicornia, Buprestidae,
Throscidae, Elateridae, Meloidae, ee Cerambycidae
— Revision der Molops- Arten . i
— Tapinopterus aetohcus Ganglb. nov. spec.
— Zur Kenntnis der Plectes- oder Tribax- Arten
Gerhardt, J.: Sammelbericht pro 1888
Haberfelner, Jos.: Ueber entomologische Zuchthäuser
v. Heyden, Major z.D., Dr. L.: Stand der Reblausfrage auf der
linken Rheinseite der Rheinprovinz 5
— Ueber Copula verschiedenartiger Coleopteren .
— Descriptiones Coleopterorum novorum Regionis Balsearelicap
— Ueber Nigrino-Varietäten von Carabieinen vom Pie de Nere
in den Hautes Pyrenees .
— Prosodes costifera Kraatz und an arlr
— Weitere Mittheilung über Nigrino-Varietäten vom Pic de Nöre
in den Hautes Pyrenees . MI 3 TOR
— Die Varietäten des Trichius fasciatus L. Bd, ee Menetr.
— Anommatus 12-striatus Müll. und Langelandia anophthalma Aube
-Honrath, Ed. G.: Noch einmal Papilio Cacicus Luc. ab. 2
Zaddachü Dewitz EDEL AN DNB
Konow, Fr. W.: Ueber Coelioxys echinata Förster
Kraatz, Dr. G.: Besprechung von Wasmann’s „Beiträge zur
Lebensweise der Gattungen Atemeles und Lomechusa“
— Synonymische Bemerkungen Yeastaprläerit,
— Zwitter und Monstrositäten aus den Sammlungen von Dr.
L.v. Heyden u. Dr. G.Kraatz. (Hierzu Taf. 1, Fig. 9—25)
— Ueber Käfer von Eisleben
— Ueber Coptolabrus longipennis Chaud. von Konitinn Branickii
Taezanowski von Korea ete. .
— Varietäten des Goliathus giganteus as lern Taf. iv,
Fig! 1—4)
— (etonia brevitarsis Lewis var. nov. Fairmairei .
— Bemerkungen über einige deutsche Käferarten
"— Pseudolimnaeum Eichhoffi Krtz. = inustum Duval (Benb).
— Bemerkungen über Homalota-Arten . . -
— Sind- Gohathus giganteus Lam. und regius Klug dis Tobal-
varietäten einer Art zu betrachten? .
Seite
411—413
45—48
49—57
113—125
126
321—322
397 —400
389 —394
209—211
212
325—330
331—332
332
366
385— 3883
423
223 — 224
331— 384
206— 208
220
221—222
222
323—324
377—379
379—380
384
395
396
401—402
der Deutschen Entomologischen Zeitschrift.
Kraatz, Dr. G.: Kurzer Bericht über den ersten Congrös inter-
national de Zoologie in Paris im August 1889 .
— Synonymische Bemerkungen etc. über Oetoniden =
Müller, Clemens: Eine neue Nedria aus der Alpaeus-Gruppe
Reitter, Edm.: Neue Coleopteren aus Europa, den angren-
zenden Ländern und Sibirien, mit Bemerkungen über be-
kannte Arten. Theil VI: S. 17—44. Theil VII: 5. 273—288.
Theil VIII.
— Uebersicht der Arten der ee De aus
Europa und den angrenzenden Ländern
— Eine neue bayerische Ziodes- Art. ; s
— Bestimmungstabelle der flachen, kaukasischen Cab kr
Tribax- Arten ; 5 5 6
— Berichte über die von R. v. a im Helle 1887 in
Griechenland und Klein - Asien gesammelten Coleopteren.
IX. Neue Arten aus verschiedenen Familien .
— Bemerkungen zu europäischen Zlater - Arten Naher
— Weitere Mittheilungen über die Coleopteren - Gattungen:
Sympiezocnemis Solsky und Urielina Reitt. . ä
— Ueber den Gattungsnamen Scydmaenus und Eumicrus .
— Uebersicht der palaearetischen Chrysanthia - Arten 0
— Uebersicht der bekannten Scraptia- Arten der palaearctischen
Fauna DE en ans TE TAITS 20
— Bemerkungen und Berichtigungen zu den Cihrlämen in
der Fauna Baltica 2. Aufl. und Fauna Transsylvanica von
Dr. G. Seidlitz. Ein Beitrag zur Lösung strittiger, coleopteo-
rologisecher Fragen. . . .
Rost, Carl: Ueber die Varietäten von Plectes protensus Schaum
Schenkling: 1]. Cicindela hybrida var. melanostoma, 2. Necro-
phorus germanicus var. brunneus, 3. Anthonomus varians und
4. Rhamphus aeneus
Schilsky, J.: Synonymische und andere Bemerkungen zu
Dr. Carl W. v. Dalla Torre’s „Synopsis der Insekten Ober-
österreichs“ und „Die Käferfauna von Oberösterreich“
Fortsetzung und Schlufs . s . 5 -
— Berichtigungen und Ergänzungen zum Verzeichhäfs er dt
schen Käfer. Erster Theil: S.337—344. Zweiter Theil .
Schmidt, Joh.: Neue Histeriden aus Afrika
— Zur Synonymie der Histeriden e
Seidlitz, Dr. G.: Ueber die Colopern- Gatanz Hiareis
Reiche . Ba, ; u
— Ueber Choleva eidieolkis Beer nov. spec.
5
Seite
403—408
421—422
424
369—376
99—111
111
241—250
251—259
260
261—263
264—266
266
267— 268
289—318
423
388
193—205
345—356
357—365
153—159
159—160
147—149
150—152
6 Inhalts-Verzeichnifs des Jahrgangs 1889 etc.
Stierlin, Dr. G.: II. Ueber Otiorrhynchus bicostatus und ver-
wandte, Arten 2. - NEAR ums deme ne 1 ae
Wasmann, E.: Catalogue des Coleopteres Carnassiers terrestres
des Enyirons d’Ueles, avec les Descriptions de quelques
Especes et Varietes Nouvelles. Par le R. P. J. Pantel 8.J.
Madrid 1883 .
— Neue Zeiton-Gäste aus Südbrasilien. Taf. L Fig. 1— _g)
— Ueber Xenocephalus Wasm. und Vatesus Sharp.
— Ueber einige myrmekophile Heteropteren .
— Nachträgliche Bemerkungen zu Eecitochara und ee m.
Weise, J.: Griechische Chrysomelidae und Coceinellidae .
— AHaltica saliceti Weise .
— Aphthona pseudacori Mrsh.
— Zwei neue deutsche en
— Monolepta angustula Weise n.sp. vom Alai-Gebirge
— Gynandrophthalma flavicollis Charp. var. picticollis Weise. .
— Ueber Apion flavofemoratum Herbst und croceifemoratum
— Synonymische und andere Bemerkungen zu Seidlitz’ Fauna
baltica und transsylvanica 5
— Kleine Mittheilungen zur Thüringer Käferfauna Wenn
— Coptocephala punctata . ö
— Teinodactyla senecionis Motsch. .
— Aphthona metallica . a
— Synonymische Bemerkungen . . Re
— Foreipes verschiedener Arten von Eee en
(Hierzu Taf. II, Fig. 14—55) . &
— Foreipes verschiedener Arten von Douzesmaen a. eisen
Taf. III, Fig. 1—34)
— (eutorrhynchus consputus Germ.. . - ns
— Synonymische Bemerkungen über ee BE
— Aphthona Czwalinae .
Seite
225—231
146
185—190
190
191—192
414
98—65
112
112
127
128
128
184
213— 217
217— 219
336
410
415
416
417
417—418
418
419—420
420
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Allgemeine Angelegenheiten 1889. -II.
Heft II kann bereits vor dem Schlusse des Jahres ausgegeben
werden und dürfte durch seinen Inhalt unsere Mitglieder befriedigen.
Die Gesellschaft Iris in Dresden unter dem Vorsitze des
Herrn Dr. Staudinger hat im August das erste lepidoptero-
logische Heft des Jahrgangs 1889 der Deutschen Entomologi-
schen Zeitschrift erscheinen lassen, welches eine Bearbeitung der
Lepidopteren der Insel Palawan enthält. Ein zweites soll noch in
diesem Jahre nachfolgen. —
Die Concentration coleopterologischer und lepidopterologischer
Arbeiten der deutschen Autoren in den in Berlin und Dresden
erscheinenden Zeitschriften wird vielleicht den Redacteur der Berliner
Entomologischen Zeitschrift dahin führen, in derselben hauptsächlich
dipterologische und orthopterologische Arbeiten zu veröffentlichen.
‘ Damit kommen wir dem von mir seit Jahren angestrebten Ziele
der Veröffentlichung von Werken der einzelnen Fächer der Ento-
mologie in besonderen Heften immer näher und näher.
Die Sitzungen der Deutschen Entomolog. Gesellschaft wurden
während des Sommers in der gewohnten Weise fortgeführt und nur
durch Reisen verschiedener Mitglieder weniger zahlreich gemacht.
Ueber meinen Besuch des Congres international de Zoologie in Paris
ist ein kurzes Referat auf S.403 gegeben. Anstatt nach der Natur-
forscher - Versammlung in Heidelberg zu gehen, welche meines
Wissens von keinem meiner älteren Freunde besucht wurde, habe
ich einen Ausflug nach Hamburg gemacht und die wenigen daselbst
noch befindlichen Sammlungen der Herren Beitien, Koltze und
Weber durchgesehen, welche sich durch ihre saubere Haltung
auszeichnen. Auf der Rückreise habe ich Herrn Senator Albers
in Hannover, Herrn Museal-Assistent Heller in Braunschweig
und Herrn Lehrer Hahn in Magdeburg aufgesucht, welcher die
von der Stadt Magdeburg angekaufte Sammlung des verstorbenen
Lieutenant a. D. Wahnschaffe in Ordnung hält. Herr G. Breddin
beschäftigt sich eifrig mit Hemipteren, sein Bruder mit Studien über
das Flügelgeäder der Käfer.
Die Vereinssitzungen gewannen durch die Besuche auswärtiger
Entomologen an Interesse. Unter denselben ist hervorzuheben der
des neuen Redacteurs der Horae Societatis Entomologicae Rossicae,
Herr Prof. Viect. Philipieff, welcher in Begleitung des Herrn
Dr. Karsch erschien. Ferner des Herrn Dr. Preufs, des fleilsigen
8 Allgemeine Angelegenheiten 1889. II.
Explorators der Barombi-Station in Ost-Afrika, des Herrn Oberst-
Lieutenant Schultze aus Coblenz und des Herrn Koltze, welcher
so freundlich war, meinen Besuch in Hamburg alsbald zu erwiedern.
Herr Dr. Haase siedelt nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte
in Berlin als Privatdocent nach Königsberg i. Pr. über.
Dafs mehrere jüngere Mitglieder sich nicht mehr ausschliefslich
mit Käfern beschäftigen, sondern in neuerer Zeit auch den Hyme-
nopteren und Dipteren ihre Aufmerksamkeit zuwenden, ist als ein
erfreulicher Fortschritt anzusehen; unstreitig ist es auf diesen
Gebieten für Einheimische noch leichter möglich, Neues und Inter-
essantes aufzufinden.
Von Herrn Fruhstorfer ist ein auf S.411 abgedruckter Brief
aus Penang vom 21. August eingelaufen, demzufolge er daselbst
fieberkrank eingetroffen, aber doch soweit wieder hergestellt war,
dafs er seine reiche Ceylon- Ausbeute sortiren und versenden konnte.
In der Sitzung vom 28. October wurde der bisherige Vereins-
Vorstand nahezu einstimmig wieder gewählt.
Am 8.Juli d.J. verstarb im 70. Jahre plötzlich am Schlagfuls
unser langjähriges Mitglied Herr Th. Kirsch, Custos am zoologi-
schen Museum in Dresden, dessen entomologische Sammlungen er
grolsentheils geordnet hatte. Seine Thätigkeit ist wohl den meisten
unserer Mitgliedern bekannt; er hatte namentlich den Rüsselkäfern
seine Aufmerksamkeit zugewendet und eine gröfsere Anzahl der-
selben beschrieben; auch zahlreiche südamerikanische Käferarten.
Seit dem Mai dieses Jahres traten dem Verein bei:
Herr Donckier in Paris, 20 Place Denfert-Rochereau. (Col.)
- C.Dormeyer, Stud. rer. nat. in Detmold, z. Z. Junkerstr. 17
in Berlin. (Col.)
- Giebeler, Hauptmann im 2. Schles. Jäger-Bat. No. 6 in
Oels in Schlesien. (Col.)
- R. Henneberg, Stud. rer. nat. in Magdeburg, z. Z. in Berlin,
Tieckstr. 39, II. bei Hildebrandt. (Col.)
- Walter Horn, Stud. rer. nat. in Berlin, Kommandantenstr. 45.
- K. Rost in Berlin, Lübbener Str. 30, III. (Col., Carabie.)
- WW. Sattler in Frankfurt a. M., Niddastr. 12, I. (Col.)
Ihren Wohnsitz haben verändert:
Herr Blücher in Berlin, jetzt Heinersdorfer Str. 7.
- Hahn in Magdeburg, jetzt Grolse Storchstr. 16.
- Kurth in Berlin, jetzt Friedrichsberger Str. 6.
- A. Schultze, jetzt Oberst in Koblenz, Mainzer Str. 64a.
DT ——
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Allgemeine Angelegenheiten 1889. I.
„Der Ballast der rein deseriptiven Systematik“ hat nach Dar-
stellung der R. Friedländer’schen Buchhandlung „namentlich auf
dem Gebiete der Entomologie“ nachgerade eine bedrohliche !)
Ausdehnung gewonnen ?). Dieser Ballast wird namentlich in den
entomologischen Zeitschriften aufgehäuft; er bildet aber die Grund-
lage aller Mittheilungen derjenigen Herren, welche sich mit ento-
mologischen Forschungen beschäftigen; denn die descriptive Ento-
mologie will nichts Anderes, als überhaupt die Erkennung der
existirenden Formen ermöglichen und erleichtern, über welche die
Zoologen schreiben. Wenn nun vom Mayer’schen Berichte, welcher
im Januar 1589 soeben erschienen ist, gesagt wird, dals er von
der zoologischen Literatur von 1887 die Entomologie vollständig
(ohne den descriptiven Ballast) bringt, so hat jedenfalls der entomo-
logische Berichterstatter des Hilgendorf’schen Berichtes seine Pflicht
gethan, denn er hat den ganzen Stoff rechtzeitig bewältigt.
Man beginnt jetzt andrerseits allmählig einzusehen, dals die
deseriptive Entomologie ein besonderer Zweig der Wissenschaft ist,
den man früher mit Unrecht glaubte mehr oder weniger vernach-
lässigen zu können.
In den vorhergehenden Jahrgängen dieser Zeitschrift sind mehrere
Aufzählungen centralasiatischer Käfer gegeben worden, welche
hauptsächlich von Deutschen gesammelt wurden. Inzwischen haben
die Russen selbst umfangreiche Sammlungen in Central-Asien ange-
stellt. Obwohl nun unsere Mitarbeiter Brenske, Faust, Gangl-
bauer, v. Heyden, Reitter, Schmidt und Weise die russischen
Coleopterologen Dokhtouroff, Jacowlew und Semenow in der
Bearbeitung der neuerdings von ihren Landsleuten, den Herren
Potanin, Przewalski, und Grumm-Grshimailo gesam-
melten Käfer in den Horae Soc. Ent. 'Rossicae nach Kräften
unterstützten, war unsere Zeitschrift doch schon lange vor ihrem
!) Worin die Bedrohlichkeit besteht, erfahren wir aus der er-
wähnten Quelle nicht; vielleicht darin, dafs die beschreibenden
Entomologen beim besten Willen nicht mehr im Stande sind, den
Ballast, die immer theurer und zerstreuter werdende Literatur zu
bezahlen, was hier schon längst vorausgesehen wurde.
?) Siehe Karsch, Entomol. Nachr. 1889, I, Umschlag. Anzeige
des zool. Jahresberichts von Dr. Paul Mayer.
1*F*
10 Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1.
Erscheinungstermine mit sorgfältigen Arbeiten jener Herren gefüllt;
derselbe wurde indessen durch die Anfertigung der Tafel verzögert.
Mehr Tafeln zu geben, lag diesmal kein Grund vor.
Hr. Reitter brachte zahlreiche Beschreibungen von Coleopteren
aus Europa, den angrenzenden Ländern und Sibirien, Faust,
Ganglbauer und Weise Berichte über die von Hrn. v. Oertzen
in Griechenland gesammelten Käfer, ersterer aufserdem neue Tany-
rhynchiden und Rüssler von Alka-kul, Pastor Schmidt neue
Histeriden aus Afrika, Dr. Eppelsheim neue Staphylinen aus
Europa, Ganglbauer eine Revision der Molops-, Reitter der
Anisoplia- Arten, Schilsky Beiträge zur deutschen Käferfauna.
Während die Kenntnils der centralasiatischen Insekten in
Rufsland durch die Russen selbst augenblicklich mehr wie je ge-
fördert wird, geschieht dies in Frankreich durch Fairmaire,
welcher gleichzeitig die südafrikanische Käferfauna bearbeitet,
während Bedel fortfährt, sich besonders dem Studium der ein-
heimischen und der nordafrikanischen Käfer zu widmen.
Die südasiatischen Insekten hatten von jeher besonders in den
Engländern ihre Bearbeiter gefunden, während es in Deutschland
an Sammlern weniger gefehlt hat; ich erinnere nur an Semper’s
reiche Ausbeute in den Philippinen. In neuester Zeit will sich unser
Mitglied Hr. Fruhstorfer hauptsächlich dem Sammeln von In-
sekten in Süd-Asien widmen. Derselbe ist über Antwerpen und
Genua am 10. März in Port Said angelangt und hat von dort
die besten Grülse an die Gesellschaft gesendet; seine spätere
Adresse ist deutsches Consulat (Ceylon). Es steht zu hoffen, dafs
es dem jungen, eifrigen und intelligenten Sammler aller Insekten-
ordnungen, namentlich der Lepidopteren, Coleopteren und Orthop-
teren gelingen wird, reiche Schätze zunächst dort und auf seiner
Weiterreise zu erbeuten.
Zur Zeit der dritten Weltausstellung, vom 5.—10. August findet
auch ein congres international de zoologie statt, welcher von der
Societe Zoologique de France ausgeht. Als sogenanntes comite de
patronage sind die Museums-Direktoren und Professoren vieler
Universitäten der ganzen Welt gestellt; die erste Liste derselben
enthält 37 Namen, unter ihnen die von Greef, Köllicker, Leuckart,
Möbius, Schultze, Semper, Weismann etc.
An der Spitze der Organisations-Commission steht Prof. Milne-
Edwards. Derselbe hat an mich das auf S. 6 und 7 abgedruckte
Schreiben gerichtet mit der Bitte, es zur Kenntnifs unserer Vereins-
mitglieder zu bringen.
Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1. 11
Anstatt einen summarischen Bericht über die Arbeiten und Ent-
deckungen zu geben, welche am meisten dazu beigetragen haben
die Entomologie zu fördern, habe ich es vorgezogen, an ihn die
Jahrgänge 1881, 1882 und 1886 unserer Zeitschrift einzusenden
mit der Bitte, dieselben auszulegen. Dieselben enthalten neben
guten Monographieen die werthvollen Arbeiten unserer Mitglieder
über die männlichen Geschlechtsorgane einzelner Käfer- und
Insektengruppen. Darauf aufmerksam gemacht zu haben, dafs die
Beachtung der grofsen Verschiedenheiten gerade dieser Bildungen
von der gröfsten Bedeutung für die genaue Unterscheidung unend-
lich vieler, wenn auch nicht aller Insekten-Arten, sei, halte ich für ein
besonderes Verdienst unserer Gesellschaft; gerade diesem Zweige
des Studiums haben die französischen Entomologen verhältnilsmälsig
geringe Aufmerksamkeit zugewendet. Wissenschaftliche Fragen
unsererseits dem Oongrefs zur Erledigung zu unterbreiten, habe ich
nicht für zweckmälsig erachtet. In unserer Gesellschaft sind die
Männer, die es ernst mit der Wissenschaft meinen, in der Majo-
rität; dafs sie nicht in allen Punkten übereinstimmen, ist selbst-
verständlich; doch wird die Wahrheit allmählig durchdringen.
Nomenelatur-Regeln etc. sollen ja ohnehin zur Discussion gestellt
werden. Eine Anzahl von Mitgliedern und Ehrenmitgliedern, an welche
Einladungen zu richten wären, habe ich Hrn. Prof. Milne-Edwards
vorgeschlagen. —
Der Vorstand des niederländischen entomologischen
Vereins (die Herren van Hasselt und van der Wulp) hat auch
an unsere Gesellschaft einen Commissionsbericht desselben ein-
gesendet, in dem folgende 2 Hauptsätze ausgesprochen werden:
1. Der älteste Name, welcher nach dem binominalen System einer
Gattung oder Species gegeben ist, soll immer gehandhabt werden.
2. Wenn eine existirende Gattung in mehrere Gattungen ein-
getheilt wird, soll der ursprüngliche Name beibehalten bleiben für
den Untertheil, welcher vom ursprünglichen Verfasser als am meisten
typisch beobachtet wurde.
Diese beiden Sätze sind ebenso richtig als die daraus gezogenen
Schlufsfolgerungen der Commission, in ihrer Allgemeinheit ausge-
sprochen, ungerechtfertigt sind; dieselben lauten: viele der Verände-
rungen existirender und adoptirter Namen kennen in dem „Oatalogus
Coleopterorum Europae“ von Dr. L. v. Heyden, E. Reitter und
J. Weise (ed. III, 1883) und in M. de Gozis „Recherche de l’es-
pece typique de quelques anciens genres (1886)“ sind nicht zu recht-
12 Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1.
fertigen und bedrohen ohne jeden Vortheil die entomologische Lite-
ratur mit einer grolsen Verwirrung. —
Für die Veränderungen vieler Namen sind die Autoren des
Catal. Col. Eur. in keiner Weise verantwortlich zu machen; will
die Commission ein Urtheil über die aufgestellten Gattungsnamen
fällen, so möge sie jeden Fall für sich beurtheilen; die Verfasser
des Catalogs werden dieses Urtheil respectiren, wenn sich kein
Widerspruch dagegen erhebt. —
Hr. Musealdirektor Möbius zeigte den Tod seines Schwagers,
des Hrn. G. Meyer in Hamburg an, welcher seit mehreren Jahren
Mitglied unseres Vereins war und sich besonders für die Arten der
Gattung Carabus interessirte.
Der im Laufe des vorigen Herbstes erfolgte Tod unseres Mit-
gliedes Wilh. Ehlers in Carthagena, Besitzers reicher Sammlungen
von europäischen und exotischen Carabieinen und Cieindelen, ist
uns nicht besonders angezeigt worden. Nach Mittheilung des
Hrn. Dr. Dieck hinterläfst derselbe einen 18jährigen Sohn, welcher
sich nicht besonders für Entomologie interessiren dürfte.
Am 25. September v. J. verstarb in Evreux (Eure) unser Mit-
glied Jean Baptiste Eugene Bellier de la Chavignerie,
ein bekannter französischer Lepidopterolog, welcher indessen auch
das Studium der Coleopteren nicht vernachlässigte, im Alter von
70 Jahren. Er hat sich durch zahlreiche und wichtige Arbeiten in
den Annalen der französischen entomologischen Gesellschaft, welcher
er seit 1845 angehörte und deren Präsident er seiner Zeit gewesen
war, vortheilhaft bekannt gemacht. Hr. Dr. M. Regimbart wird
in den Annalen der genannten Gesellschaft einen ausführlichen
Nekrolog von ihm bringen. Er gehörte unserer Gesellschaft seit
ihrem Bestehen und dem Berliner entomologischen Verein seit dem
2. Jahre seiner Gründung bis in den Anfang der achtziger Jahre an.
Ich machte seine Bekanntschaft bereits im Jahre 1357, als er Prä-
sident der französischen entomologischen Gesellschaft war, besuchte
mit ihm in demselben Jahre den entomologischen Congrefs in Mont-
pellier und erhielt später von ihm Insekten von seinen Reisen nach
Corsica, in die Alpen etc.
Der in den weitesten Kreisen bekannte Lepidopterologe Herr
Jos. Mann ist in Wien am 20. März im Alter von 85 Jahren
gestorben; derselbe gehörte zwar nicht unserem Vereine an, war
aber jedenfalls den älteren Mitgliedern, welche Wien besucht hatten,
eine wohlbekannte Erscheinung; er hat die Resultate seiner Sammel-
thätigkeit in Dalmatien, Sieilien, Amasia etc. etc. namentlich in der
Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1. 13
Wiener entomologischen Monatsschrift und in den Verhandlungen
der Wiener zool.-bot. Gesellschaft publiecirt.
Unser Mitglied Hr. Osterloff erlag nach Mittheilung von
Hrn. Dr. Schnabl vor einigen Monaten in Warschau der Schwind-
sucht.
Hr. T. v. Baumgarten, Präses-Emerit. der Bank von Polen,
früher in Warschau, ist bereits seit einem Jahre nach Riga gezogen
und beschäftigt sich nicht mehr mit Entomologie; da er mehrere
Jahre seine Beiträge nicht eingesendet hat, ist er aus der Mit-
gliederliste gestrichen.
Seinen Wiedereintritt in die Gesellschaft erklärte:
Herr W. Geilenkäuser in Elberfeld.
Seit dem December vorigen Jahres traten der Gesellschaft bei:
Herr Jos. v. Bossänyi, Pfarrer in Nyitra-Noväk (Ungarn). (Lep.)
- Karl Daniel, Chemiker, in München, Dachauerstr. 4, I.
- K. Escherich in Regensburg, J. 354. (Col., Meloiden,
Canthariden.)
- Joh. Greiner in Berlin NO., Barnimstr. 16. (Col.)
- Jos. Haberfelner in Lunz (Nieder-Oesterreich).
- Dr. Hüeber, Stabsarzt in Ulm, Marienstr. 14. (Col., Hem.)
- Edw. W. Janson in London, W. C. Little Russel Street 35.
- H. Kurth in Berlin NO., Friedenstr. 41, I. (Col.)
- Emil Sandin in Göteborg (Schweden), Beamter in der
Scandinav. Kredit- Actie bolaget.
- F.Schweizer, Rittmeister in München, Hessstr. 9/10. (Col.)
Ihren Wohnsitz haben verändert:
Herr Dalitz, jetzt Hauptmann im 47. niederschles. Inf.-Reg. in
Schrimm.
- Kraufs, jetzt Studiosus in Nürnberg, Obere Feldstr. 8.
- Lamey, jetzt 22 Cite des Fleurs in Batignolles in Paris.
- v. Schönfeldt, jetzt Major und etatsmälsiger Stabsoffizier im
94. Regt. in Weimar, Junkerstr. 14.
- Schrickel in Berlin, jetzt Landsbergerstr. 92.
- Serafin de Uhagon in Madrid, jetzt Recoletos 8. 2.
- J. Sharp, Präsident der entomologischen Gesellschaft in
London, wohnt jetzt Wilmington, Dartford, Kent.
Dr. G. Kraataz.
14 Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1.
Ministere du Commerce et de l’Industrie.
Eposition universelle internationale de 1889.
Direction generale de l’Exposition.
Congres international de zoologie.
Paris, le 1. janvier 1889.
Monsieur le President,
A l’occassion de l’Exposition universelle de 1889, la Soeiete
zoologique de France a pris l’initiative d’un Congres international
de zoologie. Une commission d’organisation et un comite de patro-
nage sont deja constitues; vous en trouverez la composition
d’autre part.
Le Congres s’ouvrira a Paris le lundi 5 aoüt et sera clos le
samedi 10.
Le droit d’entree au Congres est fixe & 15 francs pour les
membres titulaires et a 30 francs au moins pour les membres
donateurs.
Les membres du Üongres assisterout aux seances avec voix
deliberative, ils recevront une carte-diplöme apres versement de
leur cotisation et, par la suite, les publications du Congres.
La Commission d’organisation a designe un certain nombre de
questions, au sujet desquelles une discussion pourrait etre utilement
soulevee et a nomme les rapporteurs:
x
1. Des regles a adopter pour la nomenclature des &tres orga-
nises; de l’adoption d’une langue scientifique internationale. — Rap-
porteur: M. le Dr. R. Blanchard, professeur agrege a la Faculte
de medecine de Paris;
2. Determination des regions du globe dont la faune est insuffi-
samment connue et dans lesquelles il y aurait lieu de faire des
explorations; indications des methodes de recherche, de preparation
et de conservation des animaux. — Rapporteur: M. le Dr. P. Fischer,
aide-naturaliste au Museum d’histoire naturelle;
3. Des services rendus par l’embryologie a la classification des
animaux. — Rapporteur: M. Edm. Perrier, professeur au Museum
d’histoire naturelle;
4. Des relations qui existent entre la faune actuelle et les
faunes fossiles. — Rapporteur: M. le Dr. Filhol, sous-directeur &
l’Ecole des Hautes Etudes
Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1. 15
Outre ces questions, au sujet desquelles des rapports seront
prochainement publies, vous jugerez sans doute necessaire, Monsieur
le President, de nous indiquer d’autres questions dont la discussion
vous paraitrait utile.
L’organisation du Congres et l’etablissement definitif de son
programme necessitant une longue preparation, il est desirable que
l’indieation de ces questions nouvelles nous parvienne prochainement,
ainsi que votre adhesion. La liste des adherents sera publiee dans
le Bulletin de la Societe zoologique de France.
La Commission d’organisation considere comme particulierement
desirable que votre Societe fasse etablir par l’un de ses membres
un expose sommaire des travaux et des decouvertes qui ont ete
accomplis dans votre pays depuis l’annee 1867 et qui ont le plus
contribue au progres de la zoologie. L’ensemble de ces exposes,
qui seraient publies avec les noms de leurs auteurs, constituerait un
precieux document pour l’histoire des sciences zoologiques.
Nous vous serons reconnaissants, Monsieur le President, de
porter cette circulaire & la connaissance des membres de votre
Societe. Nous avons l’intention d’adresser des lettres personnelles
d’invitation aux zoologistes les plus eminents; dans la crainte de
commettre quelque oubli regrettable, nous vous prions instamment
de bien vouloir nous donner la liste, avec l’adresse exacte, des
savants qu’il vous paraitrait convenable d’inviter.
Veuillez agreer, Monsieur le President, l’expression de nos
sentiments les plus distingues.
Le President de la Commission d’organisation,
Membre de I’Institut,
A. Milne-Edwards.
Le Secretaire de la Commission d’organisation,
Dr. R. Blanchard.
Le President de la Societe zoologique de France,
Correspondent de l’Institut,
G. Cotteau.
16 Allgemeine Angelegenheiten 1889. 1.
Erklärung.
In dem II. Hefte des 32. Bd. (1338) der Berl. entomol. Zeit-
schrift giebt Hr. Ed. G. Honrath als Vorsitzender des Berl. entomol.
Vereins seinen Mitgliedern unter dem Titel „Vereins- Angelegen-
heiten“ einen Bericht über den in einem Injurienprocels zwischen
ihm (Honrath) und Hrn. Dr. Kraatz geschlossenen Vergleich !) und
knüpft daran folgende Bemerkung: „Wir glaubten annehmen zu
dürfen, dafs ein solcher Vergleich doch auch die Mitglieder beider
Vereine wenigstens moralisch binde, und sind daher höchlichst
erstaunt, in dem letzten Hefte der Deutsch. entomol. Zeitschr. die
„Antwort“ von einigen Mitgliedern der Deutsch. Entomol. Gesellsch.
zu finden“. Wir haben darauf nur zweierlei zu entgegnen:
1. Wenn wir als Vorstandsmitglieder (was Hr. Honrath ver-
schweigt) den Mitgliedern der Deutsch. Entomol. Gesellsch. über
den Verlauf des Prozesses, der zwischen dem Berl. entomol. Verein
und Deutsch. Entomol. Gesellsch. (nicht zwischen Hrn. H. und
Hrn. Dr. Kraatz) über das Vereinsvermögen geschwebt hat, gewissen
tendenziösen, geflissentlich in die Welt gestreuten falschen Dar-
stellungen und Verdächtigungen gegenüber einen wahrheitsgemälsen
Bericht gaben, so waren wir dazu verpflichtet und handelten nach
bestem Gewissen.
2. Wenn Hr. Ed. G. Honrath in übertriebenem Selbstbewulst-
sein aus diesem Injurienprozels moralische Verpflichtungen für
die Mitglieder beider Vereine herleitet, müssen wir gegen dieses Ver-
fahren einfach Protest einlegen und jede Einmischung des Hrn. H. in
unsere internen Angelegenheiten entschieden ablehnen. Wir ersuchen
denselben in anderen Kreisen moralisch einzuwirken. Unwahre
Darstellungen werden wir jederzeit berichtigen.
Lichtwardt, Schilsky, Schwarz, Weise.
1) Mit dem wir garnichts zu thun haben.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Neue Coleopteren aus Europa,
den angrenzenden Ländern und Sibirien, mit Bemerkungen
über bekannte Arten.
Von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Sechster Theil !).
1. Zabrus arazidis n. sp. Mit Z. Trinii Fisch. sehr nahe
verwandt und durch nachfolgende Merkmale unterschieden. Er ist
etwas grölser, robuster, parallel, hinten kaum mehr erweitert, der
Halsschild in seiner grölsten Breite so breit als die Flügeldecken,
die Hinterwinkel spitziger, rechteckig, die Seiten vor denselben
fast immer merklich ausgeschweift; die Flügeldecken nicht hinter
der Mitte breiter, oben stärker gestreift, die Punkte in den Streifen
gröfser, die Schulter stärker winkelig, nahezu rechteckig. Long.
13—15 mill.
Im. Araxesthale häufig.
Der Zab. transfuga Schaum, ebenfalls aus Russisch- Armenien,
ist mir unbekannt; dieser ist aber noch kleiner als Trinii, der
Halsschild hat mehr stumpfe Hinterwinkel des Halsschildes etc.
Die drei mir bekannten, mit Z. Trinis sehr nahe verwandten
Arten sind nachfolgend zu übersehen:
Körper hinten etwas breiter werdend, Halsschild immer
deutlich schmäler als die Flügeldecken, Schulterwinkel der
letzteren stumpfeckig. Im ganzen gebirgigen Caucasus und
im Talyschgebirge . . . . 20... Trinii Fisch.
Körper parallel, gröfser, no isten ünd gestreckter; Hals-
schild bei beiden Geschlechtern, in seiner gröfsten Breite
so breit als die Flügeldecken.
Breiter, Basis des Halsschildes im flachen Bogen ausge-
randet, Hinterwinkel meist etwas abgestumpft. Nord-
Abhang des Caucasus, Achalzik ete. obdtusangulus Rittr.
1) Theil I: Deutsche Ent. Zeitschr. 1885, pg. 353; II: 1.c. 1886,
pg- 67; Il: 1. c. 1887, pg. 241; IV: 1. c. pg. 497; V: l.c. 1888,
pg- 417,
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 2
18 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Schmäler, Basis des Halsschildes fast gerade abge-
schnitten, Hinterwinkel des Halsschildes scharf recht-
eckig, Flügeldecken viel tiefer gestreift. Araxesthal:
arazidis n. sp.
2. Poecilus Kamberskyin.sp. Poec. dimidiato valde similis,
sed capite angustiore, oculis minoribus, palporum maz. articulo
ultimo apice rufo, prothorace angustiore, distincte brevioreque,
lateribus basin versus magis sinuato- angustato, impressione externa
utrinque brevi, fortiter insculpta, elytris subtihiter striatis, punctis
striarum minoribus, interstitüis planiusculis. — Long. 13 mill.
Schwarz, Kopf und Halsschild rothgolden, Flügeldecken grün,
wenig glänzend, die beiden Wurzelglieder der Fühler und die Spitze
des letzten Maxillartastergliedes rostroth. In Gröfse, Form, Fär-
bung etc. mit P. dimidiatus übereinstimmend, aber durch die in
der Diagnose angegebenen Unterschiede abweichend. Der Hals-
schild entspricht nicht der verglichenen Art, sondern ist dem des
P. cupreus L. sehr ähnlich, ebenso die Basaleindrücke, nur sind
letztere tiefer; ferner ist der Halsschild nur sehr wenig schmäler als
die Flügeldecken zusammen, beträchtlich breiter als lang.
Die letzten Tarsenglieder sind ähnlich wie bei dimidiatus mit
einigen Haardörnchen versehen, die Episternen der Hinterbrust sind
ungefurcht, viel länger als breit und die hinteren Tarsen sind nur
an den äufseren Seiten mit einer Rinne versehen.
Herr Otto Kambersky, dem ich diese Art widme, sammelte
sie im Araxesthale im Mai 1888.
3. Calathus obscuripennis n. sp. Subdepressus, rufo-
ferrugineus, nitidulus, capite laevi, prothorace subquadrato, coleopteris
parum angustiore, parallelo, a medio ad apicem leviter angustato,
angulis anticis parum prominulis, posticis subrectis, lateribus basın
versus parum reflero, supra laevi, basi haud punctata, subcoriacea,
striola lata, oblonga utrinque impressa; scutello laevi; elytris fuscis,
marginibus indeterminate rufis, supra subtiliter striatis, stria tertia
et quinta punctis plurimis majoribus impressis; subtus vir punctatus,
prosterno subtiliter marginato, episternis metathoracis oblongis. —
Long. 11 mill.
Gestalt des C. mollis Mrsh., doppelt so grols, ganz hell
rostroth, nur die Flügeldecken bis auf den helleren Marginal-
rand schwärzlichbraun, Halsschild von ähnlicher Form, die Basal-
striche jedoch tiefer, länger und deutlicher. Der 3. und 5. feine
Streifen der Flügeldecken mit zahlreichen grölseren Punkten
besetzt.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 19
C. cinctus Motsch. aus Armenien, der nur mit wenigen Worten
angedeutet erscheint, ist 8.5 mill. lang und hat eine dunkle Unter-
seite und schwarzen Kopf.
Wenige Stücke von Fräulein Antonie Kubischtek bei Ordubad,
im Araxesthale, gesammelt.
4. Bryazis arazidis n.sp. Rufa, nitida, tenuiter fulvo-
puberula, antennarum clava biarticulata, capite thorace haud an-
gustiore, trifoveolato, prothorace cordato, viz transverso, profunde
trifoveolato, elytris bistriatis, stria discoidali ante apicem abbreviata,
basi inter strüis haud foveola impressa; abdomine segmento primo
magno, striolis basalibus parum divergentibus, longitudine fere di-
midiam partem segmenti aequantibus, plus tertiam partem disci in-
cludentibus. — Long. 1.6—1.3 mill.
Mas: Corpore apice lato, segmento primo conspicuo dorsal
mazimo, leviter convero, nitido, apice leviter bisinuato et levissime
Iransversim indistincte impresso, margine apice magis dense puberula,
subtrigibbosa, segmentis sequentibus supra viso haud conspicuo, se-
cundo in medio toto bifossulato, fossis approzimatis; tibüs inermibus,
posticis apicem versus leviter curvatis, apice intus obsolete cal-
caratis.
Fem.: Angustiore; abdomine simplice, segmentis 2—3 supra
viso conspicuis; tibiis posticis apicem versus levissime curvalis.
Gehört in die nächste Verwandtschaft der Aubei Tourn.,
sardoa Sauley und balcanica Sauley. Einfarbig gelbroth,
glänzend, kaum punktirt, sehr fein gelb behaart. Fühler in beiden
Geschlechtern einfach, nur von halber Körperlänge, die Keule zwei-
gliedrig, das vorletzte Glied wenig schmäler als das letzte, schwach
quer; Glied 9 nur etwas weniges breiter als 8, aber sehr viel
schmäler als 10. Kopf von der Breite des Halsschildes.. Auf den
Flügeldecken ohne Basalgrübchen zwischen Naht- und Dorsal-
streifen.
Bei dem ® ist das Abdomen einfach, bei dem Z\ ist das erste
Rückensegment plattenförmig erweitert, die folgenden, von oben ge-
sehen, bedeckend, etwas gewölbt, an der Spitze dichter behaart,
schwach doppelbuchtig und dazwischen mit drei schwachen undeut-
lichen Beulen; das zweite Segment mit einem die ganze Länge des
Segmentes einnehmenden, sehr tiefen Quereindruck in der Mitte,
der am Grunde aus zwei genäherten Gruben besteht.
Im Araxesthal, selten. Aufser dieser Art wurde daselbst nur
noch die B. melina Motsch. in wenigen Stücken von Leder beob-
achtet.
DEE
20 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
5. Scyrtoscydmus Kamberskyi n. sp. Klein, gestreckt,
schlank, schwarz, glänzend, spärlich gelb, etwas rauh behaart, der
Mund, die Fühler und Beine gelb. Die Fühler die halbe Körper-
länge wenig überragend, gegen die Spitze allmählig verdickt, die
beiden vorletzten Glieder deutlich quer. Kopf sammt den Augen
kaum schmäler als der Halsschild und wie dieser fast glatt.
Halsschild so lang als breit oder etwas länger, zur Basis leicht
verengt, schmal, glänzend, an der Basis mit vier kleinen Grübchen,
wovon die mittleren genähert sind. Flügeldecken eiförmig, gewölbt,
ziemlich dicht und stark punktirt, an der Basis mit zwei Grübchen,
wovon das äulsere sehr klein, aber immer wahrnehmbar ist. —
Long. 1.2 mill.
Doppelt kleiner als pusillus, und durch die gelben Fühler
und Beine sowie durch den länglichen schlanken Halsschild, der
kaum breiter ist, als der Kopf, leicht zu unterscheiden. Mit
Scyrtos. angulimanus Rttr. näher verwandt, aber der Kopf ist
breiter, der Halsschild weniger gewölbt, nach hinten weniger rasch
verengt, die Basalgrübchen sind viel deutlicher, auch sind die
Flügeldecken doppelt stärker punktirt.
Bei g sind die Vorderschenkel stärker verdickt und bilden an
der Spitze eine scharfe Ecke.
Araxesthal. Von Herrn Otto Kambersky, Leder und Dobrets-
berger im Mai gesammelt.
6. Scyrtoscydmus Achillei n. sp. Castaneus, subtilissime
brevissimeque puberulus, nitidulus, antennis pedibusque dilutioribus;
capite thorace perparum angustiore, laevi, oculis mediocribus, anten-
nis thoracis basin superantibus, gracilibus, apicem versus sensim
parum incrassatis, clava non abrupta, articulis tribus penultimis vixr
distincte transversis; prothorace globosim cordato, haud transverso,
virc oblongo, laevi, bası quadrifoveolato, foveolis punctiformibus, in-
ternissat approzimatis, elytris gibboso-ovalibus, valde convezis, thorace
valde latioribus, subalutaceis, obsoletissime vixz perspicue parce
punctulatis, fere laevigatis, sericeis. — Long. 1.2 mill.
Mit Sc. Kunzei, Damryti etc. verwandt; von den erwähnten
Arten durch die rostrothe Färbung, und dichtere, sehr feine seiden-
artige Behaarung und längere Fühler abweichend; von Zustrator
durch den nicht punktirten Kopf verschieden.
Algier: Edough. Von Herrn Baron Achille Bonnaire entdeckt
und mir eingesendet.
In der Deutschen Entomologischen Zeitschrift 1887, pg. 506,
beschrieb ich einen Eumicrus guardanus aus Portugal; diese
u
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 2]
Art ist irrthümlich als Eumicrus statt Scyrtoscydmus angeführt
worden.
7. Cryptophagus (Mnionomus) arazicolan.sp. Oblongus,
subellipticus, rufo-ferrugineus, nitidus, subtihssime fulvo-pubescens,
in elytris pilis paullo longioribus suberectis subseriatim dispositis;
antennis thorace basin superantibus, clava abrupta triarticulata,
articulis duobus penultimis subaequalibus transversis; capite dense
punctato, oculis mediocribus, prothorace minus Iransversis, coleopteris
parum angustioribus, leviter convezis, parum dense subtiliter punctatis,
lateribus fere rectis, basin versus leviter angustatis, angulis posticis
rectis, anticis callosis postice haud in dentem productis, denticulo
laterati minutissimo ante medium sito, plica ante scutellum valde
distincta, basi fortiter transversim depressa, utrinque foveola
punctiformi insculpta; elytris oblongo-ovalibus, sat convezis, nitidıs,
magis subtiliter quam in thorace et sat dense punctatis, punctis
postice subtilioribus. — Long. 2.2—3 mill.
Gehört in die nächste Verwandtschaft des C. simplex und
seriatus. Alle drei Arten bilden eine Gruppe innerhalb des
Subgenus Mnionomus, welche sich durch die doppelte Behaarung
der Flügeldecken nn
Aus dem Araxesthal. Von Leder gesucht.
Oben erwähnte drei Arten lassen sich in nachfolgender Weise
unterscheiden:
A. Halsschild an den Seiten gleichmäfsig gerundet, in oder
dicht vor der Mitte am breitesten; Vorderwinkel kaum
bemerkbar verdickt, Basis schwach quervertieft.
a. Oberseite äufserst fein und weitläufig punktirt. Oester-
reich ... . 2.0... simplez Mill.
b. Oberseite elermlich dicht od sehr deutlich punktirt.
Dashestanf abattzrötinhael solrmasteior hseriates.Reitt
B. Halsschild mit fast geraden, zur Basis leicht verengten
Seiten, vorne am breitesten, Vorderwinkel sehr deutlich
in eine schräge Leiste erweitert; Basis stark quer nieder-
gedrückt. Araxesthal . . ... 2... arazicola Reitt.
8. Corticaria Beloni n.sp. BElongata, supra leviter de-
pressa, testacea, tenuiter subtiliterque fulvo-pubescens, pube fere de-
pressa, capite thorace angustiore, antennis prothoracis basin vir
distincte superantibus, clava triarticulata, bene abrupta, articulis
duobus penultimis vir aut parum transversis; prothorace coleopteris
piz angustiare, transverso, alutaceo, sat dense subtiliter punctato,
22 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
lateribus rotundato, distincte crenato, prope basin subtiliter denti-
culato, foveola ante basin levissime impressa; elytris elongatis,
parallelis, sat profunde striatim punctatis, interstitüs seriatim
punctatis, punctis striarum et interstitiarum aequalibus, ommibus
apicem versus sensim parum evanescentibus. — Long. 1.8 mill.
Gehört wegen der Bildung der Vorderbrust und der parallelen
Gestalt in die unmittelbare Nähe von C. elongata Gyll. Sie
ist grölser als diese, der Halsschild ist an den Seiten stark ge-
rundet und deutlich gekerbt, gegen die Hinterwinkel gezähnelt, das
Basalgrübchen ist sehr flach, die Punktstreifen und Punktreihen
der Zwischenräume auf den Flügeldecken sind von einander kaum
zu unterscheiden, da sie ganz gleich tief sind.
Die C. spinulosa Thoms. — Thomsoni Reitt. hat stark ge-
zähnte Seiten des Halsschildes und die Zwischenräume der Punkt-
streifen auf den Flügeldecken sind breit, feiner und nicht gereiht
punktirt.
Aus dem Araxesthal. Von Leder, Kambersky und Dobrets-
berger gesammelt.
Ich widme diese Art Herrn R. P. Fr. Marie-Joseph Belon,
dem bekannten Monographen der Lathrididen, zum Zeichen meiner
Anerkennung seiner ausgezeichneten Arbeiten.
9. In einer Arbeit, betitelt „On the Family Ahysodidae“, führt
Herr George Lewis (Ann. and Mag. of Nat. Hist. Juli 1888
pg. 76—85) die Rhysodiden Japans auf, nämlich sechs Arten, die
zuerst beschrieben werden. Aufserdem bringt derselbe am Schlusse
eine Liste sämmtlicher Arten, die überhaupt bis jetzt bekannt sind,
sammt den Citaten.
Auf Rhysodes sulcatus Fbr. gründet derselbe die neue
Gattung Epiglymmius, die sich von Ahysodes durch das stumpfe
oder fast abgestutzte Endglied der Fühler, die andere Sculptur des
Kopfes und den vorstehenden lappenförmigen Humeralzahn der
Flügeldecken unterscheidet.
Als eine von Rh. ezaratus verschiedene, wird eine Art an-
gesprochen, welche im Caucasus vorkommt und als Rh. Lederi
beschrieben erscheint. Die vom Autor angegebenen Unterschiede
kann ich aber an keinem der mir aus dem Caucasus und Lenkoran
stammenden Individuen wiederfinden.
Dagegen hat ein Vergleich des Clinidium trisulcatum Costa
aus Sicillien und Calabrien mit Stücken aus Lenkoran, die ich
ebenfalls unter diesem Namen versendete, ergeben, dass die
letzteren einer besonderen neuen Art angehören, die ich nenne:
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 23
10. Clinidium marginicollen. sp. J'?. Elongatum, nitidum,
obscure castaneum. Cl. trisulcato valde simile, sed prothoracis
lateribus bistriato, strüis integris, elytris profunde quadrisulcatis,
suleis subaequalibus, duobus internis paullo subtilioribus, omnibus in-
distincte punctatis, carina humerali fortiter elevata. — Long. 7 bis
7.5 mill.
Dem Clin. irisulecatum sehr ähnlich, aber die Seiten des
Halsschildes zeigen zwei tiefe, ganze Marginallinien, wovon auch
die äufsere noch von oben sichtbar ist Bei Zrisulcatum ist nur
eine von oben sichtbare Marginallinie vorhanden, die untere befindet
sich am umgeschlagenen Theile des Halsschildes und ist nach
vorne weit abgekürzt; sie erreicht gewöhnlich nicht die Mitte des
Halsschildes. Ferner sind die Flügeldeckenstreifen bei der neuen
Art undeutlich (bei der anderen stark) punktirt und der vierte
furchenartige Streifen ebenso tief als der dritte. (Bei der ver-
glichenen Art ist dieser sichtbar und dicht grubig punktirt.) End-
lich ist die Humeralrippe neben diesem Streifen fein und hoch er-
haben, nämlich ebenso hoch wie die inneren Zwischenräume,
während diese bei triswlcatum sich nur mehr angedeutet vorfindet.
Die zwei äufsersten Punktreihen sind sehr schwach ausgeprägt.
Die Geschlechtscharaktere sind dieselben, wie bei den bekannten
Arten dieser Gattung. ‘Der Doppelzahn an der Spitze der Innen-
seite der Mittelschienen ist aber viel kleiner als bei Zrisulcatum.
Lenkoran. Von Leder gesammelt.
11. Anthrenus pimpinellae F. var. nov. flavidulus. Etwas
kleiner als die Stammform. Unterseite wie bei dieser. Oberseite
schwarz beschuppt, die breiten Seiten des Halsschildes, die Naht
der Flügeldecken schmal, eine breite @Querbinde vor der Mitte
und die Spitze ockergelb beschuppt. Einige Flecken auf gelbem
Grunde an den Seiten des Halsschildes, ein punktförmiger Flecken
in der Mitte der Scheibe weils beschuppt. Auf den Flügeldecken
weilse Flecken: einer am Schildchen, drei jederseits neben der
Naht und einer in der Mitte des Seitenrandes. Aufserdem sind
hie und da noch einzelne weilse Schuppen eingesprengt, sowohl
auf gelben, als auch oft auf schwarzen Grunde.
Diese reizende Form, welche zwischen delicatus Kiesw. und
cinnamomeus Gredler in der Mitte steht, sammelte Fräulein
Antonie Kubischtek bei Ordubad, im Araxesthale.
12. Anthrenus (in spec.) rotundulus n. sp. Mit Anthr.
X-signum Ritr. und Simonis Ritr. nahe verwandt und ihnen
sehr ähnlich. Unterscheidet sich von dem ersteren durch schwarze
24 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Fühler und Beine, dunklere Beschuppung der Oberseite und durch
gewöhnlich deutlichere drei weilse Schuppenbinden auf den Flügel-
decken. Von dem zweiten entfernt er sich durch ganz runde
Körperform, nicht conisch nach vorn verengten, sondern breiteren,
in einer Flucht mit den Flügeldecken gerundeten Halsschild und
endlich durch ganz schwarze Fühler und Beine. Auch ist die
Fühlerkeule nicht nur drei-, sondern nahezu viergliederig, indem
das letzte Glied der Geilsel breiter ist als die vorhergehenden und
ein Uebergangsglied zur Keule darstellt.
Im Uebrigen dem A. Simonis ganz ähnlich, schmutzig braun
beschuppt, und mit weilsen undeutlichen Flecken am Halsschilde,
zwei weilsen Querbinden und einer Makel von der Spitze der
Flügeldecken versehen.
Bei Ordubad im Araxesthale, von Fräulein Antonie Kubischtek
gesammelt.
13. Cylindromorphus arazidis n.sp. In Form, Grölse,
Seulptur dem C. filum Schh. äufserst ähnlich, aber heller gefärbt,
bronzefarbig und leicht zu unterscheiden durch eine feine, weilse,
spärliche Behaarung. In dieser Beziehnung nähert sie sich mehr
dem C. pyrethri Stierl. aus Südrussland; von diesem unter-
scheidet sich die neue Art durch weniger schmalen Körperbau und
weniger dichte Punktur. Die feinen, staubartigen, weilsen Härchen
sind bei pyrethri aufserordentlich kurz und überragen nicht den
Punkt, in dem sie sich befinden: bei arazidis ist diese Behaarung
schon bei schwacher Vergröfserung erkennbar; die einzelnen Härchen
sind doppelt länger und überragen zur Hälfte den Punkt, in dem
sie entspringen. — Länge 2—3.5 mill.
Im Araxesthal, bei Ordubad häufig. Von Fräulein Antonie
Kubischtek gesammelt.
14. Malthodes ordubadensis n. sp. Niger, vie nitidus,
griseo-puberulus, thoracis angulis posticis late, margine antica tenwi
rufo-testaceis; elytris brunneo-fuscis, apice flavis, abdominis segmentis
testaceo-marginatis. Capite ovato, thorace angustiore, canaliculato,
temporibus magnis, subparallelis, ore palpisque nigris, mandi-
bulis testaceis; prothorace parum transverso, coleopteris angustiore,
subquadrato, basin versus magis angustato, limbo posteriore rotun-
dato, angulis subrotundatis; elytris in medio transversim perparum
dilutioribus, apice singulatim rotundatis. — Long. 4 mill.
Mas: Abdominis segmento ventrali penultimo apice in medio
fortissime emarginato, ultimo dorsali angusto, elongato, apice
rotundato.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 25
Var.:.Prothorace rufo, dorso macula cruciata, taterıbusque ante
medium anguste nigris.
Dem Raymondi Kiesw. sehr ähnlich, aber schon durch die
Vertheilung der Farben leicht zu unterscheiden. g'. Das letzte
Bauchsegment als schmaler an der Spitze ausgerandeter Lappen
vorragend, dahinter mit einem unteren, an der Spitze nach oben
gebogenen und einem entgegenstehenden, oberen mehr geraden
hakenförmigen Fortsatz.
Die Seiten der Brust, sowie der erste Bauchring gelb gefärbt.
Im Araxesthal bei Ordubad von Fräulein ‚Antonie Kubischtek
zahlreich gesammelt.
15. Julistus fulvopilis n.sp. Dem J. griseohirtus Reitt.
aus Creta sehr ähnlich, von derselben Gröfse, Färbung und Körper-
form: allein die Behaarung ist entschiedener gelb und die Struktur
der Flügeldecken ist viel stärker und etwas weniger dicht gestellt.
Schwarzglänzend, Flügeldecken bräunlichschwarz, die Wurzel
der Fühler, die Schienen und Füfse braungelb. Kopf und Hals-
schild sehr fein und spärlich behaart. — Long. 3.5—5.5 mill.
Araxesthal, bei Ordubad.
16. Dasytiscus aeneolus n.sp. D. induto valde simils,
sed magis aeneo-micantibus, antennarum articulis 2—4 laete rufis,
tibiis tarsisque testaceis; capite thorace angustiore, prothorace trans-
verso, lateribus rotundato, antice magis attenuato, alutaceo, sub-
ruguloso, pube depressa grisea transversim disposita, elytris magis
dense et distincte punctatis, pube breviore, grisea. — Long. 3—3.2 mill.
Unterscheidet sich von indutus sehr leicht durch die trans-
verse Behaarung des Halsschildes, welche in der Mitte nicht der
Länge nach angeordnet ist, sondern von den Seiten gegen die Mitte
gekämmt erscheint und in der Mittellinie zusammenstöfst. Auch ist
die ganze Behaarung heller weils und doppelt kürzer. Die Palpen
sind schwarz.
Im Araxesthal bei Ordubad, auf Blüthen.
17. Dasytiscus ruficollis n.sp. Parvulus, nigro-aeneus,
breviter griseo-pubescens, antennarum dimidio basali pedibusque
rufo-tesiaceis, palpis obscuris, capite thorace parum angusliore,
prothorace leviter transverso, dilute rufo, nitido, subtilissime viz
dense punctulato, pube depressa grisea minus dense tecto, lateribus
parce nigro-piloso, antice vie magis attenuato; elytris thorace per-
parum latioribus, dense punctulatis, pihis longioribus griseis, erectis
intermiztis, — Long. 1.6—2 mill.
26 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Mit D. rufitarsis Luc. und affinis Mor. verwandt, von
beiden sogleich durch den rothen Halsschild erkennbar.
Im Araxesthal bei Ordubad, von Fräulein Antonie Kubischtek
gesammelt.
18. Dasytiscus Faustin. sp. Sat elongatus, nigro-plumbeus,
dense subtilissime albido-pubescens, pube depressa, uniformi; ore,
antennis pedibusque flavis. Capite cum oculis thoruce haud angustiore;
prothorace viz transverso, subquadrato, coleopteris valde angustiore,
pube in medio antice longitudinaliter disposita; elytris parallelis,
apice conjunctim rotundatis. — Long. 2.2 mill.
Schwarz, mit starkem Bleiglanz, der Mund, Fühler und Beine
gelb, Kopf nicht schmäler als das Halsschild, dieser fast quadratisch,
viel schmäler als die Flügeldecken. Oberseite sehr dicht weilslich
behaart, die Behaarung kurz und fein, den Grund der Oberseite
verdeckend, ohne längere abstehende, eingestreute Haare.
Beim g' ist die Behaarung mehr gelblich und rauher und der
Kopf etwas breiter.
Taschkend; von Hrn. J. Faust in Libau gütigst eingesandt.
19. Lyctus caucasicus Tourn. ist, wie ich bereits in meiner
Bestimmungstabelle dieser Gattung (Best. I, Heft I, edit. 2 Mödling
1885, pag. 43) vermuthet habe, eine Varietät des pubescens Panz.
(bicolor Comol.). Das feine Fältchen am Grunde der Halsschild-
rinne ist blofs bei dem Weibchen vorhanden und fehlt dem g' immer.
Die Färbung ist gewöhnlich nicht dunkler auf Kopf und Halsschild,
sondern nahezu gleichförmig, braun. Im Araxesthale bei Ordubat
nicht selten.
20. Uebersicht der mir bekannten Arthrodeis-Arten:
A. Die ganze Unterseite gleichmäfsig dicht rugulos punktirt.
Vorderbrust unbehaart. Halsschild dicht punktirt, Flügel-
decken dic#t und fein granulirt. — Long. 8—10.5 mill.
Araxesthaliinee Dim: er, Pglolbiorsius "Bald.
B. Vorder- und Hibterbfhat br der Bauch äulserst fein
punktirt oder nahezu glatt. Vorderbrust mit einzelnen
Haaren besetzt. Halsschild äufserst fein und spärlich,
Flügeldecken wenig dicht und deutlicher granulirt.
a. Seitenstücke der Vorderbrust hinten dicht und stark der
Länge nach gerieft. Hinterwinkel des Halsschildes kurz,
spitzig. Basis der Flügeldecken in der Mitte flach aus-
gerandet; die Ausrandung zwischen der Basis des Hals-
schildes quer furchenartig erscheinend. Körper grölser,
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 27
kurz, fast kugelig. — Long. 8—9.4 mill. Von Ost-Turk-
menieninin ni. . .. intermedius n. sp.
b. Seitenstücke den Verderbungt Hirtfen glatt oder mit .sehr
erloschenen, spärlichen Längsrunzeln. Hinterwinkel des
Halsschildes rechteckig, nicht vortretend. Basis der Flügel-
decken und des Halsschildes einfach, gerade. Körper
kleiner, kurz, hochgewölbt. — Long. 4.5—6 mill. Turc-
meniensyhlsdssalehl -suh ebasırahrmV. worsentalasKri, Faust
Der Arthrodeis intermedius Reitt. ist dem orientalis sehr
ähnlich und vielleicht bisher mit demselben verwechselt, oder von
ihm nicht unterschieden worden. Er ist aber immer grölser,
kürzer, gewölbter, glänzender und unterscheidet sich hauptsächlich
durch die oben angeführten Unterschiede.
Meine Ex. stammen von Perewallnaja.
21. Uebersicht der mir bekannten Calyptopsis-Arten:
A. Die Marginallinie des Seitenrandes tief eingeschnitten,
furchenartig.
a. Prosternalende zugespitzt. Körper parallel. Syrien.
Solieri Reich.
b. Prosternalende stumpf. a hinter der Mitte
verbreitert. Syrien . . 2... Jeremias Reich.
B. Die Marginallinie des Halsschildes fein und gleichmäfsig
vertieft.
I. Der Clypeus erscheint an seinem Ende als eine einfache
Platte; er ist daselbst weder stärker verdickt, noch nach
unten gebogen.
a. Unterseite des Kopfes zwischen der Kehlfurche und
Halsfurche glatt. Hals auf der Unterseite punktirt und
quergestrichelt. Prosternalfortsatz zwischen den Hüften
nur mit einer tiefen Furche. Halsschild herzförmig,
kaum breiter als lang. Körper sehr gestreckt. Turc-
menien, .ı.. 2... elypeata Faust
b. Unterseite des Kopte eh de Kehl- und Halsfurche
sehr fein und spärlich punktirt. Hals auf der Unter-
seite dicht quer gestrichelt. Prosternalfortsatz zwischen
den Hüften mit 2 Furchen, in der Mitte fein gekielt.
Halsschild quadratisch, mit fast geraden Seiten. Turc-
menien ... .. . . deplanata Faust
c. Unterseite des oe ee en und deutlich
punktirt.
28 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
1. Abdomen deutlich punktirt. Die feine Marginallinie am
Vorderrande des Halsschildes in der Mitte nicht unter-
brochen. Kopf und Halsschild dicht und tief, die Flügel-
decken sehr fein und spärlicher punktirt. Halsschild
fast herzförmig, nicht schmäler als die Flügeldecken,
wenig breiter als lang. Turkestan!) punctiventris Baudi
2. Abdomen nicht oder undeutlich punktirt. Die feine
Marginallinie am Vorderrande des Halsschildes in der
Mitte weit unterbrochen.
Long. 8&—9 mill. Halsschild schwach quer, dicht vor
der Mitte am breitesten, Vorderrand schwach ausge-
randet. Baku, West-Turcmenien, Nordpersien.
pulchella Fald.
Long. 11 mill. Halsschild reichlich um die Hälfte
breiter als lang, nicht deutlich schmäler als die Flügel-
decken, an den Seiten gerundet, in der Mitte am
breitesten, Vorderrand tief im Bogen ausgeschnitten,
Hinterrand doppelbuchtig; Flügeldecken ebenso, nur
weitläufiger als der Halsschild punktirt. Rasano, im
Falysch \... 00 0% . . emarginata n. Sp.
ll. Der Clypeus an der Spitze und der dickere Theil
nach abwärts gebogen, in der Nähe der Mitte seiner Unter-
seite einen sehr stumpfen Winkel bildend.
a. Ziemlich gleichbreit, stark gewölbt, Halsschild kaum
schmäler als die Flügeldecken mit fast geraden Seiten,
nach vorne oft etwas mehr verengt, wenig breiter
als lang, oben gewölbt, die Marginallinie des Vorder-
randes kaum unterbrochen; Flügeldecken an den Seiten
nicht deutlich erweitert. Vorderbrust an den Seiten sehr
dicht, fast grubig punktirt, die Punkte nicht zu Längs-
runzeln verflossen. Transcaucasus, Talysch, Araxesthal.
convezicollis Desbr.
b. Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken, die
Seiten sehr wenig, gerundet, fast gerade, sehr wenig
breiter als lang und sowie der schmale längliche Kopf
dicht und ziemlich stark punktirt, die Basis deutlich
doppelbuchtig, die Marginallinie des Vorderrandes in der
1) Die Baudi’schen Varietäten: punctiventris und armeniaca
der Calypt. harpaloides Baudi sind sicher specifisch verschiedene
Arten.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 29
Mitte deutlich unterbrochen, Flügeldecken äufserst fein
und wenig dicht punktirt, an den Seiten gerundet, dicht
hinter der Mitte am breitesten. Die Seiten der Vorder-
brust grob und dicht aber wenig tief punktirt, die Punkte
mehr oder weniger zu Längsrunzeln verfliefsend. In der
Körperform der Gnathosia nasuta sehr ähnlich, nur ist der
Halsschild schmäler und stärker punktirt. — Long.
9—11 mill. Araxesthal, seltener als die vorige Art. Von
Fräulein Antonie Kubischtek gesammelt . Antoniae n.sp.
22. Uebersicht der mir bekannten Capnisa-Arten:
A. Vorderrand des Halsschildes in der Mitte ungerandet.
Mittelbrust nicht ausgehöhlt. Prosternumspitze zwischen
den Hüften jederseits furchenartig gerandet. Flügeldecken
am Ende nicht deutlich zugespitzt.
a. Körper grols, elliptisch, gleichmäfsig gewölbt, dem Hydro-
chares caraboides sehr ähnlich. Schildchen nicht sicht-
bar. — Long. 13—16 mill. Samarkand, Turkestan.
elliptica Men.
b. Körper kleiner, hinten stark aufgetrieben und stärker ge-
wölbt. Prosternumspitze an den Seiten gerandet, in der
Mitte punktirt. Schildchen sehr klein, punktförmig (drei-
eckig), stets sichtbar. — Long. 7—9 mill. Araxesthal.
modesta Fald.
B. Vorderrand des Halsschildes vollkommen gerandet. Mittel-
brust zur Aufnahme der Prosternalspitze ausgehöhlt.
Prosternumspitze an den Seiten ungerandet. Flügeldecken
am Ende gemeinschaftlich etwas zugespitzt.
a. Gröfser, Umrifs fast elliptisch. — Long. 10—11 mill.
Samarkand, Turkestan . . . . 2... Schrenkii Gebl.
b. Kleiner, Umrifs verkehrt länglich eiförmig. — Long.
8—10 mill. Turemenien, Chokand. — Cap. Manderst-
jernae Ball. i. 1. ist von dieser Art kaum specifisch ver-
schieden "Arne el an Neun Aarelene: Kaldı
23. Als Capnisa modesta beschrieb Faust in den Horae
Soc. Ent. Ross. Tom. XI, No. 2 und 3 eine andere Art aus
Schahrud in Persien, welche von der obigen specifisch ver-
schieden sein mufs und für die ich den Namen €. Fausti vor-
schlage. Die letztere Art ist nur 6 mill. lang, schmal und gleich-
breit, durchaus Eigenschaften, welche auf die Faldermann’sche Be-
schreibung nicht zutreffen. Ich glaube demnach, dafs die Art aus
30 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
dem Araxesthale, woher auch der Arthrodeis globosus Fald.
stammt, auf modesta zu beziehen sei, weil sie die gewölbteste
Art und einem Anthrodeis in entfernter Weise ähnlich ist.
24. Stenosis pilosa Motsch. wäre nach Allard !) auf
St. comata Reiche zu deuten; ich war hingegen geneigt, sie für
St. fulvipes Reitt. (non Reiche) = Reitteri Mars. = dilutipes
Reitt. 2) zu halten. Im vorigen Jahre erhielt ich aus dem Araxes-
thal, woher Motschulsky seine St. pilosa beschrieben, eine Art in
reichlicher Anzahl, welche auf die Motschulsky’sche Beschreibung
sehr gut palst und die von comata und dilutipes sehr verschieden ist.
Die St. pilosa Motsch. ist der comata Reiche nahe ver-
wandt, aber robuster gebaut, der Kopf dichter punktirt, der Hals-
schild gewölbter, ohne flach ausgebreitete Seitenränder, die Flügel-
decken sind ziemlich dicht greis behaart, die Behaarung ist ziem-
lich lang, aber anliegend und einfarbig; endlich ist das zweite
Fühlerglied kaum, das dritte nicht länger als breit. Die Fühler
sind, wie bei comata, dunkel gefärbt, wodurch sie sich von angusti-
collis entfernt; die Beine sind braunroth.
Von der zur Zeit mir nicht vorliegenden St. tenuicornis
Baudi aus Persien, scheint sich die Si. pilosa durch dickere
Fühler und etwas kürzere, braune Behaarung zu entfernen.
25. Stenosis turkestanica Reitt. Rev. pag. 123 fing Leder
auch im Araxesthal. Sie ist durch das sehr lange dritte Fühler-
glied und rostgelbe Färbung sehr ausgezeichnet.
26. Dichillus arazidis n.sp. Rufus, subopacus, glabratus,
antennis prothoracis basin atlingentibus, sat crassis, a medio ad
apicem sensim angustatis, subglabratis, articulis 2—10 fortiter trans-
versis; capite elongato, antice dilatato, thorace paullo latiore, dense
subtilissime, fere inconspicue punctulato, temporibus longis sub-
parallelis, collo lato, viz constricto; prothorace oblongo, subparallelo
ante medium parum rotundato, subtilissime dense, vir perspicue
punctulato, elytris ovalibus, thorace latioribus, strüs duabus ad
suturam foveolato-punctatis, apice evanescentibus, stria tertia sub-
tiliori, valde abbreviata aut nulla, sequentibus nullis. — Long.
3—3.5 mill.
Dem D. pertusus Kiesw. äufserst ähnlich, aber der Kopf ist
vorne breiter als der Halsschild, dieser ist schmäler, cylindrischer,
1) Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886 Reitter, Revision der mit Stenosis
verwandten Coleopteren der alten Welt, pag. 119.
?) Wien. Ent. Zeitschr. 1887, pag. 77.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 31
länger als breit, die Flügeldecken haben nur 2 sehr grobe Punkt-
streifen.
Im Araxesthal; von Leder gesammelt.
27. Ueber die Arten der Gattung Leptodes:
Haag-Rutenberg; beschrieb in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1879,
pag. 408—410 eine Gattung Leptodopsis, welche meiner Ansicht
nach von Leptodes nicht getrennt werden kann. Den Autor hat
hauptsächlich der Umstand zur Aufstellung einer neuen Gattung
veranlafst, dafs seine Leptodes Art: insignis die Halsschildober-
fläche von den Parapleuren durch eine Seitenkante (Rippe) getrennt
hat, was nach Lacordaire bei Leptodes und den Verwandten in der-
selben Gruppe nicht vorkommen soll. Schon Haag-Rutenberg hat
a. a. O. nachgewiesen, dafs das Vorhandensein der Seitenkante am
Halsschilde nicht den hohen systematischen Werth besitzen kann,
der diesem Umstande von Lacordaire zugeschrieben wird. Auch
ist dem Autor der Gattung Leptodopsis nicht entgangen, dafs
selbst bei Leptodes Boisduvalii Zoub. die Parapleuren des
Halsschildes vom Thoraxrücken durch eine ausgesprochene Körnchen-
reihe abgegrenzt werden. Denken wir uns diese Körnchen oder
Höckerchen zusammengeflossen, so haben wir die Seitenrippe, auf
deren Zugegensein einzig die Gattung Leptodopsis basirt. Diese
Verschmelzung der kleinen Seitenrandhöckerchen brauchen wir uns
nicht einmal zu denken, sondern sie sind in häufigen Fällen bei
L. Boisduvalii vorhanden, bei vielen mir vorliegenden Stücken
finde ich an den Seiten des Halsschildes eine feine Rippe, welche
nach vorne grob crenulirt ist, zur Basis hingegen ganzrandig
bleibt.
Die Leptodes-Arten sind einander in Form, Färbung und
Behaarung sehr ähnlich, sie unterscheiden sich aber in der auf-
fälligsten Weise durch die verschiedene Zahl und Lage der Rippen
auf den Flügeldecken; häufig ist auch der Kopf und Halsschild mit
Rippen versehen und meiner Ansicht nach ist die Seitenrippe von
Leptodopsis insignis Haag ebenso wenig als natürliche Kante
zwischen dem Thoraxdorsum und den Parapleuren anzusehen, als
es die feinere, crenulirte Rippe bei Leptodes Boisduvalii ist.
Die Gattungsmerkmale der Leptodopsis passen Wort für
Wort auch auf Leptodes bis eben auf den Umstand, dass bei der
ersteren Gattung eine ausgebildete Seitenrandkante vorhanden ist,
während diese letztere bei Leptodes nicht immer vorkommt.
Diese Seitenrandkante ist aber gerade bei der typischen Art der
Gattung Leptodes noch zum gröfsten Theile (durch eine feine
32 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
erenulirte Rippe) vorhanden, vollständig fehlt sie einer neuen Art
aus dem Araxesthale.
Die 3 mir bekannten Arten lassen sich in nachfolgender Weise
übersehen:
A. Kopf und Halsschild auf der Oberfläche ohne Rippen.
Körper lang rothgelb behaart. Leptodes.
a. Scheibe der Flügeldecken nur mit einer hohen Rippe.
Araxesthal . . . . mid wol Ledervrmlisp:
b. Scheibe der Hlügeldecken « mit zwei hohen Rippen.
Turemenien . . 20.0 Boisduvalii Zoubk.
B. Kopf vorne mit einer, Haldschild mit zwei ganzen und zwei
abgekürzten, Flügeldecken auf der Scheibe mit drei hoch
erhabenen Rippen. Körper nur kurz und spärlich behaart.
Leptodopsis. Tarbatagai. Turkestan. (Microtelus
turkestanicus Ballion in lit.) . . . . insignis Haag
28. Leptodes Lederi n. sp. Elongatus, ferrugineus, fulvo-
pilosus, parum nitidus, capite thorace haud angustiore, sat dense
punctato-ruguloso, prothorace subgloboso, basin versus paullo magis
angustato, parce subtiliter granulato, haud canaliculato, elytris
angustis elliplicis, striato-punctatis, interstitio quinto valde costatim
elevato, costa ante apicem abbreviata. — Long. 9 mill. (2).
Mit L. Boisduwvalii sehr nahe verwandt, aber leicht durch
nachfolgende Merkmale unterschieden: der Kopf ist auch beim 2
nicht schmäler als der Halsschild, oben doppelt dichter und feiner
rugulos granulirt; Halsschild kürzer, kugeliger, nach hinten weniger
verschmälert, nur mit einzelnen sehr feinen (nicht länglichen,
schuppenförmigen) Körnchen, der Seitenrand ohne Körnerreihe;
die Flügeldecken zeigen nur eine Dorsalrippe in der Mitte; die
Scheibe zwischen dieser und der Naht ist flach, oder schwach concav
und hat 4 Punktreihen, von der Stärke der äulseren.
Drei 2 aus dem Araxesthal, von Hans Leder und Fräulein
Antonie Kubischtek entdeckt und eingesendet.
29. Seleropatrum breviusculumn.sp. Sel. hirtulo similis,
sed latior, brevior, tuberculis seriatis elytrorum minoribus, inter-
stitiis parce subtiliter punctatis, tibiis anticis angustioribus, evtus
ante apicem acute dentatis. — Long. ;.5 mill., lat. 3 mill.
Wenig kleiner, aber viel breiter als Sel. hirtulum Baudi, die
Körnchenreihen der Flügeldecken sind etwas feiner, die Zwischen-
räume weitläufiger und subtiler punktirt. Die Vorderschienen sind
weniger breit, aufsen vor der Spitze mit einem scharfen, dornartigen,
aber nicht grolsen Zahne. Hinter dem Zahne sind ‚die Vorder-
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 33
schienen nicht eine Strecke noch gleichbreit, sondern verschmälern
sich von da gleichmäfsig bis zur Basis.
Im Araxesthal selten.
30. Boromorphus armeniacus.n. sp. Oblongus, parallelus,
leviter convezus, minus nitidus, subtilissime fulvo-pubescens, rufo-
ferrugineus, unicolor, antennis tenuüisimis, thoracis basin perparum
superantibus, capitethorace valde angustiore, subopaco, dense punctato,
subrotundato; prothorace subquadrato, latitudine haud longiore, sub-
opaco, confertim punctato, lateribus subrecto, leviter aequaliterque
rotundato, angulis posticis rectis, anticis paullo productis, acutis;
elytris thorace haud latioribus, parallelis, tenuissime striatim punctatis,
interstitüis subaequalibus, angustis, ad latera haud carinulatis, pedibus
tenwibus. — Long. 3 mill.
Dem Bor. tagenoides Luc. aus Spanien und Nordafrika,
ähnlich, ebenso grofs, aber einfarbig braunroth, der Halsschild ist
so lang als breit, die Seiten sehr schwach aber regelmäfsig gerundet,
so dals die grölste Breite nicht: vor, sondern in der Mitte liegt.
Die Hinterwinkel treten stärker vor und sind rechteckig. Die
Fühler sind beträchtlich dünner, ihre Glieder reichlich so lang als
breit, das dritte wie gewöhnlich sehr gestreckt. Die Zwischen-
räume der Punktreihen sind an den Seiten ebenfalls nicht fein
kielförmig erhöht. Aus dem letzteren Grunde kommt diese Art
zunächst an tagenoides Luc. zu stehen, die, wie ich in der
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, pag. 521 nachgewiesen habe, die
einzige Art war, der diese Kielchen fehlten.
Im Araxesthal, nicht häufig (Leder).
3l. Formicomus pedestris Rossi var. nov. atratulus.
Ganz schwarz, nur die Flügeldecken hinter der Basis mit der
schrägen, normalen, wenig deutlichen, rostrothen Quermakel. In
seltenen Fällen ist die Fühlerbasis rostroth; die Palpen ebenfalls
dunkel.
Von mir in einiger Anzahl im Februar 1883 bei Brindisi in
Calabrien gesammelt.
32. Formicomus tinctus n.sp. Rufus, parce pubescens et
pilosus, oculis, abdomine et elytris nigris, his basi late rufis, post
humeros haud maculatis. — Long. 4—5 mill.
Gestalt und Färbung des F. pedestris Ross. jedoch mit
F.nemrodLaf. und nobilis Fald. zunächst verwandt; von beiden
durch die Färbung der Flügeldecken abweichend. Grölser als
nobihs, einfarbig rostroth, nur die Augen, der Bauch und die
Flügeldecken schwarz, das erste Drittel der letzteren rostroth oder
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 3
34 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
roth, die rothe Färbung verlängert sich nach hinten mehr oder
minder an der Naht; hinter der Schulter ohne hellere Quermakel,
auch ohne dunkleren Flecken an der Basis. Behaarung dunkel,
spärlich, kurz und mit aufstehenden Haaren dazwischen; auf den
Flügeldecken zwei undeutliche, spärlich weils behaarte Querbänder.
Kopf von der Breite des Halsschildes, mit grofsen stark vortretenden
Augen, oben dicht und deutlich punktirt. Halsschild hinter der
Mitte schwach eingeschnürt, bald ziemlich stark, bald sehr obsolet
punktirt. Flügeldecken mit deutlichen stumpfen Schultern, oben
spärlich, fein punktirt.
Im Araxesthal häufig; selten im Talyschgebiete.
33. Anthicus arazicola n.sp. Dem A. tenellus Laf. sehr
ähnlich und nahe verwandt, ganz ebenso gefärbt, jedoch durch
nachfolgende Punkte sicher specifisch verschieden. Die neue Art
ist größer; die Schläfen des Kopfes sind nach hinten stärker
gerundet verengt, sie haben zusammen mit dem Scheitel einen
elliptischen Umrils; dieser ist bei tenellus rechteckig mit abgerun-
deten Hinterwinkeln. Der Hinterrand des Kopfes ist demnach bei
tenellus gerade abgestutzt, bei arazicola abgerundet. Die Naht der
Flügeldecken ist fein und schmal, manchmal undeutlich weils behaart;
die Binden. der letzteren sind viel schmäler. Die Schenkel sind
dunkler, nur die Basis derselben ist röthlichgelb. Ebenso sind die
Schienen gegen die Spitze angedunkelt.e Das letzte Glied der
Fühler ist so lang wie die 2 vorhergehenden zusammen.
Im Araxesthal häufig. Von Leder gesammelt.
34. Cerocoma Mühlfeldi Gyll. var. nov. marginiventris.
Gewöhnlich etwas kleiner als die Stammform, lebhaft metallisch
grün, greis behaart; die Behaarung der Flügeldecken spärlicher, die
Seiten des Bauches vorne gelbroth, Fühler und Beine gelb, die
hinteren Tarsen gewöhnlich angedunkelt. Bei dem 2 ist die Fühler-
keule oft gebräunt. — Long. 8—11 mill.
Im Araxesthal, häufig, Ceroc. gloriosa Muls.?
35. Cerocoma obscuripes Motsch. aus Armenien, gehört
nicht als Var. zu Schäfferi L. sondern zu Dahli Kr.
Caloenas nov. gen.
Fühler den Hinterrand des Halsschildes wenig überragend,
ziemlich schlank, Glied 2 klein, 3 doppelt länger, die folgenden
allmählig etwas dicker und wenig kürzer werdend, das Endglied
eiförmig, zugespitzt, länger als das vorletzte.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 35
Kopf, Clypeus und Oberlippe wie bei Oenas. Augen grols,
quer gestellt, an den Seiten des Kopfes gelegen.
Halsschild, Schildchen und Flügeldecken wie bei Oenas.
Die beiden Enddorne der Hinterschienen einfach, wenig lang
und fast von gleicher Länge.
Klauen von gleicher Stärke, innen in der Mitte tief ein-
geschnitten, in der Mitte einen grolsen dornförmigen Zahn bildend;
ihr Innenrand beiderseits glatt.
Körperform mit Oenas übereinstimmend und von dieser Gat-
tung durch die einfachen Enddorne der Hinterschienen, die mit
starkem Zahn (daher nicht gespaltenen .Klauen) und durch die
schlankere Fühlerbildung verschieden.
Die Gattungen, mit nicht gekämmten Klauen und nicht
klaffenden Flügeldecken, welche einfache, dünne Enddorne an
den Hinterschienen besitzen, sind Epicauta und Zonabris; aber
bei diesen haben die Klauen in der Mitte ihrer Innenseite
keinen grolsen Zahn, sondern sie sind in 2 ungleiche Theile ge-
spalten.
36. Caloenas pulcher n.sp. Niger, nitidus, subglaber,
elytris subparallelis, brunneo-rufis, macula magna basali communi
fasciaque sat lata,apicali nigris. — Long. 14—15 mill.
Gestreckt, etwas gewölbt, ziemlich gleichbreit, Oberseite kaum,
Unterseite sammt den Beinen sehr fein schwarz behaart, glänzend,
ganz schwarz, nur die Flügeldecken braunroth, ein grolser gemein-
schaftlicher Flecken an der Basis und eine innen gebuchtete Quer-
binde an der Spitze der letzteren schwarz. Die Fühler elfgliedrig,
ähnlich wie bei Zonabris. Kopf geneigt, sehr wenig breiter als
der Halsschild, mit langen, abgerundeten und etwas erweiterten
Schläfen; oben dicht und grob punktirt, sehr kurz, namentlich
vorne, etwas aufstehend schwarz behaart. Stirn zwischen den
Fühlern mit einem kleinen rothen Flecken. Halsschild quadratisch
mit abgerundeten Ecken, viel schmäler als die Flügeldecken zu-
sammen, an der Basis äufserst fein gerandet, oben wenig dicht und
stark, an den Seiten dichter punktirt, mit der Spur einer erhabenen
Mittellinie. Schildehen schwarz, dreieckig verrundet, fein punktirt.
Flügeldecken langgestreckt, dieht rugulos und fein punktirt, mit
2 feinen erhabenen, wenig auffälligen Rippen auf der Scheibe und
einer dritten nahe am Seitenrande. Unterseite fein, der Bauch
etwas querrissig punktirt, Beine schlank, von normaler Länge, alle
Schienen mit 2 einfachen, fast gleichen Enddornen, Tarsen einfach,
schwarz behaart.
Se
36 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Von Fräulein Antonie Kubischtek bei Ordubad im Araxes-
thale entdeckt.
37. Halosimus armeniacus n. sp. Statura H. syriaci, sed
viridis aut coeruleus, nmitidus, antennis tarsisque nigris, prothorace
haud rufo, diversus. — Long. 9—16 mill.
Von Hal. syriacus Lin., dem diese neue Art habituell sehr
ähnlich ist, im Nachfolgenden verschieden: Die Färbung ist blau,
oder grünmetallisch, glänzend, die Fühler bis auf das etwas metal-
lische erste Glied und die Beine schwarz, erstere matt, letztere
glänzend. Häufig sind die Beine, bis auf die Fülse, dunkel metallisch
gefärbt. Die Fühler sind in beiden Geschlechtern dicker und kürzer.
Die Stirn zeigt ebenfalls einen rothen Fleck in der Mitte zwischen
den Augen. Kopf und Halsschild sind stark hautartig, reticulirt,
kürzer behaart, der Hinterrand des Halsschildes kaum sichtbar
gerandet. Flügeldecken viel kürzer behaart und an der Basis mit
deutlich längeren, emporgerichteten Haaren; ebenso ist der Marginal-
saum der Flügeldecken um die Hälfte kürzer und spärlicher schwarz
bewimpert; dann ist derselbe in beiden Geschlechtern hinter den
Sehultern kaum. erweitert und verflacht wie bei syriacus. Die
Klauen sind schwarz und nur an der Spitze rostroth.
Im Araxesthal nicht selten (Leder).
38. Von den älteren Ctenopuwus-Arten ist mir eigentlich blols
der C. melanogaster Fisch. aus Südrufsland bekannt. Von den
3 .catalogischen Arten ist diese die bekannteste. Der Ct. Sturmi
Küst. aus Dalmatien und Italien hat eine von den russischen Arten
abweichende Färbung und ist schon dadurch leicht kenntlich. Die
dritte Art: Ct. abdominalis Motsch. kann durchaus nicht als
beschrieben betrachtet werden, da sie Motsch. nur benannte und
sonst keinen Anhalt bot, um uns von dem Thiere eine Vorstellung
machen zu können. Im Bull. Mose. 1875, pag. 83, sagt Motsch. von der-
selben folgendes: Ci. abdominalis M. ist sehr ähnlich der Figur von
Ct. melanogaster Fisch., aber seine Art ist eine andere, mehr roth
und mehr als doppelt so grofs als die meine. Der Ct. melanogaster
stammt aus Persien, meine Art aus dem Gouvernement von Saratoff.
Nachdem ich Grund habe anzunehmen, dafs die bekannten
Stücke des Ct. melanogaster Fisch. fast durchaus Weibchen sind
und dafs die f den letzteren wenig ähnlich sehen und besonders
immer mehr als doppelt kleiner sind, so dürfte der Name Ct. abdo-
minalis Motsch. in lit. nur auf 5 derselben Art zurückzuführen
sein. Es existiren mithin in der That nicht 3, sondern nur 2 Cte-
nopus- Arten.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 37
Dieselben lassen sich mit 2 neuen in nachfolgender Weise
übersehen:
A. Die Fühler, der Kopf, das Schildehen und die Unterseite,
mit Ausnahme der gelben Vorderbrust und der letzten
gelben Bauchringe, schwarz, Halsschild orangegelb, Flügel-
decken rostgelb mit schwarzer Dun Mir unbekannt.
Dalmatien, Italien . . . 2... Sturmi Küster
B. Kopf und Halsschild ganz oder zum Theile, Flügeldecken
einfarbig cochenilleroth oder rothgelb.
a. Oberlippe quer. Augen mälsig grofs, der Zwischenraum
innerhalb derselben breiter als die Hälfte des Scheitel-
hinterrandes. Kopf in der Mitte spärlich punktirt. Hals-
'schild von der Mitte nach vorne und zur Basis. stark
verengt. Schildchen schwarz.
1. Kopf und Halsschild einfarbig gelbroth oder cochenille-
roth wie der grölste Theil des übrigen Körpers; die
Mittel- und Hinterbrust, sowie der vordere Theil des
Bauches schwarz; Beine sammt den Hüften roth, Fühler
gegen die Spitze braun. Die Schläfen des Kopfes sind
fast doppelt so lang als die Schmalseite der Augen
beträgt. — Long. 9—12 mill. Südrufsland, Kaukasus,
Kaspisches Meergebiet!) . . . . melanogaster Fisch.
2. Gelblichroth oder braunroth, die vordere Hälfte des
Kopfes, eine Längsbinde in der Mitte des Halsschildes,
das Schildehen, die Fühler bis auf deren ‘2 Wurzel-
glieder, die ganze Unterseite bis auf die letzten Bauch-
segmente, die Hüften, endlich die Tarsen zum Theil,
1) Nach der kurzen Notiz, die Motschulsky über seinen Cte-
nopus abdominalis gebracht hat, dürfte es Stücke geben, welche
etwas heller gefärbt sind und nur durch doppelt geringere 'Grölse
von melanogaster abweichen. Dieselben sind offenbar auf die,g'
derselben Species zurückzuführen. Ich hätte den Cten. vitti-
collis m. als g' des melanogaster angesehen, weil mir davon
blofs g' und von melanogaster scheinbar nur 2 vorliegen; doch
hält mich davon die Thatsache ab, dafs es nach Motschulsky
wirklich ebenso kleine, also wahrscheinlich männliche Stücke giebt,
die genau die Färbung des melanogaster besitzen, was bei vitts-
collis durchaus nicht der Fall ist. Es ist indefs die Möglichkeit
nicht ausgeschlossen, dafs der letztere als Färbungsvarietät dennoch
zu melanogaster gehört und dafs die andere Form der Augen und
Schläfen nur als sexuelle Unterschiede aufzufassen sind.
38 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
oder doch das letzte Glied derselben schwarz. Häufig
zeigt auch der Scheitel eine schwarze Längsbinde in
der Mitte. Klein, schmal, linear, die Wangen nur sehr
wenig länger als die Schmalseite der Augen an ihrem
Innenrande beträgt. — Long. 5—6 mill. Araxesthal
bei Ordubad. Von Fräulein Antonie Kubischtek ent-
deckt. Einige g'. Das vorletzte Bauchsegment ist ähn-
lich wie beim 2 des I flach im Bogen aus-
gerandel., 1... . . . dvitticollis n. sp.
b. Oberlippe so lang als ra Rn sehr grols; der Raum
zwischen denselben schmäler als die halbe Hinterrand-
Scheitelbreite beträgt. Der ganze Kopf, einschliefslich
des Scheitels, dicht und stark punktirt. Halsschild quer,
der Vorder- und Hinterrand wenig gebogen und von
gleicher Breite, die Seiten, von oben gesehen, nahezu
parallel, hinter der Mitte etwas ausgebuchtet. Schildchen
rothgelb. Flügeldecken mit 2 deutlichen feinen Rippen.
Einfarbig rothgelb, nur die Augen, die Fühler, bis auf
das Wurzelglied, die Mittel- und Hinterbrust, dann der
Bauch, bis auf die letzten Segmente und die Tarsen, bis
auf die helleren Klauen schwarz; die Schienen braun.
Die Seiten des Bauches gelbroth; das 1. und 2. Bauch-
segment an den Seiten mit einem rothgelben Flecken.
Long. 10 mill.e. Turemenien. Bei Askhabad von Leder
entdeckt. 12... . .. rufoscutellatus n. sp.
39. Chitona Bean n.sp. Nigro-coerulea, prothorace
rufo, pube grisea, tomentosa, in sutura condensata densa, in thorace
parce tecta. — Long. 7—10 mill.
Schwarzblau oder schwarzgrün, nur der Halsschild gelblich-
roth. Ober- und Unterseite dicht und fein, anliegend, fast toment-
artig weilslich, nur auf dem Halsschilde gelblich behaart. Die
Oberlippe und die Spitze der Mandibeln gelb. Augen fast rund,
nicht deutlich ausgerandet. Kopf beim 2 kaum, beim d' so breit
als der Halsschild, fein punktirt. Palpen schwarz. Halsschild ein-
halb mal länger als breit, fast herzförmig, von normaler Form,
äufserst undeutlich und weitläufig punktirt, fast glatt, vor der Mitte
mit 2 seichten Discoidaleindrücken; ebenso vor der Basis mit einer
undeutlichen Transversalimpression. Flügeldecken schwarzblau oder
schwarzgrün, sehr dicht punktirt, die Naht mit dem Schildchen
dichter weils tomentirt, jede Scheibe mit angedeuteten 2 Rippen.
Beine schwarzgrün oder schwarzblau, nur die Klauen rostroth.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 39
Bei dem d' ist das Analsegment an der Spitze grübchenförmig
vertieft.
Im Araxesthal bei Ordubad, von Fräulein Antonie Kubischtek
entdeckt. Ich widme diese schöne, an dem rothen Thorax leicht
kenntliche Art, Hrn. Ludwig Ganglbauer, dem wir eine vor-
zügliche Bearbeitung der Oedemeriden verdanken.
40. Otiorrhynchus proreus n.sp. Fusco-brunneus, an-
tennis pedibusque ditutioribus, pube griseo-fulva, minus depressa, sat
longa parum dense tectus, rostro lato, capite parum longiore, dense
punctato, late canaliculato, vir carinato, caput vertice subtihter
punctato, oculis rotundatis paullo prominulis; antennis longis, tenui-
bus, funiculi articulo secundo primo distincte breviore, articulis —7
subglobosis; prothorace subgloboso, capite valde latiore, coleopteris
perparum angustiore, leviter transverso, lateribus rotundato, antice
posticeque truncato, dense subtiliter granuloso, granulis unipunctatis,
medio linea sublaevi obsoleta aut nulla; elytris ovatis, punctato-
striatis, interstitiis parce, obsolete subtilissimeque granulatis; supra
convezis, apice fortiter declivibus, sutura prope apicem magis promi-
nula; femoribus muticis. — Long. cum rostro 6 mill.
Gehört in die 2. Rotte der Stierlin’schen Tournierien. Unter-
scheidet sich von den bekannten Arten durch die hinten steil abfallen-
den Flügeldecken, an dessen Stelle die Naht stärker vortritt, wie der
Bugspriet eines Schiffes. Eine ähnliche Deckenbildung hat auch der
O. circassicus Reitt.; doch gehört derselbe in eine andere Gruppe.
Zwei Exemplare von Fräulein Antonie Kubischtek bei Ordubad
im Araxesthale aufgefunden.
41. Torneuma syriacum n. sp. Oblongum, subparallelum,
subdepressum, fusco-ferrugineum, nitidulum, pube fere inconspicua
sparsim obtectum, rostro elongato, leviter curvato, postice utrinque
profunde bisulcato, prothorace latitudine paullo longiore, antice
paullo magis angustato, coleopteris perparum angustiore, supra
deplanato, dense sed minus profunde punctato, basi in medio sinuato,
angulis posticis obtuso-rotundatis; scutello haud conspicuo; elytris
ovalibus, antice parum deplanatis, postice converis, prope basin
constrictis, angulo humerali prominulo, basi fortiter bisinuata, lateribus
rotundatis, supra subtiliter punctato-striatis, stria suturali magis
impressa, interstitüis subtilissime seriatim punctulatis et subpuberuls,
setulis vie perspicuis; antennis tenwibus, dilutioribus, pedibus
robustis. Long. 3—3.2 mill. (rostr. excl.).
Von allen bekannten, europäischen Arten ausgezeichnet durch
ihre bedeutende Grölse, langen Rüssel, der fast länger ist als der
40 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Halsschild, doppelbuchtige, vorn eingeschnürte Basis der Flügel-
decken, die vorragenden Vorderwinkel derselben etc.
Einige von Appl bei Beirut gesammelte Exemplare im kaiserl.
Hofmuseum in Wien.
42. Thamnurgus Brylinskyin.sp. Cylindricus, nigropiceus,
nitidus, mediocriter albopilosus, antenuis pedibusque testaceis, pro-
thorace latitudine longiore, subparallelo, dense fortiter punctato, linea
media distinceta laevi; elytris thorace viz duplo longioribus, dense
fortiter punctatis, apice prope suturam sulco lato impresso. — Long.
2 mill.
Eine kleine, wegen dem fast eylindrischen Halsschild mit Th.
characiae Eich. verwandte Art, welche an den hellgelben Fühlern
und Beinen leicht zu erkennen ist. TA. delphini Eich. der bräun-
lich röthliche Fühler besitzt, hat einen an den Seiten gerundeten
Halsschild mit undeutlicher Mittellinie und eine viel spärlichere
und weitläufigere Punktirung.
Der Halsschild ist so breit als die Flügeldecken, etwas länger
als breit, oben, sowie die Flügeldecken dicht und stark punktirt,
in der Mitte mit fast vollständiger, schmaler unpunktirter Mittel-
linie. Der Absturz der Flügeldecken zeigt, wie bei caucasicus
Rittr., eine breite lache Furche neben der Naht.
Im Araxesthal von Fräulein Antonie Kubischtek gesammelt
und nach Herrn Forstmeister Brylinsky in Ordubad benannt.
Diese Art lebt nicht in einer Euphorbiva.
43. Cortodera Pseudomophlus n.sp. Oblonga, parallela,
pubescens, nigra, elytris brunneo-testaceis, capite dense fortiter
punctato, thorace viz angustiore, temporibus longis; prothorace
transverso, lateribus dense, dorso parce fortiter punctato, nitido,
longitudinaliter impresso; elytris fortissime minus dense, apicem
versus sensim magis subtiliter punctatis. — Long. 12—15 mill.
Langgestreckt, gleichbreit in beiden Geschlechtern, robust,
schwarz, glänzend, Flügeldecken röthlich gelbbraun. Kopf, Hals-
schild und die Unterseite gelblich, die Flügeldecken schwarz und
kürzer behaart. In manchen Fällen ist auch Kopf und Halsschild
dunkel behaart, die Behaarung mälsig lang, emporgerichtet. Die
Fühler des g' die Mitte der Decken deutlich, des 2 wenig über-
ragend, schwarz, das erste Glied verdiekt und deutlich länger
schwarz behaart. Kopf fast viereckig, von der Breite des Hals-
schildes, mit langen, parallelen Schläfen, oben dicht und stark
punktirt, zwischen der Fühlereinlenkung mit erhabenem Querwulst.
Halsschild quer, viel schmäler als die Flügeldecken zusammen,
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 41
kurz glockenförmig, gewölbt, glänzend, wie bei discolor, oben
spärlich, an den Seiten dicht und grob punktirt. Schildchen
schwarz, länglich dreieckig, dicht und fein punktirt. Flügeldecken
parallel, fast dreimal so lang als zusammen breit, grob und wenig
dicht, gegen die Spitze zu feiner punktirt, Humeralhöcker vortretend;
die Seiten hinter den Schultern etwas eingezogen. Unterseite
schwarz, glänzend, fein und kurz greis oder gelblich behaart,
dicht und mäfsig fein, der Bauch viel feiner und etwas quernadel-
rissig punktirt. Analsegment des g' ganzrandig, abgerundet, die
vorhergehenden Segmente etwas flach quervertieft. Beine schwarz,
die Schienen einfach und gerade, nur die Klauen rostroth gefärbt.
Zunächst mit Cortod. discolor Fairm. verwandt, aber grölser
und unterschieden durch die in beiden Geschlechtern längere und
parallele Körperform, breiteren Kopf, glänzenden und in der Mitte
spärlich punktirten Halsschild und die weitläufigen und grob
punktirten Flügeldecken.
Von Fräulein Antonie Kubischtek bei Ordubad (Araxesthal)
entdeckt. Das Thier wurde immer in Gesellschaft von zahlreichen,
ähnlich gefärbten Omophlus auf Blüthen vorgefunden, wo es von
den letzteren schwer zu unterscheiden war.
44. Dorcadion scabricolle Dalm. var. sevanyensis.
Kleiner und etwas kürzer als die Stammform, der Halsschild nur
sehr spärlich mit grofsen Punkten besetzt, sonst glatt und glänzend,
Flügeldecken vorherrschend weifs tomentirt; die schwarze Rücken-
binde im Ganzen schmaler und gegen die Spitze verjüngt, oft ab-
gekürzt; in selteneren Fällen nur an der Basis durch eine kurze
schwarze Längsmakel angedeutet. Ebenso ist die schwarze Lateral-
binde schmäler und oft verkürzt. Die schwarzen Binden sind ge-
wöhnlich nicht scharf abgegrenzt und es befinden sich oft in den-
selben unregelmälsige kleine weilse, jedoch auch auf weilsem Grunde
nicht selten schwarze Flecken.
Diese ausgezeichnete Form bewohnt die Umgegenden des
Gotschka- oder Sevangasees im nördlichen, russischen Armenien,
wo sie zahlreich von Leder gesammelt wurde.
45. Neodorcadion calabricum n. sp. Dem N. Virleti
Brull in Form, Färbung, Punktur und Behaarung äufserst ähnlich
und durch folgende Merkmale abweichend. Der membranöse Clypeus
ist höchstens durch einen äuflserst schmalen Saum angedeutet, der
Halsschild ist reichlicher grubig punktirt, die Mittellinie tief, der
Seitendorn wohl spitz aber um die Hälfte kürzer, die Flügeldecken
sind bei beiden Geschlechtern weniger breit und bauchig, viel mehr
42 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
langgestreckt, die Lateral- und Dorsalrippe ist prononeirter und
reicht viel weiter nach hinten, etwa bis zur Mitte, ebenso ist die
abgekürzte Rippe zwischen der Dorsal- und Lateralrippe länger
und deutlicher. Endlich bilden die Schulterwinkel keine deutliche
Ecke und die Zwischenräume auf den Flügeldecken sind bis zur
Spitze mit deutlichen, ziemlich groben Punkten mäfsig dicht besetzt.
Das Grundtoment der Oberseite ist schmutzig grau, auf Kopf
und Halsschild mehr gelblich, die Rippen auf den Flügeldecken
und die Naht braun, aufserdem befinden sich meist in der Nähe
der Naht und zwischen der Dorsal- und Seitenrippe einige unregel-
mälsige kleine, dunkle, wenig abgegrenzte Tomentflecken, wovon
besonders einer hinter der Mitte, gegen die Seiten der Flügeldecken
zu, hervorsteht. Unterseite sehr fein grau, seidenartig behaart. —
Long. 13—15 mill.
Ich erhielt diese Art von Herrn Professor Fiori aus Bologna,
als femoratum Brull, der sie in Calabrien sammelte.
46. Phytoecia Antoniae n.sp. Nigra, opaca, pube bre-
vissima alba sat dense tecta, antennis albo-tomentosis, elytrorum
medio parum superantibus, capite thorace paullo angustiore, dense
punctato, mandibulis apice simplicibus, acuminatis; prothorace
transverso, longitudine fere duplo latiore, albo-tomentoso, maculis
duabus parvis punctiformibus nigris denudatis dorsalibus ornaltis;
lateribus rotundato; scutello sat magno, transverso, apice obtuse
rotundato, albo; elytris basi thorace valde latioribus, apicem versus
attenuatis, supra depressis, sat dense griseo- aut albo-tomentosis,
dense fortiter punctatis, punctis apice abrupte subtilibus, apice trun-
catis, angulo suturali breviter acuminato, externo obtuso, pygidio
albo-tomentoso; subtus fulvo-pubescens, pube abdominali dilutiore
et brevissima, omnino pilis abbidis longioribus intermiztis; abdomine
alutaceo, parce subtilissime punctato, segmento ultimo ante apicem (2)
oblongim subgibboso, pedibus brevibus. — Long. 13 mill.
Mit Ph. cinerascens Kr. aus Samarkand verwandt, aber
überall staubartig dicht weils behaart, nur die Brust länger gelb-
lich behaart. Die Behaarung selbst ist eine doppelte; aulser der
staubartigen, weilsen anliegenden, befinden sich noch in spärlicherer
Menge etwas längere dazwischen, welche weniger deutlich anliegen
und auf der Stirne länger sind und abstehen. Fühler auf ihrer
Unterkante mit einzelnen längeren Haaren besetzt, sonst weils
tomentirt. Die Flügeldecken dicht längs dem Seitenrande der Länge
nach flach gefurcht; die Tomentirung daselbst entspricht mehr
jeuer gelblichbraunen der Unterseite.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 43
Ein einzelnes 2 von Fräulein Antonie Kubischtek bei Ordubad
im Araxesthale entdeckt.
47. Phytoecia adusta n.sp. Von der Gestalt der Phyt.
balcanica Friv. und dieser sehr nahe verwandt, aber etwas
grölser, anders gefärbt, mit spärlicher langer Behaarung auf Kopf
und Thorax und die dicht tomentirte Unterseite verschieden; auch
sind die Flügeldecken nur an der Basis und da kürzer aufstehend,
sonst nur anliegend behaart.
Ganz schwarz, überall grünlich grau anliegend, fast toment-
artig behaart. Die Behaarung auf dem Vorderkopfe und zwei un-
deutliche Flecken am Scheitel dichter zusammengedrängt. Hals-
schild sehr wenig oder kaum breiter als lang, an den Seiten fast
gerade, dicht punktirt, auf der Scheibe vor der Mitte mit zwei
kleinen schwarzen Spiegelflecken. Die Behaarung in der Mitte der
Länge nach dichter zusammengedrängt. Schildechen mehr gelbgrau
behaart. Flügeldecken oben flach gedrückt, sehr dicht, an der
Basis gröber, zur Spitze fast erloschen punktirt. Die Spitze der
Flügeldecken ist wie bei balcanica schwarz behaart, was aber
bei dieser Art weniger auffällt, wegen der relativ dunkleren Be-
haarung der ganzen Oberseite. Unterseite sehr dicht, fast zottig
behaart, Abdomen gegen die Spitze allmählig heller braun gefärbt.
Beine sehr dicht behaart, einfarbig dunkel, die Schenkel mit einzelnen
längeren Wimperhaaren, die Klauenglieder rostfarbig. Das Männchen
hat die Basis der Hüften immer deutlich in ein Zähnchen ausge-
zogen. — Long. 13 mill.
Ein Exemplar aus Erzerum in meiner Sammlung.
48. Zeugophora Weisei n. sp. Oblonga, conveza, nitida,
longe erecte fulvo-pubescens, nigra, capite, prothorace mesosternoque
flavis, antennis subinfuscatis, articulis quatuor basalibus flavis, seutello
parvulo, subquadrato, rufo, apice profunde emarginato; capıte parce
punctato, anlice medio sublaevi, prothorace parce fortiter punctato,
tuberculo laterali obtusiusculo, elytris parallelis, minus crebre grosse-
que punctatis. — Long. 3.6—4 mill.
Mit Z. subspinosa Fbr. sehr nahe verwandt, sehr wenig grölser,
Kopf und Halsschild nicht roth, sondern gelb gefärbt und ver-
schieden durch doppelt längere, aufgerichtete gelbliche Behaarung,
gröfseren Kopf und die Form des hell rostroth gefärbten Schildchens.
Dieses ist bei dieser Art klein, nicht deutlich länger als breit, fast
quadratisch, an der Spitze des Hinterrandes im Bogen ausgeschnitten;
bei subspinosa ist es viel länger als breit, die Seiten nach hinten
mehr conisch verengt, der Spitzenrand gerade abgeschnitten. Seltener
44 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa etc.
ist der letztere durch einen eingestochenen Punkt ebenfalls ausge-
randet; in diesem Falle entscheiden die Dimensionen des Schildehens
überhaupt. Der Kopf ist gröfser, quer-oval, die Schläfen gröflser,
nach hinten gerundet verengt. Die Punktur des Halsschildes ist
feiner und spärlicher, die der Flügeldecken gröber und weitläufiger.
Die Fühler sind schwach gebräunt, mit helleren vier Wurzelgliedern.
Von der ähnlich gefärbten scutellaris Suffr. entfernt sie sich durch
geringere Grölse, lange, emporstehende gelbliche Behaarung, die
helleren Fühler und durch die Form des Schildchens.
Ich widme diese Art dem bekannten Chrysomelidenkenner,
meinem lieben Freunde Julius Weise in Berlin und sie wurde ge-
sammelt von Herrn Leder, Kambersky und Dobretsberger im
Araxesthale, im nördlichen Armenien.
Nach der Färbung und Form des Schildchens lassen sich die
Arten übersehen:
Kopf schwarz, Halsschild roth, letzterer mit spitzem Lateral-
zahn, Schildchen viel länger als breit, ziemlich parallel,
an der Spitze abgerundet . . . . . . flavicollis Mrsh.
Kopf und Halsschild roth oder gelb, oder der erstere nur
zum Theile schwarz. Halsschild mit abgestumpften Seiten-
höckern.
Schildehen dreieckig, Kopf und Halsschild gelb, Schläfen
verdickt, Behaarung kurz, dunkel . . scutellaris Suffr.
Schildchen viel länger als breit, conisch verengt, an der
Spitze abgestutzt. Beharung kurz, dunkel subspinosa Fbr.
Schildehen so lang als breit, fast quadratisch, an der
Spitze ausgerandet. Behaarung lang, hell, aufgerichtet:
Weisei Reitt.
Einfarbig braungelb, Behaarung kurz und hell, Schildchen
wie.bei Weisen nn mm nn er DUTWErL Lower:
(Fortsetzung, folgt.)
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Drei neue Carabiden aus Bosnien.
Von
Ludwig Ganglbauer,
Custos- Adjunet am K.K. naturhistorischen Hof-Museum in Wien.
Die drei folgenden Arten wurden von meinem Freunde Dr.
Günther Ritter von Beck, Vorstand der botanischen Ab-
theilung unseres Museums, in der hochalpinen Region der Gebirge
des südlichen Bosniens entdeckt.
Nebria (Alpaeus) bosnica n. sp.
Castanea, antennis, palpıs pedibusque rufo-brunneis. Capite
crassiusculo, brevi, fronte utrinque foveolis 2 parvis, subtiliter
punctatis, impressa, antennis sat brevibus. Prothorace cordiformi,
haud fortiter transverso, angulis anticis longe products, lateribus
parum rotundatis, ad basim parallelis, angustius, postice latius
reflezis, angulis posticis acutis, basi haud profunde transversim
impressa, modice punctata, seta marginali ante medium unica. Elytris
prothorace multo latioribus et viz triplo longioribus, oblongo-ovatis,
ad basin fere recte truncatis, pone medium vix dilalatis, depressis,
sat profunde striatis, striüs fortius punctatis, interstitio tertio punctis
3. vel 4 subtilibus impresso, margine laterali antice evidenter latius
reflexo, angulo basali prominulo. Pectore ad latera subtiliter punctato.
Segmentis ventralibus 3 —5 medio uirinque unisetosis. — Long.
8.9 — 9.5 mill.
Auf der Trescavica am Rande von Schneefeldern, 9. Juli 1888.
Durch die sehr stark nach vorn verlängerten, spitzigen, nur
an der. äulsersten Spitze abgerundeten Vorderecken des Halsschildes
sehr ausgezeichnet, der griechischen N. taygetana Rottbg. wohl zu-
nächst stehend, von derselben durch geringere Grölse, viel kürzere
und gedrungenere Gestalt, viel kürzere Fühler, kürzeren Kopf, vorn
stärker gerundete Seiten, vorn breiter und tiefer ausgeschnittenen
Vorderrand und noch mehr nach vorn verlängerte Vorderecken des
Halsschildes und viel kürzere, in den Streifen ziemlich stark punk-
tirte Flügeldecken sehr wesentlich verschieden.
Kastanienbraun, die Fühler, Taster und Beine heller rothbraun.
Kopf kurz und dick, um 4 schmäler als der Halsschild, die Stirn
jederseits mit zwei kleinen, seicht punktirten grübchenartigen Ein-
46 L. Ganglbauer: drei neue
drücken. Oberlippe am Vorderrand jederseits leicht ausgebuchtet.
Fühler relativ kurz, die Mitte des Körpers wenig überragend.
Halsschild herzförmig, vor der Mitte etwa um + breiter als lang,
an der Basis wenig schmäler als am breit und tief ausgeschnittenen
Vorderrand, mit sehr stark verlängerten, nur an der äulsersten
Spitze abgerundeten Vorderecken, nur mäfsig gerundeten, im basalen
Viertel ziemlich parallelen, längs der Rundung ziemlich schmal,
gegen die spitzwinkelig ausgezogenen Hinterecken breiter abgesetzten
und aufgebogenen Seiten, flach gewölbt, an der Basis mäfßsig stark
niedergedrückt, daselbst und am Seitenrand wenig stark, im vorderen,
ziemlich seichten Quereindruck schwächer punktirt, vor der Mitte
nur mit einer Marginalseta. Flügeldecken viel breiter als der Hals-
schild, kaum dreimal so lang als derselbe, oblong-oval, an der Basis
fast gerade abgestutzt, hinter der Mitte kaum erweitert, sehr flach
gewölbt, ziemlich tief gestreift, in den Streifen ziemlich stark
punktirt, im 3. Zwischenraum mit 3 oder 4 feinen eingestochenen
Punkten. Der Seitenrand der Flügeldecken ist vorn deutlich breiter
abgesetzt, die Aulsenecke springt deutlich, bisweilen fast zahnförmig
vor, die basale Querkante ist ziemlich gerade. Seiten der Brust
seicht und weitläufig punktirt. 3.—5. Ventralsegment in der Mitte
jederseits mit nur einem borstentragenden Punkt.
Pterostichus Reiseri n. sp.
Niger, supra cupreus, pedibus rufis, tarsis, antennarum articulo
primo ad basin, palporum apice mandibulisque rufescentibus. Capite
lato, crassiusculo, laevigato, oculis magnis, impressionibus frontalibus
brevibus et parum profundis. Prothorace latitudine paullo breviore,
cordato, angulis posticis rectis, margine laterali aequaliter reflexo,
ante basin fortiter sinuato, dorso sat deplanato, ante basin utrinque
profunde bisulcato, sulcis internis fere parallelis, externis brevioribus,
obliquis, extus plicatis, linea media profunde impressa. Elytris sat
brevibus, prothorace duplo et dimidio longioribus, ad basin prothoracis
basi multo latioribus, pone medium perparum rotundato - dilatatis,
apice late rotundatis, basi truncatis, margine basali vir sinuato,
margine laterali latius reflevro, ante apicem viz sinuato, dorso
modice convero, profunde striato, strüs internis fortius punctatis,
stria 3° punctis 3—5 seligeris impressa. Processu prosternali
longitudinaliter sulcato, apice haud marginato. Pectore lateribus
parce, haud fortiter, episternis mesothoracis in impressione fortius
punctatis. Femoribus sat brevibus et crassis. Tarsis articulo ultimo
subtus haud setoso, tarsis posticis articulo primo extus sulcato.
Carabiden aus Bosnien. 47
d. Segmento ventrali ultimo apicem versus medio longitudinaliter
bümpresso, ad latera utrinque foveolato, ante marginem apicalem
puncto setigero utringue unico. — Long. 15 mill. |
1. 16. Juli 1888. Visocica.
In die 6. Gruppe der von Dr. Seidlitz (Fauna Baltica, ed. II)
gebildeten Sectionen der Gattung Pterostichus s. str. gehörig.
Schwarz, auf der Oberseite kupferig, hier und da mit grünlichem
Schimmer, die Beine gelbroth, die Wurzel des ersten Fühlergliedes,
die Spitze der Taster, die Mandibeln und die Tarsen bräunlichroth.
Kopf dick, kurz und breit, mit grofsen gewölbten Augen, glatt, die
Stirneindrücke kurz und wenig tief. Halsschild etwas breiter als
lang, stark herzförmig, mit scharf rechtwinkeligen Hinterecken, etwa
im vorderen Drittel am breitesten, seine Seiten vorn gerundet
erweitert, vor der Basis stark ausgebuchtet, in ihrer ganzen Länge
gleichmälsig aufgebogen. Scheibe des Halsschildes in der Mitte
ziemlich flach, schwach und weitläufig quergerunzelt, vor der Basis
jederseits mit 2 tiefen, scharf eingegrabenen Längsfurchen. Die
beiden inneren Längsfurchen sind gegen die Basis mehr verkürzt,
nach vorn mehr verlängert als die beiden äufseren und befinden
sich ziemlich genau in der Mitte zwischen dem Seitenrande und
der Mittellinie des Halsschildes, zu welch’ letzterer sie ziemlich
parallel gestellt sind. Die äulseren Längsfurchen sind schräg, gegen
die Basis divergirend gestellt und vom Seitenrande durch ein deut-
liches Längsfältehen getrennt. Die Mittellinie des Halsschildes ist
scharf vertieft, gegen den Vorder- und Hinterrand aber erloschen.
Hinter dem Vorderrand ist der Halsschild in flachem Bogen ein-
gedrückt, die Basalpartie desselben ist aber nur sehr schwach
deprels. Am Seitenrande des Halsschildes befindet sich eine Seta
in den Hinterecken eine 2. im vorderen Drittel. Flügeldecken
2} mal so lang als der Halsschild, an der abgestutzten Basis viel
breiter als der Hinterrand desselben, an den Seiten schwach gerundet,
etwas hinter der Mitte am breitesten, an der Spitze breit abgerundet,
ihr Seitenrand abgesetzt und sehr scharfkantig aufgebogen, vor der
Spitze äufserst schwach ausgebuchtet. Die Basalkante der Flügel-
decken ist scharf erhoben, sehr wenig gebuchtet, fast gerade und
trifft mit dem Seitenrande deutlich winkelig zusammen. Die Flügel-
decken sind mäfsig gewölbt, sehr tief gestreift, die inneren Streifen
sind im Grunde stärker, aber etwas ungleichmäflsig punktirt, am
3. Streifen befinden sich 3—5 grölsere borstentragende Punkte. Die
Seiten der Brust sind wenig stark und ziemlich weitläufig, die
Episternen der Mittelbrust in der Einsattlung gröber punktirt.
48 L. Ganglbauer: drei neue Carabiden aus Bosnien.
Schenkel ziemlich kurz und dick, die Klauenglieder sämmtlicher
Tarsen auf der Unterseite ohne Borsten, das 1. Glied der Hinter-
tarsen aufsen gefurcht.
Letztes Ventralsegment des Z in der Mitte gegen die Spitze
mit 2 Längseindrücken, an den Seiten mit einem grölseren grübchen-
artigen Eindruck, vor dem Hinterrand jederseits nur mit einer Seta.
Die schöne Art, welche ich Herrn ©. Reiser, Custos am
bosnisch-herzegowinischen Landes-Museum in Serajevo, dedicire,
zeigt die grölste habituelle Uebereinstimmung mit Pterostichus Brucki
Schaum und unterscheidet sich von demselben durch die kupferige
Färbung der Oberseite, viel kürzeren, an der Basis viel breiteren,
an den Seiten hinter der Mitte viel tiefer ausgebuchteten Halsschild,
die kaum quereingedrückte Basis und die tief eingegrabene, aufsen
von einem Fältchen begrenzte äulsere Basalfurche desselben, die
etwas vortretende äulsere Basalecke und die deutliche Punktirung
der Streifen der Flügeldecken, endlich durch die deutliche Punkti-
rung der Seiten der Brust. Fast durch dieselben Charaktere differirt
sie von dem mit Pf. Brucki so nahe verwandten Pi. Meisteri Reitt.
aus Oentral-Bosnien.
Trechus obtusiusculus n. sp.
Piceus, elytrorum sutura et margine laterali plerumque, saepius
etiam prothorace rufo-brunneis, antennis brunneis, earum basi, palpis
pedibusque rufo-testaceis. Antennis brevibus et crassiusculis, articulo
secundo quarto evidenter longiore. Sulcis frontalibus haud profunde
impressis. Temporibus quarta parte oculorum diametri brevioribus.
Prothorace brevi, modice transverso, postice angustato, lateribus
pone medium perparum sinuatis, angulis posticis obtuse rotundatıs,
basi utringue marginata et obliquata, foveolis basahbus parvıs.
Elytris oblongo-ovalibus, ad basin fere emarginatis, subtiliter striatis,
strüs 4—6 minus distinctis vel evanescentibus. Apterus. — Long.
2.7— 3 mill.
Trescavica, 9. Juli; Visocica, 16. Juli 1888. Mehrere Ex.
Dem Tr. obtusus äufserst nahe stehend, von demselben durch
geringere Grölse, viel kürzere und dickere Fühler, im Verhältnifs
zu den Flügeldecken viel kleineren und schmäleren, gegen die Basis
stärker verengten Halsschild, etwas schmäler abgesetzten Seitenrand
und garnicht vortretende, abgerundet stumpfe Hinterecken desselben
verschieden. Bei obtusus sind die Fühler ebenso gebaut wie bei
guadristriatus und ihr zweites Glied ist höchstens so lang als das
vierte. Bei obtusiusculus sind die Fühler viel kürzer und dicker
und ihr zweites Glied ist deutlich länger als das vierte.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Berichte über die von E. v. Oertzen im Jahre 1887 in
Griechenland u. Klein-Asien gesammelten Coleopteren.
V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus), Lamellicornia,
Buprestidae, Throscidae, Elateridae, Meloidae,
Oedemeridae, Cerambycidae
Ludwig Ganglbauer,
Custos- Adjunet am K.K. naturhistorischen Hof-Museum in Wien.
Tapinopterus extensus Dej. Koraxgebirge.
Tapinopterus filigranus Mill. Creta, Lasithigebirge.
Tapinopterus laticornis Fairm. v. Kapparicola. Herr
E. von Oertzen fand auf der Insel Kappari ein wohlerhaltenes
Exemplar und den halben Torso eines Tapinopterus, welcher, ab-
gesehen von seiner viel geringeren Grölse, eine solche Ueberein-
stimmung mit laticornis Fairm. zeigt, dals ich ihn vorläufig nicht als
selbständige Art anzusprechen wage. Das wohlerhaltene Exemplar,
mit dem der aufgefundene Hinterkörper eines zweiten in der Länge
vollkommen übereinstimmt, ist nur 10.5 mill. lang, während laticornis
14—15 mill. Länge erreicht. Aufserdem unterscheidet es sich von
den mir vorliegenden /aticornis-Exemplaren von Rhodus und Cypern
dadurch, dafs die beiden basalen Längseindrücke des Halsschildes
weiter nach aulsen gerückt und dem Seitenrande mehr genähert
erscheinen und dals in und zwischen denselben einzelne sehr deut-
liche Punkte hervortreten, welche bei der typischen Form höchstens
schwach angedeutet sind. Jedenfalls ist ein sicheres Urtheil über
den Tapinopterus von Kappari erst nach reicherem Materiale zu
gewinnen.
Tapinopterus insularis nov. spec.
Pterosticho cretico Friv. simillimus sed multo minor, angustior,
prothoracis forma, elytris convezioribus, basin versus magis angusta-
tis, abdominis lateribus fortiter punctatis ei processu prosterni
postice marginato diversus. — Piceo-niger, antennis palpis pedibus-
que piceo -rufescentibus, capite crassiusculo, prothorace multo
angusliore, laevi, sulcis frontalibus profunde impressis; prothorace
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 4
90 L. Ganglbauer: V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus),
ante basin utrinque wunisulcato et subtilissime punctato, lateribus
rotundato, basin versus angustato, margine anteriore leviter emar-
ginato, angulis posticis rotundatis, lateribus ante basin levissime
sinualis, anguste marginatis, ante medium utrinque puncto setigero
unico instructis; elytris oblongis, profunde striatis, strüs obsoletis-
sime punctatis, interstitüs subtilissime et sparsim vie perspicue
punctulatis, interstitio tertio punctis duobus setigeris pone medium
impresso; prosterno apice subtiliter marginato, abdominis lateribus
fortiter punctatıis.
A abdominis segmento ultimo ventrali apice utringue puncto
sefigero unico, 2. punctis duobus instructo. — Long. 13—16 mill.
Südliche Sporaden: Karpathos, Armathia, Kasos, Symi.
Unter den bisher zu Tapinopterus gezählten Arten dem lati-
cornis Fairm. (Johannis Peyr., Rhodius Mill.) zunächst stehend und
von demselben durch etwas breitere Körperform, breiteren, an den
Seiten stärker gerundeten Halsschild, vollkommen abgerundete und
nicht als kleine obtuse Winkel abgesetzte Hinterecken desselben,
kürzere, an den Seiten mehr gerundete Flügeldecken und durch viel
weniger grobe, aber dichtere und ausgedehntere Punktirung an den
Seiten der Ventralsegmente verschieden.
Noch ähnlicher ist die neue Art dem gewöhnlich zu Steropus,
von Seidlitz (Faun. balt. ed. 2, pag. 34) zu Cophosus gestellten
Pterostichus creticus Friv. (Zebei Schaum). Sie unterscheidet sich
von creticus durch geringere Grölse, schmälere, gewölbtere Körper-'
form, gegen die Basis viel stärker verengten Halsschild, viel tiefer
ausgebuchteten Vorderrand, schmäler abgesetzten Seitenrand und
vollkommen abgerundete Hinterecken desselben, schmälere und
gewölbtere, gegen den Basalrand mehr verengte Flügeldecken, viel
dichtere und ausgedehntere Punktirung an den Seiten des Abdomens
und durch die fein gerandete Spitze des Prosternalfortsatzes.
Tapinopterus wurde von Schaum (Naturg. Ins. Deutschl. I, 441)
durch umkantete Spitze des Prosternums, kurze Episternen des
Metathorax und rudimentären Scutellarstreif von den übrigen Pfero-
stichus-Gruppen mit einfachem Seitenstreifen unterschieden und zu-
nächst für Feronia extensa Dej. und die irrthümlich auf Duponcheli
Dej. bezogene protensa Schaum aufgestellt. Reitter fügte in
seiner „Uebersicht der bekannten Tapinopterus-Arten“ (Wien. Ent.
Zeitg. 1886, pag. 170) den von Schaum angegebenen Charakteren
einen neuen von besonderer Wichtigkeit hinzu, der in dem Mangel
einer Seta oder eines borstentragenden Punktes in den Hinter-
ecken des Halsschildes begründet ist. Diese Seta fehlt aber auch
Lamellicornia, Buprestidae, Throscidae, Elateridae etc. 51
dem Steropus creticus Friv. und dem von Reitter (Deutsche Ent.
Zeitschr. 1884, p. 70) beschriebenen, auch von Hrn. v. Oertzen
auf dem Berge Ocha gesammelten Steropus ovicollis von Euboea,
zwei Arten, welche in der Gattung Steropus ganz fremdartige
Elemente bilden und in nächster Verwandtschaft zu der oben
beschriebenen neuen Art und zu Tapinopterus laticornis Fairm.
stehen. Der Mangel einer Kante an der Prosternalspitze war wohl
die Ursache, dafs die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen der
‚beiden Arten zu Tapinopt. laticornis bisher nicht erkannt wurden.
Wenn schon Seidlitz (Faun. Balt. ed. II, p. 34) auf die Um-
kantung der Prosternalspitze als Gruppencharakter kein besonderes
Gewicht legt und sogar in dieser Hinsicht individuelle Modificationen
nachweist, so hindert uns nichts, Steropus creticus und ovicollis
nach den Mangel einer Seta in den Hinterecken des Halsschildes
zu Tapinopterus zu stellen. Damit sind aber die mit Tapinopterus
zu vereinigenden Formen noch nicht erschöpft. Habelmann hat
(Berl. Ent. Zeitschr. 1885, p. 143) nachgewiesen, dafs dem höchst
seltenen, bisher von Haptoderus Schmidti nicht mit Sicherheit unter-
schiedenen Pferostichus placidus Rosh. vom Monte Baldo die Seta
in den Hinterecken des Halsschildes fehlt und für diese Art die
Untergattung Crisimus aufgestellt. Pt. placidus steht aber dem
jonisch-griechischen Tapinopterus extensus Dej. in der Körperform
so nahe, dafs eine Trennung von Crisimus und Tapinopterus nicht
möglich ist.
Die Seta in den Hinterecken des Halsschildes fehlt ferner dem
Haptoderus Fairmairei Chaud. (L’Abeille V, p. 243) = cephalotes
Gaut. (L’Ab. XIV, 6) von Constantinopel und Trapezunt, auf
welchen Heyden (Deutsche Ent. Zeitschr. 1883, 72) nach der Zahl
der borstentragenden Punkte auf dem letzten Ventralsegment die
Gattung Pterotapinus aufstellte. Diese merkwürdige, auch durch
den gänzlichen Mangel einer Längsfurche auf der Aufsenseite des
ersten Gliedes der Hintertarsen ausgezeichnete Art zeigt, ab-
gesehen von der Kürze der Flügeldecken, eine so grolse habituelle
Uebereinstimmung mit Tapinopterus imperialis Reitter (Wien.
Ent. Zeit. 1886, p. 172) vom Astrosgebirge auf Morea, dafs an der
generischen Zusammengehörigkeit beider nicht zu zweifeln ist. Mit
Pterotapinus Fairmairei Chd. scheint Feronia capitata Chd. (Bull.
Mose. 1850, III, p. 140) von Nachitschevan (südöstlich vom Ararat)
äulserst nahe verwandt zu sein.
Endlich sind durch den Mangel einer Seta in den Hinterecken
des Halsschildes ausgezeichnet: Feronia (Haptoderus) cognata Dej.
4*
52 L. Ganglbauer: V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus),
vom Balkan, Platysma rebellis Reiche (Pterostichus Tieffenbachi
Schaum) aus Morea, Haptoderus rectangulus Chaud. (L’Ab. V, 246)
vom Bosz-Dagh, Molops Wiedemanni Chaud. (Bull. Mose. 1850,
III, 145) von Samsun und Amasia und vielleicht auch einige
andere mir unbekannte Molops-ähnliche Arten, welche vor der
Basis des Halsschildes jederseits nur einen Längseindruck besitzen,
so Feronia agonodera Chaud. (Bull. Mosc. 1850, III, 147) von
Samsun, Feronia (Haptoderus) molopina Chaud. (L’Abeille V, 245)
von Constantinopel, Pierostichus olympicus Kraatz (Deutsche Ent.
Zeitschr. 1875, 418) vom Olymp. Mit Einbeziehung dieser Arten
wäre Tapinopterus durch den Mangel einer Seta in den Hinter-
ecken des Halsschildes, Mangel eines äulseren Längseindruckes vor
der Basis des Halsschildes, einfachen Randstreifen der Flügeldecken
und kurze Episternen des Metathorax ausreichend charakterisirt.
Im Seutellarstreifen liegt kein wesentliches Merkmal, da derselbe
beispielsweise bei T. laticornis und aetolicus selbst individuellen
Modificationen unterworfen ist.
Pterostichus (s. str.) coraz n. sp.
Aterrimus, capite thoraceque mitidissimis, elytris alutaceis, opacis.
Capite sulcis frontalibus profundis parallelis, utringue inter oculos
dense subtiliter punctato, prothorace cordato, ante basim utrinque
biimpresso et dense rugulose punctato, elytris elongato-ovatis, basi
truncatis, leviter depressis, profunde striatis, striis subtiliter punctatis,
interstitiis alutaceis, interstitio tertio punctis tribus setigeris im-
presso.
g elytris paullo minus opacis, abdominis segmento ventrali
ultimo medio lamina magna obliqua angulatim elevata et utrinque
in margine apicali puncto setigero unico instructo, Q abdominis
segmento ventrali ultimo in margine apicali punctis setigeris duobus
instructo. — Long. 16—18 mill.
Koraxgebirge, westlich vom Parnalfs.
Eine sehr interessante, mit keiner anderen in näherer Ver-
wandtschaft stehende Art, ausgezeichnet durch sehr stark glänzenden
Kopf und Halsschild und glanzlose, mattschwarze Flügeldecken.
Kopf mälsig grofs, mit ziemlich stark gewölbten Augen, hinter
denselben sehr schwach eingeschnürt, in und hinter den ziemlich
breiten und tiefen, parallelen Stirnfarchen fein und dicht, schwach
runzelig, zwischen denselben feiner und weitläufiger punktirt.
Scheitel glatt. Fühler des g' relativ lang, beim 9 etwas kürzer,
ihr 6.— 11. Glied auf der Aufsenseite mit einer ziemlich tiefen
Lamellicornia, Buprestidae, Throscidae, Elateridae etc. 53
nach vorn verkürzten Längsfurche. Halsschild herzförmig, am
Vorderrande in ziemlich seichtem Bogen ausgeschnitten, an den
Seiten stark gerundet, gegen die etwa 4 der Länge einnehmende,.
ziemlich parallelseitige Basalpartie stärker verengt als nach vorn,
vor der Mitte deutlich breiter als lang, am seicht ausgeschnittenen
Hinterrand schmäler als am Vorderrand. Der Seitenrand des Hals-
schildes ist scharf und durchaus gleichmälsig, aber ziemlich schmal
abgesetzt, die Hinterecken sind scharf rechtwinklig. Jederseits der
sehr tiefen Mittelfurche ist der Halsschild leicht kissenartig gewölbt.
Von den beiden basalen Längseindrücken ist der innere tief und
lang, bis über das basale Drittel nach vorn verlängert, der äufsere
viel kürzer und seichter, aber aulsen von einem scharfen geraden
Längsfältchen begrenzt. Zwischen den Eindrücken zeigt die Basal-
partie des Halsschildes eine Anzahl paralleler Längsrunzeln. Die
Eindrücke sind fein, aber dicht und runzelig punktirt, an den
Seiten verbreitet sich eine weitläufigere Punktirung über die Ein-
drücke hinaus nach vorn, in der Mitte ist sie auf die Basalpartie
beschränkt. Die Scheibe des Halsschildes ist mehr oder minder
stark quergerunzelt. Aufser der langen Seta in den Hinterecken
ist nur eine Seitenraudborste vorhanden, die sich im vorderen
Drittel des Halsschildes befindet. — Flügeldecken oval-oblong, auf
dem Rücken nur flach gewölbt, dreimal so lang als der Halsschild,
an der Basalkante etwa um + breiter als die Basis des letzteren,
hinter der Mitte am breitesten, vor der Spitze am Aufsenrande
leicht ausgebuchtet, ihr Nahtwinkel schwach zahnförmig vor-
springend. In den tiefen Streifen der Flügeldecken stehen fein
eingestochene Punkte. Die äufserst fein und äufserst dicht chagri-
nirten, glanzlosen Zwischenräume der Streifen sind auf dem Rücken
ziemlich flach, gegen die Spitze gewölbt. Dritter Zwischenraum
mit 3, bisweilen mit 4 kleinen borstentragenden Punkten. Aulfser-
halb des neunten mit Augenpunkten besetzten Zwischenraumes be-
findet sich nur ein scharf und vollständig ausgebildeter Streifen,
bisweilen ist aber noch ein zweiter äulserer Streifen gegen die
Spitze angedeutet. — Prosternalfortsatz der Länge nach gefurcht,
seine Spitze nicht umkantet. Episternen der Vorder-, Mittel- und
Hinterbrust ziemlich stark und mälsig dicht, etwas runzelig punktirt.
Episternen des Metathorax kurz und breit. Ventralsegmente ohne
Querfurchen, an den Seiten viel feiner als die Episternen der
Brust, fein und runzelig punktirt. — Erstes Glied der Hintertarsen
aulsen mit 2 scharfen Längsfurchen. Klauenglied sämmtlicher
Tarsen auf der Unterseite ohne Borstenhaare. Letztes Ventral-
54 L. Ganglbauer: V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus),
segment des J' in der Mitte mit einer schräggestellten, stark und
winklig erhobenen Lamina.
Diese Art gehört zu den schönsten Entdeckungen des Herrn
E. von Oertzen.
Molops spec.? ein einzelnes Stück von Albanien (Avlona),
welches mir von parnassicola Kr. kaum verschieden erscheint,
Aristus eremita Dej. (nitidulus Dej., perforatus Reiche und
Sauley). Andros, Creta, Ins. Elasu bei Creta, Karpathos, Rhodus.
Piochard bezieht in seiner ausgezeichneten „Monographie des
Ditomides“ Aristus talpa Redtb. auf eremita Dej. Die Redten-
bacher’sche Art ist indessen nach dem Originalexemplare mit
punctulatus Chaud. identisch.
Ditomus (Odontocarus) cordatus Dej. Creta (Lasithi-
gebirge). Das Vorkommen dieser westmediterranen Art auf Creta
ist bemerkenswerth, übrigens schon von Piochard (L’Abeille
XV, 47) constatirt.
Dit. calydonius Rossi. Creta, Kasos, Rhodus.
- tricuspidatus F. Albanien (Avlona).
- (Carterus) dama Rossi. Creta (Lasithigeb.), Karpathos.
= - rotundicollis Ramb. Corfu.
Lamellicornva.
Anisoplia austriaca Herbst. Rhodus (Dorf Kastelo).
Phyllopertha lineolata Fisch. Syra, Chios.
Cetonia (Melanosa) vidua Gory. Süd-Euboea (Karystos), Andros,
Mykonos, Syra, Chios, Samos, Nikaria, Kalymnos, Skopelos.
Cetonia (Melanosa) afflicta Gory. Symi, Karpathos, Rhodus.
- (Potosia) floricola Herbst. Chios, Samos, Nisyros,
Karpathos, Rhodos. Kupferig bronzefarbige und bronzegrüne Stücke
mit weifser Bindenzeichnung auf den Flügeldecken. Ich kann unter
dem vorliegenden Materiale keine ausgesprochene Rasse erkennen.
Viele Stücke nähern sich der sieilischen Varietät cuprea Gory.
Cetonia aurata L. Samos (Marathokampos). Von der typi-
schen aurata nur durch etwas kräftigere weilse Querbinden auf den
Flügeldecken verschieden.
Buprestidae.
Julodis Ehrenbergi Lap. Rhodus.
Anthazia olympica Kiesw. Rhodus (Kloster Artemidi).
- praeclara Mannh. Nördl. Sporaden: Skopelos.
- mällefoli F. Nisyros. Karpathos.
- umbellatarum F. Karpathos.
Lamellicornia, Buprestidae, Throscidae, Elateridae etc. By)
Anthazia mundula Kiesw. Samos (Berg Kerki).
- stupida Mars. Aegina.
- lucens Küst. Rhodus (Kloster Artemidi).
- plicata Kiesw. Creta (Lasithigebirge). Mit der
Algier’schen böimpressa Mars. (Marmottani Bris.) nicht identisch.
Anthazia sepulchralis F. Karpathos.
= pinguis Kiesw. Marathocampos.
Acmaeodera sexpustulata Lap. Sali, Skopelos.
- spilophora Mars. Karpathos.
- pilosella Illig. Nisyros.
- adpersula Nllig. Sali.
- virgulata lllig. var. chrysanthemi Cheyr. Samos
(Marathocampos).
Acmaeodera Oertzenti nov. spec.
Aenea, elytris obscurioribus, irregulariter et confluenter flavo-
maculosis. Capite prothoraceque minus dense albido pubescentibus.
Capite lateribus ocellato-punctato, fronte vir convera, non cana-
liculata. Prothorace longitudine duplo latiore, basi trifoveolato,
medio profunde et disperse, simpliciter, ad latera reticulatim ocellato-
punctato. Elytris dorso paullo convezis, lateribus infra humeros
paullo sinuatis, profunde punctato-striatis, interstitüis aequalibus,
regulariter uniseriatim punctatis et setoso-pilosis. Pectoris et ab-
dominis segmenti primi lateribus ocellato-, medio segmentisque
abdominis reliquis simpliciter et subtilius disperse punctatis et laxe
piosis. — Long. 4.5 — 5.5 mill.
Insel Elasu bei Creta, Karpathos.
Bronzefarbig, die durch zahlreiche, grölstentheils in einander
fliefsende bräunlichgelbe Makeln gefleckten Flügeldecken dunkel
erzfarbig. Kopf und Halsschild mit etwas längerer, leicht auf-
gerichteter, weilser Behaarung. Kopf wenig dicht mit starken und
tiefen, gehöften, in der Mitte der Stirn nicht selten einfachen
Punkten besetzt, deren Zwischenräume wenigstens an den Seiten
ein Maschennetz bilden. Stirn zwischen den Augen der Länge
nach ziemlich flach, ohne Mittelfurche. Halsschild mehr als doppelt
so breit als lang, mäfsig gewölbt, vor der Basis mit drei kleinen
grübchenartigen Eindrücken, in der Mittellinie nicht oder nur seicht
gefurcht, in der Mitte mit einzelnen starken und tiefen einfachen
Punkten, an den Seiten mit kräftigen Nabelpunkten besetzt. Die
Zwischenräume der Nabelpunkte bilden ein in die Länge gezerrtes
Maschennetz. Flügeldecken verhältnilsmälsig flach gewölbt, am
56 L. Ganglbauer: V. Carabidae (Tapinopterus, Ditomus),
Seitenrand unter den Schultern nur schwach ausgebuchtet, tief
punktirt gestreift, die Zwischenräume der Streifen flach, gleich-
breit, mit einfacher Reihe seichter Punkte, aus welchen sehr regel-
mälsig gereihte, nach hinten gerichtete, börstchenartige Härchen ent-
springen. Zahlreiche ganz unregelmälsige, grölstentheils ineinander
fliefsende bräunlichgelbe Makeln sind über die Flügeldecken zerstreut
und bisweilen so ausgedehnt, dafs die dunkel metallische Grund-
färbung auf die Naht, die Schulterbeule und einige unbestimmte
Flecken redueirt wird. Die Unterseite ist tief und weitläufig punktirt
und mit anliegenden weilsen Härchen dünn bekleidet, an den Seiten
der Brust und des 1. Ventralsegmentes sind die Punkte genabelt.
Sphenoptera rauca F. Süd-Euboea (Stura).
- smyrnensis Lap. Samos (Berg Kerki).
- gemellata Mannh. Creta (Lasithigebirge).
- Oertzeni Jakowl. Aegina.
- Tappesi Mars. Nisyros. Auf diese Art wird die
von Morea beschriebene Sphenoptera chrysostoma Lap. (Mon.
Bupr. II, Sphenopt. 35, Atl. pl. 9. fig. 54) bezogen. Sowohl die
Abbildung als die freilich dürftige Beschreibung der Laporte’schen
Art: „Noir, tres finement ponetue. Devant de la tete et labre
d’un beau pourpre dore. Corselet transversal, arrondi laterale-
ment, un peu creuse au milien. Elytres un peu anguleuses &
l’extremite, couvertes d’assez gros points enfonces et de petites
lignes longitudinales tr&s courtes. Dessous du corps d’un bleu
noir, avec les pattes de cette derniere couleur. Jambes anterieurs
arquees“ scheinen mir unzweifelhaft auf die über das ganze Mittel-
meergebiet verbreitete und von Herrn E. von Oertzen auch auf
dem Parnals gesammelte Sphenoptera Pharao Mars., nicht aber auf
Tappesi Mars. zu verweisen.
Coraebus amethystinus Oliv. Symi, Rhodus, Karien.
- eryptocerus Kiesw. Südl. Sporaden: Kalymnos.
Agrilus roscidus Kiesw. Nikaria, Rhodus (Kastelo, Artemidi).
- derasofasciatus Lac. Rhodus (Artemidi).
Throscidae.
Throscus obtusus Curt. Albanien (Avlona), Creta (Viano).
- ezul Bonv. Albanien (Avlona).
Elateridae.
Cardiophorus syriacus L. Rhodus (Kloster Artemidi).
- tenellus Reiche. Euboea (Stura, Dystos), Keos,
Creta (Lasithigebirge).
Lamellicornia, Buprestidae, Throscidae, Elateridae etc. 97
Cardioph. procerulus Kiesw. (Kiesenwetteri Cand.) Euboea
(Karystos), Keos, Andros, Mykonos, Karpathos.
Cardioph. melampus Nlig. Buboea, Keos, Karpathos, Rhodus.
= spec.? Euboea (Karystos), aus der Verwandtschaft
des cinereus, mit auffallend kräftig punktirtem Halsschilde.
Melosidae.
Meloe scabriusculus Marsh. Albanien (Avlona), Euboea
(Karystos, Stura), Keos, Andros, Mykonos, Tinos, Creta, Rhodus.
Oedemeridae.
Dryops flavicans Fairm. Samos (Marathokampos).
Oedemera natolica Reiche. Samos (Marathokampos), Keos,
Rhodus (Kloster Artemidi).
Cerambycidae.
Stenopterus rufus L. Rhodus.
Ozypleurus Nodieri Muls. Karpathos.
Dorcadion femoratum Brull. (fuscifrons Chevr.). Albanien,
(Avlona).
Dorc. Oertzeni Ganglb. 22 von der Insel Andros mit dunkel-
braunem Grundtoment und zahlreichen, auch über die Schulter und
Rückenbinde verbreiteten braunschwarzen kleinen Tomentflecken,
differiren im Uebrigen kaum von normalen Oertzeni-2.
Dore. divisum Germ. Chios, Kos, Symi, Kalymnos, Karien,
darunter 2 mit bräunlichgrauem Grundtoment. Die Stücke von den
südlichen Sporaden und dem gegenüberliegenden Festland zeigen
mehr oder minder Neigung, in die var. /oratum Thoms. überzugehen.
Dorc. divisum var. mytilenense Kr. Samos (Berg Kerki). Diese
hübsche, in der Bindenzeichnung an Dorc. cruz erinnernde Form
tritt auf Samos als ausgesprochene Rasse auf. Die 2 stimmen in
Bezug auf das Grundtoment und die Bindenzeiehnung mit den d'
nahezu überein.
Agapanthia asphodeli Latr. Kasos.
- cardui L. Rhodus.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
VI. Griechische Chrysomelidae und Coccinellidae
von
J. Weise.
Von den nachstehend aufgezählten, von Herrn v. Oertzen 1887
gesammelten griechischen Chrysomeliden und Coceinelliden ist be-
sonders das Vorkommen mehrerer Arten interessant, die nur aus
dem südlichen Frankreich und Spanien bekannt geworden und
bisher weder in Italien und Sicilien, noch auf dem griechischen
Festlande nachgewiesen sind.
Chrysomelidae.
Labidostomus Oertzeni Ws. Rhodos.
Macrolenes ruficollis F. Sitia im östl. Creta.
Tituboea biguttata Ol. Karpathos.
Clytra novempunctata Ol. Rhodos, Kalymnos.
- atraphazidis Pall. Rhodos, Chios.
- Jaticollis Ws. Rhodos.
Cryptocephalus pygmaeus F. Die gewöhnliche Form desselben
(var. amoenus Drap., vittula Suffr.) auf den nördlichen Sporaden:
Skopelos; die Var. orientalis Ws., bei welcher die schwarze Längs-
binde jeder Flügeldecke entweder nur hinten, oder auch noch vorn,
hinter dem Schildchen, mit dem dunklen Nahtsaume verbunden ist,
war auf Samos: Berg Kerki und Marthokampos, sowie auf Kos
nicht selten.
Crypt. macellus Suffr. Skopelos (Emge), Karpathos: Berg Lastros.
- fulvus Goeze. Rhodos und Karpathos.
Pachybrachys tessellatus Ol. Phtiotis.
- limbatus var. maculatus Suffr. Rhodos.
Pachnephorus villosus Duft. Rhodos: Dorf Kastelo.
- cylindricus var. hipponensis Desbr. Corfu. Bis
jetzt der östlichste Fundort, von dem ich das Thier gesehen habe.
Chrysochus pretiosus F. Samos: Berg Kerki.
Pseudocolaspis rubripes Schauf. Rhodos: bei der Stadt Rhodos;
Samos: Marathokampos.
Die Pseudocolaspis-Arten scheinen auf die nichtigsten Merk-
male hin begründet zu sein, weshalb die Bestimmung derselben
J. Weise: VI. Griechische Orysomelidae und Coccinellidae. 59
nach den Beschreibungen nicht recht gelingen will. Zur Unter-
scheidung unbrauchbar ist im Allgemeinen die Farbe, einerseits die
des Körpers, welche von metallisch braun bis -grün variirt, anderer-
seits die der Beine; denn eine Art, die einfarbig rothbraune Beine
besitzen soll, z. B. rubripes, bildet gar nicht selten Formen, bei
denen die Schenkel anfangs einen metallisch grünen oder dunklen
Anflug an der Spitze des Rückens aufweisen, der sich späterhin
verdichtet und einen metallisch grünen oder schwärzlichen Fleck
in der Spitzenhälfte des Rückens bildet, hierauf die Schenkel mit
Ausnahme des Basaldrittels überzieht und endlich auch dieses
bedeckt. Eine ähnliche untergeordnete Rolle spielt die unbeständige,
in den Diagnosen jedoch in den Vordergrund gestellte Bildung des
Kopfschildes und der Oberlippe. Bei rubripes treten Stücke auf:
a. Der Vorderrand des Kopfschildes ist scharf, glatt, schwach
erhaben und bildet einen regelmäfsigen Bogen, die Oberlippe
ist beinahe gerade abgestutzt, so dafs die zwei bis sechs
Borstenporen derselben, welche unmittelbar über dem ab-
schüssigen Vorderrande eingestochen sind, eine annähernd
gerade Reihe bilden.
b. Kopfschild wie bei a, aber die Oberlippe bogenförmig aus-
gerandet und die Borstenporen auf den abschüssigen Theil
herunter gerückt.
c. Der Vorderrand des Kopfschildes tief dreieckig ausgeschnitten,
meist niedrig, punktirt oder wenigstens uneben, Oberlippe in
der Regel bogenförmig ausgerandet wie unter b.
Als Pseudocolaspis rubripes Schauf. steckt in den Sammlungen
ein Thier aus Griechenland, welches zu der von Schaufuls gege-
benen Beschreibung ungefähr wie die Faust auf’s Auge palst; denn
dasselbe ist bei wenigstens gleicher Länge (3.5—4.8 mill.) erheblich
breiter als cylindrica Küst. (setosa Lue.), während Schaufuls davon
angiebt, es solle „viel kleiner, halb so lang und zwei Drittel so
breit“ sein, als die genannte Art. Ferner ist das Halsschild des
Thieres nicht „gestreckter, an den Seiten gerundeter, vorn ein-
gezogen“ und „durch die viel feinere Punktur glänzender*, im
Gegentheil kürzer, namentlich erheblich breiter, dichter punktirt
und matter als bei cylindrica, endlich ist die „Punktur“ der Fld.
nicht „viel feiner“, dagegen der Nahtstreif am Ende sehr deutlich
vertieft. Es unterscheidet sich von cylindrica Küst. sicher, wie ich
schon Ins. Deutschl. VI, 279 kurz angegeben, durch die theil-
weise verdoppelten Reihen der (von hinten betrachtet, silberweils
glitzernden) schuppenförmigen Haarreihen auf den Fld., die bei
60 J. Weise: VI. Griechische
cylindrica stets einfach sind. Dafs dieses Thier trotzdem die rubripes
Schauf. sein mufßs, geht einzig aus der Vaterlandsangabe hervor,
da in Griechenland, Kleinasien (noch bei Amasia!) und Syrien
keine wirklich verschiedene Art (ausgenommen die sehr abweichende
syrische brunnipes Oliv.) vorkommt. Nach meinem gegenwärtigen
Materiale glaube ich deshalb folgende Synonymie befürworten zu
müssen:
Pseudoc. rubripes Schauf. Annal. Fr. 1862 . . . Graecia.
graeca set „hie amnohfl 0b, oRlieeuaygetos!
diversicolor Schauf. . . . . 2... 2% Cyprus:
setosu Schauf.. . . . | . Creta.
Cyrtonastes Weisei Reitter. Avlona in Albanien.
Chrysomela vernalis Brull. Cykladen: Mykonos, Keos, Syra.
- Sahlbergi Menetr. Südliche Sporaden: Kos und auf
Rhodos beim Dorfe Kastelo, Karpathos, Kasos.
In Folge der unentwickelten Schulterbeule macht das Thier
ganz den Eindruck einer ungeflügelten Art, aber auch unter dem
reichlichen Materiale, welches Hr. v. Oertzen mitbrachte, findet
sich kein Stück mit verkürzten oder rudimentären Flügeln, so dafs
die Zerlegung der Gattung in zwei Gruppen, mit unentwickel-
ten oder entwickelten Flügeln, stichhaltig zu sein scheint. Auf
den angegebenen Inseln kommt nur die broncefarbene Stamm-
form vor.
Chrys. ceretica Ol. Auf dem Lasithi-Geb. auf Creta, vorherr-
schend in der metallisch grünen Form, daneben eine dunkel braune,
mit leichtem Bronceschimmer versehene Varietät. t
Chrys. chaleitis Germ. Nördliche Sporaden: Skopelos, südl.
Spor.: Rhodos, Kasos.
Chrys. salviae Germ. Südliche Sporaden: Kos und Kappari.
- cerealis L. Griechenland: Korax-Gebirge.
- americana L. Oestliches Creta, Rhodos, Nikaris.
- menthastri Sfr. Nördliche Sporaden: Skopelos und
Skiathos ( Emge).
Prasocuris junci Brahm. Skopelos (Emge).
Luperus cous Ws. Kos.
Galeruca littoralis F. Chios, Umgegend von Hagios Galas.
- tanaceti var. gibbosa Reiche. Korax- Gebirge.
- promonae var. cretica Ws. Öestliches Creta.
- rufa Germ. Avlona in Albanien.
Podagrica malvae Il. Rhodos, bei der Stadt Rh. und Kloster
Artemili.
Chrysomelidae und Coccinellidae. 61
Podagrica fuscicornis L., nur in der var. meridionalis m. bei
der Stadt Oandia und auf Karpathos.
Ochrosis Krüperi Ws. Auf Skopelos (Emge) und Rhodos: beim
Kloster Artemidi und beim Dorfe Kastelo.
Chuetocnema major Duv. Auf Kos. Die Art war bisher nur
aus Frankreich und der Pyrenäen Halbinsel bekannt. Ebenfalls
interessant ist das Vorkommen von Ch. chlorophana Duft in Griechen-
land, welche mir von Herrn Ihle in Dresden, leider ohne nähere
Fundortsangabe, zur Bestimmung gesandt wurde.
Chaetocnema procerula Rosh. Avlona in Albanien.
Psylliodes cuprea Koch. Phtiotis.
- thlaspis Foudr. Karpathos.
- chrysocephala L. Rhodos und Karpathos.
- hyoscyami L. Ein Stück mit blauer Oberseite und
einfarbig gelbbraunen 4 Vorderbeinen, die übrigen erzgrün, die
vorderen Schenkel mit Ausnahme der Spitze pechbraun oder schwarz.
Hermoeophaga ruficollis All. Avlona in Albanien.
Phyllotreta variipennis Boield., Karpathos, und Ph. cruciferae
Goeze auf Rhodos.
Phyllotreta nigripes F. Karpathos.
Aufser Aphthona nigriceps Redtb., Karpathos, A. pygmaea
Kutsch., ebenfalls Karpathos und Nikaria, endlich A. euphorbiae
Schrank (hilaris auctor.) auf Rhodos und Karpathos, wurden noch
A. flaviceps All. in sehr grofsen Exemplaren auf Rhodos, beim
Kloster Artemidi und auf Kalymnos, sowie A. suturella Ws. beim
Dorfe Kastelo auf Rhodos gefangen.
Longitarsus verbasci Panz. Nördliche Sporaden: Skiathos;
L. Iycopi Foudr. Euböa: See bei Dystos und auf Kos; L. pellu-
cidus Foudr. bei Avlona, auf Samos, Rhodos und Kos.
Dibolia occultans Koch. Skopelos und Karpathos: Berg Lastros.
Sphaeroderma rubidum Gr. Samos: Berg Kerki.
Argopus brevis All. Nördl. Sporaden: Skopelos. Seither nur
aus Frankreich und Spanien bekannt.
Cassida graeca Kr. Rhodos: Kloster Artemidi; ©. vittata Villers.
Attica und Cycladen: Keos; C. atrata F. Chios: Umgebung von
Hagios Galas.
Coccinellidae.
Semiadalia 11-notata var. cardui Brahm. Südliche Sporaden:
Nisyros und Kos.
Coccinella septempunctata L. Rhodos; sehr kleine Stücke, die
in der Grölse an C. 5-punciata erinnern.
62 J. Weise: VI. Griechische
Platynaspis luteorubra Goeze. Skiathos und Kos.
Scymnus subvillosus Goeze. Nördl. Sporaden: Skiathos, südl.
Sporaden: Karpathos; die Var. pubescens Panz. und Uebergänge
zur Var. junipert Motsch. von Skopelos, Keos, Kos und Samos.
Scymnus rubromaculatus Goeze, Skopelos; Sc. Apetzi Mls., auf
den Sporaden und Cycladen verbreitet; Sc. Ludyi Ws., Skopelos;
Sc. pulchellus Hbst., Aegina; Sc. bipunctatus Kugel, Samos.
Scymnus infirmior Ws. Creta: Lasithi-Geb.
Beschreibungen der erwähnten neuen Arten.
1. Labidostomis Oertzenin.sp. Sat elongata, viridi-aenea,
interdum leviter coerulescens, subnifida, pube albida molli erecta sat
dense vestita, elytris glubris, pallide testaceis, puncto humerali nigro;
antennis cyaneis articulis 4 primis plus minusve rufo-testaceis, articulo
secundo brevi, Iransverso, tertio sat elongato, quarto trianguları
quam quinto parum angustiore, capite subquadrato, crebre punctulato,
verlice subconvezo, fronte late excavata, clypeo arcuatim emarginato,
labro testaceo; prothorace tenuiter punctato, elytris minus crebre
punctatis. — Long. 7.5—8.5 mill.
Mas: Capite mediocri, mandibulis validiusculis, modice ezsertis,
parum arcuatis, pedibus unticis elongatis, tibiis subarcuatis.
Im Körperbau der Lab. rufa Waltl ähnlich, jedoch von ganz
verschiedener Farbe und Skulptur, durch die gelbe Oberlippe, den
breiten, gerundeten Ausschnitt des Kopfschildes und vom vierten
Gliede an deutlich gesägte Fühler sofort zu unterscheiden; Lab.
diversifrons Lefevre, welche nur noch in den Stücken zum Vergleiche
herangezogen werden dürfte, deren viertes Fühlerglied mehr als
normal verbreitert, defshalb dreieckig ist, besitzt einen noch
schlankeren Bau und weicht durch das dreizähnige Kopfschild, viel
kürzer und feiner behaartes Halsschild, feine Seulptur der Oberseite.
den Zahn an den Vorderschenkeln des Männchens etc. bedeutend ab.
d'. Cylindrisch, metallisch grün, selten mit bläulichem Schimmer,
Fld. blafs bräunlich gelb, auf der Schulterbeule ein scharf begrenzter
schwarzer Punkt. Die Unterseite, sowie Kopf und Halsschild
ziemlich dicht mit mälsig langen weilslichen, aufgerichteten Haaren
besetzt. Fühler den Hinterrand des Halsschildes kaum überragend,
dunkel kornblumenblau, die ersten vier Glieder rothgelb, das erste
und vierte gewöhnlich mit blauer Oberseite, Glied 1 dick, gestreckt,
2 sehr kurz, kaum schmaler als das erste, 3 schlank, um die
Hälfte länger als breit, 4 dreieckig, länger als 3, wenig schmäler
als die folgenden, scharf gesägten Glieder. Kopf viereckig, Stirn
Chrysomelidae und Coccinellidae. 63
breit, zwischen den Augen mehr oder weniger tief ausgehöhlt, dicht
und fein punktirt, der Scheitel mälsig gewölbt, mit einer kaum
angedeuteten Mittelrinne.e Kopfschild vorn tief bogenförmig aus-
gerandet, Oberlippe gelb. Mandibeln mälsig lang und stark, nur
vorn gebogen, ihr oberer Rand in der Mitte zahnförmig erhöht, der
Unterrand geradlinig. Halsschild quer, etwas gewölbt, nach vorn
mehr als nach hinten verengt, vor dem Hinterrande und am Vorder-
rande quer vertieft, mit einer kurzen Mittelrinne vor dem Schildchen
und einem Grübchen jederseits auf der Scheibe hinter der Mitte,
fein, wenig dicht punktirt, an den Seiten und vor dem Hinterrande
etwas dichter und stärker als in der Mitte, die Zwischenräume
glatt, mehr oder weniger glänzend. Fld. so breit als das Hals-
schild, etwas glänzend, nicht besonders dicht, aber kräftig und be-
sonders tief punktirt, mit Spuren von einigen schmalen Längs-
rippen, der Raum an der Spitze beinahe glatt. Vorderbeine
ziemlich stark verlängert, ihre Schenkel verdickt, ihre Schienen
wenig gekrümmt, auf der Innenseite nahe der Spitze oft gelblich.
2. Etwas breiter und in der Regel auch länger als das Männ-
chen, mit glänzenderen Fld., kleinerem Kopfe, kurzen Mandibeln,
Fühlern und Beinen und flacherer Stirn. Kopfschild klein, in
seichtem Bogen ausgeschnitten, Halsschild von den Hinterecken
aus gleichmälsig im Bogen nach vorn verengt, seine Eindrücke nur
angedeutet. Die Eigrube des letzten Bauchringes ziemlich tief, mit
scharfen Seitenrändern.
Auf Rhodos beim Dorfe Kastelo und in der Umgebung des
Klosters Artemidi in Anzahl gefangen.
2. Clytra laticollis n. sp. Oblongo- ovalıs, nigra, nitida,
subtus cum capite griseo-pubescens, prothorace brevi, sat converxo,
antrorsum parum angustato, sublaevi, lateribus anguste marginato-
reflezo, angulis omnibus rotundatis, elytris flavo-rufis, obsolete
punctulatis, puncto humerali majore fasciaque transversa infra medium
nigris. — Long. 10—12 mill.
Mas: Segmento ultimo ventrali in medio impressione minus pro-
funda, lata, glabra, nitida.
Diese interessante Art erinnert in der Farbe und Zeichnung
an Cl. laeviuscula Ratzb. und nigrocincta Lac., ist aber viel unter-
setzter als die erstere und schlanker als letztere, von beiden durch
das vorn breite Halsschild, von nigrocincta aulserdem noch durch
den geraden Hinterrand und den glatten und kahlen Längsstreifen
auf der Mitte des letzten Bauchsegmentes beim Männchen ver-
schieden; C/. valerianae, deren dunkelste Form fetrastigma Schmidt
64 J. Weise: VI. Griechische
einige Aehnlichkeit in der Färbung besitzt, würde, ganz abgesehen
von der mehr eylindrischen Form, durch die Längsrunzeln des
Gesichtes zu trennen sein.
Länglich-oval, oberseits stark glänzend, schwarz, Fld. gröfsten-
theils rothgelb, die Unterseite, die Beine und der Kopf mit
Ausnahme des Kopfschildes dicht grauweils behaart. Fühler
schwarz, Glied 2 und 3 in der Regel gänzlich, die folgenden zwei
oder drei Glieder unterseits wenig lebhaft rostroth, Glied 1 und 2
mit einem Büschel weilslicher Haare. Augen sehr grof[s, schwach
gewölbt, sehr fein facettirt. Stirn zwischen den Augen ziemlich
eben, Kopfschild etwas vertieft, oben durch einen bogenförmigen
flachen Eindruck abgesetzt, mit kurzer Mittelrinne. Halsschild
doppelt so breit als lang, nach vorn etwas verengt und zusammen-
gedrückt, hinten wenig, vorn stärker querüber gewölbt, die Seiten
zum grölsten Theile von oben sichtbar, Vorder- und Hinterecken
abgerundet. Die Seiten schmal gerandet, mit einzelnen Pünktchen
in der Randlinie, die Scheibe kaum sichtbar punktirt, fast glatt.
Fld. rothgelb, ein grofser Schulterpunkt und eine gleichbreite Quer-
binde dicht hinter der Mitte, vom Seitenrande eine Spur weiter
entfernt als von der Naht, schwarz. Nahtwinkel abgerundet, Scheibe
verloschen und sehr fein punktirt, mit noch feineren Punkten in
den Zwischenräumen; innere Randleiste der Epipleuren neben den
Hinterhüften auf die Unterseite der Fld. gebogen und unsichtbar.
Beine sehr stark. Bauch fein querrunzelig punktirt, das letzte
Segment beim g' mit glattem Längsstreifen in der Mitte, welcher
von einem seichten, hufeisenförmigen Eindrucke durchsetzt wird, der
Hinterrand kaum ausgeschnitten.
Ebenfalls auf Rhodos beim Dorfe Kastelo und nahe der Stadt
Rhodos entdeckt.
3. Luperus cous n.sp. Subparallelus, minus convezus, niger,
nitidus, femorum apice, tibüs tarsisque testaceis, fronte laevi, glabra,
antennis basi obscure testaceis articulo tertio secundo oval vir
longiore, prothorace fortiter transverso, biimpresso, latera versus
subtilissime punctato, elytris crebre obsoletissime punctulatis, seriebus
nonnullis e pilis brevibus erectis formatis instructis. — Long. 3 mill.
Mit dem mir unbekannten L. foveolatus Rosh. aus der Sierra
Nevada und L. Rottenbergi Ragusa von Sicilien äulserst nahe ver-
wandt, von beiden durch dunkle Fühler und Schenkel, die Sculptur
des Halsschildes und die kahle Stirn verschieden; die Reihen auf-
rechter Härchen auf den Fld., kommen in der Calomierus - Gruppe
nur noch bei Rottenbergi und dem oberseits hellgefärbten setu-
Chrysomelidae und Coccinellidae. ' 65
losus Ws. aus Oran vor (wahrscheinlich auch bei foveolatus).
Gestreckt, ziemlich gleichbreit, wenig gewölbt, glänzend schwarz,
die Fld. bei den vorliegenden, nicht völlig ausgehärteten Stücken
pechschwarz, die Spitze der Schenkel und die Schienen hell bräun-
lichgelb, die Tarsen und die vier bis fünf ersten Fühlerglieder
etwas dunkler, rostroth bis wenig lebhaft röthlichbraun, oft auch ein
kleiner Fleck in den Ecken des Halsschildes gelblich. Stirn über
den Höckerchen spiegelglatt und kahl. Halsschild doppelt so
breit als lang, an den Seiten stark gerundet, beiderseits gleich-
mälsig verengt, mit sehr stumpfen Ecken, oben wenig gewölbt, mit
einem schwachen Grübchen vor dem Schildchen und einem ver-
loschenen Quereindrucke in der Mitte, welcher jederseits von einer
Grube begrenzt wird. In der Mitte, namentlich vor dem Hinter-
rande, ist das Halsschild beinahe glatt, nach den Seiten hin äulserst
fein, jedoch unter stärkerer Vergröfserung deutlich punktirt. Fld.
dieht, äufserst fein und verloschen punktulirt, mit drei bis vier
Reihen weitläufig stehender, aufrechter, weilser Härchen; die erste
Reihe befindet sich neben der Naht, die vierte ein Stück über dem
Seitenrande. Auf dem Rücken scheinen diese Härchen: leicht ab-
zubrechen, so dafs man dieselben gewöhnlich nur'in der Seiten-
reihe, besonders unter der Schulterbeule, und auf dem Abfalle zur
Spitze bemerkt. Die Seiten der Brust und der Bauch sind äufserst
fein punktirt und ziemlich dicht weifslich behaart.
Auf der Insel Kos (südliche Sporaden) gesammelt.
4. Galeruca pomonae var. cretica: Oblongo-ovalis, valde
conveza, tota nigra, subsericeo-micans,: elytris apicem versus parum
dilatatis, profunde punctatis, costis dorsalibus 1, 2 et 4 sat elevatis. —
Long. 11 mill. u
Die einfarbig schwarzen Formen von pomonae, .welchesHäupt-
sächlich am Südfulse der Alpen auftreten (in neuester Zeit hasamders
zahlreich von Hrn. Strasser aus München am Primero, im Val
d’Avisio und bei Filettino erbeutet), sind durchschnittlich viel kleiner
als die helle Stammform, im Allgemeinen schwach gewölßt, nach
hinten bedeutend erweitert und erinnern lebhaft an G. aiaweli E.
Einen abweichenden Habitus besitzen die Exemplarejiswelche
Hr. von Oertzen bei Sitia im östlichen Creta sammelte. Dex, Känpar
ist ziemlich gestreckt, nach hinten nur wenig verbreitert, hoch
gewölbt, seidenartig- oder fettig glänzend, pechschwarz, die Fld.
sind Kräftig und tief punktirt, wenig gerunzelt, mit“SeH I
mälsig hohen Normalrippen 1, 2 und 4, die dritte fehlt oder ı
nur angedeutet. a
auH DBav asıns 1
3 stud IdsS sid
I seusduA mi 1A
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 5
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
VII. Griechische Cureulioniden.
Von
Joh. Faust in Libau.
Verzeichnifs der Arten !!),
Phyllobius *fulvagoides Reitt. var. marginahs Fst. Lasithi-Geb. 1.
— serripes Desbr. Phtiotis.
Polydrosus bellus Kr. Rhodos.
— *sicanus Chor. Lasithi- Geb.
— *armipes Brll. var. Schönherri Fst. 2.
Foucartia *bella n.sp. Sciathos. 3.
Caulostrophus ottomanus Fairm. Rhodos, Skyros, Skiathos, Skopelos.
Trachyphloeus *laticollis Bohm. Nikaria, Avlona (Albanien).
Thylacites 7 fritillum Panz. Samos, Nikaria.
Platytarsus *Oertzeni n. sp. S. Euboea. 4.
Conocetus angustus Luc. Rhodos, Skopelos, Kalymnos, Karpathos,
Nigros, Nikaria. 5%.
— gracilicornis Ksw. Rhodos, Phtiotis.. 5%.
Strophomorphus hispidus Bohm. Armathia, Chalki, Chios.
— *0ertzeni n. sp. Armathia, Kasos, Kos, Symi, Kalymnos,
Nikaria, Rhodos, Samos, Karien. 6.
— *creticus n. sp. Lasithi-Geb. 7.
Psalidium spinimanum Reiche. ‚8. Euboea, Keos, Kos.
— — var. *Kiesenwetteri Fst. Creta,Rhod.,Karp. 8. Keos, Symi, Nik.
— '*Reichei n. sp. Chalki, Symi, Elasa. 9.
— *Levratii Reiche. Samos.
— — var. *rugicolle Fst. Samos. 10.
— *cumulatum n. sp. Kasos, Karpathos. 11.
— *auziliare n.sp. Karpathos. 12.
— '*creticum n. sp. Lasithi-Geb. 13.
Aryraeus Kraatzi Ksw. Creta. 14.
1) Die mit einem * versehenen Arten sind für die Fauna
Griechenlands und der umliegenden Inseln noch nicht genannt. —
Die mit einem 7 versehenen Arten habe ich nicht gesehen; ihre
Namen und Fundorte sind mir von Hrn. v. Oertzen mitgetheilt. —
Die Zahl hinter einer Art bedeutet die Nummer, unter welcher diese
Art im Anhange besprochen wird.
Joh. Faust: VII. Griechische Curculioniden. 67
Sitona *intermedius Küst. —= vestitus All. Keos, Skiathos.
— lineatus L. Skopelos, Karystos, Viano.
— flavescens Marsh. Karien.
— *puncticollis Stph. Karien, Keos, Karpathos.
— hispidulus F. Korax-Geb., Rhodos, Chios.
— *circumductus Desbr. Rhodos, Keos, Skopelos. 15.
— *ophthalmicus Desbr. Skopelos, Karystos. 16.
Rhytirrhinus deformis Reiche. Korax-Geb., Samos.
Brachycerus algirus var. cirrosus Bohm. Syra, Mykonos.
— cinereus Oliv. Attika, Mykonos, Andros, Elasa, Keos, Samos.
— undatus F. S. Euboea, Syra, Doris.
— juniz var. sinuatus Oliv. Karystos, Andros, Keos, Tinos, My-
konos.
— aegyptiacus Oliv. Keos, Syra, Rhodus, Tinos, Lasithi-Geb.,
N. Sporaden, S. Sporaden, S. Euboea.
— plicatus Gyll. Chios. Nur ein Torso.
— *foveicollis Gyll. Samos. Nur 1 Stück mit 2 Beinen.
Minyops variolosa F. Lasithi-Geb. Ein Exemplar.
Hypera porcella Cap. Doris, Karystos. 17.
— crinita Bohm. Kos. Ein Stück.
— corcyrea Fst. Corfu. 1 d.
— *noscidia n. sp. Korax-Geb. 18.
— Teyrta Germ. Keos, Mykonos, Rhodos, Kasos, Chalki.
Donus Tpunctata F. S. Euboea, Chios.
— Tfasciculata Hrbst. Ins. Elasa.
Phytonomus murinus F. Mykonos.
— variabilis Hrbst. Andros, Karpathos.
— meles F. Avlona.
— nigrirostris F. Avlona.
Coniatus tamarisci var. Mimonti Boield. Chios.
Cleonus Tcaesus Gyll. Keos, Andros, Mykonos, Creta.
— tTobligquus F. Samos, Symi.
— tToittiger Fhrs. Kalymnos.
Mecaspis senilis Chvr. Lasithi-Geb.
— grammicus Panz. Korax-Geb., Samos.
Pachycerus *miztus F. Rhodos.
Lizus Talgirus L. Aegina, Keos, Andros, Mykonos, Creta.
— tridis var. conniveus Gyll. Karystos.
— cardui Oliv. Rhodos, Karpathos, Samos.
— anguinus L. Karpathos.
— scolopaw Boh. Rhodos.
De
68 | Johannes Faust:
Lizus vilis Rossi. S. Euboea, Kos, Andros.
— elegantulus Bohm. Kalymnos, Skopelos, Rhodos.
Larinus flatus Hrbst. Chios, Keos, .Nikaria, Karien.
— rmaculatus Gyll. Nikaria, Karien.
— buccinator Oliv. Kos. 1 Hinterleib.
— *syriacus Gyll. Kos, Skopelos, Karien. 19.
— *turbinatus Gyll. S. Euboea, Symi.
— carinirostris Gyll. Kalymnos, Skiothos.
— siculus Bohm. Symi. Ein: Hinterkörper.
Liparus graccus Brll. Tinos, Mykonos, Chios, Andros, S. Euboea. 20.
— — var. punctipennis Brll. Rhodos, Creta, S. Sporaden, Karien.
Pachytychius 'thordei Brll. Creta.
Smicronyz Tcyaneus Gyll. Creta, Albanien.
— Teicur Gyll. Samos.
Echinocnemus confusus Fst. Euboea. 21.
Bagous argillaceus Gyll. Euboea.
— biümpressus Fhrs. Euboea.
— *frit Gyll. Euboea.
Anthonomus pomorum L. Lasithi-Geb.
Tychius *neapolitanus Tourn. Symi, Avlona.
— *sericellus n.sp. Avlona. 22.
— *discicollis n. sp. Samos. 23.
Sibinia primita Hrbst. Phtiotis.
Mecimus piraster Hrbst. Karpathos.
— setosus Ksw. Karystos.
Litodactylus *leucogaster Marsh. Euboea.
Coeliodes *simulans n. sp. Euboea. 24.
Ceutorrhynchidius urens Gyll. Nikaria.
— *terminatus Hrbst. Nikaria.
— *apicalis Gyll. Nikaria.
Ceutorrhynchus *suturalis F. Samos,
— quadridens Panz. Karpathos.
— picitarsis Gyll. Karpathos.
Baris timidus Rossi. Karpathos.
Eumycterus Talbosquamulatus Bohm. Euboea, Mykonos, Rhodos.
Rhynchites Tcribratus Desbr. Rhodos.
Mesites cribratus Fairm. Karystos.
Brachytemnus porcatus Germ. Samos.
Eremotes planirostris Panz. (Rh. elongatus Gyll.).. Korax-Geb.
VII. Griechische Curculioniden. 69
Besprechung und Beschreibung einiger Arten.
1. Phyllobius fulvagoides Reitt. var. elytrorum sutura inter-
stitüisque A primis fulvescentibus, reliquis viridi-squamosis .....:
marginalis Fst. Lasithi- Gebirge.
Die Beschuppung von fwlvagoides ist nicht so dicht, dafs
die Körperfarbe nicht zu erkennen wäre; zwischen den Schuppen
liegt eine bräunliche Behaarung, welche gegen das Licht gesehen
nur hinten etwas absteht. Die Schuppen auf Kopf, Rüssel, Thorax-
rücken und Schenkelspitze sind lang lanzettlich, diejenigen auf den
Decken, den Thoraxseiten und der Unterseite — auf dem Abdomen
sehr spärlich — kurz lanzettlich mit abgerundeter oder abgestutzter
Spitze. Auf den Seitenspatien stehen die Schuppen wohl etwas
dichter als auf dem Rücken, dennoch sehen bei gut erhaltenen
Stücken alle Spatien fein schwarz irrorirt aus. Alle Schenkel kräftig
und stark gezähnt. Der flach und breit gefurchte Rüssel ist beim
d scheinbar länger, weil der Kopf schmäler als beim 2 ist; Ab-
dominalsegment 2 hat keinen Querkiel, dafür ist das Analsegment
der Länge nach muldenförmig vertieft. Zuweilen sind die Schenkel
bis auf die Basis dunkel gefärbt.
Alle diese Eigenschaften besitzt auch ein Käfer vom Lasithi-
Gebirge, nur sind in beiden Geschlechtern die Decken nicht ein-
farbig, sondern nur die Sutur und die 4 ersten Spatien allein be-
sitzen die Farbe des einfarbigen fulvagoides, die übrigen Spatien
sind schön grün gefärbt.
2. Polydrosus armipes Brll. var. Schönherri Fst. Der
typische armipes ist grün gefärbt mit rothgoldenem Vorderkörper
und rothen Beinen. Ich besitze ein griechisches so gefärbtes
Stück (g'), bei welchem Schenkel und Krallen dunkel sind und
die Stirne etwas breiter und tiefer eingedrückt ist als gewöhnlich;
auf solche Stücke ist wohl der tibielluws Desbr. zu beziehen.
Nach ganz grünen Stücken, welche zuweilen ‘dunkle Schenkel,
theilweise oder ganz dunkle Schienen und die Spitze der Tarsen
dunkel haben, beschrieb Gyllenbal seinen armipes, welchen ich
in Schönherri umbenannt habe. Eine ganz rothgelb beschuppte
Varietät, welche Kiesenwetter im Beitrag zur Käferfauna von Griechen-
land 1864 bereits erwähnt und von welcher Oertzen auf seiner
früheren Reise einige Stücke auf Creta erbeutet hat, nenne ich
secretus.
3. Foucartia bella n.sp. Oblongo-ovata, paulo convera,
nigra, squamis rotundatis albido-argenteis obsitus, brunneo-maculata,
70 Johannes Faust:
supra reclinatim setosa; antennis tibiüs tarsisque rufo-brunneis ;
fronte lata conveza; oculis magnis sat prominulis; rostro longi-
tudine latiore, subconico, plano, longitudinaliter impresso; antennis
longioribus crassioribus; prothorace parum transverso, subeylindrico;
elytris postice rotundato-acuminalis, dorso minus converis, punctato-
striatis, in striis depressis, in interstitüs setis reclinatis uniseriatim
obsitis, macula antica et antiapicali etiam fascia transversa, in sutura
flezuosa, brunneis. — Long. 3, lat. 1.1 mill.
Skiathos (N. Sporaden). Von Herrn Emge in einem Stück
gefangen.
Von Schwarzi Reitt. (Corfu) mit fadenförmigen Schuppen
durch grofsen Kopf, schmale gestreckte Decken und längere Beine,
von ptochoides Bach. durch noch längere, der Länge nach
weniger gewölbte Decken, längeren Rüssel und Fühlerschaft, ge-
wölbtere Augen und kräftigere Beine, von liturata Reitt. durch
andere Zeichnung, längere Borsten, cylindrischen Thorax und
dunkle Schenkel zu unterscheiden; in der Körperform ist die neue
Art dem ptochoides am ähnlichsten.
Rüssel im Verhältnifls zur Breite ebenso lang, die Stirne aber
schmäler als bei e/legans (daher auch weniger konisch), breiter
und tiefer gerinnt, an der Spitze breit dreieckig eingedrückt. Fühler-
schaft so lang als die Geilsel, beide kräftiger als bei elegans,
Geifselglied 1 länger als 2, dieses doppelt so lang als 3, Keule
zugespitzt und mit der Geilsel gleich gefärbt. Vorder- und Hinter-
rand des Thorax gleich breit, die Seiten schwach gerundet. Die
Borsten auf den Decken sind etwas kürzer als die von elegans;
die vordere, längliche, braunbeschuppte Makel steht auf Spatium
3 und 4 nahe der Basis und ergreift wischartig nach hinten noch
einen Theil von Spatium 2; die dreieckige Spitzenmakel ist seit-
lich durch die weilse Sutur und den Marginalsaum begrenzt; vor
dieser Spitzenmakel steht auf der Sutur nebst den beiden anliegenden
Spatien eine V-Makel, welche sich jederseits mit einer etwas ge-
zackten Querbinde dicht hinter der Mitte auf Spatium 3 bis 6 ver-
einigt. Die gereihten Borsten stehen in kleinen Kahlpunkten.
Wie bei den übrigen Arten ist die Beborstung auf dem Thorax
entgegengesetzt derjenigen auf Rüssel und Decken gerichtet.
4. Platytarsus Oertzeni n. sp. Ovatus, depressus, rufo-
testaceus, sguamis cinereis opacis rolundatis sat dense tectus, breviter
reclinatim setosus; rostro crasso, antice late sulcato; scrobe triangu-
lariter cavernosa, postice ezplanata; oculis angustis elongaltis;
antennis brevioribus parum “incrassatis; prothorace transverso,
VII. Griechische Curculioniden. 71
antrorsum magis rotundato; elytris dorso depressis, punctato-sub-
striatis, intersiitüs vie converis uniseriatim setosis. — Long.
1.5— 2.75, lat. 1—1.2 mill.
S. Euboea auf dem Berge Ocha.
Der neue Platytarsus. schlielst sich mit dreieckiger Fühler-
grube an transsylvanicus Seidl. und kubanensis Reitt. an,
unterscheidet sich von beiden durch gestreckteren Körper, sehr
flach gewölbte Decken sowie durch die ungewöhnlich langen und
schmalen Augen, welche doppelt so lang als breit sind; ‚von
ersterem noch durch kürzere, viel weniger abstehende Borsten der
Oberseite, von letzterem durch kürzere, dickere Fühler und Beine,
durch breiteren auch höheren Rüssel mit breiter Mittelfurche und
weniger gewölbte Deckenspatien verschieden.
Die 3 mir vorliegenden Stücke von Oertzeni scheinen eine
an den Seiten dichter weifslich beschuppte Hinterbrust und ein
dünn beschupptes Abdomen zu haben; eine diese Stücke mehr oder
minder, bedeckende Lehmschicht läfst diese Eigenschaft nicht mit
Sicherheit erkennen.
5%. Conocetus angustus Luc. Es sind bereits 7 Arten
von Conocetus beschrieben, ohne dafs die Gattung bisher an
richtiger Stelle placirt ist. Der beste Beweis, dafs dies nicht ge-
schehen, ist, dafs der Autor Desbrochers — Opuse. ent. p.5d —
wohl die Verschiedenheit von Polydrosus und Scythropus her-
vorhebt, nicht aber angiebt, wohin die Gattung zu stellen ist; im
Katalog Heyden, Reitter, Weise ist Conocetus — Desbrochers
schreibt Conocetus — als besondere Gattung hinter Polydrosus
gestellt, in den Bestimmungstabellen von Stierlin als Untergattung
von Polydrosus angesehen. Polydrosus und Scythropus haben
fast gleich breite, parallelrandige unter die Augen gerichtete Fühler-
furchen und runde Augen und sollten nieht weit von einander ge-
stellt werden. Dagegen ist bei Conocetus das Auge oval und
die Fühlerfurche dreieckig, sie verflacht. sich nach hinten, die
Ränder der Fühlerfurche divergiren zu den Augen hin, nehmen
also das Auge zwischen sich auf; der Oberrand, den Augenober-
rand tangirend erlischt vor dem Auge, der untere, ziemlich scharfe
und weiter als jener geführte ist weit unter den Augenunterrand
gerichtet.
Ganz ähnliche Augen und Fühlerfurchen haben z. B. Laparo-
cerus!), Strophomorphus und es liegt kein Grund vor, Cono-
1) Besonders die schlanken Attantis-Arten.
73 0 Johannes Faust:
cetus von dieser Gruppe auszuschliefsen, welche Lacordaire mit
Laparocerides bezeichnet hat. Nach Ausschlufs einiger nicht
hierhergehöriger Gattungen, wie z.B. Aprepes, Elytrodon!),
Bubalocephalus, würde ein grolser Theil der von Seidlitz in der
zweiten Abtheilung seiner Otiorrhynchides s. str. aufgezählten
Gattungen mit Mandibelnarbe, divergirenden Fühlerfurchenrändern,
ovalen oder runden Augen in die Laparocerus-Gruppe aufge-
nommen werden können, welche sehr gut den Uebergang der
Gruppe mit unter die Augen gebogenen zu der mit oberständigen
Fühlerfurchen vermitteln würde. Die Brachyrrhinidae Bedel
zerfallen dann nach der Art der Fühlerfurche in die 3 Divisionen
Strophosomini, Laparocerini, Brachyrrhinini, von wel-
chen die beiden ersten zusammen den Brachyderini Bedel ent-
sprechen.
Der lange, den Thoraxvorderrand erreichende Fühlerschaft
hat Lucas wohl veranlalst, den angustus als Eusomus zu beschreiben,
welcher später von Kiesenwetter, allerdings mit Bedenken und mit
Hinweis auf die freiliegenden Maxillen, als Polydrosus virens be-
schrieben wird.
5b. Conocetus gracilicornis Kiesw. Bei einem Besuch
vor Jahren bei Cl. Müller in Dresden, dem Besitzer der Kiesen-
wetter’schen Sammlung, durfte ich ein Stück des gracilicornis
von Creta mir auswählen. Als ich dies Stück später mit der Be-
schreibung verglich, stellte sich heraus, dafs die relative Länge der
Geifselglieder 1 und 2 nicht mit der Beschreibung übereinstimmte,
da 1 nicht länger, sondern ebensolang als 2 ist. Jetzt, nun mir
mehrere Stücke dieser Art vorliegen, erweist es sich, dafs,
unabhängig vom Geschlecht, Geifselglied 1 in der Länge etwas
variirt.
Nach Stierlin’s Bestimmungstabellen würde man diesen Käfer
für Conocetus graecus Strl. halten, wobei man sich nicht an
der Form des Thorax zu stofsen braucht, da bei meinem Q der
Thoraxhinterrand schmäler, beim g' ebenso breit ist als der Vorder-
rand. Da Stierlin den gracilicornis als Polydrosus (Eustolus)
aufführt, so ist wohl anzunehmen, dafs er diesen Käfer in natura
nicht gekannt hat und dafs sein Conocetus graecus mit gracili-
cornis identisch ist.
1) Aprepes und Elytrodon gehören zu den NR
8. str., Bubalocephalus zu den Hyperiden.
VII. Griechische Curculioniden. 73
Ich halte nun aber den gracilicornis auch für identisch
mit bardus Gyll., dessen Beschreibung ausgezeichnet auf unseren
Käfer palst, Im Gegensatz zu Gyllenhal, welcher einen grün be-
schuppten Käfer beschreibt, führt Stierlin in den Bestimmungs-
tabellen einen weils beschuppten als bardus von Cypern, $. Ruls-
land und der Türkei auf. Weder ist mir ein russischer noch ein
türkischer Käfer vorgekommen, welchen ich als bardus Strl. be-
stimmen könnte, wohl aber erhielt ich einmal ein Stück von Baudi
als bardus Gyll. Cypria, welcher grolse Aehnlichkeit mit grandi-
ceps Desbr. — ich besitze ein Stück vom Autor — hat und
welchen ich ohne jeden Zwang als bardus Strl. bestimme. Dieses
Stück hat, wie auch grandiceps, nicht den ganzen Thorax,
sondern nur die Seiten und eine feine Mittellinie weils beschuppt
und. unterscheidet sich von diesem hauptsächlich durch runde
Schuppen, dunkle Schenkel, kräftiger punktirten Thorax, durch
die beiden gleich langen Geifselglieder 1 und 2, sowie durch die
Reihe feiner Kahlpunkte auf den Deckenspatien. Ich nenne diese
Art Baudii!),.
6. Strophomorphus Oertzeni n. sp. Oblongo -ellipticus,
niger, subnilidus, undique squamulis spathulaeformibus cinereis et
cupreo - micanlibus pubeque depressa sat dense obsilus; antennis
brunneis; fronte rostrogue converis cum prothorace confertim
punctatis; fronte foveola elongata impressa; oculis ovatis paulo
convezis; antennis elongatis tenuibus; prothorace longitudine latiore,
basi leviter rotundato, anterius angustiore; scutello nullo; elytris
ellipticis, apice rotundato-acuminaltis, convezis, seriatim punctatis,
interstitüis planis, obsolete rugoso-punctatis, alternis densius squamosis.
— Long. 5.9—9.2, lat. 2.4—3.7 mill.
S. Sporaden, Rhodos, Samos, Asia min.
1) Conocetus Baudii n.sp. Oblongus, brunneus, squamis
rotundatis pilisque cinereo-albidis ac pube erecta obsitus; antennis
pedibusque, femoribus ezceptis, testaceis; oculis oblongo-ovalibus;
fronte parum impressa; rostro brevi antice fronte viz angustiore;
antennis gracilibus elongatis, articulo secundo funiculi primo aequi-
longe; prothorace quadrato subeylindrico, fortiter punctato, lateribus
paulo rotundatis lineaqgue media dense sgamosis; elytris humeris
rotundatis, postice acuminato-rotundatis, confertim punctato-striatis,
interstitüis planis, squamis rotundatis pilisque squamiformibus concolo-
ribus inaequaliter punctisque parvis nudis unisubseriatim obsitis. —
Long. 5, lat. 1.8 mill. Cyprus.
C. bardus Strl.
74 Johannes Faust:
Die schlanken g' haben die Körperform von Pholicodes
trivialis. Hauptsächlich sind charakteristisch für die neue Art
der gewölbte Kopf und Rüssel, die auf der Sutur und den ab-
wechselnden Spatien dichter, sonst undicht beschuppten Decken
und die spatelförmigen Schuppen vermischt mit feinen anliegenden,
nur gegen die Spitze schwach abstehenden Härchen.
Rüssel und Stirne zwischen den Augen gleich breit, der Kopf
hinter den Augen kaum breiter, ersterer vor der Spitze meist mit
einem kurzen Längskiel, die Spitze nicht tief aber breit dreieckig
ausgeschnitten und erhaben gerandet. Geifselglied 1 und 2 stark
verlängert, ziemlich gleich lang und mindestens so lang als 3 und 4,
diese und die übrigen länger als breit, die Keule 24 (2) oder 4 ({\)
mal so lang als breit, ihr erstes Glied mindestens so lang als das
letzte Geilselglied. Thorax beim g' etwas länger als beim 9,
kürzer als breit, die Seiten schwach gerundet, zur fein und leicht
aufgebogenen Basis etwas geschweift, daher die Hinterecken scharf
rechtwinklig; wie der Kopf ziemlich dicht, beim g' etwas dichter
punktirt, die Seiten etwas dichter als der Rücken beschuppt.
Decken länglich und schmal. (Q') oder breiter elliptisch (2), hinten
gemeinsam zugespitzt, der Länge und Breite nach gewölbt, zur
Spitze schräger (J') oder steiler (2) abfallend; in den Punktreihen
stehen die Punkte beim 2 entfernter, beim g' dichter, Streifen 8&—10
ganz, l nur an der Spitze vertieft, die flachen Spatien fein körnig
punktirt, die Körnchen von hinten eingestochen und ein feines an-
liegendes Härchen tragend.. Abdomen fein lederartig gerunzelt.
Beine dünner als bei Bruleriei.
Schuppen oval mit abgestutzter Spitze, grau, kupfrig oder
grünlich, die Schuppen auf den Beinen schmäler und länger.
Spatien 1, 3, 5, 7 sehr undicht beschuppt, mit unregelmäfsigen,
schuppenlosen und nur behaarten Flecken.
Das männliche Analsegment ist an der Spitze abgerundet, die
Decken von oben gesehen stumpfer zugespitzt.
Auf Str. obsolete-hispidus Luc. von Creta kann diese und
die folgende Art nicht bezogen werden, da erstere einen der Länge
nach eingedrückten Rüssel haben soll.
7. Strophomorphus creticus n. sp. Praecedente affinis et
similis, sed squamis rotundatis sparsim obsitus, ab illo etiam capite
rostrogue latiore, prothorace valde transverso angulis posticis obtuso-
rotundatis, elytris punctato-striatis, interstitüis paulo convezis, pedibus
longioribus diversus est. — Long. 9, lat. 3 mill.
Vom Lasithi-Gebirge auf Creta; ein Exemplar.
VII. Griechische Curcuhoniden. 75
Von dem ähnlichen örroratus Fst.!) aus Syrien schon durch
den gewölbten Kopf und Rüssel, flache Deckenspatien und andere
Form verschieden.
Der ganze Körper ist wie bei dem Vorigen mit feinen an-
liegenden Härchen besetzt, zwischen welchen nur hier und da
weniger runde weilsliche Schuppen eingestreut sind und nur um
die Augen, an den Thoraxseiten und auf der Brust etwas zahl-
reicher stehen.
Aufser den in der Diagnose angegebenen Unterschieden fällt
noch auf, dafs der erhaben gerandete dreieckige Spitzenausschnitt
des Rüssels tiefer ist und dafs der kürzere Thorax seine gröfste
Breite zwischen Mitte und Basis hat. Da das vorliegende Exemplar
nicht ganz gut erhalten, so ist dem Umstande, dals die zerstreuten
Schuppen auf den Decken nur unmittelbar neben den eingedrückten
Streifen liegen, einstweilen wohl kein besonderer Werth beizu-
legen.
8. Psalidium?) spinimanum Reiche. Es ist zweifellos, dals
die mir in Anzahl vorliegende Art mit jener identisch ist, welche
Kiesenwetter seinerzeit bedingungsweise als spinim anum angesehen
hat. Gut erhaltene Stücke sind ziemlich dicht beschuppt und
aulser dem von Kiesenwetter gedeuteten scoröaceum und nicht ge-
deuteten rostro basi longitudinaliter eroso palst Reiche’s Be-
schreibung gut auf den vorliegenden Käfer, wenn ich auch in der
Beschreibung die selbst bei abgeriebenen Stücken meist immer
deutlich abstehende Behaarung namentlich auf der abschüssigen
Deckenstelle vermisse. Herr v. Oertzen hat übrigens diese Art
auch auf Creta, von wo die Reiche’sche Art beschrieben ist, aber
hier und an den anderen Fundorten nur @ gesammelt. Nach dem
Material zu urtheilen, welches ich auch von anderen Seiten mir
erbeten, scheinen die g' sehr selten zu sein.
1) Der Name muls dem älteren ventricosus Chvr. (Ann.
d. Fr. 1880 Bull., p. V) weichen, obgleich man aus der Beschrei-
bung des letzteren als Aomus? die Art unmöglich erkennen kann.
Ein vom Stockholmer Museum mir überlassenes typisches Stück
von ventricosus ist das d' und mein irroratus das 2 ein und
derselben Art.
2) Die g' der Psalidium-Arten weichen in der Körperform
und Skulptur nicht unerheblich ab, d.h. sie sind viel schlanker
feiner skulptirt, die Schienen der Vorderbeine sind verlängert,
gegen die Spitze gebogen, ohne oder nur mit schwach erweiterter
Be und die Mandibeln sind viel kürzer und kräftiger als
eim 2.
76 ‚ Johannes Faust:
Charakteristisch für diese Art sind die zur Basis an Stärke
abnehmenden und erlöschenden Punktreihen auf den Decken, die
breit geschlossenen Körbchen an den Hinterschienen und dafs sich
das weifsliche Schuppentoment der Unterseite auf den Marginalsaum
und die beiden nebenliegenden Spatien, wenigstens bis zur Höhe
der Hinterhüften erstreckt; an der Fühlergeilsel sind die 2 ersten
Glieder nahezu gleich lang, der Thorax zeigt einen meist recht
deutlichen Quereindruck hinter dem Vorderrande und die Schienen
sind auf der Innenseite fein gekörnelt.
Gut erhaltene Stücke (2) zeigen entweder eine gleichmäfsige
gelbgraue Beschuppung oder noch 2 angedeutete Querbinden auf
den Decken, die d', welche in den meisten Sammlungen als
pactolum!) Reiche stehen und auf welche die Beschreibung dieses
garnicht palst, dagegen, wie es scheint, immer 2 deutliche Quer-
binden. Ich erhielt seinerzeit ein griechisches g' als pactolum
und habe jetzt 3 syrische d' (dem Wiener Hofmuseum gehörig)
gesehen. Diese Querbinden sind übrigens angedeutet auch beim J'
von vestitum und vittatum immer zu sehen.
Diese Art ist nun in der Grundfarbe und Körperform, sowie
in der Skulptur des Rüssels keineswegs konstant und diese Ver-
änderlichkeit auch nicht an bestimmte Lokalitäten gebunden. Die
weiblichen Decken sind:
entweder hinten durch eine seitliche Zusammenraffung mehr
zugespitzt, haben eine hellere Grundfarbe und der Rüssel
ist bei der Mehrzahl an der Basis unregelmälsig längsgefurcht
(basi longitudinaliter eroso?), während der Rüssel der übrigen
unregelmäfsig punktirt ist; solche hinten mehr zugespitzten
Stücke halte ich für den typischen spinimanum;
oder die Decken sind an den Seiten vor der Spitze nicht
oder nur undeutlich zusammengerafft, erscheinen hinten
stumpfer, auch etwas gewölbter, haben dunkle Grundfarbe,
1) pactolum Reiche gehört jedenfalls zu den kleineren Arten
mit kurzen Decken, sehr dicht und fein punktirtem Thorax mit
eingestreuten, etwas gröfseren Punkten und ist verwandt mit
vestitum Waltl., welches weder von Bohemann in Schönherr,
noch von Marseul in seiner Bestimmungstabelle erwähnt ist. Ich
habe von pactolum nur wenige Stücke gesehen, welche übrigens
ohne „rostro medio subcontracto, apice sulcato, subbilibo“ möglicher-
weise von dem Reiche’schen pactolum verschieden sein können.
Das forcipatum Reiche könnte man bis auf den Rüssel sehr gut
für pactolum 2 halten.
VII. Griechische Curculhonnden. i 77
etwas dickere Fühler und Beine und einen an der Basis
unregelmäflsig punktirten Rüssel; einstweilen liegen mir zu
wenige Z vor, von welchen ich nicht mit Sicherheit sagen
kann, ob sie zur typischen oder zu dieser Form gehören,
so dafs ich diese Form als var. Kiesenwetteri auffasse.
Möglicherweise lassen sich durch Untersuchung einer grölseren
Anzahl g später spinimanum und Kiesenwetteri specifisch trennen.
9. Psalidium Reichei n. sp. Ovaltum, modice convezum,
atrum, nitidum, squamis minutis concoloribus sparsim obsitum; cor-
pore sublus, elytris postice pedibusque setosis; capile convero obso-
lete sat remoteque punctulato; rostro latitudine paulo breviore, con-
fertim punctato, profunde sulcato, mandibulis in SQ brevibus sub-
aequilongis; prothorace antice magis attenuato, dorso punchis circu-
laribus minoribus et punctis impressis parum majoribus sat remote
obsito, lateribus punctato-rugoso; elytris apice acuminato-rotundatis,
humeris breviter rolundatis, longitudinaliter minus converis, postice
sat grosse et profunde punctato- striatis, antice striato - punctatis,
interstitiis postice valde convezis inaequaliter remote punctatis
vel minutissime granulatis; pedibus crassioribus, femoribus obsolete
disperseque punctatis, tibüs anticis intus obsolete denticulatis,
posticis apice anguste cuvernosis, tarsis elongatis; corpore subtus
tomentoso. — Long. 6, lat. 2.4—3.3 mill.
Chalki, Symi, Elasa.
Die flachere Längswölbung, die bis zur Basis reichenden
Punktreihen der Decken, die beim _ dickeren Schenkel, der
breitere kürzere Rüssel, die kürzeren Mandibeln, die kürzeren
kräftigeren Fühler und Beine gestatten es nicht, diese Art als eine
abgeriebene Varietät von dem sonst ähnlichen spinimanum auf-
zufassen.
Die Punkte auf Kopf und Thorax kaum dichter, die Fühler —
Geilselglied 1 viel länger als 2 — und Beine entschieden dicker
als bei spinimanum. Auf dem sonst ähnlich geformten und skulp-
tirten Thorax sind die Seiten gröber gerunzelt punktirt, nur die
kleinsten Punkte mit einer dunklen Schuppe nicht ganz ausgefüllt
und der bei jenem immer vorhandene flache Quereindruck hinter
dem Vorderrande hier nur selten angedeutet. Die Decken haben
mehr vortretende, kürzer gerundete Schultern, sind hinten viel
stumpfer, die Spitze selbst flach gerundet und kaum vorge-
zogen; auf dem Rücken der Länge und Breite nach gewölbt, die
hinten stärker vertieften Streifen erreichen mit Ausnahme der
78 Johannes Faust:
Schulterstreifen die Basis, die Punkte in ihnen sind gröfser als die
gröfsten auf dem Thorax, etwa so grofs als bei mazillosum, Streifen 9
der ganzen Länge nach, 8 nur hinten tief eingedrückt; die Spatien
an der Basis flach, hinten gewölbt mit kleinen, spärlichen, ge-
wölbten und mit dem Körper gleich gefärbten Schuppen bedeckt,
oder wo diese abgerieben sehr fein und weitläufig punktirt; die
nur auf der hinteren Hälfte sichtbaren Borstenhärchen sind etwas
kürzer, feiner und gebogener als bei spinimanum. Nur die Unter-
seite mit weilsem Toment bedeckt; der Marginalsaum auf der
Unterkante von den Hinterhüften bis zur Spitze mit gleich kurzen,
weilsen Schuppenhaaren gewimpert. Schienen ziemlich dicht, etwas
körnig punktirt, die vorderen innen weitläufig und fein gezähnelt,
die hinteren mit schmalen, geschlossenen Körbchen.
®@ dicker, Vorderschenkel nach oben geschwollen, Vorder-
schienen an der Spitze kaum gebogen, die Aufsenecke in einen
abgerundeten Lappen erweitert; Analsegment spitz gerundet und
flach vertieft.
g\ schlanker, Vorderschenkel unten schwach gebuchtet, oben
leicht gewölbt, ‚Vorderschienen verlängert, dünn, stark gebogen, die
Aufsenecke gerundet; Analsegment hinten stumpf gerundet, eben.
Diese Art wird zuweilen für anatolicum !) Boh. gehalten.
10. Psalidium Levratii var. rugicolle. Die Stammform
ist durch die im Verhältnifs zu den bisjetzt besprochenen Arten
gestreckte Form, nicht besonders gewölbte Stirne, sowie durch die
tiefen, groben und länglichen Punkte auf dem Thorax ausgezeichnet;
die schmalen Stellen zwischen diesen Punkten sind schwach leder-
artig gerunzelt und spärlich punktirt, diese Punkte mit einer runden
Schuppe ausgefüllt, während die groben Punkte im Grunde eine
}
1) Ein einziges d' von Athen (Coll. Kraatz), etwas grölser
und viel gewölbter als vestitum Waltl. und pactolum Reiche zeigt
die feine und dichte Thoraxpunktirung ohne eingestreute grölsere
Punkte, welche anatolicum Bohm. haben soll, auch palst die Be-
schreibung dieses sonst ganz gut auf diesen Käfer — die eigen-
thümliche Schuppenvertheilung bei der Boheman’schen Art scheint
mir als zufällige, durch Abreibung entstanden, angesehen werden zu
sollen — nur lassen mich die stark gekrümmten Vorderschienen
desselben vermuthen. dafs anatolicum eine andere Art sein muls,
da Boheman mit den Worten „tibüis subrectis apici haud ampliatis“
jedenfalls das g' von anatolicum vor sich gehabt hat. Da sonst
alle übrigen bisher beschriebenen Arten eingestreute Punkte auf
dem Thorax haben, so kann anatolicum mit keiner dieser Arten
identificirt werden.
VII. Griechische Curculioniden. 79
breite, anliegende Schuppe tragen. Die kräftig punktirten Decken-
streifen sind meist je 2 einander genähert, die Spatien mehr oder
weniger gewölbt, nicht grob lederartig gekörnt (etwa so grob als
bei mazillosum, aber etwas dichter) und mit 2 unregelmälsigen
Reihen gegen einander versetzter weitläufiger Punkte versehen,
welche ein sehr kurzes und feines Börstchen tragen. Marginalsaum
an der hinteren Rundung aber nur auf der Unterkante weilslich
kurz gewimpert. Schenkel des 2 etwas geschwollen, die des g'
länger und nur nach oben verdickt; Hinterschienen mit offenen
Körbehen und innen fein gezähnelt die vorderen beim g' verlängert,
gekrümmt und an der Aufsenecke nicht erweitert. Mandibeln in
beiden Geschlechtern kurz. Unterseite mit schuppenartigem Toment
und bräunlichgelben längeren Haaren besetzt; Abdomen mit gröberen
nicht dichten Punkten.
Bei 3 gleichen Stücken aus Syrien (Museum Reitter) stehen
die groben Thoraxpunkte etwas weniger dicht als bei dem einzigen
Stück (J\) aus Samos (sonst nur noch 4 Hinterleiber), bei allen
ist aber der Thorax verhältnilsmälsig flach.
Ein einzelnes gut erhaltenes Stück (2) von Samos zeichnet sich
sowohl durch etwas mehr gewölbten Thorax und Decken als auch
dadurch aus, dafs die langen Thoraxpunkte auf dem Rücken sehr
dicht stehen und die Räume zwischen ihneh in der Mitte zu Längs-
runzeln zusammenflielsen, etwa wie bei Otiorh. ovatus. Specifisch
kann ich dies eine Stück von Levratii nicht trennen, bezeichne
es aber mit dem Namen rugicolle.
11. Psalidium cumulatum n. sp. Oblongo-elongatum, modice
convezum, nigro-piceum, subopacum, im etytris capiteque dense in
prothorace sparsim cinereo-vel sub aurato squamosum ac brevissime
setosum; capite subgibboso, granulato-squamoso punctisque parvis
remotis impresso; oculis valde convezis; rostro latitudine fere lon-
giore, inaequahter punctato, inter antennarum insertiones fovea parva
interdum deficiente impressa; mandibulis brevibus; prothorace late-
ribus pone basin rotundato-ampliato, antrorsum. angustato, dorso
parum convexo, punctis parvis sparsis squamiferis et punctis majo-
ribus nonnunquam fossulis angustis elongatis confertim obsito, late-
ribus punctato-rugoso; elytris humeris parum indicatis, lateribus sub-
rotundatis, postice rotundato-acuminatis (Z\) vel acuminato-rotun-
datis (9), punctato-striatis, interstitiis subplanis vel pawum convenzis,
dense sed obsolete coriaceis; ‚femoribus apicem versus sat. dense,
tibüüs gramulatis sparsim squamosis, ‚his denticulatis, posticis corbulis
80 Johannes Faust:
apertis, tarsis brevioribus latis, corpore subtus tomentoso. — Long.
7.1—9.1, lat. 2.4—3.8 mill.
Karpathos, Kasos.
Wenn man sich die länglichen grubenartigen Punkte von
Levratiti feiner, d.h. kommaförmig und flacher, die zwischen ihnen
liegenden Räume mit runden Schuppenpunkten besetzt denkt, so
erhält man die für cumulatum charakteristische Thoraxskulptur. Die
Schuppen in den Punkten sind ganz flach, geben den Thorax also
kein gekörneltes Aussehen; der kissenartig gewölbte Kopf ist mit
sehr kleinen, etwas gewölbten Schuppen dicht und mit eingestreuten
kleinen, aber tieferen Punkten besetzt. Auf diese Weise erscheinen
Kopf und Decken dicht, der Thorax undicht beschuppt. Die Punkte
auf dem Rüssel sind tiefer und grölser als die zerstreuten auf dem
Kopfe.
Thorax so lang oder kürzer als breit, mit der grölsten Breite
nahe der Basis, diese breiter als der Vorderrand, der Rücken der
Länge nach etwas gewölbt; diese Wölbung wird durch einen
flachen und breiten Quereindruck vor der Basis, welcher diese zu-
weilen etwas aufgebogen erscheinen läfst, abgehoben: ein weniger
bemerkbarer Eindruck befindet sich auch noch hinter dem Vorder-
rande. Die kommaförmigen Punkte tragen eine pfriemenförmige
weilse, glänzende Schuppenborste. Geilselglied 1 so lang als die
3 folgenden zusammen, 2 so lang als an der Spitze breit. Die
höchste Wölbung der Augen etwas nach hinten gezogen.
Die Decken sind mindestens doppelt so lang als breit, länger
als bei Levratii, wenig oder garnicht breiter als der Thorax. Die
schmalen Streifen sind fast gleichmäfsig wenig vertieft, aber ziem-
lich scharf, nur unmittelbar an der Spitze tiefer, die Punkte in
ihnen rund, breiter und tiefer als die Streifen und gröfser als die
auf dem Thorax, ihre Entfernung von einander selten kleiner als
die Punkte selbst; die Spatien mehr oder weniger gewölbt, dicht
mit gewölbten Schüppchen besetzt, welche meist schwarz, stellen-
weise mattgold- oder grünglänzende Färbung haben. Eine zer-
streute Punktirung mit feinen, kurzen Börstehen auf den Spatien
ist nur auf der abschüssigen Stelle und bei starker Vergrölserung
wahrnehmbar. Marginalsaum und Unterseite wie bei dem vorigen;
Hinterschienen ohne geschlossenen Körbchen, die vorderen innen
fein gezähnelt und beim g etwas gebogen, mit schwach erweiterter
Aufsenecke. «
12. Psalidium auziliare n. sp. Oblongo-ovatum, modice
converum, nigrum, subopacum, obscure squamosum et setis brevis
VII. Griechische Curculioniden. 81
albidis fere adpressis obsitum; oculis minus prominulis; capite con-
vero disperse punctato; rostro latitudine parum breviore, inaequaliter
profundeque punctato, medio sulcato, mandibulis brevissimis; untennis
minus crassis; prothorace dense squamoso et remote lateribus densius
et profundius punctato, dorso parum depresso; elytris humeris vie
indicatis, lateribus fere parallelis; postice acuminato (J\) vel obtuse (2)
rotundato, remote punctato-striatis, interstitüis planis vel parum con-
veris, dense granulato-squamosis et punclis sparsis subbiseriatim
obsitis; corpore subtus femoribusque squamosis illo tomentoso; tMbüis
dense minute granulatis, anticis intus denticulatis, posticis corbulis
apertis, tarsis mediocribus. — Long. 3.3, lat. 3 mill.
Karpathos (S. Sporaden). Ein 2.
Etwas kürzer als die vorhergehende Art unterscheidet sich
auziliare von dieser hauptsächlich durch kurzen Rüssel, weniger
vorragende Augen, kürzeren, ganz anders skulptirten Thorax und
durch 2 Reihen kurze weilse Börstchen tragender Punkte auf den
dicht von Schuppen gekörnelten Decken, von Levratii durch fein
skulptirten Thorax, von syriacum Mill. durch weniger gewölbten
und breiteren Kopf, längere Fühler und Beine.
Der ganze Körper mit Ausnahme des Rüssels und der drei
letzten ziemlich dicht und kräftig punktirten Bauchsegmente, aber
mit Einschlufs der Schenkel ist ziemlich dicht mit schwärzlichen
Schuppen bedeckt, welche auf dem Kopf viel kleiner und flacher,
auf dem Thorax aber nur flacher als auf den Decken sind. Alle
Ränder der Bauchsegmente, wie auch die hintere Hälfte des Margi-
nalsaumes der Decken sind mit weilsgelben tomentartigen Schuppen
gewimpert.
Die Punkte auf dem Rüssel sind nahe so grols als die auf
dem Thorax, die auf dem Kopfe feiner und so fein als die auf den
Deckenspatien, die Punkte in den nicht tiefen Streifen grölser und
tiefer als die auf dem Thorax, letztere grols aber nur flach, die
Spatien zwischen ihnen etwas grölser als die Punkte selbst. Jeder
Punkt auf den Thoraxseiten trägt eine anliegende, längere, an der
Spitze abgestutzte Schuppenborste. Die Börstchen auf den Decken-
spatien und in den Streifen sind kürzer, pfriemenförmig und stehen
auf der abschüssigen Stelle etwas ab.
Beine länger als bei Levratii und syriacum, die Schenkel
fast noch mehr geschwollen, Hinterschienen mit offenen Körbchen.
Beim 5 haben die hinten wenig mehr zugespitzten Decken fast
ganz flache Spatien, der Thorax kleinere Punkte als beim 9.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 6
82 Johannes Faust:
Azyraeus Oertzeni Reitt. ist ein Psalidium mit offenen
Körbehen an den Hinterschienen, hat einige Aehnlichkeit mit
auriliare, aber längeren Rüssel, dichter und gröber punktirten
Thorax, schmälere und viel flacher beschuppte Deckenspatien,
dünnere Fühler und Beine mit breiteren Tarsen, längere, auch mehr
abstehende Beborstung und ein graugelbes Schuppenkleid.
13. Psalidium ereticum n. sp. Elongato-oblongum, modice
convezum, atrum, nitidum, brevissime setosum; corpore subtus inter-
stitiisque elytrorum marginalibus postice tomentosis; capite sub-
gibboso, obsoletissime coriaceo, disperse punctato, supra oculos
foveola media sat profunde impressa; oculis convezis prominulis;
rostro quadrato rugoso-punctato, medio breviter-sulcato, mandibulis
brevibus (J) vel elongatis (2); prothorace coriaceo disco punctis
magnis haud profundis sat dense obsito, lateribus rugoso-punctato ;
elytris humeris viz vel paulo indicatis, sat grosse punctato-striatis,
interstitiis purum converis, obsoletissime coriaceis et punctis minu-
tissimis subseriatim conspersis; femoribus mediocriter incrassatis,
tibiis anticis intus denticulatıs, posticis corbulis apertis. — Long.
7—38.5, lat. 2.4—2.8 mill.
Lasithi-Gebirge auf Creta.
Schmäler als die Vorhergehenden und von ihnen durch glän-
zende Oberfläche, dichte gröbere Thoraxpunktirung, kräftige
Schienen und durch die Stirngrübchen über dem Augenoberrande
auffallend.
Manche kleinen 3! sind in der Form kleinen cumulatum-g\
sehr ähnlich. Augen und Fühler wie bei diesem, Kopf und Rüssel
dagegen breiter und nur wenig schmäler als bei auziliare. Thorax
so lang als breit, die Seiten in der Mitte gerundet, nach vorne
mehr als nach hinten verengt, schwach längsgewölbt, der Grund
flach lederartig gekörnt, die Körnelung gröber als auf dem Kopfe
und ebenso grob als auf den Decken, die flachen, gröfseren, runden
Punkte auf dem Rücken nur wenig kleiner als die in den Decken-
streifen und meist gröfser als die Räume zwischen ihnen, die Seiten
körnig und runzelig punktirt. Decken beim g' kaum breiter und
bis zum Spitzendrittel wenig erweitert, beim Q etwas breiter als
der Thorax und garnicht erweitert, die Spitze selbst an der Sutur
stumpf und sehr breit dreieckig ausgerandet, so dals die Decken
von oben gesehen stumpf zweispitzig erscheinen; die eingedrückten
Streifen nur dicht vor der Spitze etwas tiefer und hier die
Spatien 2, 4, 4 leicht wulstig, die Punkte in den Streifen etwas
oval, die Brückchen zwischen ihnen höchstens so grols als jene,
VII. Griechische Curculioniden. 83
die leicht gewölbten Spatien mit 2 unregelmälsigen Reihen. sehr
feiner weitläufiger Pünktchen.
Alle Punkte der Oberseite mit kurzen pfriemenförmigen, nur
an der Spitze etwas abstehenden Börstchen; Spatien 8 und 9 hinten,
der Marginalsaum und die Unterseite mit schuppenförmigem Toment
bedeckt. Vorderschienen innen gezähnelt, hinten ohne Spur von
geschlossenen Körbchen, Tarsen schlank und schmal.
Mandibeln beim 2 zugespitzt und doppelt so lang als beim Si,
Vorderschenkel bei diesem schlank, nur oben etwas verdickt, die
des @ dicker, oben und unten verdickt. Vorderschienen des g\
gekrümmt, alle an der Aufsenecke wenig, beim 2 stark er-
weitert.
14. Azyraeus Kraatzi Ksw. Bei Aufstellung der Gattung
bat sich Kiesenwetter täuschen lassen, wenn er an den Hinter-
schienen eine mit abgeschrägter, schwach ausgehöhlter Fläche
endende Aulsenseite, also doch wohl geschlossene !) Körbchen
gefunden hat. Bei den von mir untersuchten Stücken dieser Art
sind die Körbehen der Hinterschienen jedenfalls offen und unter-
scheiden sich in nichts von den Körbchen der meisten Psalidium-
Arten. Bei ihnen ist nämlich die Aufsenkante des Talus, und auch
nur auf der hinteren Hälfte, sehr wenig gegen die Tarse gedrückt;
weder von einer begrenzten abgeschrägten, noch von einer schwach
ausgehöhlten Fläche ist etwas zu sehen.
Ferner bedarf der Ausdruck in Kiesenwetter’s Diagnose „scrobes
haud deorsum curvatae“ einer Erklärung. Die Fühlerfurche, anfangs.
von oben sichtbar, ist dann seitlich, ihr Oberrand ist parallel mit
der etwas wulstartigen Rüsselkante zum Augenoberrande, der Unter-
rand aber schräg und weit unter das Auge gerichtet, die Furche
erweitert sich dreieckig zu den etwas umfurchten Augen hin, die
Augen stehen also zwischen den divergirenden Rändern der Fühler-.
furche wie bei den Laporoceriden (siehe 52). Streng genommen
kann man also von den Furchen nicht sagen, sie seien haud deorsum
curvalae. |
Nun palst aber die Diagnose von Azyraeus ausnehmend gut
auf die Gattung Psalidium, mit welcher Kiesenwetter seine Gattung
merkwürdiger Weise nicht verglichen hat, die Geschlechtsunter-
t) Von den mir bekannten Arten haben wirklich geschlossene
Körbchen nur: spinimanum (sehr deutlich) und Reichei (schon sehr
schmal); bei offenen Körbchen ist Tarsenglied 1 gerade, bei ge-
schlossenen aber stets an der Basis gekrümmt.
6*-
34 Johannes Faust:
schiede und der ganze Habitus sind bei beiden Gattungen dieselben.
Abweichend sind bei Azyraeus nur die sehr kleinen Augen,
welche dem Kopfe ein fremdartiges Aussehen geben, und die lange
Behaarung der Oberseite; beide Eigenschaften sind aber nicht
genügend, die Gattung als solche aufrecht zu erhalten. Da diese
beiden Eigenschaften noch einer zweiten Art, nämlich Psalidium
villosum Reiche eigen sind, so schlage ich vor, Aryraeus als
Untergattung von Psalidium beizubehalten.
15. Sitona circumductus Desbr. hat gewöhnlich nur beim
hinten mehr zugespitzten g' die von Desbrochers angegebene
Zeichnung auf den Deeken. Beim 2 sind die Deckenseiten vom
Marginalsaum ab breit, zuweilen bis auf die Sutur ganz grauweils.
Von humeralis ist die Art durch etwas breiteren Kopf und
Rüssel, sowie durch eine auf der ganzen Oberfläche deutliche, dichte,
schräg abstehende, wenn auch nur kurze: Behaarung zu trennen.
16. Sitona ophtalmicus Desbr. ist mit rasilis Hochh. leicht
zu verwechseln, hat aber stärker gewölbte, etwas konische Augen.
17. Hypera porcella Cap. Bei Rüsselkäfern sind Mils-
bildungen eine höchst seltene Erscheinung. Bei einem der beiden
mir vorliegenden Stücke ist an der linken Fühlergeifsel Glied 3,
4, 5, 6 kurz kugelig, 7 zwei und einhalbmal so kurz als breit;
die Keule ist verkümmert, schmäler als Geilselglied 7, etwas kürzer
als breit und flachgedrückt, an der Spitze stumpf gerundet, ohne
deutliche Gliederung; aus dem zweiten Geilselgliede entspringt
schräg eine zweite viergliederige Geilsel, deren Glieder 1, 3, 4
gleich den normalen dritten, fünften und sechsten sind, während
2 länger als das normale vierte ist.
18. Hyperanoscidian.sp. Ovata (J\) vel breviter ovata (9),
nigra, pube depressa cervina cinereaque sat dense tecta; antennis
tarsisque ferrugineis; articulo 2° funiculi 1° longiore; rostro pro-
‘thoracis longitudine viz breviore, fere recto, subcarinato; fronte inter
oculos rostro paulo angustiore, canaliculato; prothorace parum (J\)
vel valde (2) transverso, lateribus ante medium rotundato-ampliato,
ante scutellum breviter canaliculato, cum capite rostroque dense
punctulatis; elytris obsolete punctato-substriatis, interstitiis planis,
alternis remote cervino-tessellatis; pedibus brevioribus. — Long.
5.5, lat. 2.1—3.2 mill.
Vom Korax- Gebirge.
Diese Art ist mit Bonvouloiri und Brucki verwandt, aber
kleiner und durch fast geraden Rüssel, flach-gewölbten Thorax und
viel feinere Skulptur von ihnen zu trennen.
VII. Griechische Curculioniden. 35
Thorax, Kopf und Rüssel sehr fein und dicht, die Decken
ebenso aber etwas körnig punktirt. Rüssel etwas weniger dick als
die Vorderschenkelspitze, mit einer kurzen Furche zwischen den
im Spitzendrittel eingelenkten Fühlern; diese so lang als bei Bruckt,
Geilselglied 3—7 höchstens so lang als breit, die schmale Keule
mindestens so lang als die 3 letzten Geilselglieder. "Thorax mit
der gröfsten Breite vor der Mitte, die Seiten weniger (J‘) oder
mehr (2) gerundet erweitert, zu den scharfen Hinterecken flach
geschweift. Decken am Grunde kaum oder deutlich breiter als die
Thoraxbasis, die Seiten gerundet, hinten ziemlich stumpf, der Länge
nach leicht gewölbt, hinten weniger steil abfallend als bei Brucki,
die Punktstreifen vorne kaum, hinten deutlich eingedrückt, die
flachen Punkte kaum breiter als die Streifen und nicht oder deut-
lich kleiner als ihre Entfernung, die Spatien kaum gewölbt (J'),
oder ganz flach (2).
Die feinen von hinten eingestochenen Körnchen tragen ein
anliegendes, dünnes pfriemenförmiges, aber keine Spur von ab-
stehenden Härchen. Beine kürzer als bei Brucki, die Vorder-
schenkel schwach gekeult. Unterseite und Beine gleichmälsig gelb-
grau auliegend behaart.
19. Larinus syriacus Gyll. fehlt im Catalog v. Heyden,
Reitter, Weise; ich besitze die Art auch von der Krim, Derbent,
Baku, Rhodus; nach Capiomont ist mit ihm sericatus Boh.
identisch.
20. Liparus (Trysibius) graecus Bull. et var. puncti-
pennis Brull. Was zunächst die Gattung Trysibius als solche
angeht, so ist dieselbe meiner Meinung nach ganz unhaltbar und
wieder mit Liparus (Molytes) zu vereinigen. Weder kann die
relative Länge des zweiten Geilselgliedes '), noch die Rüssellänge,
die Ausdehnung des Schildchens und die Ausrandung der Decken ?)
Ansprüche auf Wichtigkeit für die Gattungstrennung machen, da
einige dieser Eigenschaften sogar bei derselben Art variiren. Die
Ausdehnung der Bürstensohlen an den Tarsen könnte allenfalls
eine Rolle bei solcher Trennung spielen, wenn dieselben von anderen
konstanten Merkmalen unterstützt würde; solche habe ich ebenso-
wenig wie Lacordaire auffinden können, welcher sich darauf be-
schränkt, zu sagen, dafs Trysibius früher bei Schönherr mit
Molytes und Anysorrhynchus vereinigt war, Liparus (Molytes)
1) Bei coronatus ist dasselbe nicht länger als bei graceus.
2) Man vergleiche coronatus mit germanus,
86 Johannes Faust:
nahe steht und sich von diesem durch den Mangel der Behaarung !)
unterscheidet; anstatt Trysibsius mit Molytes zu vergleichen, giebt
Lacordaire nur die Unterschiede des ersteren von Anisorrhyn-
chus an.
Bei Sichtung des mir vorgelegten Materials stellt sich heraus:
1) Auf den Cycladen und Euboea kommt eine schlankere Form
mit variabel feiner ?), auf Creta, den S. Sporaden und der
Karischen Küste eine breitere mit variabel gröberer Decken-
skulptur vor; eine gröbere und dichtere Deckenskulptur ist auch
mit einer solchen auf Thorax und Rüssel verbunden, wenn auch
die Stärkezunahme auf Kopf und Rüssel nicht gleichen Schritt
mit der auf den Decken hält.
2) Das Analsegment des schlankeren Z' mit innen tief zweibuchtigen
Vorderschienen und Bauchsegment 1 und 2 sind mehr oder
weniger tief eingedrückt, in dem Eindruck sehr viel feiner und
dichter punktirt als an der Basis, das Analsegment mit feinen
anliegenden rothgelben Härchen besetzt; das diekere ® hat zu-
weilen auch diese Eindrücke, es fehlt ihnen aber die feine
Punktirung und die Behaarung.
Beide Formen lassen sich unschwer als einer Stammform
zugehörend erkennen. Es läfst sich nämlich bei allen Stücken
eine konstante uud feine oder primäre, bei einem Theil derselben
noch eine variable und gröbere oder seeundäre Deckenskulptur
konstatiren; die primäre besteht in aus gleichen und ungleichen
Abständen von einander gestellten Reihen entfernt von einander
eingestochener runder oder eingeritzter länglicher Punkte und
aus viel feineren zerstreuten Punkten auf den Spatien, sowie aus
einer sehr feinen netzartigen Strichelung, zu deren Maschen alle
diese Punkte die Mittelpunkte bilden. Von dieser Strichelung sind
gewöhnlich zwei, die Punkte in den Reihen flankirende und ge-
wellte Striche und zwar die in unmittelbarer Nähe dieser Punkte
gelegenen Theile derselben am deutlichsten und bei abnehmender
Skulpturstärke am widerstandsfähigsten. Je feiner die Punkte in
1) Bei Liparus laevigatus fehlt dieselbe auch.
2) Ob auf dem griechischen Festlande Stücke mit gröberer
Skulptur vorkommen, weils ich nicht; nach Hrn. v. Oertzen scheint
es nicht so (Berl. Ent. Z. 1837, p. 195, Note 2). — Wenn dem
so ist, d.h. nur Stücke mit feiner Skulptur auf diesem Festlande
zu finden sind, so liegt der Schluls nahe, dafs aufser Euboea auch
die Cyeladen einst mit dem griechischen, Creta und die Sporaden
aber mit dem asiatischen Festlande verbunden waren.
VII. Griechische Curculioniden. 87
den Reihen, je feiner ist auch die netzartige Strichelung und ver-
schwindet auch theilweise, meiner Meinung nach aber nur durch
Zufall, d. h. durch Abschleifung bei der Bewegung des Käfers unter
Steinen.
Als sekundäre Skulptur fasse ich flache oder tiefe ein-
gedrückte, kleine oder gröfsere, rundliche oder viereckige Grübchen
oder Gruben in den Reihen auf, welche die primären derselben in
sich aufnehmen, aber nicht unterdrücken, ferner die Wölbung der
Spatien und der Stege zwischen den gereihten Punkten. Solche
sekundären Gruben nähern zuweilen je 2 nebeneinanderliegende
Reihen und die Spatien 2, 4, 6 werden etwas breiter und besonders
auf der Basalhälfte gewölbter; von diesen ist 6, das Schulterspatium,
am breitesten und höchsten gewölbt und erhält sich als solches
auch am längsten, wenn die Grubenreihen undeutlich werden. Die
Stege zwischen den Gruben sind mitunter ebenso hoch gewölbt als
die Spatien und bilden, da die Gruben zweier benachbarter Reihen
nicht gegeneinander versetzt sind, bis zum Schulterspatinm erhabene
Querwulste. Interessant ist ein g' von der Insel Tinos, bei welchen
die sekundären Grubenreihen erloschen, dagegen breite und flache
undulirte Querwulste (ähnlich wie bei Blaps transversa Gebl.) den
Deckenrücken durchziehen.
Ehe ich an die Auseinandersetzung der Arten gehe, mufs ich
noch erwähnen, dafs im Allgemeinen die Stärke und Ausdehnung
des Stirneindrucks und desjenigen zwischen den Fühlereinlenkungen,
des Längseindruckes vor den Augen über der Fühlerfurche, sowie
die Zahl und Ausdehnung der Eindrücke auf dem Thorax, als
variabel, nicht bei der Artenunterscheidung zu verwenden sind.
Ebenso wenig kann die von Geschlecht und Lokalität unabhängig
veränderliche Thoraxform einen Werth für die Artentrennung
beanspruchen.
Die ältesten, von Brull&e beschriebenen Arten graecus und
punctipennis repräsentiren nun die Stammform mit primärer und
die Varietät derselben mit hinzugetretener sekundärer Skulptur. Ich
sehe graecus Brull. als diese Stammform an. Wenn der Autor —
er hat jedenfalls das schlanke g' beschrieben — die Decken
„leviter punctato-striata“ nennt, so kann er als Streifen wohl nur
jene die Punkte flankirenden, gewellten Netzlinien gemeint haben,
oder sein Ausdruck ist nicht richtig gewählt. Zu graecus sind
als synonym zu ziehen höchst wahrscheinlich Olivieri Boh. (JV)
mit kurzen eingeritzten Strichelchen statt der runden Punkte und
intermedius Boh. (2) mit stumpfen Hinterecken, gerundeten Seiten
88 "Johannes Faust:
und gewölbteren Rücken des Thorax. Da solche Thoraxform zu-
sammen mit beiden Skulpturen anzutreffen ist, so kann inter-
medius auch nicht einmal als Varietät von graecus angesehen
werden.
Zur Varietät punctipennis Brull., mit welchem punctipennis
Boh. zusammenfällt, sind die Stücke mit gedrungener Form und
sekundärer Skulptur unabhängig von der Grölse der Decken-
gruben und der Ausdehnung der erhabenen Spatien und Stege zu
rechnen.
Als specifisch verschieden von graecus muls die dem süd-
lichen Rufsland angehörige Art tenebrioides Pall. angesehen
werden. Abgesehen von den kürzeren Fühlern und Beinen, von
dem kürzeren und dickeren zweiten Geifselgliede — immer kürzer
als breit — unterscheidet sich tenebrioides noch durch die auf-
fallend kräftige Rüsselskulptur (bei primärer der Decken), welche
mir kaum bei punctipennis mit der kräftigsten sekundären
Skulptur vorgekommen ist. Diese sekundäre Skulptur, d.h. das
Auftreten von Gruben habe ich bei fenebrioides nicht angetroffen,
'wohl aber zeigen alle Stücke die primäre und noch die, wenn auch
erhabenen Spatien in geringerer oder grölserer Ausdehnung.
91. Echinocnemus confusus Fst. Nicht pugnaz, wie im
Verzeichnifs der Coleopteren Griechenlands und Cretas — Berl.
Ent. Zeitschr. 1886, p. 272 — angegeben, sondern confusus kommt
auf den griechischen Inseln vor. In Stett. Ent. Zeitschr. 1887,
p. 187 habe ich mich darüber ausgesprochen.
22. Tychius sericellusn.sp. Ovatus, minus convezus, niger,
supra squamis lanceolatis cinereis subsericeis tectus; rostro, elytris
postice, antennis pedibusque testaceis; rostro curvato, apicem versus
gradatim attenuato (Q\) vel apice subulato (2); prothorace latitudine
parum breviore, basi leviter bisinuato, lateribus modice rotundato,
antice magis attenuato; elytris prothorace parum latioribus, lateribus
parallelis, apice rotundatis, dorso substriatis, in strüis pilis depressis
uniseriatim, in interstitiis sguamis angustis lanceolatis obsitis, sutura
albidiore; femoribus posticis subdenticulatis, tibiis anticis muticis. —
Long. 1.8, lat. 1 mill.
Avlona (Albanien). Auch von Nauplia.
T. melitoti sieht dieser Art auf den ersten Blick sehr ähnlich,
ist jedoch höher gewölbt, die Decken sind tiefer gestreift, der
Rüssel des 2 von der Einlenkungsstelle der Fühler ab ahlförmig,
die Schenkel sind schwarz und die männlichen Vorderschienen
deutlich gezähnt,
VII. Griechische Curculioniden. 89
Mit tomentosus hat sericellus die flache Körperform gemein-
sam, aber kürzeren mehr gebogenen und zur Spitze gleichmälsig
verengten Rüssel, welcher nur beim 2 an der Spitze etwas ahl-
förmig ist. Die Augen sind so grols als bei melsloti, ihre Ent-
fernung aber grölser als bei diesem und ebenso breit als bei jenem.
Fühler beim Z' im Spitzendrittel, beim 2 dicht vor der Mitte ein-
gelenkt. Thorax und Decken ganz; wie bei meliloti geformt, nur
flacher gewölbt, letztere bis weit über die Hälfte mit rother Grund-
farbe, die Streifen schmäler und flacher und auf der Basalhälfte
schwer zu erkennen. Die 7gliedrige Fühlergeifsel, der dickere
Rüssel, die hinten ziemlich stumpf gerundeten und nicht verengten
Decken trennen sericellus auch von dem sonst ähnlichen Miseo-
trogus picirostris var. posticus.
23. Tychius discicollis n. sp. Ovatus, paulo depressus,
niger, squamis cretaceis supra longis piliformibus, subtus brevitus
lanceolatis sat dense obsitus, pilis tenuissimis adpressis immiatis;
rostris apice, antennarum basi, tibiis tarsisque testaceis; rostro pro-
thorace longiore, lineari, fronte inter oculos haud angustiore, vir
urcuato; prothorace transverso, capite triplo latiore, basi truncato,
lateribus modice (S‘) vel valde (2) rotundato-ampliato, fortiter dense-
que punctato; elytris parallelis, postice obtuse rolundatis, prothorace
haud latioribus, sat profunde punctato-striatis, in strüs uniseriatim
ptlosis, interstitiis angustis pilis squamiformibus biserialim obsitis;
femoribus parum clavatis muticis ; tibüis anticis intus unidentatis (JS). —
Long. 2, lat. 1 mill.
Samos. Auch von Nauplia.
Der lange gleichbreite Rüssel, der scheibenförmige Thorax,
welcher nicht schmäler als die parallelen Decken ist, die tiefen
Deckenstreifen und die nur wenig breiteren Deckenspatieu mit
2 Reihen langer Schuppenhaare lassen diese Art leicht erkennen,
welche neben /ineatula Germ. zu stellen ist.
Rüssel beim g' so lang, beim 2 deutlich länger als der Thorax,
gleich breit, aber zur Spitze dünner werdend, wenig gebogen, bis
zur Fühlereinlenkung punktirt gestreift und beschuppt. Stirne
wenig schmäler als der Durchmesser der gewölbten Augen. Fühler
dünn, Schaft an der Spitze schwach verdickt, Geifselglied 1 doppelt
so lang als 2 und etwas dicker, die Keule länglich. Thorax-
vorderrand schmäler als die gebogene Basis und sehr kurz hals-
förmig, die Hinterecken gerundet eingezogen, auf dem Rücken dicht
und kräftig punktirt; die Zwischenräume zwischen den dichten
tiefen Punkte schimmern als feine glänzende Querkiele durch die
90 Joh. Faust: VII. Griechische Curculioniden.
Bekleidung. Decken höchstens doppelt so lang als breit, die
Schultern rechtwinklig kurz gerundet, die Punkte in den tiefen und
breiten Streifen deutlich, die Spatien nur wenig breiter als diese.
Vorderschenkel deutlich nach oben geschwollen, alle wie auch die
Schienen mit feinen Schuppenhärchen besetzt.
Die Bekleidung läfst überall die schwarze Körpergrundfarbe
durchschimmern. Auf der Vorderbrust liegen die Schuppenhaare
quer, sonst überall auf dem Körper von vorne nach hinten gerichtet.
Mit hirtellus Tourn. von Creta kann diese Art schon des
langen Rüssels und der Thoraxform wegen nicht verwechselt
werden; von sericatus !) Tourn. (Algir. Ann. d. Fr. 1873,
p- 498) ist sie durch den scheibenförmigen, grob punktirten Thorax
und viel längere Schuppenhaare zu unterscheiden.
24. Coeliodes simulans n.sp. Breviter ovatus, minus con-
vezus, rufus, subtus densius, supra sparsim in elytris subtrifasciatim
albido-squamosus; rostri apice, macula capitis prothoracisque, scutello
abdomineque nigris; prothorace antrorsum rotundato-angustato, ante
apicem lateribus contracto supra profunde transversim impresso,
margine antico valde elevato, dorso densissime punctato; elytris
retrorsum haud angustatis, basi depressis, punctato-striatis, inter-
stitüis latis planis, granulato-punctatis, inaequaliter squamosis;
pedibus tenuioribus, femoribus muticis. — Long. 3, lat. 2 mill.
Ein 2 von der Insel Euboea.
Da der Thorax keinen Seitenhöcker hat, die Deckenspatien
nicht gewölbt, auch nicht zweireihig beschuppt sind, so ist die
neue Art am besten nur mit ruber Marsh. zu vergleichen, welchem
sie auch am ähnlichsten ist.
Bei ruber sind diejenigen Stellen der Decken, welche nicht
von den Querbinden eingenommen, mit dünnen Härchen besetzt,
die Binden selbst bestehen aus schmalen stabförmigen Schuppen
und nur hinter dem Schildehen auf der Sutur sowie auf der Unter-
seite sind die Schuppen breit lanzettlich, die Schenkel sind ver-
hältnifsmäfsig dick und die hinteren haben einen zahnartigen
Schuppenpinsel.
Bei simulans sind die Decken überall gleich undicht, mit
dieken keulenförmigen, d.h. an der Spitze abgestutzten und zur
Basis verschmälerten weilsen Schuppen besetzt, so dafs sich die nur
1) Tournier hat loc. c. p. 488 noch einen zweiten sericatus
von Genf beschrieben, welchen ich vorschlage, in denominandus
umzubenennen.
Joh. Faust: VIII. Zur Curculionidenfauna etc. 91
wenig dichter beschuppten Querbinden sehr undeutlich abheben, die
Schenkel sind dünner und alle ohne Spur eines Zähnchens.
Was die Färbung angeht, so variirt dieselbe bei ruber und
auch bei anderen Coeliodes-Arten, so dals die schwarze Stirn
und die undeutlich herzförmige schwarze Makel dicht hinter der
queren Vertiefung auf dem Thorax möglicherweise nur dem Indi-
'viduum zukommen.
VIII. Zur Curceulionidenfauna Griechenlands und Üretas.
Von
Johannes Faust.
Das nachfolgende Verzeichnifs ist nach dem Material zusammen-
gestellt, welches mir von Herrn v. Oertzen zur Bestimmung über-
geben und welches von ihm auf seinen früheren Reisen in Griechen-
land gesammelt worden ist. In das folgende Verzeichnils sind nur
diejenigen Arten aufgenommen, welche weder in „E. v. Oertzen’s
Verzeichnifs der Coleopteren Griechenlands und Cretas“ noch in
dem vorstehenden Artikel erwähnt sind; einige wenige bereits
in jenem Verzeichnifs erwähnte Arten sind, weil sie kurz be-
sprochen werden sollen, hier wieder aufgenommen und mit % vor
dem Namen versehen.
Phyllobius creticus n.sp. Creta. 1. Sitona cambricus Steph. Creta.
— pellitus Bohm. Att., Eub. Tychius comptus Tourn. Attika.
Mylacus zindutus Ksw.!). 2. — ezxiguus n.sp. Morea. 6.
Polydrosus armipes var.secretus?). — Oertzem n.sp. Morea. 7.
Creta. — tenuirostris Tourn. Attika.
Conocetus gracilis Strl. 3. — rufovittatus Fst. Att., Samos.
Psalidium %maszillosum F. Par- — hirtellus Tourn. Att., Aegina.
nals. 4. — sericans n.sp. Naxos. 8.
— parnassicumn.sp. Parnals. 5. — haematopus Gyll. Attika.
Sitona puncticolis Küst. Attika, Sibinia Heydeni Tourn. Attika.
Morea. — meridionalis Ch. Bris. Attika.
1) Siehe diese Zeitschrift 1888, p. 333.
?) Siehe den vorhergehenden Artikel No. 2.
92 Joh. Faust: VIII. Zur Curculionidenfauna
Gymnetron plagiatum Gyll. Att.,. Ceutorrhynchus T-album Gyllenh.
Morea. Morea.
— thapsicola Germ. ‚Parnals. — rugulosus Hrbst. Creta.
— asellum Germ. Morea. — alliariae H. Bris. Attika.
— Pirazzoli Strl.. Aegina. . —. nanus Gyll. Parnafs.
— sanguinipes Chvr. Creta. — similis Ch. Bris. Attika.
Mecinus SchneideriKirsch. Aegina. Coeliodes Hoffmannı Weise. Par-
— longiusculus Boh. Corfu. nals.
Ceutorrhynchidius hepathicusGyll. Rhynchites interpunctatus Steph.
Nauplia. Attika.
Ceutorrhynchus marginatus Payk. Sphenophorus abbreviatus F. Att.
Nauplia, Creta.: = Baris nivalis H. Bris. Parnafs.
Besprechung und Beschreibung der Arten.
1. Phyllobius (Parascytopus) creticus n. sp. Oblongo-
ovatus, convezus, niger, undique sat dense viridi-sgquamosus ac pube
brunneu erecta obsitus; antennis apice rosiri, apice tibiiarum tarsisque
testaceis; oculis converis; articulis 3 primis funiculi elongatis secundo
longiore, clava elongata angusta; rostro brevi, subconico, capite
continuato longitudinaliter obsolete impresso, apice deplanato nudo
et punclato; fronte puncto parvo impressa; prothorace quadrato;
lateribus subrotundato; elytris humeris breviter rotundatis, parallelis
(IV) vel postice parum dilatatis (2), apice acuminalo rotundatis, vi
striatis; femoribus dente minato armatis. — Long. 4.5 —5.9, lat.
1.4—2 mill.
Creta.
Durch die viel kürzere, gewölbtere Form und die abstehende
längere Behaarung nimmt sich diese Art etwas fremd neben den
gestreckten und flach gewölbten apollinis, taygetanus, pinicola
und mirandus aus. Bis auf Kopf, Fühler und die kahle punktirte
Rüsselspitze hat creticus mehr Aehnlichkeit mit pilipes, der
Kopf mit dem von serripes, aber die Augen gewölbter. Die Fühler
haben die Länge von denen des fulvaugo, sind aber dünner, der
Schaft ist kürzer und mehr gekrümmt, Geifselglied 2 etwas länger
als 1 und bedeutend länger als 3. Thorax beim d' fast länger,
beim 2 so lang als breit, nahezu cylindrisch. Decken in den
Schultern reichlich um 4 breiter als der Thorax, der Quere nach
ziemlich hoch, der Länge nach beim g' weniger, beim 2 mehr
gewölbt, hinten steil abfallend, innerhalb der Schultern leicht ein-
gedrückt.
Griechenlands und Cretas. 95
Mattgrüne, kurz ovale, zuweilen an der Spitze abgestutzte
Schuppen liegen unregelmälsig so dicht nebeneinander, dals die
Deckenskulptur nicht deutlich erkennbar ist, jedoch nicht so dicht,
dals sich die Körpergrundfarbe nicht erkennen liefse. Gemischt
sind die Schuppen der Oberseite mit langen und bräunlichen ab-
stehenden Haaren, welche überall nach hinten geneigt sind. Schuppen
auf den nur mit einer feinen Dornspitze versehenen Schenkeln
länger, lanzettlich.
2. Mylacus indutus Ksw. wird für Holcorrhinus metal-
licus Desbr. gehalten, wie mir Herr v. Oertzen auf meine Anfrage
brieflich bestätigt hat. Soviel mir bekannt, ist überhaupt kein
H. metallicus von Desbrochers oder einem anderen Autor be-
schrieben.
Da aber auf Sicilien eine Varietät des AH. parvicollis Seidl.
vorkommt, so ist das Vorkommen von Holcorrhinus auf den
griechischen Inseln keineswegs ausgeschlossen.
3. Conocetus gracilis Strl. Drei mir als P. gracili-
cornis Ksw. vorgelegte Stücke von Üreta gehören nach Stierlin’s
Bestimmungstabellen entschieden zu gracilis Strl.; dieselben sind
bis auf die braune Körpergrundfarbe, den etwas flacheren Decken,
die graugelbe hier und da etwas metallisch glänzende Beschuppung,
etwas schmäleren Kopf mit längeren Augen dem gracilicornis
Ksw. (graecus Strl.) ähnlich. Die von Dr. Stierlin aufgeworfene
Frage, ob gracilis als gute Art (oder als Varietät von graecus)
aufzufassen ist, muls entschieden bejaht ebenso aber auch zugegeben
werden, dals die Beschreibung des Polydrosus marcidus Ksw.,
welcher in Stierlin’s Bestimmungstabellen als Polydrosus mit
ovalen Augen aufgenommen ist, nicht schlechter auf diese 3 Stücke
palst. Auf meine Veranlassung verglich Herr v. Oertzen von seinen,
mir als gracilicornis gesandten Stücken mit dem typischen
marcidus in Dr. Kraatz’ Sammlung und theilte mir brieflich mit,
dals er keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Arten
hat feststellen können, dafs ferner die 3 Stücke in der Kraatz’schen
Sammlung gelblich grün seien, die in v. Oertzen’s Sammlung in
der Färbung der Schuppen zwischen gelblich, grau-grün und hell-
grün schwanken.
4. Psalidium mazillosum!) F. Die Stücke vom Parnafs
unterscheiden sich nicht von meinen Stücken aus Ungarn, S. Rufs-
1) Ps. interstitiale Boh. 2 von Persien, Armenien, dem
Araxesthal (Reitter und Leder) ist dieser Art sehr ähnlich, unter-
94 Joh. Faust: VIII. Zur Curculionidenfauna
land, Caucasus, Kl. Asien. Unter mehr als 60 Exemplaren, welche
ich von allen diesen Fundarten gesehen, ist mir auffallenderweise,
kein einziges Z' vorgekommen. Zu den charakteristischen Kenn-
zeichen der 2 dieser Art gehören die weit vorragenden, ziemlich
spitzigen Mandibeln, der nach vorn stark gerundet-verengte Thorax
mit ganz flachen, die Mehrzahl der Punkte ausfüllenden Schuppen,
die von der Basis zur Spitze an Gröfse abnehmenden eingedrückten
Punkte in den Deckenreihen, die kleinen runden, stark gewölbten,
aber nicht ganz dicht aneinandergestellten Schuppen auf den Spatien,
welche diesen ein gekörntes Ansehen geben, und der bis zu den
Hinterhüften mit Toment bedeckte Marginalsaum.
5. Psalidium parnassicum. Elongato-oblongum (Z\) vel
oblongum (2), modice converum, atrum, subnitidum, squamis fere
planis sat dense pilisque adpressis parce obsitum; corpore subtus
margine apicali elytrorum albido-tomentosis; rostro quadrato pro-
funde punctato, medio sulcato; antennis crassia scapo valde clavato;
prothorace lateribus aequaliter rotundato, antrorsum vie (J\) vel
evidenter (2) angustato, dorso punctis remotis mediocris lateribus
fossulis profundioribus sat dense obsito; elytris ellipticis basi
seriatim punclalis apicem versus punctato-striatis, his interstitüs
convezis; pedibus crassiusculis, femoribus subclavatis, tibiüis anticis
maris apicem versus curvalis et denticulatis. — Z\ Long. 7.1, lat.
2.5 mill.; 2 8.2, lat. 3.2 mill.
Parnafs.
Von dem ähnlichen ereticum unterscheidet sich die neue Art
hauptsächlich durch viel dickere Fühler und Beine, viel weniger dicht
punktirten Thorax und den Mangel des Tomentes auf den äufseren
Deckenspatien.
Augen, Kopf und Rüssel sind denen von creticum fast gleich,
nur fehlt der Stirne über den Augen das Grübchen. Geilselglied 1
doppelt, 2 ebensolang, die übrigen viel kürzer als breit. Thorax
so lang als breit, fast ganz wie bei mazillosum skulptirt, die
eingestochenen Punkte auf dem Rücken etwas zahlreicher, jeder
dieser Punkte mit einem feinen anliegenden gelblichen Härchen.
Decken 2mal (2) oder 24 mal (Z!) so lang als breit, die Schultern
scheidet sich aber von ihr durch kürzere, dieckere Mandibeln,
kleinere Augen, längeren Fühlerschaft und Geifsel, dünnere Beine,
namentlich sehr viel dünnere Schienen, durch meist etwas kürzere
Form und feinere Skulptur, Auch von dieser Art kenne ich nur
das 2.
Griechenlands und COretas. 95
ganz verrundet, die Seiten gleichmäfsig flach gerundet, auf dem
Rücken ebenso flach längsgewölbt, aber hinten steiler abfallend als
bei ereticum; die eingedrückten Punkte in den nur hinten und
an den Seiten vertieften Reihen so grols als bei letzterem, etwas.
grölser als die auf dem Thoraxrücken und mit einem kurzen feinen
Härchen, die Spatien auf dem Rücken sehr flach gewölbt und mit
rundlichen, nur flach gewölbten, dunklen, an den Seiten schwarz-
grauen Schuppen dicht besetzt, mit eingestreuten, bei gewöhnlicher
Vergrölserung nur hinten und an den Seiten sichtbaren kleinen
Punkten, welchen ein längeres, wenig abstehendes Härchen ent-
springt; nur der Marginalsaum hinten bis etwa zum zweiten Bauch-
segment mit spärlichem Toment, aber unten dicht gewimpert.' Die
dieken Schenkel mit deutlichen, tief eingestochenen Punkten. Tarsen
deutlich breiter aber nicht kürzer als bei creticum, mazillosum
und interstitiale.
Es ist parnassicum diejenige Art, welche in v. Oertzen’s.
‘* Verzeichnifs der Käfer Griechenlands und Cretas für sculpturatum.
Boh. angesehen ist, kann aber schon deshalb nicht mit diesem
verwechselt werden, weil die Decken von sculpturatum pro-
fundius punctato-striata interstitiis convezis und die
tarsi breves (im Vergleich mit mazillosum und interstitiale)
sein sollen.
6. Tychius eziguus. 2. Oblongus, depressus, niger, supra
pilis subsquamiformibus albescentibus, subtus squamis ovalibus creta-
ceis obsitus; antennis, rostri apice, pedibusque testaceis; rostro
elongato, recto, lineari, subcylindrico; antennis in medio rostri in-
sertis; ‘oculis vir convezis; prothorace latitudine longiore, apice
constricto, antice magis angustato, lateribus paulo rotundato, squamis
piliformibus subsericeis sat dense tecto; elytris prothorace paulo
latioribus, parallelis, postice angustatis, striatis, in striis serie
pilosum tenuissimorum, interstitiis angustis biseriatim pilosis; pedibus
tenworibus, femoribus muticis. — Long. 1.3, lat. 0.6 mill.
Morea. Nur 2 9.
Noch etwas kleiner als pusillus Germ., namentlich schlanker.
Rüssel nicht gebogen und nicht zugespitzt, die ganzen Beine gelb,
Thorax länger; von puwmilus mit rothen Beinen durch geringere
Gröfse, schlankere Form, tiefere Deckenstreifen, schmale Spatien,
viel spärlichere Behaarung auf diesem, längeren Thorax und viel
dünnere Beine zu unterscheiden.
T. perpendus Tourn. vom’ Libanon mufs in Bezug auf Fär-
bung und Form sehr ähnlich sein, soll aber fein gestreifte Decken,
96 Joh. Faust: VIII. Zur Curculionidenfauna
breite Spatien und einen zur Spitze verengten Rüssel haben. Auch
T. ruficornis Tourn. von derselben Gröfse muls dem eziguus
nahe stehen, soll aber etwas gebogenen Rüssel (9), auf der Basal-
hälfte fast parallele Thoraxseiten und schwarze Schenkel haben.
Die wenig gewölbten Augen fast breiter als die Stirne. Rüssel
länger als die Vorderschenkel, reichlich so lang als Kopf und
Thorax zusammen. Thoraxvorderrand abgeschnürt und etwas
breiter als die halbe, schwach zweibuchtige Basis, die Hinterecken
etwas eingezogen, stumpfwinklig aber scharf; die gelblichen etwas
seidenglänzenden Schuppen sind lang-lanzettförmig, der Hinterrand
mit einer Reihe rundlicher, weilser Schuppen besetzt. Decken mit
rechtwinkligen, kurz gerundeten Schultern, etwas breiter als der
Thorax, die Seiten bis hinter die Mitte parallel, dann gerundet
verengt, die Streifen nicht tief aber breit, nicht schmäler als die
Spatien, die in 2 Reihen gestellten Punkte auf diesen gegenein-
ander versetzt, die Schuppenhaare schmal bandförmig, an der
Spitze stumpf. Die weilsen Schuppen der Unterseite sind rundlich
und stehen nicht ganz dicht nebeneinander. Die Schenkel sind in
den Punkten mit kurzen anliegenden Schuppenhärchen besetzt.
Bei dem einen Stück sind die Decken hinten röthlich an-
gelaufen.
7. Tychius Oertzeni. Sub depressus, ovatus, niger, subtus
squamis ovatis dense, supra pilis squamiformibus minus dense obsitus;
antennis, rostri apice, tibüs tarsisque testaceis; oculis parum con-
vezis; rostro subrecto aequilato, apicem versus attenuato, basi sub-
tilissimo punctato-strigoso, apice seriatim remoteque punctato; pro-
thorace lateribus modice rotundato, antrorsum magis, basi minus
contracto, dense profundeque punctato; elytris parallelis apice obtuse
rotundatis, prothorace viz vel haud latioribus, sat profunde striatis,
in striis uniseriatim pilosis, interstitiis angustis, pilis squamiformibus
minus elongatis biseriatim obsitis, sutura albidiora; femoribus
muticis, anticis modice clavatis, tibiis anticis maris denticulo obtuso
armatis. — Long. 1.8, lat. 0.7 mill.
Morea.
Die nächst verwandte Art discicollis Fst. ist grölser, etwas
gewölbter, die längeren Fühler gegen die Spitze schwarz, die
Augen gewölbter, der Rüssel beim 2 kürzer und viel weniger ver-
dünnt, die Behaarung länger. In der Gröfse ist die neue Art dem
sericatus Tourn. gleich, aber viel weniger gewölbt, durch längeren
und dünneren, viel mehr ausgezogenen Rüssel, grob, tief und dicht
punktirten Thorax, hinten nicht verengte Decken, tiefere Streifen,
Griechenlands und Cretas. 97
schmälere Spatien und viel dünnere Schuppenhaare hauptsächlich
verschieden.
Ebenso flache Wölbung und ähnliche Kan hat auch comptus,
bei diesem sind aber die Augen gewölbter, der Thorax fein
punktirt, die Decken hinten weniger stumpf gerundet, die Schienen
theilweise schwarz und die Behaarung wohl ebensolang als bei der
neuen Art, aber viel feiner.
Stirne kaum so breit als der Dasehinesse Al weniger ge-
wölbten Augen. Der mit der Stirne überall gleich breite und
ziemlich gerade Rüssel so lang (J) oder viel länger (2) als der
Thorax, besonders beim 2 zur Spitze stark verdünnt. Die bis auf
die gebräunte Keule ganz gelben Fühler im Spitzendrittel (Z') oder
dicht vor der Mitte (2) eingefügt. Der Thorax und die Decken
sind fast genau so wie die von discicollis punktirt und geformt,
ersterer an den Seiten etwas weniger gerundet, letztere mit noch
schmäleren Spatien zwischen den Streifen, auf diesem sind die
Punkte der beiden Reihen gegeneinander versetzt, weshalb
die diesen Punkten entspringenden Schuppenhaare stellenweise in
eine unregelmälsige Reihe gestellt und die Spatien dünn beschuppt
erscheinen; dagegen stehen die Punkte auf der Sutur nebenein-
ander und diese erscheint daher dichter beschuppt; die feinen Haare
in den Streifen sind so lang und so dünn als diejenigen auf den
Spatien von sericatus und comptus.
8. Tychius sericans. Oblongus subeylindricus, niger, subtus
albido-squamosus, supra pilis squamiformibus albido-sericeis modice
tectus; antennarum basi, rostri apice, tibiis larsisque testaceis; rostro
curvato bası crasso apicem versus aequaliter attenuato (Zi) vel ab
insertione antennarum usque ad apicem subulato (2); prothorace
lateribus rotundato, basi bisinuato; elylris parallelis, apice obtuse
rotundaltis, late striatis, in strüs pilis uniseriatim, in interstitüs
angustis biseriatim obsitis, sutura albidiori; femoribus muticis, tibüis
anticis maris intus unidentatis, tarsis longioribus. — Long. 2.1,
lat. 1 mill.
Naxos.
In Form, Grölse, Färbung der Beine und durch den Zahn der
männlichen Vorderschienen steht diese Art dem meliloti nahe,
kann aber schon des viel dickeren Rüssels und der Bekleidung
wegen nicht gut mit ihm verwechselt werden.
Kopf dicker als bei meliloti; die Augen grölser und etwas
gewölbter, ihre Entfernung etwas breiter als bei diesem. Rüssel
an der Wurzel höher als das Auge breit und gleich hier gebogen,
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 7
98 Joh. Faust: VIII. Zur Curculionidenfauna etc.
bis zur Fühlereinlenkung gleichmälsig dünner, aber über die ganze
Länge gleich breit. Fühlerschaft und die ersten Geilselglieder hell,
die übrigen und die Keule dunkel gefärbt. Thorax so lang als
breit, die gerundeten Seiten zur Spitze mehr als zur Basis verengt,
die Hinterecken zwar etwas eingezogen, aber scharfwinklig, Rücken
dicht punktirt. Decken wenig breiter als der Thorax mit kurz
gerundeten Schultern, parallelen Seiten und stumpf gerundeter
Spitze, der Länge nach mit dem Thorax gleich und wenig, der
Breite nach höher als bei meliloti gewölbt, breit gestreift, die
Spatien kaum breiter als die Streifen. Beine wie bei meliloti nur
die Tarsen länger.
Die weilslichen, namentlich auf dem Thorax seidenglänzenden
Schuppenhaare sind länger und dünner als bei meliloti, stehen
auf dem Thorax quer und lassen die Mittellinie desselben, in
welcher sie gegeneinander stolsen, etwas dichter behaart erscheinen.
Die Schuppenhaare auf den Spatien sind wenig dicker und länger
als diejenigen in den Streifen, stehen auf jenen und auf der Sutur
gegeneinander versetzt; letztere erscheint namentlich auf der
hinteren Hälfte etwas dichter behaart. Auf der Schildchenstelle
und am Thoraxhinterrande steht eine Reihe kreideweilser Schuppen
von ovaler Form, ähnlich denjenigen auf der Unterseite.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Uebersicht der Arten der Coleopteren-Gattung Anisoplia
aus Europa und den angrenzenden Ländern.
Von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Als Heimath der Anisoplien ist Europa und der westliche
Theil Asiens anzusehen. Die Bestimmung der Arten unterliegt
zahlreichen Schwierigkeiten, denn die Färbung und Sculptur .der-
selben ist sehr veränderlich. Gute Artenmerkmale sind gewöhnlich
nur bei einem Geschlechte einer Art, meist bei den g! ausgeprägt.
Als solche kann in erster Linie die Form der verdiekten Klaue
an den Vorderfülsen des ZI angesehen werden, obwohl auch in
dieser Beziehung Abweichungen vorkommen.
Erichson zerlegte die Anisoplien in rauhhaarige und glatt-
haarige und diese wieder nach der Länge des Membranes am Rande
der Flügeldecken und nach der Lage der Lateralbeule der @ an
den letzteren. Obgleich die Grenze zwischen den rauhhaarigen und
glatthaarigen Arten nicht scharf zu ziehen ist, so habe ich es den-
noch vorgezogen, bei derselben Gruppenzerlegung, zu bleiben, weil
durch eine andere die verwandten Arten weit mehr auseinander
gerissen werden, als dies durch die ursprüngliche, von Erichson
angenommene, geschieht. Dagegen habe ich es unterlassen, auf die
Lage der Lateralbeule der Flügeldecken bei den @ das gleiche
Gewicht zu legen, weil ich bei einigen Arten gefunden habe
(A. signata, Faldermanni ete.), dals diese Beule bald vor, bald in
der Mitte steht, dafs dieselbe bald länger und bald wieder etwas
kürzer werden kann, wodurch im ersteren Falle die Mitte des Seiten-
randes reichlich erreicht wird, im letzteren diese Beule vor der
Mitte steht. Die Länge des häutigen Saumes der Flügeldecken
(Membranes) hat sich als recht constant gezeigt und zwar in beiden
Geschlechtern in gleicher Weise; eine Ausnahme hiervon bildet
A. floricolu, bei der im weiblichen Geschlechte dieser Membran-
saum ganz fehlt.
Bezüglich der Färbung ist zu bemerken, dafs die einzelnen
Arten der grölseren Individuenzahl nach in einer bestimmten Fär-
bung aufzutreten pflegen; dafs jedoch die meisten Arten, namentlich
jene der zweiten Gruppe in Bezug ihrer Flügeldecken in allen
7 »
100 E. Reitter: Uebersicht der Arten
Färbungsstadien, nämlich von einfarbig gelben oder rothen Elytren
bis zum vollständigen Schwarzwerden des ganzen Körpers nach-
weisbar auftreten. Als Mittelstufen der Flügeldeckenfärbung sind
die kreuzförmigen Zeichnungen zu betrachten.
Die Anisoplia arvicola Oliv., Tom. I, pg. 64, Pl.V, F. 84, ist
eine ganz schwarze, nicht rauhhaarige Art, als was sie bisher an-
genommen wurde, und ihr Vaterland Sibirien und Südfrank-
reich angegeben. Da es aber keine Art giebt, welche gleichzeitig
in diesen beiden sehr verschiedenen Ländern vorkommen würde,
so folgt daraus, dafs Olivier mehrere Arten unter dem Namen
arvicola vereinigte und sie als erweisbare Mischart nicht weiter zu _
halten ist. Mulsant’s Citat der arvicola nimmt auf agricola Fbr.
Bezug.
Die Anisoplia cincticollis Fald. aus Central- Asien ist zum
grölsten Theile metallisch blau beschuppt und deshalb und nach
der gegebenen Abbildung eine Hopka- Art.
In nachfolgender Tabelle werden 45 Arten ausgewiesen,
darunter 9 neue.
Genus Anisoplia.
Uebersicht der Gruppen:
A. Flügeldeckenrand, wenigstens bei einem Geschlechte, mit langen
dornartigen, abstehenden Borsten gesäumt, welche gegen die
Spitze nicht deutlich kürzer werden und in tiefen, von einem
Körnchen begrenzten Punkten stehen:
I. Gruppe: Arten mit Stachelborsten.
B. Flügeldecken nicht oder nur an der Basis bis zur Mitte des
Seitenrandes mit kurzen Borsten besetzt.
a. Bauch, sowie die Brust lang, abstehend; Oberseite dicht
und der Kopf und Halsschild mehr oder weniger lang und
abstehend behaart:
I. Gruppe: Rauhhaarige Arten.
b. Bauch anliegend behaart. Oberseite kurz anliegend, selten
Kopf und Halsschild etwas wollig, kurz, aber nicht ganz
anliegend behaart. Die Flügeldecken meist, oft die ganze
Oberseite fast kahl:
III. Gruppe: Glatthaarige Arten.
der Coleopteren-Gattung Anisoplia aus Europa etc. 101
I. Arten mit Stachelborsten.
1" Seitenrand der Flügeldecken in beiden Geschlechtern mit
Stachelborsten.
2" Flügeldecken dicht und nur anliegend behaart.
3” Kopf und Halsschild mit sehr dichter, aufstehender gelb-
licher Behaarung; die Haare gleichmälsig, nicht sehr lang,
wie geschoren. Die innere kleine Klaue der Vorderfülse
des g' äufserst kurz, die kleinen, inneren Klauen an den
hinteren Beinen beim g' die Mitte der äulseren, gröfseren
wenig überragend. Grofse Art aus Südrufsland, Griechen-
land, Kleinasien, Kaukasus etc. . . . . . leucaspis Cast.
Kopf und Halsschild mit weniger dichter, langer, auf-
stehender, greiser Behaarung. Die innere, kleine Klaue der
Vorderfülse des g' die Mitte der gröfseren Klaue reichlich
erreichend, die innere Klaue der hinteren 4 Fülse beim
nur wenig kürzer als die äulsere, grölsere. Kleinere Art
aus Aegypten; hellen Stücken der segetum Hbst. sehr
Anselm. on sabalicola Er.
Flügeldecken abstehend, oft sehr spärlich, um’s Schildchen
gewöhnlich etwas länger und deutlicher behaart.
Klauenglied der Vorderfülse des g' sehr schwach verdickt,
die innere kürzere Klaue desselben die Mitte der grölseren
erreichend; die dünnere, innere Klaue der 4 hinteren Tarsen
nur wenig kürzer als die äulsere. Der nächsten Art sehr
ähnlich, aber um die Hälfte kleiner, kürzer gebaut, heller
gefärbt, den 2 fehlt der dunkle Fleck am Schildchen.
Syrien. A. inculta ErL.? . . . ...... gossypiata Fairm.
Klauenglied der Vorderfülse des J' stark verdickt, die innere
Klaue derselben sehr kurz, die dünnere, innere Klaue der
hinteren 4 Tarsen die Mitte der äufseren wenig über-
ragend.
Die hinteren Tarsen sehr lang, viel länger als die Schienen,
beim g' länger. Flügeldecken wenig dicht, lang, der Um-
kreis des Schildchens länger und dichter behaart. Europa,
Nordasien. A. fruticola Fbr., rasa Zubk., velutina Er. —
Grün, Flügeldecken strohgelb. Griechenland segetum Hrbst.
Grünlich, Flügeldecken rothgelb, v. straminea Brull.,
Tarsen und Fühler roth = v. Zubkoffi Kryn. (Sibirien),
oder auch die Beine roth —= v. rufipes Burm. (Sibirien),
oder auch der Halsschild roth — ruficolis Kr. (Kur-
distan).
=
3
=
2
=
4
4
=
=
d
102 E. Reitter: Uebersicht der Arten
5’ Die hinteren Tarsen (kürzer) von normaler Länge, wenig
länger als die Schienen. Flügeldecken kurz, spärlich be-
haart, nur hinter dem Schildehen, neben der Naht, länger
und dichter behaart. Etwas grölser und breiter als die vorige
Art. Syrien, Aegypten. A. Kordofana Burm. syriaca Burm.
1’ Seitenrand der Flügeldecken nur in einem Geschlechte mit
Stachelborsten.
6” Die Stachelborsten sind nur beim g! vorhanden.
Länglich, schwarz, Kopf, Halsschild und Beine dunkel-
- grün, erzfarbig, lang, mälsig dicht greis, die Flügeldecken
etwas kürzer und fast in Reihen behaart, letztere gelb-
lich oder braunroth, Schildchen, Unterseite und Pygidium
dicht weilslich behaart, die Behaarung deckt nahezu voll-
ständig den Grund der Unterseite. Algier [Laghouat,
Dr.. Martin!) . 07 2 else ar SZ palladıpennas, Gy.
6' Die Stachelborsten sind nur beim 2 vorhanden.
Unterseite des Käfers lang, greis, aber nicht dicht behaart,
die Behaarung deckt nirgends völlig die schwarze Grund-
farbe; Kopf und Halsschild oben nur wenig dicht, Flügel-
decken kurz, aufstehend spärlich behaart, letztere kahl
erscheinend. Die äufsere gröfsere Klaue an den Vorder-
füfsen des g' hinter der Mitte mit einem kleinen, stumpfen
Zahne. Schwarz, Flügeldecken nicht oder schwach grün
metallisch glänzend, Flügeldecken braunroth, glänzend.
Araxesthal. A. scytka Motsch. 2.2).
I. Rauhhaarige Arten.
1” Der Hautsaum der Flügeldecken vollständig, von der Spitze
bis zur Erweiterung des Seitenrandes hinanreichend.
2” Unterseite, Kopf und Halsschild nur spärlich, lang, greis
behaart, die Behaarung deckt nirgends völlig den schwarzen
Untergrund. Grünschwarz, Flügeldecken braunroth, glän-
zend, oder einfarbig dunkel.
!) Dr. Kraatz stellte diese Art als mit depressa Er. identisch
dar, was mir nicht richtig zu sein scheint. Die pallidipennis Gyll.
ist viel schmäler und habituell der floricola ähnlich; sie gehört aber
unter die Arten mit Stachelborsten. Der Membran des hinteren
Seitenrandes der Flügeldecken ist auffallend breit und vollständig.
2) Diese Art erscheint in der ersten und zweiten Gruppe, weil
das 2 vorn am Seitenrande der Flügeldecken deutliche Stachel-
borsten besitzt, während sie dem g' fehlen. Sie gehört indels mit
grölserem Rechte in die zweite Gruppe.
der Coleopteren-Gattung Anisoplia aus Europa etc. 103
3” Clypeusspitze aufgebogen, am Grunde tief eingeschnürt.
4” Seitenrand der Flügeldecken beim 2 mit feinen, aber deut-
lichen, nach hinten zu kürzer werdenden Stachelborsten.
Die äufsere Klaue an den Vorderfülsen des g' etwas hinter
der Mitte mit einem kleinen stumpfen Zähnchen. Kurze
gedrungene Art. Südrufsland, Araxesthal . . scytha Motsch.
4’ Seitenrand der Flügeldecken in beiden Geschlechtern ohne
Stachelborsten.
5” Flügeldecken des 2 ohne deutliche Lateralbeule. Die äulsere
Klaue an den Vorderfülsen des 5! an der äulsersten Spitze
etwas schräg abgestutzt. Südrufsland (Sarepta), Nord-
PerBtene ST: aan relatinnke Iemerierlinis . campticola Men.
5’ Flügeldecken des Q mit deutlicher Lateralbeule !).
6’ Die äufsere Klaue an den Vorderfülsen des 2 lang, dünn,
wenig gebogen, zugespitzt. Hautsaum der Flügeldecken
beim 2 fehlend. Spanien, Alsier . . . . .floricola Fhr.
6‘ Die äulsere Klaue an den Vorderfülsen des g! wenig lang, ge-
bogen, an der Spitze schräg nach innen abgestutzt. Hautsaum
der Flügeldecken auch beim 2 deutlich. Andalusien baetica Er.
3 Clypeusspitze aufgebogen, gleichbreit, am Grunde nicht
eingeschnürt, der aufgebogene Theil bildet also eine gleich-
breite Platte, mit abgerundeten Spitzenwinkeln. Schwarz,
Lateralbeule des @ dicht vor der Mitte stehend, die äufsere
Klaue an den Vorderfülsen des g' lang, wenig gebogen,
zugespitzt; die kleine innere den Spaltzahl der äufseren nicht
erreichend. Kaukasus, Armenien . . . . clypealis n.sp.
1) Hierher gehört noch eine sehr ausgezeichnete Art, wovon
mir nur einige 2 aus der Brenske’schen Sammlung vorliegen, die
„Kz.“ bezeichnet sind. Sie sind sehr kurz und breit gebaut,
schwarz, nur mit sehr undeutlichem grünen Schein, glänzend,
Unterserseite und Pygidium lang, weils, Bauch und Pygidium
spärlich behaart, Kopf von den Augen nach vorn in gerader Linie
verengt, grob aber wenig tief punktirt, Halsschild quer, an den
Seiten sehr stark gerundet, vor der Mitte am breitesten, daselbst
keinen Winkel bildend, Hinterecken stumpf, Oberseite nicht dicht,
stark punktirt, die Punkte einfach, ziemlich tief eingestochen
und dazwischen mit einzelnen doppelt feineren Punkten; Schildchen
schwarz, dicht und fein punktirt; Flügeldecken kurz und breit, roth-
braun, glänzend, spärlicher und kürzer als Kopf und Halsschild
behaart, mit tiefen, fast furchenartigen Streifen, die Zwischenräume
punktirt gerunzelt, die Lateralbeule kräftig, kurz, etwas schräg
stehend, weit vor der Mitte gelegen . . . . .„ remotan.sp.
104
9!
Til
g"
10"
10'
nl
E. Reitter: Uebersicht der Arten
Unterseite dieht behaart, die Behaarung deckt zum grölsten
Theil den dunklen Untergrund, besonders am Bauche.
Pygidium überall, an der Spitze etwas dichter, abstehend
behaart.
Flügeldecken auf der vorderen Hälfte sehr lang, abstehend
und kaum kürzer, meist aber etwas weniger dicht als der
Halsschild behaart.
Scheitel mit einer Längsrinne. Mitteleuropa, Frankreich.
Atunscola Bor. N oeioSaroetze:
Scheitel ohne Längsfurche.
Klein, schwarzgrün, Flügeldecken braunroth, die Naht
und der Seitenrand schmal, dunkler gefärbt. Die äufsere
Klaue an den Vorderfülsen des g' an der Spitze schräg
und breit abgestutzt, wodurch weit vor der Spitze ein
stumpfes Zähnchen gebildet wird. Der vorigen Art
täuschend ähnlich, namentlich den Stücken mit einfarbigen
Flügeldecken, allein etwas gestreckter gebaut, der Scheitel
ohne Rinne und durch die äufsere Klaue des g' ver-
schieden, welche beim g' der villosa stärker zugespitzt
und nur am äulsersten Ende etwas abgestutzt erscheint.
Lucea-Vorno in Italien. Mus. Dr. Kraatz. (Vielleicht
Rasse der vorigen) . . . . . . simplicifrons n.
Grölser, ganz schwarzgrün, ie Flügeldecken mit zwei
gebuchteten braungelben oder braunrothen Querbinden.
Pygidium lang gleichmäfsig behaart. Die äulsere Klaue
an den Vorderfüfsen des g' mäfsig lang, breit, am Ende
schräg nach innen abgestumpft, aber daselbst meist ohne
Zähnchen. Croatien, Dalmatien, Istrien. Vielleicht hat
Erichson diese Art zu seiner monticola gezogen.
Erichsoni n.
Flügeldecken, mit Ausnahme des Umkreises vom Schild-
chen, viel kürzer behaart als der Halsschild.
Die äufsere, grölsere Klaue an den Vorderschienen des g'
innen weit vor der Spitze einen stumpfen Winkel bildend
oder mit einem kleinen Zähnchen versehen. Lateralbeule
des © bald in, bald vor der Mitte des Seitenrandes der
Flügeldecken befindlich.
Kleine Art, vom Aussehen der villosa, monticola ete., mit
ähnlichen Zeichnungen auf den Flügeldecken, letztere lang
abstehend behaart, die Behaarung nur etwas kürzer als
am Halsschilde und beim 2 mit keinem dichter behaarten
sp.
sp.
der Coleopteren- Gattung Antsoplia aus Europa etc. 105
Haarflecken in der Umgebung des Schildchens. Kaukasus,
Armenien. Wurde bisher von mir als armeniaca Kr. ver-
Bender uam ah un Siseigwaltanald.
12’ Gröfsere Art, vom Aussehen der bromicola, meist ganz
schwarz, oder die Flügeldecken einfarbig braunroth, selten
gefleckt; letztere sehr kurz behaart, beim 2 oft mit dichter
behaarten Seutellarflecken. Pygidium vorn viel weniger
dicht behaart. Aeulsere Klaue an den Vorderfülsen des d'
lang. Kaukasus, Südrufsland, Armenien. A. villosa Fald.,
A.armeniaca Kraatz . . . . s . » Faldermanni Reitt.
1l’ Die äufsere, gröfsere Klaue an den Vorderfülsen des g'
einfach zugespitzt oder an der Spitze kurz, schräg ab-
gestutzt.
13" Flügeldecken des 2 mit einer kleinen Randbeule vor der
Mitte.
14” Halsschild von der Basis zur Mitte gleichbreit, von da zur
Spitze verengt. (Seitenrand des Halsschildes hinter der
Mitte mit deutlicher flacher Ausbuchtung beim 4.)
15" Halsschild nach vorn etwas stärker verengt als zur Basis.
Gedrungene Art vom Aussehen der A. villosa, die Flügel-
deeken meist gelbroth oder braunroth mit dunklen Seiten
und schwarzer Scutellarmakel, sowie kreuzförmiger Zeich-
nung in der Mitte; befindet sich demnach im intermediären
Stadium ihrer Ausfärbung. Illyrien, Italien, Calabrien etc.
monticola Er.
15' Halsschild nach vorn fast stärker verengt als zur Basis,
der Seitenrand beim Q- stark gerundet, die Hinterwinkel
stumpf. Kleiner und schlanker als die vorige Art (Long.
9 mill.), Unterseite sehr lang, weils behaart, schwarzgrün,
die Flügeldecken des mir vorliegenden 9 schwarz, glän-
zend, mit einzelnen starken, abgekürzten Streifen, des 2
gelbbraun, die Naht vorn bis zur Mitte angedunkelt.
Neapel. Ein Pärchen in der Sammlung des Herrn Dr.
Kraatz a. 0. ..... neapolitana n. Sp.
Halsschild beim EN von Jäler Basis nach vorn deutlich,
beim 2 bis zur Mitte sehr schwach, dann zur Spitze stark
verengt. Schlankere Art als die vorigen, namentlich ist
das @ dem g' in der Form ganz ‚ähnlich; schwarzgrün,
die Behaarung gelbgreis, die Flügeldecken schmutzig braun,
beim g' meist einfarbig, beim 2 meist mit dunklerem Seiten-
rande und dunkler Schulterbeule; seltener ist auch die
_
14
106 BE. Reitter: Uebersicht der Arten
Naht fein angedunkelt oder hinter der Mitte eine undeut-
liche dunkle Querbinde vorhanden. Die Schulterbeule ver-
längert sich auf den wenig gerundeten Flügeldecken nach
hinten in eine deutliche Längsfalte.e Long. 10— 11 mill.
Sieilien (Madonia). Von Herrn E. Brenske mitgetheilt;
von Baudi als arvicola versendet . . . . marginata Kr.
13’ Die Randbeule der Flügeldecken beim 2 länger, gegen die
Mitte gelegen, ihr Hinterrand die Mitte des Seitenrandes
überragend. (Flügeldecken in beiden Geschlechtern mit
dichter behaartem Seutellarflecken.)
16” Die äufsere Klaue an den Vorderfülsen des d' an ihrem
Ende breit und schräg abgestutzt.
17” Sehwarz, Flügeldecken gewöhnlich ebenfalls ganz oder
zum grölsten Theile schwarz, seltener braunroth. Illyrien,
Biemont Euer yerl. „lie bromwcolanerm:.
17° Schwarz, Einbcldecken bisbhgaiiie die Schulterbeule, ein
feiner Saum an den Seiten und die feine Naht schwärzlich
oder einfarbig schwarz. Kleinasien: Brussa aprica Er. var.
16' Die äufsere Klaue an den Vorderfülsen des g' länger,
allmählig zugespitzt, am Ende nicht deutlich abgestutzt.
18” Käfer breit, der A. cyathigera ähnlich, die var. ähnlicher
der A. limbata, Behaarung der Unterseite weils. Long.
10 mill. Central - Rufsland: Morschansk bei Orutvie,
Riasanfetel,Y .usihnk i leiten. uBnenskiei/n. Sp-
18" Käfer wenig kleiner, aber el Schmale der A. villosa und
monticola ganz ähnlich, Behaarung gelblich. Long. 10 mill.
Balkan, s.nikloa ä „2.0.0... balcantica.n. Sp.
18 Käfer enteolanee ganz ho ad die Flügeldecken braun-
roth, die Schulterbeule, ein feiner Saum an der Naht und
an dem Seitenrande schwärzlich. Kleinasien: Brussa.
aprica Er.
7’ Pygidium bis auf die dichtere, schopfförmige Spitze fein
und anliegend behaart.
19” Aeufsere, grölsere Klaue an den Vorderfülsen des J' innen,
weit vor der Spitze, mit einem kleinen Zähnchen oder einem
stumpfen Winkel !).
1) Der häutige Saum der Flügeldecken reicht bis zur Mitte;
A. lanuginosa Er., welche mit den folgenden Arten, besonders mit
valida Kr., im hohen Grade übereinstimmt, hat nur einen solchen
an dem inneren Theile der Spitze der Flügeldecken.
der Coleopteren-Gatitung Anisoplia aus Europa etc. 107
20" Flügeldecken in beiden Geschlechtern an den Seiten mit
einer Lateralverdickung. Im Uebrigen mit A. valida in
hohem Grade übereinstimmend. Griechenland. (Col. Dr.
Kaastz)ı, . . ..... pubipennis Blanch.
20' Flügeldecken nur har or mit RE vorstehender
Lateralverdicekung.
21” Behaarung, namentlich der Unterseite, gelblich. Kopf und
Halsschild grün, lebhaft erzfarben; Flügeldecken braun
oder schwarz. Grofse Art. Dalmatien, Griechenland,
Syrien. A. pallidipennis Er.!). . . . . .valida Kraatz.
21’ Behaarung, namentlich der Unterseite, weils. Kopf und
Halsschild schwarz, mit schwachem grünen Scheine; Flügel-
decken schaal gelb, die Schulterbeule, die feine Naht und
gewöhnlich auch die Seiten schwärzlich. Blassen Ex. der
A. farraria Er. ähnlich. Kaukasus . . . limbata Kraatz.
19” Aeulsere, gröfsere Klaue an den Vorderschienen des g'
kräftig, in keine lange Spitze ausgezogen, an der letzteren
deutlich schräg abgestutzt.
22” Kopf und Halsschild lang, abstehend, Unterseite gelblich
behaart. Halsschild des Z' erst von der Mitte zur Spitze
verengt. Andalusien . . . . „ baetica Er.
22' Kopf und Halsschild nur Kr, ecke behaart; Flügel-
decken fast kahl. Arten aus dem Kaukasus, Armenien,
Persien.
23" Kleine längliche Art mit gelben oder gelb und schwarz
quer gebänderten Flügeldecken. Halsschild in beiden
Geschlechtern stark gerundet, nach vorn beim 2 kaum,
beim g' wenig mehr verengt als zur Basis. Sarepta, Baku,
Derbent ...,4s1 - sun, panda, Kraatz.
23' Grolse Art, az Eiseldeeken Eraeoraslh oder ganz
schwarz, selten braungelb gefleckt. Halsschild beim J
von der Basis nach vorn verengt. Die Randbeule des 2
ist kurz und steht weit vor der Mitte; ein schwarzer Scutel-
larflecken ist auf braunrothen Flügeldecken des 2 selten
angedeutet. Talysch, Araxesthal, Nordpersien, Armenien.
dutristecula Bittr.{äsl.)]) „uch. nie alanız dlaigıniaita In: sp.
19 Aeufsere, gröfsere Klaue lang nnd wenig gebogen, zu-
gespitzt, die Spitze selbst meist etwas abgestumpft, aber nicht
1) Was ist aber die bisher mit depressa Er. verbundene hypo-
crita Burm.?
108 E. Reitter: Uebersicht der Arten
%
ga’
9!
4”
abgestutzt. Flügeldecken streifenartig behaart, ein lockerer
Haarstreif befindet sich neben der Naht, die ferneren sind
einander paarweise genähert, der 2., 4. und 6. Zwischenraum
ist nahezu kahl. Portugal, Asturien . . . . depressa Eır.
Der Hautsaum der Flügeldecken sehr kurz, nur den inneren
Theil der Spitze umfassend. Grofse, der A. valida täuschend
ähnliche Art. Naxos, Kleinasien, Syrien . . lanuginosa Er.
Der Hautsaum der Flügeldecken fehlend. (A. floricola-?.)
III. Glatthaarige Arten.
Mit vollständigem, bis zur Erweiterung des Seitenrandes der
Flügeldecken reichendem Hautsaume.
Seitenrand der Flügeldecken innerhalb der Schulterfalte
mit einer Reihe kurzer stachelartiger oder starrer Borsten
besetzt. Grolse Arten.
Die gröfsere Klaue der Vorderfüfse des g' innen nahezu
in der Mitte mit einem kleinen, stumpfen Zähnchen. Oester-
reich, Ostungarn, Syrien, Kaukasus, Armenien.
j austriaca Hrbst.
Eine viel grölsere Form dieser Art, in beiden Geschlechtern
mit grolsem, tief schwarzem Scutellarflecken, kommt in der
Kaukasus-Ebene bei Elisabethpol vor, wo sie Leder zahlreich
sammelte‘. .am7ba s el OL
Eine kleinere, gesträcktere Rasse, mit einfarhie rothbraunen
Flügeldecken, beim 2 ohne Scutellarflecken und fast kahlem
Bauch, kommt in Armenien (bei Erzerum) und im Araxes-
thal (bei Ordubad) vor. . . na, IIYISKETaU Stan.
Die gröfsere Klaue der Vorderfülse de: d' mit einem kleinen
stumpfen Zähnchen im dritten Viertel der Innenseite. Der
vorigen Art sehr ähnlich, etwas gestreckter; die 2 nur mit
angedeuteter Scutellarmakel. Griechenland . . tritici Kiesw.
Seitenrand der Flügeldecken innerhalb der Schulterfalte
höchstens mit Haaren bewimpert.
Die gröfsere Klaue an den Vorderfülsen des g' ist an der
Spitze sehr kurz, schräg abgestutzt; das abgestutzte Ende
ist demnach noch ziemlich dünn. Flügeldecken sehr seicht
gestreift. Kopf ohne Scheitelfurche und wie der Halsschild
dicht und fein, durchaus anliegend behaart. Süd-
Europa . . 2... tempestiva Er.
Die gröfsere Klade an ande Vorderfülsen des d' an der Spitze
nach innen breit abgestutzt.
der Coleopteren-Gattung Anisoplia aus Europa etc. 109
5” Flügeldecken flach gestreift, Kopf mit deutlicher flacher
Scheitellängsfurche und wie der Halsschild und der Umkreis
des Schildchens in beiden Geschlechtern dicht und fein
gelblich behaart, die Behaarung dicht, wollig, nicht ganz
‘“ anliegend. Schwarzgrün, Flügeldecken braungelb. Der
vorigen Art sehr ähnlich, aber etwas gröfser und breiter
geformt. Sieilien. A. sicula Kr. i.lit. . . . sicula n. sp.
Flügeldecken tief gestreift. Oberseite nahezu kahl oder
nur Kopf und Halsschild äufserst fein, sehr anliegend
und spärlich behaart. Färbung äufserst veränderlich. Im
Kaukasus gemein . . . u... farraria Er.
Eine viel kleinere, unten Be Sg: ni dichter behaarte
Rasse dieser Art, mit stärker gerundeten Seiten des Hals-
schildes und kürzeren Flügeldecken, sammelte Fräulein
A. Kubischtek im Araxesthal bei Ordubad . . v. Antoniae.
1’ Mit an den Seiten abgekürzten, höchstens nur die Spitze
in deren äufsere Rundung umfassenden Hautsaume der
Flügeldecken.
Halsschild aufstehend, kurz, wollig behaart, Hinterschenkel
anliegend und etwas zottig behaart; die Behaarung der
letzteren die Grundfarbe zum gröfsten Theile deckend.
Europa, Kaukasus. A. crucifera Hrbst. . . cyathigera Scopol.
6' Oberseite ganz kahl, oder Kopf und Halsschild äufserst
fein, durchaus anliegend behaart.
7' Nur die äufserste Spitze der gröfseren Klaue an den
Vorderfülsen der Z' ist kurz schräg abgestutzt. Bauch
wenig dicht anliegend behaart, die Behaarung an den Seiten
mehr fleckenartig verdichtet, die dunkle Grundfarbe wird
durch sie nicht völlig gedeckt. (Halsschild bis auf die
äulseren Ränder kahl. g' mit schwacher, 2 mit starker
Verdickung am Seitenrande der Flügeldecken.)
Die seitliche Verdickung des Seitenrandes der Flügeldecken
in der Mitte gelegen. Flügeldecken braunroth oder schwarz,
2 mit feinem Haarfleck jederseits neben dem Schildchen,
Seitenrand des Halsschildes beim g' gegen die Hinter-
winkel schwach erweitert, der Seitenwulst der Decken beim 2
langgestreckt. Oesterreich, Ungarn, bis Griechenland Zata Eı.
Die seitliche Verdickung des Seitenrandes der Flügeldecken
. dicht vor der Mitte gelegen. Flügeldecken hell braungelb,
der hintere Theil der Seiten beim 9 gewöhnlich schwarz
gerandet, der Seitenwulst der Decken beim 2 kürzer, ohne
=
d
m
e2
=
8
110 E. Reitter: Uebersicht der Arten
Haarfleck neben dem Schildchen; Seitenrand des Hals-
schildes gegen die Hinterwinkel nicht erweitert. Dalmatien,
Griechenland, Oberitalien. A. adjecta Er. flavipennis Brull.
’' Die gröfsere Klaue an den Vorderfülsen des Z' an der
Spitze breit abgestutzt. Die Abstutzungsfläche mit der Innen-
seite vor der Spitze ein Zähnchen oder einen deutlichen
Winkel bildend.. Bauch sehr dicht und fein anliegend
behaart, die Behaarung gleichmäfsig die Grundfarbe be-
deckend und wenigstens beim 2 (A. dispar ausgenommen)
an den Seiten der Bauchringe mit einer Reihe aufstehender,
längerer Haare. Halsschild konisch, zur Basis verbreitert,
die Hinterwinkel etwas nach aufsen vortretend. Käfer
entweder ganz schwarz, oder die Flügeldecken hell gefärbt.
9" Die gröfsere Klaue an den Vorderfülsen des ' lang, sehr
gestreckt, wenig gebogen, innen im zweiten Drittel gegen
die Spitze mit einem kleinen Zähnchen versehen, am Ende
scharf zugespitzt. Halsschild des 9 schwach, des 2 nicht
konisch. Oberseite ziemlich glänzend. Q mit starker
Lateralbeule an den Seiten der Flügeldecken, diese dicht
vor der Mitte gelegen, und neben dem Schildchen jederseits
mit feinem Haarflecken. Einfarbig schwarz, selten die
Flügeldecken braunroth. Ungarn, Kleinasien. A. morio
Kraatz’® . PRUIISBUNER TBORIRE 1 MIN. NEN, OR ee OESIDEETRRLR
9' Die gröfsere Klaue an den Vorderfülsen des g' kürzer, die
Basis des Klauengliedes nicht überragend, gebogen, am
Ende schräg und breit abgestutzt, innen vor der Spitze ein
sehr kleines Zähnchen bildend.
10” Grofse Arten von 12—15 mill. Länge. Bauch beim Z' mit
einfacher, beim @ mit doppelter Behaarung. Oberseite, bis
auf das Schildchen und dessen Umgebung, nahezu kahl.
11” Oberseite etwas glänzend, Halsschild viel breiter als lang,
Flügeldecken breit oval, von gewöhnlicher Form. Beine
von normaler Länger, Tarsen dünn, die Hintertarsen wenig
länger als die Schienen. Südrulsland . . . Zwicki Fisch.
11’ Kaum glänzend, Halsschild wenig breiter als lang, Flügel-
decken matt, nach hinten stark verengt. Beine lang,
Hinterbeine verdickt und sehr verlängert, Schienen länger
als die Schenkel, Tarsen kräftig, die hintersten viel länger
als die Schienen. Syrien, Kleinasien. . tenebralis Burm.
10' Kleine Arten von 10—12 mill. Länge. Bauch beim g'
und @ mit doppelter Behaarung.
der Coleopteren-Gattung Anisoplia aus Europa etc. 111
12” Halsschild nur undeutlich, Flügeldeeken, mit Ausnahme
des Umkreises vom Schildehen, nicht behaart. Schwarz, -
Kopf und Halsschild grün, glänzend; Halsschild nur mit
angedeuteter Mittellinie, Flügeldecken matt, nach hinten
wenig verschmälert, einfarbig blafs gelbbraun oder schwarz;
Tarsen rostroth. Im Uebrigen der nächsten Art ähnlich.
Thessalien !) . . . . 0.0.0. thessalica.n. sp.
12’ Die ganze Oberseite deutlich Ani fein behaart. Schwarz,
matt, Halsschild mit tiefer Mittellinie, Flügeldecken blafs
braungelb, nach hinten stark verschmälert, die Seiten
hinten schwarz gerandet, Tarsen dunkel, die Klauen und
Vordertarsen des g' rostroth. Südrulsland; angeblich auch
a en tee Tawyalndesenticotla, Fisch,
1) Von mir als A. pubipennis Blanch. versendet.
Eine neue bayerische Liodes- Art.
Liodes angulicollis n.sp. Breviter ovalıs, subglobosa, valde
conveza, laete ferruginea, nitida, antennarum clava magna picea,
capite dense punctulato, thorace valde angustiore, fronte punctis binis
aut tribus majoribus impressis; prothorace coleopteris distincte
angustiore, transverso, longitudine duplo latiore, subtiliter punctato,
antrorsum angustato, lateribus in medio fortiter angulato, ante
et pone angulam emarginato, angulis omnibus subrectis; scutello
triangulari, subtiliter punctulato; elytris punctato-striatis, interstitüs
substrigosis, ad latera pilis brevibus parcis wir perspicuis obsitis,
lateribus distincte marginatis; tebüis anticis apice sensim dilatatis,
posticis leviter arcuatis, femoribus posticis maris sat dilatatis, intus
in medio obtuse angulatis. — Long. 3.2 mill.
Mit L. rugosa Steph. verwandt, aber durch die Form des Hals-
schildes ganz isolirt dastehend. Dieser ist quer, an den Seiten
befindet sich in der Mitte ein vorspringender Winkel, vor diesem
und hinter diesem sind die Seiten nach innen ausgeschweift.
Von Herrn Decan Wolf bei Dinkelsbühl in Bayern entdeckt
und in dessen Sammlung befindlich. BR. Reitter.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Haltica saliceti Ws.
: Diese Art scheint nicht ausschliefslich auf eine Nahrungspflanze
(Salie- Arten) angewiesen zu sein, sondern lebt, wie oleracea, an
verschiedenen Pflanzen. Sie wurde im vergangenen Jahre in Menge
auf den Blättern von. Eichenschöfslingen in der Pirschhaide bei
Potsdam von Herrn Pape aufgefunden. In der ersten Hälfte des
Juni waren die bezeichneten Blätter zum grofsen Theile zerfressen,
ungefähr siebartig oder netzförmig durchlöchert. Das Thier frifst
die Blattsubstanz von der Oberseite aus ab, so dafs nur die zarten
Rippen und ein verschieden breiter Rand der Blattmasse, der sich
in der Folge gelbbraun färbt, übrig bleiben; es beginnt stets an der
Basis eines Blattes und schreitet allmählich nach der Spitze hin fort.
Am 10. Juni (vielleicht ausnahmsweise spät, da das Frühjahr
18838 trocken und kalt war) hatten die Weibchen ihre Eier abgelegt.
Letztere sind hellgelb, 1 mill. lang und ungefähr 2$mal so lang
als breit, beinahe eylindrisch, aber jederseits eine Spur verschmälert
und an den Enden abgerundet. Die Oberfläche ist unter starker
Vergröfserung dicht, aber sehr undeutlich gerunzelt und wie mit
einem matten, weislichen Reife überzogen, kaum glänzend. Die
Eier waren mit der Längsseite an die Unterseite der Eichenblätter
geklebt, entweder in einer Reihe neben einander oder in einem
Häufehen von zwei bis drei Reihen, jedes Häufchen enthielt 8 bis 12
Stück und befand sich stets in der Nähe des Blattrandes, niemals
an der Hauptrippe.
Die weitere Entwickelung konnte leider noch nicht beobachtet
werden.
Aphthona pseudacori Mrsh.
Diese Art wurde am 17. Juni auf sumpfigen Wiesen in der
Nähe des Wildparkes bei Potsdam von Hrn. Pape mehrfach in
Copula gefangen. Sie lebte auf den unteren Blättern von Euphorbia
palustris L.; das Klopfen der Büsche über einem Schirme war
resultatlos und man erhielt das Thier nur durch Käschern.
Von Larven und deren Frafsstellen fand sich an den Pflanzen
keine Spur, so dafs ihr Aufenthalt an der Wurzel, ähnlich wie es
Buddeberg (Jahrb. Nass. Vereins f. Naturk. 1888, 17) von Aphth.
cyparissiae schildert, wahrscheinlich wird. Bei allen Stücken sind
die Fühler und Beine ziemlich einfarbig schwarz, höchstens die
Basis der ersteren und die Schienen dunkel rostroth. Die der Art
eigenthümliche dunkle, bläulich - schwarze Farbe der Oberseite
variirt aufserordentlich selten. Unter den vielen Stücken fanden
sich nur wenige, welche die Varietät discolor: Supra nigra,
obscure viridi-aeneo micans bilden, bei welcher die Oberseite gleich-
mälsig sehr dunkel metallisch grün ist, ohne Spur eines blauen
Schimmers. J. Weise.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Revision der Molops- Arten.
Von
Ludwig Ganglbauer,
Custos- Adjunet am K.K. naturhistorischen Hof-Museum in Wien.
Zu der vorliegenden Arbeit veranlalste mich die Entdeckung
einer neuen bosnischen Molops durch meinen Musealcollegen, den
Botaniker Dr. G. Ritter von Beck, und die Schwierigkeit, sich
mit gewissen Molops-Arten trotz der vortrefflichen Arbeiten von
Chaudoir, Dr. L.v. Heyden und Dr. Kraatz zurecht zu finden.
Besonderen Dank schulde ich Herrn Rene Oberthür und
Dr. L. v. Heyden, durch deren Güte mir die Typen sämmtlicher
von Chaudoir, Heyden und Kraatz beschriebenen Arten vor-
lagen.
Die Unterscheidung der Molops- Arten ist eine schwierige, da
sich die meisten nur durch relative habituelle Merkmale charak-
terisiren lassen. Im Vergleiche mit den allbekannten Arten: Molops
elata und picea dürften aber die relativen Unterschiede in der Form
und Wölbung der Flügeldecken und des Halsschildes und in der
Grölse des Kopfes leicht verständlich sein.
Uebersicht der Arten.
1” Hinterecken des Halsschildes kurz abgesetzt.
2" Halsschild gegen die Basis nicht oder nur wenig mehr als nach
vorn verengt, an der Basis fast ebenso breit als am Vorder-
TE N en ee N srlolata.
2' Halsschild nach hinten viel stärker verengt als nach vorn.
3” Seitenrand des Halsschildes bis zu den Hinterecken in convexer
Curve gerundet.
4" Flügeldecken stärker gewölbt.
d Seiten der Flügeldecken sehr wenig gerundet, ziemlich parallel.
‘ Flügeldecken deprefs cylindrisch 2. dalmatina, 3. bosnica.
5 Seiten der Flügeldecken stärker gerundet.
6" Kopf grols und dick.
© Der. äufsere Längseindruck an der Basis des Halsschildes weit
vom Seitenrande entfernt . . 2 2 20200200... 9. robusta.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 8
114 Ludiig Ganglbauer £
7 Der äufsere Längseindruck an der Basis des Halsschildes
durch ein nur wenig breites Längsfältchen vom Seitenrande
getrennt . » 2 2.2.2020. 4 simplez, 9. parnassicola.
Kopf von normaler Gröfse 6.elata,7.plitvicensis,8.alpestris.
Rücken der Flügeldecken flach gewölbt:
10. Parreyssi, 11. spartana.
3' Seitenrand des Halsschildes hinter der Mitte ausgeschweift:
12. bucephala, 13. dilatata.
1’ Hinterecken des Halsschildes lang abgesetzt.
7”' Halsschild an der Basis wenig schmäler als am Vorder-
randetmlsaulke . en. 13.1dilatata.
7” Halsschild an a Be viel nl als am Vorderrande.
8” Körper sehr schmal und read Halsschild wenig breiter
als lang. . . 0... 14. promissa.
8 Körper breiter ind, könzen, Halsschild viel breiter als lang.
9" Seitenrand der Stirn vor den Augen über der Fühlerwurzel
plötzlich in einen abgerundeten Höcker erweitert:
15. grandiceps, 16. longipennis.
9’ Seitenrand der Stirn vor den Augen allmählig gerundet erweitert.
10” Basaltheil des Halsschildes mit geradlinigen, parallelen oder
nach hinten divergirenden Seiten.
11” Flügeldecken länger, an den Seiten wenig gerundet:
17. latsiuscula, 18. orthogonia.
11’ Flügeldecken kürzer, oblong-oval oder oval.
12” Spitze des Forceps gedreht, auf der Unterseite zahnförmig
vorspringend. $ter Zwischenraum der Flügeldecken in der
Regel breiter . . .....2......19. picea, 20. austriaca.
12' Spitze des Forceps einfach. 3&ter Zwischenraum der Flügel-
decken in der Regel in seiner ganzen Länge schmal leisten-
artig . . ara) 2l.:0BRpennäs.
Basaltheil de einkaaahen 5» zur Spitze der stark zahnförmig
nach aulsen gezogenen Hinterecken ausgebuchtet 22. rufipes.
=
6
4
=
=
10
1. Molops striolata F.
Carabus striolatus Fabr., Syst. El. I, 183; Panz., Fn. Germ. 87;
Duftschm., Fn. Austr. II, 63.
Abaz striolatus Sturm, Deutschl. Ins. V, 158.
Feronia striolata Dej., Spec. III, 410, Icon. III, pl. 153, £. 1.
Pterostichus striolatus Schaum, Naturg. Ins. Deutschl. I, 499.
Schwarz, firnifsglänzend. Kopf breit und dick, mit sehr tiefen
und langen Längseindrücken auf der Stirn. Oberlippe stark aus-
Revision der Molops - Arten. 115
gerandet. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, am Hinterrand
nahezu ebenso breit als am Vorderrand, seine Seiten schwach und
bis zu den sehr kurz abgesetzten, zahnartig nach aulsen tretenden
Hinterecken in ziemlich gleichmälsiger, wenig convexer Üurve ge-
rundet, nach hinten kaum stärker verengt als nach vorn. Von den
beiden basalen Längseindrücken des Halsschildes ist der äulsere tief
und durch ein sehr breites Längsfältchen von dem abgesetzten Seiten-
rand getrennt, der innere Eindruck erstreckt sich weiter nach vorn, ist
aber gegen die Basis verkürzt. Flügeldecken 23 mal so lang, aber
kaum breiter als der Halsschild, an den Seiten nur sehr schwach
gerundet, ziemlich parallelseitig, flach gewölbt, fein gestreift, in den
Streifen sehr schwach punktirt, die Zwischenräume der Streifen
flach, der 7te Zwischenraum viel breiter als der 6te, gegen die
Wurzel deutlich kielförmig erhoben, der Ste Zwischenraum schmal,
viel schmäler als der 9te, ziemlich convex. Die basale Querkante
der Flügeldecken flach eingebuchtet. Long. 15—20 mill. In den
Gebirgen von Südsteiermark, Krain und Croatien.
2. Molops dalmatina De).
Feronia dalmatina Dej., Spec. III, 412, Ic. III, pl. 153, f£. 3.
Molops dalmatinus Kraatz, Deutsche Ent. Ztschr. XIX, 1875, 370.
Glänzend schwarz oder pechschwarz, die Unterseite und die
Beine pecehbraun. Kopf ziemlich grofs und dick, mit 2 tiefen,
parallelen, mehr oder minder langen Stirnfurchen. Oberlippe sehr
seicht ausgerandet. Halsschild etwas vor der Mitte beiläufig 13 mal
so breit als lang, an der Basis kaum nur 4 schmäler als am Vorder-
rande, seine Seiten bis vor die nicht sehr kurz abgesetzten, mehr
oder minder spitzwinkelig nach aulsen vorspringenden Hinterecken
mälsig stark gerundet. Scheibe des Halsschildes ziemlich gewölbt,
von den beiden Längseindrücken an der Basis desselben der äufsere
scharf und tief, ziemlich lang, durch ein schmales Längsfältchen
vom Seitenrande getrennt, der innere weiter nach vorn verlängert,
gegen die Basis verkürzt. Flügeldecken fast 24mal so lang, aber
kaum breiter als der Halsschild, an den Seiten sehr schwach
gerundet, ziemlich parallelseitig, mäfsig tief gestreift, die Zwischen-
räume der Streifen flach, der 7te nur wenig breiter als der 6te,
gegen die Basis mälsig gewölbt, der $te mälsig convex, relativ
breit, fast so breit oder sogar breiter als der 9te, gegen die Spitze
nur mälsig verschmälert, nicht leistenartig. Forceps in eine ziemlich
lange nach vorn gekrümmte Spitze ausgezogen. Long, 14—20 mill.
Dalmatien, Zara, Cherso, Lissa. h
8 %*
116 Ludwig Ganglbauer:
3. Molops bosnica n. sp.
In der Körperform der M. dalmatina am nächsten stehend, aber
wesentlich schmäler und noch mehr parallelseitig, der Kopf mit
kurzen Stirneindrücken, der Halsschild an den Seiten viel weniger
gerundet, an der Basis mit kürzeren und schwächeren Eindrücken,
die Flügeldecken viel schmäler, viel feiner gestreift, der 8te Zwischen-
raum der Streifen in der Regel noch breiter, der Forceps in eine
nur kurze und breite, nach vorn gekrümmte Spitze ausgezogen.
Long. 14—15 mill. Von Dr. G. R. v. Beck auf der Bielasnica
im südlichen Bosnien entdeckt.
4. Molops simplexz Chaud.
*Molops simplex Chaud., L’Abeille V, 1868—69, 254.
*Molops croaticus Kraatz, Deutsche Entomol. Zeitschr. XIX,
1875, 371.
Gleichfalls der M. dalmatina nahe stehend, von derselben durch
wesentlich kürzere und breitere Körperform, vorn breiteren Hals-
schild, viel kürzere und breitere, an den Seiten mehr gerundete
Flügeldecken, feinere Streifen derselben, viel breiteren 7ten und
etwas schmäleren, hinten gewöhnlich leistenartigen Sten Zwischen-
raum und durch den nur kurz und abgestumpft zugespitzten Forceps
verschieden. Von M. alpestris durch die viel breitere Gestalt, den
grolsen Kopf und die Forcepsbildung leicht zu unterscheiden. Long.
14—18 mill. Croatien, Banat, Bosnien.
9. Molops robusta Dei.
Feronia robusta Dej., Spec. III, 411, Icon. II, pl. 153, f. 2.
Ausgezeichnet durch grolse, robuste Körperform, grofsen Kopf,
weit vom Seitenrande getrennten äufseren und kurzen, die Basis
aber fast erreichenden inneren Basaleindruck des Halsschildes, sehr
tiefe Streifen und gewölbte Zwischenräume der Flügeldecken. Stirn-
furchen tief, parallel. Oberlippe wenig tief ausgerandet. Breiten-
verhältnisse der äufseren Zwischenräume der Flügeldecken ähnlich
wie bei M. simplex. Forceps des Q' in eine ziemlich kurze ab-
gestumpfte Spitze ausgezogen. Long. 17—21 mill. Banat, Serbien.
6. Molops elata Fabr.
Carabus elatus Fabr., Syst. El. I, 189; Duftschm., Faun.
Austr. II, 58.
Molops elatus Sturm, Deutschl. Faun. IV, 164; Heer, Faun.
Helv. I, 85.
Revision der Molops- Arten. 117
Feronia elata Dej., Spec. 11I, 414, Ic. III, pl. 154, £. 1.
Pterostichus elatus Schaum, Naturg. Ins. Deutschl. I, 499.
Scarites gagates Panz., Fn. Germ. 11, 1,
g' Carabus Cottelliüi Duftschm., Fn. Austr. II, 59, sec. Kraatz,
Deutsche Ent. Zeitschr. 1875, 413.
Molops melas Sturm, Deutschl. Fn. IV, 171, t. CIII, f. c, conf.
20. Molops austriaca.
Glänzend schwarz, die Taster und Tarsen, bei unausgefärbten
Stücken die ganzen Beine und die Unterseite rothbraun. Kopf
mälsig grols. Stirnfurchen tief, mäfsig lang. Halsschild fast in
der Mitte am breitesten, daselbst um $ breiter als lang, leicht gewölbt,
seine Seiten bis zu den sehr kurz abgesetzten, meist nur wenig
nach aufsen vortretenden Hinterecken in ziemlich gleichmäfsig
convexer, beim Q@ meist stärkerer Ourve gerundet. Von den beiden
basalen Längseindrücken des Halsschildes ist der äufsere tief und
durch ein kräftiges Längsfältchen vom Seitenrande getrennt, der
innere weniger tief, gegen die Basis verkürzt. Flügeldecken lang
eiförmig, 23mal so lang und in der Mitte viel breiter als der Hals-
schild, 14mal so lang als breit, an den Seiten ziemlich stark gerundet,
ihr Seitenrand vorn etwas breiter abgesetzt und stärker aufgebogen,
die basale Querkante ziemlich stark eingebuchtet. Die Zwischen-
räume der tiefen Streifen der Flügeldecken sind leicht gewölbt, der
Tte Zwischenraum ist wenig breiter als der 6te, beim g' gegen die
Basis leicht kielförmig erhoben, Ster und 9ter Zwischenraum ziemlich
gleich breit, etwa halb so breit als der 7te, mälsig gewölbt. Forceps
ziemlich lang zugespitzt, mit einfacher Spitze. Long. 13—18 mill.
Mittel- und Süddeutschland.
7, Molops plitvicensis Heyd.
*Pterostichus plitvicensis Heyd., Verh. zool. bot. Ges. Wien
XXIX, 1880, 37.
Molops plitvicensis Heyd., Deutsche Entom. Zeitschr. XXV,
1881, 248.
Der Molops elata sehr nahe stehend, von derselben durch viel
kürzere, breitere und flachere Körperform, sehr stark zahnförmig
nach aufsen vorspringende Hinterecken des Halsschildes, kürzere,
an den Seiten stärker gerundete Flügeldecken, noch etwas breiter
abgesetzten und stärker aufgebogenen Seitenrand, feinere Streifen
und flachere Zwischenräume derselben verschieden. Forceps ähn-
lich wie bei M. elata. Long. 13—16 mill. Croatien (Plitvica,
Fuzine).
118 Ludwig Ganglbauer:
8. Molops alpestris De;j.
Feronia alpestris Dej., Spec. III, 413, Ic. III, pl. 153, f. 4.
* Molops Cottellii Chaud., L’Abeille V, 255.
Molops graecus Chaud., Bull. Mosc. 1843, IV, 773.
Der Molops eluta sehr nahe stehend, von derselben durch viel
längere, gestrecktere, an den Seiten weniger gerundete Flügeldecken,
gerade, oder nur wenig eingebuchtete basale Querkante und nach
vorn kaum breiter abgesetzten Seitenrand derselben, hauptsächlich
aber durch den an der Spitze kurz und stumpf hakig nach unten
erweiterten Forceps verschieden. Die Beine dieser Art sind nicht
selten bräunlichroth (var. rubripes). Halsschild ziemlich in der Mitte
am breitesten, mit mehr oder minder zahnförmig nach aufsen vor-
springenden oder mit stumpfwinkeligen Hinterecken. Bei einem von
Parreyfs in Dalmatien gefundenen und einem 2ten von Kumani
im Pelopones stammenden Stücke ist der Halsschild vor den sehr
obtusen Hinterecken so schwach ausgebuchtet, dals er in der Form
mehr an Steropus als an Molops erinnert. Es scheint mir nöthig,
auf solche Stücke durch den Namen v. odtusangula besonders auf-
merksam zu machen. Long. 14—17 mill. Banat, Siebenbürgen,
Croatien, Dalmatien, Bosnien, Rhilo-Dagh, Pelopones.
9. Molops parnassicola Kr.
Molops parnassicola Kraatz, Deutsche Entom. Zeitschr. XIX,
1876, 372. |
Gleichfalls der M. alpestris nahe stehend, von derselben durch
grolsen und dieken Kopf, längere und tiefere Stirnfurchen, kräftigere
Fühler, gröfseren und flacheren, vor der Mitte die grölste Breite
zeigenden Halsschild, flacher gewölbten Rücken und im Allgemeinen
tiefere Streifen der Flügeldecken und die einfach abgestumpfte Spitze
des Forceps verschieden. Long. 16— 18 mill. Auf dem Parnals.
Eine auf Euboea vorkommende Molops-Form unterscheidet sich
von parnassicola durch breiteren, an den Seiten stärker gerundeten
Halsschild und breitere und kürzere Flügeldecken, scheint mir aber
von parnassicola bei der Uebereinstimmung im Forceps nicht
specifisch verschieden zu sein. (var. euboeica.)
10. Molops Parreyssi Kr.
* Molops Parreyssi Kraatz, Deutsche Entom. Zeitschr. XIX,
1875, 373.
Von M. alpestris durch viel schlankere, flachere Gestalt,
depressen, an den Seiten weniger gerundeten Halsschild, flacheren
Revision der Molops- Arten. 119
Rücken der Flügeldecken und einfache Spitze des Forceps, von
M. parnassicola durch die schlankere, flachere Gestalt und den viel
kleineren Kopf verschieden. Long. 13— 16.5 mill. Dalmatien,
Montenegro, Herzegowina, Rhilo-Dagh.
11. Molops spartana Schaum.
Pterostichus spartanus Schaum, Berl. Ent. Zeitschr. 1862, 106.
Molops spartanus Chaud., L’Abeille V, 260; Kraatz, Deutsche
Ent. Zeitschr. 1875, 373.
Unter allen Arten mit kurz abgesetzten Hinterecken des Hals-
schildes die schmalste und gestreckteste; von M. Parreyssi durch
grölseren Kopf, ziemlich stark ausgerandete Oberlippe, tiefere und
längere Stirnfurchen, im Allgemeinen schmälere, an den Seiten
noch weniger gerundete, weniger depresse Gestalt von Halsschild
und Flügeldecken verschieden. In der Forcepsbildung zeigen die
beiden Arten kaum eine Differenz. Long. 13—16 mill. Corfu,
Cephalonia, Morea, Cycladen (Syra).
12. Molops bucephala Dej.
Feronia bucephala Dej., Spec. Ill, 415, Icon. III, pl. 154, f. 2.
Molops bucephalus Chaud., L’Abeille V, 259; Kraatz, Deutsche
Ent. Zeitschr. 1875, 373.
Sehr ausgezeichnet durch sehr grofsen Kopf, hinter der Mitte
einwärts geschwungene, d.h. ausgebuchtete Seiten des Halsschildes
und die Bildung des 7ten und 8ten Zwischenraumes der nach hinten
erweiterten Flügeldecken. Kopf sehr grofs, mit tiefen parallelen
Stirnfurchen. Halsschild im vorderen Drittel mehr als l4mal so
breit als lang, seine Seiten vorn mäfsig gerundet, hinter der Mitte -
in langer und flacher Curve ausgebuchtet, die Hinterecken als kurzes,
nach aufsen springendes Zähnchen abgesetzt. Die beiden Längs-
eindrücke jederseits an der Basis des Halsschildes sind tief und
parallel, der äulsere ist von einem sehr kräftigen Längsfältchen
begrenzt, der innere nach vorn verlängert, gegen die Basis etwas
verkürzt. Flügeldecken fast 3mal so lang als der Halsschild, hinter
der Mitte deutlich erweitert; die basale Querkante derselben nur
flach eingebuchtet. 7ter Zwischenraum der Streifen in der Mitte
um die Hälfte breiter als der 6te, gegen die Basis verschmälert
und kielartig gewölbt. 8ter und 9ter Zwischenraum schmal und
leistenartig. — Aus Dr. L. von Heyden’s Sammlung, Croatien
(Parrey[s), liegt mir übrigens ein nach der Kopf- und Halsschild-
bildung, sowie nach der Form der Flügeldecken unzweifelhaft zu
120 Ludwig Ganglbauer:
bucephala gehöriges Stück vor, bei welchem der 7te Zwischenraum
in der Mitte nicht breiter als der 6te und der $te in der Mitte so
stark verbreitert ist, dafs er daselbst nahezu die Breite des 7ten
erreicht. Long. 16— 18 mill. Croatien, Dalmatien.
13. Molops dilatata Chaud.
Molops simplez? var. dilatatus Chaud., L’Abeille V, 255.
Var. Molops Heydeni Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1875, 374.
Durch kurze Körperform, hinter der Mitte deutlich ausgebuchtete
Seiten und sehr breite Basis des Halsschildes ausgezeichnet und
leicht kenntlich. Kopf bei grofsen Exemplaren so breit wie bei
dalmatinus, bei der kleinen Form vom Rhilo-Dagh (var. Heydeni Kr.)
kaum grölser als bei elata, mit kurzen grübchenartigen Längsein-
drücken auf der Stirn. Halsschild sehr breit, an der Basis nur
wenig schmäler als am Vorderrand, an den Seiten vorn mäfsig
gerundet, nach hinten nur wenig, aber deutlich ausgebuchtet verengt.
Hinterecken des Halsschildes kurz abgesetzt, schwach und stumpf-
zahnförmig nach aufsen tretend, bisweilen gar nicht abgesetzt. Von
den beiden Längsfurchen vor der Basis des Halsschildes ist die
innere mehr oder minder verkürzt und bei manchen Stücken der
var. Heydeni auf einen kleinen Punkt in der Mitte eines breiten
und seichten inneren Basaleindruckes redueirt. Flügeldecken nur
doppelt so lang und kaum breiter als der Halsschild, also relativ
kurz und breit, an den Seiten, namentlich beim Z, nur schwach
gerundet, ihr 7ter Zwischenraum breiter als der 6te, an der Wurzel
verschmälert und längsfaltig gewölbt, der te in seiner ganzen
Länge sehr schmal leistenartig, schmäler als der 9te. Long.
12—16 mill. Balkan. Var. Heydeni vom Rhilo-Dagh.
14. Molops promissa Heyd.
*Molops promissus Heyd., Deutsche Ent. Zeitschr. 1875, 380.
Unter allen Molops- Arten die schmalste und gestreckteste.
Kopf von normaler Gröfse, mit sehr tiefen und parallelen Stirn-
furchen. Halsschild ziemlich in der Mitte der Seiten am breitesten,
daselbst kaum um + breiter als lang, an der Basis etwa so breit
als lang, mit mälsig gerundeten Seiten und lang abgesetzten recht-
winkligen Hinterecken, vor der Basis jederseits mit zwei tiefen
parallelen Längsfurchen, von welchen die äufsere durch ein kräf-
tiges Längsfältehen vom Seitenrande getrennt, die innere nach vorn
verlängert ist. Flügeldecken sehr langgestreckt, fast ganz parallel-
seitig, mehr als 24mal so lang als der Halsschild und doppelt so
Revision der Molops- Arten, 121
lang als am Basalrande breit, ziemlich flach gewölbt, auf dem
Rücken fein, gegen die Seiten tiefer gestreift, die dorsalen Zwischen-
räume der Streifen flach, der 7te Zwischenraum viel breiter als
der 6te, der Ste Zwischenraum schmal, gegen die Spitze leistenartig.
Long. 14— 15 mill. Dalmatien.
15. Molops grandiceps n. sp.
Durch den sehr grolsen Kopf und die stark kielförmig ge-
wölbte Wurzel des 7ten Zwischenraumes der Flügeldecken an
M. bucephala erinnernd, im Uebrigen mit M. longipennis sehr nahe
verwandt und von derselben vielleicht nicht speeifisch verschieden.
Kopf sehr kurz, diek und breit, mindestens so breit als die Basis
des Halsschildes. Seitenrand der Stirn vor den Augen über der
Fühlerwurzel plötzlich in einen sehr kräftigen abgerundeten Höcker
erweitert. Stirnfurchen sehr tief, parallel und ziemlich kurz. Hals-
schild und Flügeldecken ähnlich wie bei longipennis, doch ist der
erstere an der Basis etwas schmäler, die Flügeldecken sind auf
dem Rücken gewölbter und viel feiner gestreift, mit vollkommen
ebenen Zwischenräumen, der 7te Zwischenraum ist gegen die Wurzel
stärker kielförmig gewölbt. Long. 15.5—16.5 mill. Zwei von
Parreyf[s in Croatien gesammelte g' in der Musealsammlung.
16. Molops longipennis Dej.
Feronia longipennis Dejean, Spec. III, 415, Ie. III, pl. 154, f. 3.
* Molops longipennis Chaud., L’Abeille V, 259.
Pechschwarz oder pechbraun, die Unterseite und die Beine
dunkel rothbraun. Kopf ähnlich gebaut wie bei M. grandiceps,
aber viel kleiner und länger, schmäler als die Basis des Hals-
schildes. Halsschild vor der Mitte viel breiter als lang, an der
Basis um 4 schmäler als am Vorderrande, mit mälsig gerundeten
Seiten und lang abgesetzten rechtwinkligen Hinterecken. Die
Scheibe ist sehr flach gewölbt, die basalen Längseindrücke sind
tief. Flügeldecken fast 25mal so lang als der Halsschild, doppelt
so lang als am Basalrande breit, ziemlich parallelseitig, mit sehr
schwach gerundeten Seiten, sehr fach gewölbt, auf dem Rücken
fein, an den Seiten tief gestreift, die Zwischenräume der Rücken-
streifen fast ganz flach, der 7te Zwischenraum etwas breiter als
der 6te, gegen die Wurzel kielförmig gewölbt, der Ste Zwischen-
raum ziemlich schmal, nach hinten leistenartig. Long. 14—15.5 mill.
Croatien, Velebit.
122 . Ludwig Ganglbauer:
17. Molops latiuscula Kr.
*Molops latiusculus Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1879, 154.
Der M. longipennis in der Körperform sehr ähnlich, Halsschild
und Flügeldecken sind aber breiter und viel gewölbter, und der
Seitenrand der Stirn ist über der Fühlerwurzel nicht plötzlich und
höckerartig, sondern allmählig gerundet erweitert. Aufserdem ist
diese Art durch tiefschwarze, sehr stark firnifsglänzende Oberseite
ausgezeichnet. Die Flügeldecken sind auf dem Rücken sehr fein
gestreift, der 7te Zwischenraum ist deutlich breiter als der 6te,
gegen die Wurzel stark, aber nicht kielförmig gewölbt, der Ste
Zwischenraum ist schmal, nach hinten kielförmig. Long. 12—15 mill.
Die Art wurde in 2 weiblichen Exemplaren von Dr. L. v. Heyden
bei Svica in Croatien entdeckt.
15. Molops orthogonia Chaud.
*Molops orthogonius Chaud., L’Abeille V, 258.
Feronia terricola var. punctata Dej., Spec. III, 418.
Var. Molops Sturmi Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1875, 375.
Der M. austriaca m. sehr nahe stehend und von derselben nur
durch wesentlich längere und schmälere, mehr gleichbreite Gestalt,
speciell durch viel längere, an den Seiten nur wenig gerundete
und feiner gestreifte Flügeldecken verschieden. Von der typischen
orthogonia Chd. aus dem Banat liegen mir nur 2 grolse, 14—15 mill.
lange 2 vor, ein Originalexemplar aus Chaudoir’s Sammlung und
ein von Ziegler stammendes Stück der Musealsammlung. Mit
diesen beiden Stücken stimmt das von Stentz in der Wallachei
gesammelte Originalexemplar (J') der M. Sturmi Kr. aus Heyden’s
Sammlung in der Körperform vollständig überein, ist aber viel
kleiner, nur 11 mill. lang und auf den Flügeldecken etwas tiefer
gestreift. Dieses Stück zeigt genau die Forcepsbildung der M. picea
und austriaca. Die Artrechte der M. orthogonia scheinen mir dem-
nach noch nicht sichergestellt.
19. Molops picea Panz.
Scarites piceus Panz., Fn. Germ. 11, 2.
Molops piceus Bedel, Fn. Seine, 94.
Carabus terricola Fabr., Syst. El. I, 178.
Harpalus terricola Gyllh., Ins. Suec. IV, 93.
Feronia terricola Dej., Spec. III, 416, Ic. III, pl. 154, f. 4.
Molops terricola Sturm, Deutschl. Ins. IV, 168, t.103, f.aA;
Heer, Fn. Helv. 85; Chaud., L’Abeille V, 256.
Revision der Molops- Arten. 123
Molops terricola var. montanus Heer, Käf, Schw. II, 35; Fn.
Helv. 86.
Pterostichus terricola Schaum, Naturg. Ins. Deutschl. I, 502.
Carabus madidus Payk., Fn. Suec. I, 107.
Q© Molops subtruncatus Chaud., Bull. Mose. 1843, 777.
Molops Tournieri Gautier, Ann. Soc. Ent. Fr. 1859, Bull. COIX.
Pechbraun oder pechschwarz, die Fühler, Taster, Beine und
die Unterseite heller oder dunkler rothbraun. Kopf mäfsig grols,
mit tiefen und parallelen, ziemlich kurzen Stirnfurchen. Halsschild
viel breiter als lang, herzförmig, die Seiten mäfsig stark gerundet,
im Basaltheil geradlinig nach hinten divergirend, seltener parallel,
die Hinterecken im Zusammenhange damit spitzwinkelig nach aufsen
vorspringend oder rechtwinkelig. Scheibe des Halsschildes deutlich
gewölbt, der äufsere basale Längseindruck scharf und tief, aber
ziemlich kurz, durch ein schmales, aber kräftiges Längsfältchen vom
Seitenrande getrennt, der innere nach vorn verlängert und mehr
oder minder nach aulsen gekrümmt. Flügeldecken ziemlich kurz,
wenig mehr als doppelt so lang als der Halsschild, oblong-oval,
an den Seiten ziemlich stark gerundet, gewölbt, ziemlich tief ge-
streift, mit leicht gewölbten dorsalen Zwischenräumen, der T7te
Zwischenraum wenig breiter als der 6te, gegen die Wurzel stärker
gewölbt, der Ste gewöhnlich deutlich breiter als der 9te und nur
nach hinten leistenartig verschmälert, selten in seiner ganzen Länge
schmal leistenartig. Spitze des Forceps gedreht und zahnförmig
nach unten vorspringend. Beim 2 ist jede Flügeldecke an der
Spitze stärker oder schwächer bogenförmig ausgeschnitten, der Aus-
schnitt ist seitlich durch das plötzlich abgebrochene Ende der hinter
den Epipleuren hervortretenden Innenfalte der Flügeldecken zahn-
förmig begrenzt und auch der Nahtwinkel ist mehr oder minder
stark zahnförmig vorgezogen. Var. montanus Heer (major, elytris
paulo brevioribus, convezioribus, in medio latioribus, minus profunde
striatis) ist nach einer im Jura häufigen, etwas grölseren und
breiteren Form, M. Tournieri Gaut. nach einem kleinen rothbraunen,
stark glänzenden Individuum mit sehr stark winkelig nach aufsen
tretenden Hinterecken des Halsschildes vom Monte Rosa aufgestellt.
‚Long. 12—15 mill. Schweden, Frankreich, Schweiz, Deutschland,
Mähren, Ungarn, Siebenbürgen, Balkan.
20. Molops austriaca n. sp.
*Feronia terricola Redtb., Faun. austr. ed. 1, 91, ed. 2, 42,
ed. 3, 48.
124 Ludwig Ganglbauer:
Pterostichus Cottelii Schaum, Naturg. Ins. Deutschl. I, 500
ex parte.
* Molops ovipennis — melas Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr.
1875, 414, nee ovipennis Chaud., nec melas Sturm.
* Molops ovalipennis Heyd., Deutsche Ent. Zeitschr. 1881, 248.
Von Molops picea durch die an der Spitze nicht ausgeschnit-
tenen Flügeldecken des 2 im Allgemeinen stärker ausgerandete
Oberlippe und mehr rechtwinkelige Hinterecken des Halsschildes,
von M. ovipennis durch die wie bei picea gebildete Forcepsspitze
und viel breiteren, nur gegen die Spitze leistenartig verschmälerten
Sten Zwischenraum der Flügeldecken verschieden. Nahtwinkel
beim Q gewöhnlich schwach zahnförmig ausgezogen. Die g' von
picea und austriaca sind nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Da
sich picea und austriaca in ihrer geographischen Verbreitung aus-
schlielsen, halte ich es für wahrscheinlich, dafs beide nur eine ein-
zige Art mit Jocalem Dimorphismus der 2 bilden. Long. 10—15 mill.
M. austriaca ersetzt die picea im gesammten österreichischen Alpen-
gebiet, im westlichen Ungarn, in Croatien und Bosnien. Westlich
ist sie bis Südtirol (Judicarien) verbreitet.
Carabus Cottelii Duftschm., Fn. Austr. II, 59, ist von Dr. Kraatz
wohl mit Recht als M. elata-g‘ gedeutet worden.
Molops melas Sturm, Deutschl. Fn. IV, 171, t. CIII, f. e, scheint
mir nach der Gröfse (long. 7 lin., lat. 3 lin., gegen long. 6— 7 lin.
und lat. 23—3 lin. der elata) und nach der Angabe: „Flügeldecken
glatt gefurcht, nach aufsen und gegen die’Spitze werden jedoch
diese Furchen etwas tiefer“ keineswegs auf eine Art der picea-
Gruppe bezogen werden zu können, da gerade bei diesen Arten
die Streifen gegen die Spitze der Flügeldecken feiner werden. Ich
deute die aus Oesterreich stammende Sturm’sche Art auf solche
solche elata-Exemplare, bei welchen die inneren Basaleindrücke
des Halsschildes erloschen und die Beine pechbraun gefärbt sind.
21. Molops ovipennis Chaud.
Molops ovipennis Chaud., Observ. Kiew 1847, 7; L’Abeille
V,1257.
Feronia terricola, var. B.melas (2), var. C. brunnipes (S') Dej.,
Spec. III, 418.
Pterostichus Cottelüi Schaum, Naturg. Ins. Deutschl. I, 500
ex parte.
Molops medius var. subtilis Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr.
1875, 415.
Revision der Molops- Arten. 125
Var. Molops medius Chaud., L’Abeille V, 257.
*Feronia alpestris Redtb., Fn. austr. ed. 1, 91, ed. 2, 42.
*Feronia. Cottelüüi Redtb., Fn. austr. ed. 3, 48.
Var. *Molops Hopffgarteni Heyd., Deutsche Entom. Zeitschr.
1881, 247.
Von Molops picea und austriaca mit Bestimmtheit durch die
einfache kurze Spitze des Forceps zu unterscheiden. Im All-
gemeinen ist die Art auch flacher als picea, der 7te Zwischenraum
der Flügeldecken ist breiter, der Ste fast immer in seiner ganzen
Länge schmal leistenförmig; die Spitze der Flügeldecken ist beim 2
nicht ausgeschnitten. Die typische ovipennis aus Ungarn, Südsteier-
mark, Krain und Dalmatien unterscheidet sich von picea durch viel
breiteren, an den Seiten stärker gerundeten Halsschild und besonders
beim 2 viel breitere und flachere, in den Streifen meist deutlich
punktirte Flügeldecken. Aufserdem ist sie durch diekeren Seiten-
rand des Halsschildes und starken firnilsartigen Glanz der Oberseite
ausgezeichnet. Molops Hopffgarteni Heyd. aus Croatien (Plitvica)
unterscheidet sich von picea und austriaca in der Körperform nur
durch etwas längere und etwas weniger gewölbte Flügeldecken,
M. media vom Apennin aufserdem durch vorn viel weniger gerun-
dete Seiten des Halsschildes. Long. 10.5—15 mill. Südsteiermark,
Krain, Ungarn, Croatien, Dalmatien, Istrien, Oberitalien. In
Redtenbacher’s Sammlung stecken unter alpestris zwei unver-
kennbare Stücke der media, die, wie viele andere Arten dieser
Sammlung, gewils nicht aus Niederösterreich stammen.
22. Molops rufipes Chaud.
* Molops rufipes Chaud., Bull. Mosc. 1843, 771; L’Abeille V, 256.
Pechschwarz, das erste Fühlerglied, die Taster und Beine hell
bräunlichroth. Kopf wie bei picea, der Halsschild aber am Hinter-
rand relativ breiter und im Basaltheil bis zur Spitze der sehr stark
und spitz nach aufsen springenden Hinterecken ausgerandet, die
Flügeldecken länger und flacher, an den Seiten weniger gerundet,
tief gestreift, ihr 7ter Zwischenraum nicht breiter als der 6te, der
öte vor der Mitte mehr als halb so breit als der 7te, gegen die
Spitze leistenartig verschmälert. Forceps sehr lang und schlank,
an der Wurzel stark gekrümmt, mit einfacher Spitze. Long.
12—14 mill. Das vorliegende Originalexemplar aus Chaudoir’s
Sammlung stammt angeblich aus Griechenland. In Heyden’s
Sammlung befindet sich ein | aus Rumelien (Parrey[s) und
ein g' aus Macedonien (Stentz).
ee —
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1839. Heft I.]
Tapinopterus aetolicus nov. spec.
Tap. thessalico Reitt. simillimus, differt ab hoc capite multo
crassiore, antennis fortioribus et longioribus et forcipite latiore,
apicem versus haud angustato.
g' segmento ventrali ultimo apice utrinque puncto setigero unico,
Q punctis duobus instructo. — Long. 16—18 mill.
Koraxgebirge.
Von Tapinopterus thessalicus Reitt. (Wien. Ent. Zeit. 1886, 173)
vom Ossa nur durch viel grölseren und dickeren Kopf, viel längere,
den Hinterrand des Halsschildes auch beim 2 weit überragende
Fühler und durch die Form des Forceps verschieden. Tap. thes-
salicus ist nach einem einzelnen g' beschrieben. Bei demselben
ist der Forceps weniger breit und gegen die Spitze schwach, aber
deutlich verschmälert; bei Tap. aetolicus ist der Forceps breiter
und gegen die Spitze gar nicht verschmälert, also vollkommen
gleichbreit und daher an der Spitze selbst viel breiter abgestutzt
abgerundet als bei thessalicus.
Von Tap. protensus unterscheidet sich aetolicus durch kürzeren
und breiteren Halsschild, viel kürzere Flügeldecken und sehr spär-
liche und schwache Punktirung an den Seiten der Hinterbrust
und der vorderen Ventralsegmente. Scutellarstreifen in der Regel
rudimentär oder ganz fehlend, bei einzelnen Stücken aber wohl
ausgebildet. L. Ganglbauer.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft 1.]
Zwei neue deutsche Chrysomelinen-Varietäten.
Von
JanWıe © ısıe:
Orina cacaliae var. bohemica: Suturate viridi- aenea vel
aurichalcea, callo laterali prothoracis elytrisque auro-aut rubro-
cupreis, his limbo angusto suturali cyaneo-virideque ornato vittaque
obsoleta sublaterali viridi- tinctis.
Ein herrliches Seitenstück zur Var. Letzneri von O. speciosissima,
ähnlich gefärbt, nur nicht ganz so stark glänzend wie diese. Die
Unterseite und Beine sind gesättigt grün, zuweilen goldig-grün,
ebenso die Scheibe des Halsschildes; die verdiekten Seiten des
letzteren und die Fld. lebhaft goldig-kupferroth, feuerroth oder
dunkel und bräunlich kupferig. Die Naht ist blau gesäumt, aufsen
in Grün übergehend; aulserdem findet sich in den meisten Fällen
eine schlecht begrenzte, wischartige grüne Längsbinde ein Stückchen
über dem Seitenrande, hinter der Schulterbeule.. Zuweilen wird
auch das Halsschild bis auf einen grünen Saum an der Basis
kupferroth.
Bisher sind ähnliche rothe Stücke von cacaliae nicht bekannt.
Ich erhielt sie zahlreich von Herrn Dr. Schneider in Dresden zur
Ansicht, mit der Angabe, dafs sie auf einer hohen Kuppe im süd-
lichen Böhmer-Walde gesammelt worden sind. An demselben
Fundorte tritt auch die ähnliche Var. Letzneri auf.
Chrysomela carnifez var. Konowi: Elytris rufis, suturam
versus leviter obscure-aeneo infuscatis.
Diese hübsche Varietät zeichnet sich dadurch von der Stamm-
form aus, dafs der rothe Seitensaum der Fld. seine grölste Aus-
dehnung erreicht und die Scheibe vollständig überzieht. Die Fld.
sind bräunlich roth, nur nahe der Naht noch mit einem dunkel
metallischen Schimmer überzogen, welcher nur bei gewissem Lichte
deutlich bemerkbar wird und wie ein dunkler Nahtsaum erscheint,
dessen Ränder verwaschen sind. Sie wurde von Herrn Konow bei
Fürstenberg in Mecklenburg entdeckt.
128 J. Weise: neue Chrysomelinen.
Monolepta angustula: Sat elongata, nitida, antennis piceis
articulis 3 primis, capitis medio, prothorace pedibusque testaceo-rufis,
ore, scutello, metasterno abdomineque nigris, tarsis fuscis, fronte
elytrisque viridi-aeneis, his crebre punctatis, interstitiis parce punc-
tulatis, prothorace minus transverso, postice evidenter angustato,
inaequaliter punctato. — Long. 3 mill.
Der Mon. cryptocephala Ol. ungemein ähnlich, aber schmäler
gebaut, der Kopf über der Querrinne dunkel metallisch grün, das
Halssch. vorn nur wenig breiter als lang, hinter der Mitte in sanfter
Ausbuchtung verengt, die Fld. etwas lebhafter als die Stirn metallisch
grün, die Tarsen schlanker. Mit der mir unbekannten Mon. verti-
calis Reitt. (Deutsche Ent. Z. 1886, 72) aus Portugal kann das
Thier nicht identisch sein, da es schlanker, auf dem Halssch. feiner
punktirt und mit hellen Schienen versehen ist, deren Farbe von
der der Schenkel nicht abweicht.
Vom Alai-Gebirge in Turkestan (von Heyden).
Gynandrophthalma flavicollis Charp. var. picticollis:
Prothorace limbo angusto ante scutellum interdum etiam maculis
binis medüs nigris. Die Art hat ein rothgelbes Halsschild, höchstens
ist die hoch aufgebogene Kante vor dem Schildchen dunkel. Da-
gegen befindet sich dort bei allen von Hrn. Korb aus München bei
Amasia gesammelten Exemplaren noch ein mehr oder weniger aus-
gedehnter bindenförmiger schwarzer Saum, zu welchem mitunter
auch zwei etwas schräg liegende schwarze Flecke neben der Mittel-
linie treten. Bei einem, mir von Hrn. Korb freundlichst über-
lassenen Stücke dehnen sich diese Flecke der Länge nach so aus,
dals sie die Basis und den Vorderrand des Halsschildes ziemlich
berühren und nur durch ein verwaschenes röthliches Längsfleckchen
von einander geschieden sind, es entsteht so annähernd die bei
affinis auftretende Zeichnung des Halsschildes.
Coptocephala Gebleri Lac. kommt auch bei Amasia in einer
auffällig grofsen Form vor, bei welcher der Eindruck über dem
roth gefärbten Theile des Kopfes bedeutend verrieft, sehr ‘dicht und
kräftig punktirt ist. Die dunklen Theile des Körpers sind grün,
ohne blauen Schimmer, die beiden Querbinden der Fld. sehr klein,
namentlich schmal. Diese Abänderung nenne ich var. amasiensis.
J. Weise.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Neue Rüsselkäfer vom Alka-kul !).
Beschrieben von
Johannes Faust.
Otiorhynchus morosus. Miccotrogus afflatus.
Sitona correcta. - auctus.
Sibinia Iyrata. - angustulus.
Tychius valens. Ceutorhynchidius effrons.
- intrusus. Ceutorhynchus optator.
- Hauseri. = emeritus.
Otiorhynchus morosus (Arammichnus). Oblongo-ovalus,
convezus, rufo-testaceus, pilis griseis elongatis adpressis obsitus;
fronte rostroque remote punctatis, illa puncto impresso, hoc latitudine
parum breviore, supra plano, obsoletissime carinato; scrobibus anten-
narum abbreviatis; articulis 2 primis funiculi aequilongis; prothorace
subtransverso, dorso disperse subtilitergue punctato, lateribus rotun-
datis, subgranulato; elytris oblongo-ovatis, in medio prothorace
dimidio latioribus, postice rotundato-acuminatis, supra convezris apice
abrupte declivibus, seriatim punctatis, interstitüis antice punctatis
postice granulatis; pedibus elongatis reclnatim pilosis, femoribus
muticis. — Long. 4.5, lat. 2 mill.
Etwas gröfser und gestreckter als Tournieria ezilis, sonst
diesem in der Körperform und durch die auf der abschüssigen Stelle
stumpf erhabene Naht ähnlich. Die neue Art ist neben unctuosus
zu stellen und unterscheidet sich von diesem sowohl durch die
gereiht-punktirten Decken als auch durch die lange Behaarung. Der
ganze Körper ist mit längeren greisen Härchen besetzt, welche auf
der Oberseite fast anliegen, auf den Schienen aber kürzer sind,
schräg abstehen und den Käfer leicht erkennen lassen.
Augen wenig gewölbt, die Stirne zwischen ihnen kaum breiter
als ihr Durchmesser. Rüssel an der Spitze mit den Pteygien zu-
sammen so breit als der Kopf mit den Augen. Fühlerschaft deutlich
1) Von diesem See lag mir eine kleine Anzahl Rüsselkäfer vor,
welche von Herrn Lieutenant F. Hauser zur Determination gesendet
waren. Der Liberalität des Herrn Hauser habe ich es zu verdanken,
dafs sämmtliche hier beschriebenen Arten in meiner Sammlung
vertreten sind.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 3)
130 Joh. Faust: über
gekrümmt, an der Spitze etwas verdickt, Glied 3 der Geifsel so
lang, 1 und 2 doppelt so lang, die übrigen kürzer als breit. Bei
starker Vergrölserung zeigt der kugelige Thorax eine sehr feine
oberflächliche und zerstreute Punktirung mit eingestreuten gröfseren
Punkten, aus welchen letzteren die greisen Haare entspringen;
Vorderrand etwas schmäler als der Hinterrand, beide sind etwas
erhaben, die Seiten stark und gleichmäfsig gerundet. Auf den
hinteren, etwas zugespitzten Decken sind die Punkte in den Reihen
dichter als die ebenso grofsen auf dem Thorax und sowohl in der
Grölse als auch in der Häufigkeit von denen auf den Spatien
etwas von hinten eingestochenen nur schwer zn unterscheiden; die
feine Körnelung (nicht gröber als die Punkte) beginnt hinter der
Mitte und ist nach der Sutur zu am dichtesten. Die Vorderschienen
sind an der Spitze aulsen und innen gleich stark und spitz erweitert.
Sitona correcta. Oblonga, atra, cinereo- et albido-sguamosa
ac pubescens; antennis tarsisque ferrugineis; oculis parum convezxis,
minus prominulis, palpebris erecto-ciliatis; fronte rostroque depressis,
sulcatis; articulo primo funiculi secundo longiore; prothorace laterıbus
paulo rotundato, confertim sed haud profunde punctato; elytris pro-
thorace multo latioribus, humeris fere rectangulis, lateribus parallelıs,
apice subobtuse rotundatis tenuiter strialis, interstitüis subplanis,
quarto postice callo parum elevato. — Long. 5.5, lat. 1.8 —2 mill.
S. tenuis Rosh. !) unterscheidet sich von der neuen Art durch
an der Basis viel schmälere, hinter der Mitte verbreiterte Flügel-
1) Ob tenuis mit callosus Gyll., Sch. II, p. 105, aus der Krim
wirklich identisch ist, wie jetzt allgemein angenommen wird, möchte
ich bezweifeln. Gyllenhal giebt dem callosus: „elytra amtice
thoracis basi multo latiora, humeris elevatis, fere rectangulis, apice
conjunctim rotundata“ und vergleicht ihn zutreffend mit 8-punctatus.
Das sind aber Merkmale, welche auf den schlanken, an der Decken-
basis schmalen, in den Schultern mehr oder weniger schräg ab-
fallenden, hinter der Mitte verbreiterten und hinten spitz gerundeten
tenuis nicht zutreffen. Aus der Krim besitze ich leider nur ein
Stück des callosus, auf welches Gyllenhal’s Beschreibung aus-
gezeichnet pafst; dasselbe hat aufserdem viel breiteren Kopf, Stirn
und Rüssel als tenuis, dagegen ebenso stark vorstehende Augen;
letztere, sowie die grobe und tiefe Thoraxpunktirung sind es gerade,
welche meinen callosus aus der Krim von correcta unterscheiden,
während beide die parallele Deckenform mit einander gemeinsam
haben. Allard hat zwar in seiner Sitones-Arbeit einen authentischen
callosus und tenuis mit einander verglichen und beide Arten für
identisch erklärt, möglicherweise aber und sehr wahrscheinlich
kommen beide Arten in der Krim vor und dann hat Allard wohl ein
neue Rüsselkäfer vom Alka- kul. 131
decken, schmälere Stirne und Rüssel, viel weniger gewölbte Augen,
hinter dem Vorderrande deutlich eingeschnürten Thorax und andere
Färbung der Beine.
Bei correcta ist die Stirne mit den leicht gewölbten Augen
zusammen kaum breiter als der Kopf hinter den Augen. Rüssel
ebenso breit und flach als die Stirne und kürzer als bei tenuis.
Geifselglied 1 dieker und um die Hälfte länger als 2. Thorax wie
bei zenuis, nur der Vorderrand nicht abgeschnürt. Decken mit
abgerundet-rechtwinkeligen Schultern und hier beinahe doppelt so
breit als der Thoraxhinterrand, hinter den Schultern bis zum
Spitzenviertel mit parallelen Seiten, dann ziemlich stumpf gerundet,
Wölbung, Färbung, Beschuppung und Behaarung fast ebenso als
bei tenuis; die grauweils beschuppte Oberseite ist auf einigen
Deckenspatien durch dunkle Nebelflecke unterbrochen, auf letzteren
die pfriemenförmigen Borstenhärchen bräunlich. Die Beine sind bis
auf die Tarsen tiefschwarz und haben wie auch der Körper auf
abgeschuppten Stellen deutlichen Glanz.
Tychius valens (Ectatotychius). Ovatus, converus, rufo-
brunneus, subtus albido-supra luteo-sguamosus; oculis, prothorace,
meso- et metasterno nigris; oculis paulo convezis; capite globoso;
fronte latitudine oculi fere aequilata; rostro toto cylindrico, pro-
thorace cum capite longiore, basi striato; prothorace antrorsum
valde, retrorsum paulo angustato, lateribus rotundato; elytris antice
prothoracis bası latioribus, humeris rotundatis prominulis, lateribus
parallelis, apice obtuse rotundatis, supra vir striatis, interslitiis planis
squamis oblongis longitudinaliter impressis pilisgue squamiformibus
immiztis dense tectis; femoribus omnibus praesertim posticis acute
dentatis. — Long. 4, lat. 1.7 mill.
Noch etwas grölser als striatulus Gyll. Sch., der Thorax an
den Seiten vielmehr gerundet, die Decken gestreckter und an der
Spitze stumpfer gerundet, der Rüssel länger und ceylindrisch; nur
halb so grofs als der zu derselben Gruppe gehörige, ebenso be-
schuppte und gefärbte gigas Fst., auch von ihm durch rothe Grund-
farbe des Körpers, gekrümmten, an der Basis tief längsstreifigen
in Schönherr’s Sammlung mit callosus vermengtes tenuis- Stück
vorgelegen, welches er, ohne Gyllenhal’s Beschreibung genau zu
vergleichen, für callosus angenommen hat. Herr Retowsky,
welcher in der Krim fleifsig zu sammeln scheint, wird vielleicht
hierdurch veranlalst werden, meinen angeregten Zweifel zu lösen.
Ich besitze callosus aus Astrachan, Baku, Manglis und Krim, den
tenuis vom Jura, Krain und Turkestan (Osch).
9*
132 Joh. Faust: über
Rüssel, stärkere Wölbung des Thorax und der Decken mit schärferen
Schultern, sowie durch gleichmäfßsige Spatienwölbung auf den Decken
verschieden.
Der gekrümmte, in beiden Geschlechtern fast gleichlange, gleich-
breite und gleichdicke Rüssel ist von der Basis bis zur Fühler-
einlenkung — beim g' im Spitzendrittel, beim 2 in der Mitte —
mit feinen Längsstreifen versehen, von hier bis zur Spitze fein
gereiht punktirt. Thorax mit ziemlich stark gerundeten, hinten
weniger, vorne mehr eingezogenen Seiten, die Basis beiderseits
wenig schräg abgestutzt, stark in die Quere gewölbt, oben, wie
auch der Kopf mit hell olivenfarbigen, die Mittellinie und Basis mit
weilslichen, stabförmigen Schuppen besetzt, jedoch nicht so dicht,
dals die dunkele Grundfarbe nicht durchschimmerte; die schwache
Längswölbung hat ihren höchsten Punkt zwischen Mitte und Basis.
Während bei gigas die Deckenbasis stumpfwinkelig ausgeschnitten,
ist dieselbe bei oaleus fast gerade abgestutzt, die Schultern sind
nicht schräg abfallend, sondern rechtwinkelig, die Querwölbung ist
bedeutend höher und hinten fällt die Längswölbung; viel steiler ab.
Wie auch bei gigas sind die stabförmigen Schuppen zwischen den
mehrreihigen lang-ovalen annähernd einreihig eingestreut. Die Beine
sind im Verhältnifs zum Körper länger als bei gigas, die Schenkel
ebenso kräftig gezähnt und mit weilslichen kommaförmigen Schuppen
bedeckt.
Die beiden vorliegenden Stücke sind nicht besonders gut
konservirt, jedoch scheint es, dafs aulser der weilslichen, an Spitze
und Basis verbreiterten Mittellinie auch noch eine ebenso ge-
färbte seitliche, nicht scharf begrenzte Linie auf dem Thorax vor-
handen ist.
Tychius intrusus (9). Elongatus, minus convezus, piceus,
albido-squamosus, dorso pilis squamiformibus olivaceis subsericeis
tectus; rostro apice, antennis, tibüs tarsisque rufo-brunneis; rostro
prothoracis longitudine, apice attenuato; oculis vier convezis; pro-
thorace transverso, lateribus paulo rotundato, antice valde contracto,
supra olivaceo, lateribus albido-pilosis; scutello distincte albido-
squamoso; elytris latitudine plus quam duplo longioribus, prothorace
parum latioribus, lateribus squamis ovatis impressis, dorso pilis
olivaceis obsitis, femoribus muticis. — Long 3, lat. 1.1 mill.
Die neue Art ist mit Grenieri, rufovittatus, turanensis
und Kuschakewitschi durch die aus gemischten haarförmigen und
ovalen eingedrückten Schuppen bestehende Bekleidung verwandt,
jedoch gröfser und namentlich länger als alle diese und zeichnet
neue Rüsselkäfer vom Alka-kul. 133
sich von ihnen noch durch garnicht vorgezogenen Antiskutellar-
‚lappen und hierdurch freigelegtes sehr deutliches Schildchen aus.
Stirne etwas breiter als der Augendurchmesser. Fühler dicht
vor der Mitte des zur Spitze fast gleichmälsig verengten Rüssels
eingefügt, dieser gekrümmt, bis zur Fühlereinlenkung gefurcht, dann
ziemlich grob punktirt und wenig länger als der Thorax. Dieser,
sowie der Kopf sind mit olivenfarbigen, die Seiten und die Gegend
um die Hüften mit weilsen, etwas dickeren und dichten Schuppen-
haaren bedeckt; Vorderrand kaum halb so breit als die flach
gerundete Basis, die Hinterecken etwas eingezogen. Die langen
parallelen Decken sind nur wenig breiter als die Thoraxmitte, haben
abgerundete, etwas abfallende Schultern, sind der Länge nach kaum
und mit dem Thorax gleich gewölbt; der gelblich olivenfarbige
Thoraxrücken setzt sich in gleicher Breite bis hinter die Decken-
mitte, auf der Sutur und dem geraden Spatien durch eingestreute
ovale weilse Schuppen unterbrochen, fort; die Seitenspatien sind
mit solchen eingedrückten und übereinandergreifenden Schuppen
zweireihig, durch eine Reihe weilser oder gelblicher Schuppenhaare
getrennt, bedeckt. Mittel-, Hinterbrust, Abdomen und Beine mit
länglichen, flachen, eingedrückten, weilslichen Schuppen. Die Beine
sind im Verhältnils zur Körpergrölse dünn und nicht dicker, aber
auch kaum länger als bei Kuschakewitsch:.
Tychius Hauseri. Oblongus, convezus, nigro-piceus, supra
ochraceo-spuamosus, lineis 3 albidis signatus; rostro, antennis pedi-
busque ferrugineis; rostro prothorace paulo (S\) vel multo (2)
longiore, apicem versus attenualo, in mare subsubulato; prothorace
lateribus aequaliter sat fortiterque rotundato, apice parum constricto;
elytris prothorace paulo latioribus, convezis; femoribus muticis. —
Long. 3.2, lat. 1.3 mill.
Durch das Schuppenkleid ist diese Art mit venustus, tri-
virgatus, affinis verwandt, sie unterscheidet sich von den beiden
ersteren sogleich durch an den Seiten stark gerundeten Thorax,
von affinis durch längere Beine, höhere Wölbung und scharfe
weilse Zeichnung. Die mittlere Längsbinde ist auf den Decken
sutural, erstreckt sich über den Thorax — an der Spitze dieses
schmäler werdend — auf den Rüssel bis zur Fühlereinlenkung,
fehlt aber auf dem Scheitel. Die Thoraxseiten tragen eine viel
breitere Binde, welche sich bis zur Deckenspitze beim 2 in gleicher
Breite und nicht sehr scharf aus Spatium 4, 5, 6, beim g! scharf
und schmal auf Spatium 6 fortsetzen. Die Schuppen haben ganz
die längliche Form wie diejenigen von affinis, die weilsen Schuppen
134 Joh. Faust: über
sind nur etwas breiter als die bräunlichen. Unterseite dicht weils
beschuppt.
Stirne kaum so breit als der Durchmesser der deutlich ge-
wölbten Augen, vom Scheitel abgesetzt. Fühler beim d' etwas
vor, beim 2 etwas hinter der Mitte des Rüssels eingefügt; dieser
beim g' an der Spitze schwach abgesetzt, beim 2 gleichmäfsig
verengt. Thorax fast so lang als breit, die Basis etwas gerundet
mit wenig vorgezogenem Mittellappen; von der Seite gesehen liegt
die höchste Längswölbung zwischen Basis und Mitte. Decken
mindestens doppelt so lang als breit, die Schultern rechtwinklig,
kurz gerundet, Seiten parallel, Spitze stampf gerundet, der Länge
und Breite nach gewölbt. Beine, namentlich die Schienen, viel
länger als bei affinis. Analsegment des 2 mit schwachem Quer-
eindruck.
Miccotrogus afflatus. Oblongus, convezus, piceus, albido-
squamosus, dorso prothoracis vittaque communi oblonga post scutellum
palhde ochraceo-tinctis; rostro apice antennis pedibusque rufo-
testaceis; fronte lata; rostro prothoracis longitudine (J\), antrorsum
angustato; prothorace latitudine fere longiore, basi subbisinuato,
lateribus modice rotundato; elytris prothoracis basi vix latioribus,
lateribus parallelis, apice rotundato - acuminatis, supra converis,
obsolete striatis, interstitüs squamis breviter ovatis imbricalisque
biseriatim et pilis squamiformibus immiztis obsitis; tibüs anticis (J')
intus dente acuto armatis, unguiculis simplicibus divaricatis. —
Long. 3.2, lat. 1.2 mill.
Tychius longiusculus Tourn. hat ganz gleiche Form und
Gröfse; die neue Art gehört aber mit sechsgliederiger Fühlergeilsel
zu Miccotrogus und mit zweireihig dachziegelförmig über einander
gelegten Schuppen, sowie einfachen Krallen neben Alhagi Fst.
Der ganze Körper ist weilsgrau, der Thoraxrücken etwas ver-
waschen olivenfarbig, auf den Decken eine, die Sutur und Spatium 1
einnehmende, an der Basis abgesetzt breitere, hinten bis über die
"Mitte reichende, das weilse Schildchen einschliefsende, nirgend aber
scharf begrenzte Längsbinde hell ockergelb. Ich habe nur 1
gesehen; wahrscheinlich fehlt beim 2 die gemeinsame Basalmakel
oder sie ist noch mehr verwischt als beim d\.
Die Schuppen auf dem Thoraxrücken sind breit stabförmig,
an den Seiten länglich oval mit einem Längseindruck, die weilsen
auf den Decken kurz oval oder rundlich, zuweilen an der Spitze
stumpf abgestutzt und ohne oder nur mit schwachem Längseindruck;
die gelblichen haben parallele Seiten, abgestutzte Spitzen und nähern
neue Rüsselkäfer vom Alka-kul. 135
sich der Stabform. Die Unterseite und die Schenkel sind mit
ovalen Schuppen dicht besetzt.
Stirne mindestens um die Hälfte breiter als der Augendurch-
messer; Rüssel leicht gekrümmt von gleicher Höhe und Breite,
von der Basis bis zur nackten rothen Spitze ziemlich gleichmälsig
verengt; Fühler im Spitzendrittel eingefügt. Thorax an den Seiten
bis zur gerundeten Mitte fast geradlinig und wenig, von da bis
zur Spitze deutlich gerundet und verengt, der Vorderrand kaum
halb so breit als die Basis, auf dem Rücken mit flacher Längs-
wölbung.. Decken doppelt so lang als breit, an der Basis nur
wenig, breiter als der Thorax, die Schultern sehr flach, die Seiten
bis zur Mitte parallel, dann gerundet verengt; von der Seite gesehen
setzt sich die flache Längswölbung des Thorax bis hinter das
Schildchen ansteigend fort, ist hier am höchsten und fällt gleich-
mälsig in starkem Bogen zur Spitze hin ab; die Deckenstreifen
sind von der dichten Beschuppung verdeckt. Die Schenkel haben
dieselbe Stärke wie diejenigen von longiusculus; der spitze und
kräftige Schienenzahn steht im Basaldrittel der männlichen Vorder-
schienen.
Miccotrogus auctus (S'). Oblongo-ovatus, modice convezus,
piceus, subtus albido-, supra subsulphereo- et albido-sgamosus; rostro
antennis pedibusque rufo-testaceis; rostro prothorace breviore, apice
subulato; oculis vie converis; fronte oculorum latitudine latiore;
antennis pone medium rostri insertis; prothorace basi oblique trun-
cato, antrorsum rotundato-angustato, laterıbus albido-vittato; elytris
prothorace latioribus, squamis piliformibus subsulphureis et squamis
ovatis longitudinaliter impressis albidis immiztis obtectis; pedibus
gracilibus. — Lat. 2, lat. 1.1 mill.
Mein M. Alhagi von Krasnowodsk hat dieselbe Grölse und
Form, weicht aber besonders durch andere Form und vorherrschend
stabförmige Schuppen auf den Decken ab. Bei auctus fehlt die
helle Thoraxmittellinie, dagegen ist die Stirne am inneren Augen-
rande, die Thoraxbasis, die Mitte der Vorderbrust, die Thoraxseiten
und das Schildchen dicht weils, auf den Decken nur Spatium 2, 4, 6
mit nicht dichten weilsen, die Sutur mit gelben, ovalen, der Länge
nach vertieften Schuppen bedeckt; sowohl die weilsen als auch
die gelben Schuppen sind ziemlich regelmäfsig in 2 Reihen gestellt,
zwischen ihnen eine Reihe gelblicher Schuppenhaare.
Rüssel ‚kürzer als der Thorax; Stirne breiter als der Augen-
durchmesser; Thorax so lang als breit, mit bis zur Mitte parallelen,
dann zur Spitze gerundeten Seiten, die Basis mit leicht gegen das
136 Joh. Faust: über
Schildchen vorgezogenen Antiskutellarlappen. Von der Seite ge-
sehen haben Decken und Thorax eine flache, nicht unterbrochene
Längswölbung. Beine schlank, die Vorderschienen wie bei Alhagi
deutlich gebogen.
Miccotrogus angustulus (2). Elongatus, paulo convezus,
piceus, albido-squamosus, prothoracis dorso olivaceo-tinctus; rostro
antice, antennis pedibusque rufis: oculis parum convexis; fronte
latitudine oculorum haud latiore, rostro basi incrassato, apice cylin-
drico; prothorace latitudine longiore, lateribus modice rotundato;
scutello conspicuo; elytris prothorace parum latioribus, latitudine plus
quam duplo longioribus, interstitüs subbiseriatim albido - squamosis
et umiseriatim ochraceo-pilosis; corpore subtus cretaceo-squamoso;
pedibus gracilibus. — Long. 2.3, lat. 1 mill.
Im Gegensatz zu M. miztus, neben welchen die neue Art zu
stehen kommt, herrschen auf den Decken der letzteren die ellipti-
schen, wenig oder garnicht vertieften, in 2 Reihen gestellten weils-
lichen und durch eine Reihe gelblicher Schuppenhaare getrennten
Schuppen vor. Die Augen sind kleiner und weniger gewölbt als
bei miztus, die Stirne nicht breiter als der Augendurchmesser,
daher auch schmäler als bei jenem. Geifselglied 2 etwas länger
als 3, — bei miztus 3 länger als 1 oder 2. Thorax länger als
breit, die Basis schwach zweibuchtig, der Mittellappen gegen das
weils beschuppte Schildehen breit vorgezogen, die Seiten zur Basis
weniger, zur Spitze etwas mehr gerundet verengt. Unten die Seiten
weils beschuppt, der Rücken mit olivenfarbigen Schuppenhaaren be-
deckt. Decken wenig breiter als die Halsschildmitte, die Schultern
etwas schräg abfallend, die Seiten parallel, hinten etwas spitz
gerundet; von der Seite gesehen haben Thorax und Decken eine
gleiche, sehr flache Längswölbung.
Der Rüssel des 2 ist dem des miztus-Q. in der Form ähnlich
und auch gleich lang; von der Fühlereinlenkung ab (d.h. hinter
der Mitte) bis zur Basis verdickt, zur Spitze cylindrisch. Beine
viel dünner als bei miztus.
Sibinia Iyrata (J). Ovata, piceo-nigra, subtus niveo-, supra
ulbido- et ochraceo-squamosa; rostro apice, antennis, tibiis tarsisque
rufo-brunneis ; fronte latitudine oculorum aequilata; rostro prothorace
parum longiore crasso, apicem versus paulo attenuato, leviter cur-
vato; prothorace transverso, antice plus quam dimidio angustiore,
intra apicem constricto, lateribus valde rotundato-ampliato, basi
bisinuato, supra modice convezo, ochraceo-bivittato; scutello rotun-
dato albido-squamoso; elytris prothorace parum latioribus, humeris
u
neue Rüsselkäfer vom Alka-kul. 137
obliquis, squamulis albidis angustis planis vestitis, vitta communi post
scutellum vittisque 2 obliquis dorsalibus ochraceis notatis; pedibus
mediocribus, femoribus paulo clavatis muticis — Long. 3.3, lat.
1.8 mill.
Die ganz flachen, an der Spitze gerade abgeschnittenen,
bandförmigen Schuppen gestatten es nicht, diese Art als Varietät
von attalica, lateralis oder taschkentica aufzufassen, ganz
abgesehen von bedeutenderer Gröfse, dem viel breiteren Thorax
und den anders gezeichneten Decken. Die 3 angezogenen Arten be-
sitzen nämlich eine Bekleidung aus stabförmigen, also gewölbten,
schmäleren und an der Spitze nicht so scharf abgeschnittenen
Schuppen.
Die beiden rothbräunlichen Thoraxbinden sind ebenso wenig
als die Binden auf den Decken scharf begrenzt; die gemeinsame
Basalmakel umfalst die Sutur und jederseits das erste Spatium,
schliefst das weilse Schildchen ein und erstreckt sich bis etwa zur
Mitte; diese Makel wird durch eine weilse Linie und eine roth-
gelbe Schrägbinde umrahmt, welche letztere an der Basis des fünften
Spatiums beginnt, sich dann verbreitert und hinter der Basalmakel
sich mit der entgegen gesetzten verbindet. Bei einem der beiden
vorliegenden Stücke haben die dunklen Schuppen leichten Seiden-
glanz.
Die gerundeten Thoraxseiten sind hinten weniger, vorne stark
eingezogen und geschweift, so dafs der abgeschnürte Vorderrand
kaum 4 so breit ist als der Hinterrand. Die Decken sind um 4
länger als breit, an den Seiten etwas gerundet und an der brei-
testen Stelle nur wenig breiter als der Thorax hinter der Mitte,
die Schultern sehr flach schräg abfallend, dennoch beulig. Vorder-
schenkel dünner als bei attalica und lateralis. Fühler im
Spitzendrittel des Rüssels eingefügt, letzterer nur in der Höhe zur
Spitze hin verengt.
Eine fast genau gleiche Zeichnung bei ähnlicher Körperform
zeigt ein Stück einer Art aus Schaffhausen, welches mir als
stlenus Perris zugeschickt worden ist; dasselbe weicht durch
gewölbte, stabförmige Schuppen, kürzeren und ganz schwarzen
Rüssel, sowie durch kürzere Beine von /yrata ab.
Ceutorhynchidius effrons (2). Breviter ovatus, niger,
sparsim citrino-supra pilosus, subtus squamosus; antennis rufo-
testaceis, tarsis apice rufis; capite prothoraceque dense fortiterque
punctatis; vertice carinato; fronte parum impressa; oculis convezis
latitudine rostri latioribus; rostro curvato, basi punctato-subsulcato,
138 Joh. Faust: über
supra apice rufo; prothorace transverso, apice constricto, dorso
pulvinato et linea media impresso; elytris quadratis, basi elevato-
marginatis, punctato-striatis, interstitiis sat grosse triseriatim punctatis
et citrino-pilosis; pedibus gracilibus, femoribus modice incrassatis,
muticis; unguiculis basi bifidis. — Long. 3.2, lat. 2 mill.
Ohne die sechsgliederige Fühlergeifsel würde diese Art neben
abbreviatulus Fabr. zu stehen kommen, findet aber ihren Platz
neben distinctus Ch. Bris., mit welchem sie auch die birnen-
förmige Fühlerkeule gemeinsam hat.
Rüssel schmäler als der Augendurchmesser, reichlich so lang
als der Thorax, die Fühler nahe vor der Mitte eingefügt, von der
Basis bis zu dieser Einlenkung an Dicke abnehmend, mit mehreren
punktirten Furchen und Kielen, der Mittelkiel am deutlichsten, gegen
die Spitze gereiht punktirt, zwischen den Fühlereinlenkungen mit
abgekürzter Mittelfurche. Geifselglied 1 kaum kürzer als 2, aber
dicker, doppelt so lang als breit, Glied 3 bis 6 kugelig; die gelbe
Keule um die Hälfte länger als die 4 letzten Glieder, so dick als
die Augen breit, viel breiter als der Rüssel; Schaft an der Spitze
gekeult, hier nicht dicker als das erste Geilselglied. Thorax kürzer
als breit, der aufgebogene Vorderrand nur halb so breit als die
beiderseits schräg abgestutzte Basis, zu dieser wenig, zur Spitze
stark verengt, die seitliche Rundung flach, aber, von der Seite ge-
sehen, kissenartig gewölbt, nahe der Basis am höchsten, die flach
eingedrückte Mittellinie an der Spitze mehr, vor dem Schildehen
grubenartig eingesenkt. Decken so lang als breit, die Seiten flach
gerundet, nach hinten wenig verengt, die Schultern stampf beulig
gerundet, unmittelbar hinter der erhaben gerandeten Basis tief ein-
gedrückt, dann bis zum Basaldrittel flach niedergedrückt, hinten
quer gewölbt; die Punkte auf den flachen Spatien grols, von
hinten eingestochen, so dafs der Vorderrand dieser Punkte einen
feinen Querkiel bildet. Oberseite mit pfriemenförmigen anliegenden
Härchen, auf den Deckenspatien ziemlich regelmäfsig dreireihig, nur
an der Basis mit ovalen Schuppen besetzt; überall auf der Oberseite
schimmert die Grundfarbe durch. Tarsenglied 5 und 4 roth.
Ceutorhynchus optator (J). Ovatus, niger, opacus, supra
sparsim ochraceo-, sublus dense cinereo-squamosus; antennis tarsisque
ferrugineis; capite convezo cum rostro confertim punctato, hoc pro-
thorace paulo longiore, curvato; prothorace transverso, antice late
profundeque constricto, margine antico alte elevato, lateribus mutico,
dense punctato, postice profunde sulcalo; elytris margine basalı
elevatis, striatis, interstitiis squamis piliformibus pluriservatim obsitis,
neue Rüsselkäfer vom Alka-kul. 139
sutura basi macula brevi ochracea notatis, interstitiüis dorsalibus
postice muricatis; femoribus obsolete dentatis, unguiculis appendicu-
latis. — Long. 2.8, lat. 1.5 mill.
C. biscutellatus ist der neuen Art am ähnlichsten, jedoch
kleiner, die Stirne ist flach, der Rüssel dünner, Fühler und Tarsen
dunkel, der Thorax vorne viel weniger tief abgeschnürt, dagegen
die Seiten mit einem deutlichen Höcker, die Deckenbasis weniger
erhaben, und auf den hinten ungekörnten Spatien stehen dünnere
und dickere Schuppen wolkig durcheinander.
Die Fühler sind im Spitzendrittel des Rüssels eingefügt; dieser
so dick als der Augendurchmesser, von der Basis bis zur Fühler-
einlenkung, wie auch der kugelige Kopf ziemlich dicht und ver-
worren, von hier bis zur Spitze gereiht punktirt. Thorax hinten
gerade abgestutzt, hier doppelt so breit als der Vorderrand, die
Seiten von den Hinterecken ab fast gerade, dann zur Spitze ge-
rundet verengt, der stark aufgebogene Vorderrand hinter den
Augen tief ausgebuchtet, die vordere tiefe und breite Einschnürung
ringsum gleich tief, die tiefe und längliche Grube vor dem Schild-
chen erstreckt sich bis auf etwa %$ der T'horaxlänge; die gelb-
lichen, kurz stabförmigen Schuppen reichen noch eine Strecke auf
die Unterseite. Decken nur wenig breiter als der Thorax, um +
länger als breit, die Schultern nur angedeutet, die Seiten gerundet,
nach hinten etwas verengt, der Basalrand scharf erhaben gerändet;
hinter diesem sind die Decken leicht quer niedergedrückt, dann
der Länge und Breite nach schwach gewölbt, die flachen Spatien
drei- bis vierreihig, etwas unregelmälsig punktirt, Spatien 3 bis 7
hinten mit einigen Höckerspitzen; jeder Punkt trägt eine kurze
stabförmige gelbe Schuppe, zwischen welchen etwas dickere weils-
liche Schuppen eingestreut sind; eine kurze Basalmakel auf der
Sutur dicht gelb beschuppt. Die Körpergrundfarbe ist zwischen
den Schuppen der Oberseite ‘(die Suturalmakel ausgenommen)
überall sichtbar; dagegen bedecken weilsliche ovale Schuppen die
Unterseite fast ganz dicht. Analsegment mit einer grolsen halb-
kreisförmigen Vertiefung am Hinterrande.
Ceutorhynchus emeritus. Breviter Ovatus, parum con-
vezus, ater submitidus, subalbido - sguamosus, antennis tarsisque
rufo-testaceis; fronte depressa; rosiro cylindrico opaco, prothorace
parum (Q) vel duplo (2) longiore; prothorace transverso, amtice
sinuato-angustato, basi bisinuato quam apice duplo latiore, lateribus
pone medium valde rotundato-ampliato, paulo convezo, ante scutellum
abbrevialim sulcato; elytris basi haud elevato-marginatis, striatis,
140 Joh. Faust: über neue Rüsselkäfer vom Alka-kul.
interstitiis planis dense punctatis; femoribus dentatis; unguiculis
nigris fissis. — Long. 3.3, lat. 2 mill.
Mit borraginis Fab. und neophytus Fst. verwandt, unter-
scheidet sich die neue Art von diesen hauptsächlich durch be-
deutendere Gröfse, flache Stirne, an den Seiten mehr gerundet
erweiterten Thorax, ungerandete Deckenbasis. Noch näher steht
emeritus meinem Brisouti, dieser ist aber oben ganz oliven-
farbig und hat eine erhaben gerandete Deckenbasis.
Die Brust ist mit rundlichen, das Abdomen mit länglichen,
die Schenkel mit ovalen und stabförmigen Schuppen sehr dicht, die
Oberseite mit schmalen stabförmigen und die Decken mit ein-
gestreuten weilslichen ovalen Schuppen besetzt; auf dem Decken-
rücken nehmen die Schuppen bei einem Stück schwach oliven-
farbigen Schimmer an.
Die Fühler sind beim g' im Spitzendrittel, beim 2 in der
Mitte des Rüssels eingefügt, dieser in beiden Geschlechtern äulfserst
dicht punktirt und bis nahe zur Spitze beschuppt. Der Thorax
hat ganz die Form wie der des Brisouti, d.h. er ist an den
Seiten zur Basis gerundet und zur kurz halsförmigen Spitze ge-
schweift eingezogen, oben wenig längsgewölbt. Ebenso haben
beide Arten gleichgeformte Decken. Von den Schenkeln sind die
hintersten am deutlichsten gezähnt, jedoch nicht so stark und
scharf als bei Brisouti.
Beiträge zur Kenntnils der Tanyrhynchides Lac.
und Beschreibung einiger neuer Arten.
Von
Johannes Faust.
An anderen Orten (Berl. Ent. Z. 1886, p. 99) habe ich mich
bereits dahin ausgesprochen, dafs die Tanyrhynchides den Hype-
rides sehr nahe stehen und dafs die Gattung Aosseterus zu den
Tanyrhynchides zu ziehen ist. Lacordaire theilt die Tany-
rhynchides in 2 Gruppen, von welchen die eine (Synaptonycides)
geschlossene, die andere offene Körbchen an den Hinterschienen
besitzt, letztere zerfallen wieder in 2 Gruppen, den Tanyrhynchides
Joh. Faust: Beiträge zur Kenntnifs eto. 141
Vrais mit seitlichen Augen, unten gerundetem Rüssel und den
Myorhinides mit oben fast zusammenstolsenden Augen, sowie
unten dreieckigem Rüssel; ein weiteres Merkmal für die Myorhi-
nides sind ferner die ganz oberständigen, grubenförmigen Fühler-
furchen.
Die Myorhinides setzten sich bisher aus 2 Gattungen „Stereo-
nychus“ mit hinter den Augen verlängertem Kopf, sowie freien
Krallen und „Nyorhinus“ mit kugeligem Kopf und verwachsenen
Krallen zusammen. Obgleich ich von 11 bisher beschriebenen
Myorhinus-Arten nur 4 in natura kenne, so scheint mir die Spal-
tung dieser Gattung doch nöthig zu sein. Es giebt nämlich Arten mit
gezähnten und solche mit ungezähnten Schenkeln. Während erstere
sich ferner noch durch an der Basis tief und lang ausgebuchtete
Schienen, ein hinten ausgebuchtetes erstes Abdominalsegment und
durch einen den Augenhinterrand deutlich überragenden Fühlerschaft
auszeichnen, sind bei den Arten mit ungezähnten Schenkeln die
Schienen ohne Basalausbuchtung, das erste Abdominalsegment
hinten gerade abgestutzt und der Fühlerschaft erreicht nur eben
den Hinterrand. Für diese letzteren Arten schlage ich einen be-
sonderen Gattungsnamen Haptomerus vor.
Aufserdem liegt mir noch eine neue Art von Transvaal vor,
bei welcher nicht nur der Fühlerschaft den Thoraxvorderrand weit
überragt, sondern bei welchem auch weder der Hinterschienentalus
auf dem Rücken der Schiene aufsteigt, noch das erste Tarsenglied
viereckig ist, noch die Decken mit, wenn auch nur schwachen
Schultern versehen sind. Trotzdem an allen 6 Beinen dieses Thieres
die Krallen fehlen, weicht diese Art nicht nur durch den Mangel
der eben erwähnten, für Myorhinus und Haptomerus mals-
gebenden Merkmale, sondern auch im ganzen Habitus derartig ab,
dafs eine neue, ‘später unten zu beschreibende Gattung Gonio-
rhinus aufgestellt werden mufs.
Als Ergänzung zu der Gattungsbestimmungstabelle, welche ich
loc. eit., p. 100 gegeben habe, mag die folgende dienen, in welcher
speciell nur die Myorhinides aufgenommen sind:
1. Kopf und Rüssel von gleicher Dicke, Krallen frei:
Stenocephalus Sch. !), typ. setipennis Fhrs.
1) Von diesem, wie es scheint, seltenen Käfer besitze ich jetzt
ein typisches Stück. Die Gattung ist identisch mit Stereorhynchus
Lae., nicht aber mit Stereonychus, wie irrthümlich Berl. Ent. Z.
1886, p. 100 gedruckt ist.
142
Joh. Faust: Beiträge
. Kugelförmiger Kopf, dieker als der Rüssel.
. Talus der Hinterschienen aufsteigend, erstes Tarsenglied
viereckig, Fühlerschaft den Thoraxvorderrand lange nicht
erreichend, die Seitenlinie des Thorax und der Decken
bildet an der Basis beider einen einspringenden Winkel,
Krallen am Grunde verwachsen.
. Schenkel gezähnt, alle Schienen an der Basis tief und lang
ausgebuchtet, Abdominalsegment 1 hinten ausgerandet,
Fühlerschaft überragt deutlich den Augenhinterrand:
Myorhinus Sch., typ. albolineatus Fabr.
a. Schenkel leicht geschwollen, Geifselglied 1 viel kürzer
als 2. m nen. albolimeahusmkbr
b. Schenkel stark gekeult, Geilselglied 1 und 2 gleich
EI EEELTODTINEDISE DANRTN:
. Schenkel ungezähnt, Schienen ohne Basalausbuchtung,
Abdominalsegment 1 hinten abgestutzt, Fühlerschaft er-
reicht nur eben den Augenhinterrand:
Haptomerus n. gen., typ. Zepidus Brull.
a. Thoraxvorderrand schräg nach unten abgestutzt, unten
in der Mitte nicht ausgerandet . Schneideri Kirsch.
b. Thoraxvorderrand senkrecht nach unten abgestutzt,
unten in der Mitte tief ausgebuchtet . Zeptdus Brull.
. Talus der Hinterschienen nicht aufsteigend, erstes Tarsen-
glied dreieckig, Fühlerschaft überragt weit den Thorax-
vorderrand, Seitenlinie des Thorax und der Decken gehen
ohne einspringenden Winkel in einander über, Abdominal-
segment 1 hinten gerade abgestutzt, Krallen ?
Goniorhinus n. gen., typ. erinaceus n. sp.
Goniorhinus n. gen. Myorhininorum.
Rostrum, caput et oculi ut in gen. Myorhinus. Scapus antennarum
marginem anticum prothoracis superans. Scrobs superna foveiformis.
Prothoraz apice truncatus, basi subrotundatus. Elytra antice protho-
racis basi aequilata, humeris nullis. Femora mutica; tibiae intus haud
sinuatae, 4 posticae talo transversim truncato; articuls primus
tarsorum triangularis; unguiculi? Cozae anticae in medio prostermi
insertae, insertae, intermediae conjunctae. Processus abdominalis
modice latus, apice truncatus. Segmentum abdominale primum postice
truncatum , secundum tertio et quarto conjunctim aequale. Pedes
omnes fere aequilongt.
zur Kenninifs der Tanyrhynchides Lac. 143
Die Seiten des Thorax und der Decken bilden eine an der
Thoraxbasis nicht unterbrochene Bogenlinie, d. h. die Decken sind
am Grunde nicht breiter als die Thoraxbasis. Diese von Stereo-
nychus, Myorhinus und Haptomerus recht verschiedene Form
neben dem langen Fühlerschaft, dem nicht aufsteigenden Hinter-
schienentalus, dem dreieckigen Tarsengliede charakterisiren die neue
Gattung. Dieselbe verhält sich zu Myorhinus wie Aosseterus
zu Tanyrhynchus. Leider fehlen die Tarsen sämmtlich an dem
einzigen vorliegenden Stücke.
Goniorhinus erinaceus. Ellipticus, niger, laete viridı-
. squamosus et selis albidis erectis longissimis disperse obsitus; rostri
apice, antennis pedibusque ferrugineis; rostro curvato; articuls 2
primis funwculi aequilongis, elongatis; prothorace trapeziformi, basi
vir rotundato; elytris ellipticis, punctato-striatis, pedibus parum
elongatis, femoribus muticis. — Long. 4.2, lat. 2 mill.
Transvaal.
Die sehr langen zugespitzten Borsten, deren viele über 2 Milli-
meter lang sind, und das matte weilslich grüne Schuppenkleid lassen
den erinaceus unschwer erkennen.
Rüssel zwischen den Fühlereinlenkungen — dicht vor der
Mitte — nicht breiter als die Schaftspitze, hier stark gekrümmt
und oben abgeflacht. Fühlergruben sind länglich und parallel und
setzen sich als feine vertiefte Linie bis zur Rüsselspitze fort. Fühler-
schaft bis etwa zum Augenhinterrande gleich dünn, dann doppelt
so dick, keulenförmig; Geilsel kaum länger als der Schaft, Glied 7
dreieckig, das kürzeste und so lang, 4 bis 6 gleichlang und deutlich
länger, 3 mindestens doppelt so lang als breit, 1 und 2 gleichlang
und jedes von diesen so lang als 3 und 4 zusammen; Keule eiförmig,
so lang als die beiden vorhergehenden Geilselglieder zusammen.
Thorax halb so lang als an der Basis und so lang als der Spitzen-
rand breit, die Seiten geradlinig nach vorne verengt, hinter dem
Vorderrande flach abgeschnürt, jederseits vor der Basis mit einem
schwachen Quereindruck, dicht, aber flach punktirt. Decken elliptisch,
doppelt so lang als breit, der Länge nach mit dem Thorax gleich,
aber sehr wenig gewölbt, hinten steil abfallend, die Punkte in den
Streifen länglich, ziemlich entfernt von einander und an der Basis
etwas gröber als an der Spitze. Schenkel schlank, dünner als der
Rüssel und wie auch die Vorderschienen so lang als dieser, letztere
innen lang und schwach ausgebuchtet, die Spitze innen stumpf
erweitert.
144 Joh. Faust: Beiträge
Ober- und Unterseite mit runden, nicht ganz dicht aneinander
gelegten, matt hellgrünen Schuppen besetzt, von welchen ein Theil
besonders auf dem Thorax ein punktförmig vertieftes Centrum hat.
Tanyrhynchus viridis. Ovatus, convexus, nigro-piceus,
squamis rotundatis nitidis viridibus, subtus subalbidis, in pedibus
supreo-micantibus undique tectus setisque longis erectis obsitus ; pedibus
flavo-ferrugineis; rostro subterete femoribus anticis breviore sed vir
angustiore; fronte rostro aequilata; articulo 19 funiculi 2% sensim
longiore; prothorace transverso, luteribus aequaliter rotundato, dorso
longitudinaliter vie convero; elytris lateribus rotundatis postice
subacuminatis, subpunctato-striatis, interstitiis paulo convezis, uni-
seriatim setosis; pedibus mediocribus, femoribus muticis, unguiculis
hiberis. — Long. 4.3, lat. 1.8 mill.
Darjeeling. 1 Ex. von Dr. Pipitz erhalten.
Eine sowohl durch die schön grüne Färbung als durch die
langen abstehenden Borsten sehr ausgezeichnete Art.
Rüssel bei den Fühlerinsertionen wenig gebogen, zwischen
diesen halb so breit als die Stirne zwischen den Augen. Kopf
dreimal so dick als der Rüssel. Der Fühlerschaft überragt den
Augenhinterrand, ist schwach gekeult, die Geifsel nicht kürzer als
der Schaft, Glied 2 um mindestens die Hälfte länger als 3, dieses
sowie das folgende noch deutlich länger, die übrigen höchstens so
lang als breit. Thorax mit gerundeter Basis und etwas breiter als
der abgestutzte Vorderrand. Hinterecken stumpfwinkelig, Seiten
gerundet erweitert. Decken von den Thoraxhinterecken an gerundet
erweitert, eiförmig, mit der grölsten Breite gleich hinter der Basis,
hier um 4 breiter als die Thoraxbasis, dann gerundet verengt,
hinten spitz gerundet, der Länge nach viel höher gewölbt als der
Thorax, hinten steil abfallend. Beine ziemlich schlank, die Schenkel
kaum dicker als der Rüssel. Die Borsten sind ebenso lang als
das erste Geilselglied.
Im ganzen Habitus hat diese Art Aehnlichkeit mit der fol-
genden.
Tanyrhynchus? pusillus. Ovatus, convezus, niger, squa-
mulis cervino-albidis dense tectus setisque brevissimis puucis ad-
spersus; oculis ovatis depressis; fronte inter oculos rostro paulo
angustiore, hoc tibiis anticis haud breviore, terete, antice curvalto;
articulo 2° funicui 1° duplo longiore,; prothorace transverso,
antrorsum angustato, subtilissime punctato - granulato , subalbido-
quadrivillato; elytris apicem versus attenuatis, conjunctim acumi-
zur Kenntni/s der Tanyrhynchides Lac. 145
natis, striato-punctatis, interstitiis planis, secundo marginalibusque
subalbidis; pedibus piceis, femoribus muticis, unguiculis basi
connatis. — Long. 3.2, lat. 1.3 mill.
Madagascar. Von Dr. Pipitz erhalten.
Augenentfernung auf der Stirne noch etwas kleiner als der
kleinere Augendurchmesser und schmäler als die Rüsselbreite.
Rüssel bis zur Fühlereinlenkung im Spitzendrittel gerade, dann
gebogen und etwas verdickt, beim g' so lang, beim 2 länger als
die Vorderschienen, etwa so dick als die Schenkelspitze, mit ver-
rundeten Seitenkanten. Geilsel und Schaft der Fühler gleich lang,
Glied 1 der ersteren mindestens doppelt so lang als breit und um
die Hälfte länger als jedes der gleichlangen und etwas längeren als
breiteren 3 bis 7, Glied 2 das längste und so lang als 3, 4, 5 zu-
sammen; der zur Spitze wenig verdickte Schaft überragt eben den
Augenhinterrand; Keule oblong, stumpf zugespitzt, so lang als die
drei letzten Geilselglieder und fast so dick als die Stirne zwischen
den Augen. Thorax mit gerundeter, kaum aufgebogener Basis, die
Seiten bis zur Mitte parallel, dann gerundet und geschweift-verengt.
Decken elliptisch, von den Thoraxhinterecken ab ohne Schulter-
andeutung gleichmälsig gerundet, hinten gemeinsam zugespitzt,
doppelt so lang als in der Mitte breit, hier um # breiter als der
Thorax, wie dieser mit deutlicher Längswölbung, hinten steil ab-
fallend; von der Seite gegen das Licht gesehen, bemerkt man
kaum abstehende Borstenhärchen auf der ganzen Oberseite. Alle
Schuppen sind rund und aneinander gelegt; die vier weilsen Längs-
binden auf dem Thorax setzen sich auf die Decken bis zur Spitze
_ fort. Beine kurz, Schenkel dick, Schienen kaum länger als diese,
Krallen am Grunde verwachsen.
Die Gattung Tanyrhynchus soll freie Krallen haben. Da
mir aber zu wenige Arten dieser Gattung bekannt sind, ich auch
bei pusillus mit am Grunde verwachsenen Krallen keine Merk-
male finde, welche die Aufstellung einer neuen Gattung rechtfertigen
könnte, so habe ich diese Art als Tanyrhynchus beschrieben. Da
pusillus offene Körbchen an den Hinterschienen hat, so kann
diese Art auch nicht als die mir in natura unbekannte Gattung
Xynaea Pasc. von Australien — Journ. of Ent. 1865, p. 419 —
beargwöhnt werden.
Deutsche Entomol. Zeitschr, 1889. Heft I. 10
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Catalogue des Coleopteres Carnassiers terrestres des
Environs d’Ucles, avec les Deseriptions de quelques
Especes et Varietes Nouvelles.. Par le R. P. J. Pantel
S. J., Madrid 1888. (Ann. Soc. Esp. Hist. Nat., T. XVII.)
Das vorliegende Verzeichnifs der Cieindeliden und Carabiden
behandelt allerdings nur eine Localfauna; dieselbe gehört jedoch
einem wenig erforschten Gebiete an und ist besonders reich an
seltenen Arten. Da unsere Kenntnils der spanischen Coleopteren-
fauna hinter derjenigen anderer Europäischer Länder bisher zurück-
steht, ist die Arbeit ohne Zweifel eine sehr verdienstvolle und es
wäre zu wünschen, dafs auch andere Familien und Ordnungen der
Kastilianischen Insektenfauna auf ähnliche Weise eingehend erforscht
würden !).
Als Einleitung giebt P. eine kurze, aber genaue topographische
Charakteristik der von ihm erforschten Gegend (Ucles bei Tarancon,
Prov. Cuenca in Neukastilien). Das Verzeichnils selbst zählt fünf
Cieindelen und bei 200 Carabiden auf, mit Angaben über Verbreitung,
speciellen Fundort und Zeit des Vorkommens. Die Zahl der Bembi-
dien und Dyschirien und der hypogäen Arten könnte, wie P. selbst
bemerkt, sich wohl noch erheblich vermehren lassen; im Uebrigen
dürfte die Carabidenfauna von Ucles durch P. ziemlich erschöpfend
erforscht sein. Die Gattung Ophonus z. B. zählt daselbst 15 Arten,
Harpalus 19 ?), Zabrus 4 ete. Bei selteneren Arten fügt er ergänzende
Bemerkungen zu den Beschreibungen früherer Autoren hinzu; so
bei Zabrus Castroi Mart., Harpalus fuscipalpis St. v. Castillianus Vuill.,
Ophonus Cunü Fairm., diffinis D. v. discicollis Waltl., rotundatus D.,
Cymindis discoidea D. etc. Die als neu beschriebenen Formen sind:
Harpalus ibericus n.sp. (in die Nähe von punctatipennis Ramb.
zu stellen), A. Perezii Vuill. v. salinator n. v., Acarius Ghilianii
Baud. v. salinarius n.v. (drei Halophilen), Amara sollicita n. sp.
(in die Nähe von arenaria Retz. und sabulosa D. zu stellen).
Mehrere andere Formen, die von bekannten Arten specifisch ab-
zuweichen scheinen, werden, bis mehr Ex. derselben vorliegen, noch
nicht endgültig als neu beschrieben.
Die Arbeit ist mit Fleifs und Kenntnils der einschlägigen
Literatur durchgeführt. E. Wasmann S8.J.
1) Ueber die Orthopterenfauna von Ucles hat Pantel vor
2 Jahren in den Ann. Soc. Esp. Hist. Nat. ein Verzeichnifs ver-
öffentlicht.
2) H. honestus Duft. und rufitarsis Duft., die P. als verschiedene
Species aufführt, dürften nach der Ansicht der meisten neueren
Autoren wohl zu vereinigen sein.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Ueber die Coleopteren-Gattung Esarcus Reiche
von
Dr. @. Seidlitz in Königsberg i. Pr.
Die Stellung der Gattung Esarcus ist bisher keine richtige
gewesen. Habituell erinnert die zuerst bekannt gewordene Art der
Gattung (E. Leprieurii) einigermalsen an Tarphius und das mag
den Autor bewogen haben, die Gattung neben Turphius und somit
in die Familie der Colydier zu stellen. Bei näherer Prüfung hat
sie aber mit Tarphius gar keine nähere Verwandtschaft und wurde
daher auch von Reitter 1882 als besondere Unterfamilie (Esarcini)
der Colydier (in Reitter’s Sinn) abgesondert. Bei dem Versuche,
die grolse Familie Colydiidae (in meinem Sinn), die einen etwas
grolsen Umfang hat, dichotomisch zu zerlegen (um namentlich die
Lathridier aus ihr zu entfernen, was mir indefs nicht gelungen ist,
ich hätte sie sonst gleich in 16 Familien spalten müssen), schien
mir als erster Eintheilungsgrund die Bildung des Abdomens berück-
sichtigungswerth. Es hätte hiernach die Familie in zwei gesondert
werden können, nämlich in Colydiidae mit unbeweglichen und
Lathridiidae mit beweglichen (d. h. aufeinander verschiebbaren)
Abdominalsegmenten, wenn nicht die Teredini nach diesem Merk-
mal von den Colydiern entfernt und zu den Lathridiern hätten
gebracht werden müssen, was unnatürlich gewesen wäre. Die
Gattung Esarcus nun hätte ebenfalls zu den Lathridiern kommen
müssen, und zeigte auch in diesem Merkmal mit Tarphius gar keine
nähere Verwandtschaft. Den richtigen systematischen Platz der
Gattung hatte aber Reitter schon vor längerer Zeit gefunden, als
er seinen Atritomus cribratus als neue Gattung der Mycetophagiden
beschrieb, gab ihn aber 1832 wieder auf und beschrieb die Art als
Esarcus Abeillei unter den Colydiern. Der richtige Platz der Gattung
ist aber unstreitig in der Familie der Mycetophagiden; denn sie hat
dieselbe Bildung des Abdomens, dieselben stark genäherten Hinter-
hüften, dieselbe Tarsenbildung und bei einigen Arten einen Habitus,
der, wie gesagt, Reitter nicht hinderte, die eine Art mit Atritomus
generisch zu vereinigen.
In Bezug auf die verwandtschaftliche Stellung von Esarcus
zu den übrigen Gattungen der Familie kann ich auf die soeben
10 *
148 G. Seidlitz: über die
erschienene 3. Lief. der Fauna baltica, ed. II verweisen, von den
5 mir vorliegenden Arten jedoch gebe ich nachstehend eine aus-
führliche : Beschreibung, weil ich einige neue Merkmale und eine
neue Art mitzutheilen habe.
Unbekannt sind mir geblieben E. Letourneuzri Raffr. aus Algier
und Abeillee Ancey aus den Seealpen. Ob letztere Art wirklich
zur Gattung gehört, ist indels noch fraglich.
-
9)
Esarcus Reiche.
(? Entorylon Ancey, Ab. VII, p. 34.)
Basis des Halsschildes ungerandet, neben den Hinterwinkeln ein-
gedrückt und deutlich ausgerandet, so dafs diese scharf sind und
nach hinten deutlich vortreten. Vorderrand des Halsschildes
breit ausgerandet, so dals die Vorderwinkel vortreten, die Seiten
stark und undicht gezähnelt, Flügeldecken mit regelmälsigen, sehr
groben Punktstreifen, deren Zwischenräume etwas kielförmig
erhaben sind, ohne abgekürzten Scutellarstreif.
Kopfschild durch einen flachen Eindruck von der Stirn abgesetzt,
Halsschild an den Seiten stark gerundet, nach hinten stark ver-
engt, an der Basis deutlich schmäler als die Schultern der Flügel-
decken, die Punkte in den Streifen der Flügeldecken fast breiter
als die Zwischenräume, das 3. bis 8. Fühlerglied deutlich länger
als breit, Oberseite dunkel mit hellerer, längerer Behaarung.
Länge 3.5 mill. In Algier. Leprieurii Reiche
Kopfschild nicht von der Stirn unterschieden, Halsschild an den
Seiten schwach gerundet, an der Basis kaum schmäler als die
Schultern der Flügeldecken, die Punkte in den Streifen der
Fiügeldecken schmäler als die Zwischenräume, nur das 3. und
4. Fühlerglied länger als breit, Oberseite so hell als die Be-
haarung, die etwas kürzer als bei Leprieuri. Länge 3 mill. In
Calabrien, in der Sierra S. Bruno, von Baudi mitgetheilt.
Fiorii Reitt.
Basis des Halsschildes fein gerandet, gleichmälsig gewölbt und
neben den Hinterwinkeln höchstens schwach ausgesch weift, Vorder-
rand des Halsschildes gerade, die Vorderwinkel gerundet, die
Seiten fein und dicht oder kaum gezähnelt, Kopfschild durch
eine Querlinie von der Stirn getrennt.
Die Basis des Halsschildes neben den Hinterwinkeln schwach
ausgerandet, so dals diese scharf stumpfwinkelig und etwas nach
hinten vortreten, die Seiten fein und dicht gezähnelt, Flügel-
decken nur an den Seiten mit ein paar regelmälsigen Punktreihen,
3
Coleopteren-Gattung Esarcus Reiche. 149
nach innen sehr unregelmälsig gereiht punktirt, Körper kurz und
breit, Oberseite etwas dunkler als die Behaarung, diese ziemlich
lang. In Algier. Martinii Reitt.
Die Basis des Halsschildes gerade, die Hinterwinkel stumpf,
das erste Glied der Hintertarsen länger als die zwei folgenden
zusammen, Flügeldecken mit regelmälsigen Punktreihen.
Halsschild gleichmälsig grob und etwas undicht punktirt, die
ganze Basis fein gerandet, die Hinterwinkel deutlich stumpf-
winkelig, die Seiten fein gezähnelt, Flügeldecken mit tiefen
groben Punktreihen, ohne abgekürzten Scutellarstreif, Oberseite
ziemlich lang halbaufstehend behaart, dazwischen Reihen ganz
aufstehender Haare, meist etwas dunkler als die Behaarung,
bisweilen aber die Flügeldecken ebenso hell, Körper etwas
schmal. Länge 2—2.5 mill. In den Seealpen, von Baudi mit-
getheilt, und in Sardinien. [Abeillei Reitt. 1882 !).]
cribratus Reitt. 1879 ?)
Halsschild ungleich mit feinen und groben Punkten ziemlich
dicht besetzt, die Basis nur an den Seiten gerandet, die Seiten
undeutlich gekerbt, die Punktreihen der Flügeldecken flach und
auf der Spitze undeutlich, ein abgekürzter Scutellarstreif vor-
handen und bis gegen die Mitte reichend, Oberseite fein anliegend
behaart und (bei dem einzigen Stück) nicht dunkler als die
Behaarung, Körper breit eiförmig. Länge 2.8 mill. In den See-
alpen, von Baudi mitgetheilt. Baudii n. sp.
!) Da Ancey bei seinem Entozylon Abeillei die Seiten des
Halsschildes als ausgeschweift („pronoto lateribus sinuatis*) und die
Flügeldecken als niederliegend behaart („points enfonces donnant
chacun naissance & un cil couche“) beschreibt, so kann seine Art
weder zu E. cribratus noch zu Baudii gehören, und es ist noch nicht
entschieden, ob sie überhaupt zu Esarcus gehört.
2) Baudi hat diese Art nur in litteris benannt, aber nicht
beschrieben.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1839. Heft I.]
Ueber Choleva lueidicollis Reitt. nov. spec.
von
Dr. @. Seidlitz in Königsberg i. Pr.
Reitter belegt in der D. Ent. Z. 1837, p. 278 die bisher seit
Sturm und Kraatz als Choleva angustata Fbr. bezeichnete und
beschriebene Art nicht nur mit einem neuen Namen, sondern
beschreibt sie auch als „nova species“. Dafs sie letzteres nicht ist,
ergiebt sich zwar sogleich aus den vorhergehenden Bemerkungen,
in denen dargethan ist, dals die Art von Sturm, Kraatz und mir
ganz sicher und ausschliefslich beschrieben sei. Auffallend bleibt
hierbei jedoch, warum Kraatz’s ganz unzweideutige Besehrei-
bung weniger Geltung haben soll, als die später von Kraatz an
Reitter mitgetheilten Exemplare (die zufällig einer anderen, nahe
verwandten, von Kraatz nicht unterschiedenen Art angehörten),
was bis zur Behauptung geht, Kraatz habe die sparsame Punktirung
des Halsschildes zu sehr betont (p. 277), sich bei der Beobachtung
„geirrt“ und das Zähnchen an den Hinterschenkeln (das diese andere
Art besitzt) „übersehen“. (Reitter, Ins. Deutschl., III. Bd., 2. Abth.,
p- 230, Anm.) Sollte nieht umgekehrt Kraatz’s ausdrückliche Ver-
sieherung, seiner Art fehle dieses Zähnchen, die Beweise, dafs
seine Beschreibung sich einzig und allein auf Ch. angustata Sturm
bezieht (der dieses Zähnchen fehlt), bis zur Evidenz steigern?
Auffallend ist nun ferner die Beweisführung dafür, dals die
erwähnte andere Art (die 1863 von Ch. Brisout als Sturmu und
1885 von Reitter als angustata beschrieben wurde) den Namen
angustata Fbr. führen müsse. „Aus den wenigen Worten seiner
Beschreibung, heifst es, läfst sich nicht genau ermitteln, welche Art
Fabrieius vor sich gehabt hatte.“ „Ausschlaggebend sei aber die
Vaterlandsangabe »England«, wo nur die eine der beiden Arten,
nämlich die angustata Reitt., vorkomme.“ Zur Unterstützung dieser
„beweisenden“ Behauptung beruft sich Reitter (p. 277) auf einen
Ausspruch Murray’s, nach dem ich vergeblich gesucht habe. Murray
begnügt sich vielmehr, die Kraatz’schen Beschreibungen von Ch.
angustata, intermedia und cisteloides zu übersetzen und sie nach
Erichson als Varietäten einer Art aufzufassen, die aber „alle in
England vorkommen“. Hieraus geht im Gegentheil hervor, dals
G. Seidlitz: über Choleva lucidicollis Reitt. nov. spec. 151
Ch. angustata Krtz. (ohne Zähnchen der Hinterschenkel) in England
vorkommt.
Ferner fragt es sich, ob wirklich in der Beschreibung des
Fabrieius gar kein Anhalt zur Deutung seiner Art zu finden ist.
Der erste, der überhaupt die Cistela angustata Fbr. als Choleva
ansprach, war Erichson 1837, jedoch vereinigte er mit ihr unsere
heutige Ch. cisteloides Fröhl. Auf letztere Art, die in der That
dunklere Fühler hat, pafst nun Fabricius’ Beschreibung (wenn sie
durchaus auf eine Choleva bezogen werden soll) viel eher; denn
es heifst in der Beschreibung „antennis fuscis*. Sturm dagegen
übertrug den Namen angustata Fbr. auf seine Choleva angustata,
die „antennae ferrugineae“ hat. Soll nun Erichson’s Deutung
der Fabriei’schen Art gelten, so ist diese synonym mit cisteloides
Fröhl., soll Sturm’s Deutung gelten, so haben wir eine Ch. angustata
Fbr. Sturm, wobei aber der Fabrici’schen Beschreibung Zwang
angelegt wird. Beides ist zulässig, aber nicht dringend geboten,
und nicht zu befürworten. Gar kein Grund aber ist dafür vorhanden,
die Cistela angustata Fbr. auf eine dritte, erst seit 1363 bekannt
gewordene Art (Sturmiü Bris.) zu übertragen und dem entsprechend
die angustata Sturm neu zu taufen. Dafs man nur nach dem
Fundort „England“ eine bisher anders aufgefalste Art willkürlich
neu deutet, wäre zu entschuldigen, wenn es erstens feststände, dafs
die Cistela angustata Fbr. eine Choleva ist, und wenn es zweitens
feststände, dafs in England nur eine und gerade diese Choleva
vorkommt. Nach Murray kommen dort aber drei unserer heutigen
Arten vor, die er als eine auffalst. Der Fundort beweist also gar-
nichts, und es ist sonst kein einziger Grund geltend gemacht, warum
die Art nicht den Namen führen soll, unter dem sie zuerst von den
verwandten Arten unterschieden wurde, nämlich Choleva Sturmii
Brisout. Ebenso ungerechtfertigt ist auf alle Fälle der neue Name
lueidicollis für die bisherige Ch. angustata Sturm; denn wenn auch
Sturm’s Deutung nicht gelten sollte, so mulste doch der nächst-
älteste berechtigte Name eintreten und dieser ist elongata Payk.,
Gyll., was man freilich aus den von Reitter, pag. 278 angeführten
Synonymen nicht sehen kann. Hier ist nämlich eine Ch. angustata
Payk. eitirt, die es garnicht giebt (soll heilsen „elongata“) und als
Synonym von cisteloides Fröhl. hingestellt. Wenn es auch von
der Paykull’schen Beschreibung nicht über alle Zweifel erhaben ist,
dals sie unsere Ch. angustata Sturm bezeichne, so läfst doch die
Gyllenhal’sche (die Reitter nicht eitirt) hierüber gar keinen Zweifel,
wie schon Kraatz richtig betont hat.
152 G.Seidhtz: über Choleva lueidicollis Reitt. nov. spec.
Die „verwickelte* Synonymie der besprochenen Arten stellt
sich nun richtig folgendermalsen:
l. Choleva cisteloides Fröhl.
Fairmaire et Laboulbene: Faune ent. francaise, p. 299,
1854. — Redtenbacher, Fauna austr. ed. II, p. 280, 1858 und
ed. III, p. 308, 1874. — Thomson, Opuscula entomologica fasc. II,
p- 155, 1870. — Reitter, Bestimmungstabellen XII, Necrophaga,
p. 42 und Insecten Deutschlands, Bd. III, 2. Abth., p. 230, 1885. —
Seidlitz, Fauna baltica ed. II, Lief. 3, p. 321, 1883 und Fauna
transsylvanica Lief. 2, p. 338.
Luperus cisteloides: Fröhlich, Naturf. 28, p. 23, 1799.
Catops angustatus: Erichson, Käfer der Mark I], p. 233,
1837.
Catops castaneus: Sturm, Deutschl. Ins., Käfer XIV, p. 9,
1839. — Kraatz, Stett. ent. Z. 1851, p. 284. — Redtenbacher,
Fauna austriaca ed. I, p. 145, 1849.
? Cistela angustata: Fabricius, Entom. system. I, 2, p. 46,
1792.
? Choleva oblonga: Latreille, Gen. Crust. et Ins. II, p. 27,
1807.
2. Choleva elongata Payk.
Seidlitz, Fauna baltica ed. II, Lief. 3, p. 321, 1883 und Fauna
transsylvanica Lief. 2, p. 338.
Catops elongatus: Paykull, Fauna sueecica I, p. 345, 1798.
— Gyllenhal, Ins. suec. I, p. 281, 1808.
Ptomaphagusrufescens: Illiger, Käfer Preuls. p. 87, 1798.
Catops angustatus: Sturm, Deutschl. Ins. XIV, p. 5,
1839. — Kraatz, Stett. ent. Z. 1851, p. 284 und 1852, p. 401. —
Seidlitz, Fauna baltica ed. I, p. 222, 1375.
Choleva angustata: Redtenbacher, Fauna austriaca ed. II,
p- 280, 1858 und ed. II, p. 308, 1874. — Thomson, Skand-
Col. IV, p. 58, 1862.
Choleva lucidicollis: Reitter, Deutsche Ent. Z. 1887,
p- 278.
3. Choleva Sturmiti Bris.
Ch. Brisout in Grenier, Catal. et Mat. p.1. Faune, p. 7, 1863.
— Seidlitz, Fauna baltica ed. II, Lief. 3, p. 321, 1883 und Fauna
transsylvanica Lief. 2, p. 338.
Choleva angustata: Reitter, Bestimmungstabellen XII,
Neeroph. p. 42 und Ins. Deutschl. Bd. III, 2. Abth., p. 229, 1889.
Tr ———
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Neue Histeriden aus Afrika.
Beschrieben von
Joh. Schmidt in Schmerzke bei Brandenburg.
Durch die Freundlichkeit des Herrn Dr. Nickerl erhielt ich
eine Anzahl Histeriden, welche von dem Afrikareisenden Dr. Holub
im westlichen Theile von Matebele-Land und im Marutse-Mambunda-
Reich gesammelt wurden. Obwohl ich leider zu spät kam, um die
gesammte Ausbeute sehen zu können, so fanden sich doch unter
dem Theil, welcher mir vorgelegen hat, aulser werthvollen bekannten,
auch einige neue Arten, welche davon Zeugnifs ablegen, wie dieser
berühmte Forscher es verstanden hat, neben seinen grolsen Zielen
auch der Welt des Kleinen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die
bereits bekannten Arten waren:
Hister robustus Er. Hister obesus Fähr.
- nigrita Er. var. furcimanus Mars.
- nomas Er. - _ furciger Mars.
- ignavus Fähr. -. . lentulus Er.
- latobius Mars. Pelorurus glaucopterus Mars.
- . tropieus Payk. Saprinus splendens Payk.
- welis Fähr. - bicolor Ol.
- _Gehini Mars. - cupreus Er.
Dazu kommen die nachstehend beschriebenen 4 Arten:
1. Hister Holubi Schmidt n. sp. Oblongus, convezus, niger
nitidus, antennarum clava brunnea. Fronte stria profunda, impres-
sione triangulari rugose-punctata, mandibulis concavis, punctatis.
Thorace lateribus haud ciliato, striüis lateralibus 2 integris, postice
approzimatis intermediaque brevi irregulariı ad angulum anticum,
lateribus antice vel etiam usque ad basin fortiter punctatis. Elytris
strüüs 1—3 integris 4% plus minusve abbreviata, 5° apicali, suturali
fere dimidiata, subhumerali interna humerum attingente, saepius
utringue abbreviata, fossa subhumerali bistriata. Propygidio fortster
sat dense, pygidio densius punctatis. Prosterno lobo deflexo bimar-
ginato, mesosterno recto, marginato. Tibiis anticis 4 dentatis. —
Long. 6—7 mill. — Aus dem Matebele-Land.
Ungefähr von der Körperform des Lethierryi Mars., doch etwas
stärker gewölbt. Der Stirnstreif ist grade oder leicht eingebuchtet,
154 Joh. Schmidt: Neue
der Stirneindruck ähnlich wie bei viduus Fähr., aber schärfer be-
grenzt. Die Mandibeln sind punktirt, doch nicht runzlich. Zwischen
den Seitenstreifen des Halsschildes finden sich vorn ein oder mehrere
kurze Strichel, die Vorderecken desselben sind bis etwa hinter die
Augen, nach hinten nicht ganz bis zur Mitte kräftig punktirt, nur
bei einem der 3 vorliegenden Stücke reicht die Punktirung bis zur
Basis und erfüllt auch den Zwischenraum der Lateralstreifen. Das
Prosternum ist hinter den Hüften flach, dreieckig verbreitert und
zeigt zuweilen Spuren von Streifen; vor den Hüften ist es mit dem
Prosternalfortsatz zusammen der Länge nach stark concav (von der
Seite betrachtet). Der Randstreif des Mesosternum ist ganz. Das
Propygidium ist gewölbt, ohne merkliche Seiteneindrücke, ebenso
das etwas dichter punktirte Pygidium.
Die Art erinnert durch ihre Sculptur an veduus Fähr. und
rimifrons Mars., ist aber von beiden schon durch die vierzähnigen
Vorderschienen, nicht runzliche Mandibeln, zweistreifige Epipleuren
und vor Allem nicht gewimpertes Halsschild, sehr verschieden;
auch ist die Körperform eine weit gestrecktere. Nach Marseul’s
Beschreibung ist übrigens der H. rimifrons vom viduus Fähr. kaum
verschieden. Der vierte Dorsalstreif ist auch beim viduus zuweilen
stark verkürzt oder hier und da unterbrochen und das Mesosternum,
welches nach Marseul bei dieser Art grade sein soll, ist in der
That leicht ausgerandet, während der Randstreif desselben grade
bleibt, so dafs die Angabe bei rimifrons „mesost. subsinue“ recht
wohl zutrifft. Weitere Differenzen ergiebt die Beschreibung nicht.
Ich gestatte mir, diese schöne Art dem Entdecker derselben,
sowie der 3 folgenden Species Herrn Dr. Holub hochachtungsvollst
zu widmen.
2. Saprinus teretrioides Schmidt n. sp. Oblongus, late-
ribus fere parallelis, convezus, nigro-aeneus. Fronte carinata, rugosa,
sulcis 2 angulatis parum distinctis. Thorace stria marginali integra,
antice lateribusque strigose punctato, margine angusto lateral areaque
postica laevibus. Elytris striiss dorsalbus subaequalibus medium
paullum superantibus, subhumerali interna cum humerali juncta fere
aequali, 42 cum suturali integra conneza paululum breviore; dimidio
posteriore intus ad striam secundam punctato , punctis ad suturam
medium superantibus. Prosterno striüs approzimatis antice vix diver-
gentibus apice conjunctis, mesosterno sinuato sparsim punctato. Tibüs
anticis serdentatis. — Long. 23 mill. — Vom Sambesi.
Die Art weicht von allen übrigen Saprinen durch die parallele
Körperform so auffallend ab, dafs man auf den ersten Anblick
Histeriden aus Afrika. 155
glauben könnte, einen Teretrius vor sich zu haben. Die Seiten des
Halsschildes sind bis dicht vor die Spitze kaum verengt, dann
schnell zugerundet, die Flügeldecken ebenfalls nur an der Spitze
verschmälert, auch in den Schultern durchaus nicht breiter. Er
würde in die Nähe des rugifrons zu stellen sein.
3. Phelister terminalis Schmidt n.sp. Ovalis, subconvezus,
piceus, antennis, pedibus elyirorumque margine postico rufo-brunneis.
Fronte plana dense subrugose punctata, stria integra antice recta,
clypeo punctato concavo, labro transverso. Thorace toto punctato
ad latera densius, area postica laeviore. Elytris strüs 1—4 dor-
sahbus, sulturali basi incurvatla subhumeralibusque duabus integris,
5° paulum abbreviata; epipleuris bistriatis. Propygidio longo dense,
pygidio sparsius punctato. Prosterno basi punctato, strüs anlice
parallelis postice divergentibus, mesosterno marginato, bisinuato,
punctulato. Tibüs anticis 7 dentatis. — Long. 34 mill. — Aus dem
Matebele- Land.
Dem Ph. amphibius Mars. in der Körperform sehr ähnlich, nur
etwas breiter. Der ganze Stirnstreif, die nicht ausgerandete Ober-
lippe, der Mangel der groben Stirnrunzeln, die überall viel dichtere
Punktirung der Oberseite, die Länge des fünften Dorsal- und das
Vorhandensein eines vollständigen inneren Subhumeralstreifs, das
schmalere und an der Basis deutlich punktirte Prosternum und das
deutlich punktulirte Mesosternum unterscheiden ihn sehr bestimmt
von jener Art. Der zweite Streif der Epipleuren ist, wie auch
beim ‘amphibius, sehr fein.
4. Phelister Nickerli Schmidt n. sp. Ovalis, subconvezus,
piceus, mitidus, antennis pedibusque dilutioribus. Fronte clypeogque
planis, punctatis, stria frontal interrupta. Pronoto antice lateribusque
sparsim punctato. Elytris strüis fortibus 1—3 dorsalibus suturalique
basi incurvala integris, 4? puncto basali aucta subhumeralique ezterna
supra medium abbreviata, 5° dimidiata; epipleuris unistriatis. Pro-
pygidio longo parum dense, pygidio convexo subtiliter, basi vix
perspicue punctulato; prosterno strüs utrinque divergentibus antice
Junctis, mesosterno bisinuato, marginato, tenuissime puncticulato.
Tibiis anticis 6 dentatis, dente apicali bifido. — Long. 34 mill. —
Aus dem Leschumo-Thale (nahe Schescheke am Sambesi).
Von der Gestalt des vorigen. Stirn wie Epistom sind nicht
gerunzelt, ziemlich zerstreut punktirt, das letztere liegt in einer
gegen die Stirn etwas vertieften Ebene, ist aber nicht concav. Das
. Halsschild ist vorn und an den Seiten viel weitläufiger als beim
amphibius punktirt, auch bleiben die Punkte vom Randstreif weiter
156 Joh. Schmidt: Neue
entfernt; die Zwischenräume sind hier wie auf Stirn und Abdomen
sehr fein (mikroskopisch) punktulirt. Propygidium zerstreut und
mäfsig stark punktirt, dazwischen dicht punktulirt. Die Punktirung
des Pygidium ist an der Basis nur bei starker Vergröfserung
sichtbar und wird nach der Spitze zu kräftiger, während bei
amphibius eher das umgekehrte Verhältnifs stattfindet, terminalis
aber das Pygidium viel stärker und gleichmäfsiger punktirt hat.
Das Prosternum ist schmaler als das des amphibius und in der
Mitte sehr deutlich verengt.
Herrn Dr. Nickerl, welchem ich die Kenntnifs dieser Arten
verdanke, freundschaftlichst dedicirt.
Ich benutze die Gelegenheit, um zwei weitere neue Arten
dieser Gattung zu beschreiben, welche ebenfalls aus Afrika, wenn
auch aus anderen Theilen dieses Continents, stammen.
5. Phelister divergens Schmidt n.sp. Ovalis, subconvezus,
brunneo-piceus, antennis pedibusque rufo-brunneis. Fronte clypeoque
planis punctulatis, stria frontali interrupta. Pronoto lateribus antice-
que punctis dispersis. Elytris strüis 1—3 dorsalibus suturalique
basi incurvata integris 4% puncto basali aucta ultra medium abbreviata,
92 subhumeralique externa dimidiata, epipleuris unistriatis. Pro-
pygidio magno sparsim, pygidio minus etiam punctatis. Prosterno '
basi punctato striis antice valde divergentibus, mesosterno subtlilissime
punctulato punctis sat magnis immiztis. Tibiis anticis 6 dentatis,
dente apicali bifido. — Long. 23 mill. — Von Sansibar (Festland).
Dem vorigen recht ähnlich, kleiner und heller braun. Die auf
Kopf, Halsschild und Propygidium zwischen der mikroskopischen
Punktirung eingestreuten stärkeren Punkte sind durchweg feiner
und einzelner als beim Nickerli, dagegen ist das Pygidium auch an
der Basis deutlich punktulirt und nicht so stark aufgetrieben als bei
jenem. Gänzlich abweichend ist das Prosternum, dessen Streifen
hinten kaum, vorn stark divergiren. Dasselbe ist an der Basis
deutlich punktirt. Das Mesosternum zeigt zwischen der ganz feinen
Punktirung ziemlich kräftige zerstreute Punkte, während dasselbe
bei Nickerli fast gleichmälsig fein punktulirt ist.
Die eben beschriebenen Arten bilden mit amphibius Mars. eine
eigene, im Habitus ziemlich abweichende Gruppe der Gattung
Phelister, für welche aulser der länglichen Gestalt, dem verlängerten
Propygidium und auf die Unterseite herabgebogenen Pygidium,
auch die hinten mehr oder weniger schräg abgestutzten Flügeldecken
charakteristisch sind, deren namentlich innen abgerundete Ecken
einen spitzen, einspringenden Winkel bilden, ein Merkmal, welches
Histeriden aus Afrika. 157
am wenigsten bei amphibius, am auffallendsten bei divergens m.
hervortritt.
Die vier Arten dieser Gruppe lassen sich tabellarisch folgender-
malsen unterscheiden:
1. Stirn runzlich, Epistom concav, vierter Dorsalstreif und äufserer
Subhumeralstreif ganz, Propygidium und Seiten des Hals-
schildes dicht punktirt, Epipleuren zweistreifig.
a. Stirn mit groben Runzeln, Stirnstreif unterbrochen, Ober-
lippe ausgerandet, Halsschild hinten glatt, fünfter Dorsal-
streif kurz, innerer Subhumeralstreifen nur angedeutet.
Flügeldecken an den Seiten und hinten heller, Mesosternum
unpunktirtt . » . . .... amphibius Mars.
b. Stirn nur runzlich mie N liensbreie ganz, Oberlippe
nicht ausgerandet, Halsschild überall, nur hinten feiner
punktirt, fünfter Dorsalstreif lang, innerer Subhumeral-
streif ganz, Flügeldecken nur an der Spitze hell gesäumt,
Mesosternum punktulirt . . . . terminalis Schmidt.
2. Stirn nicht gerunzelt, Epistom flach, vierter Dorsal- und
äulserer Subhumeralstreif abgekürzt, Propygidium und Seiten
des Halsschildes zerstreut punktirt, Epipleuren einstreifig.
a. Grölser, kräftiger punktirt, Prosternalstreifen vorn ver-
bunden, Pygidium an der Basis undeutlich punktirt, Me-
sosternum fast gleichmältig sehr fein punktulirt:
Nickerli Schmidt.
b. Kleiner, feiner und einzelner punktirt, Prosternalstreifen
vorn divergent, Pygidium an der Basis deutlicher und
dichter punktulirt, Mesosternum mit sehr feiner und
dazwischen kräftiger Punktirung . . divergens Schmidt.
Ganz unähnlich den Arten dieser Gruppe ist die folgende
kleine Art:
6. Phelister truncatus Schmidt n. sp. Ovahs, converius-
culus, niger, nitidus, antennis pedibusque brunneis. Fronte puncti-
culata, plana, a clypeo haud distincta. Pronoto dense punctulato,
punctis lateralibus fortioribus. Elytris striis 1—3 suturalique integris,
42 ulira medium abbreviata, subhumerali dimidiata, 5° perpaulum
breviore. Propygidio dense, pygidio minus punctulatis. Prosterno
sat lato subtilissime puncticulato strüs parallelis, lobo deflezo;
mesosterno antice recio marginato, punctulato. Tibiis anticis 7 denti-
ceulatis. — Long. 23 mill. — Vom Cap der guten Hoffnung.
Diese Art hat ungefähr die Körperform des vibius Mars., ich
wülste sie aber im Uebrigen mit keiner anderen Art zu vergleichen.
158 Joh. Schmidt: Neue
Die flache, durchaus nicht vertiefte Stirn, welche nur neben den
Augen einen kurzen Streifen zeigt, der ganze, doch an der Basis
nicht gekrümmte Nahtstreif und das grade abgestutzte Mesosternum
sind die auffallendsten Merkmale derselben.
Die Gattung Phelister Mars. in ihrem jetzigen Umfange enthält
eine grofse Menge sehr wenig homogener Arten, die sogar zum
Theil der Gattungs-Diagnose direct widersprechen. Marseul selbst
hat das Merkmal, auf welches er seine Gattung in erster Linie
basirte, nämlich das an der Basis ausgerandete Prosternum und
vorn zweibuchtige Mesosternum, später nicht mehr festgehalten
und hat nicht nur Arten mit gradem Mesosternum, wie z.B.
impressifrons Sol., sondern sogar solche mit ausgerandeter Mittel-
brust, wie die sämmtlichen Indo-Australischen Speeies in die Gattung
aufgenommen. Hiermit wäre aber die Gattung Phelister so gut wie
aufgegeben, sie könnte nicht einmal mehr, wie z.B. Horn es will,
als Subgenus von Hister aufgefast werden, denn auch dazu braucht
er jenes Merkmal. Eine Revision der Gattung Phelister ist daher
dringend nöthig. Ein guter Anfang dazu scheint mir bereits durch
meinen Freund G. Lewis mit der Errichtung seiner Gattung
Baconia (Ann. et Mag. Nat. Hist. 1835, p. 462) gemacht zu sein.
Ich glaube, dafs in dieser Gattung, welche zunächst für zwei neue
Species aufgestellt wurde, auch eine ganze Anzahl bisher zu Phelister
gerechneter Arten ihren passenden Platz finden. Alle diejenigen
Arten nämlich, bei welchen die Seiten des Halsschildes, meist bis
zur Mitte, eingedrückt sind, so dals die Seiten vorn gerandet er-
scheinen, zeichnen sich auch durch eine gemeinsame, von den übrigen
abweichende Bildung der Schienen aus; die Vorderschienen haben
ein wenig über der Mitte des Aufsenrandes eine stumpfe Ecke und
meist vier kleine Zähnchen, welche in zwei, durch einen breiteren
Zwischenraum getrennte Gruppen vertheilt sind, die Hinterschienen
sind nur mit einer Reihe schwacher Dornen besetzt oder ganz
unbewehrt. Diese Merkmale treffen auch auf die Gattung Baconia
zu, so dafs es Herrn G. Lewis ein Leichtes sein wird, durch eine
leichte Modifikation der Gattungsdiagnose in Bezug auf Mesosternum
und Wölbung des Körpers, die Gattung Baconia zur Aufnahme
dieser Phelister passend zu machen. Auch die an der Spitze einzeln
punktirten Flügeldecken und die zum Theil blaue, grüne ete. Färbung
nähern diese Species den Baconia. Zu den in Frage kommenden
Arten scheinen mir zu gehören: venustus Lec., aeneomicans Horn,
violaceus Mars., dives Mars., Riehli Mars., riouka Mars., impressi-
Histeriden aus Afrika. 159
frons Sol. Bei fast allen hebt die Beschreibung ausdrücklich auch
das breite flache Prosternum hervor.
Noch abweichender gestaltet sind die Indo-Australischen Arten,
deren Mesosternum ausgerandet ist. Von der graden Tarsalgrube
der Vorderschienen abgesehen, sind dieselben durchaus den Platysoma
ähnlich. Leider sind mir zu wenige dieser Species bekannt, um
sie von den Phelister trennen zu können.
Nach Entfernung dieser heterogenen Elemente würde die ur-
sprüngliche Gattungsdiagnose mit geringen Ausnahmen für den
verbleibenden Rest zutreffen, obwohl auch dieser sich in mehrere
recht differente Gruppen zerlegt, deren eine z. B. die oben be-
sprochenen afrikanischen Arten bilden.
Zur Synonymie der Histeriden.
Omalodes ebeninus Er. Im Berl. Museum konnte ich das
typische Ex. dieser Art untersuchen, welche Marseul gänzlich
verkannt hat. Die von ihm als ebeninus Er. aufgefalste Species
steht schon mit der Beschreibung Erichson’s durch die im Ganzen
concave Stirn und den bis zur Spitze verlängerten dritten Dorsal-
streif im Widerspruch. O. ebeninus !) ist in der That dem Omega
Kirb. recht nahe verwandt und nur verschieden durch etwas
schmalere Gestalt, weniger vorragende Schultern, namentlich aber
durch die Sculptur der beiden letzten oberen Hinterleibssegmente,
von denen das Pygidium überall punktirt ist, das Propygidium
nur in der Mitte des Vorderrandes eine glattere Stelle zeigt. Mit
ebenninus Mars. hat die Art auch in der Körperform keine Aehnlich-
keit. Ich ändere daher den Namen des letzteren in O. Marseuli um
und gebe nachstehend die Beschreibung.
Omalodes Marseuli Schmidt. Oblongus subparallelus; fronte
concava, stria subintegra, reirorsum angulata. Pronoto lateribus
late dense punciato. Elytris strüs subhumerali interna vel integra
vel ad humerum obsoleta, interna brevi, 1—2 dorsalibus integris,
1) Marseul und wunderbarerweise auch der Catalog Gemm.-
Har. schreiben ebenninus, während Erichson, dem Namen des
Ebenholzbaumes (Diospyros ebenum) entsprechend, ganz richtig nur
ein n schreibt.
160 Joh. Schmidt: zur Synonymie der Histeriden.
32 ‚punctis ad apicem continuata. Pygidio propygidioque dense
punctatis. Prosterno (interdum obsolete) bistriato, mesosterno mar-
ginato, tibüs anticis 5-dentatis. — Long. 8—9 mill. — Brasilia.
ebenninus Mars. (nec ebeninus Er.). Von sämmtlichen Arten
der Gattung verschieden durch seine sehr gestreckte Gestalt; von
ebeninus Er. aulserdem durch breit ausgehöhlte Stirn, in grölserer
Ausdehnung punktirte Seiten des Halsschildes, das Vorhandensein
des inneren Subhumeralstreifs, den 3ten Dorsalstreif, welcher durch
Punkte bis zur Spitze verlängert ist, die Streifen des Prosternum und
den ganzen Randstreif des Mesosternum. Das einzige mir vorliegende
Ex. hat den Spitzenrand der Decken dicht längsgestrichelt. Obwohl
auf Marseul’s Figur eine ähnliche Seulptur angedeutet ist, bin ich
nicht sicher, ob dieselbe sich bei dieser Art beständig findet.
Hister Arabicus Mars. 1854 = H. memnonius Er. 1834?
Aus Marseul’s Beschreibung ergiebt sich als Unterschied der
beiden nur der bei Arabicus von einem Appendix begleitete innere
Subhumeralstreif und auch dieses Merkmal läfst sich nur aus der
Figur und aus dem Umstande ersehen, dafs Marseul den Arabicus
in seine Gruppe IV stellt; die Beschreibung sagt durchaus nichts
davon. Aufserdem soll bei memnonius der Nahtstreif obsolet, bei
Arabicus nicht vorhanden sein. Unter einer Reihe von memnonius
aus Chartum finde ich den Nahtstreif bald angedeutet, bald fehlend;
ja bei einem Stück ist sogar der 5te Dorsalstreif obsolet, der 4te
stark verkürzt. Ebenso ist bald gar kein Appendix des Subhumeral-
streifs vorhanden, bald ein Punkt oder ein kurzer Strich. Ein Ex.
der letzteren Form erhielt ich auch aus Bagdad durch Herrn
G. Lewis. Es scheint hiernach mehr als wahrscheinlich, dafs
Arabicus Mars. von memnonius Er. nicht verschieden ist. Bliebe
aber auch zur völligen Sicherheit die Vergleichung des im Pariser
Museum befindlichen typischen Ex. abzuwarten, so ist dagegen
ganz unzweifelhaft die Identität von
Hister mandarinus Mars. 1861 und H. squalidus Er. 1834.
Erichson’s Art, welche Marseul unbekannt war, wird durch die
Beschreibung des mandarinus unverkennbar charakterisirtt. Ein
kurzer äufserer Subhumeralstreif findet sich öfters beim squalidus.
Wo dieser vorhanden ist, wird die von Marseul hervorgehobene
Aehnlichkeit mit Gehini um so frappanter, da auch letztere Art
mit abgekürztem äufseren Seitenstreif des Halsschildes vorkommt.
Joh. Schmidt.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Neue Staphylinen Europa’s und der
angrenzenden Länder.
Beschrieben von
Dr. E. Eppelsheim in Germersheim.
Leptusa syriaca n. sp.
Linearis, nitidula, tenuiter fulvo-pubescens, rufo-brunnea, capite,
summa, elytrorum .basi abdominisque cingulo posteriore lato nigri-
cantibus, antennis fuscis basi apiceque, elytris, pedibus anoque rufo-
testaceis; thorace transversim subquadrato basi foveolato, elytris hoc
longioribus confertim minus subtiliter, abdomine minus crebre sub-
tilius punctatis. — Long. 1 lin.
Mas: Abdominis segmento sexto dorsali medio carina brevi
tenui instructo, septimo apice subtriangulariter emarginato subtilis-
simeque crenulato.
Etwas grölser als Calodera hierosolymitana, welcher die neue
Art in Gestalt, Färbung und Punktirung, namentlich im weiblichen
Geschlechte, zum Verwechseln ähnlich ist, von der Gestalt der
Lept. fumida, aber kleiner und anders gefärbt und punktirt. Der
Körper ist heller oder dunkler rothbraun, der Kopf, die Flügel-
decken an der äufsersten Basis, namentlich um das Schildchen
herum, und ein breiter Hinterleibsgürtel, welcher das ganze öte
und die vordere Hälfte des 6ten Segments einnimmt, sind schwarz
oder schwärzlich, die Fühler bräunlich, an der Basis und Spitze
heller, die Fld., die Beine und die Hinterleibsspitze röthlichgelb;
die Oberfläche des Körpers ist etwas gewölbt, ziemlich glänzend,
fein, nicht allzudicht gelblich behaart. Der Kopf ist rundlich, etwas
breiter als lang und um ein Drittel schmäler als das Halsschild,
die Stirn. kaum gewölbt, sparsam, äulfserst fein, kaum bemerkbar
punktirt. Die Fühler sind so lang als Kopf und Halsschild,
bräunlich, die 3 ersten Glieder und das letzte gelblich, die ersten
Glieder mäfsig gestreckt, das 3te um ein Drittel kürzer und
schlanker als das 2te, das 4te quer, die folgenden allmählig immer
breiter, die vorletzten wohl dreimal so breit als lang, das Endglied
kurz eiförmig, so lang als die 2 vorhergehenden zusammen, aufsen
schräg abgeschnitten und ausgerandet. Das Halsschild ist um mehr
als ein Drittel kürzer als lang, vorn und hinten kaum, auch an
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. ® 11
162 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa's
den Seiten wenig gerundet, nach vorn und hinten gleichmäfsig
verengt, mit stumpf abgerundeten Vorder- und Hinterecken, oben
ziemlich gewölbt, nur mäflsig dicht, nicht gerade fein, aber ober-
flächlich punktirt, vor dem Schildehen mit einem deutlichen Quer-
grübchen versehen. Die Fld. sind um ein Drittel breiter und
länger als das Halsschild, oben etwas abgeflacht, vorn neben der
Naht leicht eingedrückt, dicht, ziemlich kräftig, etwas körnig-
runzelig punktirt. Der Hinterleib ist gleichbreit, schmäler als die
Fld., oben auf allen Segmenten weder dicht noch fein punktirt, an
der Spitze rothgelb. Die Beine sind gelbröthlich.
Beim g' befindet sich in der Mitte des 6ten oberen Rings eine
kurze kielförmige Erhabenheit und das 7te Segment ist hinten fast
dreieckig ausgerandet und fein erenulirt.
Von Lept. rufescens unterscheidet sich die neue Art durch
kürzere, weniger gleichbreite Gestalt, geringere Grölse, andere
Färbung, viel kürzere und dickere Fühler und den deutlichen Quer-
eindruck des Halsschilds. Sie ist systematisch zwischen Z. fumida
und rufescens zu stellen.
Vaterland: Syrien. Von Hans Simon mitgetheilt.
Leptusa Fauveli n. sp.
Elongata, linearis, nitidula, subtiliter griseo-pubescens, rufo-
brunnea, capite abdominisque cingulo postico lato nigris, elytris
piceis, antennarum basi, pedibus anoque testaceis; thorace trans-
verso, basın versus angustato, ante scutellum obsolete foveolato,
elytris hoc parum brevioribus crebre fortius subrugose punctatis;
abdomine segmentis anterioribus crebrius subtiliter, posterioribus
parce subtilissime punctato. — Long. 1 lin.
Mas: Capite evidentius punctato, abdominis segmento 6° dorsali
medio ante apicem carina brevi tenuissima ornato, 7° apice emar-
ginato, suberenulato.
Etwas kleiner, kürzer und schmäler als L. caucasica, neben
welche die neue Art systematisch zu stellen ist, von gestreckter,
ziemlich gleichbreiter Gestalt, rothbraun, der Kopf und ein breiter
Hinterleibsgürtel, welcher das ganze 6te und 7te Segment mit Aus-
nahme der äufsersten Spitze des letzteren einnimmt, schwarz, die
Fld. pechbraun, die Fühlerbasis, die Beine und der After rothgelb.
Der Kopf ist rundlich, um ein Drittel schmäler als das Halsschild,
die Stirn etwas gewölbt, wenig dicht, fein und oberflächlich
punktirt. Die Fühler sind etwas länger als Kopf und Halsschild,
nach der Spitze zu leicht verdickt, das Ste Glied um die Hälfte
und der angrenzenden Länder. 163
kürzer und schwächer als das 2te, das 4te noch etwas länger als
breit, das 5te schwach quer, die folgenden allmählig breiter, die
vorletzten doppelt so breit als lang, das Endglied kurz eiförmig,
vorn scharf zugespitzt, kaum so lang als das 9te und 10te zu-
sammen. Das Halsschild ist um die Hälfte breiter als lang, vorn
und hinten wenig, an den Seiten vor der Mitte stark gerundet-
erweitert, nach hinten entschieden verengt mit stumpfen, aber deut-
lich winkelig vortretenden Hinterecken, oben leicht gewölbt, matt
fettglänzend, fein anliegend behaart, dicht, fein und unbestimmt
punktirt, vor dem Schildchen mit einem seichten Quergrübchen.
Die Fld. sind nur wenig kürzer als das Halsschild, an den Seiten
fast gerade, hinten schwach ausgerandet, oben etwas gewölbt, längs
der Naht leicht eingedrückt, dicht und kräftig körnig-runzelig
punktirt. Der Hinterleib ist nach rückwärts etwas verbreitert, an
der Basis der 5 vorderen Segmente tief quer eingedrückt, vorn
mälsig, dicht, fein, hinten noch weitläufiger und feiner punktirt.
Die Beine sind rothgelb.
Beim g' ist der Kopf entschiedener und tiefer punktirt, auf
dem 6ten oberen Hinterleibsring befindet sich in der Mitte vor der
Spitze eine äulserst feine kurze kielförmige Erhabenheit und das
Tte Segment ist hinten ausgerandet und undeutlich crenulirt.
Von Leder im Talyschgebirge in Transcaucasien in wenigen
Stücken aufgefunden. Dem trefflichen ‚Kenner der Staphylinen,
Herrn A. Fauvel in Caen, dankbarlichst gewidmet.
Leptusa impennis Fauv. i.].
Elongata, parum conveza, nitidula, parce subtilissime pubescens,
sublaevis, picea vel rufo-picea, abdomine nigro, antennis, pedibus
anoque testaceis; capite crasso thoracis latitudine, hoc subquadrato
posterius angustato aequali; elytris thorace plus dimidio brevioribus
vie evidenter punctulatis, abdomine posterius dilatato sublaevi. —
Long. 2 lin.
Mas: Elytris versus angulos ezteriores posticos oblique
impressis.
Der L. punctulata zum Verwechseln ähnlich und fast nur durch
die einer deutlichen Punktirung entbehrenden Fld. unterschieden:
von gestreckter, hinten etwas verbreiterter Gestalt, wenig gewölbt,
äulserst sparsam und fein behaart, Kopf und Halsschild mit mattem
Fettglanz, die Fld. und der Hinterleib glänzender, pechbraun oder
rothbraun, der Hinterleib schwarz mit rothgelber Spitze, die Fühler
und Beine gelblich. Der Kopf ist dick, rundlich, so breit als das
11l*
164 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa's
Halsschild, die Stirn wenig gewölbt, wenig dicht, fein und un-
bestimmt, beim g' etwas bestimmter punktirt, übrigens noch der
am deutlichsten punktirte Theil des Körpers. Die Fühler sind
kaum kürzer als Kopf und Halsschild, das erste Glied stark ver-
dickt, das 3te verkehrt kegelförmig, etwas schmäler und fast um
die Hälfte kürzer als das 2te, das 4te leicht quer, die folgenden
allmählig stark verbreitert, die vorletzten mehr als doppelt so breit
als lang, das Endglied kurz eiförmig, kurz zugespitzt. Das Hals-
schild ist gut um ein Drittel breiter als lang, vorn und hinten
fast gerade abgeschnitten, an den Seiten vor der Mitte gerundet-
erweitert und hier entschieden breiter als die Fld., nach hinten
ziemlich stark verengt, mit stumpf abgerundeten Hinterecken, auf
dem Rücken namentlich nach hinten deutlich abgeflacht, nicht
sichtbar punktirt, ohne Eindruck auf der Scheibe oder nur beim J'
zuweilen mit einer unbestimmten Längsrinne in der Mitte. Die
Fld. sind so breit als der Hinterrand des Halsschilds, nach hinten
sehr schwach erweitert, am Hinterrande gemeinschaftlich seicht
ausgerandet, oben wenig gewölbt, längs der Naht schmal ein-
gedrückt, ohne deutlich sichtbare Punktirung. Der Hinterleib ist
vorn so breit als der Hinterrand der Fld., nach hinten entschieden
erweitert, oben kaum deutlich punktirt. Die Beine sind gelblich.
Beim g' sind die Fld. gegen die Hinterecken zu schwach schräg
eingedrückt. |
Ein Z aus der Haag’schen Sammlung, bezettelt: „Rosenlaui,
Brisout“, wurde mir von Fauvel als L. impennis Fauv. ı.1. bestimmt.
Eine gröfsere Anzahl von Ex. wurde von Herrn Dr. Schneider in
Dresden bei Vallombrosa im toskanischen Apennin gesammelt.
Aleochara (Ceranota) cingulata n. sp.
Brevior, latior, leviter conveza, parcius subtiliter fulvo-pubescens,
nitida, rufa, capite abdomineque basi excepta nigris, antennis,
pedibus anoque testaceis; thorace transverso medio fortiter ampliato
elytris latiore, his thorace vir brevioribus minus subtiliter crebrius,
abdomine parcius subtiliter aequaliter punctatis. — Long. 14 lin.
Mit der folgenden die kleinste mir bekannte Art der Unter-
gattung Ceranota, kürzer und breiter als die übrigen Arten, durch
ihre Färbung sehr ausgezeichnet: glänzend roth, fein, wenig dicht
gelblich behaart, der Kopf und der Hinterleib mit Ausnahme der
2 vordersten Segmente schwarz, die Fühler, Beine und die Hinter-
leibsspitze rothgelb. Der Kopf ist schmal, viel schmäler als das
Halsschild, etwas länger als breit, an den Seiten fast gerade, die
und der angrenzenden Länder. 165
Augen klein, über den Seitenrand etwas vorragend, die Stirn wenig
gewölbt, glänzend, glatt, unpunktirt. Der Mund und die Taster
sind röthlich. Die Fühler sind einfarbig röthlichgelb, kaum so
lang als Kopf und Halsschild, nach der Spitze zu entschieden ver-
dickt, das 2te und 3te Glied gleichlang, das 4te quadratisch, das
öte schwach quer, die folgenden allmählig etwas breiter, aber nicht
kürzer werdend, die vorletzten doppelt so breit als lang, das End-
glied kurz eiförmig mit abgerundeter Spitze, so lang als die zwei
vorhergehenden zusammen. Das Halsschild ist nicht ganz doppelt
so breit als lang, vorn gerade abgeschnitten, auch hinten wenig
gerundet, an den Seiten dagegen stark gerundet-erweitert, hinter
der Mitte am breitesten, nach vorn mehr als nach hinten verengt
mit abgerundeten Hinterecken, oben quer gewölbt, sparsam, mäfsig
fein, ziemlich oberflächlich punktirt ohne Eindrücke. Die Fld. sind
entschieden schmäler und kaum kürzer als das Halsschild, an den
Seiten fast gerade, nach hinten kaum bemerkbar erweitert, am
Hinterrand einzeln abgerundet, in der Mitte gemeinschaftlich seicht
ausgerandet, vor den Hinterecken sanft ausgebuchtet, oben wenig
gewölbt, ziemlich sparsam und kräftig körnig punktirt. Der Hinter-
leib ist vorn so breit als der Hinterrand der Fld., nach der Mitte
zu noch etwas erweitert, gegen die Spitze hin wieder schwach
verengt, an den Seiten hoch und breit gerandet, auf den 3 ersten
Ringen an'der Basis tief quer eingedrückt, oben gleichmäfsig ziemlich
sparsam mälsig fein punktirt. Die Beine sind gelblich.
Das g' ist mir noch unbekannt.
Von Herrn Max Korb in München am 25. März 1886 bei
Smyrna in 2 weiblichen Ex. aufgefunden, welche mir freundlichst
überlassen wurden.
Aleochara (Ceranota) luteipennis n. sp.
Latior, brevior, parcius griseo-pubescens, nitida, nigra, thoracis
margine laterali anoque rufo-brunneis, antennis, elytris pedibusque
testaceis; thorace transverso lateribus fortiter rotundato elyiris
latiore, his thoracis longitudine crebrius sat fortiter, abdomine
parcius minus subtihiter aequaliter punctatis. — Long. 1# lin.
Von der vorhergehenden Art, abgesehen von der Färbung,
namentlich durch etwas kürzeren breiteren Kopf mit gröfseren,
weniger vorstehenden Augen und durch längere schlankere Fühler
unterschieden, im Uebrigen derselben in Grölse, Gestalt, im Ver-
hältnifs der einzelnen Theile, in Punktirung und Behaarung so
überaus ähnlich, dals man versucht wäre, sie für eine Abart der-
166 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
selben zu halten, wenn nicht die ganz verschiedene Färbung gegen
eine solche Auffassung sofort Verwahrung einlegen würde. Sie ist
ganz von der kurzen breiten Gestalt der vorhergehenden Art,
schwarz, ein breiter Seitenrand des Halsschilds und die Hinter-
leibsspitze rothbraun, die Fühler, Fld. und Beine gelblich, oben
nicht gelb, sondern grau behaart. Der Kopf ist so breit als lang,
an den Seiten mehr gerundet, die Augen etwas grölser, aber flacher
als bei der vorigen Art, gleichfalls viel schmäler als das Hals-
schild, glatt, unpunktirt. Die Fühler sind länger und schlanker als
bei Al. cingulata, nach der Spitze weniger verdickt, namentlich die
Basalglieder viel dünner und schlanker, das 2te und 3te Glied an
Länge kaum verschieden, die vorletzten Glieder nur um die Hälfte
breiter als lang. Das Halsschild ist wie bei der verglichenen Art
gebildet, an den Seiten stark gerundet, hinter der Mitte am breite-
sten, an allen Ecken abgerundet, vorn mehr als hinten eingezogen,
oben fast noch feiner und weitläufiger punktirt als bei jener. Auch
in der Form der Fld. ist kaum ein Unterschied wahrzunehmen; sie
sind etwas schmäler und so lang als das Halsschild, oben nur
mäfsig dicht, ziemlich kräftig körnig punktirt. Der hoch und breit
gerandete Hinterleib ist in der Mitte etwas erweitert, oben auf allen
Segmenten ziemlich sparsam, etwas feiner als die Fld. punktirt,
an der äufsersten Basis und Spitze rothbraun. Die Beine sind
gelblichroth.
Ich besitze nur ein einziges von Merkl in der Türkei aufgefun-
denes Stück, welches am Hinterleib keine besondere Geschlechts-
auszeichnung trägt.
Aleochara (Ceranota) libanica Faur. i.l.
Elongata, nitidula, longius minus subtiliter aureo -pubescens,
nigra, thorace abdominisque segmentorum marginibus rufo-brunneis,
antennis, elytris, pedibus anoque testaceis; capite ovali, antennis
tenuioribus, thorace longitudine parum latiore elytris angustiore, his
subquadratis, confertim fortius granuloso-punctatis, abdomine parce
minus subtiliter punctato. — Long. 13 lin.
Mas: Abdominis segmento dorsali secundo medio tuberculo
rotundato, sezto ante apicem callo transverso muniltis.
Von gestreckter Gestalt, nach vorn etwas verschmälert, glän-
zend, ziemlich lang und etwas grob goldgelb behaart, schwarz, das
Halsschild und der Hinterrand der Hinterleibsringe roth, die Fühler,
Fld., Beine und der After gelblich. Der Kopf ist länglich, viel
schmäler als das Halsschild, glänzend schwarz, unpunktirt, die
und der angrenzenden Länder. 167
Augen nicht vorstehend. Die Fühler sind kurz und dünn, kaum
länger als Kopf und Halsschild und nach der Spitze kaum verdickt,
das Ste Glied etwas länger als das 2te, das 4te etwas schmäler
als das öte, kaum länger als breit, die folgenden an Länge nicht
ab-, an Breite kaum zunehmend, auch die vorletzten noch so lang
als breit, das Endglied länglich-eiförmig, so lang als das 9te und
lOte zusammen. Das Halsschild ist schmäler als die Fld., um ein
Drittel breiter als lang, an den Seiten etwas gerundet, nach vorn
viel mehr als nach hinten eingezogen mit stumpf abgerundeten
Hinterecken, oben quer gewölbt, ohne Eindrücke, ziemlich dicht,
fein und oberflächlich punktirt und dicht gelblich behaart. Die
Fld. sind hell gelbbraun, etwas breiter als das Halsschild, zusammen
etwas breiter als lang, an den Seiten schwach gerundet, oben wenig
‚gewölbt, neben der Naht beiderseits der Länge nach leicht auf-
getrieben, vor den Hinterecken schwach ausgerandet, dicht und
ziemlich kräftig körnig-runzelig punktirt, dicht, lang und grob
goldgelb behaart. Der Hinterleib ist vorn fast so breit als die
Fld., nach hinten nur sehr wenig verengt, oben ziemlich flach,
unten gewölbt, an den Seiten breit und hoch gerandet, glänzend
schwarz, am Hinterrand der einzelnen Segmente oben schmal, unten
breit, auf dem 6ten Ringe auch oben breit braunroth gesäumt, an
der äulsersten Spitze rothgelb, an der Basis der 5 vorderen Ringe
breit und tief quer eingedrückt, vorn sparsam ziemlich grob, nach
hinten noch zerstreuter und etwas feiner punktirt und sparsam, lang,
anliegend gelblich behaart. Die Beine sind hell gelblichbraun.
Beim g! ist das 2te obere Hinterleibssegment in der Mitte vor
dem Hinterrand mit einem rundlichen Höcker, das 6te ebendaselbst
mit einem glatten Querwulst versehen, welcher zuweilen fehlt.
Von Helfer in Syrien gesammelt.
Durch Färbung, Fühlerbildung, schmäleres Halsschild und
grobe Behaarung gleich ausgezeichnet und nicht zu verwechseln.
Aleochara (Baryodma) leptocera Fauv. i.l.
Elongata, angusta, linearis, subtiliter fulvo-pubescens, nitidula,
nigra, elytris nigro-piceis, cozis anticis, tibiis tarsisgue rufo-piceis;
antennis elongatis, gracilibus, articulis omnibus latitudine longioribus;
capite thoraceque transverso aequali sublaevibus, elytris hoc lon-
gioribus confertim, abdomine anterius crebrius, posterius parce sub-
tilius punctatis. — Long. 12 lin.
Von langgestreckter, schmaler, ziemlich gleichbreiter Gestalt,
oben nur wenig gewölbt, fein gelbgrau behaart, auf Kopf und Hals-
168° E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
schild mit lebhaftem, auf den Fld. mit gedämpftem Glanze, durch
ihre langen schlanken Fühler besonders charakteristisch: schwarz,
die Fld. etwas heller braunschwarz, die Vorderhüften, die Schienen
und Tarsen rothbraun. Der Kopf ist kreisrund, schmäler als das
Halsschild, die Stirn schwach gewölbt, glatt, unpunktirt. Der Mund
und die Taster sind schwarzbraun. Die Fühler sind lang und
schlank, viel länger als Kopf und Halsschild, nach der Spitze nur
sehr wenig verdickt, einfarbig schwarz, das 3te Glied etwas länger
als das 2te, die folgenden an Länge nicht, an Breite nur wenig
verschieden, alle entschieden länger als breit, die vorletzten etwas
kräftiger als die vorhergehenden und nach der Basis weniger
verengt, das Endglied lang eiförmig mit stumpfer Spitze, länger
als die 2 vorhergehenden zusammen. Das Halsschild ist um mehr
als die Hälfte breiter als lang, vorn gerade abgeschnitten, an den
Seiten und dem Hinterrande leicht gerundet mit der grölsten Breite
hinter der Mitte, nach vorn etwas mehr als nach hinten verengt
mit abgerundeten Hinterecken, oben flach gewölbt, ziemlich sparsam,
fein graugelb behaart, kaum deutlich punktirt, ohne Eindrücke auf
der Scheibe. Die Fld. sind um ein Drittel länger und etwas breiter
als das Halsschild, oben kaum etwas gewölbt, der dichteren ziemlich
feinen Punktirung und dichten anliegenden gelblichen Behaarung
wegen nur wenig glänzend. Der Hinterleib ist vorn nicht ganz so
breit als die Fld., nach der Spitze zu allmählig; sanft verschmälert,
an der Basis der 4 ersten Ringe quer eingedrückt und innerhalb
dieser Eindrücke so wie an der obersten Basis des öten Ringes
der ganzen Breite nach, des 6ten nur in seiner Mitte dicht und
fein punktirt, aufserdem auf den vorderen Ringen nur mälsig dicht
und fein, auf den hinteren allmählig immer sparsamer punktirt.
Die Beine sind von der besprochenen Färbung.
In meiner Sammlung befindet sich ein einzelnes Stück von
der türkischen Ausbeute Merkl’s. Fauvel, dem ich dasselbe zur
Ansicht vorlegte, erklärte es für eine kleinere Varietät einer Art
aus dem Antilibanon, welche er als Al. leptocera in seiner Samm-
lung habe. Sie ist systematisch wohl am besten neben A?. rufitarsis
zu stellen.
Homalota (Philhygra) Schneideri n. sp.
Elongata, linearis, subdepressa, nitidula, subtiliter pubescens,
tenuissime punctulata, nigra; thorace transversim quadrato elytris
paulo angustiore, basi longitudinaliter impresso; elytris hoc lon-
gioribus alutaceis obsoletegue punctulatis subopacis; abdominis
und der angrenzenden Länder. 169
segmentis 4 anterioribus subtilissime sat parce punctatis, ceteris
laevigatis. — Long. 14 lin.
Mas: Capite leviter longitudinaliter impresso, abdominis segmento
70% dorsali apice evidenter emarginato, eodem ventrali producto,
apicem versus amgustato, apice ipso rotundato.
Fem.: Abdominis segmento 7° dorsali obsoletissime emarginato,
ventrali latius rotundato.
Von gestreekter, gleichbreiter, flacher Gestalt, oben mit Aus-
nahme der matteren Fld. ziemlich glänzend, äufserst fein punktirt
und behaart, einfarbig schwarz mit etwas helleren bräunlichen
Knieen und Tarsen. Der Kopf ist quadratisch, so lang als breit,
nur sehr wenig schmäler als das Halsschild, unmittelbar hinter den
Augen schwach ausgerandet, die Stirn flach gewölbt, in der Mitte
glatt, an den Seiten äufserst fein und unbestimmt punktirt. Die
Fühler sind einfarbig schwarz, so lang als Kopf und Halsschild,
nach der Spitze nur sehr schwach verdickt, das 2te Glied etwas
länger und dicker als das öte, von den folgenden die ersten so
lang als breit, die vorletzten schwach transversal, das Endglied
kurz eiförmig mit stumpfer Spitze. Das Halsschild ist quer quadra-
tisch, um mehr als ein Drittel breiter als lang, etwas schmäler als
die Fld., vorn gerade abgeschnitten, hinten in leichtem Bogen ge-
rundet, an den Seiten gerade, nach hinten nicht verengt, mit abwärts
geschlagenen Vorder- und stumpfen Hinterecken, oben ziemlich
flach, äufserst fein und wenig deutlich punktirt und behaart, vor
dem Schildehen mit einem deutlichen Quergrübchen, welches sich
meistens in eine vorn abgekürzte, zuweilen aber auch die ganze
Länge des Halsschilds durchziehende Rinne fortsetzt. Die Fld.
sind um ein Drittel länger als das Halsschild, an den Seiten gerade,
oben flach, äufserst fein lederartig gerunzelt und dazwischen äufserst
fein und undeutlich punktirt und dicht und fein schwarzgrau anliegend
behaart, daher von mattem Glanze. Der Hinterleib ist schmäler als
die Fld., gleichbreit, das 6te Segment deutlich länger als die übrigen,
auf den 4 ersten Ringen sparsam, fein und seicht punktirt, auf den
übrigen glatt. Die Beine sind von der besprochenen Färbung.
Beim &' ist die Stirn mit einem schwachen Längseindruck ver-
sehen, das 6te obere Segment hinten in der Mitte deutlich aus-
gerandet, das entsprechende untere Segment leicht vorgezogen, nach
vorn verschmälert, an der Spitze selbst abgerundet.
Beim 2 ist die Stirn ohne Eindruck, das 6te Segment oben
äulserst schwach ausgerandet, unten breit abgerundet und nicht
weiter vorstehend als oben.
170 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
Von Herrn Dr. Oskar Schneider in Dresden bei Vallombrosa
im toskanischen Apennien gesammelt und dem Entdecker in Dank-
barkeit gewidmet.
Von Hom. palustris, mit der die neue Art in Grölse und
Gestalt die gröfste Aehnlichkeit hat, durch dunklere Farbe, viel
feinere unbestimmtere Punktirung, weitläufiger punktirten Hinter-
leib und das hinten nicht breit abgestutzte 7te Ventralsegment
abweichend.
Homalota (Geostiba) Korbi n. sp.
Sublinearis, nilidissima, omnium parcissime subtilissimeque
pubescens, sublaevis, fusca, antennarum basi pedibusque testaceis,
abdomine nigro-fusco basi apiceque dilutiore; capite rotundato
thorace paulo angustiore, thorace transversim subquadrato basin
versus angustato ante scutellum impresso abdomineque posterius sub-
dilatato laevibus; elytris thorace parum brevioribus disco oblique
impressis parce vir evidenter punctatis. — Long. vix 1 lin.
Durch ihren glänzend glatten, fast jeglicher Punktirung und
Behaarung entbehrenden Körper sehr ausgezeichnet und kaum zu
verwechseln: auf dem Vorderkörper heller oder dunkler braun, auf
dem Hinterleib schwärzlich mit bräunlicher Basis und Spitze der-
selben, die Fühlerbasis und die Beine hell gelbbraun. Der Kopf
ist rundlich, so lang als breit, etwas schmäler als das Halsschild,
nach vorn etwas verschmälert, die Augen klein und flach, die Stirn
gewölbt, ohne Eindruck, glatt, unpunktirt, äufserst sparsam und
hinfällig behaart. Die Fühler sind kräftig, etwas kürzer als Kopf
und Halsschild, nach der Spitze verdickt, schwarzbraun, ihre 3 ersten
Glieder hell gelbbraun, das 2te Glied etwas länger als das 3te, das
4te schwach, das öte schon ziemlich stark transversal, die folgenden
immer breiter werdend, die vorletzten mehr als doppelt so breit als
lang, das Endglied so lang als die 2 vorhergehenden, kurz eiförmig
stumpf zugespitzt. Das Halsschild ist querquadratisch, um ein
Drittel breiter als lang, so breit als die Fld., an allen Ecken leicht
abgerundet, an den Seiten fast gerade, nach hinten schwach verengt,
oben mäfsig gewölbt, in der Mitte der Länge nach, besonders gegen
die Basis zu, etwas abgeflacht, vor dem Schildchen mit einem
gröfseren oder kleineren Eindruck, äufserst fein und hinfällig be-
haart, kaum sichtbar punktirt. Die Fld. sind etwas kürzer und
so breit als das Halsschild, an den Seiten fast gerade mit ver-
strichenen Schultern, nach hinten äufserst schwach verbreitert, am
Hinterrand in der Mitte gemeinschaftlich seicht schräg ausgeschnitten,
und der angrenzenden Länder. 171
oben wenig gewölbt, in der hinteren Hälfte schräg von den Seiten
gegen die Nahtspitze hin eingedrückt, sparsam, undeutlich und un-
bestimmt punktirt, etwas deutlicher als der übrige Körper behaart.
Der Hinterleib ist schwarz, oben die 3 ersten Segmente und die
Spitze schmutzig gelbbraun, unten der Hinterrand der einzelnen
Segmente breit rothbraun; er ist vorn so breit als der Hinterrand
der Fld., nach hinten sehr unbedeutend erweitert und dann an der
Spitze wieder etwas verengt, oben wenig gewölbt, glatt, sparsam
und hinfällig behaart. Die Beine sind gelblich.
Geschlechtsunterschiede treten am Hinterleib nicht deutlich
hervor. Bei den d' scheint der Basaleindruck des Halsschilds
breiter und tiefer zu sein als bei den 9.
Von Herrn Max Korb in München am 9. April 1857 in wenigen
Stücken bei Cuenca in Neu-Castilien entdeckt und ihm zu Ehren
benannt.
Ocyusa longicollis n. sp.
Elongata, sublinearis, parum convera, minus nitida, subtilissime
pubescens, nigra, antennarum basi pedibusque piceis, his geniculis
tarsisque testaceis; capite suborbiculato thoraceque subquadrato
minus distincte, elytris hoc perparum longioribus crebre evidentius,
abdomine confertim subtilissime aequaliter punctatis. — Long.
1# lin.
Schlanker, schmäler und gestreckter als die übrigen Arten der
Gattung, durch das schmälere Halsschild und den dicht und äulserst
fein punktirten Hinterleib besonders ausgezeichnet: oben wenig ge-
wölbt, von geringem Glanze, äulserst fein und zart behaart, schwarz,
die Fühlerbasis und die Beine pechbraun, die Kniee und die Tarsen
gelblich. Der Kopf ist rundlich, fast etwas länger als breit, hinten
stark eingeschnürt, oben schwach gewölbt, kaum deutlich punktirt,
äulserst fein behaart. Die Fühler sind kräftig, länger als Kopf
und Halsschild, nach der Spitze zu verdickt, schwarz, die 2 ersten
Glieder pechbraun, das 2te wenig länger und stärker als das te,
das 4te quadratisch, die folgenden allmählig etwas breiter, das Ite
um mehr als die Hälfte breiter als lang, das 1Ote nicht nur etwas
breiter, sondern auch um die Hälfte länger als das 9te, das End-
glied von der Länge der beiden vorhergehenden, kurz eiförmig mit
stumpfer Spitze. Das Halsschild ist so lang als breit, unmerklich
schmäler als die Fld., an den Seiten schwach gerundet, nach vorn
fast mehr als nach hinten verengt mit tief herabgeschlagenen Vorder-
und stumpf abgerundeten Hinterecken, oben schwach gewölbt,
172 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
ziemlich dicht und oberflächlich, etwas deutlicher als der Kopf
punktirt, wie dieser behaart, vor dem Schildehen mit einem läng-
lichen Grübchen. Die Fld. sind etwas länger als das Halsschild,
oben flach, dicht und fein, aber entschiedener als das Halsschild,
leicht runzelig punktirt. Der Hinterleib ist gestreckt, fast gleich-
breit oder bis zum hinteren Drittheil unmerklich erweitert und dann
wieder schwach verengt, fast so breit als die Fld., an der Basis
der 4 vorderen Segmente quer eingedrückt, oben sehr dicht und
äufserst fein, nach der Spitze zu kaum etwas weniger dicht punktirt
und äulserst dicht und zart behaart. Die Beine sind von der oben
geschilderten Färbung.
Es liegen mir nur zwei von Herrn Dr. Oskar Schneider in
Dresden bei Vallombrosa im toskanischen Apennin gesammelte
Ex. vor.
Von Oc. nigrata, picina und maura leicht durch den matteren
Glanz, die kürzeren Fld. und die feinere Punktirung, vor allem
des Hinterleibs unterschieden.
Tachinus subterraneus L., var. ruficollis Epp.
Von der Var. bicoior hauptsächlich dadurch unterschieden, dafs
das ganze Halsschild einfarbig roth ist. Auf den rothgelben Fld.
ist nur der Nahtsaum schwarz, welcher jedoch nach hinten ab-
gekürzt ist, so dafs das Ende der Naht, wie überhaupt der ganze
Hinterrand der Fld. wieder gelb ist.
Ich besitze nur ein einziges ungarisches Ex. dieser, wie es
scheint, bisher unbekannten Varietät.
Philonthus dentipes n. sp.
Elongatus, niger, nitidus, elytris piceo-aenescentibus, anten-
narum basi pedibusque rufo-testaceis; capite oblongo-elliptico thorace
angustiore, hoc oblongo antrorsum angustato seriebus dorsahibus
6-punctatis; elytris thorace paulo longioribus et latioribus crebre
subtilius, abdomine dense tenuissime punctatis. — Long. 3% lin.
Mas: Tarsis anticis simplicibus, abdominis segmento 7° ven-
trali apice medio angustissime obsoletissimeque subtriangulariter
emarginato, femoribus posticis subtus dente valido acuto, tibüs
poslicis intus supra medium calcare obiuso armatıs.
Ganz von der Grölse und Gestalt des Phil. femoralis Hochh.
(pisciformis Fauv.) und demselben in der Form der einzelnen Theile
zum Verwechseln ähnlich, aber mit 6 — statt wie bei diesem
mit 4 — Punkten in den Rückenreihen des Halsschilds und mit
und der angrenzenden Länder. 173
diehterer und feinerer Punktirung der Fld. und des Hinterleibs,
vor Allem aber durch die höchst prägnanten, unter den europäischen
Arten einzig dastehenden Geschlechtsmerkmale des g' ausgezeichnet:
schwarz, ohne Metallglanz, die Fld. dunkel pechbraun-erzglänzend,
das erste Fühlerglied und die Beine sammt den grofsen Vorder-
hüften rothgelb, die Hinterhüften pechfarben. Der Kopf ist wie bei
Ph. femoralis geformt, länglich-elliptisch, fast um die Hälfte schmäler
als das Halsschild, oben wie bei diesem, nur etwas feiner punktirt,
wenig gewölbt, vereinzelt abstehend gelblich behaart. Die Fühler
sind schlank, gleichbreit, kürzer als Kopf und Halsschild, braun
mit rothem Basalglied, gegen die Spitze hin heller rostbraun, ihr
ätes Glied fast um die Hälfte länger als das 2te, von den folgenden
die ersten um die Hälfte, die vorletzten wenig länger als breit, das
Endglied kurz, kaum etwas länger als das 10te, an der Spitze innen
schräg ausgerandet. Die Taster sind röthlich. Das Halsschild ist
um ein Drittel länger als breit, etwas schmäler als die Fld., vorn
gerade abgeschnitten, am Hinterrand mit den Hinterecken im Bogen
gerundet, an den Seiten fast gerade, nach vorn leicht verengt, oben
gewölbt mit 2 Rückenreihen von 6 feinen Punkten, von denen der
unterste weiter nach innen steht als die anderen und der oberste
vom vorderen Randpunkt weiter entfernt ist als die übrigen unter
einander, aulserdem in den Seiten noch mit einer unregelmäfsigen
Längsreihe von 4 noch feineren Punkten wie in den Rückenreihen
und aufserhalb derselben gegen den Rand zu mit 3 weiteren ebenso
feinen Punkten — wie der Kopf vereinzelt lang gelblich behaart.
Die Fld. sind etwas länger und breiter als das Halsschild, zu-
sammen so breit als lang, oben ziemlich flach, dicht und ziemlich
fein punktirt und deutlich gelblich anliegend behaart. Der Hinter-
leib ist nur sehr wenig schmäler als die Fld., nach der Spitze zu
schwach verengt, oben kaum dichter, aber viel feiner und zarter
als diese punktirt und fein anliegend gelblich behaart. Die Beine
sind rothgelb, die Hinterschienen innen schmal pechschwarz, die
grolsen Vorderhüften gelbroth, die Hinterhüften pechbraun.
Beim sind die Vordertarsen einfach, der 7te Bauchring ist
in der Mitte seines Hinterrandes äufserst klein und schmal, kaum
sichtbar dreieckig ausgerandet, die Hinterschenkel sind unten mit
einem grolsen scharfen leicht gekrümmten Zahn bewaffnet und die
Hinterschienen innen oberhalb der Mitte stumpf gespornt und von
da bis zur Spitze erweitert.
Ich besitze nur ein einziges g' dieser ausgezeichneten Art aus
Arragonien.
174 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
Philonthus Oberti n. sp.
Niyro-subaeneus, nitidus, elytris aeneo-virescentibus, tibüs piceis;
copite ovali thorace angustiore, hoc seriebus dorsalibus tripunctatis ;
elytris thorace longioribus crebre subtilius, abdomine metallico-ver-
sicolore parcius fortius punctatis. — Long. 5 lin.
Mas: Tarsis anticis parum dilatatis, abdominis segmento 7°
ventrali apice medio subtriangulariter emarginato.
Aus der Gruppe des Phil. politus und lucens, mit weniger deut-
lichem Erzglanz auf Kopf und Halsschild, durch die sparsamere
und kräftigere Punktirung des lebhaft farbenschillernden Hinter-
leibes besonders ausgezeichnet: oben schwarz mit schwachem Erz-
glanz, die Fld. grünlich erzfarben, der Hinterleib lebhaft irisirend,
die Schienen, besonders an der Basis, röthlich pechbraun. Der
Kopf ist eiförmig, zwar viel schmäler als das Halsschild, aber
entschieden grölser als bei Phil. politus und lucens, oben mit den
gewöhnlichen Punkten zwischen und hinter den Augen. Die Man-
dibeln sind röthlich pechbraun, die Taster pechschwarz. Die
Fühler sind schwarz, schlank, nach der Spitze kaum verdickt,
entschieden kürzer als Kopf und Halsschild, ihr 3tes Glied ein
wenig länger als das 2te, von den folgenden die ersten bedeutend
länger, die vorletzten kaum kürzer als breit, das Endglied eiförmig,
an der Spitze schräg ausgeschnitten. Das Halsschild ist um ein
Drittel breiter als lang, vorn fast gerade abgeschnitten, am Hinter-
rande gerundet mit stumpf zugerundeten Hinterecken, nach vorn
verschmälert, an den Seiten vor der Mitte seicht ausgerandet, oben
gewölbt, mit 2 Rückenreihen von 3 gleichweit von einander ab-
stehenden, ziemlich feinen Punkten, in den Seiten aufser den Rand-
punkten noch mit 4 gleichfalls feinen Punkten besetzt. Die Fld.
sind um ein Drittel länger als das Halsschild, vorn kaum breiter
als der Hinterrand desselben, nach hinten unmerklich erweitert,
oben ziemlich flach, dicht und ziemlich fein, ebenso stark, aber
sparsamer als bei Ph. lucens punktirt, mälsig dicht anliegend grau-
gelb behaart. Der Hinterleib ist gegen die Spitze hin allmählig
verschmälert, weitläufiger und länger anliegend behaart, oben
sparsam und kräftig punktirt. Die Beine sind schlank, schwarz,
die Schienen alle bedornt, pechbraun, an der Basis rothbraun,
die Vorderfülse beim 2 schwach, beim Z' nicht viel stärker er-
weitert.
Beim g ist aufserdem der Hinterrand des 7ten Ventral-
segments in der Mitte mälsig tief und breit, schwach dreieckig
ausgeschnitten.
und der angrenzenden Länder. 175
Von Herrn Obert im südlichen Daurien gefunden und ihm zu
Ehren benannt. Von Dr. von Heyden mitgetheilt.
Achenium quadriceps n. sp.
Piceum, nitidum, antennis, palpis, pedibus elytrisque testaceis,
his circa scutellum et versus angulos posteriores plus minusve in-
distincte fuscentibus, abdomine nigro-piceo, segmentorum marginibus
angusie flavis; capite thorace sublatiore transversim quadrato late-
ribus rectis crebre aequaliter, thorace latitudine paulo longiore
dorso biseriatim lateribus inaequaliter, elytris hoc longioribus et
latioribus parcius, abdomine confertim subtiliter punctatis. — Long.
3 lin.
Mas: Abdominis segmento inferiore 7° apice profunde tri-
angulariter ezcıso.
Von der Gröfse und Färbung des Ach. humile, durch den an
den Seiten geraden, nach vorn nicht verengten, oben gleichmälsig
punktirtem Kopf besonders ausgezeichnet und leicht erkennbar.
Der Kopf und das Halsschild sind pechbraun, die Fld. gelbröthlich
mit dunklerem unbestimmtem Anflug um das Schildchen und gegen
die Hinterecken zu, der Hinterleib schwarzbraun mit schmal gelbem
Hinterrand der einzelnen Segmente, die Fühler, Taster und Beine
gelbröthlich. Der Kopf ist querquadratisch, kaum etwas breiter als
das Halsschild, an den Seiten gerade, von den stumpf abgerundeten
Hinterecken bis zu den Augen nicht verengt, auch am Hinterrand
fast gerade, kaum deutlich ausgerandet, oben gleichmälsig ziemlich
dicht und fein, aber bestimmt und tief, in der Mitte kaum etwas
weitläufiger punktirt, mälsig dicht graugelb behaart. Die Fühler
sind kaum länger als Kopf und Halsschild, einfarbig; röthlichgelb.
Das Halsschild ist schmäler als die Fld., wenig länger als vorn
breit, nach hinten schwach verengt, am Hinterrande gerade ab-
geschnitten mit abgerundeten Hinterecken, an den Seiten gerade
mit scharfen Vorderecken, oben in der Mitte mit 2 ziemlich regel-
mälsigen Längsreihen von dicht gestellten, hinter der Mitte in einer
vertieften Linie stehenden Punkten, zwischen den Längsreihen glatt,
in den Seiten unregelmäfsig punktirt. Die Fld. sind um ein Drittel
‚breiter und länger als das Halsschild, zusammen fast etwas länger
als breit, oben nur mälsig dicht, etwas sparsamer und weniger tief
als der Kopf punktirt, wie der Kopf und das Halsschild gelblich
behaart. Der Hinterleib ist viel dichter und feiner als der Vorder-
körper punktirt und dichter gelblich behaart. Die Beine sammt
allen Hüften sind hell gelblichbraun.
176 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
Beim g\ ist das 7te Ventralsegment hinten tief dreieckig aus-
geschnitten.
Von General Komarow bei Aschabad in Turcmenien gesammelt,
von Herrn Obert durch Vermittelung v. Heyden’s mitgetheilt, aber
auch in den Caucasus-Ländern zu Hause, denn in meiner Sammlung
befindet sich ein von Leder am 4. April 1875 im Thal der Algeth
gesammeltes und ein von Faust bei Derbent gefundenes Ex.
Medon sparsiventris Fauv. i.l.
Piceus, thorace rufo, antennis, segmentorum marginibus, ano
pedibusque rufo-testaceis; capite rotundato-quadrato thorace paullo
latiore, hoc longitudine paulo breviore elytrisgue thorace parum
longioribus confertim subtilius punctatis; abdomine anterius crebrius,
segmentis posterioribus parce punctato. — Long. 2 lin.
Mas: Latet.
Fem.: Abdominis segmento 7° ventrali apice leviter triangu-
larıter producto. {
Ganz von der Gröfse und Gestalt des Med. brunneus, kaum
ein wenig schlanker als diese Art, aber auf dem Vorderkörper
feiner, auf dem Hinterleib, besonders auf den hinteren Segmenten
viel weitläufiger punktirt: pechbraun, der Kopf zuweilen röthlich-
pechfarben, das Halsschild roth, die Taster und Fühler, der Hinter-
rand der Abdominalsegmente oben und unten, die Spitze des Hinter-
leibs und die Beine rothgelb. Der Kopf ist rundlich -quadratisch,
kaum etwas breiter als lang, etwas breiter als das Halsschild, an
den Hinterecken leicht abgerundet, nach vorn nicht verengt, oben
wohl gewölbt, kaum weniger dicht aber feiner, nach vorn zu auch
entschieden weitläufiger als bei Med. brunneus punktirt, vor der
Mitte quer niedergedrückt und zugleich von einer breiten aber
seichten Längsrinne durchzogen, ziemlich fein und dicht anliegend
graulich, an den Seiten länger abstehend schwärzlich behaart. Die
Fühler sind ein wenig länger und schlanker, so lang als Kopf und
Halsschild, die einzelnen Glieder alle etwas länger als bei Med.
brunneus. In der Form des Halsschildes ist kaum ein Unterschied
von der verglichenen Art wahrnehmbar, doch ist die Punktirung
derselben, gleich der des Kopfes, etwas feiner und die glatte Mittel-
linie hinten weniger erhaben. Ebenso ist die Form der Fld. ganz
dieselbe wie bei Med. brunneus, ihre Punktirung aber nicht blofs
ein wenig feiner, sondern auch etwas weniger dicht als bei diesem,
die graue Behaarung etwas länger und deutlicher als auf Kopf und
Halsschild. Der Hinterleib ist fein punktirt und behaart, die
und der angrenzenden Länder. 177
Punktirung auf den vorderen Ringen besonders in der hinteren
Hälfte der Segmente nur mälsig dicht, auf dem öten noch weitläufiger,
auf dem 6ten und 7ten ganz sparsam. Die Beine sind lebhaft
rothgelb.
Das Zg' ist mir noch unbekannt; es liegen mir nur 2 weibliche
Stücke vor, bei welchen das 7te Ventralsegment an der Spitze leicht
dreieckig vorgezogen ist. Beide sind von Leder bei Lenkoran
gesammelt.
Medon cephalicus n.sp.
Lineuris, subdepressus, subnitidus, dense subtiliter, abdomine
opaco creberrime subtilissime punctatus, fusco castaneus, capite ab-
domineque nigris, antennis pedibusque testaceis; capite transversim
subquadrato thorace elytrisque latiore, illo latitudine paululum longiore
basin versus subangustato, elytris thoracıs longitudine et latitudine,
quadratis. — Long. 14 lin.
Mas: Abdominis segmento 7° ventrali apice medio obsolete
.emarginato.
Dem Medon nigritulus und namentlich der kurzflügeligen Form
desselben (Lithocharis sicula Kr.) recht ähnlich, aber etwas kleiner
und von flacherer: Gestalt, mit breiterem Kopfe und feinerer und
weniger dichter Punktirung des Vorderkörpers: kastanienbraun, das
Halsschild etwas dunkler als die Fld., der Kopf und Hinterleib
schwarz, die Fühler und Beine blafsgelbbraun. Der Kopf quer-
quadratisch, um ein Drittel breiter als lang, breiter als Halsschild
und Fld., an den Seiten fast gerade, nach vorn nur ganz unmerklich
verengt, an den Hinterecken stumpf abgerundet, oben ziemlich flach,
dicht und fein, gegen die Mitte hin etwas weitläufiger punktirt, in
der Mitte selbst mit einer länglichen, schmalen, unpunktirten, spiegel-
glatten Stelle. Die Fühler sind ziemlich kräftig, kürzer als Kopf
und Halsschild, das Ste Glied kaum kürzer und nur wenig dünner
als das 2te, die folgenden allmählig etwas kürzer und breiter, die
ersten länger, die vorletzten wenig kürzer als breit, das letzte kurz
eiförmig, scharf zugespitzt. Das Halsschild ist so lang und breit
als die Fld., wenig länger als breit, nach hinten schwach verengt,
am Hinterrand leicht gerundet, mit stampf abgerundeten Hinterecken,
an der Spitze beiderseits schräg abgeschnitten mit stumpfwinkeligen
Vorderecken, oben wenig gewölbt, dicht und fein punktirt, der
ganzen Länge nach von einer, schmalen glatten Mittellinie durch-
zogen, in welcher eine sehr feine vertiefte, nach vorn verlöschende
Linie verläuft. Die Fld. sind zusammen quadratisch, flach, dicht
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1839. Heft I. 12
178 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
und fein wie das Halsschild punktirt und wie der Kopf und das
Halsschild ziemlich dicht gelbgrau behaart. Der matte Hinterleib
ist äulserst dicht und zart punktirt und behaart, am Hinterrand der
einzelnen Segmente schmal, an der Spitze breiter gelblichbraun.
Die Beine sind von derselben Farbe.
Beim d' ist das 7te untere Hinterleibssegment hinten in der
Mitte seicht ausgerandet.
Meine Sammlung besitzt blols ein einziges Ex., welches von
Retowski bei Feodosia gefunden wurde.
Paederus mesopotamicus n. sp.
Alatus, niger, capite elytrisque nigro-cyaneis, thorace abdominis-
que segmentis 4 primis rufis, antennarum palporumque articulis duobus
primis testaceis. — Long. 34 lin.
In der Färbung dem P. eztraneus und cyanocephalus äulserst
ähnlich, kleiner als der erstere und mit längeren Fld., gröfser als
der letztere mit einfarbig schwarzer Brust und kräftig punktirten
Fld., von der Gestalt des ?P. ruficollis. Der Kopf ist schwarzblau,
rundlich, etwas länger als breit, von den Augen nach vorn und
hinten in gleicher Weise stark verengt, zwischen den Augen und
neben der Fühlerwurzel beiderseits leicht eingedrückt, oben wenig
gewölbt, fein und vereinzelt, viel feiner und weitläufiger als bei
P. ruficollis punktirt, mit einigen wenigen abstehenden längeren
schwarzen Haaren besetzt. Die Fühler sind lang und schlank, viel
schlanker als bei ?. ruficollis und die einzelnen Glieder entschieden
länger als bei diesem, länger als Kopf und Halsschild, das dte
Glied fast doppelt so lang als das 2te, die folgenden allmählig
stets etwas kürzer, das Endglied so lang als das 10te, innen von
der Spitze bis über die Mitte hinaus schräg ausgerandet; sie sind
schwarz, ihre beiden ersten Glieder gelbbraun, auf der Oberseite
schmal pechbraun. Die Taster sind gelbbraun, ihr letztes Glied
schwarz. Die Mandibeln sind pechbraun, innen rothbraun. Das
Halsschild ist um mehr als die Hälfte schmäler als die Fld., etwas
schmäler als bei rwfcollis und mit seiner grölsten Breite etwas mehr
gegen die Mitte zu wie bei diesem, verkehrt eiförmig, oben hoch-
gewölbt, fein und äulserst weitläufig punktirt. Die Fld. sind um
mehr als ein Drittel länger als das Halsschild, zusammen so lang
als breit, oben leicht gewölbt, nur mäfsig dicht kräftig punktirt und
mit längeren anliegenden grauen Haaren besetzt. Der Hinterleib
ist sparsam, fein und unbestimmt punktirt, die einfarbig schwarzen
Beine sind ziemlich dicht, mälsig lang grau behaart.
und der angrenzenden Länder. 179
Die zwei Stücke meiner Sammlung, welche von Bagdad
stammen, verdanke ich der Güte des Herrn Adrian Schuster in
Krems.
Oedichirus Simonin. sp.
Elongatus, medio constrietus, apterus, mitidus, rufus, capite,
elytris anoque nigris, antennis, palpis pedibusque pallide testaceis ;
thorace elytrisque punctis paucis mazimis impressis, his lateribus valde
amplialis. — Long. 3 lin.
Ganz von der Färbung des Oed. paederinus, gleichfalls un-
geflügelt, ein wenig breiter und in der Mitte mehr eingeschnürt,
insofern die Fld. an den Seiten ungleich stärker erweitert sind,
hauptsächlich durch die ganz vereinzelte, äufserst kräftige und tiefe,
auf den Fld. grübchenartige Punktirung des Halsschildes und der
Fld. ausgezeichnet: lebhaft roth, der Kopf, die Fld. und das 6te
und 7te Hinterleibssegment schwarz, die Fühler, Taster und Beine
blafsgelb. Der Kopf ist querrundlich, so breit als das Halsschild,
glänzend glatt, in der Mitte zwischen den Augen mit 3 in ein
Dreieck, dessen Spitze gegen den Scheitel gerichtet ist, gestellten
Punkten, aufserdem nur noch beiderseits der Fühlerwurzel und des
Scheitels mit einigen wenigen grolsen Punkten besetzt. Der Mund
und die Taster sind blalsgelb, ebenso die wie bei Oed. paederinus
gebildeten Fühler. Das Halsschild ist ganz wie bei der verglichenen
Art geformt, vorn kaum schmäler als die Fld. in ihrer Mitte, oben
in der Mitte jederseits mit einer Längsreihe von 5 tiefen grolsen
Punkten, von welchen jedoch der 2te Punkt von oben weiter gegen
die Mitte abgerückt ist, in den Seiten auf der Vorderhälfte zwischen
Mittelreihe und Seitenrand mit 4 in ein Parallelogramm gestellten,
ebenso starken Punkten, aufserdem nur mit einigen wenigen feineren
Randpunkten und 2 schräg gestellten Punkten jederseits an der
Basis. Die Fld. sind kurz, an der Basis so breit als der Hinterrand
des Halsschildes, an den Seiten nach der Mitte zu stark erweitert,
etwas hinter der Mitte am breitesten, dann nach der Spitze zu
wieder ein wenig verengt, an der Spitze viel breiter als an der
Basis, am Hinterrand gemeinschaftlich ausgeschnitten, auf dem
Rücken mit 3 Längsreihen von je 4 groben tiefen grübchenartigen
Punkten, nämlich einer Nahtreihe und 2 Rückenreihen, aulserdem
in den Seiten noch mit 2 nur wenig feineren Punkten. Der Hinter-
leib ist ganz und gar wie bei Oed. paederinus geformt und punktirt,
nur sind die Punkte der Querreihen etwas gröber und weniger zahl-
reich und die beiden Seitendornen des $ten Segments etwas kürzer.
1a
180 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
Ich habe nur ein einziges bei Caifa in Syrien gesammeltes 2
dieser ausgezeichneten Art durch die Güte meines verehrten
Freundes Hans Simon erhalten, welchem dieselbe in Dankbarkeit
gewidmet sei.
Bledius heterocerus n. sp.
Niger, nitidus, antennis tenuioribus pedibusque testaceis, elytris
rufis basi plus minusve nigricantibus; thorace medio linea longitudinali
subelevata laevi dense minus subtiliter, etytris hoc parum longioribus
crebrius fortius punctatis. — Long. 12 lin.
Mas: Abdominis segmento inferiore 7° apice profunde bisinuato,
lobo medio acute triangulariter producto.
Von der Färbung und Gestalt des Bl. dissimilis und dem-
selben aufserordentlich ähnlich, aber etwas schmäler, mit dünneren
schlankeren längeren Fühlern, schmälerem Halsschild und ganz
anderer Geschlechtsauszeichnung des g': schwarz, ziemlich glänzend,
fein graugelb behaart, die Fld. hell rothbraun, von der Basis in
schräger Richtung gegen die Naht zu in geringerer oder gröfserer
Ausdehnung, oft nur um das Schildechen herum schwärzlich, die
Fühler und Beine heller gelbroth. Der Kopf ist nur sehr wenig
schmäler als das Halsschild, fein lederartig gerunzelt, daher ziemlich
matt, sparsam und undeutlich punktirt, in der Mitte der Stirn
mit einem seichten Grübchen und zu beiden Seiten der Fühlerwurzel
mit einem schwachen Eindruck. Die Mandibeln sind an der Basis
schwarz, gegen die Spitze zu rothbraun, sichelförmig gebogen, vor
der Spitze mit einem kurzen stumpfen Zahn bewaffnet. Der Mund
ist gelbroth. Die Fühler sind von derselben Farbe, ziemlich lang
und schlank, mindestens so lang als Kopf und Halsschild, viel dünner
und nach der Spitze weniger verbreitert als bei Bl. dissimilis, das
3te Glied um die Hälfte kürzer und dünner als das 2te, die beiden
folgenden etwas länger als breit, das 6te etwas kürzer und schmäler
als das öte, so lang als breit, die folgenden kräftiger und allmählig
mehr verbreitert, aber dabei an Länge nicht abnehmend, daher alle
noch so lang als breit, das Endglied 14mal so lang als das 10te,
eiförmig. Das Halsschild ist etwas schmäler als die Fld., kaum
breiter als lang, an den Seiten wenig gerundet, nach hinten verengt
mit stumpf abgerundeten Hinterecken, oben gewölbt, dicht und
ziemlich kräftig punktirt, in der Mitte der ganzen Länge nach mit
einer gleichbreiten leicht erhabenen glatten Längslinie. Die Fld.
sind etwas breiter und länger als das Halsschild und ein wenig
sparsamer und kräftiger punktirt. Der Hinterleib ist sehr weit-
und der angrenzenden Länder. 181
läufig und unbestimmt punktirt und äufserst sparsam grau behaart,
glänzend, an der .äulsersten Spitze rothgelb. Die Beine sammt den
Hüften sind rothgelb.
Beim g' ist das 7te Ventralsegment an der Spitze beiderseits
tief ausgebuchtet und der dazwischen liegende mittlere Theil in
Form eines scharfen dreieckigen Zahnes vorgezogen.
Von Herrn Oberförster Apfelbeck in einigen Ex. in Croatien
aufgefunden.
Ozyporus mazillosus Fbr., var. aptcalis Epp.
Abdominis segmentis 2—3 ultimis nigris, thorace aequali absque
impressione utringue ante medium transversa.
Von dieser Varietät, welche anfänglich den Eindruck einer
eigenen Art machte, erhielt ich 2 Ex. aus Syrien von Reitter. Sie
hat die Färbung der Normalform, nur sind die 2 oder 3 letzten
Abdominalsegmente schwarz, die übrigen roth, und das Halsschild
entbehrt des queren Eindrucks beiderseits vor der Mitte und ist
gleichmälsig gewölbt.
Anthophagus bicornis Block, var. marginicollis Epp.
Capite, abdomine thoraceque nigris, hoc margine laterali rufo-
brunneo, elytris pone medium fascia transversa nigricante, femoribus
interdum medio subtus piceis.
Ich war versucht, diese ausgezeichnete Form für eine eigene
Art zu halten, doch habe ich bis jetzt bei der Kleinheit des Ver-
gleichungsmaterials keine durchgreifenden Unterschiede entdecken
können, welche die Trennung gerechtfertigt hätten. Kopf, Hinter-
leib und Halsschild sind schwarz, letzteres mit rothbraunen gleich-
breiten deutlich abgesetzten Seitenrändern. Die Fld. haben, wie bei
der Normalform öfters, hinter der Mitte eine undeutlich begrenzte
schwärzliche Querbinde. Zuweilen sind auch die Schenkel oben
in ihrer hinteren Hälfte mit Ausnahme der äulsersten Spitze dunkel
pechbraun. Sie wurde in Croatien von Oberförster Apfelbeck
gesammelt.
Anthophagus bicornis Block, var. nigrinus Epp.
Capite, thorace, abdomine pedibusgue nigris, palpis antennisgue
obscure piceis, elytris, thoracis angulis anterioribus abdominisque
segmentorum 2 et 5 margine laterali piceo-testaceis.
Diese Form ist offenbar ein Nigrino der Stammart. Der ganze
Körper ist schwarz, auch die Beine einfarbig schwarz, nur die Fld.
182 E. Eppelsheim: neue Staphylinen Europa’s
haben die Normalfärbung, aber mit einem deutlichen schwärzlichen
Anflug; auch die Vorderecken des Halsschildes und der Seitenrand
des 2ten und ten oberen Hinterleibsringes schimmern pechbräunlich
durch. Die Taster sind pechbraun, die Fühler pechschwarz, die
einzelnen Glieder vom öten an der Basis rothbraun, das letzte
Hinterleibssegment röthlich.
Ich besitze nur ein einziges Exemplar aus dem Saas. Ihm
am ähnlichsten ist das Stück aus den Walliser Alpen, dessen Kraatz
(Nat. Ins. Deutschl. II, p. 917) erwähnt, „bei welchem sich Kopf
und Halsschild fast ganz, die Vorderschenkel mit Ausnahme der
Spitzen pechbraun gefärbt zeigen“.
Homalium (Phyllodrepa) curticolle Fauv. i.].
Elongatum, subdepressum, nitidum, piceum, capite abdomineque
nigris, antennarum basi pedibusque testaceis; capite sublaevi utrinque
pone ocellum foveola parva notato; thorace longitudine duplo fere
latiore basi obsoletius biimpresso parce, elytris hoc duplo longioribus
sat crebre fortius hinc inde subseriatim punctatis. — Long. + lin.
Kleiner, flacher und glänzender als Hom. vile mit fast glattem
Kopfe, breiterem Halsschild und weitläufigerer und stärkerer Punk-
tirung des letzteren und der Fld.: von gestreckter Gestalt, oben
ziemlich flach, glänzend pechbraun mit schwarzem Kopf und Hinter-
leib und gelblichen Beinen und Basalgliedern der Fühler, äufserst
sparsam undeutlich behaart. Der Kopf ist schmäler als das Hals-
schild, die Stirn flach, fast glatt, nur mit einigen wenigen ober-
flächlichen Pünktchen besetzt und hier und da äulserst fein und
undeutlich längsgestrichelt, unmittelbar vor den Ocellen beiderseits
mit einem kleinen von schwach erhabenen glatten Rändern ein-
gefalsten schrägen Grübchen geziert. Die Fühler sind kaum kürzer
als Kopf und Halsschild, schlanker und namentlich an der Basis
dünner als bei Hom. vile, schwarzbraun, die 3 ersten Glieder hell
gelbbraun, ihr 2tes Glied um die Hälfte länger und dicker als das
3te, das 4te und Ööte quadratisch, die folgenden allmählig etwas
breiter, die vorletzten 14 mal so breit als lang. Das Halsschild ist
quer, wohl doppelt so breit als lang, etwas schmäler als die Fld.,
vorn und hinten gerade abgeschnitten, an den Seiten leicht gerundet
mit abgerundeten Vorder- und stumpfwinkeligen Hinterecken, nach
hinten mehr als nach vorn verengt, oben schwach gewölbt, im
Grunde hier und da äufserst fein gestrichelt, sparsam ziemlich
kräftig punktirt, in der Mitte der Basis zuweilen mit 2 seichten
Längsgrübehen versehen. Die Fld. sind etwas breiter und doppelt
und der angrenzenden Länder. 183
so lang als das Halsschild, oben ziemlich flach, etwas dichter aber
ebenso kräftig wie das Halsschild, hier und da in unregelmälsigen
Längsreihen punktirt. Der Hinterleib ist äufserst dicht und fein
punktirt und aulserdem noch mit einigen wenigen etwas grölseren
aber oberflächlichen Punkten besetzt. Die Beine sind gelblich.
Von Appel 1875 bei Beyrut in Syrien aufgefunden. Aus dem
Kaiserl. Hofmuseum in Wien.
Homalium (Phyllodrepa) asperum n. sp.
Elongatum, supra leviter convezum, nitidum, breviter griseo-
pubescens, rufo-testaceum, antennis nigro-fuscis clavatis basi pedibus-
que testaceis; capite, thorace transverso aequali elytrisque hoc dimidio
longioribus crebre fortiter aspere punctatis. — Long. 1 lin.
Durch die Färbung, die gleichmäfsig rauhe grobe Punktirung
des ganzen Vorderkörpers und die keulenförmig verdiekten Fühler
sehr ausgezeichnet und mit keiner Art zu verwechseln: gestreckt,
oben sanft gewölbt, glänzend, kurz gelbgrau behaart, einfarbig
rothgelb, die Fühler und Beine etwas heller, die ersteren mit
schwärzlicher Keule. Der Kopf ist schmäler als das Halsschild,
die Stirn niedergedrückt, grob und rauh, etwas sparsamer als das
Halsschild punktirt. Die Fühler sind kürzer als Kopf und Halsschild,
nach der Spitze zu stark keulenförmig verbreitert, ihre beiden ersten
Glieder verdickt, das 2te fast kreisrund, das dte verkehrt kegelförmig,
viel schmäler und doppelt kürzer als das 2te, die folgenden 3 klein,
quer, knopfförmig, die letzten 5 eine deutlich abgesetzte Keule
bildend, deren jedes Glied etwas breiter und zugleich etwas dicker
als das vorhergehende und wohl dreimal so breit als lang ist, das
Endglied kurz mit breit abgerundeter Spitze. Das Halsschild ist
etwas schmäler als die Fld., um mehr als die Hälfte breiter als
lang, vorn gerade, auch am Hinterrand nur wenig gerundet, an den
Seiten vorn gerundet-erweitert, nach hinten schwach verengt, vor
den stampfwinkeligen Hinterecken seicht ausgerandet, an den Vorder-
ecken abgerundet, oben leicht gewölbt, dicht und stark und rauh
punktirt ohne deutliche Eindrücke. Die Fld. sind um die Hälfte
länger als das Halsschild, zusammen fast etwas länger als breit,
an den Seiten fast gerade, oben sanft gewölbt, wie das Halsschild
punktirt. Der Hinterleib ist äulserst fein, sparsam und unbestimmt
punktirt und aulserordentlich zart behaart. Die Beine sind hellgelb.
Vaterland: Syrien. Im Kaiserl. Hofmuseum in Wien.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Ueber Apion flavofemoratum Hbst.
Es ist unbegreiflich, dafs Wencker mit dieser Art auch das
Ap. croceifemoratum verbinden und dieser Irrthum weiter geführt
werden konnte, da sich doch viele Entomologen mit den Apionen
eingehend beschäftigen. Wencker sagt: croceifemoratum ist nur auf
grolse Exemplare — 2.8 mill. — gegründet: ich besitze eine Reihe
aus Südfrankreich, welche den Uebergang bildet; die Stücke aus
Deutschland sind durchweg sehr klein, kaum 1.8 mill.“. Man sieht
hieraus, dafs Wencker bereits 1863 von der in den 70er Jahren in
die Blüthe schiefsenden Sucht befallen war, gerade dort sogenannte
„Uebergänge“ zu finden, wo man sie brauchte, oder er hat das richtige
croceifemoratum nicht vor sich gehabt. Wer beide besitzt, ist keinen
Augenblick im Zweifel über die Verschiedenheit, auf welche bereits
Kiesenwetter, Berl. Ent. Zeitschr. 1864, 288 hinweist.
Das griechische Ap. croceifem. hat einen bis zur Spitze, nament-
lich an den Seiten punktirten und, bei guten Ex., auch bis dorthin
mit weilsen schuppenförmigen Haaren versehenen Rüssel, schlanke
Fühler, an denen besonders Glied 3 gestreckt, etwa doppelt so lang
ist als das 4., ein verloschen punktirtes Halssch., welches vor dem
Schildchen einen Strich besitzt, der in einen feinen, scharfen Mittel-
kiel auf den vorderen zwei Dritteln übergeht, dunkel bläulich grüne,
mälsig stark und tief punktirt-gestreifte Fld., und ist an den dicht
weils behaarten Seiten der Mittel- und Hinterbrust auf den ersten
Blick zu erkennen. Vaterland: Griechenland und Oorsika.
Das deutsche Ap. flavofemoratum ist beträchtlich kleiner, durch-
gängig feiner und sparsamer behaart, der Rüssel stärker gebogen,
in der vorderen Hälfte ziemlich glatt, kahl, die Fühler kurz und
kräftig, Glied 2 bis 7 kaum wesentlich an Länge und Dicke ver-
schieden, zwischen den Augen befinden sich 6 furchenartige Längs-
striche, das Halssch. ist weitläufiger, stark und ziemlich tief punktirt,
mit einem Längsgrübchen vor dem Schildchen, die Fld. sind dunkel-
blau, stark und tief punktirt-gestreift, die Seitenstücke der Mittel-
und Hinterbrust fein und ziemlich sparsam weils behaart.
Ein anderes Thier, von welchem ich leider nur I Ex. von
Barcelona (Müller) und 2 Ex. von Ajaccio (Damry) vergleichen
kann, erinnert in der Gröfse etc. ganz an fluvofemoratum, ist aber
durch das erste, stets hell röthlich gelbe Fühlerglied, welches bei
flavofem. schwarz, oder nur bei frischen Stücken gebräunt ist, durch
die weite und tiefe Verlängerung der beiden äufseren Stirnlinien
auf den Rüssel und durch die sehr weitläufig gestellten gruben-
förmigen Punkte in den Streifen der dunkelgrünen Fld. verschieden,
auf denen die Zwischenstreifen aufserdem äulserst dicht und deutlich
gerunzelt sind. Ich betrachte dieses Thier vorläufig als eine südliche
Form von flavofem., und nenne sie var. scabiosum, J. Weise.
— | —__—_
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Neue Eeciton-Gäste aus Südbrasilien 2).
Von
E. Wasmann S. J. zu Exaeten bei Roermond (Holl. Limburg).
(Hierzu Taf. I, Fig. 1—8.)
Durch Herrn Reitter erhielt ich zwei merkwürdige, von Herrn
Lothar Hetschko in Blumenau (S. Catharina) gesammelte Staphy-
liniden- Arten, die derselbe (nach Reitter) bei Eciton Hetschkoi
Mayr gefunden. Die kleinere, in gröfserer Anzahl gesammelte
Art ist die von Herrn Reitter als Myrmezidia arachnoides
versandte Form. Die sonderbar aussehenden Thiere gleichen in
ihrer spinnenbeinigen Gestalt, sowie in der Fühlerbildung den
Arbeiterinnen von Eciton, denen sie auch in der Gröfse fast gleich-
kommen. Die Gestalt des Kopfes und Halsschildes und der
gestreckte, gewölbte Körper erinnert an manche Paederini; im
Uebrigen zeigen sie jedoch keine Verwandtschaft mit dieser Gruppe,
sondern sind zu den Aleocharinen gehörig. Ihre systematische
Stellung haben sie zunächst der von mir als Gast von Eciton
hamatum F. beschriebenen Gattung Bcitochara ?); sie stellen die
letztere im vergrölserten und namentlich im verlängerten Mafsstabe
dar und zeigen nicht nur im Habitus, sondern auch in der Sculptur
und Behaarung des Körpers, in der Bildung der Nebenzungen, Taster,
Oberkiefer ete. eine unverkennbare Aehnlichkeit mit dieser. Wegen
der sehr abweichenden Bildung der Zunge und der Tarsen
kann man sie jedoch nicht zu dieser Gattung ziehen, welshalb ich
sie als neue Gattung Ecitomorpha (wegen der Eciton-ähnlichen
Gestalt) beschreibe.
Ecitomorpha.n.g. (Taf. I, Fig. 1—8).
Antennae 11l-articulatae, elytrorum apicem attin-
gentes, articulis valde approzimatis.
Caput elongato-cylindricum. Thoraz elongato-heza-
gonalis, angulis anticis muticis.
!) Vgl. meine frühere Arbeit „Neue Brasilianische Staphyli-
niden“ etc. (1887, p. 403 etc.)
2) Auch Herr Fauvel, den ich hierüber zu Rathe zog, theilt
diese Ansicht.
186 E. Wasmann: Neue
Paraglossae magnae, longe prominentes, ligulae
apicem superantes.
Ligula ad basim usque divisa, lobis inter se distan-
tibus, apicem versus sensim dilatatis.
Pedes corpore longiores, tarsi antici 4-, medii et postici
d-articulati, posticorum articulo 1% valde elongato.
Palpı maszillares A-articulati, art. 4% 3% vir breviore, sensim
attenuato. Palpi labiales 3-articulati, articulis longitudine viz, latitu-
dine multum decrescentibus, art. singulis fere parallelis. Mazilla
interior acuta, margine interno apice spinoso; ezterior triente longior,
ampla, apice rotundata, dense longeque pilosa. Mandibulae angustae,
acutae, simplices, margine ezterno sinuato. Labrum transversum,
medio anguste at profunde ezciso. Mentum emarginatum, angulis
anticis obtusis, prominentibus. Frons inter antennarum insertiones
triangulariter obtuse productus.
Corpus elongatum, cylindricum, abdomine conico, plus minusve
incrassato, opacum, granulatum, setosum. Caput elongalo-cylindricum,
thoracis longitudine, thorace angustius, basim versus angustatum, collo
haud distincto thoraci conjunctum. Thoraz elongatus, convezus, im-
marginatus, hezagonalis, lateribus ante medium subito tum versus
apicem (magis) tum versus basim (minus) angustatis, angulis anticis
obtusis, muticis, posticis rectis, longitudinaliter fossulatus. Elytra
quadrata, thorace latiora at vix longiora. Abdomen converum,
marginatum, ante medium incrassatum, dein sensim acuminatum;
segmento 2° supra basi depressa. Pedes elongati, femora saltem
abdominis apicem attingentes. Tarsi ut supra descripti, art. ultimo
haud elongato. Corpus parcius, pedes densius setosi, antennae fulvo-
pilosae et setosae.
Genus Ecitocharae.m. tum corporis habitu, sculptura, pilosi-
tate, tum forma paraglossarum, palporum, mandibularum etc. simile,
at tum corporis figura magis elongata, tum vero ligula et tarsis
omnino alienis, labro profunde ezciso, thoracıs angulıs anticiıs haud
spinosis etc. distinctum.
Ich brauche nur noch einige wenige Vergleichspunkte beider
Gattungen hervorzuheben. Bei Ecitomorpha bildet die Zunge gleich-
sam eine Verdoppelung der einfachen Zunge von Ecitochara,
indem sie völlig getheilt ist und die beiden Hälften sogar von
einander entfernt sind. Bei Ecitochara sind die Paraglossen kürzer,
bei Ecitomorpha länger als die Zunge. Bei ersterer ist die Oberlippe
nur seicht ausgerandet, bei letzterer plötzlich und tief ausgeschnitten.
Bei Ecitochara ist das erste Tarsenglied nicht verlängert, dafür das
Eciton-Gäste aus Südbrasihien. a
Klauenglied stark entwickelt, bei Beitomorpha umgekehrt. In der
Fühlerbildung stimmen beide Gattungen insofern überein, als die
Glieder der Antennen eng aneinander gedrängt sind; im übrigen
wechselt ihre Form auffallend und ist zur Gattungscharakteristik
nieht geeignet, da die beiden Zecitomorpha-Arten in der Fühlerform
von einander verschiedener sind als von Ecitochara fusicornis.
Analoge Beispiele für Variation der Fühlerbildung innerhalb derselben
Gattung bieten auch andere Ameisengäste, z. B. die Paussus; diese
Eigenthümlichkeit scheint mit der hohen funktionellen Bedeutung
der Fühler bei jenen Thieren zusammenzuhängen.
a. Ecitomorpha arachnoides n. sp. (Taf. 1], Fig. 1—6).
(Myrmezidia arachnoides Reitt. i.1.)
Nigropicea, abdominis apice infra dilutiore, antennis rufopiceis.
Caput latitudine duplo longius, vertice late impresso. Antennae
art. 3° duobus seqguentibus conjunctis longitudine aequali, articulis
4 ultimis valde incrassatis, clavam fusiformem forman-
tibus. Thoraz latitudine quadrante longior, fossa lonyitudinal
media profunda ab apice usque ad basim instructus. Elytra thorace
triente latiora, vir longiora. Abdominis segmenta singula supra serie
paucarum setarum (circa 6) instructa. Tibiae prope basim dilatatae,
apicem versus sensim attenuatae; tarsi postici art. 19 tribus sequen-
tibus conjunctis longitudine aequali. — Long. 4—5 mill.; lat.
abdominis 0.3— 1.5 mill.
Mas?: Abdomine minus incrassato, antennarum articulis 4°—7um
latitudine paullo longioribus, 8° et 9% haud transversis.
Fem.?: Abdom. magis incrassato, antennarum art. 49 — Tun
latitudine haud longioribus, 8° et 9% transversis (Fig. 6).
b. Ecitomorpha simulans n. sp. (Fig. 7—8).
Praecedenti major, magis elongata, nigro-picea, abdominis apice,
praeserlim infra, dilutiore, antennis rufo-piceis. Caput latitudine triplo
longius, vertice ungustelongitudinaliter foveolato. Antennae
subfractae, art. 3° longissimo (4°, 5%, 6% conjunctis longitudine
aequali), antennarum apice viz distineteincrassato. Thoraz
latitudine dimidio longior, fossa longitudinali profunda ab apice
usque ad basim instructus. Elytra thorace dimidio latiora, vie
longiora. Abdominis segmenta singula supra serie multarum (ca. 20)
setarum ornata. Pedes valde elongati, tibiae angusiae, parallelae;
tarsı postici art. 19 longissimo (ceteris 4 conjunctis aequali). —
Long. 6 mill.; latit. abdom. 1.2—1.6 mill.; long. pedis postiei 8 mill.
188 | E. Wasmann: Neue
Mas?: Abdomine minus incrassato, antennis paullo longioribus,
art. 4° latitudine fere duplo longiori, 6—9 latitudine fere triplo
longioribus, art. I—11 praecedentibus sensim paullo crassioribus.
Fem.?: Abdomine magis incrassato, antennis paullo brevioribus,
art. 4° latitudine dimidio longiori, 6—9 latitudine duplo longioribus,
art, 11° tantum paullo crassiori.
Diese beiden auch in der Gröfse von einander abweichenden
Arten unterscheiden sich vorzüglich in folgenden Punkten:
E. arachnoides: Kopf nur doppelt so lang als breit, die Seiten
desselben nur schwach nach hinten verengt, mit deutlichen, abge-
rundeten Hinterecken; Scheitel breit und flach eingedrückt. Thorax
nur um + länger als vor der Mitte breit, Flügeldecken kaum um
3 breiter als jener. Auf dem Rücken der Abdominalsegmente eine
Reihe von nur etwa 6 Borsten. — An den Fühlern ist Glied 3
kürzer als 1, nur so lang wie 4 und 5 zusammen, Glied 9—12 zu
einer kräftigen, spindelförmigen Keule verdickt. Beine mäfsig lang,
Schienen nahe der Basis verdickt, gegen die Spitze allmählich
verschmälert, Fuls an der Basis so breit wie die Schienenspitze,
gegen die Spitze allmählich verschmälert; Schiene und Fuls spitzen
sich also gemeinsam zu. Erstes Tarsenglied mälsig lang, den
3 folgenden zusammen an Länge gleich.
E. simulans: Kopf dreimal so lang als breit, nach hinten
allmählich stark verengt, ohne Hinterecken, fast kegelförmig;
Scheitel mit schmaler Längsfurche. Thorax fast um die Hälfte
länger als breit, Flügeldecken um die Hälfte breiter als jener.
Abdominalsegmente mit einer Rückenreihe von etwa 20 Borsten. —
An den fast gebrochenen Fühlern ist Glied 3 schaftförmig, sehr
lang, länger als 1, so lang wie 4, 5, 6 zusammen; Fühlerspitze
kaum merklich verdickt. Beine sehr lang und schmal, Schienen
parallel, Fufs schmaler als die Schiene, gegen die Spitze nicht
verschmälert. Erstes Tarsenglied sehr lang, den 4 folgenden zu-
sammen an Länge gleich.
Von ersterer Art lagen mir 5, von letzterer 3 Ex. vor.
Die Fühlerbildung beider Arten verdient wegen ihrer
Eigenthümlichkeit eine genauere Beschreibung:
E.arachnoides: Glied 1 dick, walzenförmig, doppelt so lang
als breit, die Oberseite tief rinnenförmig ausgeschnitten; 2 kurz
kegelförmig, etwas länger als breit, viel schmäler als 1; 3 walzen-
förmig, doppelt so lang als breit, etwas kürzer als das erste; 4, 5,
6, 7 wenig länger als breit (31) oder so breit als lang (2), kurz
walzenförmig, an Länge und Breite kaum merklich zunehmend; 8, 9,
Eciton-Gäste aus Südbrasihen. 189
10, 11 allmählich stark verdickt, eine längliche, zugespitzte Keule
bildend. Die 2 ersten Glieder der Keule sind um die Hälfte kürzer
(3) oder doppelt so kurz (2) als die beiden letzten; im ersteren
Falle ist Glied 8 deutlich länger als breit; 9 so lang als breit; im
letzteren ist 8 schwach transversal, 9 um die Hälfte breiter als lang.
Die grölste Breite der Keule liegt im 10ten walzenförmigen Gliede;
das letzte ist allmählich zugespitzt. Die Keule ist ungefähr halb so
breit wie der Kopf und nimmt fast die Hälfte der Fühlerlänge ein.
E. simulans: Glied 1 kräftig, walzenförmig, fast dreimal so
lang als breit, Oberseite an der Spitze dreieckig ausgeschnitten;
2 sehr klein, fast breiter als lang, etwas schmäler als 1; 3 schaft-
förmig, sehr lang, um #4 länger als 1 und reichlich so lang wie
4, 5, 6 zusammen; 4 walzenförmig, um die Hälfte länger als breit
(2) oder fast doppelt so lang als breit (31), 5 etwas länger als 4,
deutlich kürzer als 6; 6, 7, 8 unter sich gleich lang, doppelt (2)
oder fast dreimal (Z) so lang als breit, 9 etwas kürzer als 8, 10
um die Hälfte kürzer als 9, 11 wenig länger als 10, sanft zugespitzt.
Die 3 letzten Glieder sind allmählich leicht verdiekt (Z') oder nur
das letzte Glied ein wenig breiter als das vorletzte (2); im ersteren
Falle erreicht die Fühlerspitze die Dicke des ersten Fühlergliedes,
im letzteren ist das erste das dickste.
Vergleicht man die Fühlerbildung dieser beiden Arten mit jener
von Ecitochara fusicornis, so lassen sich dieselben kurz
folgendermalsen charakterisiren:
1) Fühler vom 3. Gliede an zu einer spindelförmigen Keule
verdikt . . 2.2 2.202.020. Beitochara fusicornis.
2) Fühler vom 8. Gliede an zu einer spindelförmigen Keule
verdikt . . . 2... . Ecitomorpha arachnoides.
3) Fühler nicht keulenförmig verdickt, sehr gestreckt, mit
schaftförmigem 3. Gliede . . . Ecitomorpha simulans.
Es ist wahrscheinlich, dafs die eigenartige, von der gewöhnlichen
Form so abweichende Fühlerbildung dieser Arten auch einen biolo-
gischen Zweck besitzt; da Eecitomorpha simulans und arachnoides
auch in Grölse und Gestalt die Ameisen, bei denen sie wohnen,
nachahmen, ist dies um so wahrscheinlicher. Merkwürdig ist, dafs
die Dicke der Fühler im umgekehrten Verhältnisse zur Körpergrölse
der betreffenden Arten steht; falls die Fühler als Verkehrsorgane
mit den Ameisen dienen, ist dies vielleicht begreiflich, da die
grölsere Käferart ohnehin mit energischeren Fühlerschlägen den
Ameisen zu begegnen vermag; dafür ist die grölste Art (Eecitom.
simulans), die wegen ihrer Gröfse von den Ameisen mehr bemerkt
190 E. Wasmann: über Xenocephalus Wasm. und Vatesus Sharp.
und deutlicher unterschieden wird !), auch in ihrer Gestalt, namentlich
aber in der Fühlerform den Eciton-Arbeiterinnen um so ähnlicher.
Diese Aehnlichkeit wird an den Fühlern besonders durch deren
gestreckte Gestalt und die mit dem 4. Gliede beginnende Krümmung
bewirkt; Glied 1 bis 3 vertritt den Schaft der Eeiton -Fühler.
Die im Uebrigen enggedrängten Fühler werden durch den
Ausschnitt auf der Oberseite des ersten Gliedes Bo nament-
lich für Bewegung in vertikaler Richtung.
Für Eecitochara fusicornis bleibt es wegen der Kleinheit des
Thieres immerhin noch zweifelhaft, ob die Verdickung der Fühler
einen Verkehr desselben mit den Ameisen ermögliche.
Erklärung der Abbildungen auf Tafel Il.
Fig. 1. Ecitomorpha arachnoides S' (a. Körperlänge,
b. Gesammtlänge); 2. Unterlippe, a. Nebenzungen (von der Innen-
seite); 3. Unterkiefer; 4. Oberkiefer; 5. Oberlippe; 6. Fühler (2).
7. Ecitomorpha simulans, Kopf; 8. Fühler 3! (von der Seite).
1) Da die Eciton-® und 2 keine Netzaugen besitzen, sondern
höchstens den Ocellen gleichwerthige einfache Augen, kann hier
nur von einer Unterscheidung durch den Tastsinn die Rede sein.
Ueber Xenocephalus Wasm. und Vaiesus Sharp.
Herr Dav. Sharp hatte die Güte, mich darauf aufmerksam
zu machen, dafs der von mir im vorigen Jahrgang (1837, II, S. 411)
unter den brasilianischen Eciton-Gästen beschriebene Xenocephalus
clypeatus m. wahrscheinlich verwandt sei mit Vatesus latitans
Sharp (Entomol. Monthl. Mag. Vol. XII [1875 — 76], p. 201) aus
Parana, was in der That der Fall ist. Die genauere Untersuchung
der Mundtheile, besonders der Zungenbildung, von Vatesus könnte
wohl am besten über die nähere oder entferntere Verwandtschaft
beider Gattungen Aufschluls gewähren; ebenso die Bildung der
Fühler, die an Sharp’s Ex. von Vatesus latitans fehlten. Dafs die
Stirne vom Kopfschild durch eine deutliche Naht getrennt ist, was
mir bei Xenocephalus sehr auffiel, erwähnt Sharp bei Vatesus nicht;
vielleicht besitzt dieses Merkmal übrigens nicht eine so hohe Be-
deutung, wie ich ihm beigelegt.
An Gröfse und Färbung weichen Vatesus latitans und Xeno-
cephalus clypeatus erheblich von einander ab. Ersterer ist 84 mill.
lang, Kopf, Thorax und Flügeldecken schwarz; letzterer 64 mill.,
fast ganz röthlich pechbraun mit dunklerem Hinterleibe. Die
männlichen Sexual-Charaktere beider Arten sind sehr ähnlich. Auch
von Vatesus ist nur ein Ex. (J') bekannt.
E. Wasmann S. J. in Exaeten.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft 1.]
Ueber einige myrmekophile Heteropteren.
Herr G. Breddin in Magdeburg hatte mir im Juli 1887 mit-
getheilt, dafs er daselbst die Larven von Eremocoris erraticus F. bei
Formica rufa gefunden habe und frug an, ob mir dieses Vorkommen
bekannt sei. Ich hatte ‘diese Thierchen zwar schon öfters gefangen,
sie jedoch nicht als Larven jener Eremocoris erkannt, da ich mit
dem Studium der Heteropteren mich nicht befafste. Herr Breddin
hatte die Güte, sämmtliche von mir bei Ameisen gefundenen
Heteropteren zu bestimmen, wofür ich ihm hiermit den verbind-
lichsten Dank ausspreche.
Es war bisher noch nicht bekannt, dafs Eremocoris erra-
ticus ihre Entwickelung in den Haufen von F. rufa L. durchmache.
Auch Horvath’s neueste Arbeit über die Gattung Eremocoris \)
bietet keine Angabe hierüber. Während die Imago in hiesiger
Gegend auch aulserhalb der rufa-Nester, unter Laub, Reisig u. s. w.,
namentlich im Sommer und Herbste ziemlich häufig ist, habe ich
die Larven stets nur bei den genannten Waldameisen angetroffen,
und zwar in einigen Haufen sehr zahlreich (mehrere Hunderte!).
Im August und Anfang September fanden sie sich daselbst in kleinen,
rothen Ex. (nur 1—1.5 mill. lang), im Oktober und November traten
bereits grölsere auf, die schon eine gelbe Linie am Hinterrand des
Rückenschildes besafsen (ca. 2 mill.) oder bereits ganz dunkel waren
(ea. 2.5 mill.). Herr Breddin theilte mit, dafs er im Frühling zahl-
reiche 2.5— 3.5 mill. grolse, überwinterte Larven von dunklem
Kolorite gefunden habe, dazwischen auch ausgebildete Stücke (aus
der vorigen Generation). Wahrscheinlich erfolge also die Fort-
pflanzung der Imago im Juni (oder Juli), die Eier werden alsdann
bie F. rufa abgelegt, die erste Häutung der jungen Larven (nach
welcher sie in dunklerem Braun erscheinen) finde im September
statt. Hiermit wären die Entwickelungsstadien von Eremocoris
erraticus ziemlich vollständig bekannt.
"Piezostethus formicetorum Boh., die auch als Imago regel-
mäfsig myrmekophil ist, fand ich hier in den Nestern von F. rufa
im August, Oktober, November und Februar; in denselben Nestern
traf ich auch die gelblichrothen Larven, in ganz kleinen Ex. im
August, in grölseren im November und Februar. Auch bei dieser
1) Revision du Genre Eremocoris Fieb. (Revue d’Entomol. II,
Jan. 1883, p. 1 ff.).
192 E.Wasmann: über einige myrmekophile Heteropteren.
Art ist die Entwickelung wahrscheinlich im Juni oder Juli vollendet,
worauf die Fortpflanzung erfolgt; die zahlreichen ganz jungen
Larven, die im August neben ausgebildeten Stücken vorkommen,
deuten darauf hin.
Gleichfalls bei F.rufa fand ich hier (im August) Orthostira
parvula Fall. (= obscura Fieb.) in einigen kleinen Ex., die sich
jedoch (nach Dr. Puton, dem Herrn Breddin sie zur Ansicht sandte)
von der sehr veränderlichen Art nicht bestimmt unterscheiden.
Dieselbe ist nach Andre !) bereits bei Zasius flavus, umbratus, niger,
Tetramorium caespitum, Solenopsis fugaz gefunden worden, aber
noch nicht bei F. rufa. Uebrigens ist Orthostira parvula nicht
ausschlielslich myrmekophil ?).
Die übrigen in hiesiger Gegend bei Ameisen gefundenen
Heteropteren scheinen nur zufällige Gäste zu sein, weshalb ich
dieselben nicht aufzähle. Vielleicht ist Scoloposthetus affinis
Fieb. hiervon auszunehmen, die ich an verschiedenen Stellen von
Holl.-Limburg bei Lasius fuliginosus fand. Andre (|. eit.
No. 548) giebt nämlich für die Gattung Scoloposthetus an „Avec les
Myrm. (Puton)“. Doch scheint sie keineswegs auf die Gesellschaft
der Ameisen beschränkt zu sein (vgl. Wien. Ent. Z. 18385, S. 211).
Dasselbe gilt auch für Macrodema micropterum Curt., die ich
hier im Sommer und Herbst bei F. sanguinea und Leptothoraz
acervorum am Fulse alter Kiefernstämme häufig fing, aber auch
mehrmals nicht in der Nähe von Ameisen antraf.
Ueber die Lebensweise von Piezostethus und den Eremocoris-
Larven bei F. rufa habe ich noch keine genaueren Ergebnisse
erzielt. Die Beobachtung dieser kleinen Thierchen wird noch
dadurch erschwert, dals F. rufa sich wegen ihres eigenthümlichen
Nestbaues in flachen Glasnestern nicht so gut halten läfst wie andere
Ameisen. E. Wasmann S. J. in Exaeten.
1) Myrmecophilenverz. No. 552 [Deseriptions d. Fourm. d’Europe
(Revue et Mag. d. Zool. III. Ser. T. I, 1874)].
?) Vgl. Fieber, Europ. Hemipt. $. 131 und Wien. Ent. Ztg. 1885,
S. 237.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Synonymische und andere Bemerkungen
zu Dr. Carl W. v. Dalla Torre’s „Synopsis der Insekten
Oberösterreichs* und „Die Käferfauna von Oberösterreich“.
Von
J. Schilsky in Berlin.
Bezugnehmend auf meine Bemerkung über Dalla Torre’s
Arbeiten (Vergl. Deutsche .Ent. Zeitschr. 1888, p. 313) gebe ich
‚hiermit die Fortsetzung. Berichtigen will ich hier aber einen Irrthum
meinerseits. Die Käferfauna von Oberösterreich ist vollständig er-
schienen, wie ich aus den mir vom Verfasser freundlichst zugesen-
deten Arbeiten ersehen habe.
Um Wiederholungen zu vermeiden, will ich bemerken, dafs
alle von D. T. (namentlich in der Käferfauna) nur mit Namen
belegte Var., ohne ein Wort der Beschreibung, nach unsern heutigen
Anschauungen als Catalogsnamen, nicht aber als beschriebene
Var. zu betrachten sind. Ebenso müssen alle Var., die sich auf
unreife Stücke zurückführen lassen und alle Farbenübergänge zur
ausgebildeten Form, soweit sich dieses genau nachweisen lässt,
von der Benennung ausgeschlossen bleiben, denn fast alle Arten
können in einem jugendlichen Zustande vorkommen. Ferner be-
nennt D. T. Var., die von den Autoren als Stammform beschrieben
worden sind. Auch dies ist unzulässig. Ich möchte vorzugsweise
nur solche Formen benannt wissen, die dem Käfer ein fremdartiges
Aussehen geben und zu Verwechselungen Veranlassung bieten
können. Im übrigen möchte ich gleiches Recht für alle Var., die
sich als solche erweisen, beanspruchen und nicht nur die von
grolsen, schönen, ‘viel gekauften Arten gelten lassen.
D. T. beschreibt aus Oberösterreich nun folgende Varietäten:
Cicindela campestris L. v. deuteros D. T. (die Schulter-
makel fehlt); v.protos D.T. (die Scheibenmakel fehlt); v. simplez
D. T. (alle Makeln fehlen); v. conjuncta D. T. (der 4. und 5.
Randpunkt ist verbunden, — also die Makeln an der Spitze der
Flgd.); v.suturalis D. T. (die Randmakel an der Naht ist stark
erweitert); v.melustoma D.T. (Oberlippe bräunlich oder schwarz).
Letztere Var. kann leicht durch Ausfluls eines braunen Saftes
aus dem Munde entstehen und bleibt am besten wohl unberück-
Dentsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 13
194 J. Schilsky: Synonymische
sichtigt. Die Var. deuteros habe ich unter meinem zahlreichen
Material noch nicht gefunden; interessant ist entschieden v. sim-
plee. Schaum bezieht auf affinis Fisch. solche Ex., denen ent-
weder einige oder alle Makeln fehlen.
Meist sind auf affinis solehe Ex. bezogen worden, bei denen
die Scheibenmakel fehl. Nun aber theilt mir Hr. Dr. Kraatz
mit, dafs auf der Abbildung der weise Mittelfleck und die weilse
lunula an der Spitze vorhanden seien, weiter aber nichts.
Cicindela germanica L. v.fusca D. T. (Flgd. bräunlich)
betrachte ich als Uebergangsfarbe; v. deuteros D. T. (die Schulter-
makel fehlt); v. hAemichloros D. T. (die Schulter- und die
2. Makel fehlt); v. seminuda D. T. (die Makel an der Spitze
der Figd. fehlt).
Ich habe, um nicht die Zahl der Var. durch das Hinzutreten
oder Verschwinden einer Makel in’s Unendliche zu vermehren, alle
eben angeführte Var. als v. inornata m. benannt und vorzugsweise
das Verschwinden der grolsen Makel in der Mitte des Aulsenrandes
hervorheben wollen.
Cicindela literata Sulz. (viennensis Schrank) v. ezcepta
D. T. (die Schulterbinde fehlt); v. mesochloros D. T. (die
mittlere Binde fehlt); v. apicalis D. T. (die Binde vor der Spitze
fehlt).
Epactius (Omophron) limbatus F. v. disjunctus D. T. (die
1. der drei wellenförmigen Binden ist in 3 Punkte aufgelöst). In
der Mark habe ich diese Form noch nicht beobachtet; sie ist gewils
auch nicht auffallend.
Notiophilus aquaticus F. v.obscurus D.T. (Flgd. dunkel-
bronzefarbig); v. apicalis D. T. (die Flgd. scheinen an der Spitze
gelb durch); v. odsoletus D. T. (Punktstreifen der Flgd. verwischt).
Schon Duft. kennzeichnet diese Var. — Notioph. palustris Dit.
v. melancholicus D. T. (Flgd. dunkelbronzefarbig).
Elaphrus uliginosus F. v. italicus D. T. (Flgd. grünlich
erzfarbig). Fabr. beschreibt seine Art „viridi-aeneus“. Dieselbe
muls als Stammform angesehen werden und fällt mit v. italicus
D. T. zusammen; dagegen weichen Ex. mit bronzefarbigen Flgd.
von der Stammart ab. Letztere Form ist wohl am meisten ver-
breitet. Nach Sch aum tritt die eigentliche Stammform mit lebhaft
grüner, stark glänzender Oberseite vorzugsweise in Norditalien und
in den Pyrenäen auf.
Blethisa multipunctata L. v. chlorotica D. T. (Halssch.
und Figd. grün); v. aerosa D. T. (Halssch. und Flgd. kupfer-
und andere Bemerkungen ete. 195
farbig); diese Form mufls als Stammform betrachtet werden;
v. rufipes D. T. (Beine röthlich angelaufen) ist keine auffällige
Form.
Nebria piciornis F. v. melanocephala D. T. (Kopf
schwarz); sonst ist derselbe braunroth; v. flavescens D. T
(Fühler und Beine gelb) muls als frisches Stück betrachtet werden,
sonst sind dieselben braun.
Nebria Hellwigi Pz. v. suturalis D. T. (Naht rostroth);
v. fuscipes D. T. (Fühler und Beine gelb) ist sicherlich die
frische Form, sonst sind dieselben braun; v. occipitalis D. T.
(Kopf mit rother Makel). Panzer bildet die Art mit einem ganz
rothem Kopf und röthlicher Naht ab. Beide Var. können also
nicht acceptirt werden. Ex. mit einfarbigen Flgd. und dunklem
Kopf, die Stirnflecke erlöschen nach dem Tode häufig, obgleich vor-
zugsweise verbreitet, würden die abweichende Form bilden. Die
typische Helhoigi ist sicherlich nach einem frischen Stück beschrieben.
Nebria brevicollis F. v. rufipes D. T. (Beine rothbraun)
ist gewils eine frische Form.
Leistus spinilabris F. v. obscuripes D. T. (Beine braun)
ist eine Form mit angedunkelten Beinen, wie solche bei Carabieiden
häufig vorkommt; ebenso verhält es sich nicht selten mit dem
1. rothen Fühlergliede, welches nach dem Tode oft schwärzlich
erscheint und fälschlich die nigricornis-Form bildet. Gegen das
Licht gehalten, sind die betreffenden Theile dann immer noch etwas
durchsichtig.
Carabus Ullrichi Germ. v. cupreo-aeneus D. T. (Filed.
metallisch kupferroth) ist Stammform; v. viridi-aeneus D.T.
(Flgd. goldgrün) = viridulus Kr.; v. picipes D. T. (Fülse mit
bräunlichem Anfluge) ist nicht auffällig.
Car. cancellatus Ill. v.cupreo-aeneusD.T. (Figd. kupfrig);
Illiger nennt seine Art „fusco-aeneus“; vorstehende Var. kann zur
Stammform gezogen werden; v. viridi-aeneus D. T. (Flgd. grün)
= viridis Letzn.; v. rubro-femoratus D. T. (Schenkel roth)
rufipes Kr. = rufo-femoratus Letz.
Car. granulatusL. v.cupreo-aeneusD.T. (Flgd. metallisch
kupferfarbig) muls als Stammform angesehen werden; v. viridi-
aeneus D.T. (Flgd. grün) = virescens Letz., v. nigro-aeneus
D. T. (Figd. schwarz) = niger Letz., v. rubripes D. T. (Beine
roth) = rufo-femoratus Letz.
13 *
196 J. Schilsky: Synonymische
Car. monilis F. v. viridescens D. T. (Flgd. metallisch
grün) = Kroni Hoppe?; v. azurescens D. T. (Figd. blau)
= affinis Panz. oder consitus Panz.? D. T. nimmt auf die ver-
schiedene Sculptur keine Rücksicht, daher bleibt die Deutung
unsicher.
Car. auratus L. v. viridi-auratus D. T. (Flgd. goldgrün)
ist Stammform; v. opaco-viridis D. T. (Flgd. dunkelgrün)
= coeruleo-micans Letz. ist keine ausgesprochene Farbenvarietät;
v. nigripes D. T. (Beine schwarz) = picipes Letz. Die Beine
dunkeln gern nach. Letzner bezeichnet picipes als bräunlich
oder schwärzlich.
Car. auronitens FE. v. viridi-auratus D. T. (Flgd. gold-
grün) = viridis Letzn. ist nach Fabr. als Stammart zu betrachten;
v. azureo-auratus D. T. (Flgd. bläulichgrün) = coerulescens
Letz.; v. picipes D. T. (Beine schwärzlich) = nigripes Heyd.
= picipes Letz.
Car. intricatus L. v. obscurus D. T. (Flgd. schwarz)
= bicolor Letz.? (Die Mitte des Halssch. und die Flgd. in
grölserer oder geringerer Ausdehnung schwarz). Wahrscheinlich
ist letztere Form gemeint, denn einfarbig schwarze Ex. dürften
wohl kaum vorkommen; v. chlorizans D. T. (mit grünem Schimmer
auf den Flgd.) = virescens Letz.
Car. convezus F. v. coeruleo-emarginatus D.T. (Flgd.
mit bläulichem Rande) = violaceo-emarginatus Letz. Letzner
benennt noch eine bemerkenswerthe Form v. niger (Rand des
Halssch. und der Flgd. wie die ganze Oberseite schwarz). ;
Car. Scheidleri F. A) Scheidleri-Formen: v. coerulescens
D. T. (Flgd. blau) = coeruleus Panz., Strm. (cyaneus Letz.);
v.virescens D. T. (Figd. grün) = viridis Letz.; v. virens Strm.
hat eine bläulichgrüne Oberseite, Seitenrand des Halssch. und der
Flgd. sind purpurroth oder kupferig; v. metallescens D. T.
(Flgd. kupferroth) = purpurureus Letz. (purpurviolett); v. elegans
D. T. (dunkel bronzefarbig mit hellgrünen Rändern) = purpureo-
auratus Letz. und eigentliche Stammform, wie sie Panzer vor-
trefflich abbildet und beschreibt. D. T. nennt diese Form die
prächtigste Var., Letzner dagegen (eine zur Preissleri- Form
gehörige) purpureus-ueneus (Oberseite schön goldglänzend,
Halssch. und Aufsenrand der Flgd. purpurroth); v. nögrescens
D. T. (Figd. schwärzlich) = nig er Letz. (Oberseite schwarz) oder
atrocoeruleus Letz. (Oberseite schwarzblau, Seiten des Halssch.
und der Figd. heller blau); v. gaeneipennis Strm. hat erzgrüne
und andere Bemerkungen etc. TOR
Flgd. mit violettem Rande, v. purpuwratus Strm. mit purpurrother
oder blauschimmernder Oberseite, Seiten des Halssch. und der
Filed. dunkelviolett oder grünlich; v. aerescens D. T. (Flgd.
dunkelbraun) ist sicher mit purpuratus Strm. zu verbinden;
v. aurescens D. T. (Fled. hellgoldgrün) ist mit viridis Letz. und
violaceus D. T. (Oberseite rein violett) mit cyaneus Letz. zu ver-
einigen.
Hr. v. Dalla Torre giebt eine beachtenswerthe Bemerkung:
„Die blauen Formen erscheinen im Frühling und im Sommer häufig,
während sie in der zweiten Hälfte des Sommers fast ganz ver-
schwunden sind und durch die grünen ersetzt werden.“
B) Preyssleri-Formen: v. violescens D. T. (Flgd. violett)
—= cyaneus Letz.;v.cuprescensD.T. (Flgd. kupferroth) = aereus
Letz; v. ambitio sus Schauf. (= var. a. Duft.: „Thoracis elytrorumque
margine violaceo*) = niger Letz. Schauf. zieht dazu noch
Stücke mit schwarzgrünen Flgd. und purpurviolettem Rande;
v. viridicinctus Schauf. („elytris nigris, marginibus viridis“) = vi-
ridimarginatus Letz.; v. principatus Schauf. („elytris minusve
viridi-auratis, marginibus auratis“) — Goldeggi Duft? (nach
Letzner); v. improbus Schauf. („elytris vidiri-nigris, marginibus
auratis“) = Goldeggi Duft? (nach Letzn.) !), letztere wäre als
1) Die Sturm’sche Abbildung des Goldeggi ist nicht nach der
von Duft. beschriebenen Stammart: „Virescens, thoracis elytrorum-
que margine purpureo-aureo“ sondern nach dessen Var. ß: „Totus
purpureo-aureus“ entworfen, da dem Sturm kein anderes Ex. der
Stammart beim Abbilden zur Verfügung stand. Duft. und Sturm
geben Podolien als Vaterland an. Dort kommt nun aber nach Schaum
(Naturgesch. I, p. 149) die Var. ezcellens F. vor, welche sich durch
unterbrochene, stärker gewölbte Zwischenräume auszeichnet. Fabr.
selbst (Syst. El. I, p. 171) beschreibt den ezcellens aber: „thorace
elytris cyaneis, margine aureo“. Nur die Vaterlandsangabe:
„Habitat in Moldauia“ könnte Veranlassung geben, den Goldeggi
mit ercellens F. zu verbinden, die Beschreibung hingegen nicht, da
Duft. einen blauen G@oldeggi nicht kennt; die Fbr.’sche Beschreibung
läfst sich sowohl auf Scheidleri als auch auf Preyssleri beziehen.
Mir ist nun nicht bekannt, wie weit sich die Verbreitung des
ercellens westwärts erstreckt und wo diese Form gemeinsam mit
den anderen beiden vorkommt. In Oberösterreich ist Neuhaus an
der Donau als Fundort des excellens durch Hinterstöcker bekannt;
auch besitze ich ein Ex. mit der Bezeichnung Oesterreich (Schuster!),
so dafs ich zu der Annahme wohl berechtigt bin, dals jene Rasse
sich nicht allein auf Podolien, Galizien und Siebenbürgen beschränkt,
sondern auch weiter westlich verbreitet ist und vielleicht Oester-
195 J. Schilsky: Synonymische
Uebergangsfarbe zu betrachten und mit principatus zu verbinden;
v. superbus Schauf. („elytris cupreo auratis, vel auratis, marginibus
auratis“) = purpureo-auratus Letz. Nach der Duftschmid’schen
Diagnose würden Ex. mit schwarzen Flgd. die Stammform des
Preyssleri bilden. Der Rand der Flgd. ist aber meist schwärzlich-
blau; Dft. bezeichnet solche Stücke aber schon als Var.
Car. nemoralis Müll. v. tristis D. T. (Flgd. schwarz)
= nigrescens Letz.
Car. arvensis F. v.cuprescens D. T. (Halssch. und Flgd.
kupferglänzend) = cupreo-aeneus Letz. Fabr. bezeichnet die
Stammform „nigro cupreus“; v. virescens D. T. (Halssch. und
Filgd. grünlichblau) ist eine Uebergangsfarbe; v. fuscus D. T.
(Halssch. und Flgd. braun) kaum wohl nur auf frische Ex. bezogen
werden, wenn diese Var. nicht mit cupreo-aeneus Letz. (Flgd.
bronzefarben, zuweilen mit Kupferglanz) zusammenfällt.
Car. catenulatus F. v. marginatus D. T. (Halssch. und
Filgd. mit blauem Rande) ist die von Fabr. beschriebene Stamm-
form; v. azurescens D. T. (Flgd. ganz blau) ist nicht identisch
mit cyanescens Strm., letztere hat weniger gewölbte Flgd., die
3 Reihen eingestochener Punkte sind fast erloschen, die Ketten-
streifen sind schwach; v. nigrescens D. T. (Flgd. schwarz)
wird von Duft. schon als Var. bezeichnet.
Car. catenatus Pz. v. virescens D. T. (Flgd. grün mit
goldenem Rande); v. atrovirens D.T. (schwarz mit grünem Rande
der Flgd.) ist wahrscheinlich subvirens Motsch.; v. atropur-
reich- Schlesien und Mähren erreicht, so dafs Letzner wohl Ver-
anlassung haben konnte, den Goldeggi noch zur schlesischen Fauna
zu rechnen.
Weil nun aber Schaufufs seinen principatus und improbus
ausdrücklich als Preyssleri-Form beschreibt (Letzner rechnet den
Goldeggi auch dazu) und daher mit Goldeggi Letz. identisch sein
wird (Letzner betrachtet sicher die Sculptur des Preyssleri und
des Goldeggi für gleichartig, hat aber jedenfall den Preyssleri vor
sich gehabt), so wird sich Goldeggi Duft. nicht auf jene beiden
Var. des Schauf. beziehen lassen.
Da nun aber ezcellens als selbständige Rasse anerkannt ist,
mülsten aus logischen Gründen alle Farbenvarietäten dieser Form
benannt und anerkannt werden. Goldeggi Duft. ist nun eine Sub-
varietät mit grünen Flgd. und goldigem Seitenrande von der Stamm-
art des ezcellens F. mit blauen Flgd. und goldigem Marginalrand.
Die von Sturm abgebildete Var. ß des Goldeggi mülste ebenfalls
benannt werden, ich würde dafür den Namen Sturmi vorschlagen;
dieser würden nun noch andere folgen.
und andere Bemerkungen etc. 199
purescens D. T. (schwarz mit purpurnem Rande) ist die von
Panz. beschriebene Stammart; v. purpurescens D. T. (ganz
purpurfarben).
Car. hortensis L. v. viridi-aureus D. T. (die Punkte auf
den Filed. sind goldgrün); v. cupreo-aureus D. T. (die Punkte
auf den Figd. sind goldgelb). Beide Var. fallen wenig auf; die
Farbe in den Gruben ist sehr variabel; v. obscurus Letz.
(Grübehen meist ohne Glanz) mülste dann auch berücksichtigt
werden.
Car. sylvestris F. v. viridi-aeneus D. T. (Flgd. grün)
würde virescens Letz. (Oberseite bronzefarben, stellenweise
grünlich schimmernd) und v. aeruginosus Letz. (die ganze Ober-
seite schön ar larur) umfassen. Fabr. bezeichnet die Stamm-
art „aeneus“; v. nigro-aeneus D. T. (Flgd. schwarz metall-
glänzend) = concolor Panz.
Car. Creutzeri v. cupreo-aureus D. T. (Flgd. kupfer-
farbig); v. viridi-aeneus D.T. (Flgd. grün mit rothmetallischem
Rande) ist nicht identisch mit viridi-micans Kr., denn letzterer
hat grüne Flgd. mit grünem Rande; v. odscurus D. T. (Flgd.
ganz schwarz).
Wenn erst die verschiedenen Randfärbungen benannt werden
sollen, liefse sich die Zahl der Var. ungemein vermehren; die ver-
schiedene Färbung des Randes giebt dem Käfer aber nichts fremd-
artiges.
Calosoma inquisitor L. v. nudum D. T. (Flgd. kupfer-
farbig, ohne blauen Rand); v. pulchrum D. T. (kupferfarbig mit
blauem Rande) = coeruleo-marginatum Letz.; v. obscurum
D. T. (Flgd. ganz schwarz) = nigrum Letz. Linne beschreibt
die Art „supra viridi aureum.“
Clivina fossor L. v. picea D. T. (Flgd. pechschwarz) ist
Stammart; v. rubida D. T. (Flgd. rothbraun) = brunnea Letz.,
v. testacea D. T. (Flgd. gelbroth) = flavescens Letz. sind
frische Stücke; v. discipennis Schaum hält D. T. für collaris
Hbst. und bemerkt, dafs diese Form später erscheint.
Dyschirius politus Dej. v.nigripes D. T. (Beine schwarz).
Brachinus crepitans L. v. coerulescens D. T. (Flgd.
dunkelgrün) ist die von L. beschriebene Stammform; v. virescens
D. T. (Flgd. grün) = virescens Letz.; v. abdominalis D. T.
(Hinterleib roth) ist gewils ein frisches Stück; Panzer beschreibt
die Form mit schwarzen Flgd. = nigripennis Letz.
200 J. Schilsky: Synonymische
Brachinus ezplodens Duft. v. coerulescens D. T. (Flgd.
dunkelblau) ist nach Duft. Stammform; v. virescens D. T.
(Flgd. grün); v. nigrescens D. T. (Flgd. schwärzlich).
Dromius linearis L. v. apicalis D.T. (Flgd. mit dunkler
Spitze) ist Stammart; v. nuda D. T. (Flgd. ohne dunkle Spitze).
Dromius agilis F. v. unicolor D.T. (Flgd. mit schwarzer
Scheibe) ist die von Fabr. beschriebene Stammart; v. comma
D. T. (Flgd. mit lichterem Felde auf der Scheibe) = macu-
latus Letz.
Blechrus glabratus Dft. v.nigripes D. T. (Beine schwarz).
Nach D. FT. lebt glabratus unter Steinen und auf Grasplätzen
vom 10. III bis 8. IV und maurus Strm. unter den Rinden ge-
fällter Bäume und in Holzlagern vom 26. V bis 30. VI.
Metabletus truncatellus F. v. aeneus D. T. (Flgd. mit
Metallschimmer) ist nach F. Stammart; v.odscurus D. T. (Flgd.
ohne Metallschimmer) ist nicht auffällig.
Lionychus quadrillum Dft. v. signatus D. T. (Flgd. mit
weilser Spitzen- und Schultermakel) ist nach F. Stammart; v. insig-
natus D. T. (Flgd. ohne weilsgelbe Spitzenmakel) = bipunctatus
Heer; v. stigmatus D. T. (Flgd. mit 1 oder 2 undeutlichen
Punkten) ist nicht auffällig.
Lebia cyanocephala L. v. rubripes D. T. (Beine roth,
Spitze der Schenkel schwarz) ist Stammart; v. nigripes D. T.
(Beine schwarz, Schenkel am Grunde schwarz); v. azurescens
D. T. (Figd. blau) ist bei L. Stammform; v. viridescens D. T.
(Flgd. grün).
Lebia chlorocephala Gyll. v. cyanescens D. T. (Flgd.
blau); v. chlorescens D. T. (Flgd. grün); Gyll. nennt die Stamm-
form „eyaneo-virescens.*“ Ganz blaue oder grüne Ex. sind mir nicht
bekannt.
Chlaenius nigricornis F. v. rubripes D. T. (Beine rost-
roth); v. picipes D. T. (Beine pechbraun) = dbrunnipes Letz.;
v. aeruginosus D. T. (Halssch. kupferfarbig); v. aureosusD.T.
(Halssch. goldglänzend). Die abweichende Farbe des Halssch. von
der der Decken zur Aufstellung von Var. zu benutzen, würde doch
zu weit führen. Es ist daher die Verbindung von v. cupreo-micans
Letz. (die Decken mit einem stärkeren oder schwächeren Kupfer-
schimmer übergossen, der zuweilen das Grün ganz verdrängt) mit
aureosus D. T. (wie im Cat. Europ. ed. III angegeben) nicht zu-
treffend.
und andere Bemerkungen etc. 201
Auch rubdripes D. T. läfst sich mit melanocornis Dej. oder
tibialis Letz. verbinden, denn jedenfalls ist bei rubripes auch das
Wurzelglied der Fühler roth. D. T. erwähnt nichts davon.
Badister peltatus Pz. v. collaris D. T. (Halssch. ganz
schwarz) = nigrescens Letz.; v. discus D. T. (Halssch. auf
der Scheibe schwarz) ist Stammart.
Broscus cephalotes L. v. capucinus D. T. („elytris obscure
fuscis“) ist mit rufipes Letz. zu verbinden, offenbar ein frisches Ex.
Stomis pumicatus Pz. v. rubripes D. T. (Fühler und
Beine rothbraun); v. picipes D.T. (Fühler und Beine pechbraun)
bilden die Stammart.
Calathus cisteloides Il. v. ochropus D. T. (Fühler und
Beine gelb) = rufipes Letz. sind frische Stücke; v. melanopus
D. T. (Fühler und Beine dunkel) = obscurus Letz.
Cal. micropterus Dft. v. marginalis D. T. (Halssch. und
Figd. mit rothem Rande); v. unicolor D. T. (Halssch. und Flgd.
einfarbig braun); erstere ist Stammart, letztere kann mit rufescens
Letz. verbunden werden und ist auf ein frisches Ex. zurückzu-
führen.
| Cal. mollis Marsh. v. ruficollis D. T. (Flgd. und Halssch.
einfarbig roth) ist ein frisches Stück.
Taphria nivalis Pz. v. picicollis D. T. (Halssch. braun)
— thoracicus Letz. ist ein frisches Stück; v. marginicollis
D. T. (Halssch. mit rothem Rande) ist schon von Duft. so be-
nannt worden (vergl. Duft. Faun. austr. II, p. 141).
Dolichus flavicornis F. v. triangulatus Schils. = ery-
thronotus D. T. = maculatus Letz.; v. melanopterus D. T.
(Flgd. schwarz) ist die von Fabr. beschriebene Stammform.
Platynus scrobiculatus F. v. nigripes D. T. (Fühler und
Beine schwarz).
Anchomenus assimilis Payk. v. nigripes D. T. (Beine
schwarz) — nigripes Letz.; v. picipes D. T. (Beine dunkelbraun)
—= rufipes Letz.
Pterostichus madidusF. v. nigripes D. T. (Beine schwarz)
—= concinnus Strm.; v. rubripes D. T. (Beine roth) ist nach
Fabr. Stammart.
Pter. fasciato-punctatus F. v. azurescens D. T. (Flgd.
stahlblau). Die Stammart hat schwarze Filed.
Pter. Ziegleri Duft. v. rufo-femoratus D. T. (Schenkel
roth) ist von mir als femoratus nochmal benannt worden.
202 J. Schilsky: Synonymische
Pter. maurus Dft. v. rubro-femoratus D. T. (Schenkel
roth) = madidus F., Strm.
MolopsterricolaF. v. melanopterus D. T. (Flgd. schwarz)
ist Stammart; v. ochropterus D.T. (Flgd. pechbraun) = brun-
neus Letz.; v. nigripes D. T. (Beine schwarz). Diese Form
dürfte selten sein; ich finde sie nirgends erwähnt.
Molops elatus F. v. melanopus D. T. (Beine schwarz).
Fabr. beschreibt die Art mit schwarzen Beinen; melanopus wäre
demnach als Stammart zu betrachten; die am häufigsten vor-
kommende Form mit röthlichbraunen oder röthlichpechfarbenen
Beinen hätte dann ein Recht, als Var. benannt zu werden; ich
nenne sie rufipes.
Zabrus gibbus F. v. obscurus D. T. (Flgd. schwarz) ist
Stammart; v.brunneus D. T. (Flgd. pechschwarz) ist ein frisches
Stück und mit brunneus Letz. identisch.
Amara livida F. v. picipes D. T. (Beine pechbraun). Die
Stammart hat röthlichgelbe Beine. Dieselben dunkeln später nach.
Amara similata Gyll. v.nigrescens D. T. (Flgd. schwarz)
= nigra Letz.
Amara nitida Strm. v.simplez D. T. (Halssch. am Grunde
glatt) = impuncta Letz.; v.punctulataD.T. (Halssch. am Grunde
(jederseits? J. Sch.) mit 2 kleinen Strichelchen) = 4-foveolata Letz.
Anisodactiylus nemovagus Dft. v. austriacus D. T.
(Fühlerwurzel und Beine pechbraun) ist nicht auffällig; die Stamm-
form hat etwas hellere Farben.
Ophonus azureus F. v. cyanescens D. T. (Flgd. blau)
ist bei F. Stammform; v. chlorescens D. T. (Flgd. grün) = chlo-
rophanus Pz., Strm.; letztere hat als Var. zu gelten.
Ophonus sabulicola Pz. v. coeruleus D. T. (Flgd. blau)
ist bei Panz. Stammform; v. atrovirens D. T. (Filed. grün).
Duftsch. führt noch eine schwarze Form, den odscurus F. aus
Oest. an; Fabr. beschrieb ihn von Halle.
Ophonus obscurus F. v. rufipes D. T. (Fühler und Beine
rostroth); v. picipes D. T. (Fühler und Beine braun) bilden bei
Fab. die Stammform; v. nigripes D. T. (Fühler und Beine
schwarz).
Ophonus cordatus Dft. v. ferrugineus D. T. (Flgd. ohne
Makel); v. signatus D. T. (Flgd. mit rother Makel) ist Stammart.
Ophonus puncticollis Payk. v. piceus D. T. (Flgd. pech-
schwarz); v. brunneus D. T. (Flgd. braun) ist Stammform.
und andere Bemerkungen etc. 203
Harpalus aeneus F. v. viridis Schils. = chloros D.T.
muls als Stammform betrachtet werden; v. coerulescens Schils.
= azureus D. T.; v. chalceus D. T. (Flgd. kupferbraun);
“v. nigrinus Schils. = melas D. T.
Harp. marginellus Dej. v. piceus D. T. (Flgd. pechschwarz)
ist Stammform des marginellus Dej.; v. brunneus D. T. (Filed.
braun) ist gewils ein frisches Stück; marginellus ist jetzt Var. von
rubripes Dit.
Harp. sulphuripes Germ. v. azureus D. T. (Flgd. blau);
v. viridis D. T. (Flgd. grün); die Stammform wird von Schaum
„nigro-subeyaneus“ bezeichnet.
Harp. distinguendus Dft. v. virens Schils. = chlorizans
D.T. ist als Stammform zu betrachten; v. dbrunneus D.T. (Flgd.
metallisch braun); v. nigricans Schils. = melanescens D. T.
Harp. hottentotta Dft. v. femoratus D.T. (Schenkel roth-
braun) = subsinuatus Dit.
Harp. laevicollis Dft. v. piceus D. T. (Käfer braun) ist ein
frisches Stück; v. obscurus D. T. (Käfer schwarz) ist Stammart.
Harp. servus Dft. v. brunnescens D. T. (die Spitze der
Schenkel ist rothbraun) ist Stammart.
Harp. tardus Panz. v. rufipes D. T. (Fühler und Fülse
rothgelb) ist nach Panz. Stammart; v. tibialis D. T. (Wurzel
der Schienen braun); v. brunneus D. T. (die ganzen Beine
braun) = rufimanus Mrsh. Der typische tardus Pz. hat gelbe
Tarsen, ob aber die Wurzel der Schenkel rostroth ist, geht weder
aus seiner Beschreibung noch Abbildung hervor; bei Panz. steht
nur „pedes nigri“. Meine märkischen Stücke haben hellere Wurzel
der Schenkel und Schienen und gelbe Tarsen. Ex. mit ganz
schwarzen Beinen, wenn dieselben nicht maobgedunkelt sind, habe
ich noch nicht gesehen.
Harp. serripes Schönh. v. nigripes D. T. (Beine schwarz)
ist Stammart; v. picipes D. T. (Beine pechbraun) ist ein frisches
Stück.
Harp. fuscipalpis Strm. v. brunneus D. T. (Flgd. braun)
ist sicherlich ein frisches Stück.
Harp. impiger Dft. v. nigrescens (Flgd. einfarbig schwarz)
ist Stammart; v. rufus D.T. (Flgd. braun) ist ein unausgefärbtes
Stück; v. marginatus D. T. (Flgd. mit rostrothem Saume).
Stenolopus meridianus L. v.marginellus D. T. (Halssch.
» gelb gerandet.,. Schaum erwähnt in seiner Naturgesch. der In-
sekten Deutschl. Bd. I, p. 622 noch eine Var.: „Prothorace ferru-
204 J. Schilsky: Synonymische
gineo“. Für dieselbe möchte ich den Namen fhoracicus m. vor-
schlagen. Aus der Mark ist mir diese Form noch nicht bekannt.
Stenol. esiguus Dej. v. niger D. T. (Flgd. schwarz) ist
Stammform.
Trechus rubens F. v. marginalis D. T. (die Ränder des
Halssch. sind kastanienbraun); gewöhnlich ist das ganze Halssch.
schwarz; bei frischen Stücken jedoch auch einfarbig rothbraun.
Trechus austriacus Dej. v. collaris D. T. (Halssch. roth-
braun).
Trechus ovatus Putz. v. unimaculatus D. T. (Flgd. mit
rother Makel) — pallescens Redt?
Trechus lithophilus Putz. v. obscurus D. T. (Flgd. roth-
braun) ist ein nachgedunkeltes und älteres Stück.
Epaphius secalis Payk. v. brunneus D. T. (Flgd. braun)
ist ein älteres Ex.; v. ferrugineus D. T. (Flgd. rostroth) ist
Stammart); v. testaceus D. T. (Flgd. gelbbraun) ist ein frisches
Ex. Alle diese Formen stellen die verschiedenen Altersstufen dar
und werden nicht besonders bezeichnet.
Bembidium 2-guttatum F. v. cyaneumD.T. (Figd. blau);
v. chloros (Flgd. grün) = vulneratum Dej.; v. apicale D. T.
(Flgd. aufser der rothen Makel noch mit rother Spitze). Die von
Fab. beschriebene Art hat schwarze Flgd.
Bemb. punctulatum Drap. v. fusco-aeneum (Flgd. bläulich).
D. T. bezieht blaue Stücke auf aerosum Er.; Erich. bezeichnet
diese Art aber (Käf. d. Mark p. 124) erzfarbig grün; chlorophanus
Strm. bezieht sich auf ganz grüne Stücke, wie ich solche aus der
Mark nicht kenne.
Bemb. varium Oliv. v. basale D. T. (die Makel an der
Wurzel der Figd. fehlt); v. apicale D. T. (die gelbe Spitze fehlt);
v. bifasciatum D. T. (mit einer gelben Binde vor der Mitte der
Flgd.). Var. mit vorstehenden Merkmalen sind mir bei dieser Art
nicht bekannt, wohl aber bei obliguum Strm.
Bemb. 2-punctatum F. v. chloropus D. T. (Fühler und
Beine grünlich) Fabr. nennt sie schwarz; meist sind dieselben
schwärzlich erzfarben; chloropus ist somit keine auffällige Form.
Bemb. tenellum Er. v. azurescens D. T. (Flgd. schwarz-
blau), v. chlorizans D. T. (Flgd. schwarzgrau) sind nicht auf-
fällige Formen; Erichson beschreibt seine Art „aeneo-nigrum.“
Bemb. articulatum Pz. v. viridicolle D. T. (Kopf und
Halssch. grün) ist nach Pz.’s Abbildung und Beschreibung Stamm-
und andere Bemerkungen etc. 205
form; v. nigricolle D. T. (Kopf und Halssch. schwarz); v. aeneo-
colleD.T.(Kopf und Halssch. blauroth) dürfte ein frisches Stück sein.
Bem. fulvipes Strm. v. viridis D. T. (Flgd. grün) ist
Stammart; v. coeruleum D. T. (Flgd. blau).
Bemb. lunatum Dft. v. pallidum D. T. (Figd. mit einer hell-
gelben Makel) ist nicht bemerkenswerth, da die Binde sonst roth-
gelb bei ausgefärbten Thieren ist.
B. AndreaeF.v.virescens D. T. (Figd. grün); v. coerules-
cens D. T. (Figd. blau). Fab. (Syst. El. I, p. 204) beschreibt seine
Art aus Italien: „elytris pallidis: fuscia media nigra“. Bei meinen
Stücken ist diese Binde bräunlich, Schaum nennt sie schwarzgrün.
Bemb. testaceum Dft. v. obscurum D. T. (Flgd. dunkel-
grün); v. nigrescens D. T. (Flgd. schwarz). Duftsch. (Faun.
austr. II, p. 214) bezeichnet seine Art lestaceus, schwach metallisch
schimmernd. Schaum weist nun (Naturgesch. der Ins. Deutschl. I,
p- 702) nach, dafs die Duftschmid’sche Beschreibung nach einem
unreifen Stück entworfen se. Schaum acceptirte nun dafür
obsoletum Dej. Ein unausgefärbtes Ex. kann nun aber nicht als
Stammart betrachtet werden; es wird dafür obscurum D. T. = obso-
letum Dej. daher angesehen werden müssen.
Bemb. fasciolatum Dft. v. unicolor D. T. (Flgd. ohne roth-
braunen Seitenrand). Es würden darunter also einfarbig grüne
Stücke zu verstehen sein. Duftschmid spricht in seiner Diag-
nose von einer plaga laterali und erwähnt noch eine Var. P:
Elytris pedibusque rufescentibus; ob dieselbe auf solche Stücke
zurück zu führen sind, wage ich nicht zu entscheiden; jedenfalls
wäre diese Form aber als eine bedeutend abweichende zu betrachten.
Bemb. tibiale Dft. v. nigrescens D. T. (Flgd. schwarz)
= unicolor (Andersch i. litt.) Duft. (vergl. Duft. II, p. 209);
v. virescens D. T. (Figd. grün) muls als Stammart betrachtet
werden, da Duft. die Art „viridi-aeneus“ beschreibt; das Grün
variirt sehr.
Bemb. fumigatum Dft. v. variolosum D. T. (Flgd. gefleckt
und fein gesprenkelt). D. T. betrachtet jedenfalls Thiere mit ein-
farbig gelbbraunen Flgd. als die Stammart. Aus der Beschreibung
des Duft. geht nicht hervor, ob und wie die Flgd. gezeichnet sind.
Schaum spricht von 3 unregelmälsigen Querbinden.
Tachys bistriatus Duft. v. piceus D. T. (Flgd. pechbraun)
ist Stammart; v. testaceus D. T. (Figd. blafsbraun) = elongatus
Dej. oder gregarius Chaud. Da D. T. von der Farbe des Kopfes
nichts sagt, läfst sich dies nicht sicher feststellen. Aus Tirol
(Bozen) besitze ich beide Formen.
(Fortsetzung folgt.)
m ———
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Beiträge zur Lebensweise der Gattungen Atemeles und
Lomechusa von E. Wasmann S.J. (Haag, Martinus Nijhoff,
1883.)
Der geschätzte Autor hat in den letzten Jahrgängen unserer
Zeitschrift bereits eine Reihe von Beiträgen zur Kenntnils der
Ameisengäste geliefert 1). In der vorliegenden, 83 S. starken
Schrift (Separatabdr. a. d. Tijdschr. v. Entom. XXXI) behandelt er
eingehend die Lebensweise der Gattungen Atemeles und Lomechusa,
vorzüglich ihr Gastverhältnifs zu den Ameisen. Als Vorarbeit
(No.I) schickt er eine genaue historische Uebersicht voraus über
die bisherige Kenntnils gastlicher Beziehungen von Staphyliniden
zu Ameisen; hieran schliefsen sich Anweisungen über die beste
Methode zur Einrichtung künstlicher Nester, um die Myrmekophilen
in ihren Beziehungen zu den Ameisen zu beobachten. Es folgt
sodann (No. Il) eine mit eingehender Literaturkenntnifs durch-
geführte „kritische Revision der bisherigen Fundorte von Lom.
und At. bei Ameisen“; der Zweck dieses Absehnittes ist, die
normalen Wirthsameisen für die einzelnen Arten festzustellen, im
Gegensatze zu jenen Ameisen, bei denen sie nur ausnahmsweise
vorkommen. Es war keine leichte Arbeit, hier reine Bahn zu
machen, einerseits die älteren Angaben richtig zu würdigen und
doch andererseits deren allenfallsige Verwechselungen zu berich-
tigen. Ein Beispiel für die Verwickelungen, die hier zu lösen
waren, giebt die Angabe des älteren Sahlberg für das Vorkommen
von L. strumosa bei „Formica rubra“, aus der durch weitere Citate
schliefslich sogar Myrmica scabrinodis geworden war. Schon ältere
Autoren ?) hatten bezweifelt, dafs Sahlberg’s Angabe auf eine
Myrmica sich beziehe; W. weist nach, dafs Formica sanguinea Latr.
gemeint sei, die noch heute (nach J. Sahlberg) die normale Wirths-
ameise von L. strumosa in Finnland ist.
No. III beschreibt die Lebensweise von At. emarginatus und
paradozus und ihre Beziehungen zu deren normalen Wirthsameisen
(Myrm. scabrinodis, ruginodis, rugulosa, anderswo auch laevinodis).
Ueber die Zahlenverhältnisse der Atemeles in den Myrmica-Nestern
giebt W. eine statistische Tabelle auf Grund von Untersuchungen
von 58 Nestern. Interessant ist die Menge der manchmal in einem
1) 1886, I, $.49—66; 1887, I, 97—107, 108—122; 1887,
II, 417430.
2) Vgl. Ins. Deutschl. II, 113.
E. Wasmann: Beiträge zur Lebensweise etc. 207
Neste beisammen wohnenden At.; z.B. einmal (bei M. scabrinodis)
112 emarg. und 3 paradozus! Merkwürdig ist, dafs die Anwesenheit
der At. bei M. im umgekehrten Verhältnisse steht zur Anwesen-
heit von Puppen der g' oder 2 jener Ameisen oder von Jg’ und 2
selbst; W. erklärte dies aus den parasitischen Beziehungen jener
Käfer. Ferner hat er beobachtet, dals emarg. und parad., die oft
beisammen in demselben Neste leben, nicht selten sich paaren,
besonders paradozus-g‘ mit emarginatus-2; hieran knüpft er die
Vermuthung, dafs vielleicht einige der von ihm schon früher in
unserer Zeitschrift beschriebenen Varietäten!) (deren Thoraxformen
er S. 29 abbildet) als Bastardformen aufzufassen seien; doch legt
er dieser Erklärung selbst nur einen ganz hypothetischen Werth
bei und macht darauf aufmerksam, dafs die Stabilität der beiden
Arten durch diese Vermuthung 'schon deshalb nicht beeinträchtigt
werde, weil die Behaarung und Punktirung stets konstant ver-
schieden bleibt und die Abänderungen sich fast nur auf die
Thoraxbildung beziehen, allerdings in einem bei Staphyliniden sonst
nicht bekanntem Grade.
Die At. kommen nach W. nicht blols im Frühling, sondern
auch wieder im Herbst bei den Myrmica vor. Im Oktober fand
er sie klumpenweise zusammengedrängt in den tiefsten Gängen
mehrerer Nester, wohin sie mit den Ameisen zur Ueberwinterung
sich zurückgezogen hatten. Da diese im Herbste erscheinende
Generation identisch ist mit derjenigen, die man im nächsten
Frühling findet und sich erst dann fortpflanzt, nimmt er nur eine
Generation jährlich an. Dafs die At. nach der Paarung die Myrmica-
Nester zu verlassen suchen, hatte W. schon früher berichtet; seine
Vermuthung, dals sie bei Formica-Arten, bei denen man später
noch vereinzelte Exemplare trifft, ihre Verwandlung durchmachen,
hat sich bestätigt. Bei letzteren Ameisen fand er die Larven der
Atemeles (die den von J. Sahlberg beschriebenen Lomechusa-Larven
sehr ähnlich sind). Im Anhange giebt er die Beschreibung und
Abbildung derselben und nähere Notizen über ihre interessante
Lebensweise; sie werden nämlich von den Ameisen gepflegt wie
ihre eigenen Larven, fressen nebenbei aber auch an den Eiern und
Puppen ihrer Wirthe. Obgleich die Aufzucht dieser Larven noch
nicht gelungen ist, sind doch die Gründe, die W. für ihre Zugehörig-
keit zu Atemeles anführt, völlig hinreichend.
1) Dazu kommt noch die Var. rhombicollis von 1 paradoaus;
Beschreibung derselben S. 22, Anm. 1,
208 E. Wasmann: Beiträge zur Lebensweise etc.
Auch über den Geruch, den die Af., wenn sie gereizt werden,
von sich geben, hat W. Untersuchungen angestellt. Er fand, dafs
dieser eigenthümlich aromatische Duft identisch ist mit demjenigen,
den der Kopf von Myrmica beim Zerreiben verbreitet und den ge-
reizte Honigbienen aus ihren Oberkieferdrüsen absondern. Namentlich
wegen letzterer Analogie ist W. der Ansicht, dafs der Geruch den
At. hauptsächlich als Defensivmittel gegen feindliche Angriffe diene.
Die gastlichen Beziehungen von At. emarginatus, die Fütterung
und Beleckung desselben durch Myrmica, hat W. schon früher in
unserer Zeitschrift zum ersten Male beschrieben; nach seinen vor-
liegenden neuen Beobachtungen gilt dasselbe auch für At. paradozus.
Beide Arten ahmen im Verkehre mit den Ameisen und untereinander
die Sitten der Ameisen im hohen Grade nach, namentlich wenn
sie eine Ameise durch Fühlerschläge und Streicheln der Kopfseiten
zur Fütterung auffordern. Letzteren Vorgang hat W. S.47 auch
anschaulich abgebildet. Die von den verwandten Aleocharinen
abweichende, auffallend breite und grofse Zunge von At. und Lom.
bringt er mit der biologischen Thatsache in Verbindung, dafs diese
Käfer häufig von den Ameisen gefüttert werden.
Zwischen dem Gastverhältnisse der Atemeles und Lomechusa
obwaltet nach W. der Unterschied, dafs erstere ihren Wirthsameisen
gegenüber grölsere Initiative zeigen als letztere und von ihnen
minder abhängig sind; diese Verschiedenheit hängt mit dem Um-
stande zusammen, dals die Lom. ihre ganze Entwickelung bei der-
selben Wirthsameise durchmachen, die Atemeles dagegen als Käfer
und als Larven verschiedene Wirthe haben. Besonders interessant
ist es, dals die Aitemeles emarg. und parad. von den Myrmica
gefüttert werden wie befreundete Ameisen, Lom. sirumosa von
F. sanguinea dagegen wie eine Ameisenlarve. Bezüglich der Einzel-
heiten dieser für die vergleichende Biologie und Psychologie sehr
bemerkenswerthen Beobachtungen müssen wir auf W.’s Arbeit selbst
verweisen.
In einer Schlulsbemerkung stellt W. die Fortsetzung und weitere
Ausdehnung seiner biologischen Studien über Ameisengäste in
Aussicht. Auf eine Besprechung des Gastverhältnisses vom psycho-
logischen und biogenetischen Standtpunkte wollte er hier noch nicht
eingehen, weil die dazu nöthigen Vorarbeiten (namentlich über die
Beziehungen der Ameisengäste zu fremden Kolonien und Arten)
noch nicht abgeschlossen sind. Dieses vorsichtige Bestreben, zuerst
die nächsten Gesetze der zu erklärenden Erscheinungen genau
zu erforschen, bevor man auf philosophische Erörterung derselben
sich einläfst, dürfte manchen Darwinistischen Collegen zur Nach-
ahmung empfohlen werden, die in dieser Beziehungen leider oft
nicht so vorsichtig vorangegangen sind. Dr. G. Kraatz.
eu
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Stand der Reblausfrage auf der linken Rheinseite
der Rheinprovinz.
Wie in den vorhergehenden Jahren hatte ich auch im Sommer
1883 die Oberleitung der linksrheinischen Weinberguntersuchung.
Die Revision der alten Reblausherde fand in der zweiten Hälfte
Juni statt und war das Ergebnifs ein sehr befriedigendes, indem
nirgends lebende Rebläuse mehr gefunden wurden, die nach der
Behandlung mit Schwefelkohlenstoff und Petroleum abgestorben
waren.
Am 1. Juli begann die Untersuchung der linksrheinischen Wein-
berge und zwar 1. in dem Ahrthale in den verseuchten Gemar-
kungen Heimersheim (inel. Ehlingerberg) und Lohrsdorf; 2. im
Hellbachthale in den Gemarkungen Coisdorf, Löhndorf, Westum und
Sinzig; 3. in Gemarkung Niederbreisig, auf dem Berge, auf dem
1835 eine Infection gefanden war, und 4. in Gemarkung Friesdorf
bei Bonn, woselbst 18385 ein Herd gefunden war.
Im Ahrthale speciell wurde untersucht der auf dem rechten
Ahrufer gelegene grolse Ehlingerberg, sowie auf dem linken Ufer
das ganze Gebiet von dem Landskronberg ahrab bis zur Boden-
dorfer Kirche, so dafs die sämmtlichen dazwischen liegenden
Weinberge, und zwar jeder einzelne Rebstock, zur Untersuchung
gelangten. An die Gemarkung Lohrsdorf stölst ahrauf die Gemar-
kung Bodendorf.
Das Resultat war, dals 1. in den Gemarkungen Niederbreisig
und Friesdorf keine weiteren Infecetionen mehr gefunden wurden,
2. die Gemarkungen Coisdorf, Löhndorf und alles was von der
Gemarkung Sinzig rechts des Hellbachthales liegt, reblausfrei
befunden wurde und ebenso der Theil der Gemarkung Bodendorf,
der an Gemarkung Lohrsdorf anschliefst, obgleich hart an der
Grenze, aber auf Lohrsdorfer Gemarkung, vier Reblausinfectionen,
zum Theil in früheren Jahren, gefunden waren.
Innerhalb der verseuchten Gebiete und nirgends über die
Gemarkungsgrenzen hinaus, wurden nun in diesem Jahre 18 neue
Infectionen gefunden, eine geringe Anzahl im Vergleich zum Vor-
jahre mit 54 Reblausherden.
Hierzu habe ich Folgendes zu bemerken:
1. Die im Ahrthale gefundenen liegen, mit Ausnahme von
zweien, in Terrains, die im Vorjahre wegen vorgerückter ungünstiger
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. 14
210 L. v. Heyden: Stand der Reblausfrage
Jahreszeit nicht mehr zur Untersuchung gelangen konnten. Der
eine der oben genannten 2 Herde (mit 4 kranken Stöcken) scheint
vielleicht im Vorjahre übergangen zn sein, liegt aber in einem
Gebiet an der Grenze, woselbst, wie oben gesagt, im Vorjahre
nicht mehr gearbeitet werden konnte. Die anderen infieirten Reben,
die den Herd 124 bilden, liegen an der Ruine Landskron im
Gestrüpp und sind Reste alter, zum Theil seit 10 Jahren und mehr
nicht mehr gebauter Weinberge; sämmtliche dort zwischen dem
Basaltschotter stehende Reben wurden ausgehauen und verbrannt.
Ebenso liegen fast alle in Sinziger und Westumer Gemarkung
gefundenen Herde (9 Stück) in Gebieten, in denen überhaupt erst
einmal, z. Th. der je öte oder je lOte Stock, untersucht wurden
oder die ebenfalls im Vorjahre zurückgestellt werden mulsten. Fast
alle 1383 gefundenen Herde gehören also eigentlich auf Conto des
Jahres 1887. Wenn auch zur Auffindung der Herde das Wetter
bei weitem nicht so günstig wie im Vorjahre war, so konnten doch
überhaupt Infectionen gefunden werden.
2. Es ist, was ich schon in den Vorjahren betonte, erwiesen,
dals die Infeetionen nicht über die Gemarkungsgrenzen hinaus
gehen, was darin seinen Hauptgrund hat, dafs es nicht üblich ist,
dals die Arbeiter im Tagelohn in anderen Gemarkungen arbeiten,
also auch nur sehr selten Gelegenheit gegeben ist, die Reblaus mit
schmutzigem Handwerkszeug und Schuhwerk zu verschleppen.
3. Es ist sehr bemerkenswerth, dafs bei allen linksrheinischen
141 Reblausherden fast stets dieselben Eigenthümer der Parzellen
wieder und immer wieder vorkommen und ist es doch nicht an-
zunehmen, dafs die geflügelte Reblaus, die in unseren nörd-
licheren Climaten eine nur untergeordnete Rolle spielt,
bei ihrem Fluge sich stets bestimmte Eigenthümer aussucht. Die
allermeisten Infectionen liegen hart an Fufswegen, stets aber da,
wo der Eigenthümer wegen der mehr oder weniger geneigten Lage
des Bodens gezwungen ist, entweder oben oder unten an der
Parzelle mit der Arbeit zu beginnen; dies deutet aber auch nur auf
Verschleppung mit dem Handwerkszeug hin und weniger auf die
geflügelte Form der Reblaus, die doch nicht an Fufspfade ge-
bunden ist.
Der zur Untersuchung so äulserst günstige warme Sommer 1887
gestattete eine grolse Anzahl Herde zu finden und sprach ich
schon damals die Hoffnung aus, dafs sich von nun an die Anzahl
der Herde, besonders aber die Zahl der kranken Stöcke in
den folgenden Jahren vermindern würde, was auch eingetroffen ist.
auf der linken Rheinseite der Rheinprovinz. 211
Da die Infeetionen nicht über die ursprünglichen Gemarkungsgrenzen
hinausgehen und wenn das eingeschlossene Gebiet noch einige
Jahre intensiv mit jetzt zur Genüge zu Gebote stehenden tüchtigen
Sachverständigen gewissenhaft untersucht wird, so ist alle gegründete
Hoffnung vorhanden, dafs wir wenigstens im Ahrthale und Hellbach-
thale, linksrheinisch, der Reblausseuche Herr werden.
Die angewandten Desinfectionsmittel, Schwefelkohlenstoff und
Petroleum, haben vorzüglich ihre Schuldigkeit gethan und beide
Stoffe schaden auch dem Boden für fernere Cultur nicht, denn auf
dem alten Herde 1, der zum Rebbau wieder freigegeben ist, stehen
die neuangepflanzten, zum Theil dreijährigen Reben in üppigster
Fülle und die anderen Herde sind oft mit mannshohem Unkraut
dicht bedeckt.
Die dem Ahrthale, auf der rechten Rheinseite, gegenüber
liegenden Weinberge der Gemarkungen Ockenfels und Linz sind
im Verhältnifs viel stärker verseucht befunden wie die links-
rheinischen. Es wird angenommen, dafs der Ockenfelser Herd
No.1 der ursprüngliche, direkt durch aus Amerika importirte Reben,
Hauptinfectionsherd ist. Wenn auch hier noch mehr Herde gefunden
wurden, so geht doch auch hier die Infection nicht über die Ge-
markungsgrenzen hinaus.
Was die Reblausinfectionen in der Provinz Hessen-Nassau,
speciell in der Umgegend von Biebrich und Wiesbaden betrifft, so
konnte 18383 wegen anhaltender schlechter Witterung nur kurze Zeit
untersucht werden. Im Vorjahre waren daselbst die Reben des
Biebricher Schloflsgartens sehr stark infieirt befunden worden. Auf
Anordnung des Hrn. Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau
fand hierauf eine eingehende Untersuchung aller Gärten statt, die mit
dem Schlofsgarten in Beziehung standen. Das Resultat war, dafs
da fast ohne Ausnahme infieirte Stöcke gefunden wurden. Ich
bekam dann den besonderen Auftrag, die sämmtlichen Wiesbadener
Hausgärten zu untersuchen, die nicht mit dem Biebricher Schlofs-
garten in Verbindung standen. In 780 Gärten, die ich und die
mir unterstellten Herren untersuchten, ebenso in der Prima- Lage
Neroberg, wurde nichts Verdächtiges gefunden. Im Jahre 1888
fanden die untersuchenden Sachverständigen nur noch vereinzelte
Herde und steht zu hoffen, dafs der Feind noch nicht in das werth-
volle Rheingau eingezogen ist, was allerdings erst eine 1889er
Untersuchung feststellen muls. Major z. D. Dr. L. v. Heyden.
14 *
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Ueber Copula verschiedenartiger Coleopteren
mitgetheilt von
Major Dr. L. v. Heyden.
Dr. Hagen hat bereits in der Stett. Entomol. Zeitung 1858,
p. 414 dieses Thema ausführlicher behandelt. Bei Durchsicht
meiner „Abnormitätensammlung“ finde ich folgende Belagstücke,
die von mir und meinem verstorbenen Vater beobachtet wurden.
1. Melolontha vulgaris L. J mit M. hippocastani F.Q. —
d' mit schwarzem Thorax, 2 mit rothem Halsschild und Beinen.
19. V. 1867 auf dem Gaualgesheimerkopf bei Bingen am Rhein von
mir gefunden. — Hippoc. flog Mittags in Unzahl, darunter nur
dieser eine g' von vulgaris beobachtet !).
2. Chrysomela polita L. J mit Chrysomela coerulans
Seriba 2 (blau). — Frankfurt (mein Vater).
3. Gaurotes virginea L. g' (schwarze Thorax) mit Ahagium
mordaz Degeer 2 von mir 1877 bei Schierke im Harz gefunden.
4. Otiorrhynchus niger F. Z\ mit Ot. lepidopterus F. 2
von mir 1877 bei Schierke im Harz gefunden.
5. BalaninuscruzF.g mit Orchestespopuli F.9. 15. VIH
1844 von meinem Vater auf einer Weide auf der Maininsel bei
Frankfurt gefunden.
6. Metallites marginatus Steph. g' mit Polydrosus mollis
Stroem (micans F.) 2. Ende Juni bei Oberursel im Taunusgebirge
von meinem Vater gefunden.
Bei No. 1, 2, 4 gehören die Arten zu verschiedenen Species
derselben Gattung, bei No. 3, 5, 6 zu verschiedenen Gattungen der-
selben Familie, die bei 5 sogar weit auseinander stehen, aber die
allgemeine Körpergestalt und Grölse hat manche Uebereinstimmung.
Herr von Both-Frankfurt fand im Jahre 1880 im. Elsafs die
Schmetterlinge gJ' von Spilosoma urticae in Begattung mit 2
Spilosoma menthastri. Die abgelegten Eier waren unbefruchtet,
beziehungsweise die Räupchen krochen nicht aus.
1) Vergl. damit die Angaben von Kraatz, D. E. Z. 1885, p. 363.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Synonymische und andere Bemerkungen
zu Seidlitz, Fauna baltica und transsylvanıca
von
J. Weise.
Die bis jetzt erschienenen drei Lieferungen von Seidlitz’s Fauna
rechtfertigen in jeder Hinsicht die nicht geringen Erwartungen,
welche unsere jetzigen Entomologen an ein Handbuch stellen und
machen den Wunsch rege, möglichst bald das ganze Werk in Händen
zu haben. Im Hinblick auf die grofse Verbreitung, welche dasselbe
naturgemäls finden wird, erscheint es geboten, so schnell als möglich
auf die kleinen Irrthümer hinzuweisen, welche sich eingeschlichen
haben, und ich erlaube mir, einige Fälle zur Sprache zu bringen,
die nach meiner Ansicht einer Abänderung bedürfen. Es sind
vorläufig folgende:
p- 27 ist für Platynus Bon. wieder Anchomenus Er. eingeführt.
Nun hat aber Brull& zuerst die drei Gattungen Bonelli’s Platynus,
Anchomenus und Agonum unter dem Namen Platynus vereinigt,
folglich tritt hier der $ 16 der Gesetze der entomol. Nomenclatur
(der bei Seidlitz in der Einleitung p. 24 abgedruckt ist) in Kraft:
„Ist diese Wahl einmal getroffen und der gewählte Name seinerseits
in die Wissenschaft eingeführt, so ist er berechtigt und kann nicht
wieder abgeändert werden“. Erichson glaubte (Käf. d. Mark 107)
den Namen Platynus vermeiden zu müssen, da eine Dipteren-Gattung
von Wiedemann den Namen Platyna führt.
p- 130 wird für Systenocerus versucht, den Namen Platycerus
aufzunehmen; gradezu lächerlich erscheint es, dafs Seidlitz aufserdem
hinter Systenocerus Weise sich noch den Ausdruck „ballh.“ zu
setzen erlaubt. Herr Seidlitz scheint nicht das Gefühl gehabt zu
haben, dafs er durch diesen Ausdruck andere, gewifs ebenso treue
Arbeiter wie er selber (Bedel, Reitter etc.) mit Nichtachtung be-
handelt und verletzt, selbst da, wo die Bezeichnung „verballhornt“
sachlich richtig wäre (z. B. Faun. balt. 104: Cybisteter Bedel für
Cybister Curtis); auf alle Fälle aber hätte er wohl vermeiden
können, in einem Handbuche Streitfragen zum Austrage bringen
zu wollen. Latreille durfte nicht mehr den Namen Platycerus
214 J. Weise: Synonymische und andere Bemerkungen
Geoffroy willkürlich anwenden, da derselbe älter als Zucanus L.
und ohne Widerrede mit diesem synonym ist. Da hilft alles Aus-
reden, „dals gar kein Grund vorhanden sei“, nichts. Entweder
wird Platycerus Geoffroy für Lucanus L. benutzt, oder der Name
fällt im Verein mit allen von Geoffroy gegebenen.
p- 163 fehlt die in Deutschland weit verbreitete und längst bei
Berlin nachgewiesene Trachys fragariae Bris.
p. 224. Lyctus aeneus Richter (1817) ist nicht nur „genügend
kenntlich“, sondern vorzüglich beschrieben und noch aulserdem
gut abgebildet, der Name tritt für coeruleipennis Sahlb. ein.
p- 223. Bei Rhizophag. Wagae Wank. fehlt der Hauptfundort
die Karpathen. Ich habe das Thier im Verein mit Reitter z. B.
am Hoverla in mehr als 200 Exemplaren gesammelt, die allmählich
in die europäischen Sammlungen übergegangen sind, auch wurde
diese Fundstelle vor 12 Jahren bekannt gemacht. „Es ist kein
Grund vorhanden“, das Thier als Wagae Wank. aufzuführen, da
es viel früher von Sahlberg als puncticollis beschrieben ist (Berl.
Zeitschr. 1870, 232).
p- 68. Bei der Eintheilung der Coceinelliden ist der von
Thomson zuerst gebrauchte Gegensatz: die Gelenkhöhlen der
Vorderhüften „geschlossen“ oder „nach hinten offen“ möglichst zu
vermeiden; denn es giebt wohl keine Coceinelle, bei der sich die
Seitenstücke der Vorderbrust mit dem Fortsatze des Prosternum
vereinigten, folglich kann von ganz geschlossenen Höhlen nicht die
Rede sein, wenigstens nicht in dem Sinne, wie bei anderen Käfer-
familien. Mit der Eintheilung der Coccinelliden vermag ich mich
nicht zu befreunden. Die Epilachnini, die sich von den übrigen
Coceinellen wesentlich durch Entwickelung und Lebensweise unter-
scheiden, sind zwischen die Chilocorini und die übrigen Gruppen
eingeschoben, sie müssen aber allen anderen Abtheilungen gegenüber
gestellt werden, da sie sich beispielsweise ungefähr ebenso weit
von ihnen entfernen als die Lithophilini, welche nicht zwischen den
Coceinellen, sondern bei den Colydiern aufgeführt werden.
p. 274. Chilocorus renipustulatus Scriba wurde 1790 von Rossi
(Faun. Etr. 68) als C. similis beschrieben und Taf. VII, Fig. 4
abgebildet.
p. 275. Subcoccinella globosa Schneid. ist 1758 von Linne nur
unter einem Namen, als C. 24-punctata beschrieben worden, dals
Linne später, in der Ed. XII, 1767, noch leichte Abänderungen
der Art benannte (18-punctata und 23-punctata) und andere alte
Autoren seinem Beispiele folgten, hat auf die Frage nach dem
zu Seidlitz, Fauna baltica und transsylvanica. 215
Namen der Art nicht den mindesten Einflufs. Schneider war „ganz
berechtigt, der Gesammtheit der Färbungen einen Namen zu geben*,
aber nicht einen neuen, wie Seidlitzz doch wohl nur im Scherze
meint, sondern den von Linne zuerst ertheilten. Wenn überall
Ausnahmen zur Geltung gelangen sollen, wozu druckt Seidlitz dann
den $ 14 der Gesetze etc. erst ab?
p- 277. Adonia mutabilis Seriba. Der älteste giltige Name ist
meines Wissens variegata Goeze, wenn Seidlitz einen noch älteren,
„die 9-notata Scop. 1763“ anführt, so kann dies nur geschehen,
um eine Täuschung oder Verwirrung herbeizuführen, denn da Seidlitz
doch Scopoli eingesehen haben muls, darf ihm nicht entgangen sein,
dafs Seop. nicht den eigenen, sondern den von Linne entlehnten
Namen 9-purctata braucht, und dafs ferner die von Scop. be-
schriebene Coccinella mit mutabilis Sceriba nichts zu thun hat, da
es eine Var. von 11-punctata L. ist.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch erwähnen, dafs Seidlitz
so häufig sehr inkonsequent bei der Angabe des Autors verfährt.
Auf Seite 277 wird unter mutabilis Seriba die variegata Weise statt
Goeze als synonym angegeben, anders auf Seite 280. Da findet
man unter variabilis Herbst nicht etwa 10-punctata Weise als
Synonym, nein, die 10-punctata Linne.
Dals die Coccinella 10-punctata L. niemals als variabilis Hbst.
aufgeführt werden darf, versteht sich von selbst. Gilt einmal die
Priorität, so dürfen Ausnahmen und Ausnähmchen nicht zugelassen
werden.
p- 280. Cocc. magnifica Redtb. und labilis Muls. sind nicht
reine Synonyma von distincta Fald., die bis jetzt nur im Caucasus
beobachtet worden ist, sondern die im übrigen Europa auftretende
Varietät. Wollte Seidlitz die Sache klarstellen, so mulste er var.
magnifica Redt. fett und distincta Fald. einfach und in Klammern
setzen lassen, weil er die letztere nicht beschreibt.
p. 282. Bei Halyzia biseptemguttata Schaller ist 15-guttata Weise
fälschlich als Synonym angegeben. Letztere ist = 15-guttata
Fabr. Wie schon llliger (Käf. Pr. 433) richtig vermuthet, hat
Fabricius die weilse Färbung in der Mitte der Naht als gemein-
schaftlichen fünfzehnten Fleck (communi medio obsoleto!) an-
gesehen und wir dürfen ihm keinen Vorwurf daraus machen, nur
werden wir den Fleck nicht als löten Tropfen zählen! Der Name
bleibt nach wie vor 15-guttata Fabr.
Es könnte nun noch das beliebte Auskunftsmittel gegen mich
angewandt werden, dafs man die Behauptung aufstellt, der Name
216 J. Weise: Synonymische und andere Bemerkungen
palst ja aber nicht für die Art. Da führe ich als Antwort nur
die Coccinella bipustulata L. (Chilocorus) an, die Seidlitz p. 274
unter Anderem so beschreibt: „eine schmale, aus 3 kleinen Flecken
bestehende Querbinde auf der Scheibe jeder Fld. roth*. Warum
gilt denn für dieses, mit sechs rothen Flecken versehene Thier
der Name bipustulatus unbeanstandet?
p- 289. Für Orthoperus atomarius Heer mufs der ältere Name
punctum Marsh. beibehalten werden, was schon aus der Beschreibung
von Stephens hervorgeht, die sogar besser ist als die von Seidlitz.
In dieser wird die Oberseite einfach „gelb“ genannt, der dunkle
Kopf gar nicht erwähnt.
Ueber die Aufzählung der Orthoperus- Arten traue ich mir
augenblicklich kein sicheres Urtheil zu, möchte aber doch bemer-
ken, dafs die Vereinigung von Alukii mit drunnipes Gylih. nicht
glaubwürdig erscheint.
p- 307. Colenis dentipes Gylih. führt den Namen immunda
Sturm, da das Thier unter dieser Bezeichnung zuerst beschrieben
ist. Wollte ich in ähnlicher Art an den Abbildungen herummäkeln
wie Erichson (Ins. D. III, 84), so dürfte ich kaum eine der zahl-
reichen Haltica- Abbildungen citiren, die uns Panzer in der Fauna
germ. gegeben hat. Bei denselben sind die Beine aller Psyllioden
und Longitarsen falsch gezeichnet und doch ist die Art zweifellos
zu erkennen, natürlich nur von dem, der mit gutem Willen und
nicht mit Voreingenommenheit herangeht.
Zuletzt möchte ich noch einen Uebelstand zur Sprache bringen,
der von allen Bekannten, mit denen ich über die Faun. balt. ge-
sprochen habe, gleichmäfsig empfunden wird. Es betrifft die groflse
Schwierigkeit, in einigermalsen umfangreichen Gattungen die Gegen-
sätze aufzufinden. Einestheils liegt dies daran, dals Seidlitz die
Antithese nicht (wie z. B. Redtenbacher) unmittelbar auf die These
folgen lälst, anderntheils daran, dafs die vielen Striche, bald oben,
bald unten an der Zahl, verwirren und nicht nur einen grolsen
Zeitverlust, sondern auch eine völlig überflüssige Anstrengung der
Augen herbeiführen. Würden die Gegensätze unmittelbar hinter
einander gestellt und mit fortlaufenden einfachen Zahlen versehen
sein, so hätte Seidlitz 1) in der Gruppirung der Abtheilungen und
1) Auch Reitter in den Bestimmungstabellen. In diesen und
den übrigen Arbeiten hat R. zu meinem Bedauern das Wort der
Halsschild angewandt und sich so in einen Gegensatz zu den
deutschen Entomologen gestellt, die das Wort nur als Neutrum
zu Seidlitz, Fauna baltica und transsylvanica. 217
Arten denselben Effect erreicht, dabei aber die Benutzung seiner
Arbeit bequemer und weniger zeitraubend gemacht; denn das wird
jeder zugeben, dals man beispielsweise 16 leichter merkt und
schneller auffindet als 6 mit 4 Strichen oben oder unten.
Kleine Mittheilungen zur Thüringer Käferfauna
( Weimar)
von
J. Weise.
Vom Bahnhofe aus betrachtet, scheint die Umgebung von
Weimar viel zu angebaut und zu eben, als dafs auf eine irgend
wie befriedigende Ausbeute daselbst gerechnet werden dürfte, trotz-
dem enthält sie einige Punkte, die wohl einer gründlicheren Durch-
forschung werth wären. So liegt dicht bei der Stadt das Webicht,
ein junger, aber sehr dichter, mit einzelnen alten Eichen durch-
setzter Wald, welcher sich über der Ilm bis in die Nähe von Tiefurt
hinzieht. Am Rande desselben, neben der tief eingeschnittenen
Bahn nach Jena, findet sich Ptochus 4-signatus in Menge an Lotus
corniculatus, dabei Attalus analis, Ebaeus thoracicus, Dasytes sub-
aeneus, eine Zahl von Apionen, unter denen mir das unbehülfliche,
bei Weimar wahrhaft gemeine A. ebeninum viel Freude machte,
Mylabris marginalis, loti, olivacea etc. Gleich hinter der Eisenbahn-
brücke befindet sich neben der Strafse nach Tiefurt ein schmaler,
nach Norden geneigter und von einer Reihe Kastanien tief be-
brauchen. Gewifs ahnt er nicht, welche unangenehmen Empfin-
dungen er dadurch bei verschiedenen von seinen Lesern erweckt
(ein Bekannter schreibt: „Es giebt mir jedesmal einen Ruck, wenn
ich in der Wiener ent. Zeitung auf das Wort der Halsschild stofse“.
Er empfiehlt zugleich R. die bei uns gebräuchlichen Wörter: der
Kantel, das Sarg und der Tuch zur gelegentlichen Benutzung) und
vielleicht bedarf es nur dieses Hinweises, dafs R. zu dem usuellen
Gebrauche des Wortes das Halsschild zurückkehrt, dem er bis in
den Anfang der 80er Jahre treu geblieben ist.
218 J. Weise: kleine Mittheilungen
schatteter kurzer Grasstreifen, auf welchen die Thiere aus dem
Walde gern anfliegen. In den Käscher fielen Drilus concolor-g'
(nur am Vormittage), Omias mollinus, Barypithes violatus, Hydnobius
punctatissimus und strigosus, Colon murinum oder wohl n. sp., Ptoma-
phagus colonoides !) und zahlreiche Anisotoma-Arten, darunter badia
und parvula häufiger. Das erste Colon fing ich gegen Mittag, als
ich die bei Berlin fehlenden, hier gemeinen Athous longicollis und
Agriotes gallicus einsammelte, und da ich nun begann, in rationeller
Art nach den Silphiden zu suchen, d.h. das Gras dicht über dem
Erdboden abzukäschern, stellten sich bald die Anisotoma- und
Hydnobius-Arten ein. Bei den Versuchen nach 5 Uhr Nachmittags,
also zu einer Zeit, welche bisher als einzig günstig für den Fang
der genannten Thiere bekannt war, ist es mir nicht gelungen, eine
andere Art zu käschern als die häufige Colenis immunda, ich mufste
vielmehr in der Folge die Zeit von 12 bis 3 Uhr Mittags während
des stärksten Sonnenscheins zum Fange benutzen. Eine Erklärung
für diese auffällige Verschiebung der Flugzeit ergiebt sich vielleicht
aus den abnormen Witterungsverhältnissen des vorigen Sommers,
welche die Thiere zwangen, nach tagelanger Pause jeden günstigen
Augenblick für ihr Ausschwärmen zu benutzen; möglich wäre es
aber auch, dafs wir uns seither über die Flugzeit der Thiere
getäuscht haben, denn ich habe in der Folge auch bei Berlin schon
um 3 Uhr Nachmittags bei heiterem Wetter Anisotomen gekäschert,
natürlich nur an tief schattigen Stellen.
Im Webicht selbst wimmelt es von Thieren. Ich nenne davon:
Leistus rufescens, Malthodes yuttifer, Cyrtanaspis phalerata, Lissodema
cursor, Molytes coronatus, Tropiphorus elevatus, Magdalis linearis,
flavicornis, cerasi, Dorytomus tremulae, Orobitis cyaneus, Polydrusus
flavovireus, pterygomalis, Liosoma cribrum, Apion simile, platalea,
Agrilus laticornis, integerrimus, COryptocephalus frontalis, pusillus ?),
Luperus flavipes, Apteropeda globosa, caricis, Longitarsus pulmo-
nariae etc.
Hübsche Käscherstellen trifft man auch im Parke von Tiefurt
auf den Abhängen am rechten Ilm-Ufer. An Euphorbia cyparissias
lebt hier Aphthona pygmaea Kutsch. in ungeheurer Menge, vereinzelt
1) Auch bei Berlin zuweilen gekäschert.
2) Darunter die Var. viduus: Das Halssch. tief schwarz, ein
Saum am Vorder- und Seitenrande weilslich, ein grofser Fleck in
den Vorderecken und ein schmaler, mondförmiger, in der Mitte oft
unterbrochener Querfleck auf der hinteren Hälfte gelblichroth.
zur Thüringer Käferfauna (Weimar). 219
darunter A. venustula 1), die man an den dunklen Schenkeln und
der hellen blauen Oberseite sofort herausfinde. An Schöfslingen
von Pflaumenbäumen hielt sich Triragus carinifrons in unglaublichen
Mengen auf, ebenso Apion ononis an Onon. spinosa, seltener Apion
angustatum, filirostre, Gyllenhali, minimum, seniculum, pavidum.
Ein etwas weiterer Ausflug geht nach Buchfahrt, welches man
über Belvedere (mit guten Sammelstellen am Hainthurme) oder
über den tiefen Graben und Vollersrode erreicht. Mir waren hier
Chrysomela aurichalcea v. asclepiadis und fuliginosa v. molluginis
sehr lieb, die sich in Gesellschaft der bekannten Läufer unter
Steinen fanden, in den Käscher fielen Coptocephala scopolina und
Trachys fragariae, letztere an Fragaria vesca in der ganzen
Umgebung von Weimar und Jena, jedoch bei der gröfsten Sonnen-
gluth von 11—2 Uhr zu fangen, Phyllotreta nodicornis mit den
gewöhnlichen Urodon-Arten an Reseda, Longitarsus femoralis Marsh.
an Cynoglossum, einige Exemplare von Orsodacna cerasi und deren
Var. glabrata, sowie von lineola und deren Form nigricollis, offen-
bar die Reste der hier im Mai zahlreicher auftretenden Arten.
Zum Sammeln in dem prächtigen Walde zwischen Magdala
und Vollradisrode fand ich nicht Zeit, dagegen besuchte ich mehr-
mals eine Waldwiese, etwa in der Hälfte des Weges zwischen dem
Forstthurme bei Jena und Vollradisrode. Dieselbe ist mit Arnica,
Heliunthemum, Thesium, Carezx panciflora etc. bewachsen und lieferte
z.B. Manthura Mathewsi Curtis, bis jetzt nur von der französischen
und englischen Küste bekannt, Coraebus elatus, Orchestes pratensis,
Apion millum, pulchellum, flavo-femoratum, Chaetocnema confusa Boh.,
Dibolia rugulosa und Försteri, Chrysomela rufa, Mylabris cisti,
Gracilia pygmaea.
1) Die Angabe in Kellner’s Verzeichnifs Thür. p. 167, dafs die
(in ganz Thüringen häufige) Aphth. pygmaea sehr selten, venustula
nicht selten, atrovirens häufig, cyanella Redtb. nicht selten, dagegen
lutescens und coerulea ziemlich selten sein soll, ist unrichtig.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Synonymische Bemerkungen.
1. Von Aleochara procera Er. und spadicea Er. waren
Erichson und mir nur wenige Stücke bekannt, welche Erichson
noch als Ocalea-Arten beschrieb, ich zu Aleochara stellte. Fauvel’s
Angabe, dafs beide Arten nur eine sei (Revue entom. 1388, p. 241),
halte ich für begründet.
2. Mit meiner Aloconota debilicornis ist nach Hrn. Dr.
Eppelsheim Aloc. planifrons Waterh. Sharp. identisch, von wel-
cher mir keine Ex. vorgelegen haben.
3. Ein von Märkel stammendes Ex. der Liogluta hypnorum
Ksw. meiner Sammlung erklärte Hr. Dr. Eppelsheim für identisch
mit der Art, die später von Fuls als sylvicola beschrieben ist.
Typische Stücke der hypnorum habe ich nicht besessen. Männchen
mit einem Höckerchen auf dem zweiten oberen Segment fanden sich
bei mir nicht vor; sie haben mir seiner Zeit wahrscheinlich
aus anderen Sammlungen vorgelegen und sind mit Unrecht zu
hypnorum gezogen worden; ich habe schon damals (Ins. Deutschl.
II, p. 203 unten) hervorgehoben, dafs dergl. in der Regel vorhanden
sind, ein Ausdruck, den ich heut kaum anwenden würde, da solche
Geschlechtsunterschiede constant aufzutreten pflegen.
4. Lithocharis sicula Krtz. (Ins. Deutschl. II, p. 717) ist
nach kräftig punktirten Stücken der kurzflügeligen Form der nigri-
tula Er. beschrieben, von der mir seiner Zeit ungenügendes Material
vorlag; nigritula variirt nicht unerheblich in der Länge der Fld.?).
Nach einem bairischen Stück mit nicht schwarzbraunen, sondern
kastanienbraunen Fld. ist Lithoch. castanoptera (Ins.
Deutschl. II, p. 716) beschrieben; mir ist sonst kein weiteres aus
Deutschland vorgekommen; der Käfer soll sich aber (nach Schilsky)
auch im Allergebiet und Schlesien finden.
5. Mein einziges Ex. von Bledius erythropterus Krtz.
möchte Eppelsheim für eine monströse Form des fracticornis halten
und ich bin nicht abgeneigt, ihm darin beizustimmen, da die Art
seit 30 Jahren nicht wieder aufgefunden ist. Dr. G. Kraatz.
1) Stücke mit besonders langen Fld. aus Malaga lagen mir
aus der Eppelsheim’schen Sammlung vor, dem ieh-auf seine Bitte
mein typisches Stück von castanoptera zusandte; da die siciliani-
schen Stücke mit kürzeren Fld. auch rothbraune Fühler und Fülse
haben, so machen sie einen recht verschiedenen Eindruck von den
spanischen, auch pafst die Beschreibung der sicilianischen nigritula
geradezu nicht auf sie, da bei derselben die elyfra thorace paulo
longiore genannt worden; ich schlage daher für diese Form den
Namen macropepla vor.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Zwitter und Monstrositäten aus den Sammlungen
von
Dr. L. v. Heyden und Dr. G. Kraatz.
(Hierzu Taf. I, Fig. 9— 23.)
Fig. 9. Kopf von Hygrocarabus variolosus F. aus Ungarn mit
normalem rechten und 10gliederigem linken Fühler, eingesendet von
Hrn. Giebeler. (Mus. Heyden.)
Fig. 10. Vorderleib eines vollständigen Zwitters von Lucanus
cervus L. (von Reitter an Kraatz mitgetheilt) mit männlicher
linker und weiblicher rechter Seite. (Mus. Kraatz.)
Fig. 11. Gnorimus nobilis L. mit vollständig verkrüppelten
Fld., unter denen ebenfalls verkrüppelte Flügelstummel vorragen,
aus Schlesien von Hrn. Major Gabriel mitgetheilt. (Mus. Kraatz.)
Fig. 12. Vorderkörper eines Laemostenus aus dem Caucasus
(von Hrn. Reitter erhalten) mit einer bucklichen Auftreibung auf
der linken Seite des Thorax. (Mus. Kraatz.)
Fig. 13. Geotrypes Typhoeus L. (aus der Berliner Gegend von
Hrn. H. Klaeger mitgetheilt), Fühler mit doppeltem Knopf. (Mus.
Kraatz.)
Fig. 14. Zonabris quadripuncta L. aus dem Caucasus (Reitter!)
mit 2 fünfgliederigen Fühlerenden. (Mus. Heyden.)
Fig. 15.: Fühler von Aromia moschata L. aus Darmstadt
(Klingelhöffer!), bei dem sich das sechste Glied in zwei Aeste,
einen 6gliederigen und einen 3gliederigen spaltet. (Mus. Heyden.)
Fig. 16. Fühler von Calosoma investigator L. (aus der Berliner
Gegend von Hrn. Klaeger mitgetheilt), bei dem vom verstärkten
fünften Gliede zwei Aeste ausgehen, von denen der rechte ögliederig,
der linke 6gliederig ist, an der Spitze aber wiederum getheilt, und
2 zweigliederige Aeste zeigt. (Mus. Kraatz.)
Fig. 17. Bein eines Carabus auratu L. (aus Halle von
Hrn. Dr. Knauth in Dresden mitgetheilt), bei welchem eine Drei-
theilung des Schenkels anzunehmen ist, aber nur zwei verkrüppelte
Schienen vorhanden sind. (Mus. Kraatz.)
Fig. 18. Rechte Mittelschiene einer Taurhina Nireus Schaum
aus dem Aschanti Gebiete (Reitter), welche zweitheilig ist, jeder
Theil mit einer ausgebildeten Tarse versehen. (Mus. Kraatz.)
222 L.v. Heyden u. G. Kraatz: Zwitter und Monstrositäten etc.
Fig. 19. Zweitheilige Afterspitze einer Melolontha vulgaris F.,
welche in Interlaken von Hrn. v. Heyden gesammelt ist.
Fig. 20. Chrysomela fimbrialis Küster (von Hrn. Schulrath
Schreitter aus Görz mitgetheilt), mit 2 stark entwickelten Rippen
auf jeder Fld. (Mus. Kraatz.)
Fig. 21a. Thorax von Hydrobius fuscipes L., dessen Seiten
flügelartig erweitert sind; b) zeigt die gewöhnliche Bildung des
Vorderleibes. Nassau Dr. Buddeberg in Mus. Heyden.
Fig. 22. Fühler von Melolontha vulgaris Fabr., mit einer
dreieckigen Erweiterung in der Mitte des letzten Gliedes an jedem
Fühler (aus der Berliner Gegend von Hrn. Klaeger mitgetheilt).
(Mus. Kraatz.)
Fig. 23. Kopf von Cerambyr cerdo L. (aus Illyrien von Hrn.
Schulrath Schreiber eingesandt), mit vollständig entwickeltem ersten
Wurzelgliede neben dem gewöhnlichen Fühlergliede (Mus. Kraatz).
Es kommt nur äufserst selten vor, dafs ein zweites Fühlerglied
sich neben einem anderen zeigt; Mocquerys (Col. anormaux 1880)
zählt keinen ähnlichen Fall auf; noch seltener sind drei Glieder
nebeneinander (vergl. diese Zeitschr. 1877, p. 57, Fig. 22, Taf. I).
Die Aufsätze zu Tafel II sind in Heft II enthalten.
Ueber Käfer von Eisleben.
Philonthus Scribae Fauvel (vuripennis Scriba) ist von Hrn.
Goldfufs in einem, von mir verglichenen Ex. am salzigen See bei
Eisleben aufgefunden worden. Derselbe machte mir die nicht un-
interessante Mittheilung, dals
Hydroporus depressus Fabr. am salzigen See von ihm und
Anderen nicht unmittelbar im Salzwasser, sondern in der Nähe des
Ufers im losen, kiesigen Boden in Menge gesammelt wurde.
Pogonus luridipennis und iridipennis wurden früher nach
Taschenberg und Bach (Käferfauna) häufig am salzigen See beob-
achtet, halophilus dagegen seltener. Hr. Goldfufs fing seit fünf Jahren
keinen luridipennis, iridipennis ziemlich selten, halophilus dagegen
sehr häufig. Es wäre also darauf zu achten, ob dies nur zufällig
geschehen, oder ob die eine Art die andere verdrängt hat, was wohl
anzunehmen wäre, wenn luridipennis auch fernerhin fehlt.
Dr. G. Kraatz.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I.]
Noch einmal Papilio Cacicus Luc. ab. 9.
Zaddachü Dewitz.
In der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1888, p. 332 tritt Dr. Dewitz
meiner Behauptung, dafs der von ihm als Art aufgestellte Pap.
Zaddachii eine dimorphe Form des 2 von Cacicus sei, entgegen.
In seiner Beschreibung heifst es: „in der Gestalt gleicht er
(Z.) Cacicus; auch stimmen die Zähne und Schwänze der Hinter-
flügel beider überein“. Mit dieser Diagnose setzte sich Dr. D. in-
defs in schlimmen Widerspruch durch die gleichzeitig von ihm
veröffentlichte Abbildung, welcher willkürlich ein gerade und spitz
verlaufender Schwanz angesetzt ist. Ich sage willkürlich, denn
bei dem einzigen Exemplare, auf welches er seine neue Art gründete,
waren die Schwänze abgebrochen. Erst das aus Columbien
mir zugegangene Stück zeigt, dals die Schwänze, wie bei Cacicus,
nach dem Analwinkel hin gebogen und stumpf sind. Nachdem
also erst durch dieses die Behauptung von Dr. D. hinsichtlich der
Gestalt zutrifft, bleibt für die Aufrechterhaltung der Art nur die
„Zeichnung und besonders die Färbung“ übrig, von denen Dr. D.
sagt, da Z. darin „sehr isolirt dazustehen scheine und sich
schwache Anklänge an Cacicus nur wahrnehmen lasse“.
Was die Zeichnung anbetrifft, so ergiebt sich aus meinem
weitaus grölseren Material, dafs die Querbinde auf den Vorder-
flügeln der J'g! sehr variirt. Dafs dieselbe bei Zaddachü erheblich
breiter ist, spricht viel eher für meine Aufstellung, denn für die
22 vieler Arten ist eine breitere Querbinde, ja eine solche über-
haupt gerade charakteristisch. Die oberen gelben Flecke am Aulsen-
rande, die bei Z. fehlen, zeigen sich auch bei einzelnen J'' ziemlich
redueirt. Auf den Hinterflügeln von Z. weist die oberseits erloschene,
aber unterseits vorhandene, nur schwächer gefärbte Binde und deren
genau mit der von Cacicus übereinstimmender Verlauf und Aus-
dehnung deutlich auf letztere Art hin.
In der Färbung steht Z. keineswegs isolirt da. Die Binden
der Cacieus-Z{g\ zeigen sich oftmals nicht nur tiefer gelb, sondern
stellenweise ebenfalls rostgelb oder ziegelroth bestaubt.
Angeregt wurde meine Vermuthung von der Zusammengehörig-
keit beider Formen zunächst dadurch, dafs ich ein Cacicus-g' mit
Z.-2 in einer Papierdüte bei einander fand, und dafs unter der
grolsen Anzahl Cac. ein typ. 2 fehlte. Die so angeregte Ver-
224 E.G.Honrath: Papilio Cacicus Luc. ab. Q Zaddachii Dew.
muthung veranlalste eine sorgfältige Vergleichung und schliefslich
kam ich dahin, Aehnlichkeiten zu finden, wo Dr. D. Verschieden-
heiten sieht.
Dafs „keine Uebergangsformen vorliegen“, hat bei Papiio-22
durchaus nichts Ueberraschendes. Ich verweise nur auf die di-
morphen 22 von Pap. Mayo Atk. (2 Charicles Hew.), Asclepius
Hbr. (ab. 2 Garamas Hbr.), Victorinus Dbld., Laetitia Butl. etc.
Schliefslich bemerke ich noch, dafs Dr. D. gänzlich vergessen
zu haben scheint, dafs ich mir vor meiner, von ihm angegriffenen
Aufstellung seine Beschreibung eigens zum Vergleich mit meinem
Zaddachü von ihm geliehen hatte. Auf seinen persönlichen Ton
antworte ich grundsätzlich nicht.
Schizoceras Zaddachii (Dewitz, Hymenoptera von Portorico) ist
übrigens auch einzuziehen als synonym mit Sch. Krugit Cresson,
wie mir von kompetenter Seite mitgetheilt wird. |
Eduard G. Honrath.
Erwiderung.
Wozu diese lange Auseinandersetzung, da die Möglichkeit,
dafs Cacicus und Zaddachi zu einer Art gehören, von mir ja
längst zugegeben ist und meine Auslassung sich in erster Linie
gegen die Handlungsweise des Hrn. Honrath richtete.
Dals Hr. Honrath durch Vermittelung eines entomologischen
Auskunftsbureau’s mir auch Fehler auf Gebieten, die ihm ferne
liegen, nachzuweisen sucht, mag er mit sich abmachen. Ich ver-
schmähe es, den Fehlern, die Hr. H. bei Beschreibung seiner
Schmetterlinge gemacht, nachzuspüren. Oder glaubt Hr. H. wirklich
keine gemacht zu haben? Eanexzzı
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
II. Ueber Otiorrhynchus bicostatus und verwandte Arten.
Von
Dr. Stierlin in Schaffhausen.
In der Deutschen Zeitschrift von 1888 (32. Jahrgang), p. 79,
habe ich die Unterschiede von O. bicostatus und gemellatus präzisirt
und eine neue Art, O. subnudus, beschrieben. — Was ich a. a. Orte
gesagt habe, ist ganz richtig, nur in einem Punkt habe ich mich
getäuscht und muls den Irrthum korrigiren.
Es heifst nämlich bei der Beschreibung des O. subnudus, die
Schienen seien an der Spitze nicht erweitert; dieselben zeigen aber
im Allgemeinen dennoch dieselbe Bildung wie bei O. bicostatus und
gemellatus, nur ist die Erweiterung weniger stark, als bei den
genannten Arten.
Dieselbe Beschaffenheit der Schienen, namentlich der Vorder-
schienen, findet sich aber auch noch bei einigen anderen Arten, die
alle dem Osten Europa’s angehören, vorzüglich Griechenland. Es
zeigen diese Arten alle, auch im Habitus und in der ganzen Körper-
bildung, so viel Uebereinstimmendes, dafs sie nothwendig als eigene
Gruppe zusammengestellt werden müssen.
Die Vorderschienen zeigen nämlich an der Spitze eine flache,
schaufelartige Ausbreitung mit ganz schräg nach innen abgeflachter
Gelenkfläche, so dals sie im Profil betrachtet als ziemlich scharf
zugespitzt, von vorn betrachtet schaufelartig ausgebreitet erscheinen.
Es ist dies eine ähnliche Schienenbildung wie bei der Untergattung
Cryphiphorus und auch die Hinterschienen zeigen eine ähnliche
korbartige Aushöhlung wie bei O. ligustiei und den übrigen Arten
dieser Untergattung; da nun aulser der Schienenbildung auch der
plumpe Körperbau mit dem stark gerundeten Halsschild und dem
dicken Rüssel mit den Cryphiphorus- Arten übereinstimmt, so bin
ich der Meinung, es seien die Verwandten des O. bicostatus ohne
Weiteres der Untergattung Cryphiphorus zuzutheilen.
Es zeigen aber auch O. orbicularis und überhaupt alle Arten
der 5. Rotte dieselbe Schienenbildung und ähnlichen Körperbau, so
dafs auch diese alle hierher gehören, nämlich O. orbicularis, luteus,
petrensis, gyraticollis und höchst wahrscheinlich auch O. strumosus
Heller (Wien. Ztg. 1884, 146) und intrusicollis Rosenh., welche beiden
letzteren Arten ich nicht gesehen habe; unter dem mir inzwischen
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 15
226 Stierlin: II. Ueber
zugegangenen Material befanden sich noch einige neue, in diese
Abtheilung gehörende Arten, deren Beschreibung ich beifüge.
Da nun die Untergattung COryphiphorus dadurch sehr erweitert
worden ist, so dürfte es nicht überflüssig sein, in einer Tabelle eine
Uebersicht über die betreffenden Arten zu geben. In dieselbe habe
ich O. strumosus aufgenommen, da ich nicht daran zweifle, dafs
er hierher gehört, obwohl in der Beschreibung über die Schienen-
bildung nichts gesagt ist, dagegen habe ich intrusicolks nicht in
die Tabelle aufgenommen; sie ist zwar in der Beschreibung mit
O. orbicularis verglichen, aber über die Schienen ist weiter nichts
gesagt, als dafs sie gerade seien. O. intrusicollis stammt aus Spanien,
während alle anderen Arten der Untergattung Cryphiphorus (ligustici
ausgenommen) mehr dem Osten Europa’s angehören.
Bestimmungs- Tabelle der Untergattung
Cryphiphorus Stierlin.
1’ Wenigstens die vorderen Schenkel ungezähnt.
" Halsschild gekörnt.
" Flügeldecken undeutlich gestreift.
4” Die hinteren ‚Schenkel undeutlich gezähnt, Augen stark vor-
ragend, Halsschild fast doppelt so breit als lang, seitlich stark
gerundet, Rüssel um die Hälfte länger als der Kopf, gekielt,
Flügeldecken dicht gekörnt, nur an den Seiten gestreift, Vorder-
und Mittelschenkel mit kleinem Zähnchen. Länge 11 mill.,
Breite 5 mill. Europa . . . 20.0. Ligustici L.
var.b. Halsschild feiner kietedkun die Punktstreifen an den
Seiten der Flügeldecken deutlicher v. agnathus Gyll.
var.c. Viel kleiner, das Halsschild feiner, die Flügeldecken
etwas stärker gekörnt.
Auch die hinteren Schenkel mit spitzigem Zahn.
Rüssel doppelt so lang als der Kopf, gekielt, Augen wenig
vorragend, Halsschild um +4 breiter als lang, dieht und grob
gekörnt, seitlich weniger gerundet, als beim vorigen, Flügel-
decken länglicher, fast um die Hälfte länger als breit, undeutlich
gestreift, selbst an den Seiten, und hier auch undeutlich ge-
körnt. E 12 mill., Breite 5 mill. Griechenland, Klein-
Asien . . 2. Ledereri Stl.
Rüssel um aß Hälfte länger als de Kopf, gekielt, Augen
stärker vorragend als beim vorigen, doch weniger als bei
O. ligustici, Halsschild nur um + breiter als lang, seitlich
weniger gerundet, dicht gekörnt, Flügeldecken wie bei O. ligustics,
SCEa SD)
_
4
3
S
2
T’
bt
5
7 m
Otiorrhynchus becostatus und verwandte Arten. 227
alle Schenkel mit spitzigem Zahn. Länge 10—11 mill. Süd-
Europa, Schweiz, Klein-Asien . . . . Subrotundatus Stl.
Flügeldecken deutlich punktirt-gestreift mit gewölbten, gekörnten
Zwischenräumen, mit etwas kupferglänzenden Schüppchen überall
bedeckt; Rüssel wenig länger als der Kopf, undeutlich gekielt,
Augen flach, das 2te Geilselglied fast um die Hälfte länger als
das erste, die äulseren quer, Halsschild so lang als breit, seitlich
schwach gerundet, dieht und ziemlich fein gekörnt, alle Schenkel
mit spitzigem Zahn. Länge 8—9 mill., Breite 34—4 mill.
Banatın do, ee euprofer!Stl.
Halsschild auf den Beheikie erg an den Seiten fein gekörnt,
breiter als lang, seitlich stark gerundet, hinter der Mitte am
breitesten, vorn schwach eingeschnürt, schwarz, mit länglichen
gelben Schuppen nicht dicht besetzt; Rüssel etwas länger als der
Kopf, dreikielig, das 2te Geifselglied wenig länger als das
erste, Flügeldecken eiförmig, nicht ganz um die Hälfte länger
als breit, schwach, hinter der Mitte deutlicher gestreift, in den
Streifen nicht punktirt, die Zwischenräume eben, breit, fein
runzelig gekörnt, Beine kräftig, die vorderen Schenkel
stark gezähnt, die hinteren zahnlos. Länge 11 mill., Breite
5mill.e. Armenien . . 2 2.2.2... „ Armeniacus Hochh.
Alle Schenkel ohne Zahn.
Die Skulptur der Flügeldecken ist bei beiden Geschlechtern
verschieden, beim g' die abwechselnden Zwischenräume rippen-
artig erhaben, beim 2 alle Zwischenräume flach oder die ab-
wechselnden kaum gewölbter als die anderen; Augen klein,
halbkugelig, Halsschild breit, stark gerundet, stumpf gekörnt.
Länge 11 mill.e. Griechenland . . . . .„Bicostatus Boh.
Die Skulptur der Flügeldecken ist bei beiden Geschlechtern
gleich oder wenig verschieden.
Augen klein, halbkugelig vorragend.
Halsschild auf der Scheibe fein und zerstreut punktirt, seitlich
dicht und grob gekörnt, stark gerundet, in der Mitte am breitesten,
Rüssel mit schmaler Rinne, Flügeldecken punktirt gestreift, die
abwechselnden Zwischenräume etwas gewölbter, spärlich grau
beschuppt. Länge 9 mill. Griechenland . . Gemellatus Stl.
Halsschild dieht und fein, ziemlich gleichmälsig gekörnt um #
breiter als lang, in der Mitte am breitesten; Rüssel schwach ein-
gedrückt, mit feinem Kiel in der Furche; das 2te Geilselglied der
Fühler um die Hälfte länger als das erste, Flügeldecken eiförmig,
fein punktirt-gestreift, mit etwas gewölbten Zwischenräumen,
15 *
228 Stierlin: II. Ueber
Körper ziemlich dicht beschuppt. a 73 mill., Breite 34 mill.
Griechenland . . . . . 0. Luteus Stl.
7” Halsschild im hinteren Dritttheil am preikestehm fast doppelt
so breit als lang, fein und dicht gekörnt, Flügeldecken oval,
mit undeutlichen Streifen und ebenen Zwischenräumen. Länge
9 mill. Griechenland . . . . . . . Atticus Stl. (n. sp.)
6' Augen grofs, mäfsig vorragend.
8” Halsschild auf der Scheibe zerstreut punktirt, seitlich dicht und
grob gekörnt, wenig breiter als lang, in der Mitte am breitesten,
Flügeldecken. mit Grübchenreihen und schwach gewölbten
Zwischenräumen. Körper kahl. Länge 10—11 mill. Griechen-
land. 0": .. .. Koronae Stl. (n. sp.)
8" Halsschild auf ar Scheibe dicht oder ziemlich dicht punktirt,
seitlich gekörnt.
9” Flügeldecken mit deutlichen Punktstreifen.
Die Punktirung der Scheibe des Halsschildes ist eine
doppelte; die gröfseren Punkte stehen ziemlich dicht, dazwischen
sind kleine Punkte gestreut; dasselbe ist in der Mitte am
breitesten, Flügeldecken spärlich beschuppt. Länge 8—9 mill.
Korax-Gebirge in Griechenland . . . Koracensis Stl.!)
Diese Punktirung ist einfach, Halsschild sehr breit mit
Mittelfurche, Flügeldecken mit kräftigen Punktstreifen, die
Zwischenräume fein zerstreut punktirt, hinten tiefer gefurcht
mit erhabener Naht; Gröfse und Gestalt des O. orbicularis.
Montenegro. (Wiener Ztg. 1834, p. 146) . Strumosus Heller.
9 Flügeldecken dicht und fein gekörnt ohne deutliche Punkt-
streifen, Halsschild stark gerundet, in der Mitte am breitesten,
hinten etwas eingeschnürt. Die zwei ersten Geilselglieder der
Fühler sind gleich lang. Länge . mill., Breite 4mill. Pontische
Alpen nme . . . Amplicollis Stl.
8 Halsschild aberall Bleche elek nur selten lösen sich
auf dem vordersten Theil der Scheibe einzelne Körner in
Punkte auf.
10” Das 2te Geifselglied der Fühler ist kürzer als das erste,
Flügeldecken ohne deutliche Streifen, dicht gekörnt, das Hals-
schild wenig breiter als lang. Länge 8—14 mill. Dalmatien,
Croatien, Krain . . 2 2 2.2.2.2... Alutaceus Germ.
1) Diese Art ist von Hrn. v. Oertzen in Griechenland ge-
sammelt worden, die Beschreibung wird von diesem Herrn mit der
Reisebeschreibung in der Deutschen Zeitschrift publizirt werden.
Otiorrhynchus bicostatus und verwandte Arten. 229
var. b. Die abwechselnden Zwischenräume sind stärker gelb-
lichweils beschuppt.
var.c. Kleiner, mit röthlichen Beinen.
10 Das 2te Geifselglied der Fühler ist so lang oder etwas länger
als das erste. |
11” Der Körper ist kahl oder nur spärlich beschuppt, Flügeldecken
bauchig, mit deutlichen Punktreihen, Halsschild viel breiter als
lang, seitlich stark gerundet.
Flügeldecken mit Grübchenreihen und gewölbten Zwischen-
räumen; deren dter, dter und 7Tter etwas stärker vortritt, beson-
ders an der Wurzel, Halsschild etwas feiner gekörnt als beim
folgenden, die Schienen sind an der Spitze weniger stark ver-
breitert; der Körper ist sehr spärlich mit kleinen schmutzig-
gelben Schüppchen bekleidet. Länge 8—9 mill. Griechenland.
Subnudus Stl.
Flügeldecken mit feinen Punktstreifen und ebenen Zwischen-
räumen, Halsschild etwas gröber gekörnt, Oberseite kahl,
Schienen an der Spitze etwas stärker verbreitert. Länge
8—9 mill. Mittel-Europa . . . . Orbicularis Herbst.
11” Körper dicht anliegend behaart.
Rüssel wenig länger als an der Wurzel breit, oben mit feinem
Kiel, sehr dicht punktirt, die Fühlerkeule oval, zugespitzt,
höchstens I4mal so lang als breit und nur so lang als die
drei äulsersten Geilselglieder zusammen, Flügeldecken bauchig,
punktirt-gestreift, die Zwischenräume gewölbt, fein lederartig
gerunzelt. Länge 8 mill., Breite 33 mill. Ungarn.
Petrensis Boh.
Rüssel viel länger als an der Wurzel breit, gefurcht und in
der Furche mit feinem Kiel, sehr dieht punktirt, Fühlerkeule
doppelt so lang als breit und so lang als die vier äulseren
Geifselglieder, Flügeldecken weniger bauchig, stärker punktirt-
gestreift, die Zwischenräume gewölbter, undeutlich gekörnt.
Länge 9 mill., Breite 34 mill. Dalmatien . Gyraticollis Stl.
Beschreibung der neuen Arten.
Ot. Koronae. Oblongus, niger, nudus, rostro obsolete cari-
nato capiteque dense punctatis, antennis brevibus, funiculi articulo
secundo primo paulo longiore, esternis subglobosis; oculis modice
prominulis; thorace longitudine paulo latiore, lateribus rotundato,
in disco obsolete subremote rugoso-punctato, lateribus confertim
granulato, obsolete canaliculato; elytris latitudine dimidio lon-
230 Stierlin: II. Ueber
gioribus, foveolato-striatis, interstitüs subconvezis, alternis con-
verioribus, abdominis segmentis primis subremote subtiliter granulatis,
tibiis apice dilatatis, femoribus muticis. Long. 10—11 mill., lat.
4—5 mill. Graecia.
Eine der gröfseren Arten der Untergattung Cryphiphorus; das
längliche Halsschild unterscheidet ihn von den meisten verwandten
Arten; seine Skulptur erinnert an O. gemellatus.
Der Rüssel ist kaum eingedrückt mit schwachem Kiel, das
Halsschild ist wenig breiter als lang, in der Mitte am breitesten,
vorn wenig schmäler als hinten, auf der Scheibe zerstreut punktirt,
an den Seiten gekörnt, die Augen sind mälsig vorragend; die
Flügeldecken sind ungefähr 14 mal so lang als breit, seitlich,
besonders beim J' fast parallel, gestreift punktirt, die abwechselnden
Zwischenräume beim g' mehr, beim 2 weniger stark vortretend;
der Bauch, besonders das 2te Segment, ist fein und sehr zerstreut
gekörnt, die Schenkel ungezähnt, die Schienen an der Spitze
schaufelförmig erweitert.
d. Die Flügeldecken haben eine Reihe von Grübchen und die
abwechselnden Zwischenräume sind ziemlich stark erhaben;
2. Flügeldecken feiner punktirt-gestreift, die abwechselnden
Zwischenräume sind wenig gewölbter als die anderen.
Ot. atticus. Oblongo-ovatus, niger, parce luteo-squamosus,
rostro obsolele tricarinato, carinulis parallelis, oculis valde pro-
minentibus, antennis longitudine dimidii corporis, funiculi articulo
secundo primo dimidio longiore, ezternis obconicis; thorace longitudine
multo latiore, lateribus valde rotundato, basin versus subito an-
gustato, subtiliter confertim granulato, elytris ovalibus obsolete
punctato-striatis, interstitiis alternis convezioribus, femoribus muticis,
tibiis apice dilatatis. Long. 9 mill. Attica.
Diese Art ist dem O. subnudus und orbicularis am nächsten,
von beiden verschieden durch das verlängerte 2te Geifselglied der
Fühler, die drei feinen parallelen Kiele des Rüssels, feiner gekörntes
Halsschild, von bicostatus-Q durch nicht gefurchten Rüssel.
Der Rüssel ist etwas länger als der Kopf, eben mit drei feinen
parallelen Kielen, die Augen sind ziemlich stark vorragend, doch
etwas weniger stark als bei O. bicostatus; die Fühler sind schlank,
das 2te Geilselglied um die Hälfte länger als das erste, die äufseren
konisch, so lang als breit; das Halsschild ist viel breiter als lang,
seitlich stark gerundet, im hinteren Dritttheil am breitesten, vorn
viel schmäler als hinten, dicht und fein gleichmäfsig gekörnt; die
Flügeldecken sind oval, höchstens um 4 länger als breit, undeutlich
Otiorrhynchus bicostatus und verwandte Arten, 231
punktirt-gestreift, die abwechselnden Zwischenräume kaum er-
habener, nur etwas deutlicher gekörnt, als die anderen, der Bauch
ist fein zerstreut punktirt.
Es giebt auch noch andere Otiorrhynchus-Arten, bei denen die
Vorderschienen gerade und an der Spitze etwas erweitert sind, z.B.
O. helveticus und sculptirostris, aber dennoch ist die Bildung der
Gelenkfläche eine andere; es tritt dies wieder am besten in die
Augen, wenn die Schiene im Profil, also von der Seite betrachtet
wird; ihre Endigung erscheint alsdann nicht als schaufelförmig, wie
bei O. bicostatus, sondern einfach als etwas schiefe Fläche; zudem
ist der Habitus dieser Arten ein ganz anderer als bei den Arten
der Untergattung Cryphiphorus und deshalb können helveticus und
verwandte Arten nicht in diese Untergattung gestellt werden.
An O. helveticus schliefsen sich in Bezug auf die Bildung der
Vorderschienen auch O, Kratteri, egregius, obsidianus an, bei denen
die Vorderschienen ebenfalls gerade (auch beim g') und an der
Spitze etwas erweitert sind, doch nähern sich dieselben allmählig
der gewöhnlichen Form und sind bei den im Habitus ähnlichen
O. lugens und granicollis nicht mehr zu erkennen.
Da nun diese Schienenbildung nicht bei allen Arten der 26sten
Rotte vorkommt, sondern allmählig verschwindet, selbst bei Arten,
die dem helveticus im übrigen Körperbau sehr nahe stehen, so
scheint es mir unzweckmälsig, der Schienenbildung wegen diese
Arten der 26sten Rotte abzutrennen und eine besondere Untergattung
daraus zu bilden.
Anders verhält es sich mit O. chrysocomus; dieser zeigt die an
der Spitze schaufelförmig erweiterten Vorderschienen in ausge-
zeichnetem Grade und nähert sich dadurch den Untergattungen
Cryphiphorus und Arammichnus, von denen er aber im übrigen
Körperbau ganz verschieden ist; er weicht von diesen namentlich
ab durch den schlanken Körperbau, den dünnen, langen Rüssel,
die langen, schlanken Fühler und Beine; aber auch mit den Arten
der 7ten Rotte, welcher er bisher zugetheilt war, hat er wenig
gemein und es erscheint mir daher gerechtfertigt, ihn als Unter-
gattung abzutrennen; es ist dies schon von Hrn. v. Gozis hervor-
gehoben worden und dieser Herr hat hierfür den Namen Timolphis
vorgeschlagen; es wäre demnach die Untergattung Timolphis mit
der einzigen Art chrysocomus zwischen die Untergattungen Otior-
rhynchus und Cryphiphorus zu stellen.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I1.]
Beitrag zur Kenntnils der Lucaniden-Fauna
von Sumatra.
Von
Senator @G. Albers zu Hannover.
In einer mir unlängst zur Bestimmung zugegangenen Sammlung
von Lucaniden, welche mit zahlreichen Käfern aus anderen Familien
bei Sipereck auf Sumatra von einem Missionär Hanstein gesammelt
worden, befanden sich auch einige neue Arten, die zwar nicht sehr
ansehnlich, jedoch durch andere Eigenschaften nicht uninteressant
sind. Von bekannten Arten enthielt die Sammlung aufserdem
Stücke des Herarthrius Deyrollei Parry, des Dorcus Parryi Thomson,
des Aegus ogivus Deyrolle und des Aegus malaccus Thomson.
. Prosopocoelus forficatus.
Unicolor, dilute castaneus, subnilidus, supra subtilissime (ely-
trorum dorso obsoletius, hic inde nitidior) granulosus, capite post
oculos tuberculo forti, dentiformi, acuto instructo, mandibulis forfei-
formibus, basi erectis, deinde deplanatis, intus basi angulatis,
deinde excavatis, postea reclis, usque ad apicem acutam denti-
culalis, prosterno inter cozas postea valde descendente, acuto,
tibiis rechis, anticis eztus sezies dentatis, dentibus tribus apica-
hibus connatis, protractis, tibiis posterioribus eztus unispinosis. —
Long. g' 13 mill. (femina ignota).
Dieser kleine, wegen der an der Basis nach oben gebogenen
scheerenförmigen Mandibeln und der gedornten Wangen in die
Gruppe des Prosopocoelus Oweni Hope und Wimberlyiı Parry ge-
hörende kleine Lucanide ist in der Körperform einem kleinen
Prosopocoelussericeus Westw. nicht unähnlich, jedoch durch die haar-
lose Oberseite und die helle kastanienbraune Färbung sofort zu
unterscheiden. Die Vorderwinkel des vorn tief ausgebuchteten
Kopfes sind nicht vorspringend, schräg abgestutzt, mit abgerundeten -
Ecken, die dornförmigen Wangenhöcker nach vorn weniger scharf
abgesetzt, als bei Wimberlyi, mehr wie bei Oweni gestaltet. Die
schmale herabhängende Oberlippe ist ohne besondere Auszeichnung
und an der Spitze einfach abgerundet. Der den Kopf an Breite
G. Albers: Beitrag zur Kenntnifs etc. 233
übertreffende Vorderrücken ist vorn an den Seiten rasch, fast
bogenförmig erweitert, so dafs man die Vorderwinkel fast abgestutzt
nennen könnte, dann parallelseitig mit fast geraden und ein wenig
ausgeschweiften Seiten. Die Hinterwinkel sind schräg abgestutzt
mit abgerundeten Hinter- und in einem kleinen spitzen Zahn aus-
gezogenen Vorderecken. Die eiförmig gestalteten Fld. sind breiter
als der Vorderrücken. Die dem Kopfe etwa an Länge gleich-
kommenden Mandibeln sind aulsen gerundet, an der Innenseite zu-
nächst der Basis stark ausgebuchtet, etwa wie bei Oweni und
stärker als bei Wimberlyi. Der nach unten gerichtete Basalzahn
ist nur durch eine starke Winkelung angedeutet. An der Basis
der geraden sägezähnigen Endschneide steht noch ein kleines, mehr
zurückgezogenes und nach oben gerichtetes zahnförmiges Höckerchen.
Der unterhalb der Schneide stehende, bei Oweni und Wimberlyi
kräftig entwickelte, nach vorn und unten gerichtete Zahn, der übrigens
bei der Betrachtung von oben durch die Schneide dem Auge ent-
zogen wird, ist hier auch vorhanden, jedoch nur durch ein
Höckerchen angedeutet. Sollte der Käfer auch in gröfseren Stücken
vorkommen, so ist wohl anzunehmen, dafs alle die zahnartigen
Vorsprünge stärker entwickelt sein werden. An der Vorderbrust
fällt die kräftige Entwickelung des Prosternalkiels auf, der nach
hinten in eine lange herabhängende Spitze ausgezogen ist. Die
Vorderschienen sind dadurch ausgezeichnet, dafs der gewöhnliche,
lang ausgezogene Gabelzahn am Ende auf seinem Halse noch den
zweiten, der fünf scharfen Seitenzähne trägt, während die übrigen
recht deutlichen Zähnchen sich in fast gleichen Zwischenräumen
über die sonstige Aufsenkante der Schienen vertheilen. Der Dorn
auf der Aufsenkante der vier hinteren Schienen ist recht deutlich,
wenn auch an den hintersten Schienen wie gewöhnlich etwas
schwächer entwickelt.
Die Sculptur der Oberseite besteht aus einer äufserst feinen
Granulirung, die nur auf den Scheitel und der Mitte der Fld. all-
mählig erlischt, weshalb diese Stellen glänzender erscheinen. In
diese Granulirung mischen sich nur auf dem Kopfe neben und hinter
den Augen deutliche Punkte.
Ein einzelnes Männchen jetzt in meiner Sammlung.
Eurytrachelus Alcides Vollenh.
Hr. Ritsema hat mich schon vor Jahr und Tag darauf auf-
merksam gemacht, dafs der von mir (siehe diese Zeitschrift, Jahrg.
1886, p. 83) für Burytrachelus eurycephalus gehaltene Käfer nicht diese
234 G. Albers: Beitrag zur Kenntnifs
Art sei, sondern nur eine massive andere Form des Alcides sein
möchte. Diese Vermuthung ward darauf gestützt, dals das Leydener
Museum beide in derselben Originalsendungen erhalten habe und
darunter einmal auch ein kleineres Stück, dessen rechte Mandibel
ganz die Mandibelform des echten Alcides habe, während die linke
Mandibel statt der allmähligen Erweiterung in der Mandibelmitte
hier einen kräftig entwickelten Zahn zeige. Ich habe seitdem ein
ähnliches Stück gesehen, welches im Uebrigen keinen Unterschied
von dem gewöhnlichen Alcides zeigte. Auch habe ich kürzlich ein
Stück des eurycephalus von Szibodas auf Java kennen gelernt,
welches der von van Vollenhoven (Tydschr. voor Entomologie
1865, Pl. 10, fig. 4) gegebenen Abbildung völlig entspricht, d.h.
Mandibeln hat, welche fast ebensolang als Kopf und Halsschild
zusammen sind und bei welchen der Mittelzahn nicht stärker als
der Basalzahn entwickelt ist. Dafs dieser Eurytrachelus von dem
Alcides specifisch verschieden ist, kann wohl nicht zweifelhaft sein,
da bei ihm die Oberlippe viel breiter und ihr Vorderrand viel
weniger dreieckig, vielmehr bogenförmig ausgebuchtet ist. Auch
ist der Kopf in der Stirngegend stärker aufgequollen, so dafs ihm
die mittlere Ausbuchtung, wie sie bei Alcides an dem abfallenden
Stirnrande vorhanden ist, fehlt.
Wenn Hr. Ritsema damals die Vermuthung ausgesprochen
hat, dafs solches eine dem eigentlichen Alcides entsprechende
Form des echten eurycephalus von Java sein möchte, so kann
ich mich dem nur anschliefsen, indem ich zugleich anerkenne,
dafs mein vermeintlicher eurycephalus von Sumatra nur eine
zweite Form des Alcides sein dürfte. Die hier fragliche Samm-
lung enthielt ebenfalls beide Formen. Auch enthielt dieselbe eine
Anzahl Weibchen.
Diese, deren Abbildung bei van Vollenhoven völlig verfehlt ist,
sind den Weibehen von Eurytrachelus Titanus zum Verwechseln
ähnlich, nur ist bei ihnen die Sculptur namentlich auf den Fld.
noch schwächer und die Behaarung auf denselben noch weniger
wahrnehmbar, so dafs sie nur an den Flügeldeckenenden bei heller,
schräg einfallenden Beleuchtung einigermalsen deutlich erkannt
werden kann. Da beide Käfer aber verschiedenen Gruppen ange-
hören, von denen die eine, nämlich die des Titanus, durch die
Haarpinsel auf dem fünften und dem siebenten Fühlergliede charak-
terisirt ist, eine Auszeichnung, von welcher auch die Weibchen,
wenn auch nicht in augenfälliger Weise theilnehmen, so bietet die
Vergleichung der Behaarung des siebenten Fühlergliedes, wenigstens
der Lucaniden- Fauna von Sumatra. 235
bei frischen, gut erhaltenen Exemplaren ein absolut sicheres
Unterscheidungsmerkmal dar. Bei den Weibchen des Alcides
sind nämlich die an der Spitze des siebenten Fühlergliedes
stehenden zarten Borstenhärchen insofern kürzer als das achte
Fühlerglied, als sie dieses (das erste Glied des Fühlerkammes)
nicht überragen, während sie beim Weibchen des Titanus erheblich
länger sind.
Eurytrachelus Hansteini n. sp.
Niger, parallelus, subopacus, capite thorace vir angustiore, hoc
elytris paulo latiore, mundibulis, capite prothoraceque subtilissime
scabrosis, elytris aperte, disco remotius, lateribus densissime punctatis,
mandibulis basi eztus curvatis, deinde porrectis, paulo fleruoso-
emarginatis, apice recurvis, inlus versus apicem dente didymo
fortiore porrecto, ante apicem dente minuto instructis, apicibus
acutis; labri carina modice porrecta, in majoribus contracta, emar-
ginata, angulis acutis; frontis carina parum elevata, fere recta,
medio perparum protracta; prothoracis lateribus antice flezuoso-
emarginatis, versura postica dentiformi, angulis posticis oblique
truncatis, versura postica rotundata, antica subdentata, acuta; tibüis
posterioribus (posticis obsoletius) unispinosis.— Long. g' 30—47 mill.,
2 27—29 mill.
Dem Eurytr. Reichei Hope nahe verwandt, indem sich bei ihm
dieselbe Mandibelform und die gleiche Oberlippenbildung wieder-
holt, vielleicht aber noch mehr dem Eurytr. Castelnaudi Deyrolle.
Von letzterem ist jedoch die gröfste Form mit der gleichen Man-
dibelgestaltung wie bei der var. marima des Reichei noch nicht
bekannt geworden. Was ich selbst davon gesehen, entsprach nur
dem von Hrn. Deyrolle beschriebenen und abgebildeten Stücke.
Uebrigens ist der Käfer ganz schwarz, viel kleiner als Eurytr.
Reichei und auf den Fld. viel deutlicher, ja recht augenfällig
punktirt und hierdurch leicht zu unterscheiden. Dabei zeigt er
dieselbe Eigenthümlichkeit in der Bildung der Oberlippe wie Reichei,
welche übrigens auch sonst wohl, wie z. B. bei Eurytrachelus Tityus
Hope, wenn auch in geringerem Umfange, vorkommt, dafs nämlich
der Querkiel der Oberlippe, welcher bei den kleinsten Stücken die
ganze Breite der Oberlippe einnimmt, sich, je gröfser die Stücke
werden, von den Seiten ab zusammenzieht und dadurch im Ver-
hältnifs zur Gröfse der Stücke immer schmäler wird. Der Quer-
kiel auf dem Vorderkopfe über den Mandibeln ist weniger gerade
als bei Reichei, vielmehr in der Mitte etwas bogig vorgezogen.
.
236 G. Albers: Beitrag zur Kenntnifs
Dahinter befindet sich ein schwacher dreieckiger Eindruck, der
durch seine tiefschwarze, matte Färbung besonders hervortritt und
auch bei den kleinsten Stücken noch sichtbar bleibt. Die
kleinsten Stücke haben einfach sichelförmig gekrümmte Mandibeln
mit einem einzelnen, dreieckigen, etwas aufgerichteten Zahn mit
fast zurückgekrümmter Spitze noch etwas diesseits der Mitte. Die
geschweifte Ausbuchtung an den Seiten des Vorderrückens, welche
bei dem gröfsten mir vorliegenden Stücke weit stärker als bei Reichei
entwickelt ist, und bis über die Mitte hinaus reicht, verschwindet hier
völlig. Die feine Granulirung auf Kopf und Vorderrücken ist jedoch
nicht völlig geschwunden, nur noch zarter geworden. Dabei tritt eine
Punktirung auf dem Kopfe und Vorderrücken namentlich an den
Seiten deutlicher hervor. Auf den Fld. zeigt sich eine Rippen-
bildung, die sich erst hinter der Mitte verliert, so dafs man zwischen
Naht und Schulterbuckel sieben deutliche Rippen zählt. Diese
Rippen sind fast überall gleichbreit. Die Mittelstücke zeigen alle
Zwischenstufen zwischen den Extremen der gestreiften und glatten
Fld. Bei ihnen verlieren, was namentlich die Mandibeln betrifft,
diese den kleinen Zahn vor der Spitze, der Doppelzahn verbreitert
sich und rückt namentlich mit seiner hinteren Spitze nach der
Basis zu bis zur Mitte herab. Dann verschwindet seine vordere
Spitze und es zeigt sich nun nur noch ein breiter, einfacher, drei-
eckiger Zahn, dessen längere Vorderseite bei den grölseren Stücken
an der Basis als Rest der vorderen Zahnspitze nur noch eine kleine
Winkelung zeigt.
Das glänzende Weibchen hat analog den kleinsten Männchen
gerippte Fld., deren Zwischenräume grob, dicht und unregelmäfsig
punktirt sind. Die Punkte fliesen runzlich zusammen und gehen
ab und an auf die Rippen über. Der Kopf ist grob runzlich
punktirt. Die beiden Kopfhöcker sind gut entwickelt. Die grobe
runzliche Punktirung an den Seiten des glänzenden Vorderrückens
wird nach der Mitte zu feiner, ohne jedoch ganz zu verschwinden.
Nur eine schmale unregelmäfsige, den Vorder- und Hinterrand
nicht erreichende Mittellinie bleibt punktfrei, während die Punkte
neben ihr wieder etwas stärker sind.
Stücke aller Formen in meiner Sammlung.
Gnaphaloryz taurus Fbr.
Dafs der Käfer von Sumatra von dem javanischen Käfer, der
gewöhnlich für den faurus genommen wird, speeifisch verschieden
ist, kann meines Erachtens nicht zweifelhaft sein, da, abgesehen
der Lucaniden-Fauna von Sumatra. IN
von dem Unterschiede in den Mandibeln, welche bei den Sumatra-
käfern stärker gekrümmt sind und den zweiten Zahn bei grölseren
Stücken dicht vor dem Gabelzahne am Ende haben, die Oberlippe
fast doppelt so breit als bei dem javanischen Käfer ist. Wenn-
gleich nun aus der Fabrieius’schen Beschreibung nicht mit Sicher-
heit entnommen werden kann, welche Art Fabrieius vor sich
gehabt hat, indem namentlich die eigentlich auf keinen der beiden
Käfer passende Beschreibung der Mandibeln: mandibulae ezsertae,
intus dentibus duobus validis approzximatis, obtusis, darüber in
Zweifel läfst, welcher der dritten Zähne, ob der an der Spitze oder
der an der Basis übersehen oder abnormer Weise nicht vorhanden
gewesen ist, so muls doch wohl angenommen werden, dafs Fabricius
den Sumatrakäfer vor sich gehabt haben werde, da er Sumatra als
Vaterland seines Käfers angiebt. Ich möchte daher vorschlagen,
für den Sumatrakäfer den Namen iaurus beizubehalten und für
den javanischen Käfer den Burmeister'schen Namen opacus ein-
treten zu lassen, da Burmeister (Handbuch V, p. 397) ohne allen
Zweifel den letzteren unter diesen Namen beschrieben hat.
Uebrigens ist die Stellung des zweiten Mandibelzahnes bei dem
Sumatrakäfer nicht immer dieselbe; schon bei mittleren Stücken
von etwa 30 mill. Länge tritt er bis zur Mitte, ja bisweilen bis
diesseits der Mitte zurück, ohne jedoch selbst bei den kleinsten
Stücken (mir liegt ein solches von nur 21 mill. Länge vor) vor
den Basalzahn so nahe zu treten, als bei dem opacus. Gleicht nun
auch der taurus in der Mandibelform, der Zahnstellungen der
Mandibeln und der Breite der Oberlippe dem drevis Kirsch. von
Neu-Guinea und meinem rugosus von Celebes ganz aulserordentlich,
so ist er doch von beiden, abgesehen von sonstigen Unterschieden,
wie z. B. die viel schwächere Punktirung auf dem Kopfe, dadurch
sicher zu unterscheiden, dafs bei ihm der Kopf trotz seiner Breite
und der starken Entwickelung der Wangenhöcker selbst bei den
grölsten Stücken entschieden schmäler ist, als der Vorderrücken,
während er bei grölseren Stücken der genannten Arten deutlich
breiter ist, als der Vorderrücken.
Vom Weibchen hat mir nur ein Stück vorgelegen. Dasselbe
gleicht dem des rugosus sehr, ist wie dieses oben anscheinend
nackt, doch können wenigstens die zarten feinen Borsten an den
Enden der Fld. bei schräg einfallendem Lichte wohl schon mit
blofsem Auge wahrgenommen werden; auch fehlen ihm die Spuren
der beiden Rippen auf den Fld. zwischen Schulterbuckel und Naht,
die bei dem rugosus-Weibchen deutlich hervortreten, völlig.
238 G. Albers: Beitrag zur Kenntnifs
Bei dieser Gelegenheit mag ich es übrigens nicht übergehen,
darauf aufmerksam zu machen, dafs die Oberlippe bei Gnaphaloryz
taurus und seinen obenerwähnten Verwandten ganz eigenthümlich
gestaltet ist.
Bei oberflächlicher Beobachtung erscheint sie ähnlich wie bei
den Eurytrachelus-Arten gestaltet zu sein, also einen vorspringenden
Querkiel zu besitzen, dessen Seitenecken spitz vorspringen, während
der Raum dazwischen ausgebuchtet ist. Das ist nun aber durch-
aus nicht der Fall. Die zahnartigen Spitzen, die wir an den
Seiten der Oberlippe wahrnehmen, sind ihre eigenen Seitenecken,
was wir bei der Betrachtung dazwischen sehen, ist die Oberfläche
der nach unten in eine stumpfe und eingezogene Spitze verlängerten
Oberlippe selbst nebst den Anfängen des verdiekten Randes, mit
welchem die Oberlippe, von den Seitenzähnen ausgehend, ein-
gefalst ist.
Diese Bildungseigenthümlichkeit könnte es vielleicht recht-
fertigen, die fraglichen Arten von Gnaphaloryz generisch abzu-
sondern, jedoch fehlt mir das nöthige Material um die Vergleichung
ganz durchführen zu können.
Aegus fornicatus n. sp.
Niger, subnitidus, capitis margine antico emurginato, in medio
tuberculis duobus approzimalis instructo, post oculos tuberculo
rolundato-truncato, mandibulis falcatis, basi extus angulatıs alque
carinatis, intus basi dente lato, obtuso, apice inciso, post medium
dente valido, suberecto ei porrecto instruclis, prothorace angulis
anticis oblique truncatis, emarginalis, posticis oblique undalim emar-
ginatis, versura postica rectangulari, antica obtusa, elytris septies
striatis interstitüs obsolete sparsim punctatis, tibiis intermediis
eztus 3—4 spinosis, posticis unispinosis. — Long. d' 44 mill.
(femina ignota).
Mandibeln, Kopf und Vorderrücken sind äulserst fein granulirt,
erstere auf der Oberfläche nur an der Basis deutlich fein punktirt,
die Punktirung auf der Fläche des Kopfes und des Vorderrückens
so zart, dafs sie mit blolsem Auge nicht wahrgenommen werden
kann. Auf ersterem geht sie erst neben und hinter den Augen
in eine grobgrubige Punktirung über. Dasselbe findet auf dem
Vorderrücken statt, indem die grobe Punktirung am Vorder- und
Hinterrande erst in einiger Entfernung von der Mitte beginnt, sich
in äulserst geringer Breite an der Randfurche hinzieht und sich
nur an den Vorder- und Hinterwinkeln weiter ausbreitet. Auf den
der Lucaniden- Fauna von Sumatra. 239
Zwischenräumen der siebenmal gestreiften Fld. ist nirgend eine
reihenweise Anordnung der äufserst feinen Punkte wahrnehmbar.
Der Raum zwischen dem siebenten Rückenstreifen und dem Aufsen-
rande ist deutlich, auch dem blofsen Auge wahrnehmbar punktirt,
bleibt jedoch glänzend. Das stark, fast zweilappig ausgebuchtete
Kinn ist besonders auf dem Lappen grob grubig punktirt, die übrige
Unterseite des Kopfes nur deutlich auf den beiderseitigen Räumen
zwischen der Kehle und den Fühlergruben. Dagegen ist das ganze
Prosternum zwischen, vor und hinter den Vorderhüften bis auf die
eingedrückten Räume neben den Vorderecken grob runzelig punktirt.
Die Punktirung auf der Mittelbrust bleibt namentlich auf der Mitte,
schwächer. Auf den Hinterleibsringen ist die Punktirung noch
feiner, aber mehr gedrängt.
Die Mandibeln haben auflsen an der Basis eine scharfe, fast
spitzwinkelige Ecke, sind von da an neben dem Aulsenrande mit
allmählig abnehmender Tiefe eingedrückt. Der Aufsenrand erscheint
dadurch kielförmig erhaben. Die Erhebung wendet sich alsbald
nach innen, um hier in den jenseits der Mitte stehenden, nach vorn
und innen gerichteten Zahn auszulaufen. Der breite, oblonge
Basalzahn ist in der Mitte der abgestutzten Spitze leicht ein-
geschnitten, so dafs zwei Knötchen entstehen, welche jedoch mit
ihren äufseren Ecken am weitesten vorspringen. Die beiden
Knötchen an dem tief ausgebuchteten Vorderrande des Kopfes
stehen ziemlich nahe bei einander und sind nur durch eine Aus-
buchtung getrennt, deren äulserste Breite etwa der Basisbreite der
Höcker entspricht. Bei geschlossenen Mandibeln trifft die Spitze
der Höcker mit den Endwinkeln des Basalzahnes an den Mandibeln
zusammen. Die Augenkiele sind gerade, nicht ausgebuchtet. Die
breiten, flachen, nicht sehr weit vorspringenden Wangenhöcker sind
stumpf abgerundet. Die Abrundung ist jedoch keine ganz regel-
mäfsige, vielmehr vorn etwas mehr eckig als hinten. Die Vorder-
winkel des den Kopf an Breite etwas übertreffenden Vorderrückens
sind schräg abgestutzt und ausgebuchtet, die Seiten gerade, nach
hinten nur äufserst schwach convergirend, die Hinterwinkel, wenn
auch nicht tief, doch deutlich wogenförmig !) ausgebuchtet; die
1) So, d.h. deutsch: wogenförmig, lateinisch: undata, adverb.
undatim, glaube ich zweckmäfsig die eigenthümliche Ausbuchtung, wie
sie sich so oft bei den Lucaniden an den Hinter- und Vorder-
winkeln des Vorderrückens befindet, bezeichnen zu dürfen. Bur-
meister nennt sie S-förmig, was nicht wohl angeht, weil diese
240 G. Albers: Beitrag zur Kenntnifs etc:
hintere dadurch gebildete Ecke ist nicht völlig rechtwinklig, die
Vorderecke stumpfwinkelig.
Die Fld. sind schmäler als der Vorderrücken. Die 3—4 Dornen
an den Mitt@ischienen sind recht deutlich, dagegen ist an den
Hinterschienen nur ein schwacher Dorn wahrnehmbar.
Besonders ausgezeichnet ist übrigens der Käfer dadurch, dafs
das erste Glied der Fühlerkeule mit seiner äufseren Vorderecke
nach aulsen spitz vorspringt und das folgende Glied nicht nur an
seiner Basis, sondern auch an seiner Spitze deutlich überragt; eine
Eigenthümlichkeit, die ich bei keinem anderen mir bekannten Aegus
wahrnahm. Uebrigens wäre es nicht unmöglich, dafs der Käfer
die var. max. des von Hrn. Ritsema in den Notes from the Leyden
Museum IV, 1882, p. 404 beschriebenen Aegus Leeuweni sein
könnte, da die Unterschiede, die sich in der Stellung des zweiten
Mandibelzahnes und der Sculptur zeigen, sich wohl auf die Gröfsen-
verschiedenheit (der Ritsema’sche Käfer milst nur 27 mill.) zurück-
führen lassen; jedoch halte ich das nicht für wahrscheinlich, da in
der sonst sehr umfalsenden und sorgfältigen Beschreibung des
Leeuweni der Hinterwinkel des Vorderrückens nicht gedacht wird,
also wohl angenommen werden muls, dafs sie ohne Auszeichnung
sind.
Ein einzelnes Stück jetzt in meiner Sammlung.
Bezeichnung immer nur auf die eine Seite palst. Nennt man dann
die an den beiden Enden der Ausbuchtung entstehenden Winkel:
Ecken, versuras, so ist man in der Lage, die zu beschreibenden
Formen mit wenigen Worten bestimmt und genau beschreiben zu
können. Auch habe ich mich dieser Terminologie schon vorhin
bedient.
Hannover, im December 1888. G. Albers.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 18389. Heft II.]
Bestimmungstabelle der flachen, kaukasischen Carabus-
oder Tribax-Arten.
Von
Edm. Reitter in Mödling.
Erst vor 3 Jahren lieferte Hr. Ludw. Ganglbauer eine aus-
gezeichnete Revision der kaukasischen flachen Carabus- (Tribar-)
Arten; seit dieser Zeit wurde der Tr. Prometheus m. beschrieben;
eine weitere, sehr ausgezeichnete Art liegt mir aus Mingrelien vor;
ebenso eine grölsere Reihe interessanter, neuer Varietäten der
bekannten Arten. Diese Umstände liefsen es mir wünschenswerth
erscheinen, schon jetzt eine neue Tabelle der Tridaz-Arten, in
welcher auf die bisher ergebenen Veränderungen Rücksicht ge-
nommen wurde, zu bringen. Gleichzeitig veröffentlich Hr. L. Gangl-
bauer einen weiteren Beitrag „zur Kenntnils der Pectes- oder
Tribaz-Arten“, worin auch der Tr. agnatus Ganglb. beschrieben
erscheint.
Die flachen kaukasischen Carabus-Arten zerfallen in 2 natür-
liche Gruppen und zwar:
I. Neoplectes Reitt.
(Wien. Ent. Zeitschr. 1887, p. 186—187.)
(Körper robust, bei den g' deutlicher gewölbt als bei den 2.
Halsschild von normaler Carabus-Form, selten beträchtlich
schmäler als die Flügeldecken, also breit, nach hinten
verengt, aber nicht ausgesprochen herzförmig, der Seiten-
rand vor der Mitte mit 3, seltener 2 Porenpunkten.
Flügeldecken an der Spitze mit einer deutlichen Aus-
buchtung, beim 2 meist mit stärkerer Ausrandung; die
Epipleuren sind vor der letzteren plötzlich verkürzt und
wenigstens beim Q winklig oder gezahnt.)
1" Die Episternen der Hinterbrust verbreitern sich über den
Epipleuralrand der Flügeldecken. Vordertarsen mit 4 stark
erweiterten und unten schwammig besohlten Gliedern.
2" Aufser Jen primären (4. 8. 12.) auch die sekundären
(6. 10. 14.) der Flügeldecken wenigstens zum Theile
Deutsche Entomol, Zeitschr. 1889. Heft II. 16
242
9„
30
4”
E. Reitter: Bestimmungstabelle der flachen,
durch Punkte unterbrochen oder in Kettenstreifen umge-
wandelt. Letztes Abdominalsegment des Z' an der Spitze
doppelt ausgebuchtet, so dafs dessen Mitte (auch beim 9
schwach) winkelig oder zahnartig vortritt. Epipleuren bei
beiden Geschlechtern nach hinten verschmälert, ihr unterer
Rand vor der Ausbuchtung mit dem oberen zusammen-
treffend. Form des Halsschildes sehr veränderlich. Ime-
retien.
Oberseite ganz schwarz . . . . . . tbericus Fisch.
Oberseite kupferfarbig . . . . . vw. Lafertei Chaud.
Oberseite grüngolden, lebhaft glänzend v.refulgens Chaud.
Oberseite schwarz grün, wenig glänzend v. nigrovirescens.
Oberseite violaceo-cupreus . . . . v. nigrocyaneus Kr.
Nur die primären Streifenintervalle auf den Flügeldecken
(4. 8. 12.) durch Grübchen oder Punkte unterbrochen
oder in Kettenstreiffen umgewandelt. Die Epipleural-
ränder stolsen hinten nicht an einem Punkte des Seiten-
randes zusammen, sondern bilden daselbst einen mehr
oder minder deutlichen Winkel oder Zahn.
Die Epipleuren des 2 von der Mitte gegen die Spitze
scheinbar etwas erweitert, indem der vorspringende, vor
der Ausbuchtung gebildete, spitzige Zahn etwas nach hinten
ausgezogen ist; beim g' schwach verschmälert, vor der
Ausbuchtung mit stumpfem Zahn. Flügeldecken des 2
dicht vor der Mitte mit breitem, queren ‚Eindruck auf der
gemeinschaftlichen Dorsalfläche. Arten aus Circassien.
Halsschild mit schmalen, wenig aufgebogenen Rändern
und nur leicht nach hinten vortretenden Hinterwinkeln;
an den Seiten mehr oder weniger gerundet.
Long. 35—45 mill. Die primären Intervalle als erhabene
Kettenstreifen, die sekundären rippenartig vortretend, die
tertiären nur angedeutet. Circassien.
Oberseite dunkelblau. . . . ..... Prometheus Reitt.
Oberseite violett-kupfrig . . . . w. Wolfianus Reitt.
Oberseite grün metallisch . . . v. Zugmayeriae Reitt.
Long. 25—30 mill. Kleiner als der vorige, mit vor den
Hinterwinkeln deutlich ausgeschweiften, stärker aufge-
bogenem Halsschilde und kürzeren, mehr ovalen Flügel-
decken, letztere mit verschiedener Skulptur. Circassien.
6”
Gi
6’
g”
kaukasischen Carabus- oder Tribaz- Arten. 243
Flügeldecken gestreift, alle Intervalle einfach, gleich-
mälsig schmal und eben, die primären durch Punkte
unterbrochen.
Schwarzblau . 2. . 2 22 2020.20. obtusus Ganglb.
Grün metallisch . . . . „2... v. Adelaidae Starck.
Die primären Intervalle zu erhabenen Kettenstreifen,
die sekundären zu höheren Rippen umgewandelt. Dunkel-
blau, schwarz, grün, blau oder violett v. Ganglbaueri Reitt.
Halsschild breit viereckig mit bis vorne breiten, stark
aufgebogenen Rändern und lang nach hinten vortretenden
Hinterwinkeln (ähnlich wie bei N. Reitteri Ret.). Ober-
seite violett. Die sekundären Intervalle nicht rippenförmig.
Circassien . . . 20.0. Starckianus Ganglb.
Die Epipleuren es ° von ab Mitte zur Spitze parallel,
vor der Ausbuchtung mit grolsem, rechteckigem, nicht
nach hinten ausgezogenem Zahne; die untere Kante der
Epipleuren beim g' vor der Spitze allmählig in den
Seitenrand übergehend. Analsegment des Z! am Spitzen-
rande in der Mitte mit sehr schwacher, breiter aber gut
erkennbarer Ausbuchtung. Die Flügeldecken des 2 stärker
niedergedrückt, mit stark dachförmig erhabener Naht.
Circassien.
Die sekundären und tertiären Intervalle gleichmälsig.
Halsschild schwach quer, an den Seiten vor den Hinter-
winkeln deutlich geschwungen, etwas schmäler als die
Decken. Oberseite kupferfarben oder grün metallisch.
Fühler und Beine schwarz. C. compressus Ganglb.,
Reitt., non Chaud. . . 20.0. Starcki Heyd.
Fühlerbasis und Schenkel u ...... v. Schneideri Reitt.
Halsschild stark quer, nicht schmäler als die Flügeldecken,
die Seiten vor den weniger vorspringenden, mehr ab-
gestumpften Hinterwinkeln kaum sichtbar geschwungen,
Schienen meist rothbraun . . . 2. v. latitans Reitt.
Die Kettenstreifen bestehen aus Spindelfäutuigeit flachen
Tuberkeln, die sekundären Intervalle sind rippenartig
erhöht, die tertiären sind nur angedeutet. Schwarz, oben
dunkel violett . . . . . v. synallactes Ganglb.
Die Episternen der Elinsethenst greifen nicht über den
Innenrand der Epipleuren.
Die Epipleuren des 2 breit, vor der Mitte zur Spitze
parallel, vor der Ausbuchtung einen grofsen rechtwinkeligen
16 *
244 E. Reitter: Bestimmungstabelle der flachen,
Zahn bildend. Halsschild grols, fast quadratisch, mit
durchaus breiten, hoch aufgebogenen Seitenrändern und
langen nach hinten vortretenden Hinterwinkeln. Die
primären Intervalle der Streifen auf den Flügeldecken
tuberkelartig unterbrochen; die sekundären hoch rippen-
förmig, die tertiären nur angedeutet. Penis breit, platten-
förmig, am Ende schräg abgestutzt. Circassien.
Schwarz, nur der Halsschild mit undeutlichem blauem
Seitenrande . . . . „20.0. Reitteri Retows.
Oberseite spangrün, Eligsldecken bronzegrün.
v. Retowski Reitt.
8” Die Epipleuren des 2 sowie des g', von der Mitte zur
Spitze etwas verschmälert. Halsschild selten quadratisch,
mit, namentlich, vorne sehr schmalem, wenig aufgebogenem
Seitenrande und weniger nach hinten vortretenden Hinter-
winkeln. Penis einfach, stumpf zugespitzt.
Die Kettenstreifen der Flügeldecken sind erhabener als die
umgebenden Zwischenräume.
10" Flügeldecken in beiden Geschlechtern neben der Spitze
gleich stark ausgerandet !), die Epipleuren vor der Aus-
randung stets ein deutliches Zähnchen bildend. Grüne
oder bronzegrüne Arten.
11” Grofse, schlanke Art mit langem, schmäleren Kopfe.
Halsschild nach hinten stark verengt. Flügeldecken lang
oval, hinter der Mitte etwas breiter als in der Mitte.
Mingrelien . . » ; 2.2... protensus Schaum.
Wenig kleinere, sedninfener: us mit kürzerem, dicken
Kopfe. Halsschild quer viereckig, nach hinten sehr wenig
verschmälert. ne kurz oval. Mingrelien, Swa-
netien . . . 2. Plasoni Ganglb.
Flügeldecken neben ner Shilzer etigetehs beim g' nur
schwach ausgebuchtet und die Epipleuren bilden in beiden
Geschlechtern keinen deutlichen Zahn.
Halsschild beinahe quadratisch, ohne deutlich auf-
gebogenen Rändern und kaum schmäler als die Basis
der Flügeldecken, letztere lang, verkehrt eiförmig, hinter
der Mitte am breitesten, die sekundären Intervalle hoch
rippenförmig, die tertiären kaum angedeutet. Dunkel
=
$)
-
11
10
1) Ob auch bei dem g' des Plasoni ist fraglich, weil ich blols
2 2 gesehen habe.
kaukasischen Carabus- oder Tribaz- Arten.
grasgrün, die Seiten der Flügeldecken und der Hals-
schild purpurviolett. Stammt schwerlich aus „Armenia
alpina“, sondern wahrscheinlich vom Nordabhaug des
Elbrusgebirges. C. invictus Chaud. . . Schamyli Hampe.
9’ Die feinen Kettenstreifen der Flügeldecken sind nicht er-
habener als die anderen flachen, feinen Zwischenräume.
12" Arten mit kürzerem, dicken Kopfe. Zwischen der Flügel-
deckennath und dem ersten primären Kettenstreifen be-
finden sich in der Regel 4 Intervalle.
13" Die Epipleuren von der Mitte bis zur Spitze deutlich ver-
schmälert bei beiden Geschlechtern beim g! vor der Aus-
buchtung keinen scharfen Zahn bildend. Flügeldecken vor
der Spitze beim g' schwach, beim 2 stärker ausgebuchtet.
Breitere, metallisch gefärbte Art. Swanetien. Komarowi Reitt.
13’ Die Epipleuren im letzten Drittel in beiden Geschlechtern
zur Spitze parallel und ebenfalls bei S' und @ vor der
starken Ausbuchtung ein Zähnchen bildend. Schmal,
schwarz mit grünem Metallscheine. Swanetien, Imeretien.
N. rebellis Reitt. = ex type compressus Chaud.
12’ Arten mit schmälerem, langem Kopfe. Zwischen der
Flügeldeckennaht und dem ersten Kettenstreifen befinden
sich immer nur 3 Intervalle. Stirnfurchen kurz. Flügel-
decken beim g' jederseits an der Spitze nur äufserst
schwach ausgebuchtet.
14” Die Episternen der Hinterbrust fast breiter als lang. Die
Stirnfurchen über den Clypeus kurz verlängert, tief. Hals-
schild quer, nach hinten herzförmig verengt. Oberseite
schwarzblau. Caucasus. Wahrscheinlich von der Nord-
seite des Elbrusgebirges . . . 2... cordicollis Ganglb.
_
14' Die Episternen der Hinterbrust at länger als breit. Stirn-
furchen am Clypeus tief, auf der Stirn erloschen. Hals-
schild nur höchstens um ein Drittel breiter als lang, ziem-
lich viereckig, vor der Mitte wenig gerundet, jederseits vor
der Basis mit einem tiefen Eindrucke. Schwarz, die
Seiten des Körpers purpurviolett. Elbrusgebirge. Steveni Men.
II. Tribaz Fisch.
Plectes der Autoren.
(Körper schlank mit sehr langen Beinen, oben flach.
Kopf langgestreckt, mit langen spitzigen Mandibeln. Hals-
246 E. Reitter: Bestimmungstabelle der flachen,
schild klein, schmal, mehr oder weniger herzförmig, der
wenig Neigung zeigt, sich in die Quere zu ziehen. Der
Hinterrand zeigt vor der Mitte gewöhnlich einen Poren-
punkt. Die Flügeldecken zeigen auch beim 2 keine deut-
liche Ausbuchtung, eine solche ist höchstens angedeutet,
die Epipleuren bilden vor letzteren ma einen Winkel
noch einen Zahn.)
1’ Nur die primären Streifenintervalle (4. 8. 12) sind durch
eingestochene Punkte oder Grubchen unterbrochen oder in
Kettenstreifen umgewandelt. Bisweilen ist noch eine vierte
Grübchenreihe auf dem 15. Interval oder eine Marginalreihe
entwickelt. Bisweilen fehlen eingestochene Punkte selbst
auf den primären Intervallen.
2” Vorderrand des Halsschildes nicht strichförmig abgesetzt.
Central-Caucasus: Ossetien, Chefsurien.
Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken schwarz-
grün oder violett . . . .... osseticus Adam.
Seiten des Halsschildes und agle Flügeldecken erzfarbig
metallglänzrend . . . . 0. v. Mussini Germ.
2’ Vorderrand des Halsschildes sehn ichfeemie abgesetzt.
3” Beine einfarbig schwarz, viertes Glied an den Vorderfüfsen
des d' quer und mit schwammiger Sohle. Frontalfurchen
über den Olypeus auf die Stirn verlängert.
4” Kopf viel schmäler als der Halsschild, dieser breiter als lang.
Flügeldecken an den Seiten verworren punktirt. ÜCentral-
Caucasus: ÖOssetien, Chefsurien. T. planipennis Chaud.
Ganglbauer deutet den nothus A. (deplanatus Chaud.) auf
sehr selten vorkommende kleine Stücke, mit mehr verrundeten
Schultern . . . . .. nothus Adam.
4’ Kopf lang, wenig schniäler A der Halsschild, dieser klein,
schmal, fast so lang als breit; Flügeldeckenstreifen bis zum
Seitenrande deutlich. Swaneten . . 2... Lederi Reitt.
3' Schienen und Tarsen rothbraun, viertes Glied an den Vorder-
fülsen des d' ohne schwammiger Sohle. Frontaleindrücke
kurz, nicht über den Clypeus verlängert. Daghestan.
Fausti Dohrn.
l’ Aufser den primären (4. 8. 12.) auch die sekundären
(2. 6. 10. 12. etc.) Streifenintervalle der Flügeldecken durch
Punkte oder Grübchen unterbrochen, oder in Kettenstreifen
umgewandelt. Häufig fehlen die Grübehen am 2., seltener auch
am 6. Zwischenraum.
kaukasıischen Carabus- oder Tribaz- Arten.
5” Das vierte Glied an den Vorderfülsen des g ist nur schwach
erweitert, mehr oder weniger dreieckig und nicht deutlich
quer, unten entweder gar nicht, oder mit nur unvollständiger
schwammiger Sohle.
6” Kopf aufserordentlich dick und stark verlängert, so breit
als der Halsschild am Hinterrande. Randfalte des Vorder-
kopfes von den Augen durch eine Längsfurche gesondert.
Clypeus von der Stirn durch eine tiefe Querfurche abgesetzt.
Schildchen quer-elliptisch. Beine äulfserst lang. Schwarz,
Flügeldecken blau oder grün, Schenkel roth. Grusien, in
247
den Bergen von Gouriel bei Achalzich . . macropus Chaud.
6‘ Kopf normal, grofs, aber schmäler als der Hinterrand des
Halsschildes. Seitenrandkante des Vorderkopfes dicht neben
den Augen gelegen. Clypeus durch eine feine Linie von
der Stirn abgesetzt. Schildehen mit deutlicher Apicalecke.
7" Halsschild ziemlich schmal, mehr oder weniger herzförmig,
Basis fast gerade, Hinterwinkel schwach vorspringend.
8” Halsschild jederseits der Hinterecken mit einem mehr oder
weniger deutlichen Längseindruck, Scheibe aufser der wurm-
artigen Runzelung mit erkennbarer Punktur.
9' Das vierte Fulsglied des J' unten ohne schwammiger Sohle.
Der umgeschlagene Seitenrand des Halsschildes nur flach
gerinnt. Die alternirenden Zwischenräume auf den Flügel-
decken durch grölsere, grübchenartige Punkte oder Grübchen
unterbrochen, die dazwischenliegenden Intervalle als schmale
Leistehen emporgehoben. Schwarz, ‘glänzend, höchstens an
den Seiten mit schwach blauem Scheine. Oentral- und
Ostkaukasus.
a. Beine schwarz. Die Punktgrübchen auf den Flügel-
decken sind grofs und dicht gestellt. Pl. fossiger Chaud.
Biebersteini Men.
b. Schenkel und das erste Fühlerglied roth. Die Punkt-
grübchen sind in der Regel viel feiner. Der mir un-
bekannte Pl. Kasbekianus Kraatz fällt vielleicht mit dieser
Form zusammen . .. 20.0.0. 0. v. Herminae.,
9% Das vierte Fühlerglied des Z! mit einer rudimentären,
schwammigen Sohle.
10’ Der umgeschlagene Seitenrand des Halsschildes nur flach
gerinnt. Körper einfarbig schwarz, höchstens die Seiten
der Flügeldecken mit schwachem, blauen Scheine. Letztere
248
10'
=
8
=
7
11"
-
11
19.
E. Reitter: Bestimmungstabelle der flachen,
flach gewölbt, die Punktgrübchen der alternirenden feinen
Streifen klein und meist weitläufig gestellt. Circassien.
v. agnatus Ganglb.
Der umgeschlagene Seitenrand des Halsschildes tief gerinnt.
Die alternirenden Streifenintervalle auf den Flügeldecken
meist nicht, wie bei Biebersteini, leistenartig vorstehend.
Schwarz, wenigstens die Flügeldecken blau, violett, seltener
grün. Central- und Ostkaukasus.
a. Beine ganz schwarz. Die Punktgrübchen der Streifen-
intervalle auf den Flügeldecken feiner v. Kolenati Chaud.
b. Schenkel und das erste Fühlerglied roth. Die Punkt-
grübchen der Streifenintervalle auf den Flügeldecken
DrOlsh, ;h. aut aaltichmeif anbeten hieran Von SURAINERSESE NT.
Halsschild quer, herzförmig, jederseits innerhalb der Hinter-
ecken mit einem tiefen, grübchenartigen Eindruck; Scheibe
aufser der wurmartigen Runzelung glatt. In den Gebirgen
bei Achalzich. T. platypterus Ganglb. . . . Kraatzi Chaud.
Halsschild verhältnifsmälsig grols, fast quadratisch, nach
hinten schwach verengt, oben grob wurmartig gerunzelt,
ohne Punktur, Basis im Bogen ausgebuchtet, die Hinter-
winkel fast spitzig und nach hinten ausgezogen. Flügel-
decken sehr flach, die alternirenden Streifenintervalle durch
feine Punktgrübchen unterbrochen. Trapezunt. ponticus Deyr.
Das vierte Glied an den Vorderfülsen des g' ist deutlich
erweitert, quer, viereckig und unten mit dichter schwam-
miger Sohle.
Halsschild kaum quer, aulser der wurmartigen Runzelung
nicht punktirt, vorne ungerandet. Einfarbig schwarz,
glänzend. Punktreihen der Flügeldecken bis zum Rande
deutlich. Nakeralagebirge . . . .» . . mingrelicus Reitt.
Halsschild quer, herzförmig, punktirt, vorne meistens ge-
randet.
Halsschild vorne nicht oder sehr undeutlich gerandet, ohne
scharf eingeschnittene Randungslinie. Punktreihen der
Flügeldecken noch an den Seiten erkennbar, die alterni-
renden Intervalle durch Grübchen unterbrochen. Mingrelien,
Imeretien, Swanetien, Radscha, Elbrusgebirge.
a. Erstes Fühlerglied und Schenkel roth . . Puschkini Ad.
b. Fühler und Beine schwarz. (Radscha, sehr selten.)
v. Kamberskyi.
kaukasischen Carabus- und Tribaz- Arten. 249
12’ Halsschild vorne mit stark eingeschnittener Randungslinie.
Die alternirenden Intervalle der Streifen auf den Flügel-
decken spärlich und nur durch feine Punkte unterbrochen,
an den Seiten mit verworrener Punktur. Schwarz, mit
blauem oder grünem Scheine. Circassien.
a. Wenigstens das erste Glied der Fühler und die Schenkel
Bose else; circassicus Ganglb.
b. Fühler und Beine schwarz . . . . . v. Justinae Reitt.
Tribax Riedeli Men. (cupreus Chaud.) weicht von den Tribax-
Arten durch das an der Spitze, in grölserem Umfange dicht be-
haarte vierte Fühlerglied ab und scheint deshalb mit Sphodristo-
carabus näher verwandt zu sein, weshalb diese Art von dieser
Uebersicht ausgeschieden wurde.
Anhang.
Tribaz mingrelicus n. Sp.
Elongatus, gracilis, deplanatus, unicolor, niger, nitidus, capite
elongato, prothorace haud transverso, angusto, subquadrato, per-
parum cordato, sublaevi, basi truncato, antice haud marginato, angulis
postieis rectiusculis leviter productis, elytris olongo-ovalibus, depla-
natis, subtiliter crenato-striatis, interstitüüs plurimis (praesertim al-
ternis) cum punctis mediocribus interruptis. — Long. 27—33 mill.
Mas: Tarsis anticis quatuor primis dilatatis, subtus spongiosis,
articulo quarto transverso.
Eine leicht kenntliche in vielfacher Beziehung sehr ausge-
zeichnete Art. Der grofse Käfer hat den Habitus des Biebersteini,
‚ponticus, ist ebenso schlank und flach, ganz schwarz, glänzend.
Fühler in beiden Geschlechtern lang, die Mitte des Körpers über-
ragend. Kopf sammt dem Halse und den langen Mandibeln länger
als der Halsschild, Stirn in der Mitte glatt, an den Seiten neben
den Augen mit einigen feinen Längsfurchen, die Frontallängsein-
drücke tief; Scheitel sehr fein wurmartig, quergerunzelt. Lippen-
taster bisetos. Endglied der Maxillartaster in beiden Geschlechtern
schwach erweitert. Halsschild so lang als breit, ziemlich vier-
eckig, nach hinten sehr schwach herzförmig verengt, mit deutlicher
Schwingung vor den fast eckig vortretenden, jedoch nieht weit nach
hinten vorgezogenen Hinterwinkeln, die Basis gerade abgestutzt,
die Seiten fein linienförmig gerandet, der schmale leistenförmige
250 E. Reitter: Bestimmungstabelle der flachen etc.
Rand hinten deutlicher gehoben, Vorderrand kaum ausgebuchtet,
nichtodernicht deutlich gerandet, die Scheibe glatt, am Grunde
nicht punktirt, wohl aber sehr fein wurmartig quer gerunzelt; die
Runzelung jedoch erst bei stärkerer Vergröfserung wahrnehmbar;
vor der Basis jederseits mit einem flachen, etwas schräg nach innen
stehenden, hinten leicht grübchenartig vertieften Längseindruck.
Mittellinie tief eingedrückt. Schildehen quer, dreieckig, glatt.
Flügeldecken lang oval, viel breiter als der Halsschild, ziemlich
flach, mit feinem, leistenförmig vortretenden Seitenrande und kaum
angedeuteten Schulterwinkeln, fein und dicht gestreift, in den
Streifen kerbartig, aber sehr undeutlich punktirt, die feinen, gleichen,
linienförmigen Zwischenräume durch gröfsere, viereckige, aber nicht
grübchenartige Punkte unterbrochen; gewöhnlich ist der 4, 8, 10, 12,
oft ‚aber alle abwechselnden Zwischenräume durch solche Punkte
geziert. Die Zahl der Punkte ist sehr veränderlich. Die Streifung
ist bis zum Rande erkennbar. Die gröfste Breite liegt in oder
dicht hinter der Mitte. Der Spitzenrand ist auch beim 2 nicht
deutlich ausgebuchtet.
Unterseite schwarz, glänzend, nicht deutlich punktirt, der Bauch
fein wurmartig gerunzelt, nur am zweiten Bauchsegmente befindet
sich eine Gruppe stärkerer Punkte in der Nähe der Hinterhüften.
Die Episternen der Hinterbrust sind etwas länger als breit. Vor
den Apicalrändern der Bauchringe befindet sich jederseits in der
Mitte ein Porenpunkt. Letztes Bauchsegment beim g' mit 5, beim
Q© mit 4 Borstenpunkten jederseits vor dem Hinterrande. Beine,
besonders die hinteren Tarsen lang.
Bei dem d' sind die 4 ersten Glieder der Vordertarsen stark
erweitert, Glied 2 schwach, 3 und 4 stark quer, vom 2. bis 4.
wenig in der Breite abnehmend, unten mit filziger Sohle besetzt.
Sowohl in der Sculptur der Flügeldecken als auch in der Art’
der beim g' gebildeten Vordertarsen kommt diese Art dem Tribaz
circassicus Ganglb. (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1886, p. 334) nahe. Sie
entfernt sich jedoch wieder von derselben durch die rein schwarze
Färbung, längeren Kopf, hohen, fast viereckigen Halsschild, der
vorne nicht gerandet ist.
In den östlichen Gebirgen Mingreliens, an der Imeretin’schen
Grenze von Hrn. Dobretsberger entdeckt.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Berichte über die von E. v. Oertzen im Jahre 1887 in
Griechenland u. Klein-Asien gesammelten Coleopteren.
IX. Neue Arten aus: verschiedenen Familien,
beschrieben von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Notiophilus orientalis n.sp. N. substriato Waterh. valde
similis sed pedibus anticis, tibiisque omnibus testaceis, fronte antice
latiore, multi-striolata, elytris distinete longioribus, apice concoloribus
capite cum oculos thorace latioribus. — Long. 5—5.5 mill.
Durch oben angeführte Merkmale von dem sehr ähnlichen
substriatus Waterh. verschieden. Von N. geminatus Dej. durch
breiteren Kopf, vor den Hinterecken deutlich ausgeschweiften Hals-
schild, weniger parallele, an den Seiten kaum mattere Flügel-
decken, sowie durch beim Porenpunkte nicht winkelig erweiterte
Seiten des Halsschildes specifisch abweichend.
Von den südlichen Sporaden: Symi; Chios: Umgebung von
Hagios Galas; Klein- Asien, Syrien etc.
Mir ist noch nachfolgende neue Art bekannt:
Notiophilus interstitialis n.sp. N. aquatico L. valde similis
sed prothorace postice sensim angustato, ante angulos posticos viz
sinuato, elytris brevioribus, magis ovalıbus, haud parallelis, inter-
stitiüs striarum distincte subtilissime sat dense punctulatis; capite
thorace non latiore, pedibus nigris. — Long. 6 mill.
Griechenland.
Orescius Oertzeni n. sp. Nigro-piceus, nitidus, subdepressus,
antennarum articulis (duabus basalibus ezceptis) dense pubescentibus;
capite parvo, dense punctato, utrinque longitudinaliter ruguloso; pro-
thorace levissime transverso, coleopteris angustiore, subcordato, dense
sat fortiter, in medio parce subtilissime punctato, angulis posticis
subproductis rotundatis, lateribus haud reflezis; elytris ovalibus, for-
titer striatis, strüs subtiliter, interstitiis converiusculus parce sub-
tilissime punctatis, interstitio quinto septimoque punctis pluribus
majoribus impressis, lateribus anguste reflexis apice profunde sinuatıs;
prosterno apice marginato, sterno subtiliter punctato, abdomine laevi.
Long. 10.5 mill.
Mas: Tarsis anticis articulis duabus primis valde dilatatıs.
252 E. Reitter: neue griechische Arten
Eine kleine, reizende Art, welche durch den hohen, schmäleren,
stark punktirten Halsschild, dessen Seiten bis auf den linienförmigen
Rand nicht aufgebogen sind, sehr ausgezeichnet ist.
Ein einzelnes, nicht wohl ausgefärbtes, daher ganz rostrothes g'
im griechischen Koraxgebirge von Hrn. Eberh. v. Oertzen ent-
deckt, dem ich diese Art dedizirt habe.
Die Gattung Orescius Bedel ist nur als Subgenus zu halten,
weil sie nur durch die einfachen, tiefen Punktstreifen und die Ptero-
stichus ähnliche Körperform zu charakterisiren ist. Das ungerandete
Prosternum hält nicht Stich; ich kenne eine Art, bei der der Rand
am Prosternum vorhanden ist und bei einer, O. Hoffmannseggi Panz.,
ist die Prosternalspitze ungerandet, in manchen Fällen jedoch
deutlich gerandet.
Die mir bekannten Arten können nachfolgend übersehen
werden:
A. Die Fühler erst vom vierten Gliede an dicht pubescent.
Halsschildseiten flach aufgebogen. Der fünfte und der
siebente Zwischenraum auf den Flügeldecken ohne grölsere
Punkte.
a. Prosternalspitze ungerandet. . . . . Hoffmannseggi Panz.
b. Prosternalspitze mälsig gerandet . . . v. nebrioides Panz.
B. Die Fühler vom dritten Gliede an dicht pubescent. Hals-
schildseiten nicht aufgebogen. Der fünfte und siebente
Zwischenraum der Streifen auf den Flügeldecken mit
mehreren grölseren Punkten besetzt. Prosternalspitze ge-
randet, inne Ausb Anz Amya den ans: MÜGHZERUST Ep:
Der O. oblongus Dej. aus den Pyren. ist mir unbekannt.
Zabrus chiosanus n. Sp. Oblongus, valde convezus, niger,
subtus obscure piceus, palpis apice rufescentibus, prothorace magno,
transverso, lateribus valde rotundato, postice leviter reflezo, angulis
posticis rotundatis, basi distincte, antice in medio subtilissime
punctato; elytris thorace fere angustioribus, subovatis, subtihter
striato-punctatis. — Long. 16—13 mill.
Dem Zabr. tumidus Reiche ähnlich aber durch weniger kurze
und mehr längliche, verkehrt eiförmige Flügeldecken und den
grolsen, sehr breiten Halsschild mit abgerundeten Hinterecken leicht
zu unterscheiden. Noch näher verwandt dem Zabr. reflezus Schaum,
von diesem aber unterschieden durch gröfsere Körperform, dunkle
Taster, dessen Spitzen nur röthlich gefärbt sind, viel kleinere,
schwächer vorspringende Augen, nur eine einzelne normale Scutellar-
aus verschiedenen Familien. 253
reihe auf den Flügeldecken und die dichte Punktur an den Seiten
des Bauches.
Fühler kurz, den Hinterrand des Halsschildes nicht erreichend.
Kopf mit 2 tiefen Stirnstricheln, sonst fast glatt. Halsschild doppelt
so breit als lang, in der Mitte fast breiter als die Flügeldecken,
vorn in der Mitte fein, hinten stärker, wenig gedrängt punktirt, die
Seiten gleichmäfsig gerundet, hinten aufgebogen, Hinterwinkel ab-
gerundet. Flügeldecken mit sehr feinen Punktstreifen, die seitlichen
fast erloschen, die Scutellarreihe einfach, Humeralzahn scharf.
Die Seiten der Vorderbrust hautartig genetzt, der Mittelbrust fein,
einzeln punktirt, die Seiten des Bauches überall dicht und kräftig
punktirt, Analsegment mit Querrunzeln in der Mitte beim 2. Pro-
sternumspitze gerandet.
Das d! zeigt am letzten Bauchsegmeute jederseits einen, das 2?
2 Borstenpunkte.
Chios, Umgebung von Hagios Galas.
Zabrus Oertzeni Reitt. var.nov. crelicus. Grölser als die
Stammform, die Seiten des Halsschildes nicht rothdurchscheinend,
vorn schmaler abgesetzt, die Beine viel dunkler. Die Streifen sind
nur mälsig fein und nicht wahrnehmbar punktirt. (Diese Art
unterscheidet sich auch durch die sehr spärliche Punktur an der
Basis des Halsschildes und ein stets deutliches Grübchen vor der
Basis jederseits in der Mitte von dem ähnlichen Z. convezus,
v. subtiis Schaum.)
Creta, Lasithi- Gebirge.
Calatus koraz n.sp. C. giganteo Dej. valde similis, sed minor
antennis palpisque obscuris, antennarum articulo primo, palporum
articulo ultimo mandibulisque rufo-ferrugineis; prothorace vir trans-
verso, a medio ad angulos posticos parallelo, ad apicem angustato,
basi fortiter punctato, impressione interna utrinque magis distincta;
elytris antice magis depressis, fortiter striatis, strüs fortiter crenato-
punctatis, stria tertia el quinta punctis remotis majoribus inter-
miztis, interstitüs conveziusculis, interstitio septimo prope basin sub-
carinato, quinto antice vir latiore, episternis metathoracis parce
punclatis brevibus. — Long. 10—12 mill.
Kleiner als C. giganteus Dej. dem er sehr nahe steht,
aber vorzüglich durch andere Form des Halsschildes ver-
schieden. Der letztere ist nämlich nicht an der Basis, sondern in
der Mitte am breitesten, von da sind die Seiten nach vorn im
Bogen verengt, zur Basis gleichbreit, die Flügeldecken sind nicht
so stark gewölbt, nicht vor, sondern in der Mitte am breitesten,
254 E. Reitter: neue griechische Arten
also weniger eiförmig und mehr oval; der fünfte Zwischenraum an
der Basis nicht plötzlich verbreitert. Die Fühler sind etwas länger
und wie die Palpen gewöhnlich dunkler, dagegen die Mandibeln
stets braunroth.
Im Koraxgebirge, aber auch am Parnassos.
Calathus ellipticus n.sp. Dem C. giganteus Dej. eben-
falls sehr ähnlich, reichlich von derselben Grölse, ebenso geformt,
allein oben ziemlich abgeflacht; das Wurzelglied der braunen Fühler,
die Palpen und Mandibeln dunkel rostroth. Kopf glatt. Halsschild
wie bei coraz, aber breiter als lang, von der Mitte zur Basis
parallel, zur Spitze gerundet verengt, die Basis und längs dem
etwas aufgebogenen Seitenrande kräftig, wenig dicht punktirt, beide
Eindrücke jederseits meist gut ausgeprägt. Flügeldecken etwas
breiter als der Halsschild, breit, kurz oval, wenig gewölbt, stark
gestreift, in den Streifen fein, aber deutlich punktirt, die Zwischen-
räume jedoch flach, der siebente an der Basis gewölbt, fast gekielt,
der dritte und fünfte seitlich mit gröfseren Punkten besetzt, der
fünfte vorn nicht verbreitert. Die Seiten der Mittel- und Hinter-
brust punktirt, die Episternen der letzteren fast breiter als lang,
also kurz. Die dünnere, kürzere Valva des Penis an der Spitze
mit einem Hackenzähnchen. Von glabricollis durch breitere, kürzere
Gestalt, kürzeren, stärker punktirten Halsschild, stärker punktirte
Streifen der Flügeldecken und vorn nicht verbreiterten 5. Zwischen-
raum verschieden. — Long. 15—17 mill.
Griechenland: Phtiotis.
Cymindis coraz n.sp. Der C. arillaris Fbr. sehr nahe ver-
wandt, aber etwas kleiner, flacher, heller gefärbt; das dritte Glied
der Fühler ist fast doppelt so lang als das zweite; der Kopf ist
wenig dunkler als der Halsschild, spärlich, fein punktirt; der Hals-
schild ist kleiner, etwas länger, nach hinten stärker verengt, vor
den deutlicheren Hinterecken wahrnehmbar ausgebuchtet; sehr un-
deutlich (an den Rändern) punktirt; Flügeldecken braun, an den
Seiten breit gelb gerandet, die gelbe Färbung, wie gewöhnlich an
den Schultern verbreitert, die dunkle Färbung vorne neben den
Seiten keinen Ast nach vorne bildend, die Streifen sind feiner und
am Grunde nicht deutlich wahrnehmbar punktirt: die Zwischen-
räume haben eine feine Punktreihe. Körper glatt, unbehaart, die
Unterseite des Kopfes und des Bauches braunschwarz.
Vom Koraxgebirge. Von v. Oertzen zahlreich gesammelt.
Cercyon circumeinctum n.sp. Ovalis, valde aequaliter con-
verum, mitidum, nigrum, prothoracis lateribus margine elytrorum late
aus verschiedenen Familien. 255
rufo-testaceis, antennis (clava obscura ezcepta) palpisque testaceis,
pedibus rufis aut ferrugineis; capite prothoraceque dense subtiliter
aequalitergue punctulatis, hoc transverso, coleopteris vir distincte
angustiore, lateribus ante angulos fere rectos haud sinuato, elytris
punctato-striatis, strüs lateribus magis fortiter punctatis, interstitiis
planiusculis minutissime dense punctulatis; prosterno carinato, meso-
sterno elevato, anguste elliptico, latitudine triplo longiore, metasterno
in medio plagiatim elevato, nitido, antice angustato, abdomine opaco,
segmento primo in medio carinato. — Long. 2.6 mill.
Von der Form und Grölfse des C. aquaticum und laterale und
mit diesen verwandt; Halsschild und Flügeldecken ebenfalls in einer
Flucht gewölbt, der Seitenrand des Halsschildes und der Flügel-
decken begrenzt rothgelb gerandet, der helle Rand an der Spitze
verbreitert, ebenso sind die Epipleuren gelb gefärbt. Die Fühler,
Palpen und Beine sind hell, nur die Fühlerkeule dunkel. Der
ganze Käfer ist glänzender als die verglichenen Arten, gewölbter,
die Punktstreifen viel tiefer eingeschnitten und stärker punktirt, die
Zwischenräume hingegen feiner punktulirt.
Wenige Ex. von Euboea und zwar vom See bei Dystos.
Parasilpha obscura Lin. var. nov. coraz. Kleiner als die
Stammform, länglich viereckig, die Dorsalrippen sind nur ange-
deutet, oder sehr fein, die 2 inneren Zwischenräume auf den
Flügeldecken spärlicher und stark, neben den Rippen reihenweise
sehr fein punktirt.
Griechenland, im Koraxgebirge.
Lithophilus creticus n.sp. Dem L. graecus m. sehr ähn-
lich, etwas grölser, plumper, Flügeldecken viel kürzer, in der Mitte
fast parallel, Oberseite nur kurz gelblich behaart, Kopf und Hals-
schild roth, Flügeldecken an den Seiten sehr schmal, an der Spitze
breit roth gefärbt, die gröberen Punkte auf der letzteren wenig
auffällig, wenig grölser als die feinen Punkte. — Long. 4.1 mill.
Creta: Lasithi- Gebirge.
Merophysia bistriata n.sp. Oblonga, conveza, rufo-ferru-
ginea, nitidula, brevissime fulvo-pubescens, dense subtilissime punctata,
antennis tenuibus, elongatis, articulis 2 et 3 valde elongatis, tertio
quarto duplo longiore, A—7 latitudine longioribus; prothorace
quadrato, coleopteris angustiore, basin versus leviter anguslato,
angulis posticis rectis, basi in medio transversim impresso, utrinque
striola brevi, basin non atlingente, impressa; elytris oblongo-ovalis,
converis. — Long. 1.5—1.7 mill.
256 E. Reitter: neue griechische Arten
Etwas grölser, gewölbter als oblonga Kiesw., der diese Art
sehr nahe steht; Oberseite dichter und stärker punktirt, weniger
glänzend, Halsschild höher, zur Basis schwächer verengt, schmäler
als die Flügeldecken, das Basalstrichelehen jederseits kürzer, die
Basis nicht erreichend, mehr gegen die Seiten zu gelegen und vor-
züglich durch den Fühlerbau unterschieden.
Bei M. bistriata ist das zweite und dritte Fühlerglied sehr
lang, das dritte etwas länger, dieses doppelt so lang als das vierte;
bei M. oblonga ist das dritte Glied kaum doppelt so lang als breit
und wenig länger als das vierte.
Creta: Lasithi-Gebirge; Rhodus: Kloster Artemidi.
Anthrenus funebris n.sp. Subovalis, fere parallelus, antennis
l1-articulatis, clava triarticulata, bene arupta, subtus albo, supra
nigro-squamulatus, squamulis piliformibus haud densissime tectus, pro-
thoracis basi utrinque lato, fascüs tribus transversis undulatis, fre-
quens maculatim interruptis, punctoque apicali albo-squamulaltis; ab-
dominis segmentis ventralibus ad latera fusco-maculatis. — Long.
1.8 mill.
Eine kleine echte Anthrenus-Art, mit 11gliederigen Fühlern,
welche einigermalsen dem Florilinus caucasicus ähnlich sieht. Körper
viel länger als breit, fast viereckig, unten weils, oben schwarz be-
schuppt. Die Schuppen nicht den ganzen Untergrund vollkommen
bedeckend, lang, haarförmig. Auf schwarzem Grunde der Flügel-
decken befinden sich drei gebuchtete weilse Querbinden, die sich
fleckenartig auflösen können, sowie ein Punkt an der Spitze hell
beschuppt. Die vorderste Binde biegt sich innen gegen das
Schildchen zu. Die Seiten der Basis des Halsschildes ist mit Aus-
nahme ihrer Mitte breit weils beschuppt. Die weilse Unterseite
zeigt auf den Seiten der einzelnen Bauchsegmente braune Schuppen-
flecken. Die Schienen und Tarsen sind dunkelbraun.
Kommt hinter A. versicolor m. zu stellen.
Insel Karpathos: Berg Lastros.
Anihrenus (Florilinus) sordidulus n. sp. Parvulus, ovalıs,
obscure ferrugineus, sordide albo-squamulatus, squamulis triangula-
ribus, antennarum basi (clava fusca) pedibusque rufis, tarsis obscuris.
Long. 1.2—1.6 mill.
Eine sehr kleine eiförmige, dem Anth. molitor einigermalsen
ähnliche Art. Oval, braunroth, überall schmutzig weils, oben mit
einem Ton in’s gelbliche beschuppt, ohne Binden oder deutlichen
Flecken, die Schuppen dreieckig, mit dem spitzen Winkel nach
vorne gerichtet, wenig gedrängt gestellt, nirgends dachförmig über
aus verschiedenen Familien. 257
einander gelagert. Die Fühler und Beine lebhaft rostroth, die
Fühlerkeule braun, die Tarsen schwärzlich. Die Fühlerfurche an
den Seiten des Halsschildes die Mitte beim 2 erreichend und beim
weit überragend.
Von den verwandten 2 Arten: museorum und caucasicus durch
den einförmig beschuppten Körper und sehr kleine Gestalt ab-
weichend.
Südliche Sporaden: Symi.
Dasytiscus flaveolus n.sp. Dem D. praecor Kiesw. sehr
ähnlich und von dieser Art durch die langen dunklen Wimper-
haare des Halsschildes und durch die doppelte helle Behaarung der
Flügeldecken zu unterscheiden.
Klein, parallel, gelb, schwach gewölbt, die Palpen und Augen
schwarz, die Fühlerspitze braun. Oberseite sehr fein gelblich,
wenig gedrängt behaart, auf den Flügeldecken aufserdem längere
gelbe, emporstehende Haare. Halsschild breiter als lang, sehr wenig
breiter als der Kopf, an den Seiten gerundet und daselbst mit
schwärzlichen langen Wimperhaaren gesäumt. Flügeldecken parallel,
viel deutlicher punktirt als der Halsschild.
Rhodos: Apollona.
Isomira Oertzeni n. sp. Obscure fusca, parva, nitida, elytris
dilute brunneis, ore, antennarum basi pedibusque, femoribus exzceptis,
obscure testaceis; antennarum arliculo tertio in mare leviter incras-
sato, capite prothoraceque dense subtihter sed profunde punctatis,
his transverso, coleopteris perparum angustiore, lateribus a medio
ad basin subrecto, ad apicem cum angulos anlticos rotundatim an-
gustato, dorso converiusculo, prope basin in medio subfoveolato;
elytris elongatis, subovahbus, subtiliter subrugulose denseque punctu-
latis, ad suturam antice depressis, prope suturam bistriatis, striis
antice evanescentibus. — Long. 4—5 mill.
Eine kleine Art aus der Verwandtschaft der /som. nitiduta,
aber doppelt kleiner, schmäler, glänzender, dunkler gefärbt und das
dritte Glied der Fühler des Z ist nur schwach verdickt, wenig
dicker als die folgenden.
Karpathos: Berg Lastros.
Omophlus nigrinus n.sp. Niger, nitidus, unicolor, ungui-
culis ferrugineis, griseo-puberulus, prothorace elytrisque glabris, an-
tennis in mare elongalis, dimidio corporis superantibus, in femina
brevioribus, dimidio corpore haud attingentibus; prothorace trans-:
verso, coleopteris angustiore, longitidine duplo fere latiore, nitido,
subtiliter subaequaliier minus dense punciato, margine antice postice-
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 17
258 E. Reitter: neue griechische Arten
que subtruncata, lateribus aequaliter levitergue rotundato, anguste
reflecro, dorso utringue ad latera in medio depresso; scutello sub-
tilissime punctato; elytris substriatis, fortiter dense rugose-punctatis ;
pedibus gracilibus, tarsis in mare simplieibus. — Long. 10—14 mill.
Ganz schwarz, glänzend, nur die Unterseite und der Kopf fein
behaart. Die männlichen Vordertarsen sind schlank, die Klauen
kaum stärker verbreitert als an den Hinterfüfsen, an der Basis
ohne Zahn. Die Epipleuren der Flügeldecken reichen wenig über
die Hinterhüften hinaus.
Grölser und plumper als marginatus, von der Form des leptu-
roides; ausgezeichnet durch die grobe, dichte, runzelige Punktur
der Flügeldecken.
Carpathos: Berg Lastros; südliche Sporaden: Kasos.
Anthicus pinicola n. sp. Breviusculus, totus testaceus, niti-.
dulus, subtilissime griseo-pubescens, oculis nigris. — Long. 2 mill.
Gehört in die Gruppe „Laticolles“ von Marseul. Gedrungen,
einfarbig, gelb, nur die Augen schwarz. Fühler fein und lang, von
halber Körperlänge. Kopf breiter als der Halsschild, Schläfen
kurz, konisch verengt, hinten gerade abgestutzt. Halsschild quer,
nach hinten stark verengt, sowie der Kopf kaum sichtbar punktirt.
Flügeldecken doppelt so breit als der Halsschild an der Basis,
doppelt so lang als breit, hinter der Mitte am breitesten, hinten
ziemlich abgerundet, mit vortretenden Schultern, oben höchst fein
und ziemlich dicht punktulirt, glänzend. Beine schlank.
Lebt auf Pinus halipensis und marituna. Von Hrn. H. v. Oertzen
auf Aegina, aber auch auf Morea und in Attika zahlreich gesammelt.
Anthicus corallicollis n.sp. Schwarz, glänzend, sehr fein,
dunkel, staubartig, wenig auffällig behaart, Fühler und Beine braun,
die erste Hälfte der ersteren, Schienen und Fülse heller braungelb.
Kopf grofs, breiter als der Halsschild, Schläfen grofs, mit dem
Hinterrande halbkreisförmig, oben gewölbt, fast glatt, Augen mittel-
grols. Halsschild gelbroth, wenig länger als breit, dicht vor der
Basis eingeschnürt, seitlich mit einem schrägen Grübchen, daher
zu Marseul’s Bifossicolles gehörend. Oberseite desselben fast glatt.
Schildchen klein, roth. Flügeldecken schwarz, äulserst fein punk-
tirt, elliptisch, doppelt so lang als zusammen breit. Brust und
Bauch schwarz. — Long. 2.1 mill.
Mit Anth. Lafertew Truqu. verwandt, aber durch schwarzen
Kopf leicht von ihm zu unterscheiden. Die Flügeldecken zeigen
auf jeder an der Spitze ein kleines eckiges Fältchen.
Cycladen: Keos.
aus verschiedenen Familen. 259
Anthicus chiosicola n. sp. Mit Anth. rufcollis Schaum sehr
nahe verwandt, schwarz, glänzend, wie polirt, fast unbehaart, Kopf
und Halsschild roth, Fühler und Beine braungelb, die Fühlerspitze
und die Schenkel braun. Augen grofs, Schläfen konisch verrundet,
Kopf äulserst fein, wenig dicht punktirt. Halsschild von der Breite
des Kopfes, fast breiter als lang, nach hinten stark verengt, jeder-
seits mit grübchenartiger schräger Impression, oben glatt, kaum
sichtbar punktirt. Flügeldecken glänzend schwarz, lang eiförmig
fast dreimal so lang als zusammen breit, ziemlich gleichbreit, von
der Mitte zur Spitze verengt, an der letzteren neben der Naht
grübchenartig vertieft, wodurch die Nahtspitze eingekniffen erhaben
erscheint, Schultern vorstehend, oben höchst fein, wenig gedrängt
punktirt. Manchmal ist vor der Mitte eine, oftmals auch eine zweite
angedeutete hellere Binde hinter der Mitte vorhanden.
Chios.
Lagria seminuda n. sp. Nigra, elongata, angusta, parce
fulvo-hirta, elytris nudis, testaceis, capite thorace latiore, temporibus
in mare parvis, postice angustatis, in femina magnis, parallelis,
oculis in mare grandibus, approzimatis, in femina minoribus, distan-
tibus, prothorace oblongo, in mare mitido, parce punctato, pone
medium magis constricto, ın femina latitudine minus longiore, dense
fortiter punctato, in medio antice oblongim foveolato; scutello fusco
punctulato, elytris supra glabris, dense subtiliter, sed profunde
‚punctatis. — Long. 3 mill.
Mas: antennarum articulo ultimo tribus praecedentibus cun-
jJunctim longitudine.
Fem.: antennarum articulo ultimo duabus penultimis conjunctim
parum longioribus.
In der Körperform und Gröfse unserer L. hirta sehr ähnlich,
“aber durch die kahlen Flügeldecken sofort zu unterscheiden. Trotz
dem Vergleich mit ZL. hirta, darf bei der vorliegenden Art nicht an
v. nudipennis Muls. gedacht werden, da sie sich von Airta aulfser
den unbehaarten Flügeldecken durch längere Fühler des g' mit sehr
gestreckten Mittelgliedern und dichte, starke Punktur, ferner ver-
tiefte Dorsallängsgrube des Halsschildes beim 2 specifisch unter-
scheidet.
Creta: Lasithi-Gebirge; Rhodos: Kloster Artemidi; Carpathos.
172
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Bemerkungen zu europäischen Elater- Arten.
Von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Elater rubidus Reitt., Ent. Nachr. 1889, pg. 112, ist nach
Einsichtnahme des typischen Orginalexemplares nicht mit der gleich-
namigen Üandeze’schen Art identisch; ich schlage demnach für
meine Art, welche mir nur in einigen Exemplaren aus Ostsibirien
vorliegt, den Namen latiusculus vor. Meine Exemplare messen
12.1 mill.
Der Elater rubidus Cand. ist eine grölsere Art (17 mill.)
mit sehr grober Punktur des Halsschildes und fast vollständiger,
tiefer Mittelfurche am Halsschilde Er steht den sanguinolentus
sehr nahe, und ist von diesem kaum speeifisch verschieden.
Elater angusticollis Heyd. ist eine Var. des cinnabarinus
mit etwas längerem, nach vorn mehr verengtem Halsschilde, das
ich für eine individuelle Abweichung halte, da ich eine ähnliche
bei pomonae, crocatus ete. bemerkt habe.
Elater straminipennis Heyd. aus Asturien, als Var. von
ochropterus beschrieben, ist eine selbstständige Art, deren Flügel-
decken dunkel, der Rest des Körpers gelblich behaart ist. Von
dem ähnlich behaarten E. ochropterus var. auranticulus m. ist stra-
minipennis durch viel feinere, am Dorsum sehr spärliche Punktur
des Halsschildes und von coenobita Costa (ochripennis Reitt.) durch
die letztere und den Mangel einer Mittelfurche an der Basis des
Thorax zu unterscheiden.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I1.]
Weitere Mittheilungen über die Ooleopteren-Gattungen:
Sympiezocnemis Solsky und Urielina Reitt.
Von
Edm. Reitter in Mödling.
In den Ann. Fr. 1888 Bul. CCIH replieirt Dr. Senac neuer-
dings auf meine Ausführungen über die Gattung Sympiezocnemis
Solsky (Deutsche Ent. Zeitschr. 1883, p. 329), woselbst ich auch
auf die Podhomala nitida Baudi ein neues Genus: Urielina gegründet
habe.
Hr. Dr. Senae kommt zu dem Schlusse: 1. dafs die Schaffung
einer neuen Gattung auf die Podhomela nitida nicht zugestimmt
werden könne, und 2. dafs die Sympiezocnemis gigantea, oblongius-
cula und Kessleri nur als Subgenus von Pimelia aufgefalst werden
könne.
Ich habe kurz darauf zu sagen, dals ich mich nicht darauf ein-
lassen kann, mit Hrn. Dr. Senaec darüber zu streiten, ob Sympie-
zocnemis ein Subgenus oder wirkliches Pimelien Genus sei; für
mich ist es sicher eine sehr ausgezeichnete Gattung. Ueber die
typische Art derselben, $. Kessleri Solsky, schrieb mir Dr. Senae
selbst, dafs sie alles eher sei, als eine Pimelia; er hielt dieselbe
viel mehr mit Trigonoscelis verwandt als Pimelia. Sein Glaube an
dies ausgezeichnete Thier wurde erst erschüttert, als ich nachge-
wiesen habe, dafs die Pimelia gigantea Fisch. ebenfalls zu Sympie-
zocnemis zugezogen werden müsse. Ich habe bereits eine Anzahl
guter Unterschiede angegeben, welche die letztere Gattung von
Pimelia abtrennen und Hr. Dr. Senac hat gesucht, dieselben zu
entkräften. Er war auch letzthin so gütig, mir einige Pimelien zu
senden, bei denen die Charaktere von Sympiezocnemis sich theil-
weise wiederfinden sollen. Es sind dies: 1. eine Pimelia rurda aus
Spanien. Der Tibialzahn der Vorderschienen ist sehr entwickelt,
lang und nicht zugespitzt. Bei S. gögantea Fisch. ist derselbe aber
breiter, blattförmig, an der Spitze mehr abgerundet und nach hinten
gebogen. 2. Eine Pim. anomala Senae aus Algier. Diese Art hat
vollkommen im Durchschnitt ovale, nicht abgeplattete, oder trigone
Mittel- und Hinterschienen und ist keine Pimelia, sondern eine Pod-
262 E. Reitter: Weitere Mittheilungen
homala. Beide Arten haben mithin mit Sympiezocnemis gar nichts zu
schaffen und sie sind durchaus nicht geeignet, die Wichtigkeit der
Charaktere dieser Gattung abzuschwächen.
Endlich erhielt ich 2 P. Boyeri aus Algier, bei denen die
grolse Oberlippe nicht in ganz gleicher Länge sichtbar ist. Sie
sollten mir nachweisen, dafs die Länge der Oberlippe variiren kann
und dafs mein Genus DUrielina von ihm nicht acceptirt werden
könne. Allein die Oberlippe ist bei den eingesandten Stücken in
nichts von Pimelia verschieden; sie ist bei einem Exemplare etwas
kürzer, weil dieselbe in einem gewissen Grade vorgestreckt oder
zurückgezogen werden kann und der Clypeus zeigt nicht die Spur
des Charakters, den ich für Urielina angegeben habe. Die Form
des Clypeus der letzteren Gattung ist ganz singulär und die Ober-
lippe ist nicht vorgestreckt, sondern vollkommen unter dem Clypeus
versteckt, sie ist nur noch in einem dreieckigen Ausschnitte des
letzteren nachweisbar. Hr. Dr. Senac hat sich meine Angaben
über Urielina nicht richtig vorgestellt und ich halte sie in allen
Stücken aufrecht. Zur Gattung Sympiezocnemis habe ich schliefslich
noch zu erwähnen, dafs sie keineswegs als Untergattung, sondern
als ausgezeichnetes Genus gelten mufls. Ich habe nämlich jetzt
noch gefunden, dafs bei dieser Gattung die Vorderschienen innen,
in beiden Geschlechtern lang zottig behaart sind und es
ist dies ein sehr ausgezeichneter Charakter, welcher, wie so viele
andere, sich bei Pimelia nicht wiederholt. Hätte ich diesen schönen
Charakter früher entdeckt, so wäre wahrscheinlich Hr. Dr. Senae
eher von der Güte der Gattung Sympiezocnemis überzeugt worden,
und er würde nicht neuerdings die generische Zusammengehörigkeit
der P. gigantea Fisch. mit $. Kessleri Solsky in Zweifel gezogen
haben.
Nachtrag. Infolge der neu aufgetauchten Meinungsverschie-
denheiten über Sympiezocnemis und Urielina, welche Hr. Dr. Senae
a.a.0. zum Ausdrucke brachte, habe ich demselben sowohl die
Sympiezocnemis Kessleri Solsky als auch die Urielina nitida zur
Prüfung eingesendet und eben theilt mir Dr. Senac über diese
Gattungen folgendes mit:
Er halte sich nur überzeugt, dals Sympiezocnemis eine von
Pimelia gut unterschiedene Gattung bilde, obgleich ihm die $. gigantea
weniger ausgezeichnet scheine als $. Kessler:.
Dagegen scheine ihm meine Urielina nitida Baudi einen indi-
vidual monströs gebildeten Vorderkopf zu besitzen, weshalb er in
seinem Urtheile zurückhalten müsse.
über die Coleopteren- Gattungen etc. 263
Aus nachfolgenden Gründen kann ich jedoch nicht zugeben,
die Urielina nitida Reitt. für ein monströses Thier zu halten.
l. Der ganze Käfer ist ganz normal ausgebildet und der
Vorderkopf durchaus symmetrisch gebildet. 2. Eine ganz ähnliche
Bildung des Clypeus und des Labrum wiederholt sich zahllos inner-
halb der Familie der Tenebrioniden: so haben die Pedininen und
Opatrinen den Vorderkopf in ganz ähnlicher Weise gebildet, wels-
halb eine solche Kopfbildung bei einer Pimeliden-Gattung wohl
recht bemerkenswerth, nicht aber als monströs auffallen darf.
3. Ich erhielt die Urielina nitida R. von Hrn. General Komarow
unter einer Nummer, die ich sammt Namen demselben mitzutheilen
hatte. Ich darf also annehmen, dafs mindestens ein ähnliches Thier
sich noch im Besitze desselben befinden dürfte.
Dagegen ist es sehr möglich, dafs meine Urielina nitida nicht
identisch ist mit der Podhomala nitida Baudi, obgleich die Baudi’sche
Beschreibung auf mein Thier bis auf die Angabe: „P. suiurali habitu
paululum, capilis, antennarum pedumque structura conformis“ recht
gut zutrifft. Ich habe aber ursprünglich angenommen, dafs Baudi
trotz obiger Anführung die verschiedene Form des Olypeus über-
sehen habe. Sollte sich auch die Verschiedenheit meiner Art von
der Baudi’schen Podhomala nitida herausstellen, so kann auch der
gleiche Speciesname meiner Art verbleiben, weil sie dann von der
Baudi’schen generisch verschieden wäre.
Die Diagnose der Urielina nitida Reitt. wäre etwa folgende:
Urielina nitida Reitt. Oblongo-obovata, picea, supra glabra,
inferne flavo-puberula, capite thoraceque nitidis, clypeo explanato,
prolongato, apice in medio triangularıter ezciso, labrum suboccultum,
capite postice sparsim subtiliter, antice dense magis fortiter, sub-
rugose punctato, prothorace valde transverso, longitudine 24 latiore,
capite perparum latiore, coleopteris distincte angustiore, in medio
parum punctulato, lateribus subtilissime granulato; elytris oblongo-
ovatis, lawe subtiliter granulatis, costis duabus dorsalibus cum gra-
nulis magnis viz indicatis, apice anticeque abbreviatis, costa laterali
distincte elevata, prope humeris obsoleta. — Long. 16 mill.
Tekke-Turkmenien.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Ueber den Gattungsnamen Scydmaenus und Eumierus.
In einem besonderen Artikel, betitelt „zur Abwehr“, findet
sich Hr. Dr. Seidlitz veranlalst, gegen meinen Nachweis, dafs der
Name Scydmaenus bisher fälschlich gebraucht wurde und mit Eumicrus,
für den er einzutreten habe, synonym sei, aufgetreten, indem
er in ausgiebieger Art nachweiset, dafs ich den unverzeihlichen
Fehler beging, bei Latreille’s Beschreibung der Gattung, woselbst
der Scydm. Hellwigit als Typus derselben angeführt erscheint, an
unseren Hellvigii Fabr. zu denken, während Latreille Hellwigü Payk.
meinte, der identisch ist mit einer anderen Eumicrus-Art, nämlich
E. tarsatus Müll.
Dieser Artikel war, in soweit er sich auf diesen Fehler be-
zieht, der das von mir nachgewiesene Resultat, dafs nämlich der
Name Scydmaenus, wegen dem dabei als einziges Beispiel genannten
Sc. Hellwigi, für Eumicrus einzutreten habe, ganz überflüssig und
zwar aus drei Gründen. Für's erste war er überflüssig, weil ich in
meiner Note der Wien. Ent. Zeitschr. 1838, p. 41—42 Hrn. Dr. Seid-
litz in keiner Weise hierzu provocirt habe; die besagte Note bezog
sich auf eine Arbeit von Sharp. Zweitens hat bereits Dr. Schau-
fuss viel früher in der Berl. Ent. Zeitschr. 1837, p. 316 und 317
meinen leicht begreiflichen Irrthum klargestellt, nur mit dem Unter-
schiede, dafs er ebenfalls zu dem Schlusse kommt, dafs der Gattungs-
name Scydmaenus für Bumicrus, sowie ich ursprünglich nachgewiesen
habe, anzuwenden sei. Der Seidlitz’sche Artikel ist mithin eine
bewulste Wiederholung, da der Autor von diesem Umstande Kenntnils
hatte. Drittens war er überflüssig, weil der zweite mir imputirte
Irrthum nicht besteht, sondern auf einer irrigen Anschauung von
seiner Seite basirt.
Wie Dr. Seidlitz zugesteht, beschrieb Latreille 1802 seine
Gattung Scydmaenus, indem er dabei eine einzige Art, den Scyd.
Hellwigi Payk. nennt. Demzufolge ist doch offenbar diese Gattung
nach dieser einzigen Art beschrieben worden. Erst 4 Jahre später
(1806), wie Seidlitz ebenfalls zugesteht, beschrieb er seine zweite
Art, den Scydmaenus Godartü Latr. Nun ist Dr. Seidlitz der An-
sicht, dafs der Gattungstypus der ursprünglichen Gattungsbeschrei-
bung ignorirt und der Godarti als solcher für die Latreille’sche
Gattung angesehen werden solle, angeblich, weil die Gattungs-
beschreibung auf diesen besser zutreffe, Latreille hat mithin die
Gabe besessen, Zukünftiges zu beschreiben. Indem er bei der
E. Reitter: Ueber den Gatlungsnamen etc. 269
Gattungsaufstellung nur den Scydm. Hellwigi Payk. vor sich hatte,
so hat er dennoch schon an den erst zu entdeckenden Godartt
gedacht und mithin nicht die Eigenthümlichkeiten des vorliegenden,
sondern des zukünftigen Thieres beschrieben!
Und weil sich dieser Umstand allen Ernstes wirklich so zu-
getragen haben soll, so war nach Seidlitz, Laporte vollkommen im
Rechte, der jüngeren Art den älteren Gattungsnamen und der
älteren Art den neu eingeführten Namen Zumicrus aufzudringen!
Ueber diesen Gegenstand kann ich wohl von jedem weiteren
Disput absehen. Für mich ist in diesem Falle die Prioritätsfrage
„sonnenklar*. Latreille beschrieb die Gattung Scydmaenus nur nach
Scydm. Hellwigi Payk. (= tarsatus Müll.) und wenn er für sie den
ihr heute zukommenden engen Rahmen nicht gab, so durfte Laporte
bei der Abtrennung einer zweiten Gattung, die einzige Art, welche
Latreille bei Aufstellung seiner Gattung vorlag, keineswegs von
dieser Gattung abtrennen und zu der zweiten schlagen. Die Gattung
Eumicrus Lap. ist mithin mit Scydmaenus Latr. synonym.
Die Richtigstellung in der Synonymie der Unterabtheilungen
von Scydmaenus, welche sich durch den Umstand ergeben hat, dals
ich ursprünglich den Latreille’schen Scydmaenus Hellwigi für unseren
Hellwigi gehalten habe, hat bereits Schaufuss in der Berl. Entomol.
Zeitschrift 1887, p. 317 durchgeführt. Diesen gewifs leicht ver-
zeihlichen Irrthum benutzte Hr. Dr. Seidlitz, mich in heftiger
Weise abzukanzeln. Er entstand einfach dadurch, dafs ich leider
nieht in der Lage war, Latreille’s Werk mit aller Mufse und Ruhe
durchzustudiren, sondern dafs ich die Nachprüfungen der zahl-
reichen alten, mir: fehlenden Werke an der Bibliothek des Wiener
Hofmuseums bei beschränkter Zeit einzusehen gezwungen bin.
Diesen kleinen Irrthum einzugestehen, fällt mir um so weniger
schwer, als durch ihn das von mir gefolgerte Resultat nicht alterirt
wird. Aus dem letzteren Grunde kann ich auch die ausgiebigen
Hiebe vertragen, welche Hr. Dr. Seidlitz, meinen Irrthum vor-
schützend, so gütig war, mir zuzutheilen.
Zum Schlusse nur noch eines. Hr. Dr. Seidlitz sagt in seiner
Polemik, Laporte sei bei der Aufstellung seiner Gattung Eumicrus
ebenso verfahren, wie ich bei Atritomus; was dem einen Recht,
sollte dem zweiten billig sein. Der Fall mit Atritomus unterscheidet
sich jedoch von dem obigen wesentlich, trotzdem er Hrn. Dr. Seid-
litz ähnlich scheinen mag.
Ich verwendete den Namen Atritomus für die weiteren (späteren)
Arten, weil die erste in der vorhandenen Synonymie aufging,
266 E. Reitter: Ueber den Gattungsnumen etc.
und weil ich sonst für die späteren Arten hätte einen anderen Namen
geben müssen, was dergestalt umgangen werden konnte. Wäre ein
späterer Gattungsname für Atritomus vorhanden gewesen, so hätte
er auch vor demselben den Vorzug erhalten müssen. Gegen einen
diesem analogen Vorgang habe ich übrigens niemals protestirt. Ein
solches Beispiel schildert z. B. auch Weise in der Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1887, p. 352, sub No. 87. E. Reitter.
Uebersicht der palaearetischen Chrysanthia-Arten.
1" Schenkel einfarbig schwarz.
2" Halsschild mit einer Mittelrinne; Flügeldecken mit voll-
kommen einfacher anliegender, wenig auffälliger Behaarung.
3” Schenkel des gJ' verdickt. Kaukasus . planiceps Kiesw.
3 Schenkel des g' sowie des 2 einfach.
4” Fühler und Taster ganz schwarz, Schienen schwarzgrün.
Andalusien, Portugal, Oran . . . superba Reitt.!).
4’ Das 2. und 3. Fühlerglied, sowie die Vorderschienen, nament-
lich an der Wurzel an der Innenseite gelb. Mitteleuropa.
viridissima Lin.
2' Halsschild ohne Mittelrinne; Flügeldecken sehr fein anlie-
gend behaart und dazwischen mit längeren, gehobenen
dunklen Härchen. Ost-Sibirien . . üäntegricollis Heyd.
1’ Schenkel wenigstens an der Basis gelb gefärbt.
5” Halsschild ohne deutlicher Mittelrinne, Schenkel des g' so-
wie des @ nicht verdickt.
6” Flügeldecken mit sehr feiner anliegender Behaarung und
dazwischen mit längeren, gehobenen, dunklen Härchen.
Mitteleuropa. . . . . . viridis Schmidt.
6 Flügeldecken mit sehr feiner) nische anliegender Be-
haarung, dazwischen ohne aufgehobene Haare. Sonst der
vorigen Art sehr ähnlich. Syrien: Adalia. flavipes n. sp.
Halsschild mit tiefer Mittelrinne, Schenkel des g' verdickt.
Griechen land 9.1 I. WW ER eanipeseNiesw.
E. Reitter.
d
1) Diese Art wurde bisher unter die Arten ohne Längsrinne
auf dem Halsschilde, conform der Beschreibung aufgeführt, allein es
befinden sich auf der Scheibe desselben 2 Eindrücke, welche die
Mittelrinne bald mehr, bald weniger klar andeuten.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1389. Heft II.]
Uebersicht der bekannten Scraptia- Arten
der palaearctischen Fauna.
A. Einfarbig braune Arten.
1” Grofse Arten von 3.2 mill. Länge und darüber. (Augen
vom Vorderrande des Halsschildes entfernt.)
2” Halsschild so breit als die Flügeldecken, nach vorn
stärker gerundet verengt als zur Basis.
Halsschild jederseits an der Basis mit grofser, tiefer und
runder Grube. Dalmatien, Griechenland, Italien.
=
3
bifoveolata Küst.
_
3' Halsschild jederseits an der Basis mit sehr undeutlichem
oder fehlendem Grübchen.
Drittes Glied der Fühler nur etwas länger als das zweite,
das vierte etwas länger als das dritte. Mitteleuropa.
Hr
Sahuseca Late.cl ao). ni dubia Olıv.
=
4’ Zweites Glied der Fühler an klein nicht länger als
breit, drittes lang gestreckt, etwas dünner, aber länger als
das vierte. Der vorigen Art ganz ähnlich, aber die Fühler
dicker, Oberseite viel feiner, aber sehr dicht punktulirt.
Behaarung an sehr fein anliegend. Madrid.
subdubia n. sp.
=
2 Halsschild beiräclitlich schmäler als die Flügeldecken,
doppelt so breit als lang, an den Seiten gleichmäfsig ge-
rundet, alle Winkel abgerundet, die hinteren wegen der
schwach dreibuchtigen Basis etwas angedeutet, jederseits
an der letzteren mit grofser, aber äulserst flacher Grube.
Fühler dieker als bei dubia; sonst ihr sehr ähnlich.
Marocco. . . . 2... subfoveolata n.sp.
In die Nähe diesen An gehört auch $. lZongicornis
Kiesw. aus Griechenland, welche mir unbekannt ist.
Kleine Art, von 2.5 mill. Länge und darunter. Augen
den Vorderrand des Halsschildes berührend. ‘ Der Kopf
ist bei dieser Art etwas dunkler braun. Europa.
1
fuscula Müll.
B. Kleine gelbe Arten (selten mit schwarzem Kopfe), deren
Augen durch ganz schmale Schläfen vom Vorderrande
des Halsschildes entfernt sind.
1” Flügeldecken mit gröberer Sculptur als der Halsschild.
268 E. Reitter: Uebersicht der Scraptia- Arten etc.
2" Kopf und Bauch schwärzlich. Spanien. Mir unbekannt.
Zu bifoveolata Küst., wie im Marseul’schen neuen Cata-
loge angegeben, kann diese Art nicht gehören; wahr-
scheinlich ist es aber eine kleine, blasse fuscula.
nigriceps Heyd.
2' Gelb, nur die Augen schwarz.
2" Zweites Fühlerglied etwas weniges länger als das dritte,
das vierte reichlich dreimal so lang als das letztere.
Alpen, Italien, Dalmatien . . . ferruginea Kiesw.
3’ Zweites Glied etwa so lang als das dritte, das vierte
höchstens doppelt so lang als das dritte. Frankreich,
Corsica, Sieilien . . . . .... ophthalmica Muls.
1’ Flügeldecken, gleich dem Halsschhte) mit aulserordentlich
feiner hautartiger Sceulptur.
Kopf und Fühler gelbbraun, Stirn deutlich punktulirt,
vorn abgeflacht, Halsschild fast so breit als die Flügel-
decken, nach vorn stärker verengt, die Winkel stark ab-
gestumpft, fast abgerundet, an der Basis mit 3 grofsen
flachen, wenig abgegrenzten Grübchen; Flügeldecken lang
gestreckt, ziemlich parallel. Glied 2 und 3 der Fühler
länger als breit, wenig in ihrer Länge verschieden, Glied 4
kaum doppelt so lang als 3. Long. 2mill. Marocco.
alutacea n. sp.
4’ Schwefelgelb, Stirn nicht abgeflacht, Halsschild etwas
schmäler als die Flügeldecken, an den Seiten gerundet,
in der Mitte am breitesten, Vorderwinkel abgerundet,
Hinterecken sehr stumpf, Scheibe vor der Basis mit flacher,
jederseits etwas deutlicherer Transversalimpression, Fühler
die Mitte des Körpers wenig überragend, ähnlich wie
bei der vorhergehenden Art. Long. 2 mill. Astrachan.
Jakowleffi n. sp.
C. Braune Arten mit rothem Halsschilde. Mir unbekannt.
Hierher eine Art aus Corsica. »Long. 2.5 mill.
Revelierei Abeil.
Und eine aus Tanger . . . . . 2... thoracica Baudıi.
S
4"
Scraptia oculata Kiesw. aus Andalusien scheint gar nicht
beschrieben zu sein. E. Reitter.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Pseudolibrus nov. gen. Phalacridarum
von
Dr. K. Flach in Aschaffenburg.
Als Olibrus n.sp. liegt mir aus Bogos (Dr. Beccari) ein
Phalaeride vor, dessen Tarsenbildung mit Litocrus übereinstimmt,
dessen Brustbildung und Deckenskulptur aber derart von dieser
Gattung abweicht, dafs er generell getrennt werden mufs. Ich
besitze nur ein Exemplar, mufs mich also auf die blofse Inspeetion
beschränken, welshalb ich die Mundtheile nicht berücksichtigen
kann.
Diagn.: Generis Olibri statura, oculis aliquantum majoribus
antennis clava laze triarticulata, articulo antennarum 8 praecedente
evidenter latiore; scutello sat parvo, femorum anticorum struclura
atque tarsis posticis a genere Litocrus Er. viz diversum.
Differt metasterni processu intercozali haud prominente,
cozis multo breviore, processu mesosternali conjuncto; elytris
strüs dorsahbus I, 1 et dorsalibus II, 2 ad 8 distinetis aequaliter
impressis.
Die Betrachtung der Mundwerkzeuge ergiebt (soweit thunlich)
ein langes eylindrisches Endglied der Maxillartaster (dreimal so lang
als breit) und ein kürzeres, fast cylindrisches der Lippentaster
(ca. zweimal so lang als breit!). Die Brustbildung ist von Litocrus
noch viel verschiedener, als die von Stilbus gegen Phalacrus und
Olibrus. Während bei Litocrus der als scharfer gerandeter Höcker
vorspringende Zwischenhüftfortsatz der Hinterbrust den Vorderrand
der Mittelhüften fast überragt, erreicht derselbe bei Pseudolibrus
kaum die Mitte der Hüften und bildet mit einem nach hinten vor-
tretenden Zipfel der Mittelbrust eine nur schwach gewölbte Fläche.
Die Streifung der Decken ist eine einfache und durchaus gleich-
mälsige wie bei keinem anderen bekannten Phalacriden. Die Streifen
springen bei genauem Zusehen leicht fadenartig vor. Die Skulptur
der Zwischenräume aber erweist doch die nähere Verwandtschaft
mit Litocrus, da ich bis jetzt nur bei einzelnen Arten dieser Gat-
tung eine Umwandlung der Reihen-Punkte in quere Wellenlinien,
mit einzelnen, nach hinten gerichteten feinen Stricheln besetzt,
auffand.
270 K. Flach: Pseudohbrus nov. gen. Phalacridarum.
Pseudolibrus Gestroi n. sp. Oblongo-ovalis, paululum
depressus, reirorsum angustatus, postice obtusus, testaceus; capite
subtilissime punctulato, oculis magnis nigris; thorace transverso viz
punctulato, antrorsum arcuatim angustato, angulis posticis fere rectis
sed obtusatis; elytris thorace non triplo longioribus, retrorsum
angustalis, leviter sed distincte striatis, interstitüs sparsim irregu-
lariter transversim strigosis, haud punctatis, apicibus singulis obtusis
fere rotundatis; tibiae tenues, intermediae subcurvatae (extus);
posticae spinula apicali tarsorum articulo 1 multo breviore, tarsi
posteriores pergraciles, tıbiis paulum breviores, articulo primo
secundum duplo superante longitudine. — Long. 2.5 mill.
Bogos (Dr. Beccari).
Ich widme die Art Herrn Dr. Gestro in Genua als Zeichen
meiner Anerkennung.
Sie hat das Ansehen eines gelben mittelgrofsen Olibrus, ist
aber etwas gedrückter und hinten stumpfer.
An den Fühlern ist das dritte Glied das längste, nicht ganz
zweimal so lang als 4, 5 kaum kürzer als 4, 6 das kürzeste,
kürzer als 5 und 7; 3 deutlich breiter als das vorhergehende.
Die Keule ist lose gegliedert, Glied 9 und 10 an Länge ziem-
lich gleich, 11 kürzer als beide, mit aufgesetzter Spitze.
Das Metasternum ist gleichmäfsig punktirt und behaart.
Bemerkungen über Phalacrus- und Olibrus- Arten.
Phalacrus frater m. unterscheidet sich noch durch kürzeres
11. Fühlerglied von mazimus — Reitteri. Dasselbe ist nur 3 so
lang als breit (bei mazimus doppelt so lang).
Olibrus coccinella m. ist mit einer Form des Phalacrus
bisignatus Menetr. identisch. Bei letzterem soll die Spitzen-
makel der Deeken mit ihrer vorderen Grenze die Mitte erreichen.
Ein solches Stück aus Turkestan sah ich in Sammlung Koltze. Ol. coc-
cinella ist also eine kleinfleckige Varietät des bisignatus Menetr.
Von Ohbrus ligquidus kommen Stücke vor, bei denen sich die
Hauptstreifen hinten nicht vollständig vereinigen. Dr. K. Flach.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1389. Heft II.]
Japanische Phalacriden.
Beschrieben von
Dr. AK. Flach in Aschaffenburg.
Eine kleine Sendung japanischer Phalacriden, die ich Herrn
Reitter verdanke, besteht aus folgenden Arten:
1. Litocrus coronatus n.sp., 1 Stück.
2. Stilbus avunculus n.sp., 1 Stück.
3% - pumilus Hochh., in Mehrzahl.
- polygramma Flach, 1 Stück.
- v. rubidus m., 1 Stück.
Olibrus affinis St. v. (?) consanguineus m., 1 Stück. -
- _ particeps Muls., in Anzahl.
3 SER. Be
1. Litocrus coronatus n.sp. L. Koltzei forma, sed major,
breviter ovalıs, retrorsum magıs attenualus, totus glaber, supra
piceus, capite antice, thoracis lateribus, elytrorum margine lateralı,
subtus cum antennis et pedibus tesiaceus; elyira macula media com-
muni, transversa, arcuata rufescente; capite ac pronoto viz punctu-
latis, haud ulutaceis, hoc angulis posterioribus acutis, margine poslica
profunde bisinuato; scutello parvo; elytris punctulatis et subtilissime
transversim strigose alutaceis; series dorsales viz perspicuae, quarum
locum striolae subtiles transversae tenent; striola suturali ac scutel-
ları perspicus non conjunctis, stria cardinali abbreviata; tarsis
posticis gracillimis, tibüs aequilongis. — Long. 2.5 mill.
Das Thier zeigt eine Anzahl beträchtlicher Abweichungen von
L. Koltzei; es ist vor allen auf der Unterseite völlig unbehaart,
die Dorsalreihen der Decken bestehen nicht aus Punkten, sondern
aus queren Wellenlinien und sind schwer als solche erkennbar, ein
Nahtstreif ist vorhanden, und die Hintertarsen übertreffen die
zugehörigen Schienen fast an Länge (bei Litocrus i. sp. nur
ca. 3 so lang!). Der Hinterbrustfortsatz ist ganz wie bei Phalacrus
geformt, die Unterseite unpunktirt, die Sporen der Hinterschienen
sind lang, die Schienen schmal und gerade. Die Verwandten dieser
Art möchte ich als subgen. Liocrus abgrenzen.
Ob die Bindenzeichnung der Decken nach Analogie des Z. var.
bifenestratus Reitt. nicht auf einen mittleren Deckenpunkt sich
reduciren kann, möchte ich als Frage offen lassen.
272 K. Flach: Japanische Phalacriden.
2. Stilbus avunculus n.sp. St. breviter ovalıs, Ol. millefolii
statura, supra piceo-niger, sublus cum antennis et pedibus ferru-
gineus; capite et thorace non, elytris subtilissime, transversim
.strigose, alutaceis; illis subtilissime punctulatis, angulis pronoti
posterioribus sat acutis; series dorsales persubtiles; mesosterni
processus intercozalis angustissimus viz perspicuus; prosterni setis
armatus; metasternum linea femorali ad St. testacei modum for-
mata. — Long. 1.8 mill.
Dem St. pumilus ähnlich und nahe verwandt, aber beträchtlich
grölser und rundlicher, auch dem St. alomarius ähnlich. Von allen
durch die Skulptur des Grundes der Oberfläche und besonders durch
die fast geschwundene Mesosternalkappe des Zwischenhüftfortsatzes
unterschieden. Die Stachelborsten des Vorderbrustfortsatzes und
die Form der Hinterbrustlinie weisen die Art zur 1. Gruppe der
Gattung Stilbus.
3. Ob der japanische St. pumilus mit Hochhut’s Art identisch
ist, kann ich aus H.’s kurzer Beschreibung nicht entscheiden. Die
Verbreitung des syrischen St. polyyramma bis nach Japan macht
die Sache wahrscheinlich. Von letzterem liegt aulser einem typi-
schen Stück ein .etwas kürzeres rostrothes vor (var. rubidus m.).
Ol. affinis St. ist durch ein mittelgrofses dunkles Exemplar ver-
treten, das durch gröbere Punktirung der Decken und vorn breiter
verrundeten, fast gestutzten Hinterbrustfortsatz abweicht (var.? con-
sanguineus m.). Alle Ol. particeps, die ich aus Japan sah, haben
einen verkürzten Nahtstreif und schwarze oder pechschwarze Ober-
seite. Von französischen Stücken der Art sah ich nur wenig.
Herr de Gozis findet es überraschend, dafs ich die Farbe der
Oberseite als schwarz angebe. Erzbraune Ex. habe ich aber noch
nicht gesehen. Das Thier lebt nach Rey auf Helichrysum stoechas.
Ich möchte sehr empfehlen, den Futterpflanzen der Obbrus-
Arten mehr Beachtung zu schenken. Dies wird zur Beurtheilung
der Artrechte schwieriger Form vortreffliche Anhaltspunkte geben.
Den Streifen II habe ich wegen deren Unbeständigkeit wenig
Bedeutung beigelegt. Fast bei allen Olibrus und Phalacrus finden
sich Formen mit stärker gefurchten Decken, oft, wie schon Erichson
angiebt, auf beiden Seiten in verschiedenem Grade.
Die der Naht zunächst liegende Linie habe ich, wie dies bisher
Sitte war, Nahtlinie genannt; bei den Phalacriden war sie bisher über-
sehen worden; übrigens kann man sie, wenn man will, natürlich
auch Randlinie nennen. Die Sache, nicht der Name ist das Wichtige;
ich beachte dabei nur den scharf eingegrabenen Theil dieser Linie.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Neue Coleopteren aus Europa,
den angrenzenden Ländern und Sibirien, mit Bemerkungen
über bekannte Arten.
Von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Siebenter Theil !).
1. Cicindela caucasica Ad. var. arazicola m. Etwas
kleiner als die Stammform und nicht braun, sondern lebhaft grün
gefärbt, mit der sonst normalen Zeichnung und Behaarung.
Diese schöne Form kommt im Sommer im Thale des Araxes
um ÖOrdubad vor, wo sie von Fräulein Antonie Kubischtek in
Anzahl gesammelt wurde, während im Frühjahre an den gleichen
Orten die typische, braune Form vorhanden ist.
2. Bembidion sulcipenne n.sp. Synechostictus, oblon-
gum, convezum, valde nitidum, obscure virescens, antennis (apicem
versus levissime infuscatis), palpis pedibusque testaceis; capite laevi,
thorace perparum angustiore, sulcis frontalibus antice levissime con-
vergentibus; prothorace subcordato, convezo, haud transverso, basi
consiricto, laevi, linea media ante et pone medium subfoveolata
impressa, postice integra, basi dense fortiter punctato, ulrinque prope
angulos posticos rectiusculos subfoveolato; elytris oblongo - ovatis,
convezis, fortissime striato-punctatis, strus quatuor dorsalibus
subsulcatis, omnibus apice fere evanescentibus, stria octava nulla, inter-
stitüis internis angustis, antice elevalis, stria tertia bifoveolata. —
Long. 5 mill.
Dem Dahli, elongatum, cribrum, Millerianum etc. verwandt und
von allen durch die stark gewölbten, exact eiförmigen Flügeldecken,
welche aufserordentlich grob punktirt -gestreift sind, sehr aus-
gezeichnet. Die Schultern sind kaum angedeutet. Neben cribrum
zu stellen.
Caucasus, nördliches Elbrusgebiet.
1!) Theil I: Deutsche Ent. Zeitschr. 1885, pg. 353; IT: 1.c. 1886,
pg- 67; III: 1.c. 1887, pg. 241; IV: l.e. pg. 497; V: l. c. 1888,
pearl. c3,1883%) pxa17.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 18
274 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
3. Bembidion Lederi m. ist ein Pseudolimneum; mit inustum
Duv. sehr nahe verwandt, kleiner und gewölbter und vielleicht nur
eine Rasse desselben.
4. Bembidion quadriflammeum n.sp. Periphus, leviter
convezum, nitidum, nigro-cyaneum, antennis (apicem versus leviter
subinfuscatis), palpis pedibusque testaceis, elytrorum maculis duabus
subrotundaltis, prima major, subhumerali, altera ante apicem rufo-
testaceis, fronte sublaevi; prothorace angusto, leviter iransverso,
subcordato, in medio valde rotundato, basi fortiter constricto, utrinque
foveolato plicatoque, inter foveolam obsolete parce punctato; elytris
breviter ovalibus, striato-punctatis, striüs apice subevanescentibus,
stria tertia punctis duobus majoribus impressa, striis internis tribus
profundioribus, interstitiis planiusculis; humeris valde obtusis. —
Long. 5 mill.
Dem 2. kittorale Ol. ähnlich, aber der Halsschild schmäler,
seitlich stärker gerundet, an der Basis stärker und breiter ein-
geschnürt, der Vorderrand kaum breiter als die Basis, letztere
undeutlich punktirt, die Flügeldecken gewölbter und breiter, feiner
gestreift, die Makeln lebhaft gelbroth, alle gut separirt und nicht
in einander verflossen.
Caucasus, nördliches Elbrusgebiet.
5. Harpalodema!) punctipenne n. s. Rufo-testaceum,
antennis pedibus elytrisque dilutioribus, capite brevi, crasso, pro-
funde punctato, temporibus postice sensim subdhlatatis; prothorace
valde transverso, subcordato, coleopteris perparum angustiore, angulis
posticis subrectis, lateribus et antice parce profunde, prope basin
dense subiliterque punctato, hoc utrinque biimpresso, elytris subtiliter
punctato-striatis, interstitiis parce sat fortiter punctatis, punctis prope
Jatera densioribus, ommibus pihferis. — Long. 11.2 mill.
Transcaucasus, bei Erivan von Leder gesammelt.
Von allen Arten durch die Punktur abweichend, welche auf
den Flügeldecken in jedem einzelnen Punkte ein aufstehendes Haar
aufweiset.
6. Harpalodema bradytoides n. sp. Testaceum, nitidum,
oculis mandibulisque apice migris, genis anguste brunmneis, capite
laevi, oculis parum prominulis; prothorace valde transverso, subcor-
dato, coleopteris angustiore, antice posticeque obsolete nigro-punctato,
basi ulrinque bifoveolato, margine basali distincte arcuata; elytris
!) Deutsche Ent. Zeitschr. 1888, pg. 418.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 275
striatis, strüs subtilissime punctatis, interstitüis planis, laevibus. —
Long. 10 mill.
Transcaucasus, Araxesthal bei Ordubad. (Fräulein Antonie
Kubischtek.)
Der Harp. Fausti von Astrachan sehr ähnlich, aber der Kopf
ist dicker, der Halsschild stärker quer, sein Hinterrand nicht gerade
abgestutzt, sondern flach nach hinten im Bogen erweitert, die Seiten
sind vor den nur rechteckigen Hinterwinkeln schwächer eingeschnürt
und die Streifen der Flügeldecken sind tiefer.
Die mir bekannten 4 Harpalodema-Arten lassen sich in nach-
folgender Weise übersehen:
A. Zwischenräume der Flügeldecken glatt.
a. Streifen der Flügeldecken nicht punktirt.
1. Grofs; Vorderschienen an der Spitze aufsen in einen lan-
gen bedornten Lappen ausgezogen. Astrachan. Jutescens.
2. Kleiner (9 mill.); Vorderschienen an der Spitze aulsen nur
in einen kurzen Lappen ausgezogen. Astrachan. Fausti.
b. Streifen der Flügeldecken fein und deutlich punktirt.
Araxesthal ... ... Be imagytoıdes:
B. Zwischenräume der Pinktatreifen auf den Flügeldecken
mit reichlichen Borstenpunkten besetzt. Erivan. punctipenne.
7. Xantholinus (Eulissus) sanguinipes n.sp. Dem Eul.
fulgidus Fbr. sehr ähnlich, aber grölser, schwarz, Flügeldecken,
Fühler und Beine blutroth, Halsschild nach hinten schwächer ver-
engt, die Flügeldecken länger, reichlich länger als der Halsschild,
mit 2 groben Punktreihen und dazwischen wenig dicht, aber gleich
stark punktirt; Abdomen deutlich dichter punktirt, Analsegement
rothgelb gerandet. Endlich ist die ganze Oberseite weit dichter
und länger gelblich aufstehend behaart. — Long. 11 mill.
Araxesthal, bei Ordubad. (Fräulein Ant. Kubischtek.)
8. Neuraphes Ludyi n. sp. Parvulus, sat latus, tenuiter
fulvo-pubescens, rufus, nitidus, ore, antennis pedibusge dilute testaceis,
capite cum oculis nigris prominulis thorace fere latitudine, fronte laevi,
prope oculos haud foveolato,; prothorace parvo, subparallelo, latitudine
perparum longiore, a medio ad apicem leviter angustato, laevi, nitido,
sulco basali in medio cum carinula brevi diviso, sulco utrinque
prope latera foveolato et oblongim plicato; elytris dilatatıs, ovatis
subtilissime punctatis, fovea basali interna magna rotundata, externa
angusta, oblonga, fere obsoleta, plicula humerali distincta; antennis
thoracis basin parum superantibus, apicem versus sat fortiter incras-
18*
276 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
satis, clava fere quadriarticulata, articulis tribus penultimis Irans-
versis, articulo septimo praecedente perparum latiore, antecedente
perparum angustiore. — Long. vix 1 mill.
Mit N. plicicollis, capellae und emonae verwandt, aber kleiner
und durch den Kopf verschieden, der bei dieser Art ebenso breit
ist als der kleine Halsschild. Auch durch die sehr breiten, eiför-
migen Flügeldecken sehr ausgezeichnet.
In Krain von Herrn Kupferstecher Friedrich Ludy, dem
ich diese Art zu Ehren benenne, in 2 Exemplaren aufgefunden.
9. Necrophorus stenophthalmus B. Jakowleff, Horae
Soc. Ent. Ros. XXI, 1837, p. 154. Niger, robustus, antennarum
articulis tribus ultimis aurantiacis, elytrorum epipleuris fasciuque ante
medium, in medio interrupta, ad latera antice dilatata, sanguineis;
capite mayno, postice sensim dilatato, oculis parvis, angustis, tempo-
ribus longis, validis, sublus indistincte fusco-pilosis, melasterno
margine postico et segmento anal apice fulvo-pubescenti; abdominis
segmentis ventralibus apice obscure ciliatis; pedibus posticis inflatis,
tibiis posticis dilatatis, apice sensim latioribus, eritus ante apicem
haud gibbosus. — Long. 23 mill.
N. turkestanicus Ballion i. lit. Gehört in die erste Gruppe,
zur Verwandtschaft des N. germanicus, dem er auch, besonders der
v. fascifera m. sehr ähnlich ist. Er unterscheidet sich jedoch von
allen Arten dieser Gruppe durch schmale, schief quer stehende
Augen und die kaum bemerkbar behaarte Unterseite. Nur die
Hinterbrust ist am Apicalrande mit gelblichen, die einzelnen
Segmente, bis auf das letzte Glied, mit dunklen Haaren bewimpert.
Die letzten 3 Glieder der schlankeren Fühlerkeule orangeroth. Die
Schläfen sind sehr lang, nach hinten breiter werdend, quer-gerieft.
Halsschild wie bei germanicus. Schildchen fein punktirt. Flügel-
decken wie bei der verglichenen Art, vor der Mitte mit einer nach
innen abgekürzten, nach aulsen vollständigen und vorne verbreiterten
blutrothen Querbinde: ebenso sind die ganzen Epipleuren braun-
roth. An den Seiten der Flügeldecken sind vorn (wenigstens bei
dem mir vorliegenden Stücke) nur wenig dunkle, kurze Haare vor-
handen; die Randhaare längs der Seitenrandkante am hinteren
Theile derselben fehlen ganz. Die hinteren Beine sind beträchtlich
dicker als die vorderen, ihre Trochanteren sind, wie bei allen ver-
wandten Arten, an der Spitze ausgerandet, die Hinterschienen sehr
robust, zur Spitze verbreitert, vor der letzteren aufsen ohne
buckelige Vorragung wie bei germanicus und morio, sondern ein-
fach. Dadurch nähert sich diese Art dem schmächtigeren humator,
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 277
von dem er sich durch grofsen Kopf mit kleinen Augen, lange
Schläfen, breiten, transversalen Thorax, die rothe Färbung der
Epipleuren und besonders durch die verdickten Hinterschienen
unterscheidet.
Aus Sergiopol. Von Sr. Excellenz, Prof. E. Ballion erhalten.
10. Clemnus abbreviatus n.sp. Parvulus, nmitidus, sub-
hemisphaericus, griseo-pilosus, ferrugineus, corpore lateribus anguste,
elytris apice magis lale rufis, antennis pedibusque testaceis; protho-
race valde transverso, coleopteris angustiore, viz perspicue punctato,
striola basali utrinque profunde impressa, antice abbreviata, lateribus
rotundato, antice viz mayis angustato; elytris sat fortiter punctalis. —
Long. 1.3 mill.
Habitat: Japonia.
Kleiner als Cl. troglodytes Hampe, dunkel gefärbt, Halsschild
mehr gleichbreit, die Discoidallinien nach vorne stark verkürzt, die
Flügeldecken kräftig punktirt.
ll. Alezia japonica n. sp. Fere semiglobosa, nitida, longe
erecie pilosa, rufa, antennis pedibusque lestaceis, prothorace parce
subtiliter, elytris sat dense magis fortiter punctatis. — Long. vix
1 mill.
Japan, Nagasaki, 25. 4. 1881. Von George Lewis entdeckt.
Gehört in die Gruppe der A. pilifera Müll. und ist unter den
stark punktirten, lang behaarten Arten die kleinste bekannte.
12. Uebersicht der bekannten, palaearctischen Thy-
malus-Arten:
A. Körper rundlich, Halsschild von der Basis nach vorne
stark verengt.
a. Flügeldecken mit dichten, groben Punktreihen, der Seiten-
rand, besonders an der Spitze, breit verflacht und auf-
gebogen. Europa . . „2 0.0. limbatus Fbr.
b. Flügeldecken nur mit Heinen Pilnktreiktn! der Seitenrand
nur schmal abgesetzt und verflacht, nicht aufgebogen.
1. Halsschild sehr fein, wenig dicht punktirt, die Zwischen-
räume viel grölser als die Punkte selbst, der innere
Basaleindruck neben der Schulterbeule auf den Flügel-
decken steht in der Mitte, Seitenrand breiter als die
folgende Art abgeflacht, die Dorsalpunktreihen wenig
ordentlich. Batum !) . . . 2... 20... Audei Leveille.
1) Hr. Leveille war so freundlich, mir das typische Exemplar
zur Ansicht mitzutheilen, welches durch die feine Punktur von
278 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
2. Halsschild nur fein und sehr dicht punktirt, die Zwischen-
räume nicht grölser als die Punkte selbst; der innere
Basaleindruck neben der Schulterbeule auf den Flügel-
decken steht weit näher zur Seite als zur Mitte, Seiten-
rand derselben sehr schmal und hinten nicht breiter
abgeflacht, die Dorsalpunktreihen ziemlich regelmäfsig.
Caueasusyi. 1) „rm. „Bu ern, SzurRSanWSp.
B. Körper länglicher, ähnlich dem sudtilis, ähnlich gefärbt,
skulptirt und behaart, aber der Halsschild an den Seiten
gleichmälsig stark gerundet, nach vorne ebenso verengt
als zur Basis. Ostsibirien. Thym. oblongus Ball. i.l.
oblongus n. sp.
13. Airaphilus depressus n.sp. Dem A. nasutus Chevr.
(fibulatus Kr.) nahe verwandt und durch nachfolgende Merkmale
gut unterschieden. Er ist gröfser, mehr parallel, oben flach gedrückt,
die Fühler etwas kürzer und dünner, ihre Keule undeutlich abge-
setzt, der Kopf ist breit, sammt den Augen fast so breit als der
Halsschild an seinem Vorderrande, der Halsschild an den Seiten
viel weniger gerundet, nahezu gerade, die Flügeldecken ziemlich
gleichbreit und kaum breiter als der Halsschild, die Schenkel sind
dicker. Endlich treten die Vorderwinkel des Halsschildes weniger
vor und die Behaarung ist länger. — Long. 3 mill.
Ist in meiner Bestimmungstabelle dieser Gattung (Tab. 1) neben
nasutus einzureihen.
Araxesthal bei Ordubad von Frl. Antonie Kubischtek ein-
gesendet.
14. Thorictus striatus n.sp. Nach meiner Tabelle dieser
Arten mit Thor. laticollis Motsch. verwandt, aber etwas grölser,
breiter und plumper, hell kastanienbraun, glänzend, kaum sichtbar
punktirt und behaart; Halsschild etwas schmäler als die Flügel-
decken, an den Seiten weniger gerundet, an der Basis stärker
quer vertieft, jederseits in der Nähe der Hinterecken ein Grübchen
bildend; Flügeldecken kurz eiförmig, mit deutlicher Schulterfalte,
nirgends gerunzelt, die Scheibe mit 3 feinen Streifen; hiervon der
innerste hinter der Mitte, der mittlere vor der Mitte abgekürzt, der
dritte innerhalb der Schulterfalte gelegen und schräg nach aulsen
limbatus abweicht. Die Punktur der Flügeldecken ist indels
ebenfalls gereiht. Da subtilis durch viel schmäleren Seitenrand
der Decken abweicht, so beschreibe ich alle 3 Formen als selbst-
ständige Arten. (Siehe auch meine Notiz in der Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1887, p. 284.)
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 279
gerichtet; endlich befindet sich noch aufsen neben der Schulterfalte
ein feines Streifenrudiment. — Long. 2.1 mill.
Ist durch die Streifung von allen bekannten Arten leicht zu
unterscheiden.
Im Araxesthal bei Ordubad im Spätherbste 1888 von Frl.
Antonie Kubischtek gesammelt.
15. Pedilophorus Apfelbecki n. sp. Brevissime ovalıs,
subglobosus, valde convezus, nitidulus, nigro-aeneus, longe obscure
pilosus et pube brevi depressa fulva griseaque maculatim subvariegata
tenuiter obtectus, antennis pedibusque ferrugineis, femoribus sub-
infuscatis, illis tenuibus, apicem versus sensim parum incrassalis,
articulis quatuor ultimis transversis, tarsorum articulo tertio membra-
naceo-lobato; capite subtihissime, antice magıs dense punctato; pro-
thorace aequaliter punctulato, scutello distincto, trianguları, fere
laevi; elytris subtiliter punctatis, apice tenuiter indistincteque fulvo-
marginato, stria suturali apice conspicua. — Long. fere 3 mill.
Süd-Bosnien.
Durch die doppelte, anliegende und aufstehende Behaarung und
den an der Spitze der Flügeldecken deutlichen Nahtstreifen von
allen bekannten Arten abweichend.
Kommt in die Nähe des P. modestus Kiesw. einzureihen.
Von Hrn. Vietor Apfelbeck, Entomologe am Landesmuseum in
Serajewo eingesendet.
16. Dermestes Helmi n. sp. Oblongus, subparallelus, con-
vezus, niger, dense punctatus, antennis fulvis, capite prothoraceque
fulvo-, scutello albo-, elytrisque incano-pubescens, pube brevi, depressa,
uniformi dense sericea, infra albo-pubescens, abdominis lateribus
nigro-maculatis, marginibus posterioribus immaculatis, segmento anali
nigro, utrinque oblongim albo-lineatis. — Long. 5 mill.
Eine kleine, sehr schöne und leicht kenntliche, mit atomarius
Er. nahe verwandte Art, welche sich von diesem durch noch
geringere Gröfse und die Behaarung der Oberseite unterscheidet.
Kopf und Halsschild ist nämlich einförmig gelblich, das Schildchen
weils, die Flügeldecken einförmig grau behaart; die Behaarung ist
ziemlich dicht, anliegend, fein, auf Kopf und Halsschild etwas länger
als auf den Flügeldecken: eingesprengte Haare von anderer Fär-
bung sind nirgends vorhanden. Vielleicht eine ausgezeichnete Rasse
des atomarius, die Unterseite ist wie bei der verglichenen Art
gefärbt.
Ein einzelnes ® erhielt ich vor Jahren von Hrn. Stadtrath
Otto Helm aus Danzig.
230 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
17. Attagenus gquadritinctusn. sp. Dem A. quadrimaculatus
sehr ähnlich, aber doppelt gröfser, schwarz, die Basis der Fühler
und die Tarsen rostroth, unten sehr fein gelblich, oben schwarz,
auf Kopf, Halsschild und den hellen Flecken der Flügeldecken
gelblich oder gelb behaart. Fühler des 3‘ den Hinterrand des
Halsschildes weit überragend, die schwarze Keule äufserst lang,
schmal, linienförmig, ihr erstes und zweites Glied etwa 3mal so
lang als breit, das letzte doppelt so lang als eines der vorher-
gehenden.
Halsschild am Hinterrande stark doppelbuchtig, von der Basis
nach vorne verengt. Flügeldecken gestreckt, dicht punktulirt,
schwarz und schwarz behaart, mit 2 hell rostrothen Querbinden auf
hell gefärbten Grunde, die vordere breit, schräg und gerade nach
innen und hinten gerichtet, die zweite vor der Spitze auf jeder
Decke eine rundliche oder querovale Makel bildend, beide an der
Naht unterbrochen. Die hellen Stellen gelb behaart.
Bei dem 2 sind die Fühler kurz und von normaler Form.
Neben A. quadrimaculatus Kr. zu stellen.
Araxesthal, bei Ordubad, von Frl. Antonie Kubischtek ent-
deckt.
18. Anthrenus (Anthrenops) zebra n.sp. Ovalis, nigro-
squamulatus, tibüs tarsisque obscure ferrugineis, untennis 9-arti-
culatis, clava tri- aut quadriarticulata (2), sensim latiora, minus
discreta, prothoracis basi utringue transversim, ante scutellum macula
parva, elytrorum fascüis tribus transversis undatis frequens maculatim
interruptis punctoque apicaliı albosquamulatis. — Long. 2.5 mill.
Eine neue Anthrenops-Art, welche sich von allen bekannten
dieser Untergattung durch die Fühler unterscheidet, welche wenigstens
beim 2 keine zweigliederige, sondern eine viergliederige, wenig ab-
gesetzte Keule aufweiset. Käfer oval, tief schwarz beschuppt, die
Basis an den Seiten des Halsschildes, ein Flecken vor dem Schild-
chen, drei buchtige, meist zu Flecken aufgelöste Querbinden und
eine Apicalmakel auf den Flügeldecken rein weils beschuppt. Die
Unterseite ist schwarz beschuppt, Seiten der Brust und des Bauches,
letztere makelartig, sowie der äufsere Vorderrand der Schenkel mit
weilsen Schuppen besetzt. Die Fühler sind dunkel, die Tarsen und
Schienen braun. In seltenen Fällen sind auch gelbliche Schuppen
an den Seiten der weilsen Zeichnungen eingestreut. Die Schuppen
sind kurz oval, oben fein und dicht, schwer sichtbar gestrichelt.
Im Araxesthal bei Ordubad, von Frl. Antonie Kubischtek
gesammelt.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 281
19. Anthrenus zebra Reitt. var. nov. figrinus. Die
weilsen Schuppen sind bei dieser Form gröfstentheils durch bräun-
lichgelbe ersetzt und zahlreicher vorhanden. Ebenso befinden sich
solche einzeln, oder zusammenhängend an der Basis und den Seiten
der Flügeldecken. Die hellen Schuppen des seitlichen Basalrandes
verbreitern sich über die ganzen Seiten des Halsschildes. Auch der
Kopf ist zum grölstentheil gelblich beschuppt. Die helle Beschuppung
der Unterseite bleibt hingegen weils.
Im Araxesthal; mit dem vorigen.
20. Aurigena lugubris Fbr. var. nov. subcostata. A. lu-
gubri similis, sed obscure viridis, prothorace coleopteris angustiore,
elytris subquadricostatis, interstitüs dense aequaliter punctatis, haud
areolatis. — Long. 19 mill.
Von der Stammform durch deutlich gerippte Flügeldecken
unterschieden. Die erhabenen Spiegelflecken der ersteren verbinden
sich hier zu erhabenen, feinen, gleichmäfsigen, nicht unterbrochenen
Rippen, wovon die seitliche (Humeral-) Rippe hinter der Mitte ab-
gekürzt ist. Die dicht an der Naht befindliche Rippe weicht in
der Nähe des Schildchens etwas von der Naht ab und bildet hier
der Zwischenraum eine abgekürzte Scutellarfurche.
Aus dem Araxesthal bei Ordubad, von Frl. Antonie Kubischtek
aufgefunden.
21. Acmaeodera Boryi Brul. var. obscura. Oberseite
schwarz, fast matt, selten mit der Spur eines blauen Scheines,
unten deutlicher schwarzblau. Die Zwischenräume der Streifen auf
den Flügeldecken sind fein gerunzelt, ohne deutliche Punktreihe auf
denselben. Die weilse Behaarung ist spärlicher, auf dem Hals-
schilde in der Mitte ein Querband formirend, die Flügeldecken sind
zum grölsten Theile kahl; auf der Unterseite ist die Behaarung wie
bei der Stammform.
Im Araxesthal bei Ordubad.
22. Sphenoptera Artemisiae n.sp. Oblonga, leviter con-
vera, postice leviter angustata, nitida, laete viridis, elytris obscu-
rioribus, viridi-cyaneis, supra praesertim antice subtilissime, sublus
magis distincte et magis dense albo-pubescens, capite magno, thorace
perparum angustiore, punctato, obsolete canalıiculato, clypeo labro-
que viridibus emarginatis; antennis obscure aeneis, articulis 4—11
serratis, articulo tertio secundo purum longiore; prothorace fere
quadrato et cylindrico, margine antica leviter, basalı fortiter bisi-
nuato, dorso subaequaliter convezo, in medio subtiliter, prope latera
magıs fortiter et dense punctato, anyulis posticis acutis; scutello
282 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
apice transverso, acuminato, subcyaneo; elytris thorace perparum
latioribus, apicem versus attenuatis, apice trispinosis, supra punctato-
striatis, interstitiis punctulatis et rugulosis, rugis transversalibus
antice majoribus, striis internis apice subimpressis, basi inaequali,
subtus laete auroviridis, dense punctatis, prosterno marginato, margine
integra. — Long. 8—10 mill.
Eine neue Art aus der Verwandtschaft der Sph. Scovitzi, aber
viel kleiner, mit einem fast quadratisch-cylindrischen Halsschild
und nach hinten allmählig verschmälerten Flügeldecken. Der ganze
Käfer ist metallisch grün, unten goldgrün, Flügeldecken meist düster
blau, selten dunkel grün. Noch seltener ist die Oberfläche blau,
die Flügeldecken blauschwarz. Der Marginalrand des Halsschildes
von oben nicht sichtbar, sehr fein, von der Basis wenig über die
Mitte reichend, der Seitenrand hinter der Mitte leicht aufgeschweift.
Lebt als Larve in den Wurzeln einer Artemisia (mit pontica
einigermalsen verwandt), bei Ordubad im Araxesthal, woselbst an
100 Stück von Frl. Kubischtek im Spätherbste 1838 gezogen wurden.
23. Dirrhagus ferrugineus n. sp. Elongatus, postice leviter
attenuatus, convezus, dense subtiliter fulvo-puberulus, subnitidus,
fusco-ferrugineus, elytrorum basti, antennis pedibusque dilutiorıbus;
antennis dimidio corporis longitudine, leviter serratis; capite con-
vezo, dense punctulato, vertice obsolete subcarinato; thorace vie
iransverso, subparallelo, dense subtiliter punctato, medio obsolete
lateque canaliculato, postice in medio obsoletissime carinulato, angulis
anticis defleris, angulis posticis acutis productis, linearibus, introrsum
haud curvatis, linea laterali antica brevissima, postica lonystudine
thoracis dimidio longe superante; scutello vix oblongo, subtriangu-
lari, apice rotundato; elytris apice attenuatis, dense punctatis,
punctura minus densa et parum fortiora quam in thorace, basi apice-
que breviter punctato-striatis, stria suturali parum perspicua, dimi-
diata, strüss dorsalibus nullis. — Long. 5—6 mill.
Mit Dirrh. Sahlbergi Mnnh. nahe verwandt, etwas dunkler
braun gefärbt, aber der Halsschild ist höher, fast quadratisch,
parallelseitig, die Hinterwinkel gerade nach hinten vorgestreckt,
die Oberseite ist feiner und sehr dicht punktirt, die von den Vorder-
winkeln ausgehende Seitenrandlinie ist sehr kurz, stark schräg
nach abwärts gestellt und eigentlich blofs angedeutet, die von den
Hinterwinkeln nach vorn gehende, die Mitte weit überragend; die
Flügeldecken haben keine ganze Nahtlinie und gar keine Dorsal-
streifen; die Fühler sind kürzer und etwas breiter, die Epipleuren
an der Schulter sind nur allmählig verengt u.s. w. Die Behaarung
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 283
ist etwas länger, deutlicher, dichter, die Basis der Flügeldecken und
des Halsschildes, manchmal auch die Naht der letzteren ist ein
wenig heller gefärbt.
Von Leder im Talyschgebirge bei Lirik in einiger Anzahl
aufgefunden.
24. Cerallus pilosus n. sp. Oblongu, postice parum latior,
nitidulus, niger, nigro-pilosus, elytris dilute fulvis, dense fortiter
punctatis, antennis pedibusque testaceis. — Long. 4—5 mill.
Ganz schwarz, nur die Fühler, Beine und Flügeldecken hell
braungelb, die ganze Oberseite lang aufstehend schwarz behaart.
Kopf ziemlich dicht, Halsschild fein, an den Seiten stärker, ziem-
lich spärlich, die Flügeldecken grob und dicht punktirt.
Turkmenien, Araxesthal.
Mit Cer. rubidus verwandt, aber durch schwarzen Kopf und
Halsschild, sowie deutlichen Glauz der Oberseite und schwarze Be-
haarung der Oberseite verschieden.
25. Cerallus flavipennis n.sp. Oblongus, postice parum
latior, nitidus, niger, antennis, pedibus elytrisque flavis, his sub-
alutaceis, subtiliter punctatis, capite prothorace nigro-, elytrisque
fulvo-pilosis, his prope latera pilis nigris intermiztis. — Long.
4.2 mill.
Der vorigen Art äufserst ähnlich, die Fühler ebenfalls 10glie-
derig, glänzend schwarz, Fühler, Beine und Flügeldecken lebhaft
gelb gefärbt. Oberseite schwarz, nur die Flügeldecken gelblich, an
den Seiten gelb und schwarz behaart. Halsschild glänzend, nach
vorn verengt, der Hinterrand schmal rostroth gesäumt, oben fein
und wenig dicht punktirt, Flügeldecken etwas stärker, aber noch
immer fein und weniger dicht, wie bei pilosus punktirt.
Araxesthal bei Ordubad. (Frl. Antonie Kubischtek.)
26. Theca zyletina n.sp. Oblonga, conveza, minus nitida,
dense pilosa, pube densa brevi et pilis erectis longioribus densis in-
termiztus; ferruginea, antennis pedibusque dilutioribus; prothorace
antice angustato, subcoriaceo, dense subtiliter punctato, punctis
pupillatis, prope angulos posticos eztus productos dilatato; scutello
subsemicirculari, leviter transverso, elytris subtiliter striatis, strüs
sat fortiter punctatis, punctis strüs latioribus, striis lateralibus sul-
catis, sulcis lateralibus duabus primis fere integris, sulco tertio ab-
breviato; striola abbreviata scutellari distincta, callo humerali parvo.
Long. 2.5—3 mill.
Der Theca elongata Muls. sehr. ähnlich, jedoch von ihr durch
die grob punktirten Streifen der Flügeldecken, dichter punktirten,
234 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
vorne stärker verengten Halsschild und nach hinten mehr ver-
breiterte Körperform specifisch verschieden.
Araxesthal bei Ordubad. (Frl. Antonie Kubischtek.)
27. In meiner „Revision der mit Stenosis verwandten Coleop-
teren“, Deutsche Ent. Zeitschr. 1886, p. 126 gab ich bei Eutagenia
smyrnensis Sol. das Vaterland: Griechenland, Syrien und Aegypten
an. Eine neuere genauere Untersuchung des mir vorliegenden
Eutagenia-Materials zeigte mir jedoch, dafs wir es mit mehreren
Arten zu thun haben, die unter sich zwar äufserst ähnlich, jedoch
sicher specifisch verschieden sind. Damit ist auch der Nachweis
geliefert, wie gerechtfertigt die Aufstellung der Gattung Eutagenia
war und wie sehr verwandt der Formenkreis ist, den diese Gattung
umfalst.
Von den früher bekannten 3 Eutagenia- Arten weicht arabs
Baudi (Arabien, Abessinien) durch sehr breiten Kopf, irregulär
punktirte Flügeldecken und unbehaarte Oberseite ab; tenuitarsis
Reitt. vom Cap der guten Hoffnung, durch die mit einer Punktreihe
versehenen Epipleuren und durch die Mittelfurche des Halsschildes
von smyrnensis Sol. verschieden. Nachfolgende Arten sind unter sich
inhohem Grade verwandt und lassen sich etwa so übersehen:
A. Halsschild ziemlich flach, die Seiten fast gerade, deutlich
fein leistenförmig gerandet. Arten aus Syrien.
Kopf und Halsschild sehr grob und dicht punktirt, die
Punkte rund, bei schwacher Vergrölserung deutlich,
viel gröfser als jene der Punktstreifen auf den Flügel-
decken. Braunschwarz, Kopf und Halsschild rost-
braun, Fühler und Beine rostroth, letztere heller,
Flügeldecken dicht gestfeift, in den Streifen fein und
mäfsig dicht punktirt, braun behaart. Kleinasien,
Syrien. . 2... smyrnensis Sol.
Kopf und Halscehild che dicht and fein punktirt; ein-
farbig rostbraun, Fühler und Beine etwas heller,
Flügeldecken dicht und fein gestreift, in den Streifen
dicht und doppelt stärker als der Halsschild punktirt,
gelblich behaart. Syrien . . ..... Syriaca n. Sp.
B. Halsschild deutlicher gewölbt, die Sen nach hinten
stärker verengt, selten parallel, äufserst fein, einfach, nicht
leistenförmig gerandet.
a. Halsschild nach hinten deutlich verengt, Flügeldecken
etwas gröber und besonders tiefer punktirt als der
Halsschild.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 285
Braunschwarz, Kopf und Halsschild dunkelbraunroth,
Fühler und Beine hellrostroth, Flügeldecken ziem-
lich tief gestreift, in den Streifen dicht und stark
punktirt, Zwischenräume fein braungelb behaart.
Griechenland, Ionische Inseln. Aufser dem
Halsschild durch den nicht eiförmigen, sondern
hinten parallelen Kopf und tief gestreifte, dicht
punktirte Flügeldecken von der ihr nahe stehenden
syriaca zu unterscheiden . . . . . hellenica n. sp.
Braunschwarz, Taster, Fühler und Beine rostroth,
Flügeldecken mälsig dicht in Reihen punktirt, die
Reihen nicht deutlich streifenartig vertieft, Zwischen-
räume länger greis behaart. Käfer etwas grölser.
Turkmenien . . . turcomana n. 8p.
b. Halsschild wie der Kopf parallel, Flügeldecken viel
feiner und auch nicht tiefer punktirt als der Hals-
schild.
Braunschwarz, Palpen rothgelb, Fühler und Beine
dunkel rostroth, Flügeldecken nur äulserst fein ge-
streift, in den angedeuteten Streifen nur fein punk-
tulirt, Zwischenräume greis behaart. Long. 3.8 mill.
Nlezandtien.. ... eskemmmıra ee nGegypEace n.;sp.
28. Platyope planidorsis n.sp. Nigra, vir nitida, sat dense
subaequaliter fulvo-tomentosa et minus dense longe pilosa; capite
prothorace parum angustiore, hoc transverso, subtilissime coriaceo,
tuberculatim acute granulato, medio sublaevi, antice basique subrecto
hoc non foveolato, elytris dorso deplanatis, marginibus denticulatis
anlice reflexis, triseriatim granulatis, serie prima suturae valde
approzimata subtilissima, secunda et tertia distinctiore, interstitüs
parcissime subtiliter granulatis, haud vittatis ; tibüs anticis subtilissime
denticulatis, pedibus longe fulvo-pilosis. — Long. 11.5 mill.
In Gröfse, Form, Behaarung u. s. w. der Pl. Regeli Ball. ähn-
lich, allein durch den Mangel der Basalgruben auf dem Halsschilde
leicht zu unterscheiden.
Der Halsschild ist am Vorderrande nicht, auf der Basis
schwach gerandet, der Grund, sowie am Kopfe, hautartig gekörnt.
Der letztere zeigt keine deutliche Querfurche, vorn einige grölsere
haartragende Punkte und zwischen den Augen keine Grübchen.
Die Epipleuren haben in der Mitte eine sehr feine Körnchenreihe.
Der ganze Käfer ist sehr fein gelblich anliegend behaart und da-
286 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
zwischen noch mit sehr langen abstehenden Haaren mälsig dicht
besetzt.
Ein Exemplar von Sary-jasy, Turkmenien.
29. Lasiostola gemmata n.sp. Nigra, subopaca, antennis
gracikbus, capite parce punctato, alutaceo, prothorace valde trans-
verso, coleopteris angustiore, leviter convezo, utrinque subtiliter gra-
nulato, medio sublaevi, alutaceo, lateribus subaequaliter rotundato;
elytris lato-ovatis, supra leviter deplanatis, prope latera bicostatis,
costis tuberculatim granulatis, costa humerali integra, dorsali apice
abbreviata, inter costam dorsalem et suturam tuberculis sparsis
magnis subdeplanatis seriatis ornatis, interstitüs longitudinaliter sub-
rugulosis et parce minuteque granulatis, apicem versus griseo-pubes-
centibus, costa laterali granulata, epipleuris rugulosis et subtiliter
granulatis; subtus subtilissime griseo pubescentibus; pedibus elongatis.
Long. 11—12 mill.
Diese Art hat grofse Aehnlichkeit mit Platyope collaris, wegen
der Deckenskulptur; die Flügeldecken sind nämlich etwas der
Länge nach gerunzelt, neben dem Seitenrande mit 2 granulirten
Rippen, aulserdem mit dem rippenförmigen Seitenrande. Zwischen
der inneren Rippe und der Naht befindet sich eine weitläufige
Reihe grofser, abgeschliffener, runder Tuberkeln, nach innen zu
ebenfalls einige solche und aulserdem sind einzelne feine Körnchen
in den Zwischenräumen eingestreut.
Diese schöne Art fand Leder in 2 Stücken bei Askhabad in
Turkmenien.
30. Tropideres interruptus n. sp. Oblongus, nigro-piceus,
opacus, antennis clava excepta brunneo-piceis, tibiis ferrugineis; pube
depressa nigra, brunnea ei alba variegata dense tectus; rostro elon-
gato, capite duplo longiore, in medio leviter constricto, oculis parum
prominulis; prothorace viz transverso, coleopteris angustiore, late-
ribus leviter rotundato, pone medium latissimo, carena antebasah in
medio et utrinque interrupta, pube alba dorsali cruciatim disposita;
scutello albo; elytris antice prope suturam et maculis multis in-
distinctis dorsalibus albo-pubescentibus, parallelis, thorace vir duplo
longitudine, subtiliter striato-punctatis; antennis elongatis, dimidio
corporis longitudine. — Long. 3.1 mill. rostro exelus.
Mit Trop. undulatus Panz. verwandt, allein durch längeren
Rüssel, weniger vortretende Augen, die Sfach unterbrochene
Querleiste des schmäleren und längeren Halsschildes, sowie dessen
weilse kreuzartige Behaarung, längere Fühler und dichtere, rauhere,
dreifache Behaarung auf Kopf und Flügeldecken sehr verschieden.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 287
Im Araxesthal bei Ordubad, von Frl. Antonie Kubischtek
entdeckt.
31. Rhagium mordaz Deg. var. nov. caucasicum. Von
der Stammform abweichend durch hellere greise Behaarung und
durch die mittlere, dunkle Rückenbinde auf den Flügeldecken,
welche sich zwischen den gelben Querflecken befindet. Dieselbe ist
breiter und an den Seiten niemals dunkler gefärbt, wodurch diese
Form ein ganz anderes Aussehen bekommt. Die vordere, gelbe
Binde ist meist auf einen schrägen Querfleck redueirt und die
hintere fast zu zwei Makeln unterbrochen.
Im centralen Caucasus selten; häufiger im Araxesthale bei
Ordubad.
32. Tetropium gracilicorne n.sp. Dem Tetr. luridum L.
sehr ähnlich und nahe verwandt und in folgenden Punkten ab-
weichend und sicher specifisch verschieden: Körperform länger,
schmäler, paralleler, die Fühler nicht länger, aber immer deutlich
dünner, die ersten 5 Glieder, mit Ausnahme des Wurzelgliedes an
der Spitze nur sehr schwach, kaum bemerkbar knotig angeschwollen,
der Halsschild ist an den Seiten weniger, aber viel gleichmälsiger
gerundet, nach hinten nicht so stark eingezogen, der Vorderrand,
namentlich beim 2 in der Mitte ausgebuchtet, in der Mitte weniger
weitläufig punktirt und daher weniger glänzend; die Flügeldecken
sind länger und schmäler, wenig breiter als der Halsschild, nicht
wie bei /uridum 24 mal, sondern stets reichlich 3mal so lang als
zusammen breit, endlich sind die Schenkel des Q, namentlich die
hinteren viel weniger angeschwollen.
Wurde von Gräser bei Ohabarowka in Östsibirien zahlreich
gesammelt. Das Teir. luridum kommt daselbst ebenfalls vor, ist
aber von der obigen Art leicht zu unterscheiden und wohl bisher
mit demselben vermengt worden. |
33. Mit Cassida desertorum Gebl. wurden bisher mehrere
Arten vermengt, die ich in nachfolgender Weise auseinanderhalte:
A. Kopf schwarz, Körper klein, länglich oval arazicola n. sp.
B. Kopf, sowie der übrige Körper (mit Ausnahme der Augen)
grün, im Alter grüngelb.
a. Fld. länger als zusammen breit, bis gegen die Mitte
parallel, dann zur Spitze verengt. Halssch. glänzend, deut-
lich punktirt; Fld. dieht in Reihen, streifenartig punktirt.
Grölsere Art. Die grolsen Schulterhöcker, von oben
gesehen, bis zum äufsersten Rande der Fld. reichend.
Kirghisia, Astrachan, Turcmenien . . desertorum Gebl.
288 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa etc.
Kleinere Art. Der vorigen sehr ähnlich. Die Schulter-
höcker der Fld., von oben gesehen, die Seitenränder
bei weitem nicht erreichend. Astrachan Jakowleffi n. sp.
b. Fld. vorne äufserst stark gewölbt, kurz, nicht länger
als zusammen breit und sogleich von den Schultern zur
Spitze verengt. Halssch. matt, kaum punktirt. Fld. mit
grolsen flachen, wenig gedrängt stehenden und kaum
gereihten Punkten, die Schulterbeulen aufserordentlich
grols!Biskra 2.2. Brisouti n. sp.
Cassida arazicola n. sp. Klöihef als desertorum, ebenfalls
ganz grün, nur der Kopf schwarz. Form mehr länglich und
regelmäfsiger oval, Halssch. stark und dicht punktirt. Die Punkt-
reihen der Fld. dicht, die Punkte derselben nicht stärker als jene
des Halssch. Die Schulterbeule wie bei Jakowleffi. Long. 4.5 mill.
Im Araxesthal von Frl. Antonie Kubischtek, wohl auf Salsolaceen
gesammelt.
Cassida desertorum Gebl. Halssch. in der Mitte fein und
spärlich, an den Seiten dichter und stärker punktirt. Die Spitze
der Fld. und die Schulterhöcker meist mit einem Stich in’s Röth-
liche. Long. 5.5 mill.
Cassida Jakowleffi n. sp. Der C. desertorum sehr nahe
verwandt und zwar von der Grölse der arazicola, von der sie sich
durch grünen oder gelben Kopf und viel feiner punktirtes Dorsum
des Halssch. unterscheidet. Von der ersten durch die engeren,
kleineren Schulterhöcker und die geringere Grölse leicht zu unter-
scheiden. Long. 4.3 mill. Astrachan. Von Herrn Jakowleff
gesammelt.
Cassida Brisouti n. sp. Von der Grölse und Form der
desertorum, aber noch gedrungener, noch stärker gewölbt, fast matt,
ohne Glanz. Halssch. mit separater querer Wölbung hinter der Mitte,
oben nur mit sehr erloschener weitläufiger Punktur; Fld. kurz, von
der Basis zur Spitze verengt, der Suturalwinkel meist als sehr
kleines Zähnchen vorspringend, die Scheibe mit grofsen flachen
Punkten besetzt, welche kaum in Reihen stehen. Der Zusammen-
stolsungsrand des Halssch. und die Basis der Fld. etwas dunkler,
gekerbt. Humeralhöcker aufserordentlich grols, von oben gesehen
fast die Seiten des Körpers überragend. Biskra (Algier). Wurde
mir von Herrn Brisout de Barneville als C. desertorum mit-
getheilt, die es eben durchaus nicht sein kann.
(Fortsetzung folgt.)
m
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Bemerkungen und Berichtigungen
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica 2. Aufl. und Fauna
Transsylvanica von Dr. G. Seidlitz.
Ein Beitrag zur Lösung strittiger, coleopterologischer Fragen 1).
Von
Edm. Reitter in Mödling.
A. Ueber Grottensilphiden. :
Hr. Dr. Seidlitz beschränkt in seinen oben angeführten Faunen
die GrottensilphLiden auf die altbekannten Gattungen Bathyscia,
Speleochlamys, Drimeotus, Pholeuon und Leptoderus, was ich
leider als keinen Fortschritt bezeichnen kann, nachdem ich mehr-
fach nachgewiesen habe, dafs die Grottensilphiden in den wenigen
alten Gattungen nicht untergebracht werden können, wenn wir uns
gegen generische Differenzen nicht ganz verschlielsen wollen.
Bevor ich die Necrophaga für die Bestimmungstabellen der
europäischen Coleopteren bearbeitete und in der Wiener Entomol.
Zeitschr. 1886, p. 315 meinen „Beitrag zur Systematik der Grotten-
silphiden“ brachte, hat man dieselben überhaupt nur nach habi-
tuellen und geringen sexuellen Verschiedenheiten gesondert und
trotzdem ich nachgewiesen habe, dafs im Baue dieser Thiere weit
wichtigere Verschiedenheiten obwalten und die habituellen Aehn-
lichkeiten den ihnen zugesprochenen Werth nicht besitzen, so hat
dennoch Hr. Dr. Seidlitz meine Anführungen mit einem ganz
ungerechtfertigten Milstrauen aufgenommen und hat der Hauptsache
nach die habituelle Aehnlichkeit auch weiter benutzt, diese Formen
im veralteten Sinne aufrecht zu halten.
Dieses Mifstrauen geht aus seiner Note 2, p. 78 deutlich hervor,
indem er sagt: „Das Ueberragen der Flügeldecken über die Spitze
des Abdomens scheint vom Grade des Eintrocknens des letzteren
bedingt zu werden und dürfte somit kein specifischer, geschweige
denn ein generisches Merkmal sein. Die Form des Mesosternalkieles
giebt auch keine natürliche Eintheilung in gesonderte Gattungen.“
1) Ein auf denselben Gegenstand bezughabender Artikel er-
schien von mir bereits in der Wiener Ent. Zeitung 1888, p. 255,
unter den Titel: Synonymisches über Nitiduliden.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft I. IE)
290 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Dafs aber die Verkürzung des Abdomens durch Eintrocknen
desselben bei den Grottensilphiden nicht allein stattfindet, sondern
das kürzere und längere Abdomen in der Natur gegeben ist, habe
ich mich selbst überzeugen können. Ich habe in den Biharer-
Grotten in grolser Anzahl die dort vorkommenden Arten gesammelt
und habe deren Eigenthümlichkeiten daselbst beobachten können:
Bei keinem lebenden Drimeotus oder Pholeuon konnte ich über die
Flügeldecken hinweg die Spitze des Pygidium wahrnehmen, während
ich in den südkroatischen Grotten den in grofser Anzahl gesammelten
Propus sericeus nicht anders als mit ganz über die Flügeldecken
vorgestrecktem Pygidium ausnahmslos angetroffen habe. Allerdings
schrumpft das Abdomen beim Eintrocknen in einem gewissen
Grade zusammen, aber wohl kaum in solcher Weise, dals man
diese Eigenthümlichkeit nicht noch nach dem Tode und dem Ein-
trocknen des Thieres constatiren könnte Während im Leben die
Propus, Hezaurus- und andere langleibige Arten das ganze Pygidium
vorstrecken, bleibt nach dem völligen Eintrocknen desselben noch
immer ein Theil desselben sichtbar. Im Gegensatze zu diesen
Formen wird bei den mit Pholeuon verwandten Gattungen nach dem
Tode der Thiere die Kürze des Abdomens und die Länge der
Flügeldecken nur noch auffälliger.
Dals übrigens der Länge des Abdomens eine gewisse Bedeutung
zugesprochen werden mufls, welche der geehrte Autor der Fauna
Baltica und Fauna Transsylvanica negirt, geht schon aus dem Um-
stande hervor, das sich die Verkürzung des Abdomens nur immer
innerhalb bestimmter Gattungen wiederholt, was doch gewils nicht
auf puren Zufall zurückzuführen ist.
Dieser Unterschied, der in anderen Familien mit Recht stets
als Gruppenmerkmal benutzt wurde, dürfte also auch hier ein ver-
wendbarer, in der Natur vorhandener sein.
Wenn wir die Schriften älterer Autoren und selbst die Fauna
Baltica, 1. Aufl. (p. 53) zu Rathe ziehen, so wurden die Grotten-
silphiden bisher auf geringfügige sexuelle Merkmale und auf habi-
tuelle Verschiedenheiten, wie ich schon Eingangs sagte, in die ver-
schiedenen Gattungen vertheil. Das Merkmal der aneinander-
stofsenden Hinterhüften bei Bathyscia (Adelops der älteren Autoren),
welches zur Trennung dieser Gattung von den anderen blinden
Silphen verwendet wurde, beruht auf einem Irrthum; ebenso die
Angaben, dafs es Arten giebt, mit und ohne Mesosternalkiel. Wenn
wir also von diesen irrthümlichen Angaben absehen, so blieb aufser
der zum Theile geringfügigen, habituellen Verschiedenheit nicht ein-
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 291
mal ein bekannter reeller Unterschied zwischen Bathyscia und den
anderen Grottensilphiden, Leptoderus nicht ausgenommen. Nachdem
es mir aber später gelungen ist, nicht nur ein sicheres Merkmal
für Bathyscia (die kurzen, in Rinnen der Vorderbrust einlegbaren
Vorderschenkel) aufzufinden, sondern auch die vielfältigen Ver-
schiedenheiten im Baue der gröfseren Grottensilphiden nachzuweisen,
so wäre doch die Anerkennung dieses meinen kleinen Verdienstes
besser am Platze gewesen, als die auf positive Unterschiede auf-
gestellten Silphiden-Gattungen ganz in summarischer Weise zu
stranguliren.
Der Verfasser sagte ferner, dafs die Form des Mesosternal-
kieles auch keine natürliche Eintheilung in gesonderte Gattungen
ergiebt, verschweigt aber, dafs ich die Wichtigkeit der Form dieses
Kieles in einer späteren Arbeit über Grottensilphiden herabgedrückt
und später nur als Gattungs-Charakter angenommen habe. Da-
gegen ist es doch von eminenter Wichtigkeit, konstatirt zu haben,
dals der gewöhnlich ganz kolossal entwickelte Mesosternalkiel bei
einzelnen auch sonst abweichenden Gattungen ganz fehlen könne
und dieser Umstand wird um so wichtiger, als weit über hundert
blinder Silphen diesen. starken Kiel besitzen, der auch in den
anderen Gattungen der nicht blinden Silphiden sich als ein brauch-
bares Genusmerkmal erwiesen hat. Diesen Umstand negirt Herr
Dr. Seidlitz ebenfalls mit einer lakonischen Kürze, die nichts be-
weiset und nichts zu sagen vermag, als seine subjeetive Meinung,
die der von mir sonst so hochgeschätzte Autor vielleicht nur äulserte,
um sich mit mir in bekannter Differenz zu erhalten. Diese Meinung
wird in einer Note 2 bei Leptoderus p. 78 geäufsert und zwar in
folgender Weise: „die specifischen Merkmale dieser 3 (Leptoderus)-
Arten sind sehr deutlich und daher (von mir) benutzt worden, um
die Gattungen Propus Abeille und Astagobius Reitt. zu gründen,
die aber höchstens als une gelten können und nicht
einmal als solche nothwendig waren.“
Wir wissen zwar, dafs die Degradation, selbst ee
Gattungen zu den Lieblingsbeschäftigungen des verehrten Herrn
Collegen gehört, allein, dafs der oben eitirte Ausspruch, ohne jede
Anführung eines stichhaltigen Komentars, allein hinreichen sollte,
meine ganz berechtigte und wichtige Auseinanderhaltung der Lepto-
derinen-Gattungen zu streichen, welche auf eine Summe wichtiger
Unterschiede basirt, wage ich zu bezweifeln. Mit gröfserem Rechte
hätte Dr. Seidlitz müssen Speleochlamis einziehen, weil sich diese
von Bathyscia thatsächlich nur durch die zugespitzten Flügeldecken
1)
292 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
unterscheidet und wenn derselbe schon geneigt ist, alle von mir
aufgeführten Entdeckungen zu ignoriren, so wäre es nur consequent
gewesen, alle bekannten Grottensilphiden in eine einzige Gattung
zu schlagen, da die von demselben angeführten Unterschiede zu
ihrer Trennung keineswegs auf gewichtigerer, ja eher auf unter-
geordneterer und wenig klarerer Basis beruhen, als ich solche in
meiner Arbeit über Grottensilphiden gebracht habe.
Die Natur und der Zufall kommen mir zu Hülfe, um die Un-
haltbarkeit des Seidlitz’schen Ausspruches bezüglich der Lepto-
derinen-Gattungen sofort nachweisen zu können.
Ich habe nämlich in meiner Arbeit über diese Genera (Wien.
Ent. Zeitung 1886, p. 315) auseinandergesetzt, dafs sich der Lepto-
derus Hohenwarti Schmd. durch ungekielte Brust von allen anderen
blinden Silphiden unterscheidet; dazu kommt noch, dals er sich von
den andern bisher zu Leptoderus gezählten Gattungen durch seinen
aufgeblasenen kugeligen Hinterkörper, ganz verschieden gebaute
Schenkel, durch den Mangel an gesonderten Epipleuren der Vorder-
brust, den abweichend gebildeten Halsschild und die nicht erweiterten
Vorderfülse des g' unterscheidet. .
Ebenso unterscheiden sich noch die 2 weiteren Arten: angustatus
Schmd. und sericeus Schmd. in vielfacher Richtung so beträchtlich
von einander, dafs ich der Ansicht war, auf jede eine besondere
Gattung gründen zu müssen. Dafs ich es im vorliegenden Falle
mit Gattungscharakteren und nicht mit Artunterschieden, wie Dr. Seid-
litz meint, zu thun hatte, konnte mir nicht schwer fallen, festzu-
stellen. Wenn wir nämlich die Arten einer Silphiden-Gattung ver-
gleichend in Betracht ziehen, so werden wir ausnahmslos finden,
dafs dieselben in aufserordentlichem Grade sich ähnlich sehen und
in den wesentlichsten Punkten mit einander übereinstimmen; ich
erinnere hier an Oriotus Schmidti und Micklitzi, an Pholouon angusti-
colle und gracile, an Diaprysius caudatus und caudatissimus, Apro-
peus leptoderus und Hazayi, Drimeotus Kovacsi und Ormayi und an
die zahlreichen im Aussehen oft verschieden scheinenden und doch
so äulserst nahestehenden Bathyscien. Diesen Fingerzeig darf der
Systematiker nicht unbeachtet lassen, wenn seine Arbeit einen
natürlichen Werth haben soll durch die gleichartige Behandlung
des ihm vorliegenden Stoffes.
Dafs ich mich in dieser Anschauung nicht geirrt habe, beweiset
mir die neue Entdeckung von 3 neuen Leptoderinen durch Hrn.
V. Apfelbeck in Süd-Bosnien. Alle 3 haben ebenfalls eine unge-
kielte Mittelbrust und obzwar sie unserem angustatus bei flüchtiger
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 293
Ansicht sehr ähnlich sehen, so zeichnen sie sich alle zusammen in
so hohem Grade durch verschiedene Charaktere als zu einem be-
sonderen Genus gehörend aus, welches hoffentlich auch der An-
fechtung des Hrn Dr. Seidlitz widerstehen dürfte.
Bevor ich zur Beschreibung dieser neuen Gattung schreite, scheint
es mir nothwendig, neuerdings die Gruppe der Leptoderini unter
den Grottensilphiden zu präeisiren, da es sich durch eine weitere
neue bosnische Entdeckung (Protobracharthron) erwiesen hat, dafs
die bisher zur Trennung dieser beiden Gruppen in Anwendung
gebrachten Merkmale aufgelassen werden müssen und dafs diese
Gruppen auf andere Weise zu scheiden sind.
Wenn wir einen Leptoderinen betrachten, so mufs vor allem
der lange, schmale Halsschild in Verbindung mit dem dicken und
langen Kopfe in’s Auge fallen; allein bei Protobracharthron finden
sich die gleichen Eigenschaften, obzwar das Schildchen nicht ganz
bedeckt wird; und bei dem aufser jedem Zweifel zu den Leptoderinen
gehörenden Genus Anthroherpon ist das erste Fühlerglied länger als
das zweite. Aber auch nach der von Seidlitz angeführten, wenig
präcisen Definition des Genus Leptoderus werden wir nicht mehr
in der Lage sein, verläfslich einen Leptoderinen zu erkennen; denn
bei Anthroherpon, der nach der alten Anschauung ein Leptoderus
wäre, ist das Schildehen zum gröfsten Theile unbedeckt und bei Proto-
bracharthron, der zu den Pholeuonen zu stellen wäre, treffen alle
anderen Eigenschaften auf die für Leptoderus angegeben, zu. Im
Uebrigen hat eine Nachprüfung ergeben, dafs das Schildchen, sei
es frei oder gedeckt, zur Gruppenunterscheidung nicht zu ver-
wenden ist.
Hiermit sei nachgewisen, dafs es von der Gattung Leptoderus
bis zum Genus Drimeotus und Cytodromus die sich in der Gestalt,
sowie in der Form der Vorderschenkel den Bathyscien bereits sehr
nähern, verschiedene Formencomplexe giebt, welche wohl die schein-
bar grofse, habituelle Verschiedenheit von Leptoderus zu Bathyscia
aufheben; die jedoch unter sich scharf abgegrenzte Gattungen bilden,
ohne einen grolsen Artenreichthum zu besitzen. Dieser letztere
Umstand läfst sich leicht durch die eigenthümliche Lebensweise
dieser Thiere erklären, welche ihnen keine weite Verbreitung und
die damit meist verbundene Veränderungsfähigkeit und neue Acco-
modation gestattet.
Durch die Entdeckung von Protobracharthron werden alle
Merkmale hinfällig, welche man benutzte, um den ehemaligen
Leptoderus angustatus und sericeus von den weiteren, grölseren
294 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Grottensilphiden in eine besondere Gruppe zu bringen und die
echten Leptoderinen lassen sich heute nur noch durch das Fehlen
des Mesosternalkieles charakterisiren, wodurch die Leptoderinen
auf 2 Gattungen: Leptoderus und Anthroherpon beschränkt bleiben,
während die Gattungen Astagobius und Propus zu den Pholeuoniden
zu zählen sind.
Die beiden Leptoderinen Gattungen unterscheiden sich in nach-
folgender Weise:
Anthroherpon nov. gen. Wangen von ganz aulserordentlicher
Länge, so dafs die Fühler ganz am Hinterhaupte des sehr langen
Kopfes eingelenkt erscheinen, Schläfen und Scheitel in ganz excep-
tioneller Weise verkürzt. Fühlergruben fehlend. Erstes Glied der.
Fühler länger als das zweite, das dritte langgestreckt. Halsschild
von den Flügeldecken abgerückt, durch eine Verlängerung der
Mittelbrust gestielt. Flügeldecken behaart. Schenkel von der Basis
gegen die Spitze verschmälert.
Leptoderus Schmidt. Wangen von normaler Länge, nicht länger
als die Schläfen; Scheitel lang; Fühlergruben vorhanden. Erstes
Glied der Fühler sehr kurz, drittes Glied kürzer als das zweite.
Halsschild dicht an die kugeligen Flügeldecken angeschlossen.
Flügeldecken kahl. Schenkel an der Basis dünn, zur Spitze keulen-
förmig verdickt.
Habituell ähneln die Anthroherpon-Arten mehr dem Astagobius
und Propus; sie zeichnen sich ganz besonders aus durch die ‘merk-
würdige Kopfbildung und den ganz verschiedenen Fühlerbau. Auf
dem langen Kopfe stehen die Fühler ganz hinten; die abnormen
Wangen werden noch am Discus desselben von der Stirn durch
eine sehr feine Längslinie jederseits abgegrenzt. Fühlergruben
fehlen ganz. Ebenso ist die Trennung des Halsschildes von den
Flügeldecken durch eine Verlängerung der Mittelbrust sehr cha-
rakteristisch. Dagegen weicht Leptoderus wieder durch die Form
der Schenkel von allen andern blinden Silphiden in auffälliger
Weise ab.
Die entdeckten 3 Anthroherpon-Arten sind von Hr. V. Apfelbeck
in den Mittheilungen des bosnisch-herzogowinischen Landesmuseums
Bd. I, 1889 beschrieben worden. Diese drei Arten lassen sich in
nachfolgender Weise übersehen:
Flügeldecken lang aufstehend behaart.
Halsschild eylindrisch, nicht eingeschnürt, Flügeldecken
erloschen punktirt, letztes Glied der Maxillartaster fast
so lang als das vorhergehende . . . . . eylindricolhs.
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 295
Halsschild hinten stark eingeschnürt, Flügeldecken stark
punktirt; letztes Glied der Taster viel kürzer als das vor-
BERAEIBEDEI NE a el rn ide en PYgMaeuS.
Flügeldecken fein, dicht und anliegend behaart. Halsschild
hinten stark eingeschnürt, dicht und deutlich punktirt; End-
glied der Taster kürzer als das vorletzte. . . . Hoermanni.
Wie ich schon früher bemerkte, treten zu den Pholeuonen
nunmehr noch die Gattungen Astagobius und Propus, sowie zwei
neue Gattungen: Protobrachartihron und Apholeuonus hinzu. Diese
Vermehrung lälst es wünschenswerth erscheinen, die Charaktere
sämmtlicher hierher gehörender Gattungen in Kürze vorzuführen
und zwar etwa in nachfolgender Weise:
1” Erstes Fühlerglied viel kürzer als das zweite. (Pholeuones.)
2" Schenkel linear, von gleicher Breite. Die vordere Hälfte des
Halsschildes mit der Unterseite eylindrisch verrundet, unge-
randet. Mesosternalkiel einfach. (Oberseite kahl.) Astagobius Reitt.
2' Schenkel von der Basis zur Spitze verengt. Halsschild
seiner ganzen Länge nach von den Epipleuren durch eine
Kante oder wenigstens durch eine feine Randlinie geschieden.
3” Flügeldecken nicht verlängert, die Spitze des Pygidiums
nicht überragend. Erstes Fühlerglied nur halb so lang als
das zweite. Wenigstens Kopf und Halsschild nahezu kahl.
4" Halsschild länger als breit und kaum breiter als der Kopf.
Flügeldecken behaart. .
5” Schildehen nicht sichtbar !). Mesosternalkiel einfach.
Propus Abeille.
5’ Schildchen deutlich sichtbar. Mesosternalkiel vorn zahn-
oder hakenförmig . . . . . . Protobracharthron nov. gen.
4' Halsschild breit, kaum so lang als breit, Kopf viel schmäler
als der Halsschild. Die ganze Oberseite kaum behaart.
Apholeuonus nov. gen.
3 Flügeldecken verlängert, über das Pygidium hinwegragend.
Erstes Fühlerglied die Hälfte des nächsten überragend.
Kopf und Halsschild sowie die Flügeldecken fein und dicht
behaart.
!) Es ist die einzige der ehemaligen Leptoderus-Arten, bei
denen dieser Umstand exact zutrifft.
296
6"
6
E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Die Schienen ohne Dörnchen. Tarsen sehr lang. Meso-
sternalkiel einfach. Vorderfülse des J sehr stark verbreitert.
Spelaeodromus Reitt.
Die hinteren 4 en mit einzelnen feinen, langen Dörnchen
besetzt. Tarsen und Fühler kürzer. Vorderfülse des
schwach erweitert.
Mesosternalkiel einfach, von hinten nach vorne allmählig
abfallend. 7. 2 7... “20... Apropeus Reitt.
Mesosternalkiel stark en vorn N abfallend und hier
hakenförmig . . ee le 0 ‚Pholeuon ‘Harp.
Erstes Fühlerglied EN ee SE das zweite. (Oriotini.)
Flügeldecken quergestrichelt. Kiel der Mittelbrust einfach.
Flügeldecken stark verlängert, die Spitze des Pygidiums
überragend. Vorderfüfse des g' sehr stark erweitert.
Trocharanis Reitt.
Flügeldecken nicht verlängert, die Spitze des Pygidiums
unbedeckt lassend. Vorderfülse des g' sehr schwach er-
weitert; pr “20.0. Anthrocharis Ab.
Flügeldecken Dich: ergelfrichelt
Flügeldecken ohne Falten und Discoidalstreifen.
Flügeldecken mit einem deutlichen Nahtstreifen.
Halsschild mit einfachen Hinterwinkeln. Die Schienen ohne
Dörnchen . . . u. a a Tsereuskreikt:
Halsschild mit über die Ban 1% Flügeldecken verlängerten
Hinterwinkeln. Die hinteren 4 Schienen mit einzelnen
feinen Dörnchen besetzt’. . . 2... Cytodromus Ab.
Flügeldecken ohne Nahtstreifen. Messer] vorn ge-
zähnt.
Flügeldecken die Spitze des Pygidiums unbedeckt lassend.
Vorderfülse des g' nur viergliederig und nicht erweitert.
Hezaurus Reitt.
Flügeldecken verlängert, die Spitze des Pygidiums über-
ragend.
Marginalrand der Flügeldecken von oben nicht sichtbar.
Die Schienen ohne Dörnchen. Die Vorderfülse des g' fünf-
gliederig und schwach erweitert . . . . Diaprysius Reitt.
Marginalrand der Fiügeldecken von oben sichtbar. Die
hinteren vier Schienen mit einzelnen feinen Dörnchen be-
setzt. Vorderfülse des Z1 nur viergliederig und stark er-
weitert und vorletztes Glied der Mittelfülfse beim J' mit
einem hakenförmigen Dörnchen . . . . . . Oriotus Mil.
zu den Clavicornen ın der Fauna Baltica etc. 297
10’ Flügeldecken mit Längsfalten und angedeuteten Streifen,
Seitenrand breit aufgebogen . . . » 2... Drimeotus Mil.
Hierzu als Subgenus: Fericeus Reitt., das sich durch die unbe-
dornten Schienen, robuste Beine, langes erstes Glied der Hinter-
fülse und durch Geschlechtsdifferenzen von Drimeotus unterscheidet.
Zu der vorstehenden Tabelle habe ich noch nachfolgende Be-
merkungen anzufügen:
Protobracharthron nov. gen. Mit Propus Ab. verwandt, aber
das Prosternum ist etwas kürzer, der Kiel der Mittelbrust bricht
weit vor dem Vorderrande ab und ist daselbst winkelig vortretend;
der Kopf ist mindestens so lang als der Halsschild, ziemlich
eylindrisch, das erste Fühlerglied ist nur halb so lang als das
nächste; das zweite, dritte und vierte ziemlich von glelcher Länge,
die nächstfolgenden etwas gestreckter. Im Ganzen sind die Fühler
reichlich so lang als der Körper. Halsschild schmal, gewölbt,
länger als breit, ziemlich gleichbreit, vor der Mitte etwas gerundet
erweitert und vor der Basis leicht ausgebuchtet, die Seiten mit
ganzer Randkante. Die Flügeldecken sind elliptisch, an der Basis
so breit als der Halsschild, äufserst fein behaart. Bei der einzigen
vorliegenden Species, welche Hr. Apfelbeck als Hezaurus Reitteri
beschrieb, ziemlich grob und dicht punktirt; die Spitze des Pygi-
diums frei. Schildchen deutlich, dreieckig. Beine lang, Schenkel
von der gewöhnlichen Form, zur Kniespitze verengt, Schienen dünn,
unbedornt.
In den bosnischen Grotten.
Apholeuonus nov. gen. Zwischen Protobracharthron und
Hezaurus in der Mitte stehend, der Körperform nach dem letzteren
ähnlich, aber die Oberseite kahl erscheinend, das erste Glied der
Fühler verkürzt, hingegen das zweite viel länger als das dritte.
Der Mesosternalkiel in der Mitte verkürzt und daselbst haken-
förmig gestaltet. Kopf viel schmäler als der Halsschild, dieser
‚nicht länger als breit, von der Mitte nach vorne verengt, nahezu
konisch. Schildchen sehr klein. Flügeldecken stark punktirt, die
Spitze des Pygidiums frei.
Hierher gehört Hexaurus nudus Apfelb.
In den südbosnischen Grotten.
Spelaeodromus Reitt. zieht Dr. Seidlitz als einfaches Syno-
nym zu Pholeuon, gegen welchen Vorgang ich protestiren muls.
Der Verfafser der Fauna Baltica und Transsylvanica übersieht
ganz, dafs die Vorderfülse bei dieser Gattung aulserordentlich
stark erweitert sind und dafs man nach seiner eigenen Tabelle
298 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
(p. 78) nicht auf Pholeuon, sondern eher auf Oriotus, eigentlich
aber wegen den fünfgliederigen Fülsen auf keine seiner angeblichen
Subgenera kommt, was die Unrichtigkeit seiner Einziehung allein
schon bekundet. Spelaeodromus unterscheidet sich übrigens von
Pholeuon aulserdem durch die unbedornten Schienen und durch die
viel längeren Fühler.
Apropeus Reitt., welche Gattung jetzt ebenso zwei sehr nahe-
stehende Arten aufweiset wie Pholeuon, unterscheidet sich von der
letzteren Gattung durch den ganz anderen Mesosternalkiel, der
hier einfach und ganz, dort abgekürzt, gleich erhaben und gezahnt
ist. Nachdem doch je 2 Arten diese verschiedene Brustbildung
zeigen, so haben wir es sicher nicht mit einem Speciescharakter,
sondern einem generischen Unterschied zu thun. Dieser Fingerzeig
ist wenigstens deutlich genug.
Trocharanis Reitt. den derselbe Autor als Sk zu Anthro-
charis zieht, sehen sich wenig ähnlich, sind von sehr verschiedener
Gröfse und unterscheiden sich durch die Flügeldeckenbildung so-
wie durch die Erweiterung der Vorderfülse beim g' wesentlich.
Hezaurus Reitt. den derselbe ebenfalls zu Pholeuon zieht und
dadurch diese Gattung zu einem Magazin heterogener Arten macht,
unterscheidet sich von dieser durch die verkürzten Flügeldecken,
anderen Bau der Fühler und durch die viergliederigen, einfachen
Vorderfülse in beiden Geschlechtern. Zu deren Aufrechterhaltung
brauche ich somit kein weiteres Wort zu verlieren.
Wie ungleichmäfsig Hr. Dr. Seidlitz die Grottensilphiden be-
handelte, geht auch aus dem Umstande hervor, als er alle Pholeu-
oniden in eine Gattung als Subgenera zusammen zieht, dagegen
Drimeotus als Genus bestehen lälst, obgleich sich gerade diese
Gattung nur durch die Sculptur der Flügeldecken von Pholeuon unter-
scheidet, während die anderen eingezogenen Genera selbst im Körper-
baue sehr beträchtliche Differenzen aufweisen. Eine Illustration
zu diesem Vorgehen giebt aber auch der Umstand, dafs er selbst
Oriotus nicht bestehen läfst, obgleich diese Gattung durch 32 Jahre
unangefochten bestand und sich bereits durch die verschiedene An-
zahl der Vordertarsenglieder beim g' (sowie Hezaurus) von den
verwandten Formen unterscheidet; ebenso der früher bereits er-
wähnte Umstand, dafs Spelueochlamys, nur durch die hinten zu-
gespitzten Flügeldecken von Bathyscia unterschieden, als Gattung
gehalten wird, während Aphaobius und Perrinia als Untergenera
bezeichnet werden, welche sich jedoch von Bathyscia in nicht
geringerer Weise entfernen.
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 299
Bei dieser Gelegenheit kann ich es nicht unterlassen, einen
Ausspruch des Hrn. Dr. Seidlitz zu citiren, den derselbe gelegent-
lich einer Contraverse über Catopiden-Gattungen in der Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1888, p. 168 gemacht hat. Dieser lautet: „Zunächst
constatire ich mit Vergnügen, dafs auch ich darauf stolz bin, mich
mit den hochverehrten Collegen Brauer und Möbius in Bezug auf
Gattungsbegriff in vollster Uebereinstimmung zu befinden, was
übrigens schon früher aus meinen Schriften über die Darwin’sche
Theorie, die ich mir seit 1870 dann und wann zu veröffentlichen
erlaubt habe, genugsam bekannt war, daher ich lange Citate über
meine „undefinirbaren* Meinungen hier sparen kann. Dafs ich
dagegen jemals die Gattungen für willkürliche Kunstproduete er-
klärt hatte, ist mir wenigstens nicht bekannt geworden“.
Dagegen bitte ich in meinen Auslassungen „Einiges über den
Werth mehrerer Coleopteren-Gattungen und über deren Prioritäts-
berechtigung“ 1.c. p. 97, nachzulesen und man wird finden, dafs
mir obiges Geständnils etwas zweifelhaft erscheinen mufs. Denn
„die Gattung wird aus Reihen von Arten gebildet, welche durch
Fehlen von Verbindungsgliedern von einander abgegrenzt sind“ und
„Gattungen sind durch die Zeit abgegrenzte Artenreihen, die also
durch einen Naturprozels, das Aussterben von Verbindungsgliedern
entstanden sind, nicht durch menschliche Abstraktion“.
Dafs ich mich in Bezug des Gattungsbegriffes mit Brauer in
Uebereinstimmung befinde, weifs ich nicht nur, sondern auch, dafs
ich bei meinen Arbeiten mir diesen Grundsatz stets vor Augen
halte. Aus dieser Ursache habe ich auch heute wieder die Grotten-
silphiden um einige Gattungen vermehrt. So habe ich seinerzeit
die Gattung Apropeus von Pholeuon abgegrenzt, weil hier der Pro-
sternalkiel in ganz verschiedener Weise ausgebildet erscheint; beide
Gattungen besitzen je 2 sich sehr nachstehende Arten, ohne Spur
eines Ueberganges von einer Kielform zur andern. Aus diesem
Grunde konnte ich dieses Merkmal für kein spezifisches, sondern
mulste es für ein generisches halten, um so mehr als dieser Körper-
theil sich auch in anderen Familien als sehr wichtig erwies !).
Andere Pholeuoniden-Gattungen weichen jedoch weit mehr und
nach vielen Richtungen hin erheblicher ab, ohne Verbindungs-
1) So hat auch Seidlitz: Cymbiodyta Bedel acceptirt, obgleich
von Philydrus nur durch die Form des Mesosternalkieles verschieden;
ebenso Paracercyon Seidlitz nur durch etwas modifieirten Brustbau
von Cercyon abweichend.
300 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
glieder aufzuweisen. Hrn. Dr. Seidlitz hindert dieser Umstand
nicht, sie als Subgenera, ja selbst als Synonyme zu betrachten.
Und darum schon können wir beide uns in Bezug des Gattungs-
begriffes nicht in Uebereinstimmung befinden und darum auch können
wir gleichzeitig nicht in Uebereinstimmung mit Brauer und Möbius sein.
Ich habe bereits früher nachgewiesen, dafs es sich bei meiner
Zerlegung der Pholeuoniden in verschiedene Genera nicht um
spezifische Merkmale, wie Dr. Seidlitz will, sondern um generische
Charaktere handle. Ich that dies, indem ich auf die Genera hin-
wies, welche mehrere, und zwar unanfechtbare Arten besitzen, die
allemal in den von mir angegebenen Gattungsmerkmalen voll-
kommen übereinstimmten und doch noch Momente frei liefsen,
wonach die artliche Verschiedenheit constatirt werden konnte. In
allen Fällen sind die Arten sich sehr ähnlich und nahe verwandt.
Diesen letzteren Umstand aus dem Auge zu verlieren und die durch
unzweifelhaft Unterschiede abweichenden Formen ebenfalls zu der-
selben Gattung zu schlagen, oder solche bei den naheverwandten bei-
sammen zu belassen, das wäre eine Kurzsichtigkeit gegen die
natürliche Ausbildung der Arten und ein Vergehen gegen den
Begriff der Gattung gewesen und dessen wollte und konnte ich
mich nicht schuldig machen. Aber noch ein ander Umstand kommt
hier zu berücksichtigen: Der Monograph hat nicht nur die Art und
Gattung in richtiger Weise zu präcisiren, sondern er muls ebenso
gewissenhaft diese Präcisirung in gleichmälsiger Weise durch-
führen; nicht also für den Gattungsbegriff bei jeder Familie oder
Subfamilie einen total verschiedenen Malsstab anwenden. Wenn
demnach für Dr. Seidlitz Drimeotus Mil., wie er ausweiset, eine
wirkliche Gattung ist, so müssen es consequenter Weise auch alle
andern sein, die er eingezogen hat, aus Gründen, die ich schon
früher erwähnt habe.
Schon mehrfach habe ich gezeigt, wie ungleichartig der Begriff
der Gattung von demselben angewendet wird. So lese man in der
Deutsch. Ent. Zeitung 1887, p. 81 die Vorrede zu seiner fleilsigen
Arbeit über europäische Catops-Arten; alle diese Auslassungen
stehen im krassen Wiederspruch seines späteren Geständnisses,
dafs er sich bezüglich des Gattungsbegriffes in Uebereinstimmung
mit Brauer befinde. Mag auch Dr. Seidlitz betheuern (l.c. 1388,
p. 168), dafs es dennoch der Fall sei, so zeigen seine Arbeiten,
dals der Gattungsbegriff für ihn ein anderer und zwar nicht gleich-
artiger ist; denn obgleich meist gute Gattungen von ihm eingezogen
erscheinen, fehlt es dennoch auch an solchen nicht, die vor dem-
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 301
selben Gnade finden, obgleich sie auf schwachen Fülsen stehen !).
Die Ungleichartigkeit des Gattungsbegriffes habe ich auch in der
Weise vorgefunden, dafs er innerhalb einiger Familien ganz richtig
angewendet wurde, während in anderen Familien der Mafsstab für
den Gattungsbegriff auf das dreifache hinaufgeschraubt erscheint.
Das Kapitel über Grottensilphiden sei nun mit der Beschreibung
einer neuen Art geschlossen:
Drimeotus Ormayin. sp. Rufo-ferrugineus, nitidulus, antennis
palpis tarsisque dilutioribus, fulvo-pubescens, prothorace lateribus
ante basin non sinuato, elytris thorace parum latioribus, valde elon-
gato-ovalis, leviter quadricostatis, costis apicem versus evanescenlibus,
interstitiis biserialim punctato-rugulosis, seriebus qualuor eztermis
distinchioribus, ommibus apicem versus obsoletis, lateribus anguste
erplanato-elevatis, Libiis tenuibus, posterioribus parce subtiliter spinu-
losis, tarsorum posticorum articulo ultimo tribus praecedentibus longi-
tudine aequali. — Long. 4 mill.
Vorliegende neue Art ist ein echter Drimeotus mit bedornten
hinteren Schienen und kurzem Endglied der Hintertarsen; ähnelt
aber in der sehr gestreckten Körperform mehr dem Fericeus Kraatzi,
von dem er sich übrigens aulserdem durch die deutlich, grob reihig
punktirten Flügeldecken sofort unterscheidet.
Entfernt sich von Dr. Kovacsi Mill. durch nachfolgende leicht
fafsliche Merkmale. Der Halsschild ist von der Mitte zur Basis
gerade und nicht wie dort vor der Basis leicht ausgebuchtet und
fein aufgebogen; die Flügeldecken sind um sehr vieles länger und
schmäler, lang eiförmig, die Seiten schmäler abgesetzt, die vier
Dorsalrippen haben die gleiche Lage und Länge, sind aber stärker
prononcirt bis’ auf die seitliche, welche viel schwächer ist; die
Zwischenräume sind mit 2 groben, runzeligen Punktreihen versehen,
welche sich bei Kovacsı kaum angedeutet vorfinden; endlich sind
die Flügeldecken hinten mehr gemeinschaftlich zugespitzt abgerundet.
Von Hrn. Prof. Ormay Sandor eingesendet.
Stammt aus einer Höhle in Bedelo, Comitat Torda Aranyos.
B. Ueber verschiedene Clavicornen.
1. Die Gattung Cartodere wird (p. 61) charakterisirt durch
eine 3gliederige Fühlerkeule und Mangel tiefer Gruben am Hals-
schilde. Cartodere filum Aub. hat jedoch eine 2gliederige Fühler-
keule und eine grofse Dorsalgrube am Halsschilde.
1) Z.B. Empleurus Hope. Fauna Transsylv. p. 24.
302 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
2. Auf p. 62 bemerkt Dr. Seidlitz, dafs zu den Mycetaeiden
noch Agaricophilus Reitt. gehört, mit 4gliederigen Tarsen; dagegen
umfasse Agaricophilus Motsch. mehrere Gattungen, z. B. auch
Alezia. Die Motschulsky’sche Beschreibung der Gattung Agarico-
philus hat wenig Werth, da er die Tarsen 3gliederig nennt und
verschiedene kleine Formen darin aufgenommen wissen will, die er
aber in gar keiner Art genau bezeichnet und schliefslich Agarico-
philus refleeus Motsch. aus dem Caucasus beschreibt, welcher aber
in der That 4gliederige Tarsen besitzt, was ich bereits in den
Verh. d. zool.-bot. Ges. 1879, p. 92 mitgetheilt habe, und da diese
Art die einzige ist, welche er als bestimmt dazu gehörig be-
zeichnete, so war ich wohl berechtigt, die Gattung Agaricophilus
auf reflerus zu beschränken und die Angabe der Tarsengliederzahl
als Irrthum des Autors zu betrachten.
3. p. 64 bemerkt der Verfasser: „Vielleicht kann auch der
mir unbekannte Mnionomidius serricollis Reitt. aus dem Caucasus
zu dieser Gattung (Henoticus Thoms.) gezogen werden.“ Das ist
keineswegs der Fall, denn erstere hat den Kehlrand in eine Spitze
ausgezogen, wodurch nach Seidlitz dieselbe näher an Pieryngium
herantritt; von letzter Gattung sich jedoch wieder durch mehr
elliptischen, gewölbteren Körper, langen conisch nach vorn ver-
engten, hinten ungerandeten Thorax ohne Basalgruben, nicht ver-
dicktes zweites Fühlerglied und Mangel eines Nahtstreifens auf den
Flügeldecken unterscheidet.
p. 72. Von Astatopteryr Perr. erwähnt Dr. Seidlitz nur eine
Art. Eine zweite habe ich als hungarica aus dem Banate in der
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885, p. 376 beschrieben.
4. p.80. Ein Pselaphide mit 2gliederigen Tarsen ist meines
Wissens noch nicht beobachtet worden.
5. p. 79. Die Gattungen Eumicrus und Scydmaenus wurden
im unzulässigen, veralteten Sinne gebraucht; diesen Vorgang ver-
mag die Note p. 339 nicht zu entschuldigen, da Latreille bei Be-
schreibung seiner Gattung Scydmaenus nur den (Eum.) tarsatus
gekannt hat, so muls doch folgerichtig diese Art innerhalb des
Rahmens der Gattung Scydmaenus verbleiben. Näheres über diese
Synonymie bringe ich in einem besonderen Artikel.
6. Die Einziehung meines Hypocoprus quadricollis zu lathri-
dioides Motsch., p. 249, ist als eine verunglückte zu betrachten und
zwar aus folgendem Grunde: Motschulsky nennt den Halsschild in
seiner Gattungsbeschreibung „Corselet allonge“; in der Diagnose
seiner Art: /athridioides: „thorace elongato“. Diese Angabe wider-
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc, 303
spricht direkt meiner Angabe über den Halsschild des A. quadri-
collis Reitt.; stimmt aber vollkommen mit der Type des H. Hoch-
huthii Chaud. von Kiesw. Es ist mithin die alte bekannte Syno-
nymie dieser Arten aufrecht zu erhalten. Der H. quadricollis kommt
im westlichen Europa, der lathridioides Motsch. im Kaukasus,
Armenien und Süd-Rufsland vor.
7. p. 256. Den Vorwurf, dafs ich den Lathridius angusticollis
Gyll. zuerst verkannt und den angulatus dafür genommen habe,
weise ich mit aller Entschiedenheit zurück. Bei der Bearbeitung
der Lathridier, welche ich als junger Mann in der Provinz mit
unzulänglichen Literaturbehelfen ausführen mulste, habe ich mich
hauptsächlich an Mannerheims Monographie angelehnt und alle seine
Deutungen acceptirt, was gewils in diesem Falle nicht nur zu ent-
schuldigen, sondern wohl am Platze war.
Zurückweisen muls ich dieses Ansinnen, weil bereits Manner-
heim den Laih. angusticollis verkannt hat, indem sich mein angu-
latus mit dem Mannerheim’schen vollständig deckt. Die einzige
bis vor Jahren bekannte Art, welche wirkliche, aufstehende Börstchen
auf den Flügeldecken besitzt, hat Mannerheim als angulatus be-
schrieben, worin ich ihm eben gefolgt bin. Das Zugegensein dieser
Börstchen wird bei dieser Art in der Diagnose und Beschreibung
besonders hervorgehoben; bei seinem angusticollis hingegen folgt
nur nach der ganzen Beschreibung, worin kein Wort von einer
Behaarung die Rede ist, nur ein Nachsatz mit der Angabe, dafs
bei manchen Exemplaren kleine Härchen auf den Flügeldecken zu
sehen sind. In der That fehlen kleine Schuppenhärchen daselbst
keiner Art, nnr sind diese unter einer Lupe gewöhnlich nicht wahr-
nehmbar, sondern erst bei stärkerer Vergröfserung, unter welchen
Umständen ich auf diesen Nachsatz wenig Gewicht legen konnte.
Mannerheim konnte übrigens immerhin auch grofse Stücke des
angulatus Mnnh. mit angusticolis Mnnh. vermengt haben. Die La-
thridiustypen von Mannerheim, welche ich aus dem Universitäts-
museum in Helsingfors durch die Güte des Hrn. John Sahlberg
einsehen konnte, haben die völlige Uebereinstimmung mit meinen
Artendeutungen ergeben, speciell auch des L. angusticollis und
angulatus. Aus diesem Grunde ist auch die Note 9 p. 256 (F. Tr.)
nicht zutreffend, dafs der L. angulatus Mnnh. eine von angulatus
Rittr. verschiedene Art zu sein scheine.
8. Wie Dr. Seidlitz ganz richtig bemerkt, sind die Hummel-
schen Lathridius-Arten für die Folge nicht mehr zu eitiren, da sie
niemals beschrieben wurden. Da aber Mannerheim die Autor-
304 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
schaft des L. angusticollis und constrictus diesem Autor zuschreibt,
und auch Harold’s grofser Catalog bei diesen Arten Hummel als
Autor nennt, so hielt ich die Hummel’schen Arten für bestehend,
zumal mir erst Hummel’s Ess. ent. I—-IV kürzlich zu Gesichte
gekommen ist. Auch Belon mufste sich durch gleiche Umstände
irre führen lassen. Die Synonymie des L. angusticollis und angu-
latus ist demnach folgende:
L. angusticollis Gyll.,
angulatus Mnnh., Reitt., Belon.
L. Pandelei Bris.,
Tremulae Thoms.,
angusticolis Mnnh., Reitt., Belon.
9. Die Synonymie des Eumicerus anthracinus Mnnh., welchen
Dr. Seidlitz auf bdrevicolis Thoms. (carpathicus Reitt.) bezieht,
dürfte vielleicht richtig sein, obgleich ich die Punktstreifen bei
carpathicus stets feiner finde, als bei minutus; dagegen glaube ich
nicht, dafs der E. assimilis Mnnh. durch die hinten weniger abge-
rundeten Flügeldecken von minutus L. genügend charakterisirt und
von diesem artlich verschieden ist.
10. Bei Enicmus cordaticollis Aub. zieht Dr. Seidlitz Enicmus
testaceus Reitt. als Synonym, indem er in einer Note bemerkt,
dals E. testaceus Steph., auf den ich mich bezog, diese Art nicht
sein könne, wegen dem zweibuchtigen Vorderrand des Halsschildes.
Ich habe bei dieser Gelegenheit zu bemerken, dafs bereits von
Harold und Gemminger der E. cordaticollis Aub. als Synonym zu
testaceus Steph. gezogen wurde und dals diese Art, sowie die
meisten Stephens’schen Arten, gegen deren Prioritätsberechtigung
Hr. Dr. Seidlitz protestirt, von einem bekannten englischen Autor auf
Grund der Autopsie der Typen in unsere Cataloge und neueren Mono-
graphien eingeführt wurden. Ich selbst habe aus eigenen Nach-
prüfungen keiner einzigen Stephens’schen Art das Prioritätsrecht
zuerkannt, sondern habe einfach den Nachweis anderer Autoren
respektirt.
Da Hrn. Dr. Seidlitz nur der stark zweibuchtige Vorderrand
des Halsschildes, den Znicmus testaceus Steph. haben soll, abhält,
diese Art zu cordaticollis Aub. zu ziehen, so ist dieser Grund kein
stichhaltiger, weil diese Art in dieser Beziehung ungemein varirt.
Bei Stücken, deren Vorderwinkel stärker nach vorne vorragen, ist
die kräftige Doppelbuchtung des Vorderrandes in der That vor-
handen und bin ich bereit solche Exemplare vorzuweisen.
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 305
ll. Dr. Seidlitz führt auf p. 263 (Fauna Transsylvan.) die
beiden deutschen Anommatus- Arten: duodecimstriatus Müll. und
basalis Reitt. an, ohne, wie es eigentlich ganz richtig ist, die aus
beiden bestehende Mischart pusillus Schauf. weiter zu berück-
sichtigen.
In einer Besprechung der Fauna Baltica edit. II in der „In-
sektenbörse* vom 1. Oktober 1888, der allerdings jede wissen-
schaftliche Basis fehlt, sagt Dr. Schaufuls, dals der Anom. basalis
Reitt. nur ein Phantom ist, das Kind dupirender Literatur. Bis
zum Jahre 1860 bestand in Deutschland nur der Anom. 12-striatus
und im Jahre 1861 wurde die zweite deutsche Art in einem Garten bei
Dresden entdeckt, die nach sorgfältiger Vergleichung als Anom.
pusillus von ihm beschrieben wurde. Schaufuls sagt dann a.a.O.
wörtlich weiter: „Später schickte der verstorbene v. Kiesenwetter
einen solchen A. pusillus Schauf. an E. Reitter in Wien, gab aber
aus Versehen — v. K. war damals schon sehr krank — als Vater-
land Spanien an. E. Reitter, der irrthümlichen Vaterlandsangabe
glaubend, beschrieb diesen A. pusillus als neue spanische Art, und
auf diesen Irrthum aufmerksam gemacht, wulste er die Literatur so
zu wenden und zu drehen, dafs der etwa um 1864 publieirte”
A. pusillus verschwunden ist und dafür A. basalis Reitt. am entomo-
logischen Himmel strahlt. Das nennt die heutige Zeit Priorität
wahren. Bemerkt sei noch, dafs der Platz, an dem der v. Kiesen-
wetter’sche An. pusillus steckte, noch heute leer ist.“
Der Leser ahnt gar nicht, wie sehr diese Darstellung entstellt
und unwahr ist. Der einfache Sachverhalt ist folgender:
In meiner Revision der Lathrididae, Stettin 1875 und später
in meiner Bestimmungstabelle dieser Familie, 1. Auflage, Wien 1880,
habe ich noch den A. basalis Schauf. acceptirt. In letzter Arbeit
habe ich noch in einer Note (p. 47) beigefügt, dals durch Auffindung
der kleinen Basalzähnchen dieser Art sie erst jetzt kenntlich ge-
macht wird und dafs es mir früher nicht gelungen ist, sie von
12-striatus zu unterscheiden.
Darauf publieirte Schaufuls in den Ann. Soe. Ent. Franc. 1882,
Bull. 183 eine Note, worin er erklärte, der Anom. Kiesenwetteri
Reitt. aus Andalusien stamme nicht von dort, sondern von Dresden
und sei sein pusillus und dürfe nicht von pusillus Reitt. getrennt
werden, indem er die Unterschiede, die ich für pusillus und
duoceimstriatus aufgefunden habe, negirt und sie bei pusillus als
bald vorhanden, bald fehlend darstellt.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 20
306 E. Reitter: Bemerkungen -und Berichtigungen
In Folge dieser Note habe ich in der Wiener Ent. Zeitschr.
1883, p. 195 in einem besonderen Artikel nachgewiesen, dals der
Dresdener Anommatus, der übrigens in ganz Deutschland nicht
selten ist, mit Hiesenwelteri Reitt. aus Andalusien gar nichts gemein
haben könne und dafs die Schaufufs’sche Art: pusillus von Deutsch-
land sowohl aus duodecimstriatus als auch aus pusillus Reitt. be-
steht. Da aber Schaufuls den einzigen Charakter dieser letzteren
Art unter diesem Namen in obiger Note bestritt, so mufste sie als
eine undefinirbare Mischart fallen gelassen und für meinen (nicht
den Schaufufs’schen) pusillus, ein anderer Namen (basalis Reitt.)
eingeführt werden.
Dr. Schaufuls hat wahrscheinlich nur aus gewohnter Streit-
sucht die von mir entdeckten Artcharaktere abläugnen wollen, ohne
sich klar zu sein, zu welchen Oonsequenzen ein solches Vorgehen
führen müsse.
Dafs der mir von Kiesenwetter mitgetheilte Käfer wirklich aus
Andalusien und nicht von Dresden, wie Dr. Schaufuls behauptet,
stammt, ist von mir bereits in der Wien. ent. Zeitung 1833, p. 196
nachgewiesen und von Belon durch weitere Individuen derselben
Art aus Spanien bestätigt worden. Ein weiterer Beweis ist aber
der, dafs bisher weder aus Deutschland, noch aus einem benach-
barten Lande ein einziges Stück eines Anommatus gefangen wurde,
das artlich mit dem andalusischen Thiere übereinstimmen möchte.
Kiesenwetter starb im Jahre 1880; den Anom. Kiesenwetteri m.
erhielt ich (als pusillus) von demselben in mehreren Exemplaren
mit dem Begleitbriefe vom 3. April 1876, den ich vorzuweisen in
der Lage bin, mit vielen anderen Coleopteren-Doubletten seiner
Ausbeute aus Spanien. Nachdem ich erst nach dem Jahre 1876
die angenehme persönliche Bekanntschaft des Hrn. v. Kiesenwetter
machte, so kann ich auch ganz bestimmt angeben, dafs derselbe
im Jahre 1876 sich noch ganz gesund befand und keineswegs in
einem krankhaften Stadium gewesen ist, welches, wie Schaufufs
glauben zu machen sucht, an einem Versehen seinerseits Schuld
war; ein Versehen, welches blofs in der Fantasie des Verfassers
des Insekten- „Börsenberichtes“ existirt und welches er braucht, um
seiner böswilligen Entstellung und seiner am Schlusse angebrachten
Verdächtigung ärgster Art, einen Schein von Wahrscheinlichkeit
zu geben.
12. p. 264. Cryptophagus gibberosus Luc. wurde von Bedel
auf Grund der Untersuchung der Type mit Symbiotes pygmaeus
Hampe zusammen gezogen; durch wen die Nitidula rubiginosa Heer
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 307
als zu Symb. latus Redt. gehörend, nachgewiesen wurde, ist mir
zur Zeit nicht mehr erinnerlich, da ich mir leider diesbezüglich
keine weitere Notiz gemacht.
13. Alezia ignorans Reitt. wird p. 265 als Synonym zu pilosa
Panz. gezogen, indem Dr. Seidlitz in einer Note bemerkt, dafs
meine Kärntbner-Tyroler ptlosa eine andere Art ist. Diese letztere
Annahme ist insofern richtig, als meine pilosa von der ignorans
nicht nur specifisch verschieden, sondern in eine ganz andere
Gruppe gehört.
Meine A. ignorans stellt der Verfasser unter die Arten mit
kurzer, mehr oder weniger niederliegender Behaarung. Allein die
Behaarung dieser Art ist ziemlich lang und abstehend! Die Trit.
pilosa Panz. ist ein unausgefärbtes Thier und nach Panzer’s Zeich-
nung von ziemlich bedeutender Gröfse (2 mill.), punktirt und „Aholo-
sericera“, also wohl kurz und dicht behaart. Die Zeichnung zeigt
keine abstehende Behaarung, sondern ist ganz uniform dargestellt.
Redtenbacher, der in der Stettiner Zeitung 1845, p. 317 die damals
bekannten Artenunterschied, sagt von der pelosa Panz.: „supra
parcius breviusque pilosa, elytris fortiter punctatis“. Die Grölse
giebt er mit 2lin. an. Diese Angaben passen alle recht gut auf
meine pilosa, nicht aber so gut auf ignorans; denn letztere ist
kleiner und sehr dicht und lang aufstehend behaart, was eben auf
pilosa nicht zutreffen soll.
Ich besitze leider nicht hinreichendes Material aus Deutschland
und gar keines aus Braunschweig, woher die pilosa beschrieben ist;
es ist mir wohl bekannt, dals die ignorans in ganz Deutschland
vorkommt und bis nach Croatien reicht; hingegen mir von der
pilosa Reitt. nur Ex. aus Kärnthen, Tyrol, der Schweiz und aus
Vallombrosa vorliegen... Sollte meine pilosa in der That nicht in
Deutschland, beziehungsweise in Braunschweig vorkommen, so
müfste allerdings die ignorans mit der pilosa Panz. verbunden
werden, was zu erforschen wäre. Ich würde für diesen Fall vor-
schlagen meine Alezia pilosa zu nennen A. Seidlitzi.
14. An demselben Orte wird die Aleria Reitteri Ormay aus
den transsylvanischen Alpen mit pilifera Müll. aus Norddeutschland
vereinigt. Diese Zusammenziehung ist unstatthaft, denn die erstere
ist schon doppelt gröfser als die immer sehr kleine deutsche Art,
dunkel gefärbt, und der Halsschild ist nur wenig feiner punktirt
als die Flügeldecken; bei pilifera ist die Struktur des Halsschildes
erst unter dem Mikroskope wahrzunehmen. Von pilosissima Friv.
unterscheidet sich die AReitteri Orm. durch schwarze Färbung,
20*
308 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
stärkere Punktur der Flügeldecken und etwas feiner und weit-
läufiger punktirten Halsschild. Die Punktur des Halsschildes bei
pilosissima ist so dicht und stark wie auf den Flügeldecken, aber
weniger tief.
Da sich die Alexien hauptsächlich nur durch ihre Gröfse,
Struktur und Behaarung unterscheiden, so genügt es nicht mit ge-
ringem Materiale aus beschränkten Provenienzen ein Urtheil über
deren Artrechte zu fällen.
15. p. 266. Ephistemus nigriclavis Steph. ist eine jener
Stephens’schen Arten, sowie auch Atomoria testacea Steph., rufi-
cornis Steph. ete., die nach den Typen sicher gestellt wurden, wie
ich bereits bei Enicmus cordaticollis erwähnt habe.
16. Die Identität meiner Atomaria contaminala mit der
Erichson’schen Art gleichen Namens, steht aulser Frage. Es ist
dies eine grolse, in mehrfacher Beziehung ausgezeichnete Art, die
ich aus dem Harz, der Umgebung von Dresden, aus Norditalien
und von den Vorbergen unseres Schneeberges besitze. Das Dresdener
Ex. hat den Hinterrand des Halsschildes in der Mitte nicht stärker
aufgebogen.
17. p. 269. Ueber die Atomaria atricapilla Steph. gilt auch
das früher Gesagte. Die von Dr. Seidlitz angeführten Gründe
gegen deren Vereinigung mit nigriceps Er. halten nicht Stich; Steph.
hat einfach die dunklere Färbung der Unterseite bei dieser Art,
die ihm wohl nur geklebt vorlag, übersehen. Zu dem giebt es
auch häufig Exemplare, bei denen der Kopf nicht geschwärzt ist
und es giebt selbst Stücke, bei denen auch die Unterseite kaum
mehr dunkler gefärbt ist, als die Oberseite.
18. Ich besitze Stücke der Atom. basalis Er., welche auf die
Beschreibung der A. nitidula Heer ganz gut passen.
19. Bei Atom. mesomelas Hbst., p. 269, bemerkt der Verfasser
dafs der Halsschild etwas dichter punktirt sei als die Flügeldecken
und sagt dazu in einer Note (1), dafs ich für diese Art das Gegen-
theil angebe, was er nicht bestätigen kann. Von dieser Art sage
ich aber in der Bestim.-Tabelle der Zrotyl. und Cryptoph. p. 42
und 43. Die Flügeldecken nicht dichter punktirt als der Hals-
schild. Wo hier ein Widerspruch vorhanden sein soll, habe ich
nicht zu entdecken vermocht.
20. Die Auseinanderhaltung der Arten bei Caenoscelis, Faun.
Transsylv. p. 272, ist zum gröfsten Theile richtig. Das Synonym:
C. ferruginea Redtb. bei Brisoutii Seidl. mufs aber ferruginea Bris.
heilsen,, weil Brisout der erste war, welcher diese 2 Arten ausein-
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 309
andergehalten und Anlafs zu dieser Synonymie gegeben hatte.
Redtb. beschreibt die Fühler einfach mit 2 gröfseren Endgliedern,
sowie Sahlberg und Gyllenhal; seine Art gehört demnach zur
richtigen ferruginea und nicht zu Brisoutw.
Auf die Beschreibung der Caenoscelis Brisoutii Seidl., bei der
über die Punktirung der Oberseite bei Seidlitz nichts gesagt wird,
liefsen sich noch zwangslos einige andere, nahe verwandte Arten
deuten, welche von ihr sicher specifisch verschieden sind.
Die C. cryptophaga Reitt. (Bestimm.-Tabelle der eur. Erotyl.
und Cryptoph. p. 36) ist irrthümlich statt hinter ferruginea Reitt.
(= Brisoutü Seidl.) nach subdeplanata Bris. (= ferruginea Sahlb.,
Er., Seidl.) gestellt worden. Sie hat. eine ähnliche Fühlerbildung
wie die erstere, nur sind die 3 Endglieder deutlicher abgesetzt.
Ferner hat eine eingehende Prüfung der sibirischen ©. eryptophaga
(l.c. p. 36) ergeben, dafs selbe von der amerikanischen Art, welche
unter diesem Namen zuerst beschrieben wurde, abzutrennen ist.
Die mit C. Brisoutii Seidl. äufserst nahestehenden Arten sind
folgende:
I. Halsschild schwach transversal; Flügeldecken lang oval.
Halsschild hoch, nur um #4 oder um + breiter als lang.
Oberseite sehr dicht und fein, der Halsschild etwas dichter
und stärker punktirt; die Punktur bei schwacher Ver-
grölserung wenig bemerkbar. Flügeldecken lang, oval,
in oder hinter der Mitte am breitesten . . Brisouti Seidl.
Der vorigen Art sehr ähnlich, oben nicht fein, gelb an-
liegend, sondern rauher, greis behaart; die Behaarung, ab-
gesehen von den gewöhnlichen abstebenden, fast reihen-
weise gestellten längeren Haaren, länger und etwas ge-
hoben. Halsschild um #% breiter als lang, ein wenig
schmäler als die Flügeldecken. Oberseite sehr dicht,
etwas stärker als die vorige Art punktirt, die Punktur
des Halsschildes etwas dichter und merklich stärker,
unter der Loupe durchaus sichtbar. Flügeldecken lang
oval. Chabarowka, in Östsibirien . . . . sibirica n. sp.
U. Halsschild stark transversal; Flügeldecken lang eiförmig.
Halsschild um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten
sehr wenig gerundet, nach vorne merklich stärker ver-
engt als zur Basis. Oberseite sehr dicht und mäßig fein
punktirt, die Punktur bei schwacher Vergröfserung sehr
deutlich sichtbar, die des Halsschildes nur weniges dichter
und stärker. Flügeldecken lang eiförmig, vor der
310 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Mitte am breitesten, zur Spitze verengt, an der letzteren
nur mit der Spur eines Suturalstreifens. Ein wenig
grölser, breiter und flacher als Brisouti, etwas gesättigter
rostgelb gefärbt, Behaarung ähnlich. Ost-Ungarn, im
Biharer Comitate. Von meinem Freunde Dr. Ant. Fleischer
in Brünn in 6 Ex. eingesendet . . . . Fleischeri n. sp.
Die nordamerikanische Caen. cryptophaga Reitt. ist in Form
und Grölse der vorigen Art sehr ähnlich, aber dunkler rostgelb,
die Punktur ist doppelt stärker, auf den Flügeldecken (an der
Basis) nicht feiner aber beträchtlich spärlicher als auf dem Hals-
schilde. Die gelbliche Behaarung ist fein, aber nicht wie dort
ganz anliegend; aulserdem mit den gewöhnlichen abstehenden Haar-
reihen. Suturalstreifen gegen die Spitze deutlich.
Im Baue der Fühler und in der Form des Seitenrandfältchens
sowie der Basalimpression stimmen die vorstehenden Arten nahezu
mit Brisouti überein.
21. Henoticus pilifer Reitt. aus Sibirien, den Dr. Seidlitz
p- 272 mit zu serratus zieht, hat, wie ja aus meiner Beschreibung
der Form, Färbung, Wölbung, Punktur und Behaarung hervorgeht,
mit diesem gar keine Aehnlichkeit. Ich habe auch jetzt meiner
Beschreibung nichts zu zufügen, als das die Fühlerkeule um vieles
stärker abgesetzt ist, als bei serratus.
22. Henoticus Reitteri Seidl. existirt nicht; er ist mit serratus
vollkommen identisch. Seidlitz hat auf meine Angabe „die zwei
vorletzten Fühlerglieder nicht oder schwach quer“ ein zu grofses
Gewicht gelegt, während ich dadurch nur den Gegensatz zu pihfer
schärfer markiren wollte. Schon die Angabe „nicht oder schwach
quer“ besagt, dafs in dieser Beziehung eine Verschiedenheit bei
serratus beobachtet wurde, welche schon bei den einzelnen Ge-
schlechtern bemerkbar zum Ausdrucke gelangt.
23. Cryptophagus Skalitzkyi Reitt. steht hinter setulosus (p. 277)
falsch; er gehört in die Nähe des pilosus. Die Vorderwinkel des
Halsschildes sind bei manchen Exemplaren nach hinten nur undeut-
lich gezähnt, doch ist das Zähnchen noch immer zu erkennen.
Diese Art wurde im Frühjahre 1888 von Frl. Antonie Kubischtek
im Araxesthal zahlreich gesammelt.
24. Gegen die Zusammenziehung von Loberogosmus mit
Pharazonotha muls ich protestiren. Die Unterschiede in der Stirn-
und Fühlerbildung wurden von Seidlitz (p. 278) unberücksichtigt.
Es sind an allen Körpertheilen beträchtliche Differenzen vorhanden.
zu den Clavicornen ın der Fauna Baltica etc. 31l
Pharaxonotha ist eine exotische artenreiche Gattung, deren Ver-
treter sich durchaus in dem von mir gezeichneten Rahmen fügen.
25. Ebenso protestire ich gegen die Einziehung der Gattung
Cryptophilus Reitt. zu Paramecosoma. Ich gestehe, dals mich diese
kühne Synonymie mehr als überrascht hat; sie mufste mich nämlich
verblüffen.
Beide Gattungen haben mit einander nur gemeinsam, dafs sie
zu den Cryptophagiden gehören und das auch nur, wenn man
gelten lälst, was Dr. Seidlitz nicht zugiebt, dafs Telmatophilus zu
den Cryptophagen gehört, denn nach der Bildung der Tarsen,
welche von Paramecosoma im hohen Grade abweicht, müfste man
Cryptophilus in die Nähe von Tomarus Lec. stellen. Nach der
Fauna baltica und Transsylvanica würde, wenn man auf die Tarsen
gebührend Rücksicht nimmt, diese Gattung ebenfalls unter die
Talmatophiliden gehören, was schon allein beweiset, wie sehr
Dr. Seidlitz geirrt hat, dieselbe mit Paramecosoma in eine Verbin-
dung zu bringen. Cryptophilus hat den Habitus von einem ge-
drungenen Cryptophagus; darum ist auch der integer von 4 ver-
schiedenen Autoren als solcher beschrieben worden. Paramecosoma
hat den Habitus einer schlanken Atomaria und mit Cryptophilus
nicht die geringste Aehnlichkeit. Die Unterschiede zwischen beiden
sind so grols, als sie innerhalb der Familie der Cryptophagen nur
sein können und dafs Cryptophilus eine ganz verschiedene Gattung
bildet, beweiset schon der Umstand, dafs sie bis heute 5 Arten-
vertreter besitzt, welche in allen generellen Stücken sich voll-
kommen an unsere bekannte Art anlehnen und sogar in sehr in-
struktiver Weise eine durchaus gleichartige Artengruppe besonderer
Crypthophagidenformen darstellen, ganz so, wie es der Gattungs-
begriff erheischt. Wäre nur eine der gröfseren, dicht zottig be-
haarten, japanesischen Arten Hrn. Dr. Seidlitz bekannt gewesen,
so hätte derselbe nie daran gedacht, diesen grofsen synonymischen
Fehlgriff auszuführen. Ebenso hat aber auch Paramecosoma drei
Arten aufzuweisen, wovon eine aus Chili, die in der Körperform
und ihren wesentlichen Charakteren mit unserer bekannten ganz
übereinstimmt. Auch diese Gattung hat ihre homogenen, unter sich
verwandten und sich täuschend ähnlichen Formen aufzuweisen und
ihre nächst verwandten Gattungen sind eine grölsere Anzahl exo-
tischer Genera, wovon keine mit Cryptophilus in näherer Beziehung
steht. Auch hier zeigt es sich, dafs die Beurtheilung verwandt-
schaftlicher Beziehungen nach individuen- und artenarmen Materiale
oftmals unhaltbare Resulte ergiebt. Nur durch das ungenügende
312 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Material, das Hrn. Dr. Seidlitz bei seiner Bearbeitung der Olavi-
cornier vorlag, läfst es erklären, dals dieser sonst scharf-
sichtige Autor gerade in dieser Gruppe nicht immer das Richtige
getroffen und häufig die Neigung verrathen hat, generisch ver-
schiedene Thiere gemeinsam einzuzwingern.
26. Bei Spaniophaenus lapidarius (p. 278) wird bemerkt, dafs
der Sp. caucasicus Reitt. ein Cryptophagus zu sein scheint, da er
verdickte Vorderwinkel des Halsschildes besitzt.
Hierzu erlaube ich mir zu bemerken, dals ich als Gründer
dieser Gattung, diese von Cryptophagus unterscheiden zu können
mir anmalse und es sogar wage, zu behaupten, dafs ich bei der
Beschreibung des fraglichen Spaniophaenus nirgends von verdickten,
sondern nur von leistenartig vortretenden Vorderwinkeln gesprochen
habe. Annähernd ähnliche Vorderwinkel besitzt Emphylus, ohne
dafs er darum zu Cryptophagus gezählt werden muls und selbst
alle andern bekannten Spaniophaenus- Arten haben solche, wiewohl
im hohen Grade verkürzte, immerhin aber leistenartig sich ab-
hebende Vorderwinkel. Bei caucasicus treten sie eben stärker vor
und sind auch etwas länger, was durch eine Sinuosität des glatten
Seitenrandes, welche vor der Mitte gelegen ist, bedingt wird.
27. Der Name Dacne Latr. ist nicht von mir für Engis Payk.
eingeführt worden, sondern erscheint bereits im Stein-Weise’schen
Cataloge, 1. Aufl. vom Jahre 1877 dafür angewendet.
28. Wie aus meiner Bestimmungstabelle der europ. Cryptoph.
1887, p. 19 hervorgeht, habe ich erkannt, dals die österreichisch-
ungarische Haplolophus- Art (neglectus Friv.) specifisch verschieden
sei von der südrussischen (rodustus Mor.). Leider besals ich zur
Zeit meiner Bearbeitung der Cryptophagen von jeder Art nur einzelne
Ex., welche später auch Dr. Seidlitz zu seiner Bearbeitung dieser
Gattung vorgelegen haben.
Nachdem mir seit dieser Zeit aus verschiedenen Theilen Süd-
rulslands, namentlich aber aus dem Araxesthale zahlreiches Material
eingelaufen, kann ich angeben, dafs die Form der Hinterwinkel des
Halsschildes nicht als ein specifisches Merkmal angesehen werden
kann, sondern vielmehr theils ein sexueller, theils als ein sehr
variables Merkmal überhaupt bezeichnet werden müsse.
Es unterliegt gar keinem Zweifel, dafs alle meine südrussisch-
kaukasischen Haplolophus-Exemplare einer und derselben Art an-
gehören, da sie, trotz etwas variabler Gröfse, in Form, Färbung,
Punktur, Behaarung ete. vollkommen übereinstimmen. Es zeigen sich
Differenzen in der Form der Hinterecken des Halsschildes, welche
zu den Clavicornen ın der Fauna Baltica etc. 313
bald stumpf (zumeist), bald rechtwinkelig sich darstellen. Alle
rulsischen Exemplare, die ich besitze, stimmen mit der Art überein,
welche ich als rodbustus Mor. beschrieb und sind auch ganz iden-
tisch mit der Art, welche Morawitz unter diesem Namen beschreibt.
Die Differenz in der Form der Hinterwinkel des Halsschildes in
meiner und seiner Beschreibung, ist, wie ich bereits oben berichtet
habe, nur eine scheinbare und sicher kein speeifischer Charakter.
Wegen dieser letzten Differenz hat aber Dr. Seidlitz den neglectus
Friv., der in Rufsland noch nieht nachgewiesen wurde, zum robustus
Mor. als Synonym gezogen, indem er meinen und wie ich nun auf
das Bestimmteste anzugeben vermag; auch mit Morawitz überein-
stimmnden robustus, neu Hapl. Fausti Seidl. bezeichnet.
Habituell und in der Färbung sind alle Arten einander unge-
mein ähnlich. Artliche Charaktere glaube ich in der Art der
Punktirung und Behaarung wahrgenommen zu haben.
Nachdem die Form der Hinterwinkel des Halsschildes sich
bei einer Art als veränderlich erwies, erscheint es nützlich, die
Unterscheidungsmerkmale zu präcisiren. Eine Uebersicht der Arten
und deren Synonymie wäre etwa folgende:
A. Kopf und Halsschild äufserst fein, die Flügeldecken stark
punktirt. Oberseite kurz weilsgrau behaart. Long.
3.6—3.8 mill. Oesterreich on Ungarn. Hapl.
robustus Seidl. (nee Mor.) . . . 0. neglectus Friv.
B. Kopf und Halsschild stark und ana nur wenig schwächer
als die Flügeldecken punktirt.
a. Oberseite kurz weilsgrau behaart, die Behaarung die
Grundfarbe des Körpers wenig verdeckend. Long.
4—5.5 mill. Südrufsland, Kaukasus. H. Faustit Seidl.
robustus Mor., Reitt.
b. Oberseite lang weils, etwas rauch, aber anliegend be-
haart, die Behaarung auf den Flügeldecken die Grund-
farbe nahezu ganz verdeckend. Die Punktar am Hals-
schilde ist etwas feiner als bei der vorigen Art und
hält die Mitte zwischen dieser und neglectus; die Punktur
der Flügeldecken dagegen noch viel dichter, einfach.
Long. 5 mill. Taschkend . . . ..... albellus n. sp.
29.. Die Gattung Rhopalodontus Mel. ist in der Fauna Baltica
und Transsylvanica ganz ausgefallen, obgleich Ah. perforatus Gyll.,
in meinen coleopterologischen Ergebnissen einer Reise nach Süd-
Ungarn und in die transsylvanischen Alpen (Brünn, Verh. Nat.
Ver. 1877, p.25) als siebenbürger Art ausgewiesen erscheint. Nur
314 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
der bekannte kleine’ARh. fronticornis Panz. findet sich am Schlusse
unter Cis. Rhopal. Baudieri Abeille ist im Banat, im ungarisch-
siebenbürgischen Grenzgebirge im Jahre 1877 aufgefunden worden-
Ebenso vermisse ich den im ganzen Carpathenzuge sehr gemeinen
Octotemnus glabriculus Gyll. und den bei Kerz, in den Transs.
Alpen häufigen O0. mandibularis Gyll.
30. Zu Diplocoelus humerosus Reitt. (p. 286) bemerkt Dr.
Seidlitz, dafs diese ihm unbekannte Art wegen den vortretenden
Schultern nicht recht in die Gattung zu passen scheine. Diese
Art ist aber der bekannten europäischen aufserordentlich ähnlich
und hauptsächlich durch elliptische, in der Schultergegend breitere
Körperform verschieden.
31. Der Telm. brevicollis Aub. (p. 287) wird als dunkelbraun
bis gelbbraun beschrieben. Als Synonym wird T. rufus Reitt. an-
geführt. Der letztere ist jedoch nicht gelbbraun, womit offenbar
unausgefärbte Stücke gemeint werden, sondern gelbroth und voll-
kommen ausgefärbt. Ich besitze zahlreiche Exemplare aus Frank-
reich und Lenkoran.
32. Die Hylaia dalmatina Kaufm. mit ihrer Var. ferruginea
Reitt. zieht der Verfasser (p. 290) sang- und klanglos zur rubri-
collis Germ., obgleich deren Artberechtigung aufser jedem Zweifel
fest steht. Ich verweise auf die Beschreibung derselben in der
Wien. Ent. Zeitschr. 1883, p. 10, wo die gewils nicht unbeträchtlichen
Charaktere ganz correkt angegeben sind. Gerade sowie die Lyco-
perdina crassicornis Reitt. durch anderen Fühlerbau von der sehr
ähnlichen swceineta L. abweicht, so findet hier ein gleiches Ver-
hältnifs statt; auch die beiden Hylaia-Arten sind vorzüglich durch
ganz anderen Fühlerbau, sogar leicht, zu unterscheiden.
33. Den Orthoperus anzius Muls. habe ich selbst im Gebirge
bei Oberkerz in den transsylvanischen Alpen gesammelt, welches
Vorkommen Dr. Seidlitz bezweifelt. Der Orth. punctulatus Reitt.
wird zu punctatus Wankow. gezogen. Typische Exemplare des
letzteren zeigen eine andere, nämlich eine regelmäfsig ovale Körper-
form.
34. Orthop. picatus Mrsh. und punctum Mrsh. habe ich nicht
gedeutet, sondern, wie bei vielen Stephens’schens Arten, die Nach-
prüfungen anderer Autoren einfach acceptirt.
35. Cyrtoplastus Reitt. zieht der Verfasser p. 314 als Sub-
genus zu Agathidium, obgleich die erstere Gattung einen ganz
anders gebildeten, mit Amphicylhs und Antsotoma übereinstimmenden
Kopfbau besitzt, mit grofsen, nicht länglichen, sondern runden
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 315
Augen, sehr verkürzten Schläfen, eine hornige, normale Oberlippe,
ein nicht gekieltes Mesosternum etc. besitzt. Diese Gattung hat
mit Agathidium nichts zu schaffen; mit dieser hat sie einzig die drei-
gliederige Fühlerkeule gemeinsam; ihre nächsten Verwandten sind
Amphicyllis und Anisotoma. Einen Fingerzeig für die natürliche
Verwandtschaft giebt uns auch deren Skulptur; die feinen Punkt-
reihen, welche bei den mit Amphicyllis verwandten Genera, die
einen mit Liodes gleichartig gebildeten Kopf etc. besitzen und die
Uebergangsformen von Liodes zu Agathidium darstellen, vorhanden
sind, während sie den mit Agathidium verwandten Gattungen fehlen.
Wie unrichtig die von Dr. Seidlitz vorgenommene Placirung ist,
beweiset schon seine Definition von Agathidium, wo derselbe wegen
Cyrtoplastus, aulser der Fühlerkeule keinen positiven Charakter
anzugeben vermag, indem die wenigen Charaktere durchaus Vor-
behalte zum Ausdrucke bringen. Unter ähnlichen Ausnahms-
angaben könnte man leicht jede beliebige Gattung einer anderen
zutheilen: unsere systematischen Errungenschaften müfsten jedoch
dadurch bald jeden Werth verlieren.
36. Ueber die Anwendung der Gattungsnamen Liodes und
Anisotoma wurde in den letzten 2 Jahren vieles geschrieben.
Hr. Dr. Seidlitz hat in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, p. 84—86
und 1888, p. 170 meine Gründe für die Auffassung dieser Gattungen,
wie sie im Catal. Col. Eur. et Caucasi ed. II erscheinen, zu wider-
legen und abzuschwächen gesucht. Trotz der hochnothpeinlichen
Tortur, der ich dabei unterzogen wurde, bleibe ich bei meiner
Ansicht stehen.
Seidlitz erkennt keinen Gattungstypus an, sondern nur die
Charakteristik der Gattung. Bei Liodes wird aber von Latreille
ganz besonders betont, dals die Schienen aulsen mit Dornen besetzt
sind. Dieser Charakter ist der wesentlichste, welcher angeführt
wird. In seinem zweiten Werke, worin über diese Gattung
geschrieben wurde, führt Latreille als „exemple*, meiner An-
sicht nach als ÖOrientirungsobject, an dem man seine Gattungs-
charaktere nachprüfen kann und das er dabei vorzüglich, oder
doch mit im Auge hatte, die ZL. ferruginea Ill. an; sie bildet im
heutigen gangbaren Sinne den Gattungstypus, weil sie zuerst und
allein aufgeführt wurde. Mag auch diese letztere übliche Auffassung
Hrn. Dr. Seidlitz als Schwindel erscheinen: mir bleibt sie ein
gerechtfertigter Vorgang, auch dann, wenn 2 Gattungstypen genannt
worden, was ab und zu noch in neuerer Zeit der Fall war. Dafs
ich in Bezug des angeführten Latreille’schen Beispieles nicht die
316 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen
Unwahrheit gesagt habe, wie Hr. Dr. Seidlitz, l.c. p. 170 aus-
drücklich betont, geht bereits aus seiner Notiz 1. ec. 1887, p. 85
hervor, wo er das exemple bei Latreille’s Gattung: L. ferruginea
Ill., wie ich angeführt habe, zugesteht. Es ist jedoch nicht in den
Precis des char., sondern in den Hist. nat. gen. d. Crust. et Ins.
Tom. III (1802) angeführt. Das verfehlte, aus dem Gedächtnisse
angegebene Citat ändert an der von mir gebrachten Darstellung
gar nichts und die moralischen Keulenschläge, die ich aus diesem
Anlals erhalten, obgleich sie einen anderen Hintergrund aufweisen
und überflüssig waren, will ich behalten und unerwidert lassen.
Aus vorstehendem folgt, dafs es sicher ist, die L. ferruginea
Ill. als Gattungstypus zu betrachten. Aber wir müssen dies noch
aus einem anderen Grunde thun. Nachdem die Schienen bei
Leiodes am Aufsenrande bedornt sein müssen, so dürfen wir in
der That nur jene Gattung in Betracht ziehen, der diese Eigen-
schaft voll zukommt und das ist bei der Schmidt -Erichson’schen
Gattung Anisotoma, wohin die ferruginea Ill. von diesen Autoren
gestellt wurde. Die Schienen bei Liodes im Schmidt- Erichson
Sinne sind bei den einfarbigen Arten nicht, bei den Arten mit
einer Humeralmakel nur sehr spärlich und undeutlich bedornt.
Folglich ist die Anwendung der beiden Namen, in dem von mir
verfochtenen Sinne auch aus diesem Grunde richtig, weil sonst auch
die Latreille’sche Gattungsdiagnose auf den Kopf gestellt würde.
Es ist also genügender Grund vorhanden, die von Schmidt an-
genommene Verwendung der Namen Liodes und Anisotoma zu ver-
tauschen.
Wenn wir in Kürze resumiren, so ergiebt sich folgendes:
Latreille beschrieb die Gattung Liodes 1796; im Jahre 1802 wieder-
holt er dieselbe, indem er gleichzeitig ein dazu gehörendes Beispiel,
die L. ferruginea Ill. aufführt. Erst später wurden aulser echten
Liodes auch Anisotoma im späteren Sinne in der Gattung von ihm
aufgeführt. Durch Schmidt und Erichson wurden aber der La-
treille'schen Gattung Arten zugewiesen, von denen man nicht
sagen kann: „Jambes expineuses“ und worin auch das Beispiel
Latreille's natürlich keinen Platz finden konnte. Schmidt und
Erichson haben mithin die präeise Gattung verwechselt und sie ist,
wie in meiner Arbeit über die Necrophaga, im Latreille’schen Sinne
zu gebrauchen.
37. Die Silphiden- und Catopiden-Untergattungen bei Dr. Seid-
litz halte ich für wohlberechtigte Gattungen, aus Gründen, die ich
bereits mehrfach ausgesprochen habe. Wer die matte Charakte-
zu den Clavicornen in der Fauna Baltica etc. 317
ristik der Gattung Choleva, mit der sehr scharfen Begrenzung der
angeblichen Untergattungen von Catops vergleicht, wird sofort finden,
dals die letzten weit natürlichere Gattungen sein müssen, als sie
uns von Dr. Seidlitz dargestellt werden.
38. Die Gattung Ablattaria ist mit Phosphuga verwandt, aber
nicht mit ihr identisch; die Unterschiede sind nach allen Richtungen
so bedeutend, dafs wir in diesen keine specifischen sehen können,
zumal diese bedeutenden Unterschiede bei den vorhandenen 4—5
Ablattaria-Arten sich als constant erwiesen haben.
39. Dafs der Name Pseudopelta Volt. für Tanatophilus Leach.
und Asbolus Voet für Necrodes Wilk. einzutreten hat, habe ich
bereits nicht nur in meiner Bearbeitung der Necrophaga, sondern
auch in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1838, p. 103—104 nach-
gewiesen. Ebenso findet sich ein gleicher Nachweis von Herrn
Bergroth in der Berl. Ent. Zeitschr. 1884, p. 229.
40. Die Einführuug des Namens elongata Payk., Gyll. für
Choleva lucidicollis ist ganz ungerechtfertigt. Die Paykull’sche
Art ist nach den älteren Autoren identisch mit der gangbaren
angustata derselben Autoren und in der Beschreibung ist nichts
enthalten, was besonders auf lucidicolis hinweisen würde. Wahr-
scheinlich glaubt Dr. Seidlitz in der Angabe: „Thoraz subtilissime
punctulatus 1) einen solchen Anhalt zu finden; allein nicht die
äufserst feine Punktur des Halsschildes ist es, welche Zucidicollis
von den Verwandten unterscheidet, sondern die weitläufige! Und
von letzterer ist weder bei Paykull noch bei Gyllenhal die Rede.
Dem letzterem Autor war übrigens die elongata Payk. unbekannt
und er hat blofs in seiner Fauna Succ. die Paykull’sche Beschrei-
bung copirt. Nachdem Ch. lucidicolhs unter den verwandten
Choleven die einzige ist, welche eine viel spärlichere Punktur des
Halsschildes als der Flügeldecken besitzt und dieser Charakter
hauptsächlich sie von ihnen abtrennt, so hätte ihn, weil er auf-
fällig ist, auch Paykull nicht übersehen und ihn in der Beschrei-
bung gewürdigt. Paykull hat aber die Art als elongata beschrieben,
welche von den meisten Autoren als angustata Fabr. angesehen
wird. Nur bei Sturm’s angustata geht ziemlich deutlich hervor,
1) Bei lucidicollis ist die Punktur entschieden weniger subtil
als bei den angustata-ähnlichen Formen, weil sie deutlich tiefer ist.
Es ist also nicht gerechtfertigt, diese Art als diejenige anzunehmen,
deren Halsschild am feinsten punktirt: ist.
318 E. Reitter: Bemerkungen und Berichtigungen etc.
dals er die Zueidicollis vor sich hatte. Dafs diese Art Herrn
Dr. Kraatz bei seiner Beschreibung, welche allerdings ebenfalls
darauf hindeuten würde, nicht vorgelegen hat, habe ich bereits in
der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, p. 277 nachgewiesen. Wie aus
dieser Schilderung zu ersehen, ist die Synonymie der Ch. angustata
und lucidicolks durch die Seidlitz’sche Einführung der elongata
nicht geklärt werden.
41. Trimium Schmidtii Mark., der mir in neuerer Zeit bekannt
wurde, ist, wie man ganz richtig angenommen hat, ein Aphiliops
Reittr. (Philus Sley.). Die Gründe, welche Dr. Seidlitz p. 355 der
Fauna Transs. anführt, weshalb sie eher zu Trimium gehören
sollte, halten nicht Stich, weil sie bei keiner der beiden Gattungen
Gattungscharaktere berühren. Die Fühler sind bei beiden in ziem-
lich gleicher Weise gebildet.
42. Die Epuraea excisicollis Reitt., p. 227 ist sicher nicht
diese Art, sondern ist identisch mit palustris Ill., Sahlb. i. lit. Wie
mir Hr. E. Bergroth mittheilt, ist bis jetzt das Vorkommen der
E. ezcisicolis in Finnland nicht constatirt worden. Uebrigens
palst die Seidlitz’sche Anführung nur auf palustris.
Nana bar urD:
Die Notiz No. 29 wird nach Erscheinen des 4. Heftes des
Fauna Baltica und Transsylvanica zum Theile hinfällig, weil die
lang bekannten Cioiden-Gattungen: Rhopalodontus und Octo-
temnus unter den Anobiiden behandelt erscheinen.
Die Cioiden waren bisher eine ganz natürliche, homogene
Familie, weshalb die Abtrennung einiger Gattungen hiervon zu einer
anderen Familie wohl kaum als ein erwiesener Fortschritt begrüst
werden dürfte.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft 11.]
Lucanus gracilis, eine neue Art von Sikkim.
Von
Senator G. Albers zu Hannover.
Das nachstehend beschriebene ZLucanus- Weibchen ist durch
besondere, leicht zu erkennende Merkmale sehr ausgezeichnet.
Lucanus gracilis: Fuscus, corpore undique, praesertim in
elytris aenescens, capite supra subtilius-rugosa, prothorace sub-
tilissime punctato-scabroso, elytris sub lente subtilissime strigoso-
rugosis, pedibus elonyalis, gracilibus, tibiis anticis rectis, supra
dentem bifurcatum serrato-dentatis, dentibus quinque intermiztis
majoribus, tibüis intermediis extus trispinosis, posticis unispinosis. —
Long. 25 mill.
Ein einzelnes Stück von Sikkim, in meiner Sammlung.
Zeichnet sich schon das Weibchen des L. Mearesit Hope durch
Kleinheit des Kopfes und des Vorderrückens, sowie durch schlanke
und zierliche Bewegungsorgane aus, so wird dasselbe darin durch
die vorliegende Art noch weit übertroffen, wie dieses denn auch
im Uebrigen viel zierlicher gebaut ist, so das es einen ganz fremd-
artigen, von der typischen Form völlig abweichenden Eindruck
macht.
Der kleine Kopf zeichnet sich durch seine schwache Sculptur
aus, die so zart ist, dals sie mit blofsem Auge nicht erkannt werden
kann und den Kopf nur matt erscheinen läfst. Dabei tritt die
Anlage der männlichen Kopfkiele deutlich hervor. Dieselbe besteht
nämlich aus einem über der Mitte der abgerundeten Vorderwinkel
des Kopfes entspringenden Höcker, der sich als Kiel über dem
Innenrande des Auges fortsetzend und diesen folgend in einer
geschwungenen Linie nach hinten wendet und etwas hinter der
Mitte des Auges sich winklig nach innen biegt, drei Grübchen, von
denen zwei neben einander noch auf der Stirn an derselben Stelle,
wo bei Mearesü-Q der dieses besonders charakterisirende unregel-
mälsig punktfreie, glatte Fleck sich befindet, stehen, und das dritte,
etwas schwächere und weniger runde sich auf der Grenze zwischen
Stirn und Scheitel befindet, dürften neben den geraden Vorder-
schienen für die neue Art besonders gute Erkennungszeichen sein.
Die schlanken zierlichen Mandibeln sind wie bei Mearesii-? gestaltet,
320 @. Albers: Lucanus gracilis, eine neue Art von Sikkim.
jedoch ist der kleine, jenseits der Mitte auf der unteren Innenkante
der Mandibeln stehende Zahn besser entwickelt. Die Oberlippe ist
von dem Kopfschilde durch einen scharfen, gebogenen Querkiel
getrennt, vorn breit abgerundet mit einer kleinen Spitze in der Mitte
und deutlich winkligen Seitenecken. Der Vorderrücken ist viel
schmäler als die Flügeldecken an den Schultern, etwa in dem-
selben Verhältnisse wie bei Mearesti-Q, absolut aber noch schmäler,
weil die Flügeldecken längst nicht so breit als bei dem letzteren
sind. Bei einem zum Vergleiche benutzten Weibchen des Mearesii
von 30 mill. Länge ist die Breite der Flügeldecken, über die Schulter-
buckel gemessen, 14 mill., hier aber nur 11 mill. Die Hinterwinkel
sind nur schwach ausgeschnitten, so dafs die dadurch gebildeten
Hinterecken, von oben gesehen, spitzwinklig erscheinen, während
sie in Wirklichkeit abgestumpft sind. Von den abgerundeten Vorder-
ecken an convergiren die Seiten des Vorderrückens in einem sehr
flachen Bogen nach vorn, weshalb der Vorderrücken im Vergleich
zu Mearesii, bei welchen die Seiten weit stärker nach aulsen gebogen
sind, unverhältnifsmälsig klein erscheint. Die Sculptur auf dem
Vorderrücken ist so schwach, dafs sie nur mit bewaffnetem Auge
erkannt werden kann. Aber auch so sind deutlich abgesetzte runde
Punkte nirgends wahrnehmbar. Fühler und Beine viel länger und
zierlicher als bei Mearesis-Q. Namentlich sind es die Schenkel, die
sich durch ungewöhnliche Schmalheit und Länge auszeichnen. Die
Vorderschenkel ragen daher mit beinahe der Hälfte ihrer Länge,
die mittleren hintersten um reichlich ein Drittel ihrer Länge seitlich
über den Körper hinaus. Die Vorderschienen sind schmal, gerade,
nicht gebogen, ihre Gabelzähne am Ende nur schwach entwickelt,
ihre Aulsenkante über dem Gabelzahne kerbzähnig mit fünf stärker
hervortretenden Zähnen dazwischen. Die Mittelschienen haben drei
Dornen auf der Aufsenukante, von denen die beiden oberen recht
schwach sind, die hintersten Schienen nur einen Dorn.
Die Farbe des Käfers ist ein dunkles Schwarzbraun mit deut-
lichem Erzglanze auf Kopf, Vorderrücken und der Unterseite. Die
Flügeldecken sind heller, doch wird hier die Grundfarbe durch den
lebhaften, messingfarbenen Erzglanz verdeckt. Spuren eines Haar-
kleides sind auf der Oberseite, abgesehen von dem umgeschlagenen
und ebenso dicht wie lang gefranzten Hinterrande des Vorderrückens,
nicht zu entdecken. Auf der Unterseite ist es dagegen gut ent-
wickelt.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Zur Kenntnifs der Plectes- oder Triba&- Arten.
Von
L. Ganglbauer in Wien.
Plectes Biebersteini Men. var. agnatus.
Elytris aequaliter striatis, interstitiis 4°, 8°, ]2m0 et ]14mo
punctis minoribus longe distantibus, interstitüs 6° et 10W0 punctis
paucioribus interruptis. Niger, prothoracis elytrorumque margine
plerumque coerulescente. Pl. circassico Gangl. var. Justinae Reitt.
simillimus, prothorace antice immarginato, elytris usque ad marginem
lateralem aequaliter striatis, palpis ad apicem fortius dilatatıs, tar-
sorum Z\ anticorum articulo 4° perparum dilatato, subtus parum aut
non spongioso, forcipe breviore et minus altenuato diversus. —
Long. 24—26 mill.
Von Hrn. A. Starck in Circassien: auf dem Fischt, Atschischho,
Abago und auf den Gebirgen um Gagry gesammelt.
Nach Menetries’s Characteristik (Catalogue raisonne, 1832,
pg. 110). „A partier de la suture, on compte six rang£es distinctes
assez regulieres de stries interrompues par des points arrondis
assez profonds, entre chacune de ces stries est une cöte lisse en
dessus, et pointillee sur les bords; pres de la marge sont des
points qui forment une 7m® rangee d’anneaux, mais peu distincte“
und nach Faldermann’s Angabe (Nouv. Me&m. Mosc. Tome IV,
1835, 30). „Elytra elevato-striata, strüs suberenulatis, suleis punc-
tulatis, praeterea striae a punclis grossis impressis alternatim inter-
ruptae“ besitzt der typische Biebersteini eine Flügeldeckenskulptur,
welche der des fossiger Chaud. aulserordentlich nahe kommt.
Faldermann’s Abbildung des Biebersteini (l.c. Tab. II, fig. 8) und
Chaudoir’s Angaben über die Flügeldeckenskulptur eines Bieber-
steini-Pärchens aus Mniszech’s Sammlung (Deutsche Ent. Zeitschr.
1877, p. 70): „Les stries sont peu profonds, les intervalles peu
releves, les 4°, 6°, 8° et 10° sont interrompus, mais les chainons
sont assez allonges et les fossettes peu profondes“ beziehen sich
aber offenbar auf agnatus m.
Bei diesem sind die Flügeldecken gleichmälsig gestreift, d.h.
die ungeraden Streifenintervalle treten nicht rippenartig hervor. Von
den geraden Zwischenräumen sind der 4., 8., 12. und 14. durch
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 21
322 L. Ganglbauer: Plectes- oder Tribaz- Arten.
ziemlich weit von einander getrennte, der 6. und 10. nur durch
wenige, relativ kleine, punktförmige Grübchen unterbrochen. Agnatus
ist dem circassicus Ganglb., speciell dessen schwarzbeiniger Varietät
Justinae Reitt. (Wien. Ent. Zeitung 1888, p. 24) täuschend ähnlich
und stimmt mit demselben auch in der Form und in der kräftigen,
häufig aber sehr weitläufigen Punktirung des Halsschildes nahezu
überein. Doch sind bei agnatus die Flügeldecken gegen den Seiten-
rand nicht verworren skulptirt, sondern ganz regelmälsig gestreift,
der Vorderrand des Halsschildes ist nicht scharf abgesetzt, die
Oberseite ist mehr glänzend, die Endglieder der Taster sind bei
beiden Geschlechtern gegen die Spitze mehr verbreitert und er-
scheinen deshalb kürzer, der Forceps des S' ist kürzer, kräftiger,
weniger gegen die Spitze verschmälert, das 4. Glied der Vorder-
tarsen des g' ist nur sehr wenig erweitert und auf der Unterseite
wie bei Kolenatii nur mit einer rudimentären Sohle bekleidet oder
wie beim typischen Biebersteini ganz unbesohlt.
Nach der bei agnatus constatirten Variabilität in der Besohlung
des 4. Gliedes der männlichen Vordertarsen dürfte Pl. Kolenatii Chd,
wieder als Rasse von Biebersteini aufzufassen sein. Von Kolenatii
unterscheidet sich agnatus durch die Färbung, vorn viel breiteren
und seitlich stärker gerundeten Halsschild, in der Regel sehr kräftige
Punktirung desselben und durch viel kleinere punktförmige Grübchen
in den alternirenden Streifenintervallen der Flügeldecken.
Pl. platypterus m. verbinde ich jetzt mit Pl. Kraatzi Chd., nach-
dem mir mehr Material von letzterem vorliegt.
Durch Hrn. Rene Oberthür erhielt ich das Originalexemplar von
Pl. compressus Chd. zur Ansicht. Pl. compressus ist nach demselben
nicht mit Starcki Heyd., wie ich nach der Chaudoir’schen Be-
schreibung geurtheilt habe, sondern mit rebellis Reitt. identisch.
Der Name Pl. Starcki Heyd. kommt wieder zur Geltung. Neben
demselben wird wohl ohne Verletzung der Nomenclaturgesetze der
Name Starckianus Ganglb. (Deutsche Ent. Zeitschr. 1836, p. 317)
für eine andere Plectes- Art bestehen können.
Wien, November 1888.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Ueber Coptolabrus longipennis Chaud. von Nordchina,
Branickii Taczanowskiı von Korea etc.
Hr. Rene Oberthür war so freundlich, mir das typische Ex.
von Coptolabrus longipennis Chaud. von Nordchina mitzutheilen,
welcher in den Annales de la Soc. Ent. de France 1863, p. 449
beschrieben ist. Dasselbe zeigt zunächst nicht die Länge von 37 mill.
sondern nur die von 34 mill., wie ich bereits früher (Deutsche Ent.
Zeitschr. 1887, p. 148) vermuthet hatte; es gehört zu einer der
Amur-Rasse des smaragdinus (Dohrni mihi a.a.O. p. 1887) nahe
verwandten Art und ist ein besonders lang gestrecktes, ziemlich
‚gleichbreites Stück. Ich besitze kein Ex. des Dohrni, welches mit ihm
in der Skulptur übereinstimmte, halte mich aber für berechtigt zu
vermuthen, dals dieselbe wahrscheinlich nur bei dem typischen
Stücke vorhanden sein und kaum eine specifische sein wird.
Der smaragdinus der alten Zeit, der von Nerschinsk kam, ist
viel kleiner als die chinesischen und die vom Amur; meine chine-
sischen Ex. halten etwa die Mitte zwischen dem sibirischen smarag-
dinus und der Var. Dohrni vom Amur.
Car. longipennis steht in unmittelbarer Verwandtschaft mit
Dohrni, weniger mit Elysii Thoms., mit dem ihn Chaudoir ver-
gleicht. Dieser ist viel untersetzter, hat stärkere Tuberkeln und
einen kürzeren Thorax, dessen Vorderecken sich nicht unmittelbar
an den Kopf anschliefsen.
Ein absolut sicheres Urtheil über longipennis läfst sich nur
fällen, falls weitere Ex. im nördlichen China gefunden werden; das
mir bekannt gewordene typische Stück ist mit Dohrni vielleicht der
Art nach identisch, doch ist sein Thorax breiter!!).
Von Copt. Branicki Tacz. von Korea (Horae Ross. 1888,
p- 187) hat mir Hr. Oberthür ebenfalls ein typisches Stück mitge-
theilt. Die rothe Färbung desselben ist durchaus keine speecifische,
wie Stücke vom Amur und der Insel Askold in meiner und Hrn.
1) Der Thorax ist deutlich breiter als bei den Amur-Stücken
und erscheint an den Seiten etwas mehr verflacht, doch tritt diese
Skulptur deutlicher hervor, weil die Färbung des Thorax mehr
goldig kupfrig ist; auch treten die Hinterecken nicht deutlich
hervor, wie bei Dohrni, daher sagt Chaudoir: „la partie poste-
rieure des cötes n’est guere sinuee“. Dieser Bau des Halsschildes
könnte aber auch auf Rassen-Eigenthümlichkeit gedeutet werden.
217
324 G. Kraatz: über Coptolabrus longipennis Chaud.
Oberthür’s Sammlung beweisen. Hr. Taczanowski vergleicht seine
Skulptur mit der des typischen longipennis, aber nicht mit der des
Dohrni, er sagt indessen, dafs sie schon bei seinen 4 Ex. keineswegs
constant sei. Ich sehe allerdings, dafs die Tuberkeln deutlich
schwächer sind als bei allen Dohrni, die ich vergleichen konnte; und
ebenso ist die Gesammtoberfläche der Fld. stärker gerunzelt. Bei der
grolsen Uebereinstimmung aller übrigen Theile indessen bin ich
kaum zweifelhaft, dafs wir es in Branickü nur mit einer localen
Rasse (von Seoul, Hauptstadt von Korea) von Coptol. Dohrni zu
thun haben. Einige Stücke des smaragdinus von Korea, welche
ich bei Hrn. Bau sah, fielen mir seiner Zeit nicht im mindesten
auf. Ein sehr merkwürdiges röthliches Stück des Dohrni von der
Insel Askold von 283 mill. theilt mir Hr. Oberthür mit; bei dem-
selben sind die Tuberkeln fast ganz verschwunden, aber mit ein-
ander verschmolzen; dadurch entstehen an Stelle der drei stärkeren
Tuberkelreihen drei unregelmälsige Längsrippen, von denen die
vordere Hälfte der dritten fast ganz verloschen ist; die schwächeren
Tuberkelreihen sind nur leicht angedeutet, die äulseren fast ganz
verschwunden.
Ich möchte‘ dieses Ex., welches zur Beurtheilung des Branickii
entschieden von Wichtigkeit ist, als var. costulatus bezeichnen; da
die Skulptur von Dransicki, welche eine locale ist, entschieden
die Mitte hält zwischen der des Dohrni und des costulatus, dessen
Skulptur auf das deutlichste beweist, welchen Abänderungen die
Skulptur des Dohrni fähig ist.
Der smaragdinus vom Amur (Dohrni mihi) hat in der Regel
grüne Flged.; es kommen indessen auch Stücke mit rothgoldenen
Figd. vor, welche bereits im Jahre 1878, p. 252 von mir als pyro-
phorus beschrieben wurden !). Vier Ex. von Sidami nahe der Insel
Askold mit rothgoldenen Flgd. theilte mir Hr. Oberthür zur An-
sicht mit.
Die Var. des smaragdinus mit blauen Flgd. (cyanelytrius mihi)
habe ich noch nicht gesehen, sie existirt indessen; nähere Angaben
über ihr Vorkommen wären erwünscht. Dr. G. Krasatz.
1) Durch einen Druckfehler wurde a. a. O. pyroclopus gesetzt.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Descriptiones Coleopterorum novorum Regionis
Palaearcticae.
Auctore
Dr. L.von Heyden.
Carabidae:
1. Nebria Haberhaueri Heyden. Ex affinitate N. Hellwigit
sed aliter colorata. Capite, thorace, scutello, palpis, antennis,
pedibus, corpore subtus (abdominis margine obscurato), pleuris,
elytrorum interstitiis inter suturam et striam primam limboque
externo flavo-rufis, elytris ceterum piceo-nigris. — Capite minore
quam in N. Hellwigii, opaco, impunctato, linea transversa acute
ante antennas parum arcuata, clypeo lato transverso, labro antice
aurato-ciliato, mandibulis apice obscuris. Antennis longis, basin
femorum posticorum attingentibus, tenuibus, articulo tertio quinto
aequali, articulo quarto breviore, secundo plus quam dimidio tertii
breviore, ceteris aequalibus, ultimo apice acuminato, 1—4 laevi-
gatis, 9—11 pruinosis. Thorace opaco, impunctato, in impressioni
ante basin impressionibus nonnullis punctiformibus indistinctis, cor-
dato, latiore quam longo, antice fere recto, angulis anticis parum
acutis, insuper productis, lateribus ante medium latissimis curvatis,
a medio postice valde angustato, angulis postieis longe rectis, ante
basin fortiter transversim canaliculato, parte basali elevata, eleva-
tione angulos posticos non attingente, ibique foveolato, medio a basi
ad marginem anticum linea distincta impressa, ab angulis antieis
postice ad lineam medianam angulatim linea impressa, partem
anticam elevante, disco utringue parum elevato, limbo laterali
elevato. Scutello triangulatim apice rotundato, impunctato. Elytris
elongato-ovatis, maxima latitudine post medium, antice parum
angustatis, humeris perparum prominulis, margine laterali et basali
in humero angulo obtuso connexo, margine basali fere recto, supra
convexis disco deplanato, sat crenulato-striatis, interstitiis convexis,
stria scutellari longa, striis ante apicem evanescentibus, stria sutu-
rali postice profundissima in apice cum stria marginali conjuncta,
interstitio primo postice latiore, striis 1, 2 usque ad apicem con-
duetis ibique conjunctis, extus plicatis. — Pedibus gracilibus, longis,
326 L. v. Heyden: Descriptiones
gracilioribus quam in N. Hellwigii. — Subtus impunctata, episternis
parum punctatis. — Long. 115 mill.
Exemplar unicum Buchara a Dom. Jos. Haberhauer jun., in
cujus honorem hanc speciem nominavi, repertum, collectioni meae
dono datum.
2. Licinus convezus Heyden. Forma L. depressi, sed
major, longior, convexus. Niger lucidulus. Capite longiore quam
lato, fronte convexo antice depresso, elypeo arcuatim emarginato,
leviter disperse punctato, oculis perparum prominulis. Antennis
gracilibus, thoracis basin superantibus. Thorace disciformi, latiore
quam longo, antice posticeque aequaliter angustato, margine antico
et postico aequaliter late emarginatis, angulis omnibus (antieis parum
acutioribus) rotundato-productis, supra usque ad latera convexo,
ante angulos posticos solum depresso, disco in medio profunde
canalieulato, toto disperse subtilius, lateribus posticeque fortius
punctato. Scutello triangulari, laevi, medio canaliculato. Elytris
supra convexis, sutura late longitudinaliter depressa, humeris
rotundatis, lateribus fere parallelis, apice parum sinuosis, leviter
punctato-striatis, punctis in striis minutis sed distinctis, inter-
stitiis parum convexis, punctulis minutis dispersissime
tectis. — g' tarsorum anticorum articulis 1 et 2 valde dilatatis
subtus spongiosis. — Long. 12 mill.
Ob formam et exiguitatem punctorum ab omnibus cognotis
differt.
Mas unicus e Scharud Persiae a Doct. Staudinger receptus.
Q
3. Platyderus Haberhaueri Heyden. Niger, capite thorace
splendidissimis, elytris opacis; corpore subtus nigro-lucido; antennis,
palpis, pedibus rufis. Capite thorace toto impunctatis. Capite inter
intennas fere non impresso; thorace fere ut in Pl. ruficoli Marsh.
sed angulis postieis rectis acutis, impressionibus basalibus fere
nullis, linea mediana profunda, antice medio producto (inde ad gen.
Platyderum referendus), angulis antieis productis ut in Pl. ruficoll.
Seutello triangulari, impunctato, parum laevigato. Elytris valde
opacis, non aciculatis, tenuiter indistincte striatis, apice
profundioribus, in striis punctis minutiusculis indistinetis, stria
basali ut in Pl. ruficolli, stria basali puncto pupillato, stria octava
punctis pupillatis parum distinetis. Corpore subtus impunctato.
Tarsis longioribus, gracilioribus. — Long. 84 mill.
Mas unicus meae collectionis a Dom. Haberhauer in Buchara
repertus. — Genus Platyderus adhuc nondum in Asia centrali
Coleopterorum novorum Regionis Palaearcticae. 327
repertum, in peninsula Iberica et in Europa meridionali nonnullae,
in Syria et in Caucaso singulae species occurrunt.
4. Glycia erucigera Heyden. Gl. cingulatae Gebl. affınis,
sed femoribus nigris, elytris aliter coloratis diversa. Capite rufo-
obseurato, inter oculos magis disperse punetato. Antennis rufis,
artieulis primis 1—3 flavis (in G. cingul. toto rufis). Thorace
minore, parum breviore, lateribus antice parum minus rotundato
inde magis quadrato, basi latiore, ad scutellum magis producto,
supra minus dense minus forte punetulato, medio distinetius canali-
culato. Elytris rufis, sutura nigerrima inde colore rufo in maculas
diviso; parte % antica elytrorum flavo-rufa, a sutura interrupta,
postice a margine laterali oblique ad suturam et scutellum cuspi-
datim directa, parte 3 postica nigerrima, elytro singulo macula
magna flavo-rufa, rotunda antice medio acuminata, omnino fere
ut in Panagaeo bipustulato signatis. Elytris leviter striatis,
punctis in striis distinctis, interstitiis planis, uniseriatim disperse
punetulatis punctis flavo-piligeris (in cingulato striis multo pro-
fundioribus inde punctis in striis magis indistinetis). Femoribus
nigerrimis, genubus tibiis tarsis rufis; abdomine pectoreque niger-
rimis (in cingul. pedibus totis rufis).. — Minor quam @. cingul.
43 mill. (cingul. 54).
Ala-kul Turkestaniae. Exemplar unicum a Dom. Hauser datum.
Scarabaeidae:
5. Onthophagus basipustulatus Heyden. Niger, lucidus,
antennis nigris, interstitis 1 et 3 elytrorum flavo-pustulosis. —
Onthophago turpido Reitter (Horae 1887, 219) e montibus Thibet
et Alai affinis, sed major, longior, lucidus. In g' elypeo antice
magis exciso, altius elevato, capite linea transversa altius elevata,
ut in O. nuchicorni erecto, cornu basi latiore, capite subtilius
punctato, antice punctis majoribus intermixtis. Thorace eodem
modo quam in O. turpido constructo, nigro lucido, fortius densius
punctato, punctis versus latera evanescentibus, postice distinctius
marginato, antice latius declivi. Elytris parum longioribus, toto ut
in O. turpido striatis, sed striis latioribus, interstitiis eodem modo
punctulatis; interstitio primo (inter striam suturalem et primam) in
medio per-lato, stria prima valde extus curvata, interstitiis primis
et tertiis post basin puncto oblongo flavo-lucido, inde toto basi
quadripustulata. Pygidio sat fortiter disperse punctato. Pedibus
fortioribus quam in O. turpido. — Long. 94 (turpidus 84) mill.
Mas unicus e Buchara a Dom. Haberhauer datus.
328 L. v. Heyden: Descriptiones
Elateridae:
6. Cardiophorus Russowi (Seidlitzi.l.) Heyden. Ungui-
ceulis tarsorum simplieibus. Capite thorace dense flavo depresso
villosis; scutello, elytrorum sutura interstitiis 1, 2 in medio mar-
gineque externo, corpore subtus nigris; interstitiis aliis, antennis
pedibusque flavis. Thorace minutissime dense punctato, punctis
majoribus intermixtis, longo, angusto, lateribus parum rotundatis,
angulis postieis acutis porrectis, apice late rotundato, non carinato,
basi utrinque medio leviter plicata. Scutello longe cordiformi, antice
profunde exciso, postice acutissimo. Elytris humeris obtuse rotun-
datis, lateribus fere parallelis, apice attenuatis, striatopunctatis
punctis sat grossis, interstitiis convexis sed supra deplanatis, sub-
tiliter punctatis; sutura tota, interstitiis primo nigritudine antice ad
suturam attenuata, postice evanescente, in interstitio secundo medio
solum distineta. Abdominis segmentibus brunneo-rufo circum-
einctis. — Long. 7 mill.
Ex affinitate C. Eleonorae, sed aliter coloratus, thorace duplice
punctato. Speeimen unicum meae collectionis a Dom. Russow prope
Farab Turkestaniae collectum ab amico Dr. v. Seidlitz datum.
7. Agriotes flavo-basalis Heyden. Ad sectionem I Can-
deze pertinens. Capite nigro-brunneo, flavo-piloso, dense punctato,
medio foveolato. Antennis flavis, tboracem articulo ultimo super-
antibus, articulis 2 et 3 aequilongis, simul sumtis multo longiore
quam quarto. Thorace nigro-brunneo, colore postice a lateribus
ad basin simul triangulariter angustato, basi tota cum angulis
posticis late flavis, angulis anticis flavis; supra flavo-
villoso, lateribus parallelis, antice perparum angustato, angulis
postieis leniter divaricatis, longiore quam longo; supra fortiter sat
dense punctato, interstitiis lucidis; 14 mill. longo. Elytris 4 mill.
longis, lateribus parte prima > parallelis, deinde sensim ad apicem
acuminatis, flavo-brunneis, sutura margineque externo obscurioribus,
dense flavo semi-erecto pilosis, fortiter punctato-striatis, interstitiis
convexis. Subtus obscuratus, abdominis lateribus flavo - rufis,
thoraeis angulis posticis subtus cum pedibus coxisque flavis. —
Long. 53 mill.
Serra do Estrella Lusitaniae. Specimen unicum ab amico Koltze
receptum.
Cantharidae:
8. Aphyctus picticollis Heyden. Capite aeneo-nigro, laxe
punctato, fulvo piloso; ore, palpis rufis; antennis nigris, articulis
Coleopterorum novorum Regionis Palaearclicae. 329
1—4 flavis; oculis magnis prominentibus. Thorace cylindrico,
lateribus parum ampliatis, angulis omnibus obtusis, postice per-
parum angustato, fortiter disperse punctato, parum fulvo piloso,
flavorufo, macula discoidali post marginem anticam postice
acuminata angulisque anticis aeneo-nigris. Elytris aurichal-
ceis, convexis, basi thoraeis latitudine in basi, lateribus parum
ampliatis, apice truncato-rotundatis, disperse fortiter (fortius quam
in thorace) punctatis, punctis pilum flavum gerentibus. Pedibus
flavis.
Variat macula thoracis late ad basin producta, femoribus basi
nigris.
Taschkent Turkestaniae duo specimina a Dom. Hauser data.
Mordellidae:
9. Anaspis (Larisia) flavipennis Heyden. Corpore
subtus, capite, thorace basi rufa excepta, scutello nigris. Antennis
articulis 1—5 basalibus flavis, 6—$8 brunneis, 9—10 nigris clavam
formantibus. Capite thoraceque lucidulis impunctatis. Elytris flavo-
fulvis, lueidis, tenuiter transversim strigosis. Tibiis tarsisque antieis
flavis, apieibus obscuratis, femoribus nigris; pedibus intermediis et
postieis femoribus nigris, apice tibiisque rufis, tarsis obseuratis.
Unguiculis flavis. — Long. 13—2 mill. Colore corporis valde
distincta.
Kyndyr-Tau Turkestaniae, specimina duo a Dom. Hauser missa.
Cerambycidae:
10. Leptura tripartita Heyden. Ex affınitate L. cordi-
gerae Füssly. Tota nigra, elytrorum parte prima dimidia
sanguinea, tibiis anticis intermediisque flavo-rufis, basi apice
tarsisque obseurioribus, tibiis posticis apice indistincte rufis. Supra
parce flavo-rufo, in parte nigra elytrorum subtusque parce griseo-
flavescente pilosa. Thorace minus parum dense punctato quam in
L. cordig., lateribus minus dilatatis, linea mediana impressa nulla.
Elytris longioribus magis parallelis, in parte rufa fortius, in parte
nigra multo subtilius punctatis, in apice oblique truncatis ut in
L. cordig. Antennis longissimis, coxas posticas superantibus.
Abdomine apice rufotineto. — Long. 16 mill. (elytris 11, in cor-
dig. 10). Femina unica e Syria a Dom. Doct. Staudinger missa.
11. Clytus bifarius Heyden. Ex affınitate Cl. ciliciensis
Chevr. sed major, opacus, thorace multo minus asperato. Capite
thorace toto nigris, fulvo parce villosis, thoracis basi linea tenui
330 L. v. Heyden: Descriptiones Coleopterorum etc.
pilorum sulfureorum. Thorace leniter dense opace varioloso-rugoso
(in C. ciliciensi variolis pupillatis multo fortioribus lueidis). Elytris
nigris opacis, densissime punctatis, nigro depresso velutino pilosis
(in ©. ceilic. fusco-nigris, non opacis, fortiter non dense punctatis,
pilis in punctis fuseis) apice rotundatis. Sceutello transverso fasciisque
duabus sulfureis, prima ante medium a margine laterali ut in
Cl. gazellae F. ad suturam antice eurvata, scutellum non attingente,
altera parum oblique post medium. Episternis intermediis sulfureis,
postieis albis (ut in €. cilic.) Abdominis marginibus basalibus tenue
flavo-pilosis. Antennis, pedibus brunneis; antennis apice minus
clavatis quam in ©. cilic. — Long. 84 mill. (C. cilic. 64 mill.)
Hadjin Asiae minoris a Dom. Doect. Staudinger exemplar unicum
datum.
Crysomelidae:
12. Gynandrophthalma Russowi Heyden. Clypeo in utro-
que sexu triangulariter exciso, sed lato, qua re inter sectiones
@. viridanae et hypocritae ponenda. Toto cyanea, labro viridi,
antennarum articulo primo cyaneo, 2, 3, 4 flavis, ceteris nigris
opacis, pedibus totis cyaneis. Capite deplanato, antice utrinque
foveolato, foveolis laevibus, medio profunde late impresso, inter
oculos anticeque cum clypeo fortiter punctato, longitudinaliter rugoso,
fronte medio leniter punctulato, post oculos puncto flavo. Antennis
ab artieulo quinto obtuse serratis. Thorace brevi, latissimo, convexo,
margine antico in medio exciso, postice utrinque sinuoso, lateribus
rotundatis angulis omnibus rotundatis, marginibus omnibus elevatis,
post marginem anticum leniter canaliculato, medio linea perparum
elevata, ante basin utrinque foveolato, foveola plica parva elevata
transversa interrupta; toto sat fortiter disperse punctato. Scutello
nigro, fere impunctato a basi ad apicem sublime elevato. Elytris
plus quam duplo thorace longioribus, parallelis, convexis, supra
deplanatis, apice singulo rotundato, transversim fortiter ruguloso-
punetatis, marginibus lateralibus et basalibus elevatis. — Long.
44 mil. 2 eadem, sed capite minus lato, abdominis segmento
ultimo medio profunde foveolato.
Duo exemplaria prope Samarkand Turkestaniae a. Dom. Doct.
Russow reperta et ab amico de Seidlitz dono data.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Ueber Nigrino- Varietäten von Üarabicinen
vom Pic de Nere in den Hautes Pyrenees.
Mitgetheilt von
Major z.D. Dr. L. von Heyden.
Durch Herrn A. Nicolas in Pau erhielt ich eine Anzahl
Carabieinen, die derselbe auf dem Pic de Nere in den Hautes
Pyrenees gesammelt hatte. Sie zeichnen sich alle dadurch aus, dals
sie schwarze oder bläuliche Färbung haben, statt, wie gewöhnlich,
Erzfarbe. Es liegen mir vor:
1. Carabus Cristoforii Spence var. Nicolasi Reitter. Theils
ganz intensiv schwarz, theils mit grünlichem Anfluge. Sonst ist
die Art kupferig, nach den Seiten zu grün, der Thorax mehr roth-
kupferig. Ein Exemplar meiner Sammlung vom Lac d’Oncet, Pyren.
centr. (vom Bruck) ist glänzend grün, mit glänzend kupferrothem
Thorax. 2 Nicolasi sind 11 mill., sonst 135% — 14 mill. lang.
2. Carabus punctato-auratus Dej. var. Pandellei Gehin. Dunkel-
grün mit etwas Kupferglanz an den Rändern; Deckenrippen nicht
unterbrochen, sonst goldkupferig.
3. Pterostichus Xatarli Dej. var. Nicolasi Heyden. Ganz
tiefschwarze Stücke; sonst die Decken bronzefarben oder grünlich.
4. Zabrus obesus Serv. Körperseite und Deckenfurchen blau-
grün, die ganze Oberseite blauviolett angehaucht. var. Nereensis
Heyden: Supra lateribus viridibus, sulcis elytrorum violaceo-
viridibus, interstitüs violaceis, vel elyiris dorso omnino violaceo-
micantibus. Sonst ist die Art erzglänzend.
Ferner fand Herr Nieolas dort noch:
5. Carabus punctato-auratus Dej. var. lugubris Gehin, den ich
nicht kenne, ebensowenig wie die Beschreibung in dem wenig ver-
breiteten Blatte la Nature 1882, p. 49.
6. Carabus catenulatus Scop. Schwarz ohne bläuliche Bei-
mischung.
7. Jmiopachys pyrenaeus Serv. „absolument noir“. —
Ich hatte Herrn Nicolas meine Ansicht mitgetheilt, ob das
Auftreten der schwarzen Farbe etwa mit dem Vorkommen und Leben
auf sumpfigen Hochmooren zusammenhänge. Herr Nicolas schreibt
mir über den Pic de Nere: „Derselbe liegt 2401 Meter über dem
Meere; die genannten Arten finden sich zwischen 2100 und 2200 Meter
332 L. v. Heyden: über Nigrino-Varietäten etc.
auf steilen Abhängen, die von einer wasserreichen Schlucht durch-
zogen werden, so dafs in der That das Terrain dort moorig ist.
Der ganze andere Theil ist sehr trocken und steinig. Die oben
genannten Thiere finden sich sowohl in dem moorigen, wie auch in
dem trockenen Gebiet. Trotz der Höhe giebt es in dem moorigen
Strich eine Vegetation, die identisch ist mit der aus den moorigen
Gegenden der Ebene.“
Einen gewissen Einflufs auf die Larven wird wohl schon-der
Aufenthalt in dem moorigen Boden haben und die Humussäuren
ihren Einfluls auf das Zurücktreten der Metallfarben geltend machen.
Ein analoges Vorkommen haben wir im hohen Schwarzwald;
auf den moorigen Hochplateaus der Hornisgrinde finden sich nur
schwarze Varietäten von Carabus arvensis Hbst., Agonum und Amara.
Die dunklen Formen der Chlaenius baeticus Ramb. und dives De).
fand ich in der Sierra de Ronda und Guadarrama nur da, wo das
Erdreich durch das abfliefsende Schneewasser stets sumpfig ist, die
lebhaft grün und goldglänzenden Stücke der Stammarten leben in
viel trockneren, wenn auch daranstofsenden Gebieten. Ebenso findet
sich die schwarze Cicindela campestris var. guadarramensis Grlls. nur
auf ganz nassen, die ganz feuerroth glänzende var. farellensis Grlls.
auf den der Sonnenhitze exponirten trockenen Stellen der Sierra
Guadarrama.
Prosodes costifera Kraatz und fallax Kraatz.
In meiner Arbeit (D. E. Z. 1886, p. 187) über die Coleopteren
des Alai-Gebirges beschrieb Dr. Kraatz eine Prosodes-Art, nach
‚einem 2 meiner Sammlung als costifera sehr ausführlich und stellte
dazu als fragliches J' eine Art, die p. 188 beschrieben ist und
damals mit costifera in derselben Lokalität gefunden war; die Ver-
muthung lag also nahe, dafs beide zusammen gehörten.
Herr Jürgen Schröder in Plön, Holstein, sandte mir vor einiger
Zeit einen Prosodes aus Margelan in beiden Geschlechtern; das g'
ist sicher fallar Kraatz (welchen Namen Dr. Kraatz vorgeschlagen
hatte, für den Fall, dafs die genannten costifera doch nicht zusammen
gehören sollten), welchen Namen diese Art zu führen hat. Das 2
von fallaz gleicht dem | vollkommen und ist nur viel breiter und
plumper. — Von costifera ist also bis jetzt nur das 2 bekannt
und wurde ebenfalls von Hrn. Schröder aus Margelan eingesandt.
Dr. L. von Heyden.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Nachträge und Berichtigungen
zum Catalogus Coleopterorum von Gemminger und Harold,
betreffend die Gattung Meloe.
Von
K. Escherich in Regensburg.
Bevor ich mit der Aufzählung beginne, kann ich nicht unter-
lassen, Herrn Major Dr. L. v. Heyden, der mich bei der Be-
arbeitung nachstehenden Verzeichnisses durch viele werthvolle
Notizen unterstützt hat, meinen herzlichsten Dank auszusprechen.
Die mit (f) bezeichneten Arten wurden nach Veröftentlichung
des Catalogs publicirt.
Taatrocyaneus Fairm. — Ann. France 87, p. 304 . . Toabora.
autumnalis Oliv. — Ent. III, 45, p.7 . ... PRISMEM:
v. hiemalis Gredl. — Käfer Tirols 1866, p. 289:
Tirolis, Italia, Sie.
Br leepisı Gredler 12er pr 290,7. 12 20. 0." Ricolis.
Tv. eribripennis Dej. — ok 1833, p. 220:
Sard., Graecia, Algeria.
— Tv. punctipennis Heyd. i.l.. . . . . Cauc., Rumelia.
tv. Heydeni Escherich. — Wien. ent. Zeit. 1889 . . Sic.
auriculatus Mars. — Ann. France 76, p. 480 . . . Japonia.
bilinealus Arrag. cfr. rugosus Marsh.
Tcaffer Peringuey. — Trans. South. Afrie. Philos. Soc.
vol. III, part. II, p.123%.. 2... .'Port-Blisabeth.
Tearnicus Katter. — Mon., p. 41 ... a ee AL ENSEINS
T cinereovariegatus Heyd. — D. E. Z. 35, p. 294 . Turkestan.
T compressipes Waterh. — Cist. ent. II, 1876, p.53 . Madagascar.
+ Conradti Heyd. — D. E.Z. 88, p.42 . . . . Tüurkestan.
coriarius Brdt. et Er. — Mon., p. 131 . . . . Germania.
v. cyanicornis Reitter. — Wien. ent. Zeit. 1889 . Armenia.
rufiventris Germ. — Fn. Ins. Eur. 15, 6.
Tecorvinus Mars. — Ann. France 76, p. 482. . . . Japonia.
corallipes Dahl. cfr. erythrocnemus Pal.
f crispatus Fairm. — Ann. France 84, p. 173 . . . . Syria.
T eurticollis Kraatz. — D.E.Z. 82, p. 117 . . . Margelan.
cyaneus Muls. cfr. proscarabaeus L.
334 K. Escherich: Nachträge und Berichtigungen
+ deflexus Reitter. — Wien. ent. Zeitg. 18899 . . . . . Syria.
erythrocnemus Pall. — Ie. II, p. 76,t.E, f.1 . . . .Sibiria.
v. corallipes Dahl., Gebl. — Bull. Mose. 47, IV, p. 492 Italia.
T Escherichi Reitter. — Wien. ent. Zeitg. 1889 . . . Armenia.
fascicularis Arrag. efr. murinus Brdt.
foveolatus Guer. cfr. tuccius Rossi.
+ granulifera Mot. — Bull. Mose. 72, p.46. . . . . .Sibiria.
hiemalis Gredl. — Käfer Tirols 1866, p. 289 ) cfr. autumnalis
v. laevis Gredl. — 1. c. p. 290 Oliv.
+ Hottentottus Peringuey. — Trans. South. Afr. Phil. Soc.
vl4N]; part Hip 132: ste oh er Nätal:
insignis Charp. cefr. majals L.
Latreillei Reiche cfr. purpurascens Grm.
maculifrons Luc. efr. majalis L.
majalis L. — Syst. nat ed. 12, p.679 . . . . . Hisp., Alg.
laevigatus Oliv. !). — Ent. II, 45,6 . . . Gall. mer.
v. insignis Charp. — Grm. Mag. ent. III, 18, p. 258 Hisp.
v. maculifrons Luc. — Ex. Alg. Ent. p. 399. . . Oran.
—= Tv. sanguineus Escherich ?)-
murinus Brdt. et Er. Mon. p. 127, t.8&,f.4 . . . . Hispania.
fascicularis Arrag. — De quib. Col. 1830, p.20 . Lombardia.
tr opacus Mot. — Bull. Mose. 72, p.483 . . . . . . Nicaragua.
+ patellicornis Fairm. — Revue d’Ent. 87, p. 325. . . Pecking.
proscarabaeus L. — Syst. nat ed. 10,p.419 .....M
t m. simplicicornis Escherich. — Wien. ent. Zeitg. 1839 Caucasus.
eyaneus. Muls. — Ves. 47... ..2 2.200200. Gallia.
v..sieulus Dej. — Cat..1833,,P.,2205:) ua Vamsnisie:
tpubifer Heyd. — D.E. Z. 87, p.315 . » » . .. Turkestan.
7 puncticollis Mot. 3) — Bull. Mose. 72, p.46 . . . . Sibiria.
purpurascens Grm. — Fn. In. Eur. 16, 12 . . . . .Gallia.
Latreillei Reiche. — Mars. Cat. 66, p.89 . . . . Hisp.
aeneus Cast. — Hist nat. II, 289. . . 2 2... Hisp.
Tpygmaeus Kraatz. — D.E.Z. 82, p. 334 . . . . Turkestan.
Reitteri Escherich. — Wien. ent. Ztg. 1889 . . . . . Russia.
rugosus Marsh. — Ent. Brit. I, p.483. . . . .. Germania.
m. bilineatus Arrag. — De N Col. 1830, p.20 . Sardinia.
rscabripennis Schfis. i.l. . . . „ Hispania.
rservulus Bates. — Cist. ent. IL, 79, No. XXL, p- 483 . Kaschgar.
T specularis Gredl. — Verh. zool. bot. Ges. Wien XXVII (1877),
PrDlSR SE . .. . Gondokow.
T splendens Escherich. — Wien, ent. ee 1889 . .. Germania.
zum Catalogus Coleopterorum ete. 339
+ suleicolis Kraatz. — D. E. Z. 82, p. 334 . . . . Turkestan.
zanthomelas (Solsh.) Erschoff +). — Horae. Soc. ent.
Rossicae XII, 257.
tuccius Rossi. — Fn. Etruse. I, p. 283, t.4, f£5 . Gall. mer.
v. foveolatus Guer. — Rev. Zool. 42, p. 133 . . Tripolis.
violaceus Marsh. — Ent. Brit. I, p. 482 . . 2 2.2..20..M
Tv. prolifericornis Mot. — Bull. Mose. 72, p. 43 . Caucasus.
vastrigosus Mot. — 1.c.. .» ».2 2.202.200. Silbinie:
1) Iaevigatus Oliv. ist synonym mit majalis L. Eine röthliche
Farbe ist bei majalis in der Anlage stets vorhanden, variirt und
tritt bei ausgedehntem Leib des befruchteten 2 mehr hervor.
2) Ich erhielt ein Ex. dieser schönen, durch ihre Färbung aus-
gezeichneten Abart von Herrn Korb in München, der sie in Ouenca
erbentete.
3) Ist wahrscheinlich Var. des brevicollis Pz. Als Unterschied
von brevieollis Pz. giebt Motschulsky (Il. c. p. 47) an: son
corselet est plus large et evidemment dilate en arriere, la ponct-
nation est aussi moins serree et la ligne du milieu fortement marquee
surtout ä la base, ce qui le fait paraitre comme bilobe; les elytres
sont plus longues. Aber gerade die Form des Thorax ist bei brev:-
collis sehr inconstant. Herr Kolbe berichtet in seiner Coleopt.-
Fauna Koreas (Archiv f. Naturg. Berl. 1886, p. 213), dafs sich im
Kgl. Museum mehrere Ex. von brevicollis Pz. aus Japan befinden,
die alle einen verschieden gebildeten Thorax besitzen.
4) Da die Beschreibung des sulcicollis Kraatz schon im Feb. 1882
erschien, und die Horae Soc. ent. Rossicae XII (1880 — 81), in
denen Erschoff den zanthomelas publicirte, erst im März 1882
durch den Buchhandel zu haben waren, so hat der suleicollis Kraatz
die Priorität vor der Solsky’schen Art.
In der Januar-No. 1889 des von dem Agrieultur-Departement
der Ver. Staaten herausgegebenen periodischen Bulletin „Insect Life“
(vol. I, No. 7) wird von Eugene Duges (Guanajuata, Mexico) auf
p. 211—213 eine neue Meloiden-Gattung Leonia Riley: beschrieben,
welche der Gattung Hornia zunächst verwandt und durch stark
verkürzte Fld. ausgezeichnet ist. Die Gattung wurde zu Ehren
des Hrn. Dr. Nicolas Leon, Director des Mechoacano-Museums in
Morella, Hauptstadt des Staates Mechoacano in Mexico benannt.
Es sind nur 2 Ex. des Thieres bekannt (von denen eins an Hrn.
Aug. SallE nach Paris gesendet wurde), die an der Mauer eines
Wohnhauses in Jupätaro aufgefunden sind. Dr. G. Krasatz.
a ——
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Coptocephala punctata: Nigro-cyanea, plerumque aeneo
micans, nilida, prothorace fortiter transverso, rufo-testaceo, elytris
pallidioribus crebre sat fortiter punctatis, singulo fascis duabus
latis (altera basalı, scutellum fere attingente altera pone medium)
nigro-cyaneis, antennarum basi tibiisque testaceis. — Long. 4.5 bis
5.9 mill.
Einer Copt. unifasciata ähnlich, aber von dieser durch die
schwarze Oberlippe, von scopolina durch die hellen Schienen, von
floralis endlich durch die breite Querbinde an der Basis der Fld.
und deren starke Punktirung verschieden.
d' dunkelblau, meist mit grünem Erzschimmer, glänzend. Kopf
fast glatt, zwischen den Augen mit einem Quereindrucke, welcher
vorn in zwei Grübchen ausläuft, Kopfschild ziemlich eben, vorn
weit und schwach ausgerandet, Oberlippe schwarz, Mandibeln
gleichmälsig und wenig gebogen. Fühler schwarzbraun, die ersten
vier Glieder wenigstens unterseits röthlich gelbbraun, Glied 4 so
lang als die beiden vorhergehenden zusammen. Halssch. gesättigt
rothgelb, ungefähr doppelt so breit als lang, beinahe glatt. Fld.
dicht und kräftig punktirt, blafs rothgelb, jede mit zwei dunkel-
blauen Querbinden; die erste am Grunde, dicht neben dem Seiten-
rande breit beginnend und nach innen in gleichmälsigem Bogen
verengt, das Schildehen vorn ziemlich oder wirklich berührend; die
zweite hinter der Mitte, einen feinen Naht- und Seitensaum frei
lassend, der Vorderrand in der Mitte, der Hinterrand mehr nach
innen zu ausgerandet. Beine ziemlich schlank, die vorderen ver-
längert, mit schwach gekrümmten Schienen, die Schenkel schwarz,
bläulich oder grünlich schimmernd, Schienen röthlich gelbbraun,
Tarsen angedunkelt.
2 Kopf und Halssch. schmaler, letzteres nach vorn stark ver-
engt, die Fld. nach hinten merklich erweitert.
Spanien (Reitter). J. Weise.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Berichtigungen und Ergänzungen zum Verzeichnifs der
deutschen Käfer.
Von
J. Schilsky in Berlin.
1. Aphodius sanguinolentus v. dubius Schils., welcher
von Erichson (Naturgesch. III, p. 866) als suturalis Ullrich
1. litt. beschrieben worden ist, erhielt ich auch aus der Münchener
Gegend (Oettel!). Diese Var. mülste, wenn meine Ansicht, dafs
gleich gebildete Var. auch gleichen Namen haben können, acceptirt
wird, richtiger var. sufuralis Er. heifsen. Obige Notiz hatte ich
seiner Zeit übersehen; suturalis Fald. unterscheidet sich von ersterem
am besten durch das winkelig erweiterte Halssch., welches bei
suturalis Er. geradlinig ist und nur im vorderen Viertel einen
Bogen bildet. Die Grölse, Färbung und Zeichnung ist bei beiden
zum Verwechseln ähnlich.
2. Bembidion fumigatum Dft. ist nach Schaum (Natur-
gesch. Bd. I, 736) auch bei Doberan in Mecklenburg, also in der
Nähe der See, gesammelt worden.
3. Scaphisoma subalpinum Rttr. erhielt ich zur Bestim-
mung aus München (Daniel!). Auch bei Berlin (Jungfernhaide)
ist von mir 1 Stück gefunden worden, so dals die Verbreitung
dieser Art wohl eine gröfsere ist.
4. Paederus meridionalis Fauv., welchen ich aus Bozen
zu besitzen glaubte und Hrn. Czwalina zur Ansicht mittheilte,
wird von ihm für Schönherri Fald. erklärt mit der Bemerkung,
dafs letztere Art verkannt und mit der ersteren meistens vermengt
- würde. Tyrol wird als der westlichste Fundort bezeichnet.
5. Hr. Weise bezweifelt das Vorkommen von Ürypto-
cephalus turcicus Suffr. (Erichson, Naturgesch. IV, p. 216)
in Steiermark. Ich besitze 2 Ex. von Hrn. Kaufmann in Wien
mit der Bezeichnung Kärnthen. Diese Art wird wahrscheinlich
auch in der Steiermark nicht fehlen.
6. Dermestes tesselatus F. ist von Hrn. Moritz auch bei
Berlin (Pankow) gefunden worden.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 32
338 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
7. Philonthus varians Payk. v. opacus Gyll. (Flgd. ein-
farbig schwarz) betrachte ich als Varietät.
8. Philonthus sanguinolentus v. unicolor Seidl. = contu-
minatus Grav.
9. Monochammus galloprovinzialis v. pistor Germ.
(schwarzbeinige Form) ist auch in Berlin gefunden worden (1 Ex. sogar
an den Nüstern eines Pferdes). Wahrscheinlich hat diese Art auf
den in der Nähe des Fundortes befindlichen Holzhöfen ihre Heimath.
10. Monoch. saltuarius Gebl. ist von Hrn. Schweizer
und Daniel in Geitau bei München im August gesammelt. Auch
Hr. Dr. Kraatz besitzt ein bei Rauden (Roger!) gesammeltes
Pärchen. Diese Art ist leicht kenntlich an der feinen Punktirung
und dürfte weiter verbreitet sein, wird aber wahrscheinlich mit dem
sutor L. häufiger zusammenstecken !).
11. Ezocentrus adspersus Muls. ist von Hrn. Schweizer
bei München gesammelt worden.
12. Acmaeopsseptentrionis Thms. ist von Hr. Schweizer
in den Schlierser Bergen (Bayern), subalpin, gefangen. Diese Art
war bisher nur aus Oesterreich und Schlesien bekannt.
13. Lepiura sanguinea Gyll. (1 |‘) ist bei Sonthofen im
Allgaü an einem Kirschbaum von Hrn. Schweizer gefangen.
14. Bradybatus Kellneri Bach wurde auch bei München
im Mai von einem Ahornbaum geklopft (Schweizer!)
15. Ozyusa picina Aub. ist von Hrn. Oettel bei München
gesammelt.
Die Thiere unter No. 9—15 habe ich auf ihre Richtigkeit hin
selber prüfen können.
16. Barypithes araneiformis Schrank aus der Mark war
falsch bestimmt. Es war mollicomus Ahr. Jene Art wird gewils
vielfach verkannt. Richtige Stücke besitze ich nur aus Oleve (Fuss!)
und Lyon (Villard!).
17. Otiorrhynchus morio v. memnonius Gyll. habe ich
vom Wendelstein (Bayern, Strasser!) erhalten. Bisher war mir -
ein sicherer Fundort noch nicht bekannt.
18. Allecula Löwendali Ritr. ist mir von Hrn. Ludy, der
diese Art in Krain sammelte, zugeschickt worden. Hr. Reitter
hatte das Thier selber bestimmt. Diese Art scheint also im Süden
weiter verbreitet zu sein (Vergl. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, p. 192).
1) Sie kommt nach brieflicher Mittheilung von Hrn. Gangl-
bauer auch in Siebenbürgen vor. G. Kraatz.
zum Verzeichnifs der deutschen Käfer. 339
19. Polydrosus florentinus Chevr. ist von Hrn. Ludy in
Krain gesammelt (südlichster Fundort für Deutschland). Derselbe
soll auch nach Preller bei Hamburg gefangen worden sein.
20. Scymnus impezus Muls. habe ich von Hrn. Ludy aus
Oberkrain erhalten. Diese Art erreicht also auch die Südgrenze
unseres Faunengebietes. j
21. Trimium Emonae Rittr. ist von Hrn. Ludy auch in
Lenggries (Bayern) gesammelt worden.
22. Loricaster testaceus Müll. ist von Hrn. Ludy in
Görz in einem Garten gefangen.
23. Monotoma rufa Redt. ist von Hrn. Ludy in Görz ge-
sammelt. Erreicht dort die Südgrenze.
24. Cryptocephalus sericeus v. mozambanellus Mars.
(nicht zambanellus) erhielt ich von Hrn. Strasser aus Primiero
(Süd-Tirol). Hr. Weise bestätigte die Richtigkeit der Bestimmung,
25. Coptocephala fossulata Lef., aus Sicilien beschrieben,
erhielt ich von Hrn. Strasser aus Istrien (Pola). Diese Art kann
demnach wohl zur deutschen Fauna gerechnet werden und wird
sich in Krain gewils auch noch nachweisen lassen.
26. Aphodius Sturmi Har. erhielt ich von Hrn. Strasser
auch aus Pola (südlichster Fundort).
27. Aphodius discus Schmidt besitze ich vom Wendelstein
in den bayrischen Alpen (Strasser!).
28. Anthazia helvetica Stierl. nach Hrn. Daniel auch
bei München. 1 Ex. in meiner Sammlung.
29. Anoplodera sergultata Schall. kommt auch in ganz
schwarzen Ex. vor. Solche Ex. erschweren die Bestimmung nicht
unwesentlich. Ich erlaube mir daher, für diese Form den Namen
atrata vorzuschlagen. Diese Var. ist leicht an den gleichbreiten
Flgd. zu erkennen, der Aufsenwinkel der abgestutzten Flgd. ist
abgerundet. Bekanntlich hat die Stammform auf den Flgd. je
3 grolse röthlichgelbe Makeln. Bei v. exclamationis F. sind die
beiden letzteren mit einander verbunden. Bei atrata m. ver-
schwinden diese Makeln gänzlich. Diese schöne Var. verdanke ich
Hrn. Schweizer in München, der dieselbe dort mehrfach sammelte.
30. Rhynchites sericeus Hbst. und ophthalmicus Steph.
sind nach meiner Ansicht 2 verschiedene Thiere und kann letzterer
nicht Syn. von sericeus sein. Der Rüssel von sericeus hat eine
breite Furche. In derselben befindet sich ein deutlicher Längskiel.
Die Zwischenräume der Punkitstreifen sind dicht punktirt. Der
22”
. 340 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
Rüssel von ophthalmicus ist rundlich mit kurzem Kiel. Die Punkt-
streifen haben entfernt stehende Punkte.
31. Byctiscus (Rhynchites) populi L. erhielt ich von
Hrn. Schweizer in 1 Ex. (Q‘) aus Triest, welches oben schwarz
war und bläulichen Schimmer hatte. Eine solche schwarze Form
von popali ist meines Wissens nach nicht bekannt. Das Thier
macht dadurch einen ganz fremdartigen Eindruck. Der Eindruck
und die Punktirung des Rüssels ist weniger ausgeprägt als bei der
grünen Art. Um die Aufmerksamkeit auf diese Var. zu lenken,
namentlich deren Verbreitung festzustellen, nenne ich dieselbe
nigritulus.
32. Brachysomus (Platytarsus) hirtus Boh. besitze ich aus
Görz und Bozen (Ludy). Diese Art ist also auch weiter südlich
anzutreffen. Dieselbe ist leicht an ihren gabelförmig getheilten
Schuppen zu erkennen.
33. Trachyphloeus laticollis Bch. erreicht als 2 amplus
Först. auch die Westgrenze Deutschlands (Rheinland).
34. Trachyphlocus alternans Gyll. (scaber Redt.) besitze
ich auch aus Bozen (Ludy!). Von dort war diese Art noch nicht
bekannt.
35. Mylabris (Bruchus) dispar Schönh. in Görz von
Hrn. Ludy gesammelt, erreicht auch die Südgrenze unseres
Gebietes.
36. Pseudolimnaeum Eichhoffi Kr. (Deutsche Ent. Zeitschr.
1888, p. 365) ist nach einer brieflichen Mittheilung des Hrn. Bank-
direktor Fischer auch von ihm in Mühlhausen gesammelt worden.
37. Cartodere filum Aub. ist von Hrn. Dr. Schulz bei
Finsterwalde in einem Staubpilz (Polysaccum) mehrfach gesammelt
worden. Hr. Superindendent Stockmann (Finsterwalde) sandte
mir dasselbe zur Bestimmung ein. Da genannter Pilz sehr selten
ist, erklärt es sich auch, dafs diese Art so wenig gesammelt
worden ist. Nur Preussen und Schlesien sind bis jetzt als Fund-
orte bekannt. Ob dieses Thier ausschliefslich im Polysaccum vor-
kommt, ist noch nicht mit Sicherheit erwiesen, aber wahrscheinlich,
denn sonst wäre diese Art schon mehrfach gefunden worden.
38. Empleurus tuberculatus Gyll. ist nach Habelmann und
Calix im Thiergarten und im Anspülicht der Spree gesammelt.
Diese Art ist also märkisch. (Vergl. Berl. Ent. Zeitschr. 1867,
p. 417.)
39. Cryptocephalus 4-pustulatus v. rhaeticus Stierl.
sammelte ich in der Mark (Gegend von Strausberg und Zellin
zum Verzeichni/s der deutschen Käfer. 341
an der Oder) und in Schlesien (Schwarzbach im Isergebirge)
im Juli.
40. Cryptophagus Skalitzkii Ritr. ist von Hrn. Stock-
mann bei Finsterwalde unter faulenden Vegetabilien gefunden, also
auch märkisch.
41. Bolitobius pygmaeus v. maculatus Steph. kommt
auch in der Mark (Grunewald) vor.
42. Megacronus cernuus v. merdarius Oliv. sammelte
ich in der Mark (Finkenkrug) und in Pommern (Zingst).
45. Miscodera arctica Payk. wurde von Hrn. Kläger im
Juli in den Forstgräben des Brieselanger Forstes gefangen. Bisher
ist diese Art dort, wo sonst von vielen gesammelt worden ist, noch
nie beobachtet worden. Auch in Pommern wurde dieses Thier von
ihm unter denselben Verhältnissen gefangen. Wenn ich nicht irre,
ist es bei Stettin früher nur im Winter unter Moos gefunden
worden.
44. Lathrobium gracile Hampe und Ocyusa crassa Epp.
wurden bei Fürstenberg (auf der Grenze zwischen Mecklenburg und
Brandenburg) gefangen. Ersteres war nur aus Bayern bekannt,
letztere ist neu für Deutschland.
45. Cleonus trisulcatus Hbst. ist aus der Berliner Gegend
beschrieben worden (Hbst. Bd. VI, p. 87). Mir ist nicht bekannt,
ob diese Art in der Mark von anderen gesehen worden ist. Meine
Ex. stammen aus Witten (Fügner!) und angeblich Tabor.
46. Rhizobius litura v. discimacula Cost. (nicht dissi-
macula) sah ich aus der Gemminger’schen Sammlung, von
München herstammend, als Scymnus armatus Rossi.
47. Longitarsus lateripunctatus v. personatus Weise
wurde von Hrn. Hauptmann Viertl in Fünfkirchen in grolser
Zahl auf blühender Pulmonaria im ersten Frühjahr gesammelt. Da
zur Blüthezeit dieser Pflanze (die Art ist mir nicht näher bezeichnet)
im März und April der Kötscher noch nicht benutzt wird, die
meisten Arten dieser Pflanzengattung aber über ganz Deutschland
verbreitet sind, namentlich ?. offieinalis, so dürfte es nicht schwer
halten, diesen Käfer auch in Deutschland nachzuweisen. Die An-
gabe von Wahnschaffe, dafs diese Art im Allergebiet vorkomme,
scheint demnach nicht so unwahrscheinlich, wird von Hrn. Weise
aber sehr bezweifelt. Vielleicht führt diese Notiz auf die richtige
Spur.
342 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
48. Apion cerdo Gerst. erreicht nach einer schriftlichen
Mittheilung des Hrn. Manger in München auch die Südgrenze
Deutschlands. Es ist in Süd-Tirol gesammelt worden.
49. Simplocaria metallica Strm. sandte mir Hr. Daniel
(München) von der Saualpe in Kärnthen ein mit der Bezeichnung:
15. Aug. 1888.
50. Cryptophagus baldensis Er. ist von Hrn. Daniel
auch bei München gesammelt.
5l. Agathidium dentatum Muls. erhielt ich aus Krain
(Ludy!) und München (Daniel!). Diese Art ist also nicht allein
auf Tirol beschränkt. Ein in Mecklenburg von Hrn. Konow ge-
sammeltes Ex. möchte ich ebenfalls dafür halten. Da die Beine
jedoch verklebt sind und das Stück wahrscheinlich ein 2 ist, läfst
sich dies nicht genau feststellen.
52. Malthodes fibulatus Kies. kommt nach einer brief-
lichen Mittheilung des Hrn. Letzner auch in Schlesien vor.
53. Mycetoporus elegans Mäkl. ist nach einer brief-
lichen Mittheilung des Hrn. Czwalina in 1 Ex. von Hrn. Kuenow
bei Königsberg gefangen. Diese Art ist neu für Deutschland.
54. Dromaeolus barnabitaVill. wird von Seidlitz (Fauna
balt. ed. II, p. 168) als nur im westlichen Deutschland vorkommend
angegeben. Im Sommer 1887, Anfang Juli wurden von Hrn. Moritz
und mir in Pankow bei Berlin je 2 Stück dieses seltenen Thieres
von Eichengebüsch geklopf. Hr. Ganglbauer sammelte den
Käfer im Prater (Wien) und Spitzy in St. Leonhard (Steiermark).
55. Cantharis livida v. nigripennis Schils. (Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1888, p. 189) ist in v. nögripes umzuändern.
56. Euplectus brunneus Grimm. besitze ich in 1 Ex. auch
aus Thüringen (Franke!). |
57. Sitona lateralis Schönh., obwohl aus ganz Deutsch-
land angegeben, soll nach Stierlin nur in der Krim, in Süd-Ruls-
land und Sieilien vorkommen. Dieser Käfer muls demnach aus
der deutschen Fauna ausgeschieden werden. Ich habe noch kein
Ex. aus Deutschland gesehen und ist diese Art daher absichtlich in
meinem Verzeichnils weggelassen worden.
58. Bryazis tristis Hampe ist von Hrn. Daniel auch bei
München gesammelt worden.
59. Bryazis fossulata v. rufescens Rttr., nach Reitter
vorzugsweise dem Süden angehörig, sah ich aus München, Tirol,
Wörlitz, Kösen; bei Berlin fing ich auch 1 Ex.
zum Verzeichni/s der deutschen Käfer. 343
60. Bryazisfossulata v.aterrimaRittr. ist in den mährisch-
schlesischen Beskiden (Reitter!) und auch bei München (Daniel!)
gefunden.
61. Tychus dichrous Schmidt bei München von Hrn. Daniel
gefunden; Reitter giebt nur Krain und Böhmen an.
62. Neuraphes rubicundus Schaum ist aus der Mark
noch nicht sicher nachgewiesen; die betreffende Bestimmung war
falsch.
63. Cryptocephalus 8-punctatus Scop. ist märkisch.
64. Cis villosulus v. plagiatus Thoms. kommt auch bei
München (Daniel!) vor.
65. Cossonus planatus Bedel ist in der Mark häufig und
in ganz Deutschland verbreitet. Derselbe ist immer für linearis F.
gehalten worden. Bedel stellt die Arten dieser Gattung folgender-
malsen fest:
I. Punktstreifen ebenso breit als die Zwischenräume.
a. Körper niedergedrückt. Punktirung auf dem Halssch.
sehr ungleichmälsig, ziemlich fein an der Seite, zu beiden
Seiten der glatten Mittellinie nach hinten sehr stark
und dichter stehend, Rüssel länger als der Kopf.
planatus Bedel (linearis Schönh.).
b. Körper walzenförmig. Punktirung stark und ziemlich
gleichmälsig. Rüssel kaum länger als der Kopf.
cylindrus Sahlb. (linearis Gyll.)
II. Punkistreifen nur halb so breit als die Zwischenräume.
Rüssel beinahe zweimal so lang als der Kopf.
linearis F., Payk. (parallelepipedus Hbst.)
66. Ciytus figuratus Scop. ist von Hrn. Backhaus bei
Wittenberge, auf der märkischen Seite der Elbe, gefunden.
67. Cyphon padi v. gratiosus Kol. sah in sehr schön
ausgeprägter Zeichnung von München (Daniel!), weniger schön
aus der Mark und aus Mecklenburg; v. discolor Panz. scheint
bei München vorherrschend zu sein. Diese Var. ist sicherlich über
ganz Deutschland verbreitet. In Mecklenburg (Fürstenberg) tritt
dieselbe noch auf. Die gelbe Längsbinde auf den Flgd. ist bei
meinen märkischen Ex. aber weniger scharf begrenzt als bei der
Münchener Form.
68. Anisozia fuscula lllig fing ich im Juli auf der Halb-
insel Zingst (Pommern) in 2 Ex.
344 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen etc.
69. Cteniopus sulphuripes Germ. kommt nicht in der
Mark vor. Es ist darauf immer v. bicolor F. fälschlich bezogen
worden.
70. Omophlus picipesF. soll nach Clasen in Mecklenburg
vorkommen. Jedoch liegt hier gewils eine Verwechselung mit
v. pieipes Redt. vor. Seidlitz, der Kenner unserer nordischen
Fauna, theilt auch diese Ansicht und regte diesen Zweifel an.
71. Podonta nigrita F. ist nicht märkisch. Die Bestim-
mung erwies sich als unrichtig.
72. Bembidion pallidipenne Il. kommt auch bei Gilde-
haus (Bentheim) vor, sonst nur als Küstenthier bekannt (G. de
Vries van Doesburgh!)
73. Anthicus nectarinus Pänz. ist bei Weimar gesammelt
worden (van Doesburgh!).
14. Peritelus leucogrammus Germ. findet sich auch bei
Leipzig (van Doesburgh!).
75. Anozia australis Schönh. ist durch Hrn. van Does-
burgh auch aus Graz (Steyermark) nachgewiesen.
76. Hister gagates Ill. kommt auch bei Karlsruhe vor
(van Doesburgh!).
Hr. van Doesburgh war so freundlich, mir Ex. von den
vorstehenden Arten des Fundortes wegen zu überlassen. Ich hatte
somit Gelegenheit, die Richtigkeit der Bestimmung nachzuprüfen.
77. Bembidion assimile Gyll. v. productum m. Die
Makel am Seitenrande im letzten Drittel der Flgd., die sonst punkt-
förmig ist oder auch fehlen kann, verlängert sich schräg nach innen
und erreicht den 2. Nahtstreifen. Dieselbe ist an der Basis breiter,
verschmälert sich nach innen und macht den Eindruck, als ob sie
2 schräg stehende Makeln verbände. Diese Var., welche dadurch
auf den ersten Blick einem odligquum Strm. ähnlich sieht (die einzeln
stehende Makeln auf den Flgd. abgerechnet) wurde von Hrn. Habel-
mann bei Kösen gesammelt; ein Ex. mit weniger ausgeprägter
verlängerter Makel besitze ich vom Müggelsee in der Mark. Da
eine solche Makelbildung dieser Art nicht eigen ist und dem Käfer
ein fremdartiges Ansehen giebt, möchte ich durch obigen Namen
auf diese auffällige Var. aufmerksam machen.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Synonymische und andere Bemerkungen
zu Dr. Carl W. v. Dalla Torre’s „Synopsis der Insekten
Oberösterreichs“ und „Die Käferfauna von Oberösterreich“.
Von
J. Schilsky in Berlin.
(Fortsetzung und Schlufs.)
Hygrotus inaequalis F. v. fasciatus D. T. (die Binden
auf den Flgd. fliefsen zusammen). Fabr. beschrieb (Syst. El. I,
p- 272 und 275) zwei Formen dieser Art, die erste „ferrugineus,
elytris 'nigris; lateribus inaequaliter ferrugineis“. Diese, obgleich
selten, ist als Stammform zu betrachten. Ex., denen die Zeich-
nungen auf den Flgd. fehlen, kenne ich noch nicht, wohl aber
besitze ich aus Lyon (Villard!), Zingst und vom Altvater Stücke,
wo nur die Makel an der Basis und eine kleine an der Spitze der
Figd. sichtbar ist; die Panzer’sche Abbildung zeigt diese Form.
Bei 1 Ex. aus Königsberg ist dieselbe fast ganz erloschen; v. Uha-
goni Seidl. aus Spanien gehört entschieden hierher. Die zweite
Form beschrieb Fabr. als parvulus: „Niger, thoracis fascia antica
elytrorumque maculis ferrugineis.“ Dieselbe findet sich mit oben
genannter Var. hier hauptsächlich in der Berliner Gegend, letztere
ist als Var. zu betrachten. Aus der Diagnose geht nicht hervor
dals die Binden zusammenfliefsen.
Hygrotus reticulatus F. v. collaris D. T. (Halssch. am
Hinterrande schwarz gesäumt) collidirt mit collaris Panz., welcher
ebenfalls zu dieser Art gehört und sich durch die im hinteren
Drittel der Flgd. unterbrochenen schwarzen Längsbinden aus-
zeichnet. Eine solche von Panzer schön abgebildete Var. besitze
ich nur von Witten (Fügner!) in Westfalen. D. Torre hält die
Form mit schwarzem Hinterrande des Halssch. für selten. Alle
meine Ex. aus der Mark, Westfalen und von Bonn zeigen einen
mehr oder weniger schwarzen Rand; Ex. mit gelbem Halssch.
scheinen hier selten zu sein.
Hydroporus cruz F. wird von Duftschmid (Bd. I, p. 278)
und D. T. als Var. zu pictus gestellt, von Seidlitz (Bestimmungs-
tabelle XI, p. 61) dagegen als eigene Art betrachtet. Duft. giebt
346 J. Schilsky: Synonymische
eine ausführliche Beschreibung derselben. Nach dieser würde cruz F.
dadurch entstehen, dafs die gelblichen Längsbinden von der schwarzen
Randbinde in der Mitte unterbrochen werden und diese mit der
schwarzen Nahtmakel ein Kreuz bildet. Diese Form ist nach
Duft. bei Linz häufig. Die Diagnose des Fabr. (Syst. EI. I,
p. 271): „oblongus ater, coleopteris ferrugineis: cruce atra* würde
sich gut darauf beziehen lassen. Nur die Vaterlandsangabe:
„Habiat in Italiae aquis“ hat Veranlassung gegeben, jener Art nach-
zuspüren. Der crurc F. Schaum unterscheidet sich nun aber
wesentlich von pietus, so dafs Seidlitz ihn in eine ganz andere
Abtheilung versetzt hat. Entweder kommt nun der cruz F. auch
in Oesterreich vor, oder der cruz Duft. ist eine schöne Var. des
pictus, die bisher übersehen worden ist. Material aus der Linzer
Gegend kann da leicht Klarheit schaffen; ich würde solches zur
Prüfung gern entgegen nehmen.
Von Bidessus geminus F. führt Duft. und D. T. folgende
Formen an: a) Wurzel und Spitze der Flgd. sind blafsgelb, die
gezackte Querbinde fehlt: pusillus F., b) an der Wurzel der Fled.
sind statt der Zackenbinde zwei feine blasse Längsstrichelchen:
minimus Schrank, ce) der Seitenrand ist mit diesen 2 blassen Längs-
strichelchen verbunden und zwar derart, dafs der gelbe Seitenrand
nach oben bogenförmig umbiegt und sich mit dem nächsten Längs-
strichelchen verbindet, so dafs an der Wurzel gleichsam 3 blasse
Strichelchen erscheinen: Duftschmidi D. T., Var. b und ec finden
sich auch in der Mark. Sie entstehen, wenn sich die Zackenbinden
in Längsmakeln auflösen.
Hydr. lineatus F. v. unicolor D. T. (die 3—4 gelben Längs-
binden auf den Flgd. fehlen). Diese Form dürfte selten sein. Aus
der Mark besitze ich nur 1 Stück.
Die von Kiesenwetter (Naturgesch. I, 2. Hälfte, p. 62) er-
wähnte Form von Hydr. planus F. var. „elytris testaceis“, welche
ausschliefslich an der Ostsee vorkommen soll, habe ich in 1 Ex.
auch bei Berlin gesammelt.
Hydr. dorsalisF. v.transversalis D. T. (mit einer rothen
Quermakel an der Basis der Flgd.). Diese Art ändert sehr ab:
a) Seitenrand des Halssch. und der Flgd. braunroth. Auf den
Flgd. an der Basis befinden sich 2 Makeln. Stammform des
Fabr. b) Zu a treten noch 2 runde Makeln auf dem Halssch.
auf: dorsalis Panz. c) Die Makeln auf Halssch. und Flgd. ver-
schwinden und nur der Rand des Halssch. und der Flgd. ist röth-
lich gefärbt; v. marginalis m.; aus der Mark. d) Die rothgelbe
und andere Bemerkungen etc. 347
Farbe breitet sich auf den Flgd. so aus, dafs nur der innere Theil
der Basis, die Naht, ein Punkt an der Schulter, ein hinterer
kleiner, die Naht berührender Fleck und ein Längsstrich hinten am
Seitenrande braunschwarz bleiben: figuratus Gyll. e) obige Form
transversalis D. T., letztere habe ich auch aus Köslin (Lüllwitz)
erhalten.
Hydr. palustris L. v. limbatus D. T. (Seitenrand der Flgd.
ganz hellgelb). Diese Var. besitze ich auch aus der Mark; da-
gegen ist der typische palustris L. hier häufigste Form; v. apt-
calis Schils. (Vergl. D. Ent. Zeitschr. 1888, p. 183, 46) ist aus Ver-
sehen in meinem Verzeichnifs fortgelassen. Das Fehlen der beiden
Aeste macht dieselbe sofort kenntlich.
Rantus adspersus F. v. maculicollis D. T. (Hinterrand
des Halssch. schwarz). Die typische Art hat ein einfarbig gelbes
Halssch.
Rantus ezoletus Forst. v. melanotus D. T. (Scheitel und
ein Theil des Hinterrandes vom Halssch. schwärzlich) = ad-
spersus Panz. l
Ilybius fenestratus F. v. evanescens D. T. (Flgd. obne
Makeln) = aeneus Panz., Illig. Diese Var. wird in der „Käfer-
fauna“ nochmal als canescens D. T. angeführt; hier liegt offenbar
ein Druckfehler vor.
Platambus maculatus L. v. praetexzta D. T. (Vorder- und
Hinterrand des Halssch. schwärzlich) ist die typische Form.
Agabus congener Payk. v. fuscotestaceus D. T. (Flgd.
gelbbraun) gehört wahrscheinlich zu v. foveolatus Muls. (Vergl.
Seidlitz, Bestimmungstab. XV, p. 92).
Agabus guttatus Payk. v. unicolor D. T. (Flgd. ohne
Makel).
Phylidrus testaceus F. v. maculicollis D. T. (Scheitel
und das Halssch. theilweise schwärzlich); 1 Ex. besitze ich auch
aus der Mark. Da die Farbe bei dieser schwierigen Gattung eine
grolse Rolle spielt, so ist diese Form besonders beachtenswerth.
Kuwert erwähnt eine solche Var. nicht.
Phylidrus melanocephalus F.v.frontali D. T. (Kopf theil-
weise schwärzlich) ist wahrscheinlich frontalis Er. Kuwert hat
den sehr dürftig beschriebenen melanocephalus F. ganz unbeachtet
gelassen.
Laccobius cupreus D. T. „Flgd. kupferfarbig, roth, am
Seitenrande kaum heller. 2 mill. Wildhering zwischen Algen mit
348 J. Schilsky: Synonymische
minutus 2 Ex. gefangen“. Ob diese Art wirklich neu ist, IT sich
nach der kurzen Beschreibung nicht feststellen.
Limnebius truncatellus Thunb. v. testaceus D. T. (Beine
gelbbraun).
Helophorus nubilus F. v. nigromaculatus D. T. (Flgd.
schwarz gesprenkelt). Fab. kennzeichnet die Art mit „griseus“.
Heloph. grandis 1llig. v. alpigena D. T. (Flgd. dunkel-
metallgrün). Da eine solche Form nur auf Alpen in dieser Fär-
bung vorkommen soll, ist dieselbe beachtenswerth.
Ochthebius ezculptus Germ. v. viridiaeneus D. T. (Figd.
grün) = viridiaeneus Curtus und Stammart des Germ.; v. ob-
scurus D. T. (Flgd. braun) = suleicollis Strm.; v. melanes-
cens D.T. (Flgd. schwärzlich) —= tristis Curtis. Nach Kuwert
(Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, p. 371) käme tristis nur in Britannien
vor, was hiermit widerlegt wäre.
Ochthebius pygmaeus F. v. rufipes D. T. (Beine roth)
ist Stammform; v. flavipes D.T. (Beine hellgelb) ist ein frisches
Stück und nicht auffällig.
Ochthebius foveolatus Germ. v. brunneus D. T. (Figd.
braun); v.niger D. T. (Flgd. schwarz). Eine von diesen Formen
muf[s die Stammart bilden, welche dies aber ist, kann ich nicht
entscheiden, da ich Germar nicht besitze.
Hydraena riparia Kug. v. melas D. T. (Flgd. schwarz);
v. brunnea D. T. (Flgd. braun); v. Zaevis D. T. (Figd. blafs-
braun); /aevis ist mit Ödrunneus zu verbinden. Letztere ist als
Stammart zu betrachten (Vergl. Illig., Käfer Preuss. p. 279).
Sphaeridium bipustulatum F. v. basale D. T. (Flgd. mit
rother Makel am Grunde) = 4-pustulatum Marsh.
Cercyon plagiatus Er. v. basalis (Flgd. mit schwärz-
lichem Grunde). Nach Erichson, Käf. der Mark, p. 218 ist dies
die Stammform und einfarbige Thiere werden als Var. angeführt;
v. marginecollis D. T. (Halssch. mit hellen Rändern) wird sich
am häufigsten unter der Erichson’schen’ Var. finden.
Cercyon haemorrhoidalis F. v. apicalis D. T. (Figd.
schwarz mit rothbrauner Spitze) ist Stammform.
Cercyon obsoletus Gyll. v. odscurus D. T. (Flgd.
schwarz); v. tristis D. T. (Flgd. braun). Gyllenhal beschreibt
seine Art (Bd. I p. 107): „elytra nigra, apice et margine postico
obsolete et indeterminate rufo-picea*“.
Megasternum bolitophagum Marsh. v. brunneum D.T.
(Flgd. braun) und v. ferrugineum D. T. (Flgd. rostroth) sind
und andere Bemerkungen etc. 349
auf frische Stücke zurückzuführen. Marsham beschreibt die Art
(Ent. brit. p. 72) „elytris apice fuscis“.
Aleochara fuscipes Grav. v. unicolor D. T. („elytris uni-
coloribus, piceis“) —= lata Grav.
Myrmedonia canaliculata Er. v. aethiops D. T. („tota
nigra“). Weder Erichson noch Kraatz erwähnt diese auffällige
Form; fast möchte ich in der Bestimmung Zweifel hegen.
Tachinus flavipes F. v. humeraloides D. T. („margi-
nibus prothorace flavis“) = flavomarginatus Goeze?, sicher aber
casteneus Grav. (dubius Gyll.). Vergl. Erichson, Naturgesch.
II, p. 404 und Käf. d. Mark p. 398.
Tachyporus chrysomeloides L. v. bimaculatus D. T.
(„elytris bipunctatis, macula scutella divisa*). Kraatz und Erichson
erwähnen diese Form nicht.
Conurus pubescens Payk. v. circumcinctus D. T. (Flgd.
braun, gelb umrändert) mufs mit sericeus Boisd. und festaceus F.
zu den frischen Formen gerechnet werden und fällt wenig auf.
Quedius fulgidus F. v. morio D.T. („elytris totis nigris“)
= variabilis Gyll. (nitidus Grav.); fulgidus F. ist mit röthlichen
Flgd. beschrieben, der anus wird subferrugineus bezeichnet; bei
bicolor Redt. ist der ganze Hinterleib einfarbig schwarz.
Emus hirtus L. v. sulfureus D. T. (mit rein schwefelgelber
Behaarung). Diese Var. beruht wahrscheinlich auf frische oder in
Spiritus gelegene Stücke, aufserdem ist der Unterschied zwischen
gold- und schwefelgelb nicht so bedeutend.
Ocypus olens Müll. v. ferrugineus D. T. (Fühlerglieder
braunroth) wird von Erichson, Käf. d. Mark p. 459 als Stamm-
form betrachtet. Die Spitze ist wohl meist bräunlich.
Epuraea obsoleta F. v. marginata D. T. (Halssch. und
Flgd. braun, gelb gerandet) sieht in der Färbung einer parvula
recht ähnlich und verdient mit Recht eine Bezeichnung; v. macu-
lata D. T. (Flgd. gelb, braun gefleckt) ist 2-punclata Heer,
wenn D. T. nur 2 dunkle Makeln auf der Scheibe damit meint, eine
Form, die weit verbreitet ist. Sollte dies jedoch nicht der Fall
sein, so würde ich darauf Ex. beziehen, welche 2 schwärzliche
Makeln auf der Scheibe und 2 ebenfalls scharf begrenzte
schwärzliche an der Spitze der Flgd. zeigen. Alle diese Formen
finden sich auch in der Mark. Die hellen einfarbigen Thiere
bilden die Stammart.
Nitidula rufipes L. v. marginata D. T. (Seiten des Halssch.
braun); v. bicolor D. T. (Seiten des Halssch. und der Flgd.
350 J. Schilsky: Synonymische
braun). Beide Formen fallen wenig auf, da der Seitenrand des
Halssch. und der Flgd. häufig röthlich durehschimmert.
Trogosita coerulea Ol. v. viridis D. T. (Figd. grün)
= virescens Ross.
Tenebroides mauritanica L. v. nigra D. T. (Flgd.
schwarz) ist Stammart; v. picea D. T. (Flgd. pechbraun);
v. ferruginea D. T. (Flgd. rostroth). Beide Var. sind unaus-
gefärbte Formen.
Ostoma grossum L. v. brunneum D.T. (Flgd. braunroth).
Linne beschreibt die schwarze Form. Es finden sich alle Farben-
übergänge vom hellsten Braun bis zum Schwarz; brunneum ist
daher als frischere Form zu betrachten.
Ostoma ferrugineumL. v.nigricans D.T. (Flgd. schwarz).
D. T. nennt dieselbe sehr selten. Eine solche Form ist, so viel
ich mich erinnere, noch nicht bekannt.
Ostoma oblongum L. v. ferrugineum D. T. (Filed. rost-
roth) ist die frischere Form; v. nigrum D. T. (Flgd. schwarz)
ist von Linne als Stammform beschrieben.
Synchitodes crenata F. v. nigra D. T. (Figd. schwarz)
ist Stammart; v. castanea D. T. (Flgd. dunkelrothbraun) und
v. ferruginea D. T. (Flgd. rostroth) sind unreife Formen und
schon von Fabr. als rufipennis beschrieben.
Corticaria pubescens Gyll. v. testacea D. T. (Halssch.
und Flgd. gelblichbraun) ist die unausgefärbte Form.
Tritoma 4-pustulata L. v. 2-pustulata Schils. — ante-
maculata D. T. (die beiden hinteren Makeln fehlen); v. post-
macularis D. T. (die vorderen Makeln fehlen); v. impustulata
Schils. = unicolor D. T. (Flgd. einfarbig schwarz) = erytro-
cephala (Parr.) Er. (ruficeps Oezk.). Nach Erichs. kommt diese
ausgezeichnete Var. auch in Steyermark und Krain vor.
Anthrenus scrophulariae L. v. albida D. T. (Flügel-
deckennaht weils) — histrio F. (verbasci Hbst.); v. flavida
D. T. (Naht gelb) ist Stammart.
Trinodes hirtus F. v. ater D. T. (Figd. schwarz) ist
Stammform; v. castanea D. T. (Flgd. braun) und v. testacea
D. T. (Flgd. hellbraungelb) sind unausgefärbte Ex.
Cistela (Byrrhus) signata Panz. v. atra D. T. (Flgd.
schwarz) ist Stammart; v. fusca D. T. (Flgd. schwarzbraun) und
v. semiatra D. T. (Flgd. graubräunlich, Halssch. schwarz) lassen
sich als unausgefärbte Formen nicht aufrecht erhalten.
und andere Bemerkungen etc. 351
Cytilus varius F. v. tessellatus D. T. („elytris viridibus,
interstitiüis alternis nigro fuscove tessellatis“). Reitter benennt in
seiner Tabelle IV, p. 14 diese Var. auch tessellatus. Torre (1879)
hat daher Priorität vor Reitter (1881).
Systenocerus scaraboides_L. v. azureus D. T. (Unterseite
schwarz, Oberseite lasurblau); v. chlorizans D. T. (Unterseite
schwarz, Oberseite grün); v. coeruleus D. T. (Unterseite roth,
Oberseite blau) ist ein 2; v. veridis D. T. (Unterseite roth, Ober-
seite grün) ist ein Q; v. diabolus D. T. (ganz schwarz); azureus
verbinde ich mit chalybaeus Er. Linne beschrieb seine Art
„eoerulescente-niger“. Mulsant (Lam. p. 595, ed. I) führt als Var.
an: virescens (Farbe des Körpers metallischgrün mit bläulichem
Schein) und viridiaeneus (Kopf und Halssch. blaugrün. Filgd.
grün oder bronzefarbig); chlorizans D. T. würde ich mit viresrens
Muls. unbedenklich verbinden.
Onthophagus lemur F. v. cinctus D. T. (Flgd. mit einer
schwarzen Binde) = curvicinctus Muls.
Onthophagus fracticornis Preyssl. v. bicolor D. T. (Filed.
mit einer schwarzen Binde); wird die Binde sehr breit, so dass
nur noch die Spitze und die Basis der Flgd. gelblich bleibt, so
entsteht marginatus Muls., mit der bicolor zu verbinden ist. Diese
Form ist immerhin selten und auffällig.
Geotrupes spiniger Mrsh. v. auratus D. T. (unten gold-
grün, oben kupferroth); v. veridiauratus D.T. (ganz goldgrün);
v. violaceus D. T. (veilchenblau); v. tristis D. T. (braunroth).
Hier liegt offenbar ein Bestimmungsfehler vor; spiniger Mrsh.
bildet meines Wissens keine Farbenvarietäten, sondern mutator
Mrsh. Westhoff hat nun von mutator folgende Var. benannt:
chlorophanus (die ganze Oberseite schön goldig grün), purpurascens
(Oberseite röthlich violett) und violaceus (Oberseite veilchenblau).
Es würde, wenn eine Verwechselung stattgefunden hat, demnach
chlorophanus Westh. —= viridiauratus D. T., violaceus Westh.
— violaceus D. T., purpurascens Westh. = auratus D. T. sein.
Geotrupes sylvaticus Panz. v. violaceus D. T. (Figd.
violett); v. viridis D. T. (Flgd. grün). Auch Duft. erwähnt
diese Var. Mir ist eine grüne Var. von sylvaticus nicht bekannt.
Nach D. T. ist dieselbe dort nicht selten. In der Mark habe ich
nur die schwarzblaue Stammform beobachtet.
Serica holosericea Scop. v. nigra D. T. (Figd. schwarz)
ist als Stammform zu betrachten; v. nitens D. T. (Flgd. mit
schwarzen braunschimmernden Flgd.) ist nicht auffällig; v. rufa
352 J. Schilsky: Synonymische
D. T. (Figd. rothbraun) = fusca Muls.; v. testacea D. T. (Flgd.
gelbbraun) = pellucida Sulz. Die beiden letzten Var. beziehen
sich auf frische Stücke.
Polyphylla fullo L. v. testacea D. T. (Flgd. gelbbraun)
= marmorata Muls.
Melolontha hippocastani F. v. discoidalis D.T. („thoracis
disco, ano, pedibus rufis, vulgo „Türk.*); v. rez D. T. (capite
clypeo thorace, ano et aculeo (pygidio) pedibusque rufis, vulgo
„König“ oder „Kapuziner*).
Mel. vulgaris F. v. pulcherrima D.T. („capite thorace atro
viridi“). Alle unsere märkischen Stücke zeigen einen grünlichen
Schein auf Kopf und Halssch. Linne beschreibt seinen Scara-
baeus Melolontha, den Fabricius unbefugter Weise in Melolontha
vulgaris umgetauft hat, mit einem rothen Halssch. Diese Form
muls als Stammform betrachtet werden. Fabricius sagt von
seinem vulgaris: „Variat thorace rufo et nigro“; v. ruficollis
Muls. würde demnach mit der Linne’schen Stammart zusammen-
fallen. Bisher ist die Form mit schwarzem Halssch. als Stamm-
form betrachtet worden. Fabr. gewährt dafür aber keinen Anhalt,
sondern eher das Gegentheil, denn er eitirt Scarab. Melolontha L.
als identisch mit seiner vulgaris.
Phyllopertha horticola L. v.nigra D.T. (Flgd. schwarz-
braun) = obscura Prell.; v. maculata D. T. (Flgd. buntfleckig)
= macularis Muls.; rufipes D. T. (Beine mehr oder weniger
gelbroth) bezieht sich nach Erichson (Bd. Il, p. 631) nur auf 9;
v. metallica D. T. (Halssch. und Schildehen metallisch grün)
— viridicollis Deg. (adiaphora Poda). Die Stammart beschreibt
Linne „capite collarique coeruleo, elytris pallidis striatis“.
Anomala aenea Deg. v. coerulescens Schils. = v. cyanea
D. T. (ganz dunkelblau); v. bicolor Schils. = bicolor D. T.
(Flgd. dunkelblau, Halssch. dunkelgrün); v. aurulenta D. T.
(ganz goldgrün) = aenea Deg., also Stammform; v. virescens
Schils. lässt sich damit gut vereinigen; ich wollte nur Ex., die ein
einfarbig grünes Halssch. haben, was nicht gar zu häufig ist, be-
sonders kenntlich machen; die Farbe der Flgd. kam bei mir
weniger in Betracht; v. fricolor D. T. (Flgd. braun, Halssch.
blau mit gelbem Rande); v. marginalis D. T. (wie tricolor, aber
das Halssch. ist bronzefarbig mit gelbem Rande); v. collaris D.T.
(wie marginalis, am Grunde des Halssch. mit einer gelben Makel)
ist die von Hbst. auf Taf. 25 Fig. 9 abgebildete dubia Scop.,
Laich. Obgleich die meisten Autoren die grolse Variationsfähig-
und andere Bemerkungen etc. 353
keit dieses Käfers hervorheben, erwähnt doch niemand die Makel
auf dem Halssch., selbst Herbst nicht, trotzdem er diese Form
abbilden läfst. Die Abbildung in Ratzeburg zeigt ebenfalls eine
Makel am Hinterrande des Halssch.; v. comma D. T. (braungelb
mit einem blauen Wisch an der Spitze jeder Flgd.).
Ich gebe zur Orientirung eine Zusammenstellung der mir vor-
liegenden Beschreibungen:
l. aenea Deg. Halssch. und die ganze Oberseite metallisch
grün.
2. Frischi F. Schwarzgrün, Flegd. gelblich; Frischi Hbst.
hat grünes Halssch., lichtbraune Figd. und gelben Halsschildrand;
v. marginata Schils. ist hiermit identisch.
3. dubia Scop. a) Halssch. schwarzblau, Rand und Rücken
der Figd. gleichfarbig. b) schwarzblau, Kopf und Halssch. mehr
grün, dubia Laich. umfalst alle Var., ist als die beste älteste Be-
schreibung zu betrachten. Scop. und Laich. haben aber auch
oblonga F. vor sich gehabt.
4. julii F. Metallisch grün, Flgd. dunkel, julis Payk. ist
jedoch nicht mit derselben identisch, sondern ist dunkelblaugrün,
Halssch. an den Seiten kaum heller, Flgd. gelblich; nur seine
Var. b bezieht sich auf julw F.; julis Duft. vereinigt ebenfalls in
seinen zahlreichen Var. beide Arten, die aenea Deg. und oblonga.
5. cyanocephalaF. (= coeruleocephala Oliv.): schwarzblau,
Fled. gelblich, Naht rothbraun.
Valgus hemipterus L. v. rufo-squamata D.T. (mit roth-
braunen Pünktchen besäet).
Athous longicollis Oliv. v. unicolor D. T. (Flgd. gelb-
braun) ist Stammart; v. bicolor D. T. (Filed. gelbbrain, Naht und
Seitenrand schwärzlich) = marginellus Hbst. d.
Cantharis pellucida F. v. mirabilis D. T. (mit brauner
Flügeldeckenmakel) aus dem Salzkammergut ist, wenn richtig be-
stimmt, eine noch unbekannte interessante Form.
Podabrus alpinus Payk. v. melancholicus D. T. (Filed.
schwarz) = annulatus Kies.; v. necrophorus D. T. (Körper
schwarz bis auf Mund, Halsschildseiten und Schienen) ist nach
Gyllenhal Stammform.
Tillus rugulosus D. T. „Von elongatus L. durch sehr tiefe
Sculptur des Körpers und glanzlose Oberfläche unterschieden“, ist
als n. sp. recht dürftig beschrieben, verdient aber die Aufmerksam-
keit der Samnler.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 23
354 J. Schilsky: Synonymische
Homalisus Fontisbellaguei Fourer. v. nigricans Schils.
—= monochloros D. T. (Flgd. ganz schwarz); v. necrochloros
D. T. (mit verschwindend schmalem Mittelstreifen) bezieht sich auf
die Stammform.
Bolitophagus reticulatus L. v. brunneus D. T. (Flgd.
braun) ist die von Linne (Syst. Nat. II, 572, 20) beschriebene
Stammform; dagegen ist crenatus F. und gibbus Panz. auf schwarze,
ausgefärbte Ex. zu beziehen.
Uloma culinaris L. v. tristis D. T. (tiefschwarz) finde ich
nirgend erwähnt.
Podonta nigritaF. v.paradozaD.T. (Flgd. an der Spitze
mit einem gelblichen Wische).
Oedemera nobilis Scop. v. magica D. T. (Flügeldecken-
feld blau, Aufsenrand und Spitze goldgrün).
Hylastes cunicularius F. v. pudicus D.T. („elytris brun-
neis“) ist ein frisches Stück, wie solche in allen Stadien der Ent-
wickelung namentlich bei Borkenkäfern vorkommen.
Tomicus typographus L. v. testaceus D. T. (Flgd. hell-
gelb); v. brunneus D. T. (Flgd. braunroth) sind frische Stücke;
dasselbe gilt von denselben Var. des serdentatus Börn. und
lariciıs F.
Callidium variabile L. v. unicolor D. T. (Filed. blau)
betrachte ich als die Stammform (Vergl. Gyll. IV, 72); v. bicolor
D. T. (schwarz mit röthlichgelben Fühlern, Halssch. und Schenkeln);
v. tricolor D. T. (gelbroth mit dunkelgelben Flügeln und schwarzer
Unterseite).
Anaglyptus mysticus L. v.monachus D.T. (ganz einfarbig
schwarze Form) = v. hieroglyphicus Hbst.
Chrysomela oricalcia Müll. v. viridiaenea D. T. und
v. nigro-aenea D. T. verbinde ich mit v. /Zamina F. („viridi-
aenea“); v. violaceopurpurea D. T. (Flgd. purpurviolett), v. coe-
ruleo-viridis D.T. und v. nigro-coerulescens D. T. = lae-
vicollis Oliv.; v. viridescens D. T. ist mit lamina F. zu ver-
einigen. Uebergangsfarben würde ich von der Benennung aus-
schlielsen.
Melasoma vigintipunctata v. rhodoptera D. T. (Flgd.
mit rothbraunem Grunde).
Galeruca pomonae Scop. v. hemichroaD.T. („elytris basi
brunneis, apice nigris“).
Lochmaea capreaeL. v. grisea D.T. und v. testacea D.T.
—= pallidipenne Küst.
und andere Bemerkungen etc. 355
Cassida murraea L. v. capucina D.T. (Flgd. rostroth) ist
Stammform, v. maculata L. ist die grüne Form.
Schlufsbemerkung.
Nach Dalla Torre kommen in Oberösterreich, aufser den an-
geführten Var., noch folgende Arten und Var. vor, die von Redt.
in seiner Fauna austriaca nicht angeführt sind, oder in meinem
Verzeichnils als in Oesterreich vorkommend, noch nachgetragen
werden müssen.
Cicindela campestris L. v. connata Heer und nigrescens Heer,
C. germanica L. v. obscura F., v. coerulea Hbst. und v. sobrina
Gory, Cychrus caraboides L. v. elongatus Hoppe, attenuatus F.,
Megadontus obliquus Thoms. v. erasperatus Dft., Carabus clathratus
L., auch in Tirol und Oesterreich, arvensis Hbst. v. pomeranus
Oliv., Nebria livida L. v. lateralis F., Bembidion obliguum Strm.,
Chvina fossor v. discipennis Schaum, Dyschirius chalceus Er.,
Licinus cassideus F. und depressus Payk., Badister unipustulatus
Bon., B. 2-pustulatus F. v. lacertosus Strm. und v. binotatus Fisch.,
B. sodalis Dft. v. dorsiger Dft., Harpalus rufitarsıs Dft. v. ignavus
Dft. und v. nitidus Strm., H. rubripes Dft. v. marginellus Dej.,
H. flavicornis Dej., H. dimidiatus Ross., Bradycellus placidus Gyll.,
Stenolophus elegans Dej., St. brunnipes Strm., St. meridanus L.,
Badius consputus Dft., Amara tibialis Payk. v. viridis Dft., Abaz
carinatus Dft. v. porcatus Dft., Pterostichus foveolutus Dft. v. viridis
Letz. und v. nigricans Letz., Steropus cylindricus Hbst., Calathus
fuscipes Goeze v. punctipennis Germ., Deronectus platynotus Germ.,
Hydroporus alpinus Payk., Hydr. obscurus Strm., Hydr. oblongus
Steph., Hydrochus nitidicollis Muls., Hydraena nigrita Germ., Helo-
phorus avernicus Muls., H. glacialis Villa, H. dorsalis Marsh., Helo-
chares lividus Forst. v. dilutus Er., Pelochares versicolor Waltl,
Leptusa gracilis, Microglossa marginalis Gyll., Calodera riparia Er.,
Homalota triangulum Kr., Quedius plancus Er., Qu. limbatus Heer,
Qu. semiaeneus Steph., Staphylinus olens Müll. v. curtipennis Mot.,
Anthophagus spectabilis Heer, Bryazis tristis Hamp., Cartodere
ruficollis Mrsh. v. concinna Mannh., Corticaria longicollis Zett.,
Meligethes nanus Er., Cistela pilula L. v. oblonga Strm., C. fasciata
v. aurofasciata Dft., Ammoecius corvinus Er., Geotrupes vernalhs
L. v. autumnalis Er. und v. alpinus Hagenb., Homaloplia ruricola
F. v. humeralis F. und v. atrata Fourer., Anomala aenea Deg.
v. julii Payk., Tropinota squalida L., Drasterius bimaculatus Ross.
25*
356 J. Schilsky: Synonymische und andere Bemerkungen etc.
v. fenestratus Küst. und v. variegatus Küst., Adrastus pallens F.
v. limbatus Payk., Helodes minutus L. v. laetus Panz., Mylabris lentis
Boh., Otiorrhynchus bisulcatus F. v. longicollis Gyll., O. giraffa
Germ., Trachyphloeus laticollis Boh., Sciaphilus barbatulus Germ.
und scitulus Germ., Phyllobius pomonue Oliv. v. cinereipennis Gyll.,
Liparus glabrirostris Küst., Acalyptus carpini Hbst. v. alpinus Villa,
Äylechinus pilosus Ratz., Cryphalus piceae Ratz. und abietis Ratz.,
Pityophthorus exculptus Ratz., Coccotrypes dactyliperda F., Acmaeops
smaragdula F.? (D.T. giebt alpina Laich. = strigilata Redt. non
F. an). Im Cat. v. Stein und Weise ed. II ist alpina Menetr.
syn. zu smaragdula F.; ob nun alpina Laich. und alpina Menetr.
identisch sind, ist noch nicht erwiesen. Ganglbauer eitirt in
seiner Tab. VII alpina Laich. nicht). Judolia erratica Dalm.,
Orsodacna cerast L. v. limbata Oliv. und v. glabrata Panz., Donacia
cinerea Hbst., Plateumaris sericea L. v. micans Panz., Cryptocephalus
distinguendus Schneid., Phytodecta flavicornis Suffr., Crepidodera
melanostoma Redt.
Nach Fournel und Gehin (Insectes col. des environs de
Metz 1846), die ich erst während des Druckes meines Verzeichnils
erhielt und daher nicht mehr ganz aufnehmen konnte, würden noch
folgende Arten und Varietäten aus Lothringen resp. Metz die west-
deutsche Fauna ergänzen:
Autocarabus auratus L. v. picipes Letz., Carabus cancellatus F.
v. ezcisus Schaum, Nebria castanea Bon. (nach Habelmann auch
im Schwarzwald), Notiophilus A-punctatus Dej., Bembidion obligquum
Strm., B. testaceum Dft. v. oblongum Dej., B. fluviatile Dej.,
B. harpaloides Sciv., Tachys sexstriatus Dft. v. angustatus Dej.,
Chvina fossor L. v. diseipennis Schaum, Chlaenius festivus Panz.,
Dichirius intermedius (Vogesen), Harpalus laevicolhs Dft. v. satyrus
Strm., Harpalus melancholicus Dej., H. fuliginosus Dft., Pterost.
melas Creutz., Steropus madidus F. v. concinnus Strm., Orites
negligens (Bitsch), Cymindis variolosa F., Dromius fenestratus F.,
Polystichus fasciolatus Ross., Haliplus badius Aub., Coelambus paral-
lelegrammus Ahr., Deronectes opatrinus Germ. (Vogesen), D. de-
pressus F. (Vogesen), Agabus serricornis Payk. (Vogesen), Sta-
phylinus flavocephalus Goeze, Metoponus brevicornis Er. (von Hrn.
C. Fischer auch bei Mühlhausen i. Els. in Mehrzahl gesammelt),
Stilicus Erichsoni Fauv., Stenus bifoveolatus Gyll. (Meurthe),
St. pumilus Er. (Meurthe), Acrognathus mandibularis Gyll., Olophrum
assimile (Meurthe), Otenistes palpalis Reichenb., Coraebus undatus F.,
Xylophilus almi F., Athous rhombeus Oliv., A. Zebei Bach, A. dif-
formis Lac., Agriotes gallicus Lae.
Von Aromia maschata_L. wird eine var. nigra ohne jegliche
Beschreibung von Gehin et Fournel angeführt. Wenn damit eine
schwarze Var. mit schwarzer Oberseite gemeint ist, so wäre eine
solche Form noch nicht bekannt und von Interesse.
——
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1839. Heft IL]
Berichtigungen und Ergänzungen zum Verzeichnils der
deutschen Käfer.
Von
J. Schilsky in Berlin.
Zweiter Theil.
Bembidion tenellum Er. v. triste Schils. erhielt ich nun-
mehr auch aus der Mark (Finkenkrug).
Bemb. Mannerheimi Sahlb. besitze ich in 1 Ex. aus Bozen
(Ludy!). Dafs dies Thier die Südgrenze unseres Faunengebietes
erreicht und wahrscheinlich auch in Oesterreich vorkommen wird,
war noch nicht bekannt.
Bemb. ceribrum Duv. gehört der deutschen Fauna (Thüringen)
an (Vgl. Deutsche Ent. Zeitschr. 1876, p. 134).
Hydroporus palustris L. v. vittula Er. ist märkisch. Von
v. lituratus Pz. besitze ich 2 Ex. von Königsberg (Steiner!) als
vagepictus Fairm. eingesendet. Letzterer soll nach Kolenati auch
bei Görz vorkommen; wahrscheinlich liegt hier derselbe Bestim-
mungsfehler vor (Vgl. Wien. Ent. Monatsschrift 1860); v. lituratus
Pz. besitze ich mehrfach aus Lyon (Villard!), aus Gildehaus bei
Bentheim (van Doesburgh!) 1 Ex. In der Mark scheint diese Var.
zu fehlen.
Hydroporus striola Gyll., nach Seidlitz (Bestimm.-Tab. XV,
p- 70) nur in Lappland, soll nach v. Fricken und Westhoff auch
im Münsterlande vorkommen. Da an bezeichneter Stelle aber
vittula Er. als Synonym angeführt wird, so vermuthe ich, dafs
durch die falsche Zusammenziehung beider Arten jener Irrthum
entstanden ist und die Angabe des Seidlitz noch nicht bezweifelt
werden darf.
Cryptopleurum crenatum Pz. erhielt ich aus der Grafschaft
Bentheim (van Doesburgh!). Diese Art ist gewils über ganz
Deutschland verbreitet und war fälschlich immer zu atomarvum
gestellt worden.
Heterocerus femoralis Er. findet sich nach Küster (XVII, 36)
auch in Pommern, Bayern und bei Triest, erreicht also die Südgrenze
von Deutschland.
308 J. Schilsky: Bemerkungen und Berichtigungen
Macronychus 2-tuberculatus Müll. wurde nach Küster
(XVI, 1) am Rhein, in Sachsen und Oesterreich gefunden.
Homalota pagana Er. ist märkisch. Hr. Stockmann über-
sandte mir ein bei Finsterwalde gesammeltes Ex. zur Ansicht.
Euplectus Duponti Aub. erreicht in Oberkrain die Südgrenze
unseres Gebietes. Hr. Ludy übersandte mir aus Stein bei Lai-
bach 1 d..
Cercus fulvus Er. = v. pallidus Heer ist nach Erichson
(Germar Zeitschr. IV, p. 232) von Schüppel bei Triest gesammelt.
Cercus dalmatinus Strm. findet sich nach Küster (XIV, 41)
bei Triest, in Oesterreich und bei Erlangen. Diese Art erreicht
demnach auch die Südgrenze unseres Gebietes. |
Brachypterus unicolor Küst. sah ich in 1 Ex. von Creta
(Reitter!), aus Sardinien (Viertl!) und aus der Coll. des Herrn
Dr. Kraatz. Nach diesen Ex. vermag ich einen specifischen Unter-
schied zwischen glaber Newm., den ich aus Dalmatien (Karamann!)
und der Mark zahlreich in allen Gröfsen besitze, nicht zu finden.
Auch die ausführliche Beschreibung von Küster bietet für eine
specifische Trennung wenig Anhalt. Entweder hatte ich die richtigen
Stücke nicht vor mir, was möglich, da dieselben pechbraune Vorder-
schenkel zeigten, oder unicolor Küst. ist mit glaber Newm. identisch.
Mehr Material aus Sardinien kann da erst Klarheit schaffen.
Brachypterus flavicornis Küst. Für diese Art hatte ich
ein Stück, welches mir Hr. Letzner aus der Breslauer Gegend zur
Bestimmung übersandte. Das Ex. war nicht sehr gut erhalten und
ich bin in der Bestimmung daher nicht ganz sicher. Da diese Art
für Deutschland aber neu wäre, so gebe ich die Diagnose aus
Küster (XV, 40) wörtlich wieder. „B. niger, nitidulus, parce
punctatus, tenuiter pubescens; thorace lateribus rotundato, angulis
posticis obtusis; elytris cupreo-micantibus; mandibulis, antennis totis
pedibusque ferrugineo-rufis. — Long. $ mill.; lat. 2 mill.“
„Das Halsschild ist schön gerundet, Fühler und Beine ein-
farbig rostroth. Das 2. Glied der Kolbe ist so lang als das erste,
das letzte länger, abgerundet. Kopf fast dreieckig, sanft gewölbt,
rauh punktirt, schwarz, dünn greis behaart. Lefze schwarz, Man-
dibeln gelbroth mit dunkler Spitze. Halsschild kurz, quer,
in der Mitte doppelt so breit als lang, vorn fast gerade abgeschnitten,
mit abgerundeten Ecken, an den Seiten gerundet, hinten etwas
stärker eingezogen, Hinterecken stumpf. Basis beiderseits schmal
aber deutlich ausgerandet, Oberseite sanft gewölbt, wenig dicht
aber stark punktirt, Schildehen dreieckig punktirt. Flgd. wenig
zum Verzeichnifs der deutschen Käfer. 359
schmäler als das Halsschild, von der Schulter bis vor die Mitte
sehr schwach verbreitert, nach hinten aber so schwach verschmälert,
hinten gemeinschaftlich sehr flach dreieckig ausgerandet; oben sanft
gewölbt, glänzend, kupferschimmernd, mit dünner greiser
Behaarung. Die beiden letzten Hinterleibssegmente fein punktirt,
dünn greis behaart, der Rand des vorletzten röthlich durch-
scheinend.“
Obgleich aus Italien beschrieben, wird sich diese Art hoffentlich
in Deutschland weiter finden lassen.
Bacanius rhombophorus Aub. nach Küster (XIV, 46) bei
Erlangen.
Cyllodes ater Hbst. ist nach Küster (XX, 10) in Pommern
gefunden.
Anthrenus scrophulariae v. stgnatus Er. findet sich nach
Küster (XX, 17) auch in Illyrien.
Curimus lariensis Villa sammelte Hr. Ludy in Oberkrain.
Rhizotrogus ruficornis F., von Herbst (Bd. III, p. 86) als
marginatus beschrieben, ist märkisch. Meines Wissens ist dieser
Käfer in der Mark nicht wieder gefunden. Herbst sagt aber aus-
drücklich: „Ich habe diesen Käfer nur einmal einige Meilen von
hier finden können“. Sollte diese Art ganz verschwunden sein?
Nach Schreiber soll rufßcornis in der Mosigkauer Haide vorkommen.
Anisoplia austriaca Hbst. (Bd. 11, p. 99) wird aus Oester-
reich und Böhmen angeführt. Lockay zählt diese Art in seinem
Käferverzeichnifs von Böhmen nicht auf.
Trichius abdominalis Men. ist von Hrn. van Doesburg bei
Gildehaus in der Grafschaft Bentheim gefangen worden. Dies
dürfte wohl der nördlichste Fundort sei. Ein 2 davon befindet
sich in meiner Sammlung.
Haplidia transversa F. nach Küster (XVII, 59) auch in
Illyrien.
Gymmopleurus Geoffroyi Sulz. findet sich nach Küster
(XVII, 48) auch in Illyrien und Böhmen.
Gymn. canthartus Er. kommt nach Küster (XVII, 50) auch
bei Triest und in Istrien vor.
Onthophagus camelus F. nach Herbst (Bd. II, 205) bei
Dresden, nach Küster (XX, 33) auch in Böhmen.
Onth. semicornis Panz. kommt nach Küster (XX, 35) auch
in Tirol vor.
Anthazia manca L. findet sich auch bei Triest. (Küster
XI, 25.)
360 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
Agrilus obscuricollis Kiesw. ist märkisch (Berlin). Herr
Ludy sammelte diese Art auch in Krain.
Agrilus cinctus Oliv. übersandte mir Hr. Ludy aus Krain
in der von Kiesenwetter (Naturgesch. Bd. IV, p. 155) erwähnten
Var. Es liegt mir kein genügendes Material vor, um die Selbst-
ständigkeit dieser Form zu begründen. Als Var. verdiente dieselbe
aber entschieden einen Namen. Die Normalform besitze ich aus
Lyon (Viertl!). Eine Untersuchung des Penis dürfte über die Art-
rechte vielleicht Aufschlufs geben.
Drasterius 2-maculatus Rossi v. binotatus Rossi, v. fene-
stratus Küst., v. variegatus Küst. sammelte Hr. Ludy in Krain;
es ist anzunehmen, dals var. pallipes Küst. und 4-signatus Küst.
dort auch vorkommen werden.
Athous undulatus Deg. (trifasciatus Hbst., Bd. X, p. 31)
beschrieb Herbst aus Lauterberg am Harz, wo ihn Hellwig fand.
Throscus brevicollis Bow. findet sich auch noch in Krain
(Ludy!).
Thr. ezul Bonv., von Seidlitz (Faun. balt. ed. II, p. 165) für
Deutschland und Europa bezweifelt, kommt nach Reitter’s neuester
Arbeit !) (Wien. ent. Zeitung 1889, p. 36) in Deutschland, Oester-
reich, Ungarn und Frankreich vor. Bei der Ueberschwemmung im
vorigen Frühling sammelte ich in der Nähe der Jungfernhaide
diese Art zahlreich. Da die Geschlechtsauszeichnung des g' so
deutlich ausgeprägt ist, so kann ich meine Ex. nur auf ezul be-
ziehen. Die g' dieser Art beschrieb Rttr. als auriciliatus.
Thr. Duvali Bonv. will Seidlitz aus Deutschland ebenfalls
nicht kennen; Reitter führt die Art aber als in Mitteleuropa, also
wahrscheinlich auch in Deutschland vorkommend, an.
Thr. obtusus Curt. besitze ich nur (1 2) aus Tegel bei Berlin.
Ueber Throscus vergl. Bethe: Stett. Ent. Zeitung 1870, p. 111 und
Kraatz: Berl. Ent. Zeitschr. 1871, p. 141.
Danacaea nigritarsis Küst. kommt auch in Krain vor.
(Ludy!)
Charopus concolor F. findet sich auch bei Görz (Ludy!)
Anthodytes cyanipennis Er. sandte mir Hr. Ludy von Görz.
Ebaeus coerulescens Er. findet sich auch in Krain (Görz,
Ludy!).
1) „Analytische Tabelle zur Bestimmung der europäischen
Throscus-Arten* und „Ueber die Sexual-Unterschiede bei der Coleo-
pteren-Gattung Throscus Latr.“
zum Verzeichni/s der deutschen Käfer. 361
Troglops eruenta Kiesw. besitze ich (1 g') aus Krain (Ludy!).
Warum im Cat. Europ. ed. III, dem ich gefolgt bin, „var. 2“ steht,
ist mir nicht klar, denn Kiesw. beschreibt (Naturgesch. IV, p. 168)
doch beide Geschlechter.
Dermestoides sanguinicollis F. führt Herbst (Bd. IV,
p. 153) aus Halle an, Schreiber in der Mosigkauer Haide.
Anobium pubescens Hbst. (Bd. V, p. 66) und ruficollis
(Bd. V, p. 67) sind von Dresden her beschrieben.
Anobium confusum Kr. ist für Deutschland noch nicht
sicher nachgewiesen.
Äyletinus flabellicornis Hbst. (Bd.V,p. 66) ist aus Dresden
beschrieben.
Gnaptor spinimanus Pall. (glabratus Hbst., Bd. VII, p. 56)
soll auch in Deutschland vorkommen.
Anthicus hispidus Ross. besitze ich aus Krain (Ludy!).
Sceraptia dubia Oliv. erreicht in Krain die Südgrenze unsers
Faunengebietes.. Hr. Ludy sandte sie aus Görz ein.
Anaspis maculata Fourer. findet sich auch in Krain (Ludy!).
Hypulus bifasciatus F. erhielt ich aus Görz (Ludy!).
Orchesia acicularis Rttr. (Wien. Ent. Zeitg. 1886, p. 349),
aus den schlesischen Beskiden (Mähren) bekannt, ist in meinem
Verzeichnifs noch nachzutragen. Nach einer schriftlichen Mit-
theilung des Hrn. Dr. Seidlitz kommt acicularis in ganz Nord-
Deutschland vor und der ächte micans Pz. wäre wahrscheinlich
nur in Oesterreich zu Hause. Nach meinem Material würde die
Beschreibung von acicularis auf alle Ex. zu treffen, welche ich aus
der Mark, Mecklenburg und Thüringen besitze. 0. picea Ritr.
bliebe für die Mark noch nachzuweisen.
Orchesia luteipalpis Muls. ist märkisch. Hr. Habelmann
'sammelte diese gewils viel verkannte Art mehrfach im Finkenkruge
bei Spandau. Sie ist leicht kenntlich an der schmalen viergliede-
rigen Fühlerkeule, während alle anderen eine dreigliederige besitzen.
In der Gegend von Strelitz (Kalkhorst) wurde diese Art durch
Hrn. Konow und Moritz ebenfalls gesammelt.
Anaspis confusa Emery ist nach einer brieflichen Mittheilung
des Hrn. Dr. Seidlitz bei Berlin häufig und identisch mit Zhoracica
L.; dagegen dürfte flava und thoracica Emery hier fehlen. Unsere
märkischen Stücke haben wir immer als thoracica L. bestimmt.
Die Namenänderung durch Emery hat zu dieser Verwechselung
Veranlassung gegeben.
362 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
Die Vaterlandsangaben von Oedickira ruficollis F. und viridipes
Schmidt sind durch ein Versehen unrichtig in meinem Verzeichnifs
dargestellt. Bei rufcollis muls es heilsen: Oe. K. Ti. Mä; bei
viridipes: Oe. St. O.=D. Pr. mit der entsprechenden Signatur.
Attelabus erythropierus Gmel. ist von Hellwig bei Braun-
schweig auf Haselstauden gefunden. (Vergl. Herbst VII, p. 153.)
Otiorrhynchus multipunctatus F. soll bei Halle vor-
kommen. (Vergl. Hbst. IV, p. 503.) Diese Fundortsangabe muls
'ich sehr bezweifeln.
Thyloderes chrysops Hbst. müfste in ursprünglicher Leseart
chrysopterus Hbst. heifsen. (Vergl. Hbst. Bd. VI, p. 339.)
Barynotus obscurusF. v. honorus Hbst. ist bei Hannover
gefunden worden. (Vergl. Hbst. Bd. VII, p. 59.)
Curculio globatus Hbst. wird im Catalog von Heyden-
Reitter-Weise als Synonym zu Philopedon plagiatum Schall. gestellt,
dann aber auch als Tropiphorus globatus Hbst. angeführt. Hier
liegt offenbar ein Irrthum vor. Nach Herbst (Bd. VI, p. 354) wird
globatus mit Trehyphloeus scabriusculus, hirsutulus und squamulatus
verglichen.
„Auf der Mitte des Rüssels steht eine erhöhte schwarze Linie.
Der Brustschild ist schwarz, ohne Glanz, sehr fein punktirt; auf
der Mitte steht eine schwach erhöhte Linie. Die Deckschilde sind
kugelig, schwarz und haben staubige Flecken, die aus greisen, etwas
goldglänzenden Schuppen bestehen.“ Diese Beschreibung trifft auf
plagiatus Schall. entschieden nicht zu.
Curculio suturalis Hbst. (Bd. VI, p. 455) wird von Bedel
als Synonym zu Sitona griseus F. angeführt. Das ist jedoch nicht
möglich; suturalis wird von Herbst zu den „Rüsselkäfern mit
Springfüfsen, deren hintere Hüften deshalb auch dicker zu sein
pflegen“ gestellt, und Fabr. als Autor eitirt (Syst. Ent. 133, 36),
sowie dessen Diagnose abgedruckt: „CO. longirostris, ovatus fuscus,
linea longitudinali alba“. Weder die Diagnose noch die Beschrei-
bung von Herbst trifft auf griseus F. zu. Herbst sagt: Er ist
klein, der Rüssel lang, gebogen, schwarz; der Brustschild schwärzlich,
mit einer weilsen Rückenlinie; die Deckschilde sind gestricht,
bucklicht, schwärzlich, mit einer weilsen Naht. Unten ist der Leib
aschgrau. Man findet ihn in Deutschland auf den Weiden.
Es folgt auf diese Art bei Herbst Curc. lemnae F. Schon
diese Stellung deutet auf ein ganz anderes Thier.
Larinus brevis Hbst. (Bd. VI, p. 127) sammelte Hellwig im
Grase (also wahrscheinlich bei Braunschweig).
zum Verzeichnifs der deutschen Käfer. 363
Hydronomus peiro Hbst. (Bd. VI, 366) ist aus Deutschland
ohne genauere Fundortsangabe beschrieben. Diese Art ist bisher
noch von keinem Entomologen wieder gesammelt worden.
Grypidius equiseti F. v. atrirostris Hbst. ist von Leipzig
her beschrieben. (Vergl. Hbst. VI, p. 443.)
Dorytomus nebulosus Gyll. kommt nach Krause auch bei
Altenburg vor.
Tychius Schneideri Hbst., nach Beschreibung (Bd. VI,
p- 268) und Abbildung (Taf. 80, Fig. 7) durchaus nicht identisch
mit Schneideri Seidl., ist jedenfalls eine ausgezeichnete Art, die
bisher wohl kaum gesammelt worden ist. Redtenbacher nennt die
Abbildung zwar unkenntlich, ich finde sie aber gerade sehr cha-
rakteristisch, nur ist mir ein Tychius mit einer solchen Zeichnung
noch nicht bekannt. Um die Aufmerksamkeit auf diese Art zu
lenken und die Verbreitung desselben zu kennen, gebe ich die Be-
schreibung aus Herbst, der nicht jedem zur Hand sein dürfte,
wörtlich wieder.
„Curculio Schneideri Mus. Schneider. C. longirostris ater,
thorace medio linea alba, elytris sutura postice linea albo.
Der Käfer ist nicht über eine Linie lang, schwarz, mit greisen
Haaren besetzt. Der Rüssel ist länger als der Brustschild, rund,
schwarz. Der Brustschild ist scheibenförmig rund, schwarz, hinten
steht in der Mitte ein kleiner weilser Strich; die Deckschilde sind
eirund, schwarz, greishaarig, feingestricht, etwa unter der Mitte
steht auf der Naht ein weilser Strich, der aber nicht bis an die
Spitze reicht. Unten ist der Käfer greis haarig, die Hüften sind
unbewaffnet. Das Vaterland ist Deutschland.“ Seidlitz (Faun. balt.
ed. I, p. 436) spricht von einer weilsen Längslinie auf dem Hals-
schilde, der Naht und oft einige Zwischenräume weils. Diese Be-
schreibung bezieht Bedel sicher auf lineatulus Steph. (Schneideri
Gyll.), nicht aber auf Schneideri Hbst. Auffällig an der Zeichnung
ist noch, dafs der vordere Theil der Naht (bis zur weissen Längs-
makel) dunkler gezeichnet ist, als die Flgd. Jedenfalls bedarf die
Herbst’sche Art noch einer grölseren Beobachtung.
Ceutorrhynchidius spiniger Hbst. (Bd. VI, p. 410) lälst
sich als Var. von troglodytes F., wie Wahnschaffe in seinem Ver-
zeichnils angiebt, nicht aufrecht erhalten, Fabr. wie Hbst. beschrieben
die Form mit röthlichen Flgd., schwarzer Naht und schwarzen
Seitenrändern; nur der Umstand, dafs Fabr. in seiner Diagnose
nichts von den Borsten auf den Zwischenräumen erwähnt, bewog
Herbst, seinen spiniger für verschieden von Zroglodytes F. zu halten.
364 J. Schilsky: Berichtigungen und Ergänzungen
Rhinoncus inconspectus Hbst. (Bd. VI, p. 405) wird von
‘edel mit pericarpius L. vereinigt, ich glaube aber mit Unrecht,
enn Herbst hebt ausdrücklich hervor, dafs er sich von pericarpius
nterscheide. „Die Deckschilde sind nicht punktirt gestreift, sondern
ekerbt gestreift, die Zwischenräume breit und eben, bei pericarpius
nger. Der Rüssel ist wie beim pericarpius. Brustschild un-
eutlich gekörnt, schwarz, durch greise Haar schmutzig; der
orderrand kaum merklich in die Höhe gebogen. Deckschilde
. eist so lang als der Hinterleib, schwarz, durch schmutzige Haare
scheckig, die Naht braun; auf der Naht steht oben ein schmutzig
weilser Striche, die Füfse sind erloschen rostfarbig.“
Rhinoncus pericarpius L. beschreibt Herbst. (Bd. VI,
p. 402): „Der Rüssel ist nicht länger als der Brustschild und
ziemlich dick; das lange Glied der Fühlhörner ist rostfarbig. Der
Brustschild ist voll eingestochener Punkte, hier und da stehen
weifse Härchen; der Vorderrand ist kaum merklich in die Höhe
gebogen; über dem Schildchen ist eine kleine Vertiefung. Die
Deckschilde sind ziemlich kugelförmig, fast so lang als der Hinter-
leib, so dafs nur die Endspitze ein wenig zu sehen ist; sie sind
punktirt gestreift, die Zwischenräume sehr fein punktirt; unter dem
Schildlein steht auf der Naht ein weilser Strich. Unten ist der
Käfer durch weilse Härchen bepudert.“
Hylesinus vittatus F. ist nach Herbst (Bd. V, p. 122) auch
in Holstein gefunden.
Bei Leptura dubia Scop. ist nachzutragen:
v. Q melanota Fald. D.?
v. 2 fuliginosa Weise. Glatz.
(Zeitschr. für Entom. 1887, p. 58. Breslau.)
Clytus trifasciatus F. besitze ich aus Görz (Ludy!) und
Triest (Funk!).
Pachybrachys flezwosus Weise sandte mir Hr. Ludy auch
aus Görz.
Pach. tesselatus Oliv. besitze ich aus Krain (Ludy!), Trient
(Schmidt!) und Bozen (Ludy!). Diese Art erreicht also in Süd-
Tirol und Krain die Südgrenze unseres Gebietes. Von Hrn. Viertl
auch bei Mehadia gefunden.
Pach. hieroglyphicus v. icterius Weise sammelte ich bei
Zellin (Oder) in wenigen Ex. Diese Var. ist somit auch in der
Mark nachgewiesen.
Cryptocephalus strigosus Germ. sammelte Hr. Ludy auch
bei Görz. Dort findet sich ebenfalls die Var. a. Weise.
zum Verzeichnifs der deutschen Käfer. 365
Dibolia rugulosa Redt. sandte Hr. Ludy aus Görz.
Hippuriphila nigritula Gyll. sammelte Hr. Ludy oft in
Krain.
Chrysomela lurida L. ist nach Westhoff bei Paderborn
beobachtet worden.
Phyllotetra aerea All. besitze ich aus Görz (Ludy!), Grün-
stadt (Eppelsheim!), Dalmatien (Karamann!), Nizza (Brenske!).
Diese Art erreicht also auch den Süden unseres Gebietes.
Plectroscelis depressa Boield. sammelte Hr. Ludy auch
bei Görz.
Ezochomus 4-pustulatus L. v. floralis Motsch. gehört der
deutschen Fauna an. Diese Var. wurde von Hrn. Ludy in Krain
gesammelt. 1 Ex. in meiner Sammlung.
Hr. Hillecke in Quedlinburg war so freundlich, mir Fundorte
von folgenden Arten anzugeben:
Nothus bipunctus F. Rofstrappe bei Thale.
Melandrya dubia Schall. Sternhaus bei Gernrode.
Meloö coriarius Brandt. Thale am Harz, bei Quedlinburg
auch v. rufiventris Germ.
Tozotus meridanus v. chrysogaster Schrank. Quedlin-
burg 1 Ex.
Lycoperdina succincta L. Quedlinburg nicht selten.
Rhizotrogus aestivus Oliv. Rosstrappe.
Medon bicolor Ol. und castaneus Grav. Quedlinburg.
Lathrobium fulvipenne v. Letzneri Gerh. Quedlinburg.
Alle diese Arten finden sich auch im benachbarten Allergebiete.
Helophorus laticollis Thoms. erreicht nach G. de Rossi
bei Neviges die Westgrenze von Deutschland. (Jahresber. der
zool. Sektion des Westfäl. Provinzial-Vereins in Münster 1886,
p. 50.) Bei Neviges (Düsseldorfer Bezirk) sind nach Rossi Amara
continua Thoms., Gyrinus Suffriani Seriba, Homalium laticolle Kr.,
Bythinus clavicornis Panz. und distinctus Chaud., Atomaria proce-
rula Er., Longitarsus longipennis Kutsch. gefunden worden. Diese
Arten wurden von Cornelius auch bei Elberfeld nachgewiesen.
Chlaenius tibialis Dej., Psilothryz nobilis lll., Anaspis
maculata Fourer. sammelte Hr. van Doesburgh bei Bentheim im
südlichen Hannover. Alle drei Arten finden sich auch im benach-
barten Westfalen.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Weitere Mittheilung über Nigrino - Varietäten
vom Pic de Nere in den Hautes Pyrenees
von
Major z. D. Dr. L. v. Heyden.
Auf p. 351, 1889 dieser Zeitschrift, gab ich bereits eine Auf-
zählung der auf dem Pic de Nere in den Hautes Pyrenees beob-
achteten schwarzen Formen einiger Carabieinen. Herr A. Nicolas
in Pau sendete mir eine weitere Anzahl Arten aus derselben
Lokalität, deren Namen hier folgen:
8. Elaphrus uliginosus F. var. pyrenaeus Motsch. Oben ganz
schwarz, ohne die geringste Metallfarbe, Unterseite und
Schenkel dunkel smaragdgrün, Tarsen und Schienen violett-
schwarz.
9. Bembidion bipunctatum L. schwarz mit violettem Schimmer.
10. Amara spreta Dej. ganz schwarz, nur die äulsersten Decken-
ränder grünlich, das erste Fühlerglied dunkelroth, das zweite
schwarz wie die übrigen; bei metallischen Stücken sind die
zwei ersten Fühlerglieder gelbroth.
11. Poecilus lepidus Leske. Oberseite ganz schwarz, Unterseite
dunkelgrün schimmernd.
Von schon erwähnten Arten liegen mir ferner vor:
. Iniopachys pyrenaeus Serv.
. Carabus punctato-auratus Dej. var. lugubris Gehin.
. C. catenulatus Scop.
ww nn an S
. Pterostichus Xatarti Dej. var. Nicolas: Heyden.
Alle diese Stücke sind vollkommen schwarz.
4. Zabrus obesus Serv. var. Nereensis Heyden. 2 Stücke schwarz
mit grünem Schimmer der Deckenränder und an der Spitze
der Flügeldecken.
Die No.9, 10, 11 sind auf dem Pic de Nere „extremement
communes“, 5 u. 6 „rares®.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Lathrobium (in sp.) Pandellei n.sp. und L. crassipes Rey.
Von
G. Czwalina in Königsberg i. Pr.
(Hierzu Taf. II, Fig. 12 u. 13.)
Lathrobium (in sp.) Pandellei: Subdepressum, piceum,
antennis pedibus elytris et abdominis apice dilutioribus, capite antice,
prothorace postice leviter angustatis, elytris prothorace vir longio-
rıbus, sed basi evidenter latioribus, planis; abdomine minus nitido. —
Long. 8—9 mill.
g' segmento ventrah sexto apice leviter emarginato, medio
breviter setoso.
Q segmento dorsali penultimo anguste profunde ezcıiso.
Variat nigrum, elytris rufis antennarum bası femoribusque
nigrescentibus.
Pyrenäi. Taf. Il, Fig. 12.
Nicht ganz so schlank, aber noch etwas flacher als fuloipenne,
meistens heller gefärbt, mit ebenso schlanken Fühlern, ebenso
punktirt, aber länger und namentlich auf dem Hinterleib dichter
behaart, dieser daher ziemlich matt. Der Kopf ist von den Augen
ab hinten deutlich verbreitert, mit weniger stark verrundeten Hinter-
winkeln, das Halsschild dicht hinter den Vorderwinkeln etwas
schmäler als der Kopf, verschmälert sich nach hinten noch mehr,
so dafs die kaum längeren Flügeldecken seitlich mit den Schultern
weit über die Basis des Halsschildes herausreichen; sie sind flach,
nicht eingedrückt wie bei fulvipenne, flacher als bei Letzner:.
Beim Q' ist die Ausrandung des 6ten Bauchsegmentes wie bei
fulvipenne, aber seine Mitte mit kurzen anliegenden schwarzen
Börstchen besetzt, die bei hellen Stücken einen deutlich abstechenden
dunklen Fleck bilden; beim 2 ist der Ausschnitt des vorletzten
oberen Rückensegmentes mehr als doppelt so lang als breit, bei
fulvipenne (in der Gattung allein) nur ebenso lang. Nach diesem
sichersten Kennzeichen sind die von Fauvel aus Metz (Sauley) an-
gegebenen castaneipenne nur grolse fulvipenne.
In der Bearbeitung der Gattung in Seidlitz, F. B. II u. F. Tr.,
würde die Art unter 5, neben castaneipenne zu stehen kommen,
368 G. Czwalina: Lathrobium (in sp.) Pandellei n. sp. ete.
von dem sie durch viel flachere Gestalt und hinten abgestutztes
Halsschild sofort zu unterscheiden ist.
Am Forceps des L. Pandellei ist die Ansicht von oben wenig
charakteristisch, daher nicht abgebildet. Von der Seite gesehen
steht die Bewaffnung der oberen Platte mit den zwei flachen, scharf
nach hinten gekrümmten Haken in der Gattung ganz vereinzelt da
(2 J' untersucht).
Bei crassipes Rey !), von welchem ich Herrn Pandelle
Rey’sche Typen aus Frejus verdanke und zu welchem auch seine
sämmtlichen mit geminum Pyrenees bezeichneten Stücke gehörten,
bietet wieder die Ansicht von oben mit der Einschnürung im letzten
Drittel das auffallendste Merkmal (3 Z' untersucht). Die Art kommt
in der F.B. II u. F. Tr. unter 3” zu stehen, ist die einzige der
Gruppe mit Borstenreihen auf dem 6ten Bauchsegment des g' und
die breiteste Art der ganzen Gattung. Zu Rey’s vortrefflicher
Beschreibung wülste ich nichts hinzuzufügen.
Unter den reichen Schätzen, die Herr L. Pandell&E in Tarbes
mir freundlichst zur Durchsicht anvertraute, steckte die Art mit
der Vaterlandsangabe Pyrenees; fulvipenne kommt auch da vor.
1) Taf. II, Fig. 13.
Auf Taf. II, Fig. 1—11 sind die Foreipes von folgenden
Paederus n.sp. Rey abgebildet:
Fig. 1. Paederus lusitanicus Aube. Fig. 2. Paed. meridionalis Fauv.
- 8. - Schönherri Fald.!). Fig.4. Paed. Baudii Fairm.?).
=D. - lhittoralis Grav. und Pelikani Reitt.
- 6. - riparius L. und melanurus Gene, also sicher auch
ruficeps Baudi. Fig.7. Paed. caligatus Er.
4588 - longipennis Er., aestuans Er. und corsicus Gaut.
= 8). - limnophilus Er. Fig. 10. Paed. brevipennis Lac.
- 11. - (Paederides Rey) Fauveli Quedenf. Die Abbildung
soll später durch eine bessere ersetzt werden.
Die Decimalbrüche geben die natürliche Grölse in Millimetern.
G. Czwalina.
1) Von Botzen bis zum Caucasus verbreitet.
?2) Von dieser Art sah ich bisher nur Stücke aus Italien.
[Deutsche Entoimologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Neue Coleopteren aus Europa,
den angrenzenden Ländern und Sibirien, mit Bemerkungen
über bekannte Arten.
Von
Edm. Reitter in Mödling bei Wien.
Achter Theil !).
l. Carabus Scheidleri var. nov. limbifer. Ziemlich grolse,
etwas flachere Form, ganz schwärzlichgrün, seltener schwärzlich-
blau, die breiten Ränder des Halsschildes und der Flügeldecken
lebhaft goldgrün.
Nieder-Oesterreich, Umgebung von Waldegg bei Gloggnitz.
Von Frau Anna Zugmayer gesammelt.
2. Ditomus rugifrons n.sp. Robustus, niger, nitidus, an-
tennis palpis tarsisque ferrugineis, capite thorace parum angustiore,
vertice grosse fere foveolatim punctalo, subrugoso, clypeo apice
Irisinuato, supra subbituberculato, mandibulis supra postice oblongim
carinatis; prothorace tansverso, fortiter cordato, coleopterorum lati-
tudine, ad latera subpunctato, piloso, dorso laevi, nitido; elytris
striatis, strüs subtiliter punctatis, interstitiis magis fortiter fere
uniserialim punctatis, fulvo-pilosisque, tarsis anticis articulis duabus
primis subtus apice fortiter calcaratis. — Long. 17 mill.
Durch den kurzen dicken Kopf, der etwas schmäler ist als
der Halsschild, die dicht grubig punktirte Stirn, den glänzenden,
nur an den Seitenrändern punktirten Halsschild und die Vorder-
tarsen, welche an den ersten 2 Gliedern einen Hornhaken besitzen,
sehr ausgezeichnet.
Askhabad, Transcaspien.
3. Antisphodrus bosnicus n. sp. Apterus, elongatus, fer-
rugineo-rufus, nitidus; capite elongato, magno; prothorace latitudine
parum longiore, postice minus angustato, ante angulos acutos sinuato ;
1!) TheilI: Deutsche Ent. Zeitschr. 1885, pg. 353; II: 1. c. 1886,
Prosa 17 e. 1857, pe. 241; IV Teer pe. A970 VE: 1.c. 1808,
pg- 417; VI: l.c. 1889, pg. 17; VII. 1. c. 1889, pg. 273.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft IT, 24
370 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
elytris elongatis, profunde striatis, strüs subtilissime punctatis, piceis,
sutura lateribusque anguste rufo-ferrugineis. — Long. 14 mill.
Dem A. Aeacus Mil. ähnlich, aber viel kleiner, der Kopf weniger
dick, die Fühler noch länger, die Flügeldecken ebenfalls viel länger
und schmäler, dunkelbraun, die Naht und der Seitenrand rostroth.
Fühler des g' nur wenig kürzer als der Körper, das dritte
Glied so lang als die 2 ersten zusammen. Kopf an den Seiten über
den Augen mit 1+ 2 bis 3 Porenpunkten. Schläfen langgestreckt,
gleichmälsig verschmälert. Halsschild etwas länger als breit, von
der Form wie bei Aeacus, aber die Seiten nur schmal abgesetzt
und vorn kaum aufgebogen. Flügeldecken lang oval, dicht hinter
der Mitte sehr wenig breiter, wenig breiter als der Halsschild, oben
ziemlich tief punktirt-gestreift. Die Färbung derselben ist wie oben
angegeben und dadurch wohl von modestus Schauf., sowie gracilipes
Schauf. verschieden. A. Erberi weicht von der neuen und der ver-
glichenen Art durch den hinten parallelen Schmaltheil des Hals-
schildes, daher nicht nach aufsen gerichteten Hinterwinkel desselben,
ab. Beine schlank, Schienen gerade; Tarsen schlank, ungefurcht,
behaart; Klauen einfach, glatt.
In Grotten Südbosniens von Herrn V. Apfelbeck entdeckt.
4. Ceranota Melichari n.sp. Elongata, crassa, subtilissime
fulvo-pubescens, nigra, ore antennis pedibus abdomineque rufis, his
segmentis duobus penultimis nigris; antennis elongatis, thoracis basin
attingentibus, tenuibus, apicem versus leviter incrassatis; capite parvo,
dense subtiliter punctulato; prothorace coleopteris distincte angustiore,
leviter transverso, rotundato, dense subtilissime punctato, minus
nitido, margine lateral nonnunquam anguste rufescente; scutello dense
punctulato, nigro; elytris magis fortiter punctatis, prope scutellum
subinfuscatis, abdomine segmentis dorsalibus basi fortiter, apice
sparsim punctatis, segmento penultimo nigro apice anguste rufo. —
Long. 6— 6.5 mill.
Mas: Abdomine segmento dorsali secundo in medio tuberculo
valde elevato, tertio tuberculo parvo ornatis, sezto margine apicalı
in medio dentatim elevata instructa.
Eine neue Art aus der Gruppe der Aleochara ruficornis.
Von allen Arten durch die Färbung ausgezeichnet.
Der Mund, die Fühler und Beine, dann die Flügeldecken und
das Abdomen, letzteres bis auf die 2 vorletzten Segmente sind roth,
Kopf und Halsschild, sowie die 2 vorletzten Adominalsegmente
schwarz. Das vorletzte Segment an der Spitze mit rothem Ringe.
Von Herrn Dr. Melichar in Dalmatien aufgefunden.
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 371
Die Ceranota- Arten sind nach Rey mit Einschluls obiger Art
nachfolgend zu unterscheiden:
A. Körper schwarz, die Flügeldecken und die Spitze des
Abdomens roth.
2. Abdomen dicht punktirt. Grofse Art . . . major Fairm.
b. Abdomen spärlich punktirt. Kleinere Art erythroptera Grav.
B. Schwarz, Flügeldecken und Abdomen, letzteres bis auf
die 2 vorletzten Segmente roth. Grolfse Art . . Melichari.
C. Bräunlich roth, nur der Kopf schwarz. Grofse Art.
ruficornis Grav.
Die mir unbekannte €. /urida Motsch. aus dem Kaukasus soll
der ruficornis ähnlich, aber um die Hälfte kleiner sein.
5. Catopomorphus Antoniae n. sp. Lalo-ovatus, minus
nitidus, dense sublilissime, elytris magis distincte punctulatis, niyro-
piceus, ore, antennis, pedibus, margine prothoracis laterali indeterminate
elytrisque dilute brunneo-testaceis, pube subtilissima, pruinosa sat
dense tecius; antennis apicem versus leviter dilatalis, thoracis basin
parum superantibus, articulis duabus basalibus oblongis, articulo
tertio quadrato, A—6 transversis; prothorace iransverso, coleopteris
latitudine, basi latissime, antice arcuatim angustato, angulis posticis
acuto-subrotundaltis; scutello nigro-piceo, triangulari, punctulato;
elytris ovatis, obsoletissime substriatis, stria suturali tenuiter impressa,
apice lato-subfuscis. — Long. 3 mill.
Von der Gröfse und Körperform des samaritanus Sauley, aber
von dieser Art durch dichtere und feinere Punktur, kürzere Be-
haarung und fast matte Oberseite, sowie das quadratische 3. Fühler-
glied; von €. orientalis Aub. durch geringere Grölse, doppelt kürzere
Behaarung und nicht deutlich gestreifte Flügeldecken zu unter-
scheiden. r
Im Araxesthal bei Ordubad von Fräulein Antonie Kubischtek
entdeckt.
6. Attumbra subnuda n.sp. Nigra, nitidula, haud pilosa,
pube brevissima pulverea viz perspicua parum dense tecta; antennis
pedibusque fuscis, antennarum basi tibüs tarsisque testaceis, elytris
dilute flavis, apice nigris. — Long. 3.3 mill.
Mit Att. femoralis Reitt., Deutsche Ent. Zeitschr. 1888, sehr
nahe verwandt, aber die ganze Oberseite ist sehr dicht und fein,
gleichmäfsig punktirt und nur staubartig, schwer sichtbar behaart,
die langen Haare der anderen Arten fehlen hier ganz.
Im Araxesthal bei Ordubad von Fräulein Antonie Kubischtek
entdeckt.
24°
372 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
Wir kennen bisher 4 Arten dieser Gattung: A. lucidus Kr. aus
Dalmatien und Griechenland; Josephinae Sauley aus Südfrank-
reich, dann femoralis R. und subnuda aus dem Araxesthal. Alle
stimmen in der Färbung ihrer Oberseite überein, sie sind schwarz,
die Flügeldecken blafsgelb mit schwarzer Spitze. Seidlitz zählt
hierzu noch den Capomarphus nivicola, der aber mit obigen Arten
fast nichts gemein hat.
Die erwähnten Arten lassen sich nachfolgend unterscheiden:
A. Fühler und Beine gelb. Oberseite mit doppelter Behaarung.
a. Halsschild fast glatt, Behaarung braun . . . . lucidus Kr.
b. Halsschild deutlich punktirt, Behaarung gelb Josephinae Saul.
B. Fühler mit Ausnahme der Basis und Schenkel braun.
a. Oberseite spärlich punktirt, mit doppelter Behaarung.
femoralis R.
b. Oberseite sehr dicht re mit einfacher staubförmiger
Behaarungs ne: i un) ainilsubnudanB.
7. Atomaria ondscnta n. Sp. Da A. ornata Heer (ver-
sicolor Er.) sehr ähnlich und bisher mit ihr verwechselt; sie ist
etwas gröfser, ähnlich geformt und gefärbt, viel deutlicher, dichter
behaart, dichter, namentlich am Halsschild, punktirt; Halsschild
nicht gleich von der Basis nach vorn verengt, sondern erst von
der Mitte, von hier zur Basis fast parallel. Sofort durch den Bau
der Fühler zu unterscheiden. Bei frondicola ist das Wurzelglied
lang, keulenförmig, viel länger als das zweite; bei ornata ist es
kurz, etwas dicker aber kaum länger als das zweite.
Meine Stücke stammen aus Oesterreich (Hampe), Mehadia,
Croatien, Frankreich, Kaukasus.
8. Athous mollis n.sp. Dem Athous circumscriptus Cand.
aulserordentlich ähnlich und bisher mit demselben verwechselt. Er
unterscheidet sich von demselben durch die Punktur des Halsschildes.
Während diese bei circumscriptus äulserst dicht ist, so dals die
Zwischenräume kaum so grols sind als die Punkte selbst, ist sie
bei mollis spärlicher und etwas feiner; die Zwischenräume sind
reichlich doppelt so breit als die Punkte; die Scheibe des Hals-
schildes ist dadurch viel glänzender.
Eine gröfsere Anzahl Exemplare in den Carpathen des Mar-
maroscher Comitates im Juni und Juli gesammelt.
9. Microcara caspica n.sp. Der Hicroc. testacea L. ähnlich,
aber grölser, breiter, plumper gebaut, ganz ähnlich gefärbt, die
Fühler einfarbig hell, die Punktur der Flügeldecken ist noch gröber
bei gleicher Dichte, und vorzüglich durch rauhere, weniger anliegende,
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 373
gegen die Seiten und Schultern zu abstehende Behaarung leicht zu
unterscheiden. Auch ist der Halsschild vorn weniger gerundet,
fast gerade abgestutzt, die Seiten nach vorn weniger gerundet ver-
engt und hauptsächlich doppelt schmäler und gleichmälsiger abgesetzt.
Manchmal ist die Scheibe des. Halsschildes und die Flügeldecken
hell schmutzig braun. — Long. 6—6.5 mill.
Bei Lenkoran von Leder zahlreich gesammelt.
10. Malthinus Novaki n.sp. Elongatus, dilute flavus, oculis
nigris, antennis apicem versus fuscis; capite magno, thorace valde
latiore, temporibus postice fortiter angustatis, fronte antice subdepressa,
sublaevi, vertice parce punctulato,; prothorace coleopteris angustiore,
pone medium rotundato, antice magis angustato, purce viz perspicue
punctulato, fere laevi, in medio canaliculato, angulis posticis obtusis;
elytris parallelis, dense fortiter seriatim cribrato-punctalis, strüis
densis, apice evanescentibus, in femina magis flavis, alis fuscis. —
Long. 3.5 mill.
Eine kleinere, ganz hellgelbe Art mit schwarzen Augen und
gebräunter Fühlerspitze. Die Oberseite ist äulserst fein und spärlich,
die Flügeldecken dichter und etwas abstehend, kurz gelb behaart.
Insel Lesina; von Herrn Lehrer Giacomo Battista Novak
gesammelt und mir mitgetheilt.
ll. Dasytiscus rufo-testaceus n. sp. Rufo-testaceus, niti-
dulus, antennis apicem versus subinfuscatis, palpis nigris; pube brevi
grisea minus dense tectus et pilis longioribus erectis in capite pro-
thoraceque nigris, in elytris griseis intermiztis; capite in mare
perparum, in femina thorace distincte angustiore, dense punctato;
prothorace dense subtilissime punctato, leviter transverso, angulıs
subrotundatis, scutello subquadrato concolore; elytris dense subtilissime
punctatis, apice conjunctim rotundatis, in mare parallelis, in femina
pone medium perparum latioribus, subtus rufo-testaceus, unicolor,
unguiculis nigritulis. — Long. fere 5 mill.
Var. a: Capite vertice nigro-ornato.
Mit D. scutellaris Solsky von Algier nahe verwandt, aber ein-
farbig rothgelb, nur die Palpen und Klauen schwärzlich, Kopf und
Halsschild dichter punktirt.
Algier; von Herrn Ancey bei Berouaghia ziemlich zahlreich
gesammelt.
12. Mycetochares (Ernocharis) Retowskyi.n.sp. Piceo-
castanea, antennis palpis pedibusque parum dilutioribus, pube fulva
brevi, parum erecta sat dense vestita; antennarum articulis intermedüs
latitudine viz longioribus, oculis fem, parvis; prothorace transverso,
374 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa,
coleopteris parum angustiore, convero, parce punctato, basi indistincte
foveolato; elytris subovalibus, subtiliter punctato-striatis, strüs ad
latera evanescentibus, interstitiis dense punctatis. — Long. 4.3 mill.
Eine neue kleine Art aus der Verwandtschaft der M. linearis;
ausgezeichnet durch kastanienbraune Färbung und die gleichmäfsige,
etwas gehobene, wenig lange gelbliche Behaarung der Oberseite.
Der Halsschild ist nicht doppelt so breit als lang, vor der
Mitte am breitesten, von da zur Basis gerade, wenig verengt,
Hinterwinkel stumpf verrundet, Basis ohne deutliche Grübchen
jederseits, die Scheibe zerstreut punktirt. Die 2 Streifen neben
der Naht der Flügeldecken erreichen nahezu die Spitze, die anderen
sind allmählig kürzer, an den Seiten sind Streifen nicht mehr er-
kennbar.
Krim; von Herrn O. Retowski, dem ich diese schöne Art
dedieire, aufgefunden. 12.
13. Podonta biformis n.sp. Dense subtilissime punctata,
elongata, antennis thoracis basin superantibus, capite thorace subtus-
que subtilissime griseo, elytris nigro-pubescentibus, his substriatis,
strüs apicem versus profundioribus, ezterioribus evanescentibus. —
Long. 12 mill..
Mas: Nigra, nitidula, tibiarum calcaribus unguiculisque rufo-
ferrugineis.
Fem.: Brunneo-rufa, nitidula, capite obscuriore, antennis, tarsis
posterioribus elytrisque nigris.
In Gröfse, Form, Punktur etc. der P. morio Kies. sehr über-
einstimmend, auch im Bau des Halsschildes, ausgezeichnet durch die
doppelfarbige Behaarung des Körpers, sowie die verschiedene Fär-
bung bei beiden Geschlechtern.
An den schwarzen Fühlern des 2 sind oft die ‚Basalglieder
heller braun, der Kopf ist meist vorn düster roth, die Spitzen
der hinteren Schienen sind manchmal schmal geschwärzt. Der
übrige Theil der Beine, mit Ausnahme der hinteren Tarsen, sowie
die Unterseite und der Halsschild sind rothbraun.
Das g' ist bis auf die Endsporne der Schienen und die Klauen
einfarbig schwarz.
Zwischen Amasia und Erzerum.
14. Tomicus pennidens n. sp. Brevis, cylindricus, nitidus,
sparsim pubescens, fusco - brunneus, elytris dilutioribus, antennis
pedibusque lestaceis; capite dense subgranulato-punctato; thorace
latitudine longiore, antice scabro, postice sparsim punctulato, linea
media et plaga sublaterali laevibus; elytris parallelis thorace per-
den angrenzenden Ländern und Sibirien etc. 315
parum longioribus, subtiliter minus dense fere irregulariter punctatis,
apice truncato -retusis, utrinqgue dentibus duabus magnis et duabus
parvulis ornato: primo magno, obtuso, sinualto, introrsum recurvo
penniformi prope suturam ante declivitatem, secundo minore ante
apicem acuto prope suturam, duabus parvulis intermediüs prope
lateribus sitis. — Long. 2.5 mill.
Ein neuer Hackenzähner aus der Gruppe des quadridens Hartig,
zunächst mit T. Lipperti Henschel verwandt, etwas grölser als dieser,
eylindrisch, glänzend, gedrungen gebaut. Vor dem Absturz der
Flügeldecken befindet sich ein grofser, nach innen gebogener stumpfer,
etwas geknickter, fast flügelförmiger Zahn; ein spitziger kleinerer
vor der Spitze; dazwischen, aber mehr dem Seitenrande genähert,
stehen noch 2 sehr kleine Zähnchen. Bei Lipperti steht aulserdem
noch vor dem Hauptzahne an der Naht, also vor dem Absturze ein
weiterer Zahn, der dem pennidens fehlt. Die Punktur der Flügel-
decken ist fein und spärlich, kaum sichtbar gereiht.
Griechenland: Insel Tinos. 1d.
15. Stomodes Letznerin.sp. Elongatus, angustus, brunneo-
rufus, unicolor, dense fulvo-pubescens, pube in elytris longiora,
declinata; capite thorace parum angustiore, rostro brevi, crasso,
subrugoloso-punctato, oculis parvis, rotundatis, dorsalibus; anten-
narum articulo secundo tertio parum longiore; prothorace latitu-
dine leviter longiore, antice posticeque truncato, coleopteris parum
angustiore, lateribus aequaliter rotundato, dense subtiliter sed pro-.
funde aequaliterque punctato; elytris elongatis, seriatim punctatis,
interstitiis minus dense subtilissime punctulatis, apice sub-acuminatis,
humeris rotundatis, femoribus haud dentatis. — Long. 3.6 mill.
Mit elongatus Hoch. und tolutarius Boh. verwandt, von beiden
durch rostrothe Färbung, dicht, gleichmäfsig punktirten Halsschild
und deutlichere Punktstreifen abweichend.
Aus Griechenland; von Herrn Hauptlehrer Karl Letzner
eingesendet.
16. Leptura Krüperi Gnglb. ist eine schwarzbeinige Form
der Anoploderaä rufipes Schall, welche ich zahlreich unter dem
Namen Lep. v. atripes m. versendet habe. Sie wurde bisher einzeln
in Attica und Morea, zahlreich von Starck in Circassien auf-
gefunden.
17. Ciytus vesparum n.sp. Dem Ci. arietis L. und lama
Muls. nahe verwandt, aber doppelt gröfser, schwarz, Fühler, Palpen
und Beine rothgelb. Die gelbtomentirten Binden und Flecken
ähnlich wie bei diesen Arten, aber mehr goldgelb, breiter, die
376 E. Reitter: neue Coleopteren aus Europa etc.
Humeralmakel äufserst schief stehend, die gebuchtete Mittelbinde,
sowie die Binde hinter der Mitte und an der Spitze breiter; ebenso
ist die Unterseite ähnlich gelb gefleckt wie bei arietis. Die Fühler
sind gegen die Spitze nicht deutlich verdickt, einfarbig. Auf dem
Vorderkopfe mit 2 kurzen gelbbehaarten Längslinien. Halsschild
vorn mit breitem, hinten schmäleren, in der Mitte meist unter-
brochenen gelb behaartem Rande. Scheibe des Halsschildes überall
sehr dicht runzelig und punktirt, viel gröber und ungleichmälsiger
als bei arietis und lama, dagegen etwas weniger grob als bei antilope;
nicht nabelförmig punktirt wie bei rhamni. Die Scheibe vor dem
Hinterrande buckelig erhöht, überall, sowie die Basis der Flügel-
decken mit langen emporstehenden gelben Haaren besetzt. Flügel-
decken dicht punktirt, wie bei arietis, aber weniger tief. Unterseite
überall mit langen gelben Haaren besetzt. Die Schenkel, namentlich
die vordersten, mit der Spur einer Andunkelung vor der Spitze.
Der Halsschild ist bei arietis etwas schmäler als die Flügeldecken,
bei vesparum hingegen wie bei /ama so breit als diese.
Von Zama Muls. durch Grölse, dieckere, kürzere Fühler, viel
gröber sculptirten Halsschild, helle Beine, breite, goldgelb behaarte
Binden etc. verschieden.
Im Talysch, von Leder entdeckt.
18. Cryptocephalus fulmenifer n.sp. Flavus, nitidus,
subtus parce breviter griseo-pubescens. Antennis apice fuscis. Capite
dense punctato, maculis duabus inter antennas maculaque triangulari
‚verticis nigris. Prothorace basi bisinuato, antıce rotundatim angustato,
transverso, sat dense punctato, margine antice et basali tenui, dorso
linea transversa utringue abbreviata, in medio maculam parvam flavam
includente, postice utringue et in medio striatim producta, nigris.
Scutello parvo, nigro-limbato. Elytris seriatim punctatis, interstitüs
sparsim punctulatis, fascüs tribus valde dentatis fere integris nigris
ornatis. Pygidio utrinque nigro-maculato, dense subrugulose punctato,
griseo-puberulo. Subtus parum obscurioribus, parce nigro-varius,
femoribus tibiisque in medio nigro-annulatis. Abdominis segmento
ultimo in mare profunde oblongim foveolato. — Long. 5.5 mill.
Mit €. fulgurans Fairm. aus Algier sehr nahe verwandt, ähnlich
gezeichnet, aber grölser, stärker punktirt, mit deutlicheren Punkt-
reihen und schwarz geringelten Schenkeln und Schienen.
Die erste schwarze, gezackte Binde der Flügeldecken entsendet
auch einen Ast zur Schulterbeulee Das Pygidium ist, in seltenen
Fällen, bis auf den vorderen Marginalrand, ganz schwarz.
In der Steppe bei Elisabethpol im Kaukasus von Leder
gesammelt.
(Fortsetzung folgt.)
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Varietäten des Goliathus giganteus Lam.
Beschrieben von
Dr. G. Kraatz.
(Hierzu Taf. IV, Fig. 1—4.)
Von Goliathus giganteus Lam. waren bisher nur wenige Ex.
und von ihnen keine Varietäten bekannt. Unter diesen Umständen
schien es mir angemessen, auf Taf. IV, Fig. 1 u. 3 zwei ausgezeich-
nete Varietäten beider Geschlechter abbilden zu lassen, welche
Dr. Staudinger zusammen mit der Stammform aus dem Innern von
Camerun (Station Barombi) erhalten und mir überlassen hat.
Bei dem Männchen (conspersus m.) ist nicht nur die Basis der
Fld., sondern der ganze Rand der Fld., mit Ausnahme der Mitte
des Aufsenrandes und einiger Fleckchen am Innenrande, weils
gefärbt; aufserdem sind noch eine Menge kleinerer, in unregel-
mäfsigen Reihen stehender Fleckchen weils; die Flecken der äufseren
vierten Reihe sind die gröfsten.
Natürlich werden weitere Stücke dieser Var. sämmtlich sehr
verschieden von einander aussehen; sollten auch solche vorkommen,
bei denen nur weilse Makeln (kein weilser Innen- und Hinter-
rand) vorhanden ist, so würde der Name conspersus auf diese
zu übertragen und das hier abgebildete Ex. marginifer zu heilsen
haben.
Obwohl die weilsen Makeln auf den Fld. bei dem Ex. des
giganteus meiner Sammlung, welches ich seiner Zeit vom Grafen
Mniczech erhielt, ebenso wie bei den übrigen bisher bekannten ganz
fehlen, sind bei demselben die weilsen Linien zu beiden Seiten der
weilsen Mittellinie des Thorax hinten mit derselben verbunden
(Fig. 2). Bei dem viel gröfseren, kräftigen Männchen der var.
conspersus sind sie es nicht; ebenso wenig wie bei einem sehr
kleinen Männchen meiner Sammlung von nur 60 mill. Länge und
30 mill. Breite, doch zeigen sie bei conspersus eine gröfsere Neigung
zur Vereinigung, als bei diesen.
Der conspersus-Z‘ hat eine Länge von 96 mill. und eine Breite
von 45 mill. Die Oberseite ist nicht bräunlich, sondern schwarz.
Die Mitte des Schildehens ist weilslich gefärbt.
378 @. Kraatz: Varietäten des Goliathus giganteus Lam.
Von dem Weibchen der Stammform des G@0l. giganteus Lam.'),
dessen Vorderkörper in Fig. 3 wiedergegeben ist, befindet sich auf
dem hiesigen zoologischen Museum ein schlecht erhaltenes Ex., dem
fast sämmtliche Tarsen fehlen, welches aber in der Färbung der
bräunlichen Fld. ziemlich mit dem dg‘ übereinstimmt; auch bei
ihm ist ein schmaler, weifslicher Basalraum der Fld. vorhanden.
Die weifse Mittellinie des Halsschildes reicht nur bis zur Mitte,
bei conspersus ein Stück über dieselbe hinaus.
Das Weibchen des giganteus meiner Sammlung, welches
ebenfalls von Barombi stammt, hat aufser der Basis der Fld. auch
eine schmale Linie des Seitenrandes weils, welche hinter der Mitte
ein paar Mal unterbrochen ist und oberhalb des Endbuckels endigt.
Es stimmt also im Allgemeinen mit dem Weibchen der -Königl.
Sammlung überein; natürlich weichen beide von den d‘ darin ab,
dals der sammetne Ueberzug fehlt, so dafs die Punktirung nament-
lich auf der Vorderhälfte der Fld. deutlich hervortritt.
Zu der Abbildung einer Var. des 2 (auf Taf. IV, Fig. 4), welche
ich var. marginata nenne, habe ich Folgendes zu bemerken:
Die Zeichnung des Halsschildes ist der des regius Klug
zunächst verwandt; sehr wahrscheinlich kommen auch Stücke vor,
bei denen sich die weilsen Schräglinien neben der geraden Mittel-
linie nach hinten fortsetzen. Die weifse Mittellinie erstreckt sich
in der Klug’schen Abbildung des regius-2 bis etwas über die Mitte,
bei dem abgebildeten Stücke nimmt sie $ der Länge, bei grolsen,
schönen Ex. des giganteus die ganze Länge der Fld. ein. Der
schwarze Seitenfleck ist ganz von Weils eingeschlossen.
Die Zeichnung der Fld. stimmt mehr mit der des cacicus-2
überein, doch fehlt der Perlmutterglanz vollständig. Dagegen
zeigen die Theile der Fld., welche nicht rein weils sind, wie die
Basis, der Seiten- und Hinterrand (und nicht rein schwarz, wie
die Schultern und die Naht), von oben gesehen, einen eigenthüm-
lich seidengrauen Reflex, welcher fast vollständig verschwindet,
wenn man das Thier von hinten ansieht. In der Abbildung ist er
durch einen leichten grauen Ton angedeutet.
1) Das Weibchen des Goliathus regius Klug ist von Klug in
den Insekten zu A. Ermann’s Verzeichnils von Thieren und Pflanzen,
welche auf einer Reise um die Erde gesammelt wurden, auf 8.36 u. 37
genau beschrieben und auf Taf. XV, Fig. 7 abgebildet worden. Ueber
die Varietäten des Weibchens Gol. cacicus Vo&t habe ich in Jahrg.
1888, p. 271 u. 272 genauere Mittheilungen gemacht und einige
Formen desselben auf Taf. VI abbilden lassen.
G. Kraatz: Cetonia brevitarsis Lewis var. nov. Fairmairei. 379
Dieses 2 ist oben pechschwarz, ohne den rothbräunlichen Anflug
des typischen giganteus.
Ich habe bereits oben bemerkt, dafs ich auch ein kleines
Männchen von 60 Mill. Länge besitze; die Gröfse spielt also bei
der Beurtheilung der Goliathus - Formen kaum eine Rolle. Es
werden also Ex., bei welchen das Weils der Fld. so zunimmt,
dafs die Fld. weifs erscheinen und nur je ein Schulter- und Apical-
fleck weils bleibt, noch unbedingt als giganteus zu betrachten sein.
Ich nenne diese Var. quadrimaculata. Ein Ex. derselben befindet
sich in der Sammlung des Herrn Weber in Hamburg; dasselbe ist
wenig grölser als mein kleines Ex. von giganteus.
Cetonia brevitarsis Lewis var. nov. Fairmairei.
Beschrieben von
Dr. 6. Kraatz.
Ich hatte Gelegenheit, die Ausbeute an Cetoniden, welche
Herr Leech im Juni 1886 auf Jensan (Korea) und Herr Pratt im
Juni 1887 in Kiukiang gemacht hatte, zu vergleichen und will
nicht unterlassen, auf eine besonders schön gefärbte rothgoldene
Varietät der brevitarsis aufmerksam zu machen, welche nicht selten
bei Kiun-Kiang vorkommt, während sich bei Jensan die dunkel-
kupferfarbige Varietät seulensis Kolbe findet; dieselbe möge dem
unermüdlichen Beschreiber chinesischer Käferarten zu Ehren be-
nannt werden:
Cetonia brevitarsis Lewis var. nov. Fairmairei: Supra
subtusque metallice aurocuprea seu purpurea.
Wenn man eine gröfsere Anzahl der brevitarsis vor sich hat,
verwischen sich die angeblich charakterischen Merkmale mehr oder
weniger und es zeigt sich eine grolse Abänderungsfähigkeit sowohl
in der Färbung als in der Sculptur.
Ich habe bereits zwei Varietäten vom Amur als atrocyanea
(1879) und cyaniventris (1830) beschrieben. Cet. crassa kann ich
kaum für etwas Anderes als eine brevitarsis mit starken weilsen
380 G.Kraatz: Cetonia brevitarsis Lewis var, nov. Fairmairei.
Zeichnungen halten; ihre Unterseite ist in der Regel mehr bläulich
und fast wie die cyaniventris.
Eine Form aus Thibet, von Herrn F. Biel bei Tätsienloü-ge-
sammelt, von der mir Herr Oberthür vier weibliche Ex. mittheilte,
zeichnet sich durch merklich feinere Punktirung, viel schwächere
weilse Zeichnungen, mehr schwarzgrüne Oberseite und lebhaft grün-
liche Unterseite aus; dennoch möchte ich diese Form für nicht
specifisch verschieden von der weit verbreiteten drevitarsis halten;
ich nenne sie vorläufig var. thibetana.
Von der brevitarsis var. Fairmairei besitze ich über 60 Ex.
aus derselben Quelle, unter denen folgende Varietäten zu unter-
scheiden sind.
Die Stammform hat vier weilse Punkte auf dem Thorax und
einen kaum bemerkbaren oder ganz fehlenden weilsen Seitenrand;
sehr selten kommt eine var. thorace bipunctato (bipunctata m.) vor.
Weniger selten ist ein deutlicher weilser Seitenrand vorhanden
(var. marginicollis m.); nicht selten kommen Ex. mit 6 Punkten
auf dem Thorax vor (var. 6-punctata), bisweilen verbinden sich
die 4 Punkte von vorn nach hinten (confluens); selten fehlen die
Punkte ganz (impunctata).
Die purpurrothe Färbung geht allmählig in’s Schwarzbraune
über; andererseits geht die kupferrothe Färbung allmählig in’s
Kupferige über, bis die Färbung der seulensis entsteht.
Bemerkenswerth ist eine purpurbraune Form des $ mit grüner
Unterseite (var. viridiventris mihi).
Hervorzuheben bleibt unter den sonstigen Formen der brevi-
tarsis eine oben lebhaft erzgrüne, fast von der Färbung der
aerata Er. (var. viridis mihi), von der ich nur 1 Ex. besitze.
Die aerata Er., welche bekanntlich nur eine Form der sub-
marmorea Burm. ist, kommt mit der bdrevitarsis zusammen vor
und ist erst nach einiger Uebung leicht von ihr zu unterscheiden.
Die Z' sind an dem beulig aufgetriebenen Pygidium äulserlich
leicht zu erkennen; der wunderbar gebaute Penis macht sie be-
sonders kenntlich, wenn man ihn bei einem zweifelhaften Ex.
herauspräparirt.
Eine sehr ausgezeichnete Var. dieser Art ist die ignea mihi,
welche einen lebhaft kupferrothen Anflug zeigt.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Ueber Coeliozys echinata Förster.
Von
Fr. W. Konow in Fürstenberg i. M.
In seiner Monographie der Gattung Coeliozys in „Verhandlungen
des naturhistorischen Vereins der preuls. Rheinlande und West-
fahlens, zehnter Jahrgang, 1853“, pg. 266 ff. beschreibt Förster
von derjenigen Abtheilung, bei welcher die Augen haarig sind und
die Rückenbinden des Hinterleibs aus mehr weniger breiten Schuppen
bestehen, 3 g' und 5 2 unter besonderen Namen, wozu noch die
nur kurz und in beiden Geschlechtern ganz ungenügend charakte-
risirte octodentata Lep. kommt. In Wirklichkeit dürfte es sich aber
nur um vier Spezies handeln, falls nicht etwa die Beschreibung von
echinala-Z\ sich gleichfalls auf ein kleines abgeflogenes Männchen
der afra Lep. bezieht. Als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal
giebt Förster nämlich in seiner analytischen Tabelle an, dafs echinata
auf der oberen Afterdecke zwei weilse Makeln zeige, während das
4. und 5. Segement keine weilsen Binden besitzen sollen. Meine
beiden männlichen Ex. zeigen nun auf der Afterdecke nur eine
Spur von weifsen Flecken, während die deutlichen Binden des
4. und 5. Segementes nur in der Mitte unterbrochen sind, was also
nach Förster auf octodentata oder auf coronata hinweisen würde
Wer aber selbst Coeliozys- Arten zu sammeln Gelegenheit gehabt
hat, weils wie aufserordentlich leicht die losen Schuppen des
Hinterleibsrückens abgerieben werden.
Berücksichtigt man dagegen die von Förster in der Beschrei-
bung angegebenen plastischen Merkmale, so soll bei echinata das
fünfte Rückensegment lateribus subbidenticulatum sein, während es
von coronata —= afra Lep. heilst: segmento 5. lateribus submuticis;
und von den acht Dornspitzen der Afterdecke sollen die beiden
äulseren bei echinata: actuae, bei der anderen obtusiusculae sein.
Aber die Form der Dornspitzen wechselt wenigstens bei afra so
sehr, dafs manchmal die seitlichen Dornspitzen recht lang und
spitzig sind, während sie bei anderen Ex. fast ganz verschwinden,
so dafs die Afterdecke als sechsdornig angesehen werden könnte.
Ueberdies giebt Förster ein, wie es scheint, wichtiges Merkmal nicht
an: dafs nämlich bei afra die vier oberen Dornspitzen ungefähr
382 Fr. W. Konow: über
gleich weit von einander entfernt sind, während bei echinata (mihi)
die mittleren von einander viel weiter abstehen, als von den
äulseren.
Trotz alledem glaube ich Förster’s echinata auf die unten unter
diesem Namen näher charakterisirte Spezies deuten zu sollen, nicht
nur, weil in Förster’s weitläuftiger Beschreibung nichts vorhanden
ist, was sich nicht auf diese Spezies beziehen liefse, sondern auch,
weil ich eine derartige Skulptur des zweiten Rückensegmentes, wie
sie Förster bei echinata beschreibt, nie bei afra bemerkt habe; und
besonders, weil Förster wenigstens in der lateinischen Diagnose
einen auffälligen Unterschied anzudeuten scheint, indem er bei
echinata die Rückenbinden albido-subsguamosae, die der coronata
aber albo-squamosae nennt, womit vielleicht bezeichnet sein soll,
dals die Schuppen in den Rückenbinden der echinata sehr schmal
und fast spitzig, bei afra aber sehr breit und kurz sind.
Die zu der oben bezeichneten Gruppe gehörigen Arten lassen
sich in folgender Weise disponiren:
1. Die untere Afterdecke des Q halb so lang als der Hinter-
leib. Länge 15 mill.e. Z' unbekannt (see. Förster):
1. C. macrura Först.
Die untere Afterdeeke weitskurzer Malehr. ee 2 1
2. Die erhabene scharfe Randlinie, welche ee von der
Basis der Mandibeln aus die Kehle begrenzt, in der Mitte
gebrochen und in einen mehr oder weniger starken Dorn
ausgezogen; Schuppen des Hinterleibes höchstens am
Ende des vierten Bauchsegementes haarförmig; Rücken-
binden in der Mitte einreihig; untere Afterklappen des 2
kaum länger als die obere, stumpf, an der Spitze mehr
weniger klein halbkreisförmig ausgeschnitten; 7”—10 mill.
lan .uS x: . 2 nor Harlsiehafralilep:.
- Diese Randkioie ohne Zahn; Schnppeh am ganzen Bauch
gröfstentheils haarförmig; untere Afterklappe des Weibes
viel länger als die obere . . . io A%
. Die oben bezeichnete Randlinie ist schasbni höchstens in
der Mitte mit einer kleinen aufsitzenden, zahnartigen
Hervorragung; die Rückenbinden des Hinterleibs auch in
der Mitte breit, mehrreihig, aus meist gelblichen, ziemlich
breiten Schuppen bestehend, welche höchstens doppelt so
lang als breit sind; beim g' die vier oberen Dornspitzen
der Afterdecke ziemlich gleich weit von einander entfernt,
die äufseren meist etwas divergirend; beim @ die untere
(SU)
Coeliozys echinata Förster. 383
Afterklappe etwa um die Hälfte länger als die obere;
6 bis 9 mill. lang. . . . ...2....3. C. octodentata Lep.
3. Diese Randlinie ist in einem fast rechten Winkel ge-
brochen; die Rückenbinden in der Mitte einreihig, aus
weilslichen schmalen Schuppen gebildet, die fast dreimal
so lang sind als breit; beim g' die mittleren oberen Dorn-
spitzen von einander viel weiter entfernt, als von den
seitlichen; beim 2 die untere Afterklappe fast doppelt so
lang als die obere; 6—9 mill. lang . . 4. C. echinata Först.
ad 2. Förster beschreibt das Z! unter dem Namen coronata
nach einem abgeflogenen Ex., an welchem die weilse Basalmakel
der Afterdecke sowie die Rückenbinden in der Mitte abgescheuert
sind. Das 2 ist emarginata Först.; und warscheinlich gehört auch
haemorrhoa Först. hierher. Die obere Afterdecke ist bald roth, bald
schwarz; und wenn ich auch ein Ex. mit rothem erstem Segment noch
nicht gesehen habe, so ist doch die Farbe ein zu unwesentliches
Merkmal, um darauf eine Spezies zu gründen. Zwar nennt Förster
die untere Afterklappe: submutica; aber der Ausschnitt an der
Spitze der unteren Afterklappe ist oft sehr gering; und möglicher-
weise deutet das „sub“ in submutica auf eine schwache Ausrandung.
Die Spezies ist durch Europa sehr weit verbreitet. Ich besitze Ex.
aus Kroatien und von Batum im Kaukasus. In hiesiger Gegend
ist dieselbe nicht ganz so häufig wie die folgende.
ad 3. Förster beschreibt das Z! als polycentris gleichfalls nach
einem Ex., dem die weilse Makel auf der Afterdecke fehlt; das 2
als erythropyga. Die Spezies ist an den dicken Hinterleibsbinden
schon mit blolsem Auge auf den ersten Blick zu erkennen. Vom
Juli bis in den Herbst in hiesiger Gegend an dürren Anhöhen sehr
häufig, wo das Thierchen an schönen Abenden in hunderten von
Ex. an dürren Artemisia-Stengeln und an Grashalmen, den Kopf
nach unten und die Beine an den Leib gezogen, nur mit den Ober-
kiefern festgebissen, hängt und leicht mit der Hand abgestreift
werden kann.
ad 4. Die sub No.4 aufgeführte Spezies ist in hiesiger Gegend
recht selten, und scheint auch sonst bisher nicht weiter bekannt
geworden zu sein. Hier habe ich nur zwei Z und ein 9 bisher
erbeutet. Wenn meine Deutung der Förster’schen Spezies echinata
richtig ist, so ist doch jedenfalls das Weibchen bisher nicht be-
schrieben worden; ich lasse deswegen hier eine genauere Beschrei-
bung der Art folgen:
384 Fr. W. Konow: über Coelioxys echinata Förster.
C. echinata Först. Nigra; antennis mandibulis, pedibus, calca-
ribus concoloribus; gula utrobique margine elevato, acuto, medio
subrectangulatim fracto determinata; oculis hirtis; facie sub antennis
maris albescenti-villosa, feminae tomento argenteo et pilis suberectis
obtecta; fronte supra antennas, vertice, mesonoto fusco - pilosis;
abdominis fascüs dorsalibus angustis, utrobique dilatatis, albo-squa-
mosis; squamulis oblongis, angustis, maris apice subacuminatis,
feminae elongatis, obtusis; fasciis ventralibus albo-pilosis. Mas
valvula anali dorsali 3-spinosa; spinis intermedüs duabus superio-
ribus inter se multo magis distantibus quam a lateribus; segmenti
quinti utrobique angulis posticis acutis, subdentiformibus; segmento
quarto ventrali apice subemarginato. Feminae valvula anal dorsali
carinulata, ante apicem bis impressa, apice rugoso-opaca; venlrali
duplo longiore, ante apicem viz constricta. — Long. 6—9 mill.
Bemerkungen über einige deutsche Käferarten.
1. Hr. Dr. M. Regimbart erwähnt bei einer Besprechung
der mit Hydroporus pyrenaeus verwandten Arten (im Februar
Bulletin 1839, p. XVI der Annales de la Soc. Entom. de France),
dafs Hydrop. longulus Muls. (celatus Sharp.) sehr verbreitet zu
sein scheine, da er in Thüringen, Cantal, Pyrenäen und Spanien
vorkomme; der Käfer war aus Deutschland bisher nicht nachge-
wiesen.
2. Dafls Hister praetermissus Peyr. (aus der einstigen
Sammlung des Dr. Gerstaecker) wirklich bei Berlin gefangen worden
sei, kommt mir zweifelhaft vor.
3. Dafs Acritus punctum Aube, ein notorischer Küsten-
bewohner, wirklich in Westphalen gefunden sei, wie der Catalog
Schilsky (p. 66) angiebt, ist mir sehr zweifelhaft.
4. Murmidius ovalis Beck ist von mir in meiner Jugend
in mehreren Ex. im verdorbenen Reis in Berlin aufgefunden worden,
zusammen mit Cathartus advena Waltl. Dr. @. Krasataz.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Die Varietäten des Trichius fasciatus L. und
abdominalis Menetr.
Gustav de Rossi in Neviges in der Rheinprovinz giebt in
den Verhandlungen des naturhist. Vereins preuls. Rheinlande und
Westfalens 1382, p. 209 eine Aufzählung der ihm bekannten Farben-
Varietäten des Käfers Trichius fasciatus L. Er läfst dabei die von
Mulsant, Hist. nat. Coleopt. France Lamellicornes, edit. I, 1842,
schon beschriebenen Varietäten unberücksichtigt und richtet sich
im Allgemeinen nach der Eintheilung, die Erichson in seinen
Insekten Deutschlands 1848, ohne einer Varietät Namen beizulegen,
gab. Mulsant in seiner edit. II benannte die Varietäten nicht.
G. de Rossi macht wie Erichson 2 Hauptabtheilungen, A und B,
je nachdem die gelbe oder schwarze Farbe auf den Decken vor-
herrscht.
Die Gruppe A zerlegt Rossi in 3 Untergruppen a, b, e nach
der Ausdehnung der schwarzen Basalbinde und zerlegt jede wieder
in je 3, 3, 2 Varietäten.
Mulsant hat die Untergruppen a und b benannt, c bildet bei
ihm die Stammart.
In der folgenden Tabelle combinire ich beide Anschauungen,
folge aber zumeist Rossi:
A. Die gelbe Grundfarbe herrscht vor.
a. Es ist nur ein schwarzer Schulterfleck vorhanden = var. A
Mulsant: dubius Muls. (Bande noire de la base des Elytres
prolongee seulement jusqu’a la moitie de la largeur de
celles-ci; quelquefois suivie d’un petit point noir.) Mulsant
falst also unter diesem Namen die ganze Gruppe a Rossi
zusammen.
«. var. commutatus Rossi (die schwarze Mittelbinde von
normaler Form, d.h. bis nahe zur Naht reichend und
etwas nach dem Hinterrande der Fld. gebogen).
ß. var. Erichsoni Rossi (die Mittelbinde in der Mitte der
Fld. abgekürzt, mit einem schwarzen Punkt an der
Spitze). Hierher var. F Muls.: abbreviatus Muls. (Bande
noire intermediaire a peine prolongee jusqu’au milieu des
elytres; quelquefois suivie d’un point.) Diese Mulsant’sche
Diagnose palst aber auch zum Theil auf die Varietäten
Y» &; L, v.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 25
386 L. v. Heyden: die Varietäten
y. var. pulchellus Rossi (die Mittelbinde abgekürzt, ohne
Punkt an der Spitze) = abbreviatus Muls. pars.
b. Die Wurzel der Fld. mit unvollständiger schwarzer Binde,
welche aus einzelnen, manchmal theilweise in einander ge-
flossenen Fleckchen gebildet ist. Diese Gruppe bildet bei
Mulsant seine var. B: interruptus. (Bande noire de la base
des Elytres interrompue dans son milieu, souvent denticulee
pres de cette interruption.) Rossi bildet hieraus 3 Varietäten:
6. var. vulgaris Rossi (Mittelbinde normal).
& var. Fabricii Rossi (Mittelbinde abgekürzt mit einem
schwarzen Punkt an der Spitze) = abbreviatus Muls. pars.
Ü. var.abruptus Rossi (Mittelbinde einfach gekürzt) — abbre-
viatus Muls. pars.
ec. Die Wurzel der Fld. mit untihtähbrschäner schwarzer Binde.
Bei Mulsant Stammart fasciatus L.
n. var. succinctus Fabr. (Mittelbinde normal).
d. var. Linnei Rossi (Mittelbinde abgekürzt) = abbreviatus
Muls. pars.
B. Die schwarze Grundfarbe herrscht vor:
ı. var. divisus Muls. (var. E Muls.). Bande noire inter-
mediaire prolongee jusqu’a la suture, et unie posterieurement
dans son milieu avec la tache apicale. — Hierher var.
confluens Rossi (die schwarze Mittelbinde sendet an. der
Naht einen Ast zu dem Apicalflecken der Fld., so dafs die
zweite gelbe Binde unterbrochen ist).
Mulsant führt ferner noch an:
#. var. obliquus Muls. Bande noire intermed. naissant du
calus humeral et prolongee vers l’angle sutural, en coupant
obliquement les Elytres.
A. var. prolongatus Muls. Bande noire intermediaire pro-
longee jusqu’a la suture.
Mulsant beschreibt in edit. II, Col. France Lamellic. 1871,
p. 715 eine var. Noui, die Pellet zuerst Ann. Soc. agr. scient.
Pyren. Orient T. XVIII (1871), pag. 472 bekannt gab. Es ist
Mulsant var. H, edit. II.
Bande noire anterieure des elytres Emettant du tiers interne
de son bord posterieur, une bande noire longitudinale prolongee sur
le troisieme intervalle (en comptant le sutural pour le premier)
jusqu’au cöte interne du calus posterieur. Bande intermediaire
emettant de son bord posterieur, sur la strie naissant de la fossette
humerale, une bande longitudinale courte, prolongee jusqu’au calus
des Trichius fasciatus L. und abdominalis Menetr. 387
posterieur: cette bande laissant de couleur foneiere flave une
tache entre elle et la bordure marginale, et une autre plus petite,
entre elle et la bande noire longitudinale couvrant le troisieme
intervalle.
Gebler beschreibt: Ledebur, Reise 1830, p. 111 einen Trichius
bimaculatus, den er später (Bullet. Mose. VI, 286) selbst als
Varietät zu fasciatus stellt. Nach der Beschreibung ziehe ich ihn
zu var. n succinctus Fabr. Dieselbe lautet: Niger, pallido-villosus
thorace suborbiculato, nitido, elytris fascüs 2 flavis, interne con-
fluentibus. Ubique minus frequens (id est Kolywan Sibiriae). Valde
affinis T. fasciato; thorace vero minus piloso, profundius et minus
dense punctato, nitidiore, lateribus dilatatiore et flavo-maculato specie
differre mihi videtur. (Est foemina Tr. fasciati Eschscholtz.)
Von diesen Varietäten besitze ich & von Frankfurt, ö aus dem
Taunusgebirge und Schwarzwald, e’T'aunus, 7 aus Frankfurt, Nassau,
Italien (Bonelli), Caucasus und Kuusamo in Lappland, 9 aus dem
Caucasus.
Trichius abdominalis Menetr. (gallicus Heer).
Bei dieser Art ist die Basalbinde stets auf einen Humeralfleck
beschränkt.
Mulsant führt 6 Varietäten an:
A. 2 var. dorsalis Muls. Prothorax sans tache sur les cötes. Er
betrachtet also die Form mit geflecktem Halsschild für die
Stammart gallicus Dej. ined. Heer.
B. &2 var. intermedius Muls. Bande noire du milieu des elytres
prolongee jusqu’a la suture.
C. SQ var. bivittatus Muls. Bandes noires du milieu et de l’ex-
tremite des Elytres prolongees jusqu’a la suture.
D. 82 var. apicalis Muls. Tache du calus posterieur seule pro-
longee jusqu’a la suture.
E. 82 var. dentatus Muls. Tache du calus -post. bidentee A son
bord anterieur.
F. 82 var. abdominalis Dej. ined. Ventre pare sur la partie
intermediaire des deuxieme & cinquieme anneaux d’une bande
blanchätre retr&cie ou interrompue dans son milieu, et quelquefois
nulle sur un ou deux segments.
Von diesen Formen besitze ich var. A aus Frankfurt und Algier,
C Austria Parreyls, D Rumelia Abresch.
Aus letzterer Gegend ferner eine sehr schöne Form, die schon
Erichson erwähnt, bei der die ganze hintere Hälfte der Decken
25 *
388 L.v. Heyden: die Varietäten des Trichius fasciatus L. etc.
schwarz ist, darin bleiben zuerst 2 Punkte nebeneinander, dann
nur ein Punkt am Rande gelb, schwarz ist ferner die Humeral-
makel und das Schildchen.
Bei meinen 4 Ex. ist die Färbung intensiv orange.
Ich nenne die var. bipartita Heyden. Parte dimidia postica
elytrorum tota nigra, ad latera puncto aurantiaco, callo humerali
scutello suturaque nigris, reliqua parte elytrorum aurantiaca. —
Rumelia a Dom. Abresch missa. Major Dr. L. v. Heyden.
1. Von Cicindela hybrida var. melanostoma wurde 1 Ex.
vom Lehrer Herrn Goldschmidt in Goisa (S. Weim.) übersandt,
welcher im vergangenen Sommer zwei weibliche Stücke neben der
Stammform gefangen hat. Die Seitentheile der Oberlippe sind tief
dunkelbraun gefärbt, während das etwas erhabene Mittelfeld einen
hellbraunen Ton zeigt. Die Mandibeln sind schwarz wie Ebenholz.
Die Schultermakel ist unterbrochen. Sonst ist die Var. von der
typischen Form nicht verschieden.
2. Necrophorus germanicus var. brunneus wurde im
vergangenen Sommer hierselbst gefangen. Die ganze Oberseite des
Käfers ist braunroth gefärbt, Brust und vordere Beinpaare dunkel-
braun, hinteres Beinpaar und Abdomen heller braun, letzteres mit
dunkel gesäumten Segmenten, Kopfschild, Epipleuren der Flügel-
decken und je eine längliche Makel kurz vor deren Mitte hellgelb.
Die Annahme, der Käfer möchte ein noch frisches, unausgefärbtes
Stück sein, wird dadurch widerlegt, dafs derselbe normal erhärtet
und mit zahlreichen Käfermilben besetzt war; er hatte sich also
schon längere Zeit frei herumgetrieben. Von den 5 Var., welche
Reitter namentlich anführt (Naturgesch. d. Ins. Deutschl. Bd. III,
2. Abth., S. 318), unterscheidet sich var. brunneus sehr wesentlich.
3. Der sonst seltene Anthonomus varians wurde von mir im
Mai und Juni zahlreich auf blühenden Kiefern beobachtet.
4. Rhamphus aeneus, der überall als selten gilt, wurde
hierselbst von mir auf einer jungen Weilsdornhecke in Menge beob-
achtet (der Käfer frifst Löcher in die Blätter, die Larve minirt
darin), ist aber durch Ausrodung jener Hecke jetzt verschwunden.
Laucha. Schenkling.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1389. Heft IL]
Ueber entomologische Zuchthäuser
von
Jos. Haberfelner in Lunz (Nieder- Oesterreich).
In meiner Stellung als Bergbauleiter und bei dem Umstande,
dafs ich früher noch stark Geologie betrieb, wurde ich häufig in die
Wälder und auf die Berge geführt, und so fand ich bei einer dieser
Wanderungen einen durch den Wind gebrochenen dürren Fichten-
Wipfel, an welchem frisch ausgestofsene Späne mit Cerambyeiden-
Larven - Frafs bemerkbar waren, im Walde am Boden liegen.
Dieses Stück, ca. 2.5 Meter lang, brachte ich in einen unter dem
Dache meines Hauses hergerichteten Verschlag; das im Giebel
ausgeschnittene Fenster überspannte ich mit Gaze. Gegen Ende
Juni erschienen nach und nach 9 Ex. eines Monochammus, welchen
Herr L. Ganglbauer, der mich damals besuchte, sofort als den
seltenen M.saltuarius erkannte; dadurch war die Anregung zum Ziehen
in grölserem Umfange nun gegeben. Der Verschlag wurde vergröfsert
und eine gröfsere Menge von Frafshölzer darin untergebracht. Aus
diesen Hölzern gelangten nun zur Entwickelung: Astynomus griseus,
Semanotus coriaceus, Clytus lamu, Anthazia helvetica, Corticeus linearis
und Serropalpus striatus. Nun glaubte ich auf der Höhe der Aufgabe
angelangt zu sein: dem war aber nicht so! Bis spät in den Herbst
hinein warfen noch eine Menge im Holze lebenden Larven Späne
aus, was auf weitere gute Ausbeute im nächsten Jahre Hoffnung
gab; indessen zeigte es sich später, dafs die Thiere vertrocknet
waren, weil die nöthige Feuchtigkeit fehlte.
Ich fafste nun den Entschluls, das ganze Zuchtverfahren ins
Freie zu verlegen, und stellte in meinem Garten ein 6 Meter langes,
3 Meter breites und 2.5 Meter hohes Zuchthaus auf, dessen Dach aus
feinem Messingdraht-Netze hergestellt und zum Theil dessen Wände
gleichfalls aus solchem Geflechte gebildet worden sind. Eingesetzte
Fenster und Thüren zur Einleitung direkten Sonnenlichtes und zur
Ventilation fehlten diesem Hause nicht. Die Frafshölzer wurden
der Reihe nach in der entsprechenden Länge eingestellt, und zwar
so, dals diejenigen, welche im Walde stehend getroffen,
auch stehend, und die liegend gefundenen, auch liegend,
mit zum Durchgehen gelassenen Zwischenräumen eingeordnet waren.
390 Jos. Haberfelner: über
Die Frafshölzer bestanden gröfstentheils aus Fichten, etwas Tannen,
Lärchen, Fähren, Wachholder, Erlen, Birken, und Saalweide; sie
nahmen etwa 3 Raummeter ein. Abgesehen von den Einbringungs-
kosten an Frafshölzern kostet ein solches Haus etwa 130 Mark.
Die im ersten Jahre eingestellten Hölzer liefern nun schon durch
drei Jahre hervorragende Thiere, als: Tragosoma depsarium 25 !),
Monochamus saltuarius 10, Astynomus griseus 5, Semanotus coria-
ceus 12, Sem. undatus 2, Callidium castaneum 2, Call. aeneum 2,
Acmaeops septentrionis 20, Adelocera fasciata 2, Serropalpus
striatus 10, Orchesia fasciata 8, Attagenus 20 -punctatus 3,
Äylechinus pilosus 2.5, Pissodes Harziniae 2.5, vereinzelt auch
Ceruchus chrysomelinus 10, Ampedus tristis 8 und dergl. mehr in
mehreren hundert Ex.
Im Winter von 1887/1883 habe ich in meiner grolsen Stube
in äbnlicher Weise Frafshölzer gehalten, um auf diese Weise unter
steter Beobachtung die Entwickelungsgeschichte und Lebensweise
der Thiere kennen zu lernen. Dem Vertrocknen beugte ich derart
vor, dafs ich von Zeit zu Zeit die Hölzer ins Freie trug und dort
mit lauwarmem Wasser regenartig bespritzte. Da die Arbeit der
Larven gut hörbar ist, so zeigte selbe die Zeit an, wann Feuchtigkeit
nothwendig ist. Verstummt das Frafsgeräusch, so wird es Zeit
Feuchtigkeit zu geben. Ist diese dem Holze wieder beigebracht,
und haben sich die Hölzer wieder erwärmt, so geht das Scharren
von Neuem an u. s. w. Häufig kommen Larven hervor und fressen
von dem aulsen nässerem Holze eine Zeit lang und ziehen sich
wieder in ihre Gänge zurück. Finden sie wegen abgefallener Rinde
keinen Halt an solcher, so fallen auch die Larven zu Boden. Da
muls man nachhelfen. Man nimmt die Larve, steckt sie wieder
in ihren Minengang und bindet Rinde um den Stamm, dann ist
geholfen. Bei Larven, die in stehendem Holze leben, ist die Lebens-
zähigkeit bei langer Trockenheit eine viel länger dauernde als bei
starker Nässe des Holzes. Bei liegenden Frafsobjekten ist der Fall
umgekehrt. Bei den meisten Hölzern, die man aus dem Walde
bringt, ist fast immer an der Sonnenseite, wo die meiste Brut-
ablage erfolgt und dort auch die Entwickelung der Larven am
raschesten vor sich geht, die Rinde durch die Spechte schon weg-
gehackt, die meisten Larven sind aufgefressen und die auf Frafs
nach Aufsen ziehenden Larven fallen zu Boden, und hat man immer
1) Die Zahlen hinter den Artnamen bedeuten den Preis in
Silbergroschen.
entomologische Zuchthäuser. 391
nur das zu erwarten, was die Spechte übrig gelassen haben. Und
gerade sind es seltenere Thiere, welche auf diese Weise arg zu-
gesetzt werden, als: Semanotus coriaceus, Acmaeops septentrionis
und C/ytus lama und deren Seltenheit auch gewils auf diesen Umstand
zurückzuführen ist. Die aus dem Stubenverfahren erhaltenen Thiere
liefs ich ea. 14 Tage unter steter Beobachtung leben und sorgte für
deren Speise und Trank. Am wohlsten befanden sich dabei Mono-
chammus saltuarius, deren ich 33 Ex. erhielt. Die Erscheinung der
Thiere erfolgte genau in derselben Reihenfolge, wie es im Freien
der Fall zu sein pflegt. Zuerst kamen die Bostrychiden, dann
Semanotus undatus und Callidium castaneum, diesem folgte Mono-
cham. saltuarius und Anthazia helvetica; Clytus lama, Semanotus
coriaceus und Callidium aeneum machten den Schlufs. Im gegen-
wärtigen Winter halte ich in der Stube nur einige im letzt ab-
gelaufenen Sommer aus dem Walde heimgebrachte und wieder
eingebohrte Tragosoma-Larven, die der Verpuppung nahe waren,
sich aber nicht mehr entwickelten, unter Beobachtung. Gegenwärtig,
wo ich über mein Zuchtverfahren schreibe, ist das Scharren der
sich entwickelnden Thiere im Klotze schon hörbar, und ohne Zweifel
ist das Auskriechen sehon in nächster Zeit zu erwarten. Nach den
erzielten Resultaten und gemachten Erfahrungen beim geschlossenen
Zuchtverfahren unter den natürlichen Einwirkungen der Atmo-
sphärilien und deren Ersatz, schritt ich zur Anlage eines 2ten grolsen
Zuchthauses in meinem Garten, welchen nun ein Drittes angereiht
wird. Dieses letztere wird über lebende Saalweiden gestellt und
kommen auch jene Objekte hinein, worin ich Nivelia sanguinosa
vermuthe, wie auch jene, worin Saphanus piceus hausen soll. Die
Zucht dieser beiden Thiere und des Rhopalopus hungaricus gehört
zu der nächsten Aufgabe, die ich mir gestellt habe.
Die bisher gemachten Erfahrungen bei Zucht in geschlossenen
Räumen und bei Beobachtung im Freien, gaben mir manche Winke
ein natürliches Zuchtverfahren an verschiedenen Plätzen meiner
Gegend ohne geschlossene Räume zu bewerkstelligen, die Thiere
dorthin zu locken und zu pflegen, um dann daselbst, wie es mir
beliebt, guten Freifang halten zu können. Für die allermeisten
Thiere läfst sich das ganz gut machen; bei Monoch. satuarius und
Artynomus griseus jedoch nicht; diese Thiere mufs man ziehen,
wenn man mehr Materiale hiervon haben will. In ihrer Lebens-
weise liegt die Bedingung. Durch die Prellmethode allerdings
können solche auch eher sicher erbeutet werden, allein wer
schleppt den Prellschlägel mit sich herum?
392 Jos. Haberfelner: über
Von letzterwähnten beiden Thieren konnte ich während meiner
12jährigen Sammelperiode nur etwa 8 Ex. durch Freifang erhalten.
Obschon ich die Lebensweise dieser Thiere genau kenne, so lälst
sich der Freifang doch nicht recht erzielen.
Tragosoma depsarium, welches gleichfalls eine eigenthümliche
und verborgene Lebensweise führt, kann wieder leichter in Zahl
durch Freifang erbeutet werden, wenn man hinter seine Geheimnisse
gekommen ist. Es bedurfte 10 Jahre, ehe ich in sein ganzes Wesen
eindringen und es in die Hand bekommen konnte. Die Ausbeute
im Vorjahre betrug bei dieser Art allein netto 200 Ex. Das Thier
ist leicht lockbar und zur Ansiedelung zu bringen. Es kommt
aus den Wäldern überall dorthin angeflogen, wo es gute Lauf-
und Versteck-Objekte in der Nähe solcher für Brutablage
giebt. Ich habe das Thier in dem Garten, wo sich meine Zucht-
anlagen befinden, also mitten in der Ortschaft, auch schon heimisch
gemacht und es seit 4 Jahren in stete Vermehrung gebracht. Im
Vorjahre war es an einem recht schwülen, der einbrechenden Nacht
weichenden Tage, wo mein Sohn und ich beschäftigt waren, aus
einem Zuchtkasten ausgekrochene Thiere wegzunehmen, als es auch
von Aufsen mit einem Male recht lebendig zu werden begann. Die
Thiere flogen an uns an und rannten wie toll auf dem Kasten
herum — diese Anlagen sind eben auch vortreffliche Rennbahnen
für diese Thiere —, so dafs wir nicht wulsten, wo zuerst zu-
gegriffen werden sollte. In 5 Minuten waren 8 Ex. eingefangen,
dann ward es wieder ruhig von Innen und von Aufsen. Es gehört
eben zu den Eigenthümlichkeiten dieser Thiere, dafs plötzlich die
Lebendigkeit eintritt; während 20 Minuten suchen und jagen sie
sich und verschwinden dann plötzlich.
Die Lockung durch ausgestellte Weiber wird gewils von
manchem Coleopteren-Sammler für zweckmälsig und vortheilhaft
gehalten werden und vielleicht auch schon von manchem versucht
worden sein, aber meist dürfte man einer argen Täuschung ent-
gegen gegangen sein. Ein entsprechend grofses Drahtgeflecht wurde
käfigartig auf ein Brettchen zurecht gebracht, ein Weib hinein
gesteckt und auf jenen Platz gestellt, wo ich während 8 Jahre
alljährlich 15—20 Ex. einfangen konnte. Meines Dafürhaltens war
Alles recht gut hergerichtet worden, bevor noch die Lebendigkeit
der Thiere eintrat, und ich war voll Erwartung der guten Dinge,
die da kommen sollten. Als nun das Leben unter die Thiere in
schon erwähnter Weise kam, liefs ich sie eine Zeit lang gewähren —
es waren 8—9 Stücke, welche da am Platze erschienen —, aber
entomologische Zuchthäuser. 393
das ausgestellte Weib wurde ignorirt. Nur ein Mann kam auf das-
selbe zu, bekroch und beschnupperte den Käfig und blieb endlich
darauf sitzen. Die übrigen Ex. unterhielten ihr Getriebe unter
sich fort. Die verfehlte Wirkung erkennend, nahm ich die ganze
Sippe weg. Das Volk kümmerte sich garnicht um den gefangenen
Genossen, es kannte ihn nicht; er gehörte eben nicht zu ihrer
Gesellschaft. Das Resultat war das ganz gleiche, wie ich es Jahre
vor und nachher auf selbem Platze auch ohne Weib erzielte. Gleich-
wohl setzte ich die Versuche noch drei Tage hintereinander fort.
Aber es war kein Stück mehr da und kam auch keins mehr an-
geflogen. Und so war es auch vor und nachher, wenn ich einmal
Abraum gehalten habe. Das Weib wurde strafweise in das Cyan-
cali-Glas versetzt und der Lockgedanke dieser Art kam zu den
Todten. Wie es kam, dafs der Versuch so erfolglos blieb, darüber
wurde ich durch fortgesetzte Beobachtungen später klar, und auf
einen anderen weit mehr Erfolg verheifsenden Gedanken über
Anlockungen hingeführt. Dagegen erschien mir als das Beste
und Natürlichste, auf bekannten guten Localitäten Brut-Stellen und
Objekte bleibend herzustellen und für deren Erneuerung zu sorgen,
wodurch die Thiere allmählig zum Anfluge, Aufenthalt und zur
Ansiedlung gebracht wurden, wie es auch häufig durch Auslegung
diverser Abfälle und faulender Substanzen zu geschehen pflegt.
Kennt man die Lebensweise der Tbiere gut, dann ist nichts leichter
gethan als das. Man bietet den Thieren das was sie brauchen und
lieben, und wie sie es brauchen und lieben.
Die Thiere ein und derselben Brutablage gelangen in kürzeren
und längeren Zeitabständen von einem Tage bis zu drei Jahre nur
allmählig zur Entwickelung und zum Ausfluge. Den Anfang machen
fast immer Weiber, die Männer folgen hinterher. Es giebt welche
mit sehr rascher Entwickelung, so Semanotus undatus und Callidıum
castaneum, und welche von sehr langsamer, Tragosoma z.B. Die
erst ausfliegenden Weiber suchen gleich die zunächst befind-
lichen, für die Brutablage gut geeigneten, und günstig
situirten Objekte auf, und bleiben dort, wenn sie nicht beunruhigt
oder weggeschnappt werden. Die nachfolgenden gesellten sich dazu
und so wächst das Volk allmählig auf demselben Platze an. Auf
diese Grundzüge gestützt, kann man sich eine Reihe guter Fang-
plätze herrichten und sie unterhalten. Man hat so das Zucht-
verfahren im Freien. Nur ist darauf zu achten, die erten Ex. die
da angeflogen kamen, nicht gleich weg zu nehmen und es erst
dann zu thun, wenn schon eine Ansammlung stattgefunden hat.
394 Jos. Haberfelner: über entomologische Zuchthäuser.
Freilich kann man dies Lock- und Zuchtverfahren nur da rationell
treiben, wenn man in solchen Ortslagen sein Heim hat, wenn
einem eine solche Wirthschaft gestattet ist, und wenn man so ein
ganzes Gebiet als sein grofses Zuchthaus betrachten kann. Was
da im Allgemeinen für gröfsere Holzkäfer gilt, kann auch für andere
gleichfalls gerne gesehene Thiere zur Geltung gelangen, zum Theil
auch leichter und .sogar vorübergehend in Anwendung gebracht
werden. In meinem Garten, wo die Zuchtanlagen gehalten werden,
habe ich auf diese Weise manche Arten einheimisch gemacht. Die
hier lästigen Feinde, die Ameisen, müssen allerdings bekämpft und
beseitigt werden; dieselben finden sich bekanntlich überall dort ein
wo es guten Aufenthalt und wo es etwas zu naschen giebt; sie
beunruhigen andere Käfer und vertreiben sie. Diesen leidigen
Gesellen kommt man am besten damit bei, wenn man glasirte
Töpfe, halb mit stark gezuckertem Thee gefüllt, eingräbt, ein Schutz-
dach darüber stellt und so herrichtet, dafs das Wasser nicht in das
Gefäls gelangen kann. In solchen Fällen bringt man nach und nach
ganze Colonien hinein.
Nebst den meisten schon bei meinem Zuchtverfahren aus
geschlossenen Räumen erwähnten Thieren sind es nachstehende,
welche ich an im Freien gepflegten Objekten und Stellen zu
erbeuten in der Lage bin, als: Trechus alpicola 2, Agonum Boge-
manni 6, Agonum 4-punclatum 2, Philonthus Bodemeyeri 10,
Lathrobium testaceum 8, Thectura truncata 8, Neuraphes Capellae 4,
Orchesia grandicollis 2, Nosodes dentata 2, Melanophila acumi-
nata 2.9, Ampedus tristis 8, Adelocera fasciata 2, Calopus serrati-
cornis d, u. dgl. m.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft I1.]
Pseudolimnaeum Eichhoffö Krtz. = inustum Duval (Bemb.)
Hr. v. Heyden hat in seinem Limnaeum inustum Duval (1857)
mein Pseudolimnaeum Eichhoffi (Deutsche Ent. Zeitschr. 1888,
p. 365) und ich glaube mit Recht erkannt. Duval erwähnt zwar
in seiner Beschreibung Annales de France 1857, p. 103 (nicht 163,
wie der neueste de Marseul’sche Catalog angiebt) den starken
Kopfpunkt nicht, doch überwiegen die übereinstimmenden Punkte
in seiner Beschreibung. Auch Duval hebt bereits den eigenthüm-
lichen Habitus des Käfers hervor, indem er a.a.O. sagt: „son
facies est asez remarquable et lui donne quelque resemblance
eloignee avec les Stomis“. Später ist der Käfer bei Limnaeum ein-
gereiht worden !). Hr. v. Heyden hält die Gattung Pseudolimnaeum
für begründet. Merkwürdig ist, dafs Hr. v. Heyden den Käfer
ebenfalls an einem Hause bei Montreux fand; das typische Stück
des inustum stammt aus den Piemonteser Alpen.
Dr. G. Kraatz.
1) Vergl. die Bemerkung von Baudi über Bemb. inustum in der
Berliner entomol. Zeitschr. 1864, p. 219: „a Bembidio discedit tar-
sorum anticorum articulis duobus primis in mare apice intus in
deniem acutum porrectis nec non palporum mazillarium interiorum
articulo secundo primo longiore; Bembidium inustum potius Lymnaeo
generi adscribendum“ ete. Die Limnaeum sind aber Küstenbewohner,
Pseudolimnaeum scheint dagegen ein verkappter Hausfreund zu sein.
Piochard de la Brülerie bespricht ein bei Rueil von Hrn. Montagne
im Fluge gefangenes Ex. und nennt es une des acquisitions les plus
interessantes pour la faune parisienne; er fügt hinzu: elle doit vivre
habituellement dans une retraite bien cachee, pour avoir si long-
temps €chappe aux investigations des entomologistes parisiens
(Annales de France 1875, p. CXI). Es sind mehrere Ex. des
Ps. inustum von Hrn. Oberförster Eichhoff unter einem Brette im
Keller seines Hauses in Mühlhausen (nicht in Saarlouis, wie ich
früher irrig angegeben hatte) gefunden worden, so dafs das Vor-
kommen des Käfers daselbst durchaus kein zufälliges zu sein scheint.
Nach Mittheilung des Hrn. Ganglbauer kommt Peryphus inustus
auch in der Krimm vor und Bemb. Lederi Reitt. (?longicolle Motsch.)
scheint davon kaum generisch zu trennen.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft TI.]
Bemerkungen über Homalota- Arten.
Ich machte im Jahre 1870 dem ausgezeichneten Kenner und
Beschreiber englischer Homaloten, H. Sharp, eine Sendung von
vielen Arten dieser schwierigen Gattung, deren Durchsicht ihn mehr
als eine Woche beschäftigte. Die Käfer wurden Hrn. Janson über-
eben, um sie mir zukommen zu lassen (etwa um den 12. Sept.
1870), sind aber niemals in meine Hände gelangt und wahrschein-
lich während des Krieges verloren gegangen. Dagegen ist mir die
Liste der Thiere zugegangen, aus welcher ich eine Anzahl von
Bemerkungen hier wiedergeben will, da dieselben für die geogra-
phische Verbreitung mancher Arten von Interesse sind und auch
für die specifische Auffassung Sharp’s, welcher, z.B. wie ich“
clientula Er. für eigene Art hielt.
Aloconata n. sp. neben currar mihi aus Baiern ist verloren
wie die übrigen.
Aloconata veloz Krtz. Dalmatien.
Metazya sequanica Brisont var. Norddeutschland.
Hydrosmecta fluviatilis Krtz. Dalmatien.
Hydrosm. fragilis Krtz. Constantinopel, Dalmatien.
Hydrosm. eximia Scharp (merita Rey) von mir im Harz ge-
sammelt ist noch nicht als deutsche Art bekannt.
Lioglusa silvicola Fuls. Sachsen, Aachen, Crefeld.
Liogl. subalpina Krtz., von Swinemünde ist pagana 2.
Liogl. alpestris Krtz. vom Splügen, von mir mit alpestris Heer
typisch übereinstimmend gefunden ist Hom. nitidula Sharp var.
nitidiuscula Sharp.
Liogl. oblonga Er. Schlesien.
Liogl. oblongiuscula Sharp. Pyrenäen (Pandelle), bisher nur
aus England bekannt.
Atheta aeneicollis Sharp. Dalmatien, Frankreich.
Ath. valida Krtz. Schlesien.
Ath. diversa Sharp. Styria alp. Noch nicht als deutsch bekannt.
Ath. ignobilis Sharp. Dalmatien, Frankreich.
Dimetrota laevana Rey var. setigera Sharp. Süddeutschland,
Pyrenäen.
Halobrectha princeps Sharp. Dalmatien.
Microdota vicina Krtz. (hodierna Sharp.). Frankreich.
Microd. nigra Krtz. Island, Frankreich, Berlin.
Microd. n. sp.? pygmaeae affinis, elytris brevioribus.
Acrotona clientula Er. Berlin, Tyrol, Griechenland.
Acrot. pulchra Krtz. Griechenland.
Homalota soror Sharp (nicht Kraatz!). Pyrenäen.
Homalota subglabra Sharp. Baiern. Dr. G. Kraatz.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft 1.]
Sammelbericht pro 1888
J. Gerhardt in Liegnitz.
Vorbemerkung: Die aufgeführten Arten sind meist Neu-
heiten der niederschlesischen Coleopterenfauna. L. — Liegnitz.
Lähn liegt 2 Meilen nördlich Hirschberg am Bober und hat in
seiner nächsten Nähe zahlreiche Laubgebüsche, die für den Käfer-
fang sehr günstig sind. Die Namen der für Schlesien neuen Arten
sind gesperrt gedruckt.
Blechrus maurus St. Bei L. häufiger als glabratus und von ihm
wohl unterschieden (s. „Seidlitz“ Fauna transsylvanica). — Nachdem
ich die von Seidlitz in seiner Fauna baltica für Badister uni- und
bipustulatus angeführten Unterschiede geprüft, ist es mir unzweifelhaft,
dals die grofsen Stücke von B. bipustulatus, welche ich geneigt war
(s. Sammelbericht von 1888), für eine Form von unipustulatus mit
schwarzen Episternen der Mittelbrust zu halten, noch in den Formen-
kreis von bipustulatus gehören.
Aleochara inconspicua Aube. Im Angeschw. des Bobers bei
Lähn und unter Laub in einer Schlucht von Lehnhaus, s.s. (7. 8.)
Neu für Schlesien.
Aleuwonota aegra Heer. Lähn. 1 Stück unter Laub. (7.)
Tachyusa scitula Er. Im Angeschwemmten der Katzbach.
Gnypeta coerulea Sahlb. L. Jakobsdorfer See. 3 Stück. (38.)
Gnypeta velata Er. Ebendaselbst 1 Stück. (3.)
Die dunklen Stücke von Homalota gregaria zeigen lebend oft
einen deutlich bläulichen Schimmer auf dem Hinterleibe.
Homalota fragilicornis Kr. L., an der Katzbach im Ange-
schwemmten. 1 Stück. (4.)
H. subtilissima Kr. Sharp. Ebendaselbst, zugleieh mit der etwas
häufigeren deformis Kr. und der eben so seltenen macella Er.
H. Aubei Bris. 2 Ex. im Angeschwemmten der Katzbach bei L.
H. terminalis Grav. fand sich Mitte Januar bei Hochwasser zu
Hunderten und zwar fast unvermischt im Bruch bei L. Im Sommer
findet man diese Art auch bei uns, aber immer nur selten.
H. melanocephala Heer. Von Weifsdorn bei L. 1 Stück
(Rektor Kolbe). (5.)
H. auctumnalis Er. Im Angeschwemmten der Katzbach, J'2.
H. mortuorum Thoms. Lähn. 3 Stück. (7.)
398 J. Gerhardt: Sammelbericht pro 18883.
Die früher für sehr selten gehaltene H. cavifrons Sharp. war in
diesem Jahre im Angeschwemmten der Katzbach, besonders im
Frühjahr, fast häufig, nicht viel seltener als H. analis.
H. plana Gyll. 1 Stück im Vorgebirge. (8.)
Hygropora cunctans Er. Ein typisches Stück mit gelben
Beinen unter feuchtem Laube bei Bienowitz und die nordische Var.
nigripes Thoms. in 1 Stück an einer Bahnausschachtung hier bei L.
Ozypoda ezigua Er. 1 Ex. anı Koischwitzer See. (4.)
O.rufescens Kr. 1 Ex. unter Hasellaub bei Goldberg.
O. abdominalis Sahlb. Wiederholt, aber immer nur ganz einzeln
unter Laub bei Johnsdorf im Park. (6—10.)
Hypocyptus seminulum Er. Früher bei L. an Holzzäunen, die
leider jetzt verschwunden sind. Als H. laeviusculus vertauscht.
Acylophorus glabricollis Gr. Unter Schilf am Kunitzer See.
(Kolbe.) 1 Stück.
Staphylinus brunnipes F. In einer Bahnausschachtung bei L.
Philonthus astutus Er. Im Angeschwemmten des Bobers bei
Lähn. 1 Stück. (4.)
Lathrobium rufipenne Gyll. Am Koischwitzer See. 1 Stück. (4.)
L. dilutum Er. Im Katzbach-Angeschwemmten. 3- Stück. Etwas
häufiger war daselbst pallidum.
Scopaeus cognatus Rey n. s., nur bisher übersehen.
Stenus proditor Er. 2 Stück am Jakobsdorfer See. (3.)
St, melanarius St. An den Ufern unserer Seeen, im Bruch und
im Angeschwemmten der Katzbach, z. s.
Bledius procerulus Er. Bei Lähn am Bober. 1 Stück. (8.)
Bl. cribricollis Heer. Im Angeschwemmten der Katzbach.
Bl. subterraneus Er. Ebendaselbst 2 Stück.
Die in meinem Sammelbericht von 1837 enthaltene Bemerkung
über Homalium testaceum muls, da sie auf einem Lesefehler beruhte,
der erst nach vollendetem Druck erkannt wurde, fortbleiben.
Ancyrophorus omalinus Er. Am Jeschkendorfer See. 1 Stück. (4.)
Euplectus Erichsoni Aub. 1 Stück bei Lähn unter Laub. (7.)
Eupl. brunneus Gr. 1 Stück in L. (Selinke.)
Ptomaphagus flavicornis Thoms. 1 Stück bei nigrita; auch
von Letzner gefunden.
Ptom. alpinus Gyll. 1 Stück bei Lähn. (8.)
Liodes curvipes Schm. Im Angeschwemmten der Katzbach, =. s.
Ptilium Halidayi Matth. In einer weiflsfaulen Eiche am Fufse
des Vorgebirges bei dem Dorfe Schönau, Kreis L. 1873 in mehreren
Stücken und früher als Pt. discoideum abgegeben. Durch Güte des
J. Gerhardt: Sammelbericht pro 1888. 399
Hrn. Dr. Flach bestimmt. Derselbe theilte mir mit, dafs diese Art
nur in böhmischen Ex. bisher aus Deutschland bekannt war.
Pt. foveolatum Al. Bei L. unter schimmelnder Jäte, s. s. (Flach.)
Triehopteryz dispar Matth. 2 Stück bei L.
Tr. Montandoni All. Besonders im Bruch bei L., und wie
die folgenden auch von Letzner gefunden.
Tr. lata Motsch. Besonders unter Laub im Vorgebirge.
Olibrus Gerhardtin.sp. Hr. Dr. Flach hat gelegentlich seiner
monographischen Arbeit über die Phalacriden dieses von mir ihm
zugesendete Thier nach mir benannt. Ich fand es während der
diesjährigen Hundstagsferien bei Lähn Anfang August in mehreren
Ex. in einem nach Süden gekehrten Hau des Kienberges. Vorläufig
sei darüber nur erwähnt, dafs der Käfer reichlich so grofs ist, als
die gröfsten Stücke von Phalacrus corruscus, dem er für den ersten
Augenblick sehr ähnlich ist; nur ist er nicht rein schwarz, sondern
hat etwas Metallschimmer. Beine und Fühler sind gelb; die Unter-
seite ist heller oder dunkler braun, die Decken sind äufserst fein
punktirt-gestreift und haben zwei deutliche Nahtstreifen.
Atomaria atra Hbst. Lähn: unter Laub 2 Stück. (7.)
Mycetophagus fulvicolis F. Von blühenden Linden im Vor-
gebirge; auch aus Laub, =. s.
Omosita depressa L. Am Jeschkendorfer See und aus Laub
bei Kaltwasser, s.s. (4. 5.)
Monotoma angusticollis Gyll. Bisher mit C. conieicollis vermengt,
ist bei Lähn recht häufig. M. flavipes scheint Rübenjäte vorzuziehen.
Syncalypta setigera Ill. mit überall gelbbraunen Börstchen auf
der Oberseite kommt an der Katzbach doch s.s. vor.
Curimus Erichsoni Reitt. In den Hefsbergen. 1 Stück.
Platysoma frontale Er. Unter Eichenrinde bei Kaltwasser
einige Stücke. Ebendaselbst in einem mulmigen Baumstumpf mit
schwarzen Ameisen in ziemlicher Zahl Adraeus globosus. (Kolbe.)
Malthodes fibulatus Ksw. Kaltwasser, von Prunus padus. (5.)
Anisozya fuscula Ill. Maltsch a.d. Oder unter Eichen. 1 Stück. (6.)
Otiorhynchus uncinatus Germ. Lähn: am Burgberg aus Laub.
Phytonomus alternans Steph. Am Jeschkendorfer See. 1 Stück. (4.)
Orthochaetes setiger Beck. Im Angeschwemmten der Katz-
bach. 2 Stück. (4.)
Magdalis exaratua Bris. Burgberg bei Lähn vom Eichen-
gesträuch, s.s. (7.)
Anthonomus spilotus Rdtb. Auf Cotoneastes vulgaris; Burgberg -
bei Lähn, z.hfg. (7.)
400 J. Gerhardt: Sammelbericht pro 1888.
Bradybatus Kellneri Bach. Vorderhaide. 1 Stück. (Kolbe.) (6.)
Mecinus janthinus Germ. FEbendaselbst. 1 Stück. (Kolbe.)
Orchestes lonicerae Hbst. Nicht selten auf der Spitze des
Gröditzberges vom Loniceras Xylosteum. (6.)
Coeliodes trifasciatus Bach. Häufig auf Eichengesträuch bei
Lähn mit C. ruber, subrufus, quercus und rubicundus. Aulser an
den breiten hellen Binden auch durch die Sexualpartie des g' leicht
erkennbar. Ventralsegment 1 mit flachem, 4 der Breite des ganzen
Segments einnehmenden Eindrucke, der vorn bis zum Metasternum,
hinten bis an Segment 2 reicht. Segment 2 mit einer tiefen, meist
glatten und unbeschuppten, von vorn nach hinten gleichmälsig sich
verengenden Grube, die fast den Hinterrand des Segments erreicht
und deren beide Seiten mit einem schmalen, wulstförmigen, ein
wenig über die Segmentfläche sich erhebenden, unbe-
schuppten und daher immer tief schwarz erscheinenden
Rande versehen sind. Bei C. quercus haben die 2 ersten Bauch-
segmente eine gemeinschaftliche Depression, die nach hinten spitz
verläuft, überall punktirt und beschuppt und nirgends scharf-
randig begrenzt ist. C. ruber hat die Geschlechtskennzeichen
von C. quercus und C. subrufus ist darin mehr dem C(. trifasciatus
ähnlich: Ventralsegment 1 wie bei diesem; 2 etwas breiter, bis
hinter die Mitte ziemlich gleichbreit, dann erst zur Spitze verengt;
Basis der Grube ebenfalls glatt und unbeschuppt, aber ihre Ränder
nicht über die Segmentsfläche erhaben und bis heran an den
scharfen Rand beschuppt, daher nie schwarz vortretend.
Cotaster uncipes Boh. Am Burgberge bei Lähn aus Laub
gesiebt, s.s. (7.)
Araeocerus fasciculatus Dej. L. In etwa 600 Ex. aus einer
Kaffeesendung gelesen. (Reetor Kolbe.) In derselben Sendung
befanden sich auch noch 2 Stücke einer wahrscheinlich zu den
Colydiern gehörenden Art, die unbestimmt blieben.
Polygraphus pubescens F. Häufig unter Fichtenrinde eines
Pavillons der Brauerei zu Lehnhaus.
Clytus lama Muls. In den Hefsbergen (Landgerichtsrath Kolsmann).
Menesia bipunctata Scop. Auf Rhamnus Frangula auf Sumpf-
wiesen bei Kaltwasser. 2 Stück. (Schwarz.)
Lamprosoma concolor Sturm sitzt gern an den breitblätterigen
Dolden von Aegopodium Podagraria und Chaerophyllum aromaticum.
Bei Lähn in Mehrzahl.
Longitarsus pectoralis Foudr. Im Angeschwemmten des Bobers
bei Lähn, s.s. (8.)
L. laevis Dft. Unter Laub im Hagenbusch bei Lähn.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Sind Goliathus giganteus Lam. und regius Klug als
Localvarıietäten einer Art zu betrachten?
Von
Dr. @. Kraatz.
Ich habe in dem Aufsatze über die Varietäten des Goliathus
giganteus Lam. bereits von der auffallenden Varietät desselben mit
weilsen Flügeldecken gesprochen (4-maculata m.). Inzwischen hat
Herr Dr. Dohrn einen Aufsatz über @ol. giganteus (in der Stettiner
Zeit. 1859, p. 167— 170) veröffentlicht, in dem er von giganteus
sagt, dafs „bei allen ihm vorgelegten Männchen der prachtvolle
rothbraune Purpursammt der Elytra augenfällig von der Textur
der Decken bei Druryi !) und cacicus abweicht, aber Form und
Färbung von Kopf und Thorax auffallend mit denen der beiden
anderen harmoniren und an die vormals von Melly aufgestellte
Ansicht erinnern, dafs alle drei Local-Varietäten derselben Stammart
seien“.
Durch den Nachweis von schwarzsammetnen und solchen Ex.
des giganteus mit grölstentheils weilslichen Flügeldecken wäre nun
der augenfällige Unterschied zwischen den zwei Arten scheinbar
aufgehoben und man könnte daran denken, dafs dieselben Arten als
Varietät einer Stammart aufzufassen seien, was die Ausführungen des
Hrn. Dohrn bestätigen zu sollen scheinen. Nach denselben ist
das eine der beiden ihm vorgelegten Weibchen blankschwarz ge-
wesen, während die Elytra des anderen einen braunrothen Schimmer
zeigten. Nach meiner Ansicht ist indessen giganteus nach wie vor
als Art aufzufassen, einmal wegen der constant schmalen, drei
weilsen mittleren Längsbinden des Halsschildes beim g' auf schwar-
zem Grunde, während regius zwei schwarze Makeln auf weilsem
Grunde zeigt, dann wegen der Ausdehnung der weilsen Zeichnung
auf den Flügeldecken.
Während regius, wie ich bereits (Deutsche Entom. Zeitschr.
1885, p. 269) hervorgehoben habe, stets die Naht bei beiden
Geschlechtern vom Schildehen bis zur Spitze weils gefärbt zeigt,
bleibt sie auch bei den göganteus mit weilsen Flügeldecken stets
!) Hr. Dohrn nennt den regius Klug: Drurgi.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1889. Heft II. 26
402 G. Kraatz: Sind Goliathus giganteus Lam. etc.
schwarz gefärbt. Gerade auf die Färbung dieses Theiles ist aber
besonderes Gewicht zu legen.
Nachdem ich die Ansicht ausgesprochen (a.a.O. am Schlufs
der Seite), dals @ol. Atlas Nickerl nicht mit regius verbunden werden
könne, habe ich das Material des Jardin des Plantes einer sorg-
fältigen Prüfung unterworfen, das Material der Oberthür’schen
Sammlung, welches der Besitzer so freundlich war, mir zur Be-
siehtigung mit nach Paris zu bringen, einer vorübergehenden Sich-
tung unterzogen. Im Jardin des Plantes befand sich ein unzweifel-
haftes Ex. des Atlas Nickerl (kleiner als das Original-Ex.), welches
der Sammlung desselben vom Hrn. Grafen Mniszech überlassen war,
als regius Var. Ein ihm ähnliches, ebenfalls aus der Mniszech-
Sammlung, welche Hr. Oberthür bekanntlich acquirirt hat, befand
sich in der Oberthür’schen Sammlung.
Diese beiden Stücke sind die einzigen, welche ich in Paris
gesehen habe. Alle anderen können nicht als Atlas betrachtet
werden. Die (p. 270) von mir erwähnte serie importante de
regius hat mich von meiner Ansicht nicht abbringen können, dafs
Atlas keine Varietät des regius sei. Ich habe in der Sammlung
des Hrn. Oberthür cacicus ohne Perlmutterglanz und solche mit
hellerem Halsschilde gesehen, so dafs für mich nur noch geringe
Zweifel bestehen, dafs Atlas etwas anderes sei als eine ausgezeich-
nete Varietät des cacicus, eine Ansicht, welche hauptsächlich auf
die Färbung der Naht des Atlas gestützt ist.
Nachdem wir die aufserordentliche Variabilität des göganteus
kennen gelernt haben, kann es uns kaum noch überraschen, dals
Männchen des cacicus mit weilslichem Halsschilde und Flügel-
decken ohne Perlmutterglanz des Weils vorkommen, bei denen
die Schultern und der Endbuckel in etwas grölserer Ausdehnung
schwarz gefärbt sind.
Ob Atlas etwa als Bastard aufzufassen ist, wird erst mit
Sicherheit entschieden werden können, wenn die geographische
Verbreitung beider Arten näher bekannt ist und weiteres Material
zum Vergleich vorliegt. Meines Wissens sind regius und cacicus
in der Regel getrennt von einander vorgekommen.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Kurzer Bericht über den ersten Oongres international
de Zoologie in Paris im August 1889
von
Dr. G. Kraatz.
Es dürfte die Leser unserer Zeitschrift interessiren, Einiges über
den Congr&s international de Zoologie zu hören, welcher während
des 5. bis 10. August in Paris unter dem Vorsitz des Herrn Prof.
Milne-Edwards abgehalten wurde und alle Theilnehmer in hohem
Grade befriedigt hat. Von Deutschen hatte sich aufser mir nur einer,
Herr Schiller- Tietz, als Mitglied eingeschrieben, welcher sich
indessen während der Sitzungen nicht blicken liefs. In einer der-
selben war aufserdem Herr Dr. H. Potonie, Redacteur der natur-
wissenschaftlichen Wochenschrift, anwesend, aber in der gedruckten
Mitgliederliste nicht aufgenommen. Die Zurückhaltung der deut-
schen Gelehrten war um so mehr zu bewundern, als sich eine
Anzahl der namhaftesten Zoologen in das sogenannte Comite de
Patronage hatten aufnehmen lassen.
Französischem Gebrauche gemäls war die Zahl der Ehren-
und Vicepräsidenten eine grolse; ihre Ernennung ist in der Haupt-
sache ein Act internationaler Höflichkeit.
Die 7 Ehrenpräsidenten waren: Prof. P.-J. van Beneden
(Louvain), Prof. An. Bogdanow (Moscau), Prof. A.-S. Packard
(Providentia R. J.), Prof. Rütimeyer (Basel), Senator de Selys-
Longehamps (Lüttich), Prof. Ad. Smitt (Stockholm) und Herr
R. Trimen, der Director des südafricanischen Museums (Cape-
Town). :
Die 6 Vicepräsidenten: Prof. Ant. Fritch (Prag), Prof. Edm.
Perrier (Paris), Prof. Retzius (Stockholm), Prof. Sabatier
(Montpellier), Senior-Assistent R. B. Sharpe (London), Prof.
Vaillant (Paris).
Aufser dem General-Secretär Prof. R. Blanchard, welcher
seinen Posten in vorzüglicher Weise ausfüllte, waren noch die Herren
Prof. Brusina (Agram), Filhol (Paris), Baron J. de Guerne
(Paris), Prof. Hubrecht (Utrecht) und Advocat V. L. Seoane
(la Coruna) zu Secretären ernannt.
Das Amt des Schatzmeisters bekleidete der Präsident der fran-
zösischen geologischen Gesellschaft, Herr Ch. Schlumberger,
26 *
404 G. Kraatz: Kurzer Bericht über den ersten
ein höchst gemüthlicher und liebenswürdiger Mann; als Elsasser
sprach er fliefsend deutsch, was manchen der nordischen Herren
sehr angenehm war.
Herr Boucard vertrat die Republik Guatemala.
- Prof. Brusina das croatische Gouvernement.
- Prof. Entz die Königl. Ungarische Gesellschaft der Naturw.
- Prof. Friteh die Böhmische Gesellschaft der Naturw.
- P.M. Grunwaldt die Russische Regierung.
- Dr. Kraatz die Deutsche Entomol. Gesellschaft.
- Rath Lad. Netto die Brasilianische Regierung.
- Prof. Paslavsky die Königl. Ungarische Ges. der Naturw.
- Preudhomme de Borre die Belgische Regierung.
- J. Ramirez die Mexicanische Regierung und die Gesell-
schaft Antonio Alzate in Mexico.
- Staatsentomolog Riley die Vereinigten Staaten von Nord-
Amerika.
- Dr. de Varigny die Regierung von Hawai.
- Dr. Wright die Königl. Irländische Akademie in Dublin.
Das Entgegenkommen von Seiten der Herren Zoologen war
von allen Seiten das Allerfreundlichste und, wie ich fest glaube,
auch aufrichtig. Die Stadt Paris selbst ging mit gutem Beispiele
voran und liefs Einladungen zum Empfange aller damals anwesenden
Mitglieder von wissenschaftlichen Congressen in den Sälen des Stadt-
hauses (am 8. August) ergehen. Der Minister der öffentlichen
Arbeiten lud uns zum folgenden Tage ein, der Präsident der Gesell-
schaft zum 8. und 10. Aufserdem erhielt ich Einladungen zum
Abend vom Prinzen Roland Bonaparte, von Herrn Certes,
sowie zum Frühstück von Herrn Baron de Guerne und Herrn
Oberthür. Da nur der Letztere ein Entomolog ist, wird man
die Artigkeit der Herren Zoologen doppelt zu schätzen wissen.
Das Fest im Stadthause war das grolsartigste, welches ich
in meinem Leben mitgemacht habe; ich verbrachte einen grolsen
Theil des Abends in Gesellschaft der Herren Baron de Selys
Longehamps, Dr. Candeze und Salle; die Herren Boucard,
Bedel, Bourgeois u. A. m. sah ich nur kurze Zeit!). Wir
schwammen in einem Meer von Licht und hatten die Wahl zwischen
1) Auch Herrn Leprieur begrülste ich auf demselben, dessen
Sammlung ich schon vorher durchgesehen und namentlich reich an
Hydrocantharen gefunden hatte, ebenso an Arten aus Algier und
Aegypten.
Congres international de Zoologie in Paris etc. 405
auserlesenen Musikstücken, Gesangsvorträgen u. s. w. Dabei ertönte
im Centrum des Gebäudes aufserdem eine rauschende Regiments-
Musik, die am späteren Abend die Marseillaise spielte, in welche
Herr de Selys Longehamps und Dr. Oandeze kräftig ein-
stimmten. Ich gestehe, dafs mir dieselbe nicht hinlänglich geläufig
war, obwobl ich sie bereits in den Strafsen von Paris einmal hatte
singen hören und ihre aufregende Macht kennen gelernt hatte.
Als mich Herr Sall&e Herrn de Quatrefages !) vom Institut
vorstellte, sagte mir derselbe: je suis bien content de voir un
Berlinois, dites ca & vos campatriotes. Ich halte es für meine
Pflicht, dies hiermit zu thun, um zu zeigen, dafs die wissenschaft-
lichen Kreise in der That anders denken als die Tagesblätter, deren
Aeufserungen und Darstellungen man nicht zu viel Gewicht bei-
legen darf. Viele Deutsche sind jedenfalls durch dieselben von dem
Besuch der Ausstellung abgehalten worden, welche sehr wohl in
der Lage waren, sich diesen belehrenden Genufs zu verschaffen.
Uebrigens hat das Mifstrauen gegen Frankreich in neuester Zeit
entschieden etwas nachgelassen.
Der Schwerpunkt dieses, wie aller ähnlichen Congresse, lag
nicht sowohl in den wissenschaftlichen Vorträgen, welche in den
täglichen Sitzungen gehalten wurden und den Entomologen mit
Ausnahme des Rapport sur la nomencelature des &tres organises ?)
von Prof. Blanchard nur wenig Interessantes boten, als in dem
persönlichen Verkehr vieler bisher mit einander unbekannt ge-
bliebenen Zoologen aus allen Welttheilen und in der ihnen auf
das Freundlichste gebotenen Gelegenheit, die reichen Samm-
lungen des Jardin des Plantes ?), die paläontologischen Schätze
1) Dem späteren Präsidenten der anthropologischen Gesell-
schaft, an welcher nach der Voss. Zeit. 28 Deutsche theilnahmen.
2) Dieser von Herrn Prof. Blanchard sehr sorgfältig redigirte
Rapport kam erst in der letzten Sitzung zur Berathung und wurde
fast durchgängig angenommen mit Ausnahme des Prioritätsgesetzes,
über welches auf dem nächsten, in drei Jahren stattfindenden
Congresse weiter berathen werden soll. Er umfafst die S. 87—159
der Rapports presentes au congres international de Zoologie par
MM. Blanchard, H. Tilhol, P. Fischer et Ed. Perrier und
ist ein Ex. von mir der Vereinsbibliothek übergeben, welches den-
jenigen Mitgliedern, welche sich für diesen Gegenstand besonders
interessiren, jederzeit zu Gebote steht.
3) Bei der Besichtigung derselben lernte ich Herrn G. A. Baer
kennen, welcher hauptsächlich die Käfer der Philippinen sammelt,
von denen er eine hübsche Anzahl besitzt, welche er so freundlich
war, mich bei ihm durchsehen zu lassen.
406 G. Kraatz: Kurzer Bericht über den ersten
des Hotel des Mines u.s. w. an der Hand kundiger Führer zu
durchmustern.
Die wissenschaftlichen entomologischen Sammlungen des Jardin
des Plantes befanden sich nicht mehr in den hübschen Räumen,
in denen ich sie vor 10 Jahren gesehen, so dafs ich ziemlich lange
suchen mulste, bis ich sie auffand; sie sind jetzt im Erdgeschofs
eines kleinen Häuschens dürftig einquartirt und stehen, wie seit
langen Jahren, unter der Obhut des Herrn Lucas, der mich, wie
immer, freundlich empfing. Ich hatte, da derselbe bald darauf
verreiste, nur Zeit, mir wieder einmal die Cetoniden anzusehen,
welche indessen in neuerer Zeit nur geringen Zuwachs erfahren
hatten.
In den Räumen des neuen Museums im Jardin des Plantes
befand sich eine sog. Schausammlung, welche hauptsächlich aus
ansehnlichen exotischen Käfern der Hauptfamilien bestand, die
etwa in Mannshöhe oben in der Mitte einer Reihe von niedrigen
Sammlungs- Schränken deutlich sichtbar aufgestellt waren. Wenn
ich nicht sehr irre, waren bis jetzt nur Käfer aufgestellt; es
mochten etwa 60 Kästen sein, welche dem Beschauer einen all-
gemeinen Ueberblick über die verschiedenen Hauptformen gaben. —
Einen sehr angenehmen Vormittag verlebten wir auch im Jardin
d’Acclimatation, dessen Gründer, eifriger Förderer und Director,
Herr Geoffroy de Saint Hilaire eine Einladung an uns hatte
ergehen lassen; derselbe machte auch den Führer durch das in
neuerer Zeit sehr herangewachsene Etablissement, auf dessen Fort-
blühen wir mit dem gespendeten Sekt von Herzen anstielsen.
Von den mehr als hundert in Paris anwesenden Mitgliedern
waren mir als Entomologen in erster Linie persönlich bekannt die
Herren L. Bedel (Paris), J. Bourgeois (Paris), Prof. Brusina
(Agram) und Simon (Paris), langjährige Mitglieder unserer Ge-
sellschaft.
Mit Herrn Oberthür, dem jetzigen Besitzer der Sammlungen
der Herren Graf Mniszech, Baron de Chaudoir, van Lans-
berge, Thomson, so wie mehrerer in neuerer Zeit verstorbener
deutscher Sammler, z. B. v. Harold, Schmidt (Hamburg),
Steinheil (München), Wehncke (Harburg), war ich mehrere
Male in der Ausstellung zusammen; derselbe lud mich zu einem
Frühstück in seiner Pariser Wohnung ein, welches er dem Herrn
Director Trimen und Frau zu Ehren veranstaltet hatte; an dem-
selben nahmen auch die Herren Dr. Cande&ze, Salle und der
Madagascar-Reisende Humblot Theil. Herr O. war so aulser-
Congres international de Zoologie in Paris etc. 407
ordentlich freundlich, einige Kästen seiner Sammlung aus Rennes
mitzubringen, von denen namentlich die mit den Goliathiden von
seinen Gästen bewundert wurden.
Auch mein alter Freund Allard lud mich einmal zu Gaste;
er interessirt sich gegenwärtig hauptsächlich für Galeruciden, von
denen er im Laufe der letzten Jahre eine reiche Sammlung zu-
sammengebracht hat.
Von Herrn Baron de Selys-Longchamps (Lüttich), welcher
sich in seinem hohen Alter noch einer besonderen Rüstigkeit erfreut,
habe ich schon vorher gesprochen.
Herr Preudhomme de Borre (Brüssel), welchen ich von
seinem Berliner Besuche her kannte, war mit seiner Stellung am
Brüsseler Museum nicht sehr zufrieden und schien mir im Begriff,
dieselbe aufzugeben.
Herr Prof. Valery Mayet veranlalste den Congrels, sich für
die Schonung des Bibers auszusprechen, dessen amerikanischer
Repräsentant vorgezeigt wurde. Für die specifische Identität des-
selben mit der europäischen Species machte ich, trotz einiger
äulserlicher Verschiedenheiten, den Umstand geltend, dafs an beiden
die interessante Käferart Platypsyllus Castoris Ritsema vorkommt.
Herr Prof. Bogdanow versprach, dem interessanten Gaste des
sibirischen Bibers (?) seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Herr Adrian Dollfufs, Sohn des Herrn Jean Dollfufs,
des Gründers des Dollfuls-Preises der französ. entom. Gesellschaft,
ist nicht speciell Entomologe, hat sich aber in weiteren Kreisen
durch die Herausgabe des Feuille des jeunes naturalistes bekannt
gemacht. Er war so freundlich, einen Theil der Herren zur Be-
sichtigung seiner zoologischen Bibliothek und seines Hauses ein-
zuladen, welches durch eine werthvolle Gemälde-Sammlung auch
für Nicht-Zoologen von Interesse ist.
Von nichtfranzösischen auswärtigen Entomologen lernte ich
aulser Herrn Trimen von Capetown namentlich den berühmten
englischen Neuropterologen Mac Lachlan und die Amerikan. Herren
Staats-Entomologen Prof. Riley und Prof. Packard persönlich
kennen. Herr Riley hatte in der Ausstellung die schädlichen und
nützlichen Insekten, ihre Vertilgung ete., Amerikas in sehr anschau-
licher und compendiöser Weise durch Abbildungen zur Kenntnifs
des grölseren Publicums gebracht !).
1) Aufser einer von Herrn Boucard ausgestellten Sammlung
von südamerikanischen Insekten waren neben den mehr für Lehr-
408 G. Kraatz: Kurzer Bericht über den ersten Congres etc.
Von Lepidopterologen machte ich die Bekanntschaft des Herrn
Rath M. C. Piepers (Haag), welcher die Herausgabe eines gröfseren
Werkes über Schmetterlinge von Java beabsichtigt, zu dem er eine
bedeutende Summe beisteuert.
Den Hymenopterologen Herrn Dr. P. Magretti von Canonica
d’Adda, welcher mir seine Karte übersandte, fand ich nicht Ge-
legenheit zu sprechen. Auch die Herren Henry de Saussure,
Präs. d. geographischen Gesellschaft in Genf, und unser früheres
Mitglied, den Spanier Lopez Seoane (in Corufa) sah ich nicht.
Natürlich habe ich aufser den bereits erwähnten Entomologen
noch die Bekanntschaft einer Menge von Zoologen, sowohl aus
Paris als aus Basel, Prag, Pest, Stockholm und anderen Städten
gemacht, jedoch verbietet der mir knapp zugemessene Raum, jeden
Einzelnen bei Namen zu nennen; es bleibt mir nur übrig, allen
denen, die mir gastlich oder anderweitig auf das Freundlichste ent-
gegengekommen waren, hier noch einmal herzlich zu danken.
zwecke geeigneten Ausstellungs-Gegenständen der Herren Deyrolle,
Guillot (welcher so freundlich war, mich zur Besichtigung der-
selben in die Ausstellung zu begleiten) und Anderer, namentlich die
französischen Provinzial-Käfersammlungen von Interesse, in denen
nur bisweilen die einzeln eingestreuten Exoten störend wirkten,
welche entschieden von den übrigen getrennt aufzustellen sind.
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Herr Prof. Frie, dessen Bekanntschaft ich auf dem internatio-
nalen Zoologen-Oongrels in Paris machte, hatte die Freundlichkeit,
. mir einen Abdruck der nachfolgenden Arbeit zu übergeben, welche
in den Sitzungsberichten der königl. böhmischen Gesellschaft der
Wissenschaften abgedruckt ist. Da das Vorkommen eines Maikäfers
im tertiären Quarz von grolsem Interesse ist, glaubte ich dieselbe
mit seiner Erlaubnifs zur Kenntnifs der deutschen Entomologen
bringen zu sollen. Dr. @. Kraatz.
Ueber einen fossilen Maikäfer (Anomalites fugitivus Fr.)
aus dem tertiären Sülswasserquarz von Nogent le Rotrou
in Frankreich.
Vorgetragen von Prof. Dr. Ant. Frie am 7. März 1884.
Es mag auffallen, wie das kömmt, dafs man bei uns über
einen einzelnen palaeontologischen Fund aus einem französischen
Gestein berichtet. Dies erklärt sich dadurch, dafs der Fund in Prag
gemacht wurde, und zwar in der Mühlsteinfabrik des Herrn Gabriel
Zizka in Prag. Der Arbeiter V. Spigl entdeckte beim Behauen
des Sülswasserquarzes aus Nogent le Rotrou einen in einer kleinen
Höble liegenden fossilen Käfer und wurde mir derselbe vom Fabriks-
besitzer zur näheren Untersuchung anvertraut. Der Käfer ist in
seiner ganzen äulseren Form in Quarzmasse umgewandelt, Fühler,
sowie Mundtheile sind angedeutet und die Füfse stehen vom Körper
ab ganz wie an einem recenten Käfer. Dieser im wahren Sinne
des Wortes versteinerte Käfer liegt frei in einer ovalen Höhlung
des Gesteines, nur an einer kleinen Stelle am Boden der Höhlung
befestigt. Die Höhlung dürfte dem Cocon entsprechen, in welchem
der Käfer sich eben entwickelt hat und dieser Umhüllung mag man
es zu danken haben, dafs der Körper so schön erhalten blieb.
Das Kopfschild und der Thorax zeigen die Formen des reifen
Käfers, aber die Flügeldecken scheinen noch weich gewesen zu
sein und bieten eine eingefallene, zum Theil unebene Oberfläche.
Es kam demnach der Käfer noch vor der vollkommenen Chitini-
sirung um und verwandelte sich im Sediment eines Sumpfes, von
seiner Hülle geschützt, in das steinerne Bild, wie es bei einem
Fossil aus der Insectenwelt wohl kaum je beobachtet wurde.
Bezüglich der Verwandtschaft mit den jetzt lebenden Formen
denkt man bei oberflächlicher Betrachtung der übereinstimmenden
Grölse wegen zuerst an eine Cetonia, sobald man aber mehr die
410 Ant. Fric: Ueber einen fossilen Maikäfer etc.
Formen des Kopfschildes, sowie des Schildchens betrachtet, gewahrt
man eine grolse Uebereinstimmung mit den kleinen glänzend grünen
Maikäfern der Gattung Anomala, zu welchem Resultate ich mit
meinem Freunde H. K. Poläk bei Revision der verwandten Formen
gelangte.
Da die äufsere Fläche der Chitindecke nicht erhalten ist und
der Rest nur den Abguls des inneren Raumes des Chitingerüstes
darstellt, so ist eine ganz genaue Präeisirung der Gattung im Sinne
der Entomologen nicht durchführbar und ich schlage daher vor,
die Verwandtschaft mit Anomala durch den Namen Anomalites an-
zudeuten und den Speciesnamen fugitivus beizufügen zur Erinnerung
an den Umstand, dals der Käfer fern von seinem ursprünglichen
Vaterlande gefunden wurde.
Ich sandte die Abbildung an Prof. Ad. Gaudry in Paris, welcher
auch bei den hervorragendsten Fachpalaeontologen Frankreichs an-
fragte, ob ihnen etwas ähnliches aus dem Sülswasserquarze der
Tertiär-Formation bekannt sei, und alle erklärten, dafs ihnen etwas
ähnliches nie vorgekommen sei.
Auf diese Erklärung hin kam es mir wünschenswerth vor, dafs
dieses kostbare Petrefakt den Sammlungen des Jardin des plantes
in Paris gewidmet werden möge nach dem Grundsatze Barrandes,
dafs die Versteinerungen vor allem dem Lande angehören, in dem
sie gefunden wurden.
Der Besitzer Herr Gabriel Zizka stimmte mit meinem Antrage
überein und Anomalites fugitivus befindet sich bereits als Zierde
der palaeontologischen Sammlungen Frankreichs in Paris.
Teinodactyla senecionis Motsch. wird in den Catalogen mit
Unrecht geführt, da sie unbeschrieben ist. Die Worte, mit denen
Motschulsky (Bull. Mosc. 1851, IV, p. 599) auf einen Longitarsus
hinweist, lauten in der Uebersetzung: „Die Senecio auf dem Gipfel
des Koum-Berges waren völlig zerfressen von einer kleinen rothen
Haltica, welche etwas breiter ist als unsere Teinod. lurida; dem zu
Folge hat sie den Namen T. senecionis erhalten.“ Wer diese Art
noch eitiren will, hat die Auswahl zwischen L. brunneus Duft.,
gravidulus Kutsch., rubellus Foudr., luridus Scop., der bei Laibach
(wo der Koum-Berg wohl liegen soll) in einer sehr grofsen und
breiten Form auftritt, und der einfarbig rothbraunen Form von
L. suturellus Duft. J. Weise.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft IL]
Schreiben des Herrn Fruhstorfer aus Penang.
Herrn Dr. Kraatz! 21. October 1889.
Endlich finde ich Zeit heraus, mein Versprechen vom vorigen
Monat einzulösen, oder aufrichtiger gesagt, habe ich mich so weit
erholt, dafs ich schreiben kann. Ich habe vom heifsen Norden
Ceylons ein nettes Fieber mit hierher gebracht, das ich durch die
Seereise Colombo— Penang vergeblich abzuschütteln versuchte. Jetzt
bin ich soweit wieder „fein heraus“, dafs ich mich an’s Sortiren
und Versenden meiner Ceylon-Sachen machen kann. Da ich, wie
Ihnen eingelegtes Zeitungsblatt berichtet, eine riesige Sammlung
besitze, die eine lange Zeit in Anspruch nimmt, so werde ich vor
etwa 4 Wochen nicht damit zu Ende sein.
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Ihnen schon darüber ge-
schrieben habe, dafs ich mich am neuen Sammelfelde recht ent-
täuscht sah. Ich habe nämlich das Unglück gehabt, meine Touren
im Lande zu unpassendster Zeit zu machen. Den gebirgigen Theil
des Landes bereiste ich von Anfang April bis Ende Mai, den flachen
Norden des Landes im Juni. Im Gebirge kam ich mit Beginn der
Regenzeit an, die ein halbes Jahr anhält. Während dieser Zeit,
die mit dem Eintreffen des S. W. Monsoons zusammenhängt, stören
Tag für Tag niederströmende Sturzregen die Entwickelung des
Inseetenlebens. Manchmal regnet es 24— 36 Stunden ohne Unter-
brechung, gewöhnlich aber setzt es um Mittag Gewitter und dann
ist für den Rest des Tages alle Aussicht, etwas sammeln zu können,
vernichtet. Leider hat diese beständige Feuchtigkeit auch noch den
Nachtheil, dafs das Wenige, was in den Morgenstunden geklopft
und gefangen wurde, nicht trocknet und nur, an’s Feuer gehangen,
dem Verderben entrissen werden kann. Infolge des heftigen Regens
bleibt der Wald beständig feucht und die Laub- und Moderschicht
ergiebt beim Sieben wenig, Da Blätter und Erde fortwährend
weggewaschen werden, ziehen sich die Thiere, wohin weils ich nicht,
zurück, und man kehrt, wenn das Glück gut war, mit einem
Dutzend Käfer zurück. Das sich meine Sammlung dennoch ver-
grölsert hat, habe ich in erster Linie dem Köder zu verdanken,
der aber rasch verfaulend, auch ungenügend wirkte und nicht die
erstaunliche Menge ergab — die meinen Aufenthalt in Brasilien
so sehr lohnte — und dann einem Heere von Sammlern. Etwa
14 Erwachsene und eine Menge Boy’s waren auf den Beinen, um
412 Schreiben des Herrn Fruhstorfer aus Penang.
den Raritäten nachzujagen. Leider hatte von den Erwachsenen
noch keiner früher auf Käfer geachtet und hatte ich viele Mühe,
die nur auf den Schmetterlingsfang geübten Leute dahin zu bringen,
dafs sie Käfer wenigstens mitnahmen. Zum Suchen fehlte ihnen
die Lust und auch das Geschick.
An einer Stelle im Gebirge war ich glücklich, — ich fand da
jeden Tag Cetoniden in Anzahl und darf ich wohl sagen, dafs ich
nahebei 1000 Exemplare in etwa 15 Arten erhielt. — Dazu kommt
noch, dafs ich nur wenige Wochen wirklich den ganzen Tag über
sammeln konnte. Das Reisen beansprucht sehr viel Zeit, ganz
gleich, ob man das Gepäck in Ochsenkarren verladet oder Kulis
übergiebt. Beide kommen nicht weiter wie 8 Stunden allerhöch-
stens an einem Tage. Und so kam es, dafs ich im April 19, im
Mai nur 14 Tage mich dem Suchen widmen konnte.
Einige Wochen verbrachte ich auch in Colombo, um meine
Sachen zu verpacken und die Umgebung kennen zu lernen. Dabei
hatte ich Hülfe von vielen Boys, die mir allabendlich die nettesten
Sachen heranbrachten. Anfang Juni ging ich nach dem Norden
des Landes. Wie im Süden die Nässe die Thierwelt zurückbielt,
so da die Trockenheit. Allenthalben waren die Flüsse vertrocknet
und findet der Wanderer auf der 110 engl. Meilen langen Strecke
Kandy bis Trineomali nur Cisternenwasser. Kein Strauch blühte
an den sonnenverbrannten Waldrändern und kein Grashalm grünte,
Wunderbarer Weise wimmelte es an diesen ausgetrockneten Stellen
in Wald und Busch von Orthopteren. Ich habe reichlich darunter
geerntet... Mehr wie 70 Phasmiden und Locustiden neben etwa
100 gewöhnlichen Hüpfern konnte ich an einem Tage einfangen.
Die wasserlosen Flufsbetten boten mir und den Elephanten dabei
die willkommendsten Pfade zum Eindringen in die Wälder. Leider
traf ich an diesen Stellen keine Cicindelen, obgleich die Bedin-
gungen für deren Vorkommen alle vorhanden. Nur Bembidien,
die zu vielen Tausenden, und Opatrumähnliche Heteromeren, letztere
millionenweise in der Nähe noch etwas feucht gebliebener Wasser-
löcher. — Als einzig nennenswerthe Käfer (Pieriden und Orthopteren
fand ich ja in schönster Auswahl) traf ich in der Nähe verdorrter
und gestürzter Bäume, — Buprestiden in mehreren Arten. Gerade
weil feine Falter und ganz besonders Orthopteren in solcher Menge
vorkommen , hoffe ich auf ein ebenso reiches Käfergebiet zu pas-
senderer Zeit.
Ich habe die feste Absicht, noch einmal — es kann erst: nach
Jahren geschehen — Ceylon abzugrasen und speciell den Norden.
Schreiben des Herrn Fruhstorfer aus Penang. 415
Diese ausgedehnte, mit fast endlosem Wald bekleidete Fläche muls
noch ungeahnte Schätze bergen, umsomehr als sie von Reisenden
und Sammlern bisher vernachlässigt wurde und auch für lange Zeit
noch unbesucht bleiben wird. Die äufserst dünne Bevölkerung
kann dem Europäer keine Lebensmittel bieten und anfserdem sind
die Wege schlecht und unsicher, — kein Wunder, dafs selbst
Tennent, der das beste Buch als der erste Kenner Ceylons ge-
schrieben, auch um ihn herumging. Neuerdings waren die Doctoren
Sarassin da, kümmerten sich aber meines Wissens nicht um Insecten.
Schade, dals ich nicht im October, November da sein kann. Damit
beginnt die Regenzeit, und liefse sich zu dieser Zeit und besser
noch im Januar die hübscheste Beute machen. Wie grofs ist doch
der klimatische Unterschied auf wenigen Breitengraden und ein
paar 1000 Fuls Höhe. — Schmetterlinge sind viel leichter zu finden
und zu erhalten und ist es mir gelungen, in kürzester Zeit die
gewils gewaltige Anzahl von beinahe 7000 Exemplaren, darunter
höchst gediegene Species, zusammen zu bringen.
Merkwürdigerweise habe ich von den so hübsch hier vertretenen
und durch Ihre Publicationen ja genügend bekannt gewordenen
Staphylinen höchst wenig gefunden. Offen bekennen muls ich zwar,
dals ich mir nicht recht viel Mühe damit geben konnte, denn der
Geschmack meiner Gönner mufste in erster Linie berücksichtigt
werden. Ich werde das aber gewils in den neuen Gebieten nachholen.
Dafs in Colombo sich auch ein Museum befindet, glaube ich
Ihnen schon berichtet zu haben. Das Museum zieren äufserst
schlecht conservirte Thiere. Neuerdings wurde auch mit Aufstellung
einer Käfersammlung begonnen. 250 Species sind zu sehen, davon
26 div. Cieindelen und 90 Carabiciden — nur 30 Staphylinen —
und 48 Scarabaeiden. Bestimmt sind leider nur 59 Species, alles
Andere ist nur mit Fundort bezeichnet. Auch 2 Paussiden stecken
im Kasten: Pleuropterus Westermanni-und Ceratopterus latipes.
Wohin ich mich zunächst begeben werde, ist noch ungewils.
Innerhalb 3 Monaten aber hoffe ich, auf alle Fälle auf den Anambas-
oder Natvena-Inseln zu sein, zwischen Malacca und Borneo gelegen.
Da werde ich dann bleiben, so lange noch ein Flügel zu finden ist.
Wie Sie ja auch wissen, wurde da noch nicht gesammelt und träume
ich von viel Novis.
Von meinen Erlebnissen und von den Ergebnissen der weiteren
Touren werde ich Ihnen nach Möglichkeit wieder vermelden.
Vielleicht schenken Sie mir einmal einige Zeilen und lassen
etwas über Ihren Gesundheitszustand einfliefsen. Mit den herz-
lichsten Wünschen für Sie und mit bekannter Hochachtung
Ihr ergebenster H. Fruhstorfer.
Meine Adresse für lange Zeit: Deutsches Consulat Penang.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Nachträgliche Bemerkungen zu Eeitochara
und Ecitomorpha m.
(Vgl. 1887, Heft II, S.403 ff. und 1889, Heft I, S. 185 —190.)
Durch die Güte von Dr. Eppelsheim erhielt ich vor Kurzem
eine Anzahl Ameisengäste zur Ansicht, die Hr. Lothar Hetschko
in Blumenau (Sta. Catharina, Südbrasil.) gesammelt hatte. Unter-
dessen sind mir auch aus Nictheroy (Rio de Jan.) neue Myrme-
kophilen zugekommen, die P. Nicol. Badariotti Congr. Sal.
daselbst gefunden; weitere interessante Sendungen sind mir durch
letzteren noch in Aussicht gestellt. Deshalb beschränke ich mich
hier auf einige berichtigende oder ergänzende Bemerkungen zu meinen
früheren Mittheilungen über Beitochara und Ecitomorpha.
Die Wanderameise, bei welcher Ecitomorpha arachnoides
und söimulans von Hetschko gefunden wurden, ist nicht Eciton
Hetschkoi Mayr, wie ich 1889, S. 183 angegeben 1), sondern
Eciton Foreli Mayr, wie ich aus den Ameisen ersehe, die Hetschko
selbst beigegeben hatte (Coll. Eppelsheim). Diese Berichtigung ist
deshalb von Interesse, weil die EZcitomorpha in ihrem Habitus
den kleinsten Arbeitern von E. Foreli sich nähern, dagegen mit
E. Hetschkoi keine Aehnlichkeit zeigen und sogar bedeutend gröfser
sind als diese.
Ecitochara fusicornis m., die von Dr. W. Müller bei Eciton
hamatum F. entdeckt wurde, ist von Hetschko in derselben Gegend
(Blumenau) auch bei Eciton Foreli gefunden worden (Collect.
Eppelsheim).
Die Fühler von Ecitochara fusicornis sind bei allen
Exemplaren auf der Oberseite der Basis tief und breit eingeschnitten,
auch bei den als Weibchen bezeichneten Stücken. Hiernach ist die
Bemerkung 1887, S. 405 „Fem. art. 1° simpliei* und Taf. V, Fig. 72
zu berichtigen.
Exaeten bei Roermond. E. Wasmann S9.J.
1) Herr Reitter hatte dieser Angabe beigefügt: „so viel ich
mich erinnern kann*. Bei der Aehnlichkeit der beiden Namen war
eine Verwechselung leicht möglich.
———
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Aphthona metallica.
Aphthona metallica: Alata oblongo-ovalıs, sat convera,
viridi-aurichalcea, interdum cupreo-micans, nitida, antennarum basi
pedibusque testaceis, femoribus posticis nigro-aeneis, ventre nigro;
fronte subtilissime alutacea, sulcis ocularibus sat profundis, tuberculis
frontalibus angustis, obsoletis, carina facialı acuta; prothorace sub-
tihiter punctato, elytris crebre punctatis, interstitüis punctulatis, callo
humerali parvo. — Long. 1.8 — 2.2 mill.
Var. a: Subaptera.
Kleiner, aber ähnlich gebaut wie Aphth. coerulea Fourer., in
der Färbung mit deren Var. aenescens Ws. übereinstimmend, durch
deutliche Augenrinnen, sehr schmale Stirnhöcker und weniger dichte
Punktirung der Fld. abweichend; grofse Stücke von Aphth. euphorbiae
Schrank sind flacher, weniger lebhaft gefärbt, mit breiten Schultern
und heraustretender Schulterbeule.
Länglich - eiförmig, ziemlich gewölbt, dunkelgrün, mit starkem
Messing- oder Kupferschimmer, glänzend, der Bauch schwarz, die
ersten 6 bis 7 Fühlerglieder und die Beine röthlich gelbbraun,
die letzten 4 oder 5 Fühlerglieder schwärzlich, die Hinterschenkel
metallisch dunkelgrün, seltener die vier vorderen Schenkel auf dem
Rücken leicht angedunkelt. Stirn äulserst fein gewirkt, seitwärts
in die scharfe und ziemlich tiefe Augenrinne abfallend, die Höcker-
chen lanzettlich, oben von einer verloschenen Linie begrenzt, der
Nasenkiel schmal. Halssch. um die Hälfte breiter als lang (beim 2
noch breiter), an den Seiten mälsig gerundet, oben fein punktirt,
stark glänzend. Fld. in den Schultern wenig breiter als das Halssch.,
mit kleiner, kaum heraustretender Schulterbeule, hinter der Mitte
am breitesten, dicht und ziemlich kräftig punktirt, mit einzeln
punktulirten Zwischenräumen.
d. Letzter Bauchring auf und vor dem kleinen Mittelzipfel
vertieft. — Penis sehr schlank, gleichbreit, neben der kleinen
Oeffnung allmählich in eine mäflsig scharfe Spitze verengt, die
Oberseite ziemlich flach, eben, nur nahe der Oefinung vertieft,
die Unterseite mit einer ganzen Längsfurche.
Bei Darmstadt von Hrn. Heyer auf Euphorbia (esula L.?)
gefangen und mir von Hrn. Breddin mitgetheilt; auch von Hrn.
Oberpfarrer Sceriba (Wimpfen) zahlreich auf Linum in der Berg-
stralse nahe bei Alsbach gekäschert. J. Weise,
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Synonymische Bemerkungen.
Luperus cyanipennis Küst. Von Herrn Kaufmann in Wien
erhielt ich 3 Exemplare einer Luperus- Art, welche bei Braie in
Süddalmatien, hart an der Grenze von Montenegro, gesammelt worden
ist, und ich glaube keinen Fehler zu machen, wenn ich darauf den
L. cyanipennis beziehe, der nach Küster „in Montenegro auf Büschen,
selten“ anzutreffen sein soll. Kopf und Halsschild sind glänzend
schwarz, ersterer mit metallisch-grünem Anfluge, die Fld. dunkel-
blau, fein, aber sehr deutlich und ziemlich dicht punktirt, Fühler-
wurzel und Beine röthlichgelb, die Basis der Schenkel schwarz.
Das Thier steht dem L. discolor Fald. aus dem Kaukasus sehr
nahe, unterscheidet sich aber in folgenden Punkten: Fühler und
Beine sind kräftiger gebaut, die Fld. etwas weitläufiger und stärker
punktirt, die Stirnlinien oder Rinnen beginnen tief am oberen Rande
der Augen und laufen, wenig nach vorn gebogen, bis zwischen die
Höcker, während sie bei discolor vom Augenrande entfernt beginnen,
stark gebogen sind und näher der Fühlerwurzel liegen, so dafs
die Stirn über den Höckerchen länger ist als bei cyanipennis.
Küster scheint die Art nach einem sehr frischen Stücke be-
schrieben zu haben, dessen Fld. nicht gleichmälsig gewölbt, sondern
mit „undeutlichen furchenartigen, sehr flachen Längsvertiefungen“
besetzt waren.
Cryptocephalus variegatus Fabr. wurde von Hrn. Strasser aus
München im Tessin (Val Maggia) nur in Stücken gefangen, welche
keine schwarze Schultermakel auf den Fld. besitzen; das Schildchen
ist beim 2 in der Mitte gelb, der weilse Fleck an der Spitze der
Schienen sehr klein.
Diese Form erlaube ich mir var. Strasseri zu benennen,
nach ihrem Entdecker, welcher im Tessin und in Italien Jahre
lang mit Eifer und grolsem Geschick gesammelt hat.
Longitarsus longipes Bach (Käferf. III, 153) aus Thüringen,
von dem Bach (l.c. 341) anführt, dafs ihn Kutschera nicht erwähnt,
ist auch in der Folge von Allard und Harold vergessen worden.
Obwohl das Halssch. „mehr als noch einmal so breit als lang“
angegeben, der Ausdruck: „einen unregelmälsigen Längswisch in
der Mitte der Fld.“ völlig unverständlich ist, dürfte die Art doch
auf L. /ateralis Ill. zu deuten sein. J. Weise.
——
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Forcipes verschiedener Arten von Ulytrinen-Gattungen.
Von
J. Weise.
(Hierzu Taf. II, Fig. 14— 35.)
Die Zeichnungen auf Taf. II geben ein vergröfsertes Bild des
Penis bei der Seitenansicht und bei der Betrachtung schräg von
vorn und oben; in 9 Fällen ist auch die Klappe dargestellt, welche
die Oeffnung in der Ruhe schlielfst.
Fig. 14. Labidostomis tazicormis. | Fig. 25. Lachnaea sezpunctata.
= As - lusitanica. - 26. - italica.
=.,16. - tridentata. | - 27. Clytra 9-punctata Ol.
= - humeralis. , - 28. - 4-punctata.
- 18. - longimana. | - 29. - appendicina.
=u9. = pilicollis. - 30. - laeviuscula.
- 20. - Cyanicornis. - 31. Gynandrophth. flavicollis.
- 21. - rufa. I - 82. - diversipes.
- 22. Lachnaea hirta. - 33. Coptocephala unifasciata.
- 23. - pubescens. - 34. - floralis.
- 24. - orientalıs. - 835. - rubicunda.
Forcipes verschiedener Arten von Donaciinen etc.
Von
J. Weise.
(Hierzu Taf. III, Fig. 1 — 34.)
Der Penis der Donaciinen zeichnet sich durch ein langes,
festes Plättcehen aus, das, im Zustande der Ruhe, in einer Rinne
auf der Oberseite liegt und mit der büschelförmig behaarten Spitze
die kleine Oeffnung für den ductus bedeckt. Dieses Plättchen,
welches ich die Stütze, fulcrum, nenne, ist bei der Seitenansicht
des Penis (2 Fälle ausgenommen) mitgezeichnet, sodann für sich
allein in der Vorderansicht dargestellt, bei der Vorderansicht des
Penis jedoch fortgelassen.
Deutsche Entomol, Zeitschr. 1389. Heft II, 27
418 J. Weise: Forcipes verschiedener Arten etc.
Fig. 1. Donacia crassipes. Fig. 22. Plateumaris discolor Panz.
- 2. - dentata. - 23. - braccata.
- 8 - versicolorea. | - 24. - consimihs.
- 4. - aqualica. - 2. - rustica.
- 5. - limbata. = 26. = affınis.
- 8 - bicolora. - 27. Zeugophora flavicollis.
- 7 - sparganü. - 28. Lema Erichsont.
- 8. - polita. - 29. - _ septentrionis.
eye 27= obscura. - 30. Crioceris merdigera L.
- 10. - thalassina. 31. — lilii Scop.
— m. - brevicornis. - 32. Clytra atraphazidis.
- 12. - impressa. - 33. Cryptocephalus Loreyi.
- 13. - appendiculata. - 34. - tricolor.
- 14. - fennica. - 8. = signatus.
- 15. - semicuprea. - 36. — carinthiacus.
- 16. - clavipes. -/ 3%: - sinuatus.
- 17. - vulgaris. - 38. - coryli.
- 18. = simplez. - 39. - cordiger.
- 19. - cinerea. - 40. - 8-punctatus.
- 20. - tomentosa. - 41. - 6-punctatus.
- 21. Plateumaris sericea. - 42. - variegatus.
Ceutorrhynchus consputus Germ., im Jahre 1824 aus der
Umgegend von Halle beschrieben, wurde, aller Vernunft entgegen,
unter dem mindestens 10 Jahre später aufgestellten C. alboscutel-
latus Gyll. eitirt; ob er mit dieser Art identisch ist, kümmert mich
nicht, sondern nur dies, dals er von Seidlitz ohne Grund mit
querceti Gyll. vereinigt worden ist. Die beiden genannten Arten
haben miteinander sehr wenig Aehnlichkeit. ©. querceti ist dem
Ceutorrhynchid. terminatus Hbst. täuschend ähnlich (hat aber eine
siebengliederige Fühlergeifsel und gezähnte Klauen), das Halssch.
ist ziemlich weitläufig punktirt, die Fld. sind schwärzlich, mit roth-
brauner Spitze, ihre wenigen breiteren und weifslichen Schuppen
sind schlank, strichförmig. Ceut. consputus dagegen hat einfache
Klauen, ein äufserst dicht punktirtes Halssch. und dunkelrothbraune
Fld., auf denen die Zwischenstreifen mit je zwei Reihen grauer,
leicht aufgerichteter Härchen besetzt und mit zahlreichen breiten,
ovalen, weifslichen Schüppchen marmorirt sind, so dals die Grund-
farbe dadurch erheblich beeinträchtigt wird. Ich habe den consputus
> ei Sommerfeld gefangen, auch Stücke von Halle und aus anderen
Gegenden Thüringens gesehen, Herr Ludy sammelte sehr grofse
Stücke bei Görz. Wahrscheinlich ist C. granulicolis Thoms. mit
Conspultus zu vereinigen. J. Weise.
‚ [Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Synonymische Bemerkungen über Chrysomelini.
1. Podagrica rufa All. (Wien. Ent. Zeit. 1834, 248) aus
Marocco ist nichts weiter als eine unausgefärbte P. semirufa Küst.,
welche beinahe einfarbig rothgelb ist. Unter den von Hrn. Queden-
feldt in Marocco gesammelten normal gefärbten Stücken von semirufa
fanden sich auch einige rothgelbe Exemplare, auf welche die Be-
schreibung von Allard zutrifft; bei einigen liegt auf den Fld. schon
ein unendlich zarter metallischer Hauch, der die spätere Färbung
andeutet.
2. Phyllotreta caucasica Harold (Col., Heft 1879, 231) ist
nicht nach einem g', wie Hr. v. Harold angab, sondern nach einem
2 beschrieben, welches mir Hr. Korb in München zur Ansicht
gesandt hat. Dasselbe ist mit P. ochripes Curt. identisch; doch
"könnte der Name immerhin als der einer leichten Varietät bestehen
bleiben, welche einfarbig röthlichgelbe Fühler besitzt. Bei den
Stücken aus Deutschland ist das vierte bis sechste Fühlerglied stets
dunkler, oft pechbraun oder schwarz gefärbt.
3. Da ich in letzter Zeit einfarbig blaue oder grüne Exemplare
der Labidostomis Guerini Bassi von Palermo gesehen und
erhalten habe, bin ich nicht mehr im Zweifel darüber, dals Lab.
trifoveolata Desbr. (Bull. Ac. Hippon. 1866, 42) auch nach solchen
Stücken beschrieben worden ist. Letztere mufs also der europäi-
schen Fauna zugezählt, aber als Varietät von Guwerini geführt werden,
bei welchen die rothe Spitzenmakel der Fld. verschwunden ist,
falls nicht Hr. Desbrochers positive Unterschiede anzugeben in der
Lage ist.
4. Longitarsus aeneicollis Fald. ist nach der Beschreibung
und den damit übereinstimmenden Exemplaren, welche Hr. Leder
im Caucasus gesammelt hat, —= L. suturalis Marsh. Die Fld. sind
durchschnittlich etwas feiner und verloschener punktirt als bei
deutschen Stücken. Allard meint (Mon. 494) dafs sie „evidemment
la Thyamis atricilla L.“ sei, dem widerspricht jedoch der Wortlaut
seiner Uebersetzung, in der es heilst: „elytres abaissees de chaque
cöte derriere l’epaule et peu rembrunies en cet endroit“,
5. Longitarsus nigrocillus Motsch. (Bull. Mosc. 1849, 146)
von Carthagena in Spanien ist durch die Beschreibung sicher zu
erkennen, obwohl Allard, 1.c. 495, sagt: „cette esp. trop brievement
decrite pour qu’on puisse la reconnaitre, doit &tre tenue pour nulle“,
Die Körperform, Farbe und Zeichnung, namentlich die Angabe, dafs
20%
420 J. Weise: Synonymische Bemerkungen über Chrysomelini.
die Fld. hinten abgestutzt sind, weisen mit Sicherheit auf Z. subter-
lucens Foudr., für welchen der Name nigrocillus eintritt.
6. Longitarsus nigriceps Foudr. (Mon. 173) wird weder
von Allard noch Kutschera erwähnt und ist deshalb aus unseren
Catalogen verschwunden, trotzdem er nach deutschen Exemplaren
beschrieben wurde. Man erkennt denselben daran, dafs das erste
Wimperhärchen am Nahtwinkel der Fld. aufserordentlich lang, fast
borstenförmig, und der breite schwarze Nahtsaum vorn und hinten
abgekürzt ist. Ich besitze diese Art aus Kärnthen, Krain, der
Schweiz und von Müncher (Daniel). Foudras scheint seine Exem-
plare nicht von Redtenbacher erhalten zu haben, da er es sonst
angegeben hätte, und so darf seine Deutung der Haltica nigriceps
Redtb. auf einen Longitarsus nicht angenommen werden, sondern
die von Redtenbacher, Kutschera und Allard, welche darunter die
Aphthona gleichen Namens verstanden. Für Long. nigriceps Foudr.
wähle ich den Namen longiseta.
7. Longitarsus laevis Duft. ist nach der angebenen Grölse
und Farbe nur auf Long. tabidus F. zu beziehen, keineswegs auf
die augenblicklich darunter verstandene Art, welche den Namen
suceineus Foudr. zu führen hat.
8. Für Longitarsus rubiginosus Foudr. ist flavicornis Steph.
nicht zu brauchen.
Von Aphthona Czwalinae sandte Exc. von Semenow zwei
bei Saratoff gefangene Stücke ein, welche in der Form und Farbe
nicht unwesentlich von der bekannten Form abweichen. Dieselben
erscheinen sehr flach, doch könnte dies vielleicht mit daher rühren,
dafs sie nicht ganz ausgehärtet und beim Aufkleben zu sehr an-
gedrückt worden sind; nun sollte man bei ihnen gerade recht helle
Fühler und Beine vermuthen, statt dessen sind nur die ersten vier
Fühlerglieder blals röthlichgelb, das fünfte und sechste Glied, bei
Czwalinae hell, sind pechschwarz, ebenso das dritte und vierte
Tarsenglied, das bei der verwandten Form höchstens eine Spur
angedunkelt ist. Die Farbe des Körpers und der Hinterschenkel
ist ein schönes Blau. Dieses Thier könnte sich nach Ansicht eines
ausreichenden Materiales als Art herausstellen, weshalb ich ihm
vorläufig den Namen Var. coerulescens beilege: Minus conveza,
coerulea, antennis articulis 4 primis testaceis, coetris nigris, tarsorum
articulis 2 ultimis nigricantibus. J. Weise.
a
[ Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.)
Synonymische Bemerkungen etc. über Cetoniden.
1. Ueber Rhomborrhina gigantea Kraatz.
Herr Neervoortvan de Poll giebt in Note XV des Bandes XI
der Notes from the Leyden Museum an, dafs Rhomborrhina
gigantea Kraatz (Deutsche Ent. Zeitschr. XXVII [1883], p. 380)
—= Rhomb. resplendens Swartz (Schönh., Syn. Ins. I, 3, App. p. 51)
und diese Art nicht identisch mit Rh. heros Gory et Perch. (Mon.
p- 155, t. 26, f.3) sei, ohne diese Angaben weiter zu begründen.
Der Fundort meiner gigantea konnte von mir nicht genau an-
gegeben werden, ist aber höchst wahrscheinlich die Insel Nias !).
Die Cet. resplendens Swartz aus China ist unzweifelhaft die be-
kannte chinesische Rhomborrhina-Art, welche früher meist in den
bekannten chinesischen Insectenkästen zu uns kam. In Gemminger
und Harold’s Catal. Cal. IV, p. 1279 ist der Goliathus heros (Latreille
Dej., Cat. ed. III, p. 183) Gory et Percheron mit vollem Recht mit
dieser Art vereinigt und China als sein Vaterland angegeben worden,
denn Gory beschreibt ohne Zweifel die chinesische Art, welche
Dejean (teste Cat. Dejean) vor sich gehabt hat, giebt ihr aber das
falsche Vaterland Ostindien, durch welches sich Herr Neervoort
van de Poll wahrscheinlich hat täuschen lassen. Die Abbildung
stimmt nicht mit meiner gigantea, sondern genau mit der resplendeus
"überein und ebenso die Beschreibung.
2. Protaetia inanis Wall. (Trans. Ent. Soc. 1868, p. 580)
var. cupreata mihi.
Mohnike erwähnt bereits (Uebers. d. Ceton. d. Sunda-Inseln
p. 74), dafs von dieser ansehnlichen, einfarbigen Art, welche Wallace
als veridis von Java beschreibt, eine grüne und eine braune Varietät
existire.
Ich sah ein Ex. der Stammform, welche sich durch ihre Gröfse
auszeichnet, aus der Sammlung des Hrn. Felsche in Leipzig; das-
selbe milst 27 mill. und ist bei Tjibodas gesammelt.
Mein von Mohnike stammendes und einige von Hrn. M. Deyrolle
eingesendete Ex. sind kleiner und zeigen statt der grünen eine
!) Keinenfalls Japan! der Käfer wird von Hrn. v. Schönfeldt
in seinem Catalog der Coleopteren von Japan p. 78 als japanisch
aufgeführt.
422 Synonymische Bemerkungen etc. über Cetoniden.
kupferige Oberseite; dadurch machen sie zuerst einen recht ver-
schiedenen Eindruck, so dals wohl durch einen besonderen Namen
auf diese Varietät aufmerksam gemacht werden darf; ich nenne sie
var. cupreata.
Bei Tjibodas waren aulserdem gesammelt: Macronota anthra-
cina, variegata, quadrilineata. Eine dieser verwandte Art mit rothen
Fld. und drei schwarzen Punkten neben der Naht (vor der Mitte,
hinter der Mitte und vor der gelblichen Spitze) und zwei gelben
Fleckchen aufsen und oben von den schwarzen war nur in einem
Ex. vorhanden. Die gelben Streifen auf dem Thorax sind etwas
breiter als bei guadrilineata, das Schildehen ist an der Basis breit
gelb beschuppt. Ich nenne diese wahrscheinlich unbeschriebene
Art für den Fall, dafs sie es wirklich ist, Hacron. rufipennis.
3. Psadacoptera!) simulatriz mihi (Deutsche Ent. Zeitschr.
1832, p. 68) ist eine Varietät von Pachnoda Simonsi Janson, Cist.
Ent. II, 1877, p. 262°); ich erhielt Stücke der letzteren, welche voll-
kommen mit der Bestimmung übereinstimmen von Hrn. Oberthür;
dieselben sind von R. P. le Roy bei N’guru gesammelt.
Bei meinen Stücken der simulatrız sind zwei weilse Punkt-
paare auf den Fld. mehr vorhanden, nämlich eins in der Mitte
zwischen dem weilsen Punktpaare in der Mitte der Fld. (im
schwarzen Feldehen) und den Schultern und das andere in der
Mitte zwischen dem Mittelfleck und dem Nahtwinkel, etwas näher
der Naht; diese Flecke sind natürlich variabel und fehlen auch
bisweilen bei simulatrir, aber selten; bei den Ex. von N’guru
fehlen sie, obwohl dieselben im übrigen wohl erhalten sind.
Dr. G. Kraatz.
1) Nicht Psacadoptera, wie in Berge’s Enumeration d. Ceton.
p. 42 (154) steht.
?) In Berge’s Enumer. ist p. 263 statt 262 angegeben.
Omosita discoidea Fabr. und Hister helluo Trug. (beide
von Reitter bestimmt) habe ich von Amur erhalten. Sie sind neu
für die Fauna Nord - Asiens. E. Bergroth.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.]
Ueber die Varietäten von Plectes protensus Schaum
von
Carl Rost in Berlin.
Plectes protensus Schaum, diese seltene, durch Grölse und
schlanke Form ausgezeichnete Art, welche im Catalogus Ooleopte-
rorum Europae et Caucasi mit Unrecht als Synonym zum com-
pressus Chaud. gezogen worden ist, stammt nach Schaum aus
den Bergen um Kutais in Imeretien. Trotz der eifrigsten Nach-
forschungen wollte es mir nicht gelingen, dort den Käfer zu finden,
dagegen sammelte ich ihn in Abchasien in Wäldern und zwar in
drei verschiedenen Farbennuancen, auf die ich hiermit aufmerksam
machen möchte:
a) supra niger, nilidus, elytris subopacis, concoloribus,
marginibus prothoracis elytrorumque obscure coeruleis.
Stammform.
b) supra cupreo-aeneus, nitidus, elytris subopacis, con-
coloribus, marginibus lateralibus anguste viridibus.
var. Koltzei m.
Ich erlaube mir, diese hübsche Varietät Herrn W. Koltze
zu dediciren.
e) supra laete viridis, nitidus, elytris subopacis, concoloribus.
var. Richteri m.
Herrn Director Dr. Richter zu Ehren benannt.
Ich bemerke, dafs mir nur weibliche Stücke vorliegen, welche
eine Länge von ca. 35 mill. haben.
——— —
Am 5. Oct. 1831 fand ich an den abgestorbenen Wurzeln einer
amerikanischen Rebe in einem Garten in Bonn in grofser Anzahl
Anommatus 12-striatus Müll., sowie zwei Stück Langelandia
anophthalma Aube. Letztere Art wird in Schilsky, Systematisches
Verzeichnifs der Käfer Deutschlands, nur aus Oesterreich angeführt,
ist also für Deutschland neu. Ich besitze sie sonst aus Paris (Aube),
Landes (Perris) und Wien (Türk). Dr. L. von Heyden.
[Deutsche Entomologische Zeitschrift 1889. Heft II.)
Eine neue Nebria aus der Alpaeus-Gruppe.
Nebria Kraataı.
Castanea, prothorace subcordato, ante basin disperse punctato,
ante medium utrinque seta marginali unica tantum instructo, elytris
convezis oblongo-ovaltis, punctato-striatis, strüs minus impressis, seg-
menlis ventralibus 5—5 utrinque in medio puncto setigero instructis.
Long. 83— 11 mill.
Carinthia, Obir et Vertazha; Lombardia, Monte Grigna.
Das Thier ist am leichtesten durch vergleichende Beschreibung
zu erkennen und ist der weitverbreiteten N. castanea Bon., was die
Körperform betrifft, am ähnlichsten; N. Kraatzi hat jedoch am
Seitenrande des Halsschildes vor der Mitte nur einen borsten-
tragenden Punkt, wo bei castanea stets 3—4 vorhanden sind; die
Färbung ist ein helles Kastanienbraun und variirt nur wenig. Die
Streifen der Flügeldecken sind viel weniger tief und werden nach
den Seiten und der Spitze zu viel schwächer, die Punkte in den
Streifen sind grölser, stehen nicht so gedrängt aneinander.
Das 3.—5. Ventralsegment hat jederseits der Mitte einen borsten-
tragenden Punkt wie castanea.
Durch die borstentragenden Punkte des Halsschildes und der
Bauchsegmente ähnelt das Thier N. Schusteri Ganglbauer, von der
Koralpe, letztere: ist jedoch durch die flachen, in den Streifen kaum
punktirten Flügeldecken und der unpunktirten Basis des Halsschildes
sehr leicht zu unterscheiden. Bei N. austriaca Ganglb., welche durch
die Sculptur der Flügeldecken etwas Aehnlichkeit hat, sind die
Vorderecken des Halsschildes spitzer und mehr vorragend, und hat
der Seitenrand des Halsschildes vor der Mitte zwei borstentragende
Punkte, auch sind auf den 2.—5. Bauchsegmenten beiderseits der
Mitte wenigstens zwei borstentragende Punkte.
Die viel kleinere N. atrata hat die borstentragenden Punkte
wie austriaca, ist aulserdem schmaler, gewölbter, hat verhältnils-
mäfsig kürzere Fühler und der Skutellarstreifen ist sehr kurz oder
rudimentär.
Die d' haben die Forcepsspitze parallel am Ende breit ge-
rundet, bei casfanea ist dieselbe stark zugespitzt, an der äufsersten
Spitze gerundet.
Ich fing das Thier in gröfserer Zahl in Kärnthen auf dem Obir,
6750 Fufs, und dem Vertazha-Sattel, 5770 Fuls, Ende Juni an
Schneeflecken; einige Ex. in der Lombardei auf dem Monte Grigna
an einem grolsen Schneefelde zusammen mit dem Carabus lombardus
Kraatz ebenfalls im Juni. An allen diesen Fundorten war keine
andere Alpaeus- Art vorhanden.
Ich erlaube mir das Thier nach Herrn Dr. Kraatz, Präsidenten
der Deutschen Entomologischen Gesellschaft, meinen hochverehrten
Freund, zu benennen. Clemens Müller.
A. W. Schade’s Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, Stallschreiberstr. 45/46.
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